Beiträge von Marcel

    Hallo Christoph,

    im Gegensatz zu Dir bemühe ich mich das, was mein Gegenüber schreibt oder was der tut zu verstehen.

    Du wärmst jetzt aus unerfindlichen Gründen wieder die Schlüsseldiskussion wieder auf, wobei Du zeigst, dass Du auch nicht ansatzweise versucht hast, zu verstehen, was ich dazu gesagt habe. Ich hatte ja mehrfach erklärt, dass ich mit gestuften Mustern hantiere und damit unterschiedlich weit komme.

    Du schreibst dann zum Beispiel:

    "Und von mir aus kannst du auch versuchen, Täublinge durch zigmales Anschauen von Bilderbüchern zu erlernen."

    Du unterstellst mir irgendwelches Zeug, womit Du zeigst, dass Du nicht versucht hast zu verstehen, was ich geschrieben habe.

    Man kann nicht "die Täublinge erlernen". Ich hatte ja klar gesagt, das es hilfreich ist, Muster zu erkennen. Dass die dann aber unterschiedlich weit führen. Manchmal nur zur Gattung, manchmal zu einer Artengruppe, Sektion oder wie das systematisch heißt. Mit Glück zur Art.

    Das Rotkappenbeispiel zeigte, dass ich mit meiner Mustererkennung und weiterer Forschung bis zu einer Auswahl von zwei Arten gekommen war.

    Dein Beitrag war ganz hilfreich, weil Du dann ja Merkmale genannt hast, die für Dich eine Trennung erlauben würden.

    Dem hat dann aber jemand widersprochen, der die in Frage kommenden Arten häufiger bei sich findet.

    Über den Verweis auf Schlüssel ärgere ich mich in keiner Art und Weise. Dieser Fall zeigt aber gerade, wie wenig sie helfen. Da hast damit dein eigenes Argument widerlegt.

    Ich werde mir, wenn ich Gelegenheit habe ansehen, ob ich die Merkmale so finde wie benannt oder ob ich auch so ein Kuddelmuddel finde wie von einem anderen Foristen beschrieben.

    Ich werde mir auch bei Gelegenheit die Schlüssel besorgen, befürchte aber dass ich dann auch Stellen finde, in der nach Fichte oder Kiefer gefragt wird und man bei und nicht weiterkommt.

    Du schreibst jetzt:

    "Von mir aus verteidige solche Maschen"

    Ich verteidige oder bekämpfe gar nichts. Ich versuche zu verstehen. "Gesunder Menschenverstand" ist ganz ein schlechter Ratgeber. Nur weil ich etwas nicht verstehe, muss es nicht falsch sein. Während meines Studiums musste ich lernen, dass es zum Beispiel real existierende Bauteile gibt, die sich jedem "gesunden Menschenverstand" entziehen.

    Ich nenne mal die "Tunneldiode". Elektronen finden einen Durchgang durch eine eigentlich unüberwindliche Barriere, indem sie sich auf die Heißenbergsche Unschärferelation berufen.

    "Da ihr nicht gleichzeitig genau sagen könnt wo wir sind und wie schnell wir uns bewegen, behaupten wir mal wir hätten einen Tunnel durch die Barriere gefunden."

    Verzeihung ich habe gerade versucht mich in die Gedankenwelt eines Elektrons hineinzuversetzen - sehr esoterisch.

    Weniger Esoterisch: die Barriere ist sehr schmal aber eigentlich zu hoch.

    Die heisenbergsche Unschärferelation oder Unbestimmtheitsrelation (seltener auch Unschärfeprinzip) ist die Aussage der Quantenphysik, dass zwei komplementäre Eigenschaften eines Teilchens nicht gleichzeitig beliebig genau bestimmbar sind. Das bekannteste Beispiel für ein Paar solcher Eigenschaften sind Ort und Impuls.

    Keine Esoterik - so funktioniert ein Bauteil.


    Du schriebst: "Ich habe bei einer Gartenmesse mal einen Stand gesehen, bei dem eine esoterische Dame mit einem Spannungsmessgerät hantierte. Sie geb die beiden Elektroden den Opfern in die Hand. natürlich misst man immer eine Spannung zwischen den beiden Händen." Bei dem von Dir verlinkten Objekt handelt es sich um ein "Voltmeter, rechteckig, analoge Anzeige, Volt-Spannungsprüfer", nicht um ein Spannungmessgerät mit "Elektroden" (heißen eigentlich Prüfspitzen) wie Du schreibst. Als Elektroden kann man Prüfspitzen mit einigem guten Willen nur dann bezeichnen, wenn man Widerstand misst. Dann wird da nämlich Spannung angelegt. Spannungsprüfer baut man in Geräte ein, um festzustellen ob denn die Betriebsspannung da ist oder nicht. (Die deutsche Bahn hat sowas zum Beispiel in ihren Zügen. Das ist auch das einzige Beispiel, das mir einfällt). Für mehr taugen die nicht. Deshalb schreibt der Hersteller "Spannungsprüfer" und nicht Spannungsmessgerät. Und mit so einem Spannungsprüfer wirst Du niemals irgendeine Spannung zwischen den Händen messen. Mit einem Multimeter "misst" auch nichts wirklich, wenn man einem Menschen Prüfspitzen in die Hand drückt. Da kann man lediglich den Messfehler des Geräts überprüfen. Gerade versucht: Hände tauschen dann sollte ja aus den -10mV +10mV werden. Bleibt aber bei 10mV.

    Obwohl ich ja gerade gleichzeitig mein Notebook auf dem Bauch liegen habe und da vielleicht auf dem Gehäuse etwas Spannung liegt. Jeder Techniker, der sein Handwerk versteht, prüft erst mal kurz, ob denn sein Messgerät in Ordnung ist und vor der Spannungsmessung nehme ich gewohnheitsmäßig erst mal je eine Messspitze in eine Hand und dann würde ich gerne 0.0 sehen.

    Damit die Dame da irgendetwas zeigen kann, müsste sie ja bei verschiedenen Menschen verschiedene Resultate zeigen können, die auch reproduzierbar sein müssten, wenn sie zum Beispiel erst Herrn A dann Frau B und dann wieder Herrn A vermisst. Dann sollte sich die Messung von Herrn A und Frau B unterscheiden. Und wenn Herr A das zweite Mal gemessen wird, muss dasselbe wie beim ersten Mal wieder herauskommen.

    Das hätte ich mir mal angesehen, wenn ich da gewesen wäre.

    Da Du mir Sachen unterstellst, die ich nie gesagt habe, habe ich den Verdacht, dass sich das bei dem Bericht über das Verhalten der Dame ähnlich verhält. Und ich möchte den Verdacht äußern, dass bei einer "Gartenmesse" vielleicht folgendes ein Thema sein könnte:

    Elektrokultur – Wikipedia

    Da kämen nämlich Elektroden zu Einsatz.

    Außerdem ein sehr interessantes Thema. Wir haben ja neulich im Vortrag gehört, dass früher die Menschen glaubten, dass Pilze durch Donner entstehen.

