Beiträge von Marcel

    Hallo Lena,

    zur Unterscheidung Panther - grauer Wulstling würde ich auch immer eine Geruchsprobe machen:

    Der graue Wulstling riecht impertinent rettichartig - irgendwie scharf nach Rettich - der Panther eher angenehm rettichartig.

    Leider hatte ich noch nicht so viele Panter zum Vergleich - so dass meiner Aussage zum Geruch vom Panter eine sehr kleine Stichprobe zu Grund liegt - der graue ist bei uns Massenpilz.

    Wenn man da weiter kommen will, muss man Einzelexemplare komplett - inklusive Stielbasis - untersuchen und alle Merkmale aufnehmen und einprägen.

    Gruß,

    Marcel

    Hallo zusammen,

    ich habe genau einmal in meinem Erwachsenenleben einen Feuersalamander gesehen.

    Davon gibt es aber kein Foto. Dafür hier eines vom größten nahen (ca 300m entfernten) Gewässer.

    Dass die sich da vielleicht verstecken, könnte ich mir vorstellen, aber reproduzieren?

    Das Quellbecken ist zwar mindesten 1 Meter tief, ist aber in Hitzesommern wie dem letzten trocken.

    Gruß,

    Marcel

    Hallo Sebastian,

    leider ist das Fotos von den Lamellen unscharf.

    Wenn Du Dir genau so viel Mühe bei deinen Makrobilder geben würdest wie bei deinen hübschen Mikrobildern wären wir schlauer.

    Ich sehe da rein weiße Lamellen mit bräunlichen Verfärbungen, das Teil scheint mir in Zersetzung begriffen, kein Wunder dass das nicht aussporen will.

    Die Zersetzung wirst Du auch in den Mikrobildern wiederfinden, deswegen werden die dich meiner Meinung nach nicht weiter bringen.

    Die Chemie sagt: negativ Eisensulfat, positiv Guajak und dann wird die Auswahl bei Täublingen mit violetter Huthaut, wie Du sagst, recht begrenzt.

    Aber vielleicht hat da jemand noch eine andere Idee, wenn es kein Frauentäubling ist, ist es nichts, was ich kenne.

    Gruß,

    Marcel

    Hallo Sebastian,

    ich habe mal die Farbreaktionen geprüft, zu den Mikromerkmalen kann ich nichts beitragen.

    Bei dem dicken Stiel und violetten Hut - wie Du schreibst, aber nicht zeigst - fällt mir als erstes Frauentäubling ein, die Chemie würde schon mal stimmen.

    Gruß,

    Marcel

    Hallo zusammen,

    das Zedernholzöl aus Himalaya Zeder hätte noch den Vorteil, dass man sich damit einschmieren kann, um sich vor Stechmücken und Zecken zu schützen.

    Der Cortinarius violaceus ist so ziemlich der einzige Schleierling, der in meinem Speisepilzrevier vorkommt.

    Die sammelt aber keiner zum Essen, darum stehen die da noch Wochen nach dem ersten Erscheinen.

    Wenn die schon Wochen am vergammeln sind, riechen die für mich auch auf 20 Meter gegen den Wind noch nach Zedernholz.

    Wie die vorher gerochen haben, mag ich nicht beurteilen, die kann man auch schon auf die Entfernung erkennen und essen möchte ich die nicht.

    Bei Russula lepida versuche ich schon seit Jahren, irgendjemanden zu finden, der da Zeder schmeckt oder riecht.

    Ich habe die schon mehrfach in Mahlzeiten verwendet und da hat sich niemand beschwert.

    Irgendwie habe ich den Verdacht, dass es da zumindest eine Variante mit und eine ohne den Zederngeschmack gibt.

    Vielleicht sind es ja auch verschiedene Arten.

    Ansonsten hat die Art ein sehr hartes, brüchiges Fleisch, dass sie von allen Täublingen, die ich kenne, unterscheidet.

