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letzter Beitrag von Pilzfreundin10 am

Wissenschaftliche vs Deutsche Pilznamen?

  • Hallo zusammen,


    dieses Thema kommt jetzt gerade recht. Denn...........in meinen Anfängen hatte ich mal wissen wollen, wie denn jetzt dieser Pilz hieße. Den ich da gefunden hatte. Ich glaube, ich hatte ihn auch fotografiert.

    Stefan schrieb mir dann............ein für mich nicht verständlichen Namen. Lateinisch? Wissenschaftlich? Ich fragte ihn dann wie dieser Pilz denn auf deutsch hieße. Antwort von Stefan: "Wenn Du gegoogelt hättest, dann wüßtest Du das." Im ersten Moment fand ich die Antwort................schräg? Oder wie. Ich weiß es selber nicht.

    Aber dann...............kam das Aha Erlebnis. Ich googelte. Und hatte gleich einen ganzen Kronleuchter an. Manch einer mag mich jetzt für völlig verblödet halten, aber...........mir wurde klar, wo ich hingehen mußte, wenn ich näheres wissen wollte. Ich lernete auch besser mit den Möglichkeiten meines PC´s umzugehen. Damals war ich vllt 57. Und ich freut mich über das Erfolgserlebnis. Mein Interesse war geweckt. Ich hatte Blut geleckt.


    Danke Stefan, dass ich mit Deiner Hilfe dieses Erlebnis haben durfte.


    Im Laufe der Zeit lernte ich sooooo viele Pilze kennen. Heute kann es sein, dass ich gefragt werde: "Herzchen, was ist das für einer?" Ich: "Lepista nuda." Und auf deutsch? Schulterzucken.

    Allerdings wenn sich unsere Experten mit wissenschaftlichen Namen austauschen, dann verstehe ich oft auch nur Bahnhof. Oft sind es dann auch solch seltene Exemplare, die ich bisher weder gesehen noch gelesen, geschweigen denn gehört habe.


    Wenn ich mir vorstelle, dass ein recht unbedarfter User hier höflich anfragt, welcher Pilz das sei, dann einen wissenschaftliche Namen genannt bekommt, dann würde mich das eventuell in die Flucht schlagen. Weil nicht jeder Anfragende sooooo pilzinfiziert ist wie viele andere.


    @ Nobi,


    ich mag Deine Posts sehr gerne lesen, weil Du mich da abholst, wo ich gerade stehe. DAS kann nämlich nicht jeder.




    @ Andreas,


    wie heißt denn jetzt nun Dittes Pilz auf deutsch? Inocybt tjallingiorum........Oder hat er keinen deutschen Namen? Kann ich davon envetuell mal ein Bild sehen?



    Es wäre eigentlich supertoll, wenn beide Namen zu lesen wären. Später dann, wenn man sehen, bzw. lesen kann, dass es jemand ist, der auf einem gewissen Stand ist, dann ist es bestimmt besser, wenn der wissenschaftliche Name Anwendung findet. Unter Spezialisten ist das sogar oft besser.


    So sehe ich das.





    Grüße



    Heidi

    Jeder Tag an dem Du nicht gelacht hast, ist ein verlorener Tag.
    Auch von mir gibt es keine Essensfreigabe.



    100 Chips, da Islandwette verloren = 95 Chips
    95-2 Chips für Jan-Arnes Rätsel = 93 Chips
    93-5 Chips für Grünis Grauen Wulstling= 88 Chips
    88-10 Chips für APR 2017 = 78
    78 + 10 (APR 2017 als erste über die Hälfte der Gesamtpunkte gekommen) = 88

    88-3 Chipse für OPR = 85

    85 - 10 Chips für APR 2018 = 75

    75 + 5 fürs APR = 80

    80 -10 Chipse für APR 2019 = 70 Chipse

    70 +5 Apr 2019 = 75


    Keine Veröffentlichung ohne mein Einverständnis!!!!!!

  • Hallo,


    das war ein Tippfehler von Andreas. Richtig muss der Pilz Inocybe tjallingiorum heißen. Auf Deutsch: Na ja Bereiftknolliger Risspilz; blöd nur, dass der nicht häufig eine Knolle hat. ;) Das war auch einer der Ursprungsanlässe, dass ich den Thread überhaupt gestartet habe.