    Vielleicht ist denen, aber eine starke Bildung von Fruchtkörpern nach Gewittern aufgefallen. Wenn Elektrizität einen bewiesenen Einfluss auf Pflanzenwachstum hat, warum nicht bei Pilzen?

    Mich beeindruckte immer die Geschichte vom Kannitverstan.

    " Aber auf dem seltsamsten Umweg kam ein deutscher Handwerksbursche in Amsterdam durch den Irrthum zur Wahrheit und zu ihrer Erkenntniß."

    Gruß,

    Marcel


    Gruß,

    Marcel

    Hallo Christoph,

    Himalayasalz hat nach den mir zugänglichen Quellen eine ähnliche Zusammensetzung wie Meersalz (mehr Ca und Mg als Steinsalz aus heimischer Produktion) und enthält außerdem noch Eisen (rote Farbe),

    Es wurde Jahrzehnte in den Bioläden gehandelt und mir sind da niemals irgendwelche Gesundheitsversprechen aufgefallen. Hingegen erinnere ich mich daran, dass früher sehr intensiv Meersalz mit Gesundheitsversprechen beworben wurde, das man im Supermarkt erwerben konnte. Weiterhin verkauften die Apotheken früher Mineralstoff-Cocktails, bei denen sie erklärten, dass die alle Spurenelemente enthielten, die der menschliche Körper brauche und machten da auch Gesundheitsversprechen. EU sei Dank darf man das heute nicht mehr ohne Belege.

    Wenn im Himalaysalz übrigens z.B. Bleiacetat enthalten wäre, würdest Du es schon schmecken: Das schmeck süß und ist sehr giftig.

    Ich habe Elektrotechnik studiert und wenn ich "Spannungmessgerät" lese, sehe ich, dass da jemand etwas beurteilen will, von dem er keine Ahnung hat.

    Es gibt keine Spannungsmessgeräte: Es gibt nur Multimeter und die messen Spannung, Strom und Widerstand. Wenn ich die auf Spannung schalten und die Elektroden in die Hand nehme, messe ich nichts! Was man hingegen messen kann, ist der Widerstand des menschlichen Körpers. Das wird zum Beispiel bei den Waagen mit Körperfettbestimmung gemacht. Ich habe selbst so eine. Es ist zwar mehr ein Schätzeisen, aber sagen wir mal so, das Messergebnis hat eine gewisse Korrelation mit dem tatsächlichen Wert.

    Zum Messen des Widerstandes wird übrigens Spannung an den menschlichen Körper angelegt. Elekrotherapie zur Schmerzbehandlung ist mittlerweile schon in der Schulmedizin angekommen. Mir fallen da also gleich 2 Möglichkeiten ein, dass hinter dem was die von Dir beobachtete Dame so macht, irgendwo ein Stückchen Wahrheit steckt.

    Rein pilzlich: Ich habe mit meinem Multimeter auch schon mal den elektrischen Widerstand von Pilzen gemessen. Es ging um die Frage, ob denn statische Aufladung zur Verbreitung der Sporen beiträgt. Das wurde mal im Tintling diskutiert.

    Gruß,

    Marcel

    Hallo Christoph,

    bezüglich Himalayasalz:

    Ich finde da nur Behauptungen, dass da 84 Elemente enthalten seien.

    Da ein Mol einer Substanz 6x10 hoch 23 kleinste Teilchen enthält, wird das vermutlich sogar stimmen. Für jedes Element, das natürlich vorkommt, gibt es Tabellen der Häufigkeit.

    Wenn ich diese Häufigkeit mit 6x10 hoch 23 multipliziere, finde ich da immer noch das eine oder andere Atom in meiner Probe.

    Früher dachte man übrigens, dass Plutonium nicht natürlich vorkommt. Bis man dann den Naturreaktor Oklo entdeckte.

    Das ist aber für die Praxis völlig irrelevant: Entscheidend ist der Geschmack der damit gesalzenen Speisen. Ich habe zum Beispiel viele Jahre ein mit Himalayasalz gesalzenes Buchweizenknäcke erworben. Das schmeckte sehr lecker. Jetzt haben die das Salz komplett herausgenommen und das schmeckt fade. Das alte Knäckebrot war übrigens keinesfalls besonders teuer.

    Ich habe neulich ein anderes Mineralwasser erworben, als ich eigentlich wollte, weil das, das ich eigentlich wollte, nicht da war.

    Meine Mutter will aber genau dieses Mineralwasser und ich kann das nachvollziehen:

    Obschon die Mineralstoffverteilung bei flüchtigem Durchlesen nur geringfügig abweicht, fällt das geschmacklich denn doch deutlich ab.

    Es gibt ja sogar mittlerweile Mineralwassersommeliers, die den Gästen ein passendes Mineralwasser zu den gewählten Speisen empfehlen.

    Wenn so etwas für den Menschen deutlich wahrnehmbar ist, frage ich mich, welchen biologischen Grund das hat.

    Üblicherweise ist es für Lebewesen günstig Geschmackseindrücke als angenehm zu empfinden, wenn dieses Lebensmittel ihnen gut tun. Unangenehme Geschmackseindrücke

    sollen in der Regel vor schädlichen Stoffen warnen. Das funktioniert zum Beispiel beim grünen Knollenblätterpilz nicht, bei den Mineralien würde es mich aber wundern, wenn dem nicht so wäre.


    Gruß,

    Marcel

    Hallo Andreas,

    ich denke gerade darüber nach, mal einen Urlaub in Thüringen zu verbringen.

    Da scheint es ja viele interessante Pilze zu geben ..

    Ich war 2-Mal arbeitsbedingt eine Woche in Suhl. Leider musste ich mein morgendliches Training im Dunkeln durchführen und da sehe ich gerade genug, um nicht gegen einen Baum zu laufen. Pilze -selbst recht große- eher nicht.

    Ich hätte zwar noch andere ungeklärte Leccinum (was ist da eigentlich der Plural: Leccini?) in meiner näheren Umgebung, aber da müsst ich halt zunächst herausfinden, was denn der aktuelle Stand ist und mir den dann besorgen.

    Außerdem wächst der weiße Birkenpilz, der mich interessiert, in einem Hangmoor. Da kann man zwar eher nicht versinken, aber mit Teilen des Hanges einen recht schnellen Abgang machen.


    Gruß,

    Marcel

    Hallo Christoph,

    zunächst einmal danke für die Informationen.

    Ich hatte ja schon beschrieben, dass ich die Merkmale nicht erfassen konnte, weil in Welschnofen ein Pilzsammelverbot gilt. Genaugenommen darf der Waldbesitzer sammeln, aber sonst niemand. Ich habe an einer Führung, die von einem lokalen Förster geführt wurde, teilgenommen. Da fragte jemand, ob es denn zulässig sei, Pilze zum Bestimmen zu entnehmen. Er lehnte das strikt ab. Der Grund ist wohl, dass die das Problem haben, dass da massenhaft "Italiener", wie er sagte, auftauchen, die beim Pilz suchen Kämme einsetzen und die Naturverjüngung des Waldes unterbrechen. Die Förster machen da einen "Lochhieb". Da werden auf kleiner Fläche Bäume entnommen und mit dem Hubschrauber abtransportiert. Wegen des felsigen Geländes kann man da aber keine Neuanpflanzungen machen, sondern man setzt auf Naturverjüngung.