    Als Techniker würde ich noch sagen, die haben ein auffälliges spezifisches Gewicht.

    Ich habe da ein Myzel, das ich über Jahre beobachte und der Farbton der Huthaut ist in meinen Augen sehr charakteristisch.

    Aus der Entfernung erfolgt immer die Ersteinordnung per Farbe, aus der Nähe dann über die Konsistenz des Fleisches, irgendeinen Zederngeruch oder Geschmack konnte ich nie wahrnehmen.

    Gruß,

    Marcel

    Hallo Tobi,

    ich habe noch ein wenig geforscht und folgendes gefunden:

    1. Es gibt Zedernblattöl und Zedernholzöl, die irgenwie die Essenz von "Zeder" darstellen.

    2. Das Zedernholzöl gibt es dann noch von verschiedenen Zedernarten.

    3. All das unterscheidet sich erheblich von den Inhaltsstoffen.

    4. Das was im Zedan enthalten ist, ist Zedernholzöl von der Himalaya Zeder. Mit diesem Geruch finde ich die größte Ähnlichkeit mit dem vom Zedernholztäubling.

    5. Dem modernen Zedan ist vor allem noch ein zitroniges Aroma beigefügt, das alte roch sehr ähnlich wie der Pilz.

    6. Du kannst aber Zedernholzöl von der Himalaya Zeder noch rein erwerben, wenn Du mal eine Geruchsreferenz haben willst.

    Gruß,

    Marcel

    Hallo Tobi Lu,

    mit Cortinarien kenn ich mich nicht aus, aber ich wollte mal was zum Geruch "Zedernholz" sagen:

    Das ist ähnlich wie mit dem Geruch Anis: Ich hatte bis jetzt Anischampignons, Anistrichterlinge und Aniszählinge.

    Alles irgendwie anisähnlich, aber jeder ein wenig anders, wenn Du etwas Anis neben dran legst, würdest Du sofort sagen: So riecht das nicht!

    Ich nehme den Geruch beim Badia wahr, ich habe früher erst eine Kostprobe genommen, wenn ich sicher war, das er nicht da war.

    Die Probe ist am sichersten, wenn man mit dem Finger am Stiel intensiv kratzt und dann am Finger riecht. Tests mit anderen Personen zeigen mir, dass ich den Geruch am intensivsten wahrnehme, weil ich ihn mit meinen Fingern ausgelöst habe. Wer nur am Fruchtkörper riecht, riecht weniger.

    Der Geruch ist natürlich auch nicht exakt Zedernholz. Wenn man an Zedaninsektenschutz riecht, wird man auch sagen, das ist was anderes, aber halt irgendwie ähnlich.

    Bei der Geschmacksprobe ist die Holzkomponente eher schwerer wahrzunehmen.

    Ich schmecke da:

    Zuerst angenehm nussig

    Dann ganz kurz leicht holzig

    Dann unerträglich scharf mit pikanter Note.

    Die Holznote ist nur Sekundenbruchteile da.

    Gruß,

    Marcel

    Hallo HotSaw,

    ich sehe da leuchtend gelbe Röhren beim "Sandröhrling", das kann schon mal keiner sein.

    Leider sehe ich nur auszugsweise die Huthaut auf den Bildern, außerdem hat das Teil schon deutlich bessere Zeiten gesehen, so dass das Velum nur noch als schwache Fetzen vorhanden ist, ich kann nur raten, wie das mal ausgesehen hat.

    Das ist so ein klassisches Beispiel für die immer wieder beschriebenen Vergiftungen nach dem Verzehr von Schmierröhrlingen.

    Kann ein Goldröhrling sein, auch einen Butterpilz würde ich nicht ausschließen. Es wäre auch interessant, ob die Huthaut schmierig oder buttrig ist. Wenn das Teil jetzt eingetrocknet ist, lass einen Trophen Wasser drauf fallen.