    Bild ist hier; letztes Bild in diesem Beitrag.


    BMG-Tagung auf der Burg Rothenfels - Insiderbericht


    Hier ist der Link zu Dittes Seite.


    Inocybe - tjallingiorum


    l.g.

    Stefan

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


    Meine Antworten hier stellen nur Bestimmungsvorschläge dar. Verzehrsfreigaben gibts nur vom PSV vor Ort.

  • Hallo zusammen,


    ich möchte meine Frage gerne wiederholen, die ich zu Anfang des Thread gestellt habe und auch ein paar weitere Fragen hinzugefügt. Die wichtigste Frage ist dick geschrieben.

    1.

    Wer vergibt die Dt. Namen für Pilze ?


    2.

    Ab wann würdet ihr einen Dt. Namen anerkennen, wenn mehrere Dt. Namen für einen Pilz im Umlauf sind und ab wann würdet ihr generell einen Dt. Namen anerkennen ? Oder flexibel sein und mehrere Dt. Namen lernen ?


    3.

    Und wie bekommt ein Pilz, der noch keinen Dt. Namen besitzt, einen Dt. Namen, der dann aber auch gebräuchlich ist. Etwa auch durch das Publizieren oder reicht es schon aus hier im Forum einen neuen/weiteren Namen zu vergeben, so dass dieser Publik ist ? Und würdet ihr so einen vergebenen Namen annehmen, so dass dieser für euch als gebräuchlich ist ?


    Ich bin mal gespannt auf eure Antworten.


    VG : Thorben

  • Ich bin mal gespannt auf eure Antworten.

    Ich auch! ;)

    Hier geht es zu meinen Themen.

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    Chips: 88 nach diversen Verlusten - 10 APR 2019 = 78 + 6 (150er Prämie APR 2019) = 84 -10 APR 2020 = 74

  • Hi,


    so weit ich weiß gibt es kein offizielles Gremium, welches deutsche Namen vergibt. Im Endeffekt, kannst du auch einen Pilz völlig legitim "Klaus-Willhelm" nennen und keinen störts. ==Gnolm7==Gnolm10


    Die bisher bekannten deutschen Namen sind allesamt regional oder historisch bedingt, bzw. haben sich Leute einfallen lassen. Falls jemand mich korrigieren möchte, bitte gern mich interessiert das auch sehr.


    l.g.

    Stefan

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


    Meine Antworten hier stellen nur Bestimmungsvorschläge dar. Verzehrsfreigaben gibts nur vom PSV vor Ort.

  • Hallo,


    es gibt kein offizielles Gremium das deutsche Namen vergibt, und es gibt auch kein Anrecht darauf dass ein bestimmter deutscher Name verwendet werden muss.

    Jeder kann sich einen deutschen Namen ausdenken und ihn benutzen. Ob er dann gebräuchlich wird, das entscheidet die Zeit und die Benutzer des Namens. Wenn ein weit verbreitetes Buch einen Namen zu einem Pilz druckt, dann ist es wahrscheinlicher dass er mit der Zeit Allgemeingut wird.


    Vor einigen Jahren haben wir - die drei Autoren Bollmann, Reil und Gminder - ein Abbildungsverzeichnis für europäische Pilze erstellt und das wurde dann auch über die Schwarzwälder Pilzlehrschau vertrieben und erfreute sich dadurch auch einer relativ weiten Verbreitung. Wir haben damals versucht, für alle aufgeführten Pilze einen deutschen Namen zu finden, oder eben notfalls zu erfinden. Sicherlich ist da auch einiges an Namen Allgemeingut geworden, auch weil sich manche Autoren zukünftig der Einfachheit halber auf unser Verzeichnis bezogen haben. Aber natürlich hat keiner der Namen einen Anspruch darauf gültig oder gar alleingültig zu sein.