    Ich werde mich um die eine oder andere Quelle mal bemühen, aber das kostet mich Zeit und Geld.

    Ich bin dankbar dafür, dass jemand da mal potentielle Quellen benennt.

    Wenn ich mal wieder "den Rappel" hab, mach ich das.

    Es ist für mich schon ein größeres Problem, herauszufinden, was da als Literatur in Frage kommt.

    Da wurde damals vorzugsweise der den Bakker benannt und ich gebe das wieder, was in der mir damals zugänglichen Literatur benannt wurde.

    Es wäre hilfreich, wenn diejenigen, die sich mit der Thematik besser auskennen als ich, ihre Erkenntnisse dem gewöhnlichen Volk, wie mir, zugänglich machen würden.

    In meinen Büchern - und ich habe einige - gibt es gar keine Rotkappen im Nadelwald.

    Gruß,

    Marcel

    Hallo Pablo,

    ich bringe das nicht mehr alles zusammen, spontan gefunden habe ich noch:

    Evolution and host specificity in the ectomycorrhizal

    genus

    Leccinum

    Henk C. den Bakker

    1,3

    , G. C. Zuccarello

    1

    , TH. W. Kuyper

    2

    and M. E. Noordeloos

    1

    Liegt noch da, wo ich das ablege, das nicht offen im Internet war.

    Ich hatte damals auch noch freie Quellen gefunden.

    Meine Hoffnung war damals: Wenn ich so etwas noch mal finde, kann ich es bestimmen.

    Aber auch nach der Lektüre hatte ich nichts, mit dem man Leccinum vulpinum und Leccinum piceinum trennen könnte.

    Gruß,

    Marcel

    Hallo Pablo,

    ich hatte mir damals sogar kostenpflichtige Zeitschriftenartikel zu Leccinum besorgt, aber die trugen auch nicht sehr zu meiner Erleuchtung bei.

    Leccinum bei Fichte oder Kiefer (da standen auch Fichten), das reduziert die Auswahl schon mal stark. Ich fand die Hutfarbe übrigens fast gruselig und sehr charakteristisch.

    Bei der letzten Durchwürfelung von Leccinum hatte der Verfertiger der neuen Beschreibung wohl aber leider keine Exemplare der in Frage kommenden Arten zum Beispiel zur Sequenzierung vorliegen.

    Es ließ darum offen, ob das denn überhaupt verschiedene Arten sind.

    Es gibt wohl auch niemanden, der da außer dem Baumpartner irgendwelche harte Unterschiede benannt hat, mit denen man trennen kann. Im Mischwald hat man dann halt leider verloren.

    Mikroskopisch gibt es da wohl auch nichts.

    Nun haben wir im Pfälzer Wald haufenweise Kiefern und Fichten, aber weder da, noch sonst irgendwo, habe ich so etwas nochmals gesehen. Mich würde interessieren, ob irgendjemand anderes schon mal außerhalb des alpinen Biotops so etwas gesehen hat.

    Gruß,

    Marcel

    Hallo zusammen,

    ich möchte noch eine von mir nicht näher bestimmte Rotkappe aus dem Bergnadelwald zeigen. Die Mitnahme zur näheren Untersuchung scheiterte hier daran, dass in Welschnofen und Tiers ein Pilzsammelverbot gilt. Gendarmen kontrollieren das auch und wollten auch schon einmal meinen Rucksack besichtigen.

    In der Gegend befindet nach Aussagen der Gemeinde der höchste bewaldete Hügel Europas. (Taltbühl).

    Das Foto entstand in einer Höhe von ca. 1700 Metern.

    Gruß,

    Marcel

    Hallo Johannes,

    in den Bergen ist es vor allem wichtig zu erkennen, was gefährlich ist und was nicht.

    Während eines meiner letzten Urlaube im Pitztal kam im benachbarten Kaunertal eine Frau ums Leben, weil sie an einem grasigen Hang versuchte einen Steinpilz zu ernten.

    Man fand sie nach Tagen.

    Die meisten Menschen bekommen Panik, wenn sie über steile Felsen klettern sollen, in grasigem oder Schrofengelände laufen die hingegen so, als wären sie auf dem Kurfürstendamm.

    Felsen sind aber kein Problem: An Felsen kann man sich festhalten, an Grashalmen aber nicht und an Steinen von der Größe von Kugellagern auch nicht.

    Bei einem Urlaub sah ich bei einem Zirbensolitär - die Zirben kommen am höchsten - einen Raufussröhrling von Birkenpilzhabitus. Das war total interessant.

    Aber: In steilem grasigem Gelände verlässt man den Weg nicht und in Schrofengelände auch nicht.

    Unabhängig von den Pilzen kommen wegen Verlassen des Weges jedes Jahr in den Alpen viele Menschen ums Leben.

    Ich führe jedes Jahr für meinen Sportverein eine Gruppe in einer 3-Tageswanderung durch die Alpen.

    Ich studiere dann vorher immer die lokalen Unfallberichte. Ich hatte einen Fall, bei dem eine Woche vorher jemand tödlich verunglückte, weil er in Schrofengelände vom Weg abgewichen war.

    Der Hüttenwirt hat dann das den Leuten abends brühwarm erzählt.

    Ich hatte dann die ehrenvolle Aufgabe 12 leicht verängstigte Menschen durch die Berge zu führen.

    Zum Glück haben die die Problemstelle gar nicht bemerkt.

    Da gibt es eine "schwere" Stelle mit Felskletterei und Seil und Tritthilfen. Der Verunfallte war später in vermeintlich leichtem Gelände abgestürzt.

    Ich musste beim Bergwandern auch leider schon mehrfach Menschen auffangen, die herunter gefallen waren.

    Das ergibt ein gespenstisches Bild: Der fallende Mensch versucht sich mit den Händen abzufangen, schlägt aber mit dem Kopf auf und wird sofort bewusstlos. Er rollt dann stocksteif den Hang hinunter und wirkte wie ein Zombie. Rollen ist deutlich schneller als rutschen, rollend überwindet man auch kleinere Hindernisse, rutschend nicht.

    Irgend wann schlägt der unten auf: Wenn mit den Beinen, bricht er sich die, wenn mit dem Kopf ist er sofort tot.

    Deshalb:

    Wen wir herunterfallen, setzen wir uns auf den Allerwertesten und lassen Rutschen. Es gibt immer kleine Absätzchen und da stoppt das Rutschen erfahrungsgemäß.

    Ich bin selbst schon mehrfach heruntergefallen.

    Das ist natürlich ein super Gefühl, wenn man herunter fällt und sieht: da hast du jetzt freie Sicht bis zum Mittelmeer.