    Gruß,

    Marcel

    Dem "irgendein Täubling" kommt man näher, wenn man versucht, alle Merkmale aufzunehmen und sich zusätzlich zum Foto zu merken.

    Bei dem Teil, das Du da zeigst, sehe ich bei dem Foto vor allem einen Farbverlauf: Sowohl von außen nach innen, als auch in der Feinstruktur.

    Wenn man jetzt wüsste, dass das im Original auch so ausgesehen hat, wäre man weiter.

    Außerdem sehe ich da eine Feinstruktur der Huthaut, die sich in Farbmustern abbildet. Wenn man da jetzt mit dem Finger drüber gefahren wäre, hätte sich das nach meinem Eindruck leicht samtig angefühlt. Aber ob das in der Realität auch so war?

    Das hätte meiner Meinung nach beides nicht zu Werners Vorschlag gepasst. Aber vielleicht habe ich nur noch nie einen in der Ausprägung gesehen?

    Der Jodoformgeruch ist hingegen meiner Erfahrung nach kein sicheres Merkmal, der Geschmack in der Stielbasis hingegen schon.

    Ich wäre auch noch mal in der Mitte mit dem Finger drüber gefahren, vielleicht hätte ich da zum Beispiel einen Buckel ertastet.

    Zu den Wulstlingen: Mein erster Eindruck ist, könnte stimmen, aber das müsste man sich genau ansehen.

    Ich mache immer eine grobe Zuordnung beim flüchtigen Hinsehen. Dann prüfe ich meine Annahme.

    Das kann ich aber nur, wenn ich alles nachsehen kann, was ich will. Beim Foto sehe ich das, was Dir zeigenswert erschien und damit kann ich den Pilz nicht sicher bestimmen.


    Gruß,

    Marcel

    Hallo Craterelle,

    für mich schmecken rohe Haselnüsse völlig anders als verarbeitete.

    Von dem Geschmack von zum Beispiel Haselnusseis finde ich nichts in rohen Haselnüssen wieder.

    Derjenige, der Filberton als "Impact compound" des Haselnussaromas bestimmt hat, weist in seiner Arbeit ausdrücklich darauf hin, dass das nur für ungeröstete gelte.

    Bei mir decken Röstaromen jeglichen nussigen Geschmack wie bei dem Autor komplett zu.

    Hier:

    https://www.uni-giessen.de/fbz…cb/files/Poster/birk_2016

    findet sich noch ein interessanter Artikel, in dem beschrieben wird, dass Zypressenwolfsmilch Filberton abgibt und zwar signifikant erhöht, wenn sie von Uromyces (Rostpilzen) befallen ist.

    Gruß,

    Marcel

    Hallo Craterelle,

    als Urheber der Aussage, dass nussig Haselnussaroma heißt, möchte ich noch einmal etwas ergänzen:

    Haselnussaroma ist das Aroma von nicht gerösteten Haselnüssen und das hat rein gar nichts mit dem "Haselnussaroma" in Süßspeisen zu tun.

    Ich würde gerne sagen, man beiße in eine nicht verarbeitete Haselnuss und dann hat man das Aroma - aber leider kann das bei vielen Menschen einen schweren allergischen Schock auslösen. Deshalb habe ich die Substanz angegeben, die im Handel auch zu vertretbaren Preisen erhältlich ist.

    Der Erwerb der Spezialliteratur ist deutlich teurer: Ich fand da ein 6-bändiges Werk zu 319 Euro pro Band als E-Book. Im öffentlichen Auszug sehe ich, dass da auch der Frauentäubling drin steht und Substanzen, die er enthalten soll, aber nur mit Kürzeln, die in den nicht zugänglichen Teilen definiert werden.