    beste Grüße,

    Andreas

  • Hallo zusammen,


    aus meiner Sicht macht es IMMER Sinn, den deutschen, den wissenschaftlichen Namen und den Namen des Landes des Fundes anzugeben. Sofern dem Finder dies möglich ist. Bei Bestimmungsanfragen sollten wir das Niveau nicht zu hoch schrauben. Da ist der deutsche Name, sofern geläufig, eine Basis zur Arbeit für die weitere Bestimmung. Diejenigen, die sich auskennen, können doch Pseudonyme, wissenschaftliche Namen u.s.w. anhängen. Man muss es auch nicht unnötig kompliziert machen. Da schließe ich mich ebenso den Vorschreibern an. Im Hinblick darauf, dass wir immer mehr Arten finden werden und auch Menschen anderer Herkunft bei uns reinschauen, ist eine möglichst genaue Beschreibung sicherlich sinnvoll. Wenn auch nicht immer erforderlich. Ich versuche gerade die asiatischen Pilzarten zu benamsen, ich habe auch schon Funde für Freunde außerhalb des Forums mitgebracht, da sind die wissenschaftlichen Namen ganz erheblich. Oftmals ist es dann auch nicht so ganz einfach, sie zu erfahren. Wichtig ist aus meiner Sicht, dass kein Neuling, / Anfragender dadurch abgeschreckt wird in seiner / ihrer Anfrage. Ich halte es deswegen für sinnvoll, dass wenn es tiefer in die Materie geht, wissenschaftliche Namen et al angegeben werden, aber es nicht Standard sein muss.

  • Hallo allerseits, die Diskussion ist zwar schon alt, aber wohl immer noch aktuell.

    Ich meine, dass es nicht wirklich begründet ist, die "deutschen" und die wissenschaftlichen Namen so voneinander abzugrenzen. Und zwar deswegen, weil die wissenschaftlichen Namen in ihrer Eigenschaft als Fachsprache der Mykologen gewissermaßen als Soziolekt Teil der deutschen Sprache sind. So wie die arabischen 1, 2, 3 oder die altindische 0 auch Teile der "deutschen" Rechenkunst und Buchführung sind. Oder wie es in der "deutschen" Chemie heißt H20 statt Wasserstoof-2-Sauerstoff (W2S). So etwas wie ISO 9001 wird auch nicht übersetzt und funktioniert im Deutschen hervorragend. Vielleicht sollte man besser von wissenschaftlichen und Trivialnamen (vgl. eng. vernacular names) sprechen.

    Zweifellos sind Namen wie Echter Pfifferling, sinnvoll, aber das Kreieren von "deutschen" Namen kann schnell ins Absurde führen, wenn es um Arten geht, die im ganzen Sprachraum vielleicht 10 Leute bestimmen können und man eher mit den Kollegen im internationalen Kontext darüber redet.

    Ich wohne in einem Land (Litauen), in dem es eine staatliche Sprachkommission gibt, die sich anmaßt, für alles und jedes Begriffe vergeben zu müssen, das zu regulieren und den Leuten die Verwendung unerwünschter Wörter und Redensarten (wofür man den Begriff "Barbarismus" geprägt hat) auszureden. Dass das dem verfassungsmäßigen Recht auf freie Meinungsäußerung entgegensteht, was soll's. Bindend ist das aber gefühlt schon für Beamte in den Naturschutzbehörden und viele Leute fühlen sich gemäßigt als Blockwarte aufzutreten, wenn man andere Trivialnamen benutzt. Das ist nichts, was man wirklich haben will.

    Die Trivialnamen entstammen entweder der Tradition oder sie werden zur Tradition indem sie in Sammelwerken kodifiziert werden. Wobei im deutschsprachigen Raum die Wikipedia erheblich zur Normierung beiträgt - da man hier im Gegensatz zur englischen Wikipedia die Nennung der wissenschaftlichen Namen als Lemma vermeidet. Echte Pilznamen aus der Region immer gern, ich würde es sogar ausdrücklich begrüßen wenn nach der Nennung des wissenschaftlichen Namens die regionalen Namen, sofern bekannt, genannt werden würden.