    Aber: Wenn man nicht auf einen senkrechten Abbruch hin rutscht:

    Hintern rausstecken und entspannen, irgendwann hält man an.

    Damit ist das Problem noch nicht gelöst, wenn man 5 Meter vom Weg weg ist, muss man da zuerst wieder hinkommen.

    Da gilt die Regel: Warten, wenn man die Panik erfolgreich bekämpft hat, langsam einen Versuch starten. Bei Problemen: Gelände sondieren, nochmal Nerven beruhigen und noch einmal versuchen.

    Als "Fänger" hat man das Problem, dass man zuerst prüfen muss, ob man selbst stabil genug steht. (Der Sohn des Hoteliers in einem von mir frequentierten Hotel meinte mir gegenüber einmal: Ich spring dann immer hoch. Er ist ein Scherzbold, in der realen Welt macht der das nicht. )

    In der realen Welt: Wegen des Schwerpunkts sehr tief bücken, Arme rausstrecken, die Bewegung zum Stillstand bringen und den Verunfallten ins Leben zurückholen.

    Nicht ärgern, nur wundern, wenn der Verunfallte als erstes fragt:

    wo sind mein Handschuhe, wo ist mein Brille?

    Gruß,

    Marcel



        

         

      

    Hallo Raphael,

    danke für das Feedback.

    Zum Täubling:

    Der roch fruchtig, wie ich das von Russula emetica kenne. Deshalb hätte ich den bis zur Geschmacksprobe auch dort hin sortiert.

    Ich bemühe mich bei Täublingen sowohl den Geruch, als auch den Geschmack näher zu bestimmen. Es ist aber relativ schwer, das dann in Worte zu fassen.

    Es gibt für mich einen typischen "Emetica" Geschmack. Den stelle ich beim kirschroten Speitäubling und wechselfarbigen Speitäubling fest.

    Bei dem Bestimmling war der Geschmackseindruck: Irgendwie Emetica ohne das Scharfe.

    Ich nehme die Schärfe bei Täublingen recht deutlich war, so dass ich da doch recht verblüfft war.

    (Neulich sage ich einem Mitläufer: "Das ist vermutlich ein scharfer Täubling". Ich prüfte das auch und ließ ihn auch versuchen. Er sagte dann: "Ich schmecke nichts scharfes, halt doch ein bisschen was schmecke ich jetzt")

    Allgemein gibt es beim Pilze bestimmen im Gebirge für mich einige Probleme:

    1. Wie komme ich nahe genug hin. Es kommt in den Bergen öfter vor, dass jemand beim Pilzsammeln tödlich verunglückt, weil er schneller im Abgrund lag, als er den Pilz erreicht hatte.

    2. Wie transportiere ich den zu einem Platz, wo ich mir ihn näher ansehen kann.

    3. Ich bin im Urlaub und logiere im Hotel oder auf der Hütte. Da gibt es keine Literatur und schon gar kein Mikroskop.

    Gruß,

    Marcel

    Hallo zusammen,

    ich werfe mal als Beispiel:

    Zwerg-Speitäubling (Russula nana, var alpina) in den Ring.

    Ich hänge mal Bilder eines Pilzes an, den ich damals so bestimmt hatte, das "ist aber nicht mikroskopisch abgesichert".

    Auffällig war der fast milde Geschmack bei etwas, was doch sehr stark an Russula emetica erinnerte, aber jenseits der Baumgrenze wuchs.

    Trotz fast mild hatte das Teil übrigens trotzdem eine wahrnehmbare emetica Geschmackkomponente.

    Ich bitte die lausige Bildqualität zu entschuldigen, damals übte ich noch.

    Damals war noch strittig, ob das eine gute Art ist.

    Die folgenden Teile im selben Biotop hatte ich hingegen als Almenweichritterlinge identifiziert.

    Da ist mir immer noch unklar, ob das nach letztem Stand nur ein Synonym von Melanoleuca strictipes ist oder nicht.

    Ich weiß, das Bild von unten ist nun wirklich unscharf, aber wie gesagt ...


    Ich suche auch immer noch nach Spezialliteratur, um die offenen Fragen zu klären ...


    Gruß,

    Marcel

    Lieber Christoph,

    ich hatte ja beschrieben, dass ich mit den Mustern unterschiedlich weit komme.

    Manchmal endet das halt bei "Täubling", manchmal vielleicht bei "Reiftäubling" und mit viel Glück dann auch mal bei vesca.

    Nach meiner Erfahrung kennt man eine Art nur dann wirklich, wenn man die in verschiedenen Jahren, an verschiedenen Plätzen und mit mehreren Einzelexemplaren bestimmt hat.

    Unter Bestimmen verstehe ich, dass man alle Merkmale, die irgendjemand für diese Art irgendwo beschrieben hat, zumindest geprüft hat. (Sofern man das kann, Gensequenz ist dann ja eher aufwendig)

    Deshalb strebe ich es an, vor allem alles bestimmen zu können, was im Pfälzer Wald in der Nähe meines Wohnortes immer wieder zu finden ist.

    Bis auf Artebene komme ich da aber zum Beispiel bei Raufußröhrlingen eher nicht. Die sind ja vor einiger Zeit mal gründlich durchgemischt worden und da müsste ich die aktuelle Spezialliteratur haben.

    Wenn man seine Myzel persönlich kennt, findet man immer wieder sehr ungewöhnliche Einzelexemplare:

    Vorletztes Jahr brachte ein Stachelbeertäublingsmyzel einzelne fast weiße Exemplare hervor. Daneben standen normal aussehende.

    Letzes Jahr sah ich sogar Fliegenpilzkollektionen, bei denen kaum noch rot zu sehen war.

    Gruß,

    Marcel

    Lieber Christoph,

    ich ärgere mich nicht über Schlüssel mit denen ich keinen Erfolg habe. Ich verwende sie einfach nicht. Ich bin halt ein Techniker:

    Wenn ein Werkzeug nicht sicher funktioniert, verwende ich es nicht.

    Ich hatte ja beschrieben, dass ich aus eigener Erfahrung weiß, dass man so etwas auch nicht mal eben schnell reparieren kann.

    Wir haben zwar über den Kollegen gelacht, der damals durch 0 definiert hat, aber jeder verstand, warum er sich nicht anders zu helfen wusste.

    Ich konnte damals auch aus diesem Grunde herzlich über den diabolischen Getränkeautomaten bei "Kottan ermittelt" lachen. Eben weil ich weiß, wie leicht so etwas ohne bösen Willen passiert.

    Ich bestimme Pilze mit einer Technik, die ich bei einem anderen Hobby standardmäßig anwende: Mustererkennung.

    Bei dem Hobby - dem Schachspielen - ist das auch recht gut erforscht. Es gibt ein klassisches Experiment:

    Man zeigt Menschen wenige Sekunden ein Schachbrett mit darauf platzierten Schachfiguren. Dann deckt man das Brett ab und lässt sie das eben gesehene auf einem anderen Brett aufbauen.

    Wenn die Platzierung der Figuren auf dem Brett zufällig ist, können das so ziemlich alle Menschen etwa gleich gut.