    Encyclopedia of Traditional Chinese Medicines - Molecular Structures ... - Jiaju Zhou, Guirong Xie, Xinjian Yan - Google Books

    Es verblüfft mich weiterhin extrem, wie jemand mit Walnussaroma "nussig" assoziieren kann. Als es vor einiger Zeit eine Haselnussknappheit gab, schlug ich einem Bekannten, der mal Bäcker gelernt hat, vor, Weihnachtsgebäck stattdessen mit Walnüssen zu backen. Er meinte damit würde das ja bitter, dann könne er es nicht mehr essen und er hat schon in der Lehre gelernt, dass man das nicht darf. Ich meinte dann, ich schmecke auch das Bittere, aber es stört mich nicht.

    Wenn man bei Walnüssen nussig schmecken möchte, muss man die ganz frisch haben und das Häutchen abziehen, danach schmecken die ähnlich wie Haselnüsse.

    Bei Käse tue ich mir schwer ein Nussaroma zu schmecken, am ehesten noch bei Münster (gesprochen Münstäääääär), der stinkt zunächst fürchterlich, wenn sich die Nase etwas dran gewöhnt hat, schmecke ich nussig.

    Der Pilz mit dem stärksten mir bekannten Nussaroma ist der Frauentäubling. Ich finde die leider eher selten. Wenn man Sie findet, muss man Sie aber sehr vorsichtig zubereiten, sonst ist das Aroma weg. Wenn es gelingt kann es passieren, dass die Teilnehmer beim Essen sagen, dass das die leckersten Pilze seien, die sie in ihrem Leben gegessen haben.

    Bei Speisetäublingen, grüngefelderten und Buckeltäublingen schmecke ich auch nussig, aber deutlich schwächer. Ebenso bei Steinpilzen. Nicht nussig schmecken Hexenröhrlinge.

    Allgemein gilt: Je älter, desto weniger Aroma. Das Aroma über die Zubereitung zu retten ist noch schwerer, als bei vor der Zubereitung sehr aromatischen.

    (Hat man ja auch bei Zuchtpilzen: Shiitake: wunderbares Eigenaroma, wenn nicht zu lange gegart, fade wenn verbrutzelt. ).

    Gruß,

    Marcel

    Hallo Karl,

    leider nein.

    Meine einzige Quelle für die Inhaltsstoffe von Pilzen ist der Römpp und den haben ich leider nur in der letzten Papierausgabe.

    Die Firma bietet für Privatleute leider keinen bezahlbaren Zugang auf die Online Version an.

    Der Meixner bietet ein bisschen was für die Farbreaktionen, die natürlich auch ein Hinweis auf Inhaltsstoffe bieten, aber leider nur auf ausgewählte.

    Es gibt da wohl auch Literatur für die Inhaltsstoffe von Pilzen, aber da habe ich keinen Zugriff drauf.

    Man Hinweis auf das Haselnussaroma bezieht sich auf Haselnüsse und stammt aus dem Römpp.

    Ich nehme den Aromastoff zum Beispiel im Frauentäubling genau so wahr, wenn man also wissen will, was ich da schmecke, sollte man sich das Aroma besorgen.

    Nach meinen bisherigen Erfahrungen sind solche Aromen normalerweise eineindeutig bestimmten Chemikalien zuzuweisen, z.B. Geruch beim Stachelbeertäubling, aber im konkreten Fall kann ich das nicht beweisen.

    Gruß,

    Marcel


    Nachtrag: Wie ich gerade gefunden habe ist der Geschmacksschwellenwert in Wasser von Filberton:

    0,00005 ppm = Teile pro Million, da wird wohl auch die beste chemische Analytik an ihre Grenzen kommen.

    Die Literatursuche kann man sich sparen.

    Hallo Oehrling,

    ich würde deinem längeren Beitrag in allem zustimmen, zum kürzeren hätte ich noch Anmerkungen:

    "nussig-mild" heißt nicht süßlich, sondern Geschmack nach Nüssen, genaugenommen nach Haselnüssen.