    Die wissenschaftlichen Namen wurden dezidiert dazu geschaffen um Verwechslungen und Chaos in der Kommunikation zu vermeiden, wenn man grenzüberschreitend tätig ist, lernt man das schätzen. Man kann selbst in persischen oder chinesischen Studien noch erfassen worum es geht. Dass Taxonomen Doktorarbeiten schreiben wollen und dafür ständig neue Zuordnungen (er)finden - dafür gibt es das Konzept des Synonyms - "alte" wissenschaftliche Namen werden dadurch nicht ungültig. Und "richtig" oder "falsch" oder gibt es in der Taxonomie nicht. Im schlimmsten Fall wird ein Name ungebräuchlich.

    Schließlich noch, wer immer eine Art bestimmt haben möchte, für die es ggf. der Mikroskopie etc. bedarf, begibt sich damit unweigerlich in den Bereich der Wissenschaft und sollte folglich bereit sein, wissenschaftliche Namen zu akzeptieren. Wasche mich, aber mach mich nicht nass!

    In der Ökonomischen Botanik gibt es das Konzept "Unkraut". Alles was zu nichts gut ist, oder von dem wir nicht wissen wozu, ist ein Unkraut. Pilze, die nicht gegessen werden können und auch sonst zu nichts zu Nutze sind, wären dann "Unpilze". Wer die Arten aus wissenschaftlichem Interesse wissen will → wissenschaftliche Namen.


    LG, Bernd

  • Hallo zusammen,

    für mich stellt sich die Sache ziemlich trivial dar: wenn man nach dem wissenschaftlichen Namen statt nach dem Volksnamen googelt, erhält man etwa drei mal so viele Treffer, und die sind auch noch inhaltlich besser.

    FG

    Oehrling

    PSVs dürfen weder über I-Net noch übers Telefon Pilze zum Essen freigeben - da musst du schon mit deinem Pilz zum lokalen PSV!

  • Hallo an alle,

    in Deutschland war es meines Wissens auch lange so, dass die Naturschutzbehörden deutsche Namen vorgeschrieben haben. Das allein war Grund genug, sie zu erfinden. In der aktuellen Roten Liste ist jetzt aber alles lateinisch.


    Mir persönlich geht es so: besser bekannte Pilze, wie den Maronenröhrling, spreche ich lieber deutsch an, während mir "Imleria" noch schwer von der Zunge geht. Bei Kleinzeugs versuche ich dagegen gar nicht erst, mir deutsche Namen zu merken - wer weiß denn schon, dass Entoloma exile auch "Schmächtiger Zärtling" heißt ?


    Man schreckt aber mit den Schlau-Namen schon viele Einsteiger ab, und die aktuell häufige Umkombiniererei macht es noch schwerer für alle.

    Gruß,


    Wolfgang

  • Ja, das ist halt alles im Dienste der Wissenschaft^^. Und irgendwie werden die Namen immer länger und unaussprechbarer. Wenn ich schon Rheubarbariboletus oder Infundibulicybe höre - das hat wirklich kein Kommunikationsexperte erfunden.

    FG

    Oehrling

    PSVs dürfen weder über I-Net noch übers Telefon Pilze zum Essen freigeben - da musst du schon mit deinem Pilz zum lokalen PSV!

  • Vielleicht liegt es auch daran, dass die Leute, die Rheubarbariboletus "Rhabarber-Steinpilz" erfinden, keine klassische Bildung mehr haben, also wenigstens Grundkenntnisse des Latein und Griechischen? Womit ich der Lateinquälerei von Grundschülern nicht das Wort reden will, aber Grundlagen davon, wie sich Sprachen entwickeln und voneinander entlehnen, kann und sollte man auch im Deutschunterricht behandeln. Ich nehme an, dass es allgemein bekannt ist, dass das deutsche "Pilz" eine (indirekte) Entlehnung aus lateinisch boletus ist.

    Und Leuten, die solche Kettenbriefnamen erfinden muss man schon mangelnde Phantasielosigkeit vorwerfen. Haben die keinen Mentor, Geliebte oder Lieblingsschauspieler, Heimatort, Entdeckungsort etc. pp. die es wert wären in der Taxonomie verewigt zu werden?