    Wenn die Stellungen aber aus realen Partien entnommen sind, kann man feststellen, dass starke Schachspieler so gut wie keine Fehler machen. Man kann die Spielstärke beim Schach auf Grund der Anzahl der Fehler sogar recht genau vorhersagen.

    Das liegt daran, dass die starken Spieler sich nicht für jeden Stein merken, wo er steht, sondern wie das Muster der Anordnung ist.

    Beim Schachspielen trainiert man das auch: In Büchern werden typische Muster gezeigt und man löst Aufgaben mit typischen Mustern.

    Genau so sollte man das meiner Meinung nach auch in Pilzbüchern machen.

    Es gibt Muster die bis auf Artebene gehen - es gibt doch einige Pilze mit recht eindeutigen Merkmalen - oft geht das aber nur zur Gattung oder zum Beispiel zu den "Sprödblättlern"

    Frühe hatten die Bücher oft vor den Einzelbeschreibungen einen ausgiebigen Gattungsbeschreibungsteil. Das ist schon mal ein guter Ansatz. Wieder und wieder habe ich diese Beschreibungen durchgelesen, wenn ich keinen Plan hatte, was das ist. Heute wird das dadurch erschwert, dass die Gattungen gründlich durchmischt wurden und es zum Teil bei bestimmten Gattungen gar keine makroskopisch definierbaren Gemeinsamkeiten gibt. Das Problem ließe sich meiner Meinung nach nur dadurch eingrenzen, das man zum Zwecke der Bestimmung bei den alten Gattungen bleibt. Wenn dann einer den Pilz bestimmt hat, kann er gerne noch die aktuelle lateinische Gattungsbezeichnung nachlesen.

    Bei diesen Gattungsbeschreibungen gab es schon immer ein Problem:

    Der Mensch kann aus einer textlichen Beschreibung eher schlecht ein inneres Bild entwickeln und das bräuchte er, um Pilze zu bestimmen.

    Optimal wäre es zum Beispiel, wenn dann unmittelbar hinter der Gattungsbeschreibung verschiedene Arten der Gattung gezeigt würde. Wenn ich 50 Bilder von Täublingen gesehen habe

    und dazu die Beschreibung lese, bildet sich in meinem Hirn mit etwas Glück ein Täublingsmuster aus.

    Ich leite sonntags einen Lauftreff und da werde ich häufig während des Laufs abrupt gefragt:

    "Was für ein Pilz ist das?"

    Die Antworten fallen dann je nach Muster recht unterschiedlich aus

    z.B.

    Ein purpufilziger Holzritterling

    oder

    ein Täubling, vermutlich scharf.

    oder

    ein Dickröhrling, vermutlich ein flockenstieliger Hexenröhrling

    oder

    dazu kann ich gar nichts sagen, den müsste ich mir ganz genau ansehen und auch dann bin ich nicht sicher, dass ich es herausbekomme.

    Bei den Hexenröhrlingen lag ich übrigens bisher immer richtig, wobei ich selber nicht weiß, woran ich das eigentlich erkenne.

    Wenns nass ist, gibt es da keine "Schusterpilz"-Oberfläche und eventuell ist die Hutfarbe "goldröhrlingsmäßig" gelb.

    Ich lege mich dann auch immer in den Dreck und prüfe meine Aussagen. Die Mehrheit der Hexen hat schon satt rote Poren. Recht häufig sind aber auch Exemplare mit orangen Poren.

    In sehr seltenen Fällen sind die Poren auch vorzugsweise gelb, aber irgendwo am Rand sieht man, wenn man sich anstrengt, immer einen Hauch von Rot.

    Ähnlich ist es mit dem flockigen Stiel: Wenn man weiß, was man sehen will, sieht man immer irgendwo Flocken, aber als Anfänger hat man da bei untypischen Exemplaren keine Chance.

    Das Blauen ist nach meiner Erfahrung von den Durchfeuchtung abhängig.

    Früher hätte ich gesagt, wenn ich irgend etwas rotes oder oranges an den Poren sehe oder irgendetwas wie Flocken entdecke, halte ich die Bestimmung für bestätigt.

    Nach der Entdeckung des Mendax habe ich dann halt eine von 2 möglichen Arten.

    Mit diesem Problem lebe ich aber schon länger: Als ich anfing mich für Pilze zu interessieren, gab es den Steinpilz und den Kartoffelbovist. Beim Steinpilz diskutierte man immerhin schon, ob das nicht verschieden Arten sind.

    Gruß,

    Marcel

    Hallo Raphael,

    du schreibst:

    "Man sollte halt sich halt nie auf ein Buch oder einen Schlüssel abstützen."

    Wenn Du meinen Text aufmerksam gelesen hättest, wüsstest Du, dass ich das nicht getan habe.

    Ich habe neben dem Bon noch den Haas "Pilze Mitteleuropas" benannt. Da ist die Schlüsselung der Sägeblättlinge identisch dem Bon.

    Ich benenne noch Pätzold 1 mal 1 des Pilzsammelns.

    Diese Schlüssel zeigen ein prinzipielles Problem aller Schlüssel.

    Ich bin Softwareentwicklung und erkenne darum die hinter allen Schlüsseln stehende logische Struktur:

    Es ist eine endliche Zustandsmaschine. Englisch: Finit state machine.

    Ich muss so etwas alle Nase lang zur Maschinensteuerung entwickeln. Mir sind darum die Grundregeln der Aussagenlogik bekannt.

    (Was ist eine hinreichende, was eine notwendige Bedingung, was ist eine "oder" was eine "und" Bedingung etc.)

    Die Entwickler aller mir bekannten Pilzschlüssel haben davon aber keinerlei Ahnung.

    Wenn mit solchen Grundlagen eine Maschinensteuerung schreiben würde, könnte ich mich vor Schadenersatzklagen nicht retten.

    Ich zitiere mal den Pätzold an der Abzweigung zu den Sägeblättlingen:

    1.1 Fruchtkörper kräftig, konsolenförmig, holzig hart oder zumeist seitlich gestielt an Holz und vom Stiel her bald zäh werdend.

    Wenn ja, kommt man hier zu den Sägeblättlingen.

    Vielleicht kann man des durch Klammerung entwirren, außerdem wäre noch die Rolle der Kommas zu klären (heißen die "und" oder "oder").

    Soll das heißen:

    ( Fruchtkörper kräftig, konsolenförmig,holzig hart oder zumeist seitlich gestielt an Holz ) und vom Stiel her bald zäh werdend.

    oder

    Fruchtkörper kräftig, konsolenförmig,holzig hart oder ( zumeist seitlich gestielt an Holz und vom Stiel her bald zäh werdend ).

    oder

    Fruchtkörper kräftig und konsolenförmig und holzig hart oder ( zumeist seitlich gestielt an Holz und vom Stiel her bald zäh werdend ).

    oder

    Fruchtkörper kräftig oder konsolenförmig oder holzig hart oder ( zumeist seitlich gestielt an Holz und vom Stiel her bald zäh werdend ).