    "fade-mild" heißt: schmeckt nach nichts

    Es gäbe da noch:

    mild - war aber mal scharf - hat aber so viel Sonne abbekommen, dass man nur noch einen Bittergeschmack wahrnimmt und der ist bei den vormals verzögert scharfen, nun noch verzögert bitter.

    Ich fand aber auf den gezeigten Bildern nichts, was dafür in Frage kam. Geschmeckt habe ich das bisher nur bei stark ausgeblassten - fast weißen - Exemplaren.

    Das mit dem Nachvollziehen hat vielleicht auch damit zu tun, dass Du eine politisch korrekte Geschmacksprobe mit Ausspucken machst.

    Wie jeder Weintrinker weiß, ist der Abgang ein ganz wesentlicher Teil des Geschmackseindrucks.

    Ich schlucke bei allen Täublingen und Röhrlingen, wenn ich eine Geschmacksprobe mache, immer auch das kleine Stückchen mit runter.

    Ich habe das auch einmal bei einem Albatrellus gemacht. Der überraschte mich dann mit einem süßen Abgang, nachdem vorher der Geschmack nussig war.

    Von dem Albatrellus wird ja auch berichtet, dass er roh Vergiftungen erzeuge, aber ich hatte da keine Probleme.

    Gruß,

    Marcel


    Nachtrag:

    Das Haselnussaroma wird von dem Stoff Filberton erzeugt.

    5-Methyl-2-hepten-4-on – Wikipedia

    Hallo Werner,

    der Buckeltäubling ist ein guter Speisepilz. Buckeltäublinge, die keinen Befall haben, schmecken ausschließlich in der Huthaut bitter.

    Von demselben Myzel, das letztes Jahr den Befall hatte, verspeise ich die seit Jahren und das sind mit die besten Täublinge.

    Ich ziehe auch nicht - wie manchmal empfohlen - die Huthaut ab. Nach Zubereitung ist da nichts mehr bitter. Da bleibt ein angenehm würziger Geschmack.

    Der Geschmackseindruck von der rohen Huthaut ist übrigens deutlich harmloser als bei solch bitteren Speisen wie zum Beispiel Endiviensalat.

    (Es gibt ja auch Leute, die den überbrühen, um ihn genießbar zu machen)

    Den Befall beim Buckeltäubling erkannte ich übrigens bei einem Fruchtkörper an einem auffälligen Belag auf den Lamellen.

    Der Buckeltäubling steht bei einigen Autoren als ungenießbar in den Büchern, diejenigen die sorgfältiger gearbeitet haben, wissen, dass er wohlschmeckend ist.

    Ich habe übrigens sowohl den Rohgeschmack als auch den zubereiteten auch von anderen Menschen prüfen lassen.

    Böse Menschen behaupten darum, mein sonntäglicher Lauftreff sein eigentlich eine pilzkundliche Führung.

    Gruß,

    Marcel

    Hallo Schwammerlsucher,

    bei den Teilen würde ich auch in Betracht ziehen, dass die deshalb bitter schmecken, weil sie verdorben sind.

    Ich hatte letztes Jahr Buckeltäublinge, die von einem Hyphomyceten, befallen waren und die schmeckten ebenfalls extrem bitter.

    Bei einem Exemplar sah man das damals deutlich, es schmeckten aber auch diejenigen fürchterlich bitter, bei denen man das nicht sah.

    Ich kann das auf Grund der Bilder nicht wirklich beurteilen, aber bei einigen der gezeigten Objekte würde ich schon wegen der Optik vom Verzehr abraten.

    Täublinge mit bräunlich verfärbten Lamellen, da klingeln bei mir alle Alarmglocken.

    Gruß,

    Marcel

    Hallo Schwammerlsucher,

    nicht jeder mild schmeckende Täubling ist auch wohlschmeckend.

    Da gibt es zum Beispiel einen zinnoberroten, dessen Speisewert denn doch recht unterschiedlich bewertet wird.