    Der Begriff mit den "Schlau-Namen" war mir so nicht geläufig (allerdings führe ich diese Diskussionen auch meistens auf Litauisch, und da ist man Hardcore der Überzeugung, das seien lateinische Namen - offensichtlich haben viele nie die aktuellen ICN und ICZN gelesen), aber eine etablierte wissenschaftliche Bezeichnung ist allemal besser als ein frisch geprägter "deutscher" Name. Was sagen Leute mit solchen Argumenten denn zu chemischen Formeln oder arabischen Zahlen? Verlangen die Kontoauszüge mit deutschen Runen?


    LG, Bernd

  • Hallo,


    also, noch sammle ich Steinpilze, Maronenröhrlinge, Krause Glucken, Parasolpilze, Rötelritterlinge u.a. statt Boletus edulis, Imleria badia, Sparassis crispa.......

    (wahrscheinlich haben sich die Namen, während ich das schreibe, aber eh schon wieder geändert.....) :gkopfkratz:

    Pilze, wie z.B. Saftlinge, die ich nur fotografiere und die eindeutig identifiziert werden sollen, spreche ich gerne lateinisch an ("Hallo Hygrocype spec.".....)


    Viele Grüße

    Wolfgang) :gwinken:

    ----------------------------------------------------
    Ich bin ein fortgeschrittener Anfänger. Meine Einschätzungen zu Bestimmungsanfragen sind mit Vorsicht zu "genießen" !
    Und: Nicht jeder meiner Funde muss unbedingt bestimmt werden, ich freue mich einfach über jedes "Kerlchen"... :gfreuen:

  • Parasol ist auch ein typisch deutscher Begriff :D. Die Marone auch. Und wie gesagt, der Pilz an sich. Wohingegen an Hygrocybe nichts Lateinisches zu finden ist, aber auch gar nichts, allein das Y spricht für griechische Herkunft. Wenn man keine Probleme mit Parasol "Sonnenschirm", Marone "etwas Kastanienbraunes", und Pilz "essbarer Schwamm" hat - warum dann mit den wissenschaftlichen Namen gleicher, ähnlicher Herkunft?


    Der deutsche Name für Pilze lautet "Schwamm", was ziemlich plausibel ist, wenn man ältere Riesenboviste, Hasenboviste in die Hand nimmt. Der Bovist ist übrigens echt deutsch und heißt auf neudeutsch soviel wie "Fuchsfurz".


    LG, Bernd

  • Hallo Oehrling,

    wenn ich nach "imleria badia" googele habe ich deutlich weniger Treffen als für Maronenröhrling.

    Für mich ist nach Nennung eines neu geschaffenen wissenschaftlichen Namens statt eines altbekannten deutschen Namens oft Schluss:

    Den wissenschaftlichen Namen findet man nur in Spezialpublikationen, auf die der Normalmensch keinen Zugriff hat.In den bei mir recht zahlreich vorhandenen Büchern findet man schon mal gar nichts.

    Früher formte man Gattungen auch wesentlich nach dem Aussehen der Pilze. Das hatte den enormen Vorteil, dass man, wenn man sich die benannte Gattung ansah, auch gleich alle möglichen Verwechslungspartner hatte. Wenn dann in der Gattung eine neue Art beschrieben wurde, konnte man mit bisher vorhandenen ähnlichen Arten vergleichen.

    Mit der Einordnung nach Genetik fällt all das weg. Man findet auch nur sehr mühsam irgendetwas zu den neu geschaffenen Gattungen.

    Der Aufwand herauszufinden, wie das Teil oder seine früheren Verwandten mal hießen, ist erheblich und das kann ich mir oft zeitlich nicht leisten.

    Wenn ich es mache, kann ich dann meine alten Bücher zu Rate ziehen, in denen die Beschreibungen oft um Längen besser sind als in den aktuellen.

    In den alten waren die Pilze von "Kopf- bis Fuß" beschrieben inklusive der Variationsmöglichkeiten.