    Ich fürchte aber das ist und bleibt kompletter Unfug.

    Jeder, der schon mal an einem Fahrkartenautomat der Bahn oder einer Nahverkehrsgesellschaft versucht hat eine Karte zu lösen, weiß das auch bei real existierenden Maschinen ein hohes Ärgerpotential des Nutzers vorliegt. Bei "Kottan ermittelt" gab es als Running Joke den Herrn Bilch der vergebens versucht hat, den Getränkeautomaten zu bedienen.

    Ein ehemalige Kollege von mir nannte deshalb auch endliche Zustandsautomaten nicht finite state machines, sondern fucking state machines.

    Wer tagelang versucht hat, eine Maschine zu verstehen, die ein anderer entworfen hat, tendiert zu solchen Gedanken.

    Ein anderer Kollege hat an einer bestimmten Stelle, wenn er festgestellt hat, dass er sich in seinem Zustandsautomaten verheddert hat, durch 0 dividiert, was zu einem Neustart des Computers führt. Er ist dann zur Deutschen Bahn gewechselt, was für manche Kollegen eine gute Erklärung für gewisse Missstände bei diesem Unternehmen ergab.

    Ich wollte dann auch darauf hinweisen, dass der Erwerb mehrerer Bücher mit Schlüsseln möglich sein muss und dass man sich das auch leisten können muss.

    Der Moser war schon lange vergriffen, als ich anfing, mich mit Pilzen näher zu beschäftigen. Schon der Erwerb der "Pilze Mitteleuropas" sprengte eigentlich mein Budget.

    PDS zum Beispiel lag weit außerhalb meiner Möglichkeiten.

    Mit dem Pareys kann man übrigens noch nicht einmal flockenstielige Hexenröhrlinge schlüsseln - wenn die Fruchtkörper trocken und damit die Hüte samtig sind.

    Gruß,

    Marcel

    Lieber Christoph,

    du schreibst:

    "Zum Sägeblättling - der ist eben normalerweise exzentrisch gestielt"

    Ich zitiere hier mal den Bon/Pareys :

    "Sägeblättlinge: S zentral oder allenfalls leicht exzentrisch"

    Dann folgen schuppiger, trichterförmiger und getigerter Sägeblättling.

    Aber der Schlüssel Lamellenpilze im selben Buch:

    S exzentrisch, lateral oder fehlend 4

    S zentral 8

    Bei 4 wird dann nach Sporenpulverfarbe gefragt. 4a führt auf 5 und 5b sind dann Sägeblättlinge.

    Da kann man aber, wenn man einen solchen bestimmen will, niemals ankommen. Ich zumindest habe in meinem Leben weder einen schuppigen (die sind bei mir recht häufig)

    noch einen getigerten mit exzentrischem Stiel gesehen. Falls jemand Bilder von so etwas hat, möge er/sie sie zeigen.

    Gruß,

    Marcel

    Hallo zusammen,

    ich muss hier noch ein persönliches "Schlüsselerlebnis" wiedergeben, das dazu führte, dass ich von der Bestimmung per Schlüssel dauerhaft Abstand genommen habe.

    Ich weiß nicht ob das Problem in dem Buch, bei dem Christoph Mitautor ist, behoben ist. Ich habe das erstmals mit Haas Pilze Mitteleuropas und letztmals mit Bon/Pareys überprüft.

    Der Problempilz heißt getigerter Sägeblättling. Ich hatte den per Bildvergleich und abschließend durch Vergleich der Beschreibungen bestimmt.

    (Der Pilz war in "Pilze, die nicht jeder kennt" von Kosmos bebildert und beschrieben.)

    Mit allen mir vorliegenden Schlüsseln komme ich da niemals hin. Das Problem ist, dass da ganz am Anfang gefragt wird, ob die Pilze zentral gestielt sind. Wenn man das bejaht, kommt man niemals zum getigerten Sägeblättling.

    Ich hatte damals eine größere Kollektion in einer Flussaue an Weide und da war alles schön zentral gestielt. Ebenso übrigens bei den Bildern aus dem benannten Buch.

    So etwas hat man beim Schlüsseln öfter. Wenn die Gattung eigentlich ein bestimmtes Merkmal hat, aber die spezielle Art nicht, kommt man nicht weiter.

    So sind ja bekanntermaßen nicht bei allen Wulstlingen die Lamellen deutlich frei. Wenn man ein solches Exemplar in der Hand hat, kann man den mit Erfahrung als Wulstling einordnen, aber leider eben nicht mit Schlüssel.

    Dieser Umstand führte bei mir dazu, dass ich über ein Jahrzehnt Pilze nicht sicher zu den Wulstlingen zuordnen konnte.

    Das Problem ist, dass die Praktiker viel auf den "Habitus" achten, aber nirgendwo beschreiben was sie da tun.

    Es sind die Größenverhältnisse der verschiedenen Pilzteile.

    Diese Merkmale können aber leider genauso in die Irre führen, wie die in den Büchern beschriebenen.

    Vor gut 2 Jahren fand ich etwas, das meiner Meinung nach einen Pfefferröhrlingshabitus hatte. Es entpuppte sich als Bonsaigallenröhling.

    Auf Grund der Wetterlage waren die Größenverhältnisse stark verzerrt und das Rosa der Poren war zu einem Braunrot geworden.

    Gruß,

    Marcel

    Hallo Christoph,

    bei Meixner "Chemische Farbreaktionen bei Pilzen" ist der "Pfefferröhrling" ausdrücklich als auf Druck nicht verfärbend aufgeführt.

    Ich habe auch noch nie Pfefferröhrlinge gefunden, die verfärbten.

    Das will nichts heißen, denn die Anzahl der Myzelien, die ich kenne, ist begrenzt.

    Ich vermute schon länger, das das mehrere Arten sind, allerdings aus völlig anderem Grund:

    In den alten Büchern finde ich den Pfefferröhrling als Würzpilz. Zum Beispiel bei Paetzold wird der aber gekocht als fade bezeichnet.

    Ich verwende den aber als Würzpilz und der schmeckt auch nach Zubereitung deutlich pfeffrig.

    Gruß,

    Marcel

    Hallo Christoph,

    die Fallberichte von Menschen, die schwere gesundheitliche Probleme erleben mussten, wenn sie mit Pilzsporen in Kontakt kamen, sind interessant.

    Für eine Beurteilung der möglichen Gefahren müsste man aber mehr wissen:

    Welcher Anteil von Menschen, die größere Mengen der Sporen inhaliert haben, hatte solch gravierende Probleme? Im neuesten Tintling wird z. B. recht ausführlich von schweren allergischen Reaktionen nach dem Verzehr einer Steinpilzmahlzeit berichtet.

    Bei so ziemlich jedem Lebensmittel gibt es Menschen, die sehr heftige, teilweise lebensbedrohliche Symptome zeigen, wenn sie es verzehren.