    Gruß,

    Marcel

    Hallo Nosozia,

    eigentlich möchte ich mich lieber nicht zu Pilzarten äußern, die ich noch nicht selbst in der Hand hatte, aber ich werfe mal den

    **Gelbblättrige Täubling (Russula pallidospora)

    in den Ring.

    Mit der Sporenpulverfarbe ist die Auswahl ja recht begrenzt.

    Gruß,

    Marcel

    Hallo Mikromeister,

    bei uns lebt man schon seit Jahrhunderten nicht beim, sondern vom Wald. Bei Gefahr zog man sich auch stets in den Wald zurück.

    Daher gibt es ein überliefertes Wissen über das Verhalten der Wildtiere.

    Der Vorteil von Wildschweinen ist, dass man, sobald man sie sieht oder hört, mit guter Sicherheit voraussagen kann, was die gerade tun und was die demnächst tun werden.

    Der Nachteil von Wildschweinen ist, dass es keine sichere Möglichkeit gibt, sich gegen einen Wildschweinangriff zu verteidigen und dass man den Angriff einer wütenden Wildsaumutter unter Umständen nicht überlebt.

    Es gibt durchaus Berichte von Leuten, die auf Bäume geklettert sind und dann stundenlang einer wütenden Wildschweinmutter ins Auge gesehen haben, die sich unter dem Baum niedergelassen hatte. Man sollte auch damit rechnen, dass die bei Weichhölzern auch mal Baumfällarbeiten in Angriff nehmen.

    Es ist bei uns übrigens üblich, dass man jeden, dem man im Wald begegnet, freundlich grüßt. Im anderen Regionen Deutschlands ernte ich häufig verständnislose Blicke, wenn ich das tue. Leider erlebe ich immer wieder mal extrem aggressive Reaktionen von Hunden, wenn ich das bei ihrem Besitzer mache. Nachdem ihr Besitzer sie mühsam zurückgehalten hat, höre ich dann meistens noch ein Viertelstunde lang den randalierenden Hund.

    Während es aber eine ganze Menge Hunde mit nicht vorhersagbarem aggressivem Verhalten gibt, habe ich so etwas bei Wildschweinen noch nie erlebt.

    Eine Wildschweinrotte ist nur dann gefährlich, wenn die zum Beispiel flüchtet, weil sie ein anderer lärmender Zeitgenosse aufgeschreckt hat. Bei Tieren in Panik ist immer damit zu rechnen, dass die Menschen verletzen. Deswegen bemerkbar machen, aber nichts machen, was die Tiere in Panik versetzen könnte!

    Wenn man sie selbst aufgeschreckt hat, laufen die von einem weg.

    Ganz kleine Wildschweine fürchten sich nicht vor Menschen, erfahrene Alttiere auch nicht.

    Die einzige gefährliche Situation ist die, wenn eine junge Mutter nur mit ihren Jungen unterwegs ist und man zwischen Mutter und Jungen gerät. Man muss dann jeden Anschein vermeiden, dass man eine Gefahr für die Jungen sein könnte. Wenn man von der Mutter weg läuft, aber in Richtung auf ihre Jungen, weil man die noch nicht gesehen hat, wird es sehr gefährlich.

    Darum kann ich nur noch wiederholen, was ich schon gesagt habe:

    Sofort stehenbleiben, eine entspannte Haltung annehmen, das Tier nicht ansprechen!

    Noch eine kleine Anekdote:

    Zwei Läuferinnen aus unserem Verein liefen zwischen einer Wildschweinmutter und ihren Jungen durch. Die Wildschweinmutter griff direkt an. Die beiden Damen flüchteten. An der nächsten Wegkreuzung lief einer der Damen in eine Richtung, die andere in die andere. Daraufhin beschloss die ratlose Wildschweinmutter die Verfolgung einzustellen.