    Gruß,

    Marcel

  • Hallo,


    der moderne Drang die einzelnen Arten präziser aufzutrennen, führt im Nebeneffekt auch dazu, dass uns der ordnende Zusammenhang mitunter verloren geht. Die vielen dabei entstehenden monophyletischen Gattungen, sind schwerer in ein ordnendes und übersichtliches System zu bringen, sodass diese Aufgabe im Moment nicht so recht übernommen werden will. Da ist vieles im Fluss. Das Erkennen neuer Verwandtschaften ist ja noch lange nicht abgeschlossen. Das verwirrt und führt zu einer momentan stärkeren Hinwendung auf die viel stabileren deutschen Namen. Vermutlich braucht es am Ende wohl ein ganz neues System. Bis dahin wird unsere Geduld sicher noch stark in Anspruch genommen werden.


    Beste Grüße

    Stefan F.

  • Hallo zusammen,


    also ich find's gar nicht schlimm, wenn man auch mal die älteren wissenschaftlichen Namen benutzt.

    Wenn hier jemand seinen Pilz mit einem lange gebräuchlichen Namen wie "Xerocomus badius" oder "Clitocybe gibba" anschreibt, dann ist das nicht grundsätzlich falsch.

    Es ist einfach nicht der aktuell akzeptierte wissenschaftliche Name. Aber jeder der sich mit wissenschaftlichen Namen beschäftigt, weiss sofort welcher Pilz gemeint ist.

    Es ist ja noch immer dieselbe Spezies, sie heisst jetzt einfach anders.

    Wenn man es völlig richtig machen wollte, müsste man sonst auch alte Beiträge überarbeiten wenn sich der Name ändert. Das macht ja auch niemand.


    Ansonsten sehe ich es gleich wie viele andere hier:

    Bei Speisepilzen ("Maronenröhrling"), wichtigen Giftpilzen ("Fliegenpilz") und anderen auffallenden, häufigen Grosspilzen ("Gefleckter Rübling") sollte der deutsche Name dabei stehen.

    Ich versuche das in Zukunft auch zu machen.

    Da reden wir von etablierten Namen, die die meisten kennen, und die in kommerziellen, verbreiteten Pilzbüchern wiedergefunden werden.

    Aber bei Pilzen, die hier nur aus wissenschaftlichem Interesse gezeigt werden, ist das meiner Meinung nach überflüssig.

    Ich zumindest werde nicht für jeden Risspilz, Krustenpilz oder winzigen Becherling einen deutschen Namen suchen oder gar erfinden.


    Gruss Raphael

  • Hallo Zusammen!

    Jetzt habe ich hier einiges nachgelesen:

    Wissenschaft hin oder her - Mykophagen hin oder her...


    Ja, für wissenschaftliches Arbeiten mit den Pilzen sind die wissenschaftlichen Namen unabdingbar, auch für Pilzlerkommunikation über Sprachgrenzen hinaus (habe selbst schon mit provencalischen Pilzfreunden gefachsimpelt und war froh, den einen oder anderen wissenschaftlichen Namen parat gehabt zu haben.)


    Dennoch bin ich immer noch der klaren Meinung, dass hier in diesem Forum - das kein rein wissenschaftliches ist sondern ein für mich gelungener Mix aus verschiedensten mykologisch Interessierten - am besten beide Namen für einen Pilz verwendet werden sollten.
    Ein wissenschaftlicher Name und ein etablierter Trivialname.


    Oft erging es mir schon beim Lesen von Beiträgen so, dass ich beim Verwenden von nur wissenschaftlichen Namen oder dem häufigen Abkürzen der wissenschaftlichen Namen den Überblick verliere.


    Anders ist das natürlich bei Beiträgen, in denen es rein um wissenschaftliches Interesse geht bzw. sich eben fast nur entsprechend interessierte Forianer untereinander unterhalten.

    Ebenso ist es natürlich Unfug, für Pilze, die vorrangig in wissenschaftlichem Interesse begutachtet werden und schon durch ihre Winzigkeit, Seltenheit oder sonstige Nischenbelegung für den Durchschnitts-Pilzinteresessierten eben nicht von Interesse sind und oft auch gar keine Trivialnamen haben, zwanghaft einen solchen zu erfinden.


    In diesem Sinne,


    liebe Grüße von Tuppie

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