    Das führt dann zum Beispiel dazu, dass man im Bioladen keine Erdnusskekse mehr kaufen kann, weil es Menschen gibt, die lebensgefährlich erkranken, wenn sie auch nur mit Spuren von Erdnüssen konfrontiert werden. Die Herstellen streichen komplett Erdnüsse von der Zutatenliste, weil es eben diese Menschen gibt.

    In der Kantine meines Arbeitgebers gibt es zum Beispiel das Problem, dass jemand heftig auf Erdnüsse reagiert. Es reicht, wenn sie mit demselben Gerät, mit dem andere Erdnusseis gefasst haben, anderes Eis auf ihrem Teller platziert. Momentan ist die Kantine übrigens wegen Corona komplett zu.

    Die Entscheidung Maßnahmen zu ergreifen, kann nur davon abhängen wie hoch der Anteil derjenigen ist, die solch starke Reaktionen zeigen.

    Da man die nicht kennt, kann man nur darauf hinweisen, dass es Menschen gibt, die nach Kontakt schwere Probleme bekommen.

    Für mich heißt das: Wenn ich irgendwelche gesundheitliche Probleme verspüre, nachdem ich mit der Substanz in Kontakt komme, stelle ich jeden Kontakt mit dieser Substanz ein.

    Bei Bäckern heißt das: Sie müssen ihren Beruf aufgeben.

    Ähnliche Probleme gibt zum Beispiel bei Friseuren.

    Gruß,

    Marcel

    Hallo zusammen,

    ich möchte noch einen kleinen Beitrag zu den im Vortrag referierten Themen machen:

    ich habe eine Zeit lang im Landkreis Offenbach gewohnt.

    Da gab es 2012 einen Fall, bei dem sich zwei Frauen mit Pantherpilzen vergiftet haben

    In folgendem DGFM Bericht wird der Fall beschrieben:

    https://www.dgfm-ev.de/publika…teilungen-2013-1/download

    Man suche nach Dietzenbach.

    Was in den DGFM Mitteilungen nicht steht - aber damals in der Lokalpresse - war, dass die beiden Frauen wohl einige Dinge in ihr Pilzgericht geworfen haben, mit denen sie auf Giftigkeit prüfen wollten..

    Genau beschrieben war das nicht, aber Silberlöffel und Knoblauch waren wohl dabei. Laut Presse kamen da allerlei Dinge zur Anwendung.

    Leider ist der entsprechende Artikel nicht mehr im Internet aufzufinden.

    Der Sohn der einen Frau sah wohl bei seiner Mutter nach dem Rechten und fand sie mit schweren Vergiftungssymptomen vor. Bevor sie mit dem Notarztwagen ins Krankenhaus gebracht wurde, konnte sie immerhin ihrem Sohn noch mitteilen, dass es noch eine weitere Teilnehmerin am Pilzgericht gab. Bei der zweiten Frau musste dann die Tür aufgebrochen werden. Man fand sie bewusstlos vor. Zum Glück haben beide ohne Folgeschäden überlebt. Wie ich aus eigener Erfahrung weiß, sind die Panther im Kreis Offenbach recht häufig zu finden. Es scheint aber offensichtlich nicht viele zu geben, die solchen Unfug zur Giftigkeitsbestimmung anwenden.

    Hingegen gab es im Kreis Offenbach den traurigen Fall, dass sich jemand mit grünen Knollenblätterpilzen umgebracht hat. Er war in einer nahe gelegen Einrichtung für Menschen mit Einschränkungen beschäftigt.

    Er kannte sich sehr gut mit Pilzen aus: Er konnte die grünen Knollenblätterpilze eindeutig identifizieren, wusste wo welche stehen und wusste, wie der Verlauf der Vergiftung sein würde.

    Er teilte darum erst nach 24 Stunden seinen Betreuern mit, was er getan hatte. Er wusste nicht, dass sich die Behandlungsmöglichkeiten mittlerweile verbessert haben. Man konnte ihm aber trotzdem nicht mehr helfen.

    Gruß,

    Marcel

    Hallo zusammen,

    wenn man per Suchmaschine nach Bergsteigersocken sucht, findet man unter diesem Namen sowohl solche mit kurzen Schaft als auch solche mit langem Schaft.

    Das Zeug mit kurzem Schaft wird in letzter Zeit auch gerne als "Barfußsocken" beworben. Es gibt Leute die besteigen mit "Barfußschuhen" und "Barfußsocken" Berge und halten dann Vorträge darüber, welch große Vorteile das für die Fußgesundheit bringt.

    Bei den Bergsteigersocken mit langem Schaft, die man findet, ist der Schaft nach oben hin mit einer deutlichen Kante dünner.

    Heutzutage wird gerne mal insbesondere von den Kletterern mit Lift hochgefahren oder in der Hütte am Fuß des Berges übernachtet.

    Am Einstieg wird dann die Kletterbekleidung mit Spezialschuhen etc. angelegt.

    Diejenigen, die wie ich vom Tal aus aufsteigen und anschließend wieder runter, sind in der Minderheit.

    Die wissen dann auch, dass bei 8-10 Stunden Laufzeit vor allem darauf achten muss, dass nirgendwo was scheuert.

    Das ist aber das eigentliche Bergsteigen.

    Der Erstbesteiger des Mount Everest oder Sagarmatha erreicht den Fuß des Berges nach mehrwöchigem Anmarsch.

    Gruß,

    Marcel

    Hallo Lukas,

    natürlich tragen Bergsteiger besondere Socken!

    Diese Art von Socken gibt es mittlerweile aber auch für Läufer.

    Gemeint sind damit solche mit sehr kurzem Schaft und das gibt sehr genau das Bild wieder, das man hat, wenn man sich den Stiel eines Panterpilzes ansieht.

    Man kann auch Socken mit etwas längerem Schaft umkrempeln und dann ist die Analogie noch besser.

    Gruß,

    Marcel

    Hallo Bernd,

    Bodo hat zum Ausdruck gebracht, dass er solche Werbung nicht sehen will. Nicht mehr und nicht weniger.

    Wenn dann jemand zum Beispiel das Wort "Zensur" in die Diskussion wirft, scheint der für mich in einem Paralleluniversum zu leben, in dem andere logische Gesetzen gelten.

    Ich glaube mal bei Ephraim Kishon gelesen zu haben:

    Jeder hat das recht zu sagen, was er will. Aber niemand ist verpflichtet, ihm zuzuhören.

    Es ist völlig irrelevant, ob das, was jemand sagt, legal oder illegal ist. Ich muss niemand zuhören, dem ich nicht zuhören will.

    Weil auch ich solche Werbung nicht sehen will, betreibe ich wie andere Foristen seit Jahren einen Adblocker.

    Das hat folgende Gründe:

    1. Über solche Werbeeinblendungen wurden in der Vergangenheit mehrfach Rechner mit Schadsoftware verseucht.

    2. Ich werde mit den Meinungsäußerungen von Leuten belästigt, denen ich nicht zuhören will.

    Ich gebe ein Beispiel:

    Ich suchte nach der Bedienungsanleitung meiner Küchenwaage. Irgendwie heißt die Buchstabenkombination des Typs aber irgendetwas in Russisch. Dieses führt dazu, dass auf allen möglichen Seiten die Werbung einer Partnerschaftsvermittlung für russischen Damen angezeigt wird.