    Die beiden Damen haben übrigens ihre Lektion gelernt und machen solchen Unfug niemals wieder.

    Gruß,

    Marcel

    Hallo Stefan,

    ich würde mich dem anschließen, was meine Vorredner zu den möglichen Kandidaten gesagt haben.

    Ich glaube nicht daran, dass Du den jetzt noch sicher bestimmt bekommst.

    Du solltest in Zukunft vor Ort sofort versuchen alle Merkmale zu erfassen.In der Ecke gibt es aber trotzdem ein paar, die in Frage kommen, die zumindest ich nicht sicher auseinander halten kann.

    Ich nenne hier noch Merkmale, die Du nicht erhoben hast:

    Beschaffenheit des Stiels: voll fest / wattig hohl

    Beschaffenheit der Huthaut/Struktur - kann man ertasten

    Geschmack: Frauentäubling ausgesprochen lecker nussig, die anderen Kandidaten mild, aber ohne Nussgeschmack.

    Geruch

    Da es erfahrungsgemäß sehr schwer ist, farbechte Fotos zu schießen, sollte man sich auch merken, welchen Farbeindruck man selbst hatte.

    Bei deinen Fotos sieht man recht deutlich "Farbschatten" der Unterlage, auf der die Pilze liegen.

    Wenn ich gute Fotos machen will, prüfe ich die sofort und mache so lange weitere Fotos, bis das, was die Fotos zeigen, dem entspricht, was ich sehe.

    Man muss dann den Blickwinkel und/oder die Beleuchtung bei jedem Versuch etwas ändern. Bei manchen Pilzen - wie beim Speisetäubling - schafft man es aber einfach nicht, mit der Digitalkamera das zu erzeugen, was man sieht.

    Gruß,

    Marcel

    Hallo zusammen,

    ich habe bisher nur blauende Sandröhrlinge gefunden.

    Ich verstehe allerdings nicht ganz, warum Beli eines seiner Bilder mit "nicht blauend" betitelt, die die er zeigt, blauen doch recht deutlich.

    Zitat von einer Chemikalienseite:

    Bei Verletzungen durch Druck oder Anschnitt bilden sich aus der gelben Variegatsäure blaue Chinonmethid-Anionen . Der Effekt wird in der Natur durch frei gesetzte Oxidasen ausgelöst und kann im Labor mit Hilfe von Kaliumhexacyanoferrat simuliert werden.

    Kaliumhexacyanoferrat hab ich noch im Keller, das probiere ich mal aus.

    Ich mache zum Beispiel bei Maronenröhrlingen immer mal die Erfahrung, dass manche sofort blauen, andere muss man schon sehr ärgern.

    Man muss halt den Stoff, der die Blaufärbung macht, mit Sauerstoff in Verbindung bringen.

    Bei den Maronen ist das halt die Xerocomsäure bei den Sandröhrlingen die Variegatsäure.

    Gruß,

    Marcel

    Hallo zusammen,

    der blaue Stoff ist die Variegatsäure und die wurde nach dem Pilz benannt, weil jemanden mal interessiert hat, welches denn der Stoff ist, der bei diesem Pilz die Blauverfärbung macht.

    Es handelt sich um eine der Hydroxypulvinsäuren und das sind die Stoffe, die bei den Röhrlingen die Blaufärbung machen.

    Es gäbe da noch zum Beispiel die Xerocomsäure und die meisten hier werden sich denken können, wo denn der Name herkommt.

    Gruß,

    Marcel

    Hallo Kröti,

    die Farbe der Röhren wechselt beim flockenstieligen Hexenröhrling unter Umständen beim selben Fruchtkörper in der Entwicklung von rot nach orange.

    Die Grundfarbe der Röhren kann sogar gelb werden sein, einzelne Stellen an den Röhren - zum Beispiel der Rand - zeigten bei mir aber bisher immer orange oder rote Farben.