    Später wird mir dann die Werbung für irgendeinen Pornofilm angezeigt. Alle, die damals die Werbung angeklickt hatten, wurden später von dem, der die Werbung geschaltet hatte, kostenpflichtig wegen Urheberrechtsverletzung abgemahnt. Er kam damit zwar schließlich nicht durch, aber so etwas macht eine Menge Ärger.

    Ich habe damals zwar nicht geklickt. Solche Werbetreibende versuchen aber häufig durch Tricks in der Bildschirmdarstellung Nutzer zum unbeabsichtigten Klicken zu verleiten.

    Ich werde dann berufsbedingt - ich arbeite als Softwareentwickler - sehr vorsichtig und suche nach einem Weg, so etwas komplett zu vermeiden.

    Gruß,

    Marcel

    Hallo Bernd,

    du schreibst:

    "Ich finde, dieses resolute Anrennen gegen diese Werbung, hat auch einen ganz schön aggressiven Charakter"

    Ich finde da sind bei Dir etwas die Maßstäbe verrutscht.

    Ich musste leider in meinem Leben mehrfach erleben, dass ich von aggressiven Zeitgenossen angegriffen wurde. Aus diesem Grunde habe ich vor vielen Jahren mit dem Laufsport begonnen. Ich kann darum in Zweifelsfällen recht schnell flüchten. Wenn ich das nicht könnte, würde ich entweder nicht mehr auf dem Erdenrund wandeln oder mich mit erheblichen körperlichen Einschränkungen plagen.

    In meiner Jugend traten zum Beispiel "Rocker" recht offensiv auf. Du läuft abends über die Straße und spontan pöbelt dich einer an.

    Wir haben hier auch bei einer Einwohnerzahl von 100000 Menschen ca. 40000 US Bürger, die in der Umgebung leben und die auch mal gerne Krawall suchen. Wenn die USA gerade irgendwo Kriege führen, werden bei uns die traumatisierten Kriegsteilnehmer geparkt und man trifft man dann abends auf Zeitgenossen, denen man großräumig aus dem Weg gehen muss.

    Das beworbene Buch möchte das Privatleben von Adolf Hitler ins "rechte Licht setzen". Pardon, ich werde am Fernsehen mit zahllosen "Dokumentationen" über das Privatleben dieses Menschen belästigt. Eher wenig mit Informationen über das Leben der Menschen, die er auf dem Gewissen hat.

    Solch ein Buch ist einfach nur eklig.

    Gruß,

    Marcel

    Hallo Karolin,

    ich fände es schön dafür einen eigenen Thread aufzumachen, denn momentan ist der Threadtitel ja nichts mehr damit zu tun, um was die Unterhaltung geht.

    Ich trage schon mal was bei:

    Am 22.November 2020 ca. 9:00 Uhr bei Kaiserslautern hörten und rochen wir mit meiner Laufgruppe brünftige Wildschweine. Meine Uhr zeichnet meine Aktivitäten und Wege auf und die Wildschweine fielen durch ihr lärmendes Verhalten und ihren strengen Geruch auf.

    Die Schweine scheinen in der Nähe der Waldstelle "Wolfskaut" zu wohnen. Wenn man in der Gruppe unterwegs ist, bekommt man sie aber nur während der Brunft zu sehen.

    Dann stört es sie nicht, wenn noch ein paar Menschen in der Nähe sind.

    Wir sehen sie dort jedes Jahr ungefähr zu dieser Zeit.

    Wenn man alleine ist und sich ruhig und leise bewegt, sieht man sie das ganze Jahr.

    Wenn Nahrung im Überfluss da ist, bestehen die Gruppen nur aus einer Mutter mit ihren Kindern, ansonsten sind da auch die Kinder vom Vorjahr dabei. Die führende Bache führt dann ihre Rotte zu Nahrungsquellen.

    Gruß,

    Marcel

    Hallo zusammen,

    ich bin seit 45 Jahren durchschnittlich drei Mal pro Woche im Wald. (Lauftraining, Pilze suchen, Spaziergänge, Waldfrüchte ernten etc.)

    Ich habe noch nie erlebt, dass Schweine im August oder September rauschig sind. Schon gar nicht habe ich es erlebt, dass die an Silvester oder im Januar Frischlinge haben.

    Bei dem Wetter, dass wir aktuell haben, würden die auch nicht lange überleben. Die Frischlinge überleben nasse Kälte nicht. In früheren Jahren hatten wir auch mal Wintereinbrüche im März und damals kamen dann kaum Jungschweine durch. Mutter Schwein kann dann nur mit ihren Kindern in die nächste Dickung gehen und hoffen, dass es aufhört. Bei uns gibt es momentan keine nennenswerte Schneedecke und der Boden ist steif gefroren, das ist ein größeres Problem für die Wildtiere.

    Wenn die Schweine rauschig sind, hört und riecht man das, sobald man den Wald betritt. Die Schweine rennen hektisch hin und her und die Bachen verbreiten einen sehr intensiven Geruch.

    Vielleicht zehnmal pro Jahr begegnen mir Wildschweinmütter mit Kindern und ich kann schon recht gut abschätzen wie alt die sind. Von denen ist auch keines im Januar zur Welt gekommen.

    Mich würde interessieren, ob einer der Foristen selbst schon mal abseits von Wildgehegen zu dieser Zeit Frischlinge gesehen hat und in welcher Region Deutschlands das war.

    Das Nahrungsangebot für Schweine hat sich bei uns - so lange ich denken kann - in keiner Art und Weise verbessert. Die Waldschweine kommen bei uns nicht so ohne weiteres an landwirtschaftliche Flächen dran, dazu müssten sie das Stadtgebiet, eine Autobahn und einige Bundesstraßen queren. Bei uns gab es nach dem zweiten Weltkrieg eine starke Tendenz zur Aufgabe landwirtschaftlichen Flächen. Die sind jetzt bewaldet. Wir haben selbst Anteile an einem Kartoffelacker (Erbengemeinschaft), auf dem seit 1945 keine Kartoffeln mehr ausgebracht wurden. Das ist jetzt Wald.

    Die verbliebenen landwirtschaftlichen Flächen sind in den Händen von Großbauern. Für die lohnt es sich nicht, einen kleinen Acker mitten im Wald zu bewirtschaften. Den müsstest du wegen der Säue mit einem sehr guten Zaun schützen.

    Ein wesentlicher Anteil der Wildschweinnahrung stellen Mäuse und Ratten dar. Die letzten 2 Jahre hat es bei uns monatelang nicht geregnet. Dementsprechend sah und hörte man kaum Nager. Auch der Unterwuchs im Wald war stark reduziert. Wenn die Wildschweine wie in den letzten Jahren anfangen, Totholz zu bearbeiten, um an die darin wohnenden Insekten zu kommen, weiß man, dass sie großen Hunger haben.

    Gruß,

    Marcel