    Dasselbe gilt auch für die Farbe des Hutes. Ich hatte schon welche mit fast goldröhrling-gelber Hutfarbe, die später normal braun waren.

    Ich sehe die manchmal mehrfach. Einmal beim Lauftraining und dann beim Speisepilz sammeln.

    In guten Pilzherbsten nehme ich auch nicht alles mit, so dass ich manchen auch schon wochenlang beim Vergehen zusehen konnte.

    Bildungsstörungen hat man öfter, wenn Schneckenschäden da waren, der Fruchtkörper dann aber weiter gewachsen ist.


    Gruß,

    Marcel

    Hallo Claudia,

    zum Glück macht das mit dem Frontalangriff nicht jeder große Hund. Wenn der das aber macht, muss man ihm das aber unbedingt abgewöhnen, denn so passieren die schweren Unfälle:

    Hund springt Kind an, Kind fällt, Hund beißt das Kind.

    Kleine Hunde, aber auch zum Beispiel Schäferhunde tendieren zum knäppen, wie das auf pfälzisch heißt. Das gibt dann wie bei meiner Laufkollegin eine Narbe, das ist unangenehm, aber daran stirbt man nicht.

    Bei uns sind auch schon Menschen mit Hund mit gelaufen und da gibt es vor allem zwei Probleme:

    1. Man muss die Hunde aktiv davon abhalten, Wild zu hetzen. Wenn die das mit einem Wildschwein versuchen, gibt es einen schwer verletzten oder toten Hund.

    Ansonsten rennt dann vielleicht ein Hirsch in ein Auto oder springt in eines hinein, wenn es ein Cabriolet ist.

    2. Sobald ein anderer Hund erscheint, muss der Läuferhund beigeholt werden. Ansonsten gibt es günstigenfalls eine Beller, schlechtestenfalls eine Beißerei.

    Gruß,

    Marcel

    Hallo Sandra,

    ich "führe mich nicht als Rudelführer auf". Das ist Unfug. Ich habe geschrieben, dass ich von den Hunden als Rudelführer betrachtet werde!

    Als Rudelführer meines Rudels nichts seines.

    Ich stelle den Kontakt zum Hund her, um Probleme zu vermeiden und danach interessiert es den Hund zum Beispiel nicht ob hinten noch jemand kommt, der Angst vor dem Hund hat.

    Hunde haben ein gutes Empfinden für soziale Beziehungen und können die gut auf Grund des Verhaltens der Gruppe erschließen.

    Ich habe geschrieben "Dabei nimmt man eine Körperhaltung ein, die von dem Tier nicht als aggressiv empfunden wird."

    Wie kann man dann darauf kommen, dass ich mich als Rudelführer aufführe?

    Ich bin übrigens Läufer, die Bezeichnung "Jogger" ist schon eine schwere Beleidigung.

    Ich habe keinerlei Probleme mit Rottweilern, nur können sie halt auf Grund ihres Gewichtes erheblich mehr Schaden anrichten als ein Dackel.

    In dem beschriebenen Fall, war da niemand mit Leine, ein Besitzer in der Nähe war auch nicht auszumachen. Das Ganze spielte sich übrigens ca. 5 Kilometer von der nächsten Siedlung entfernt ab.

    Ich hatte auch mal den Fall eines Großschnauzers, der spontan meinte, mir nur zum Spielen in die Seite springen zu müssen. Da ich Hunde beim Vorbeilaufen aber nicht direkt ansehe, sah ich ihn erst kurz vorher aus dem Augenwinkel kommen. Ich konnte das gerade noch ausbalancieren, aber bei der Masse von Hund hätte ich da auch böse stürzen und mir was brechen können.

    Ich habe auch sonst immer mal mit großen Hunden zu tun, neulich hatte ich Kontakt mit einem jungen Rottweiler, als ich mit der Gruppe aufs loslaufen wartete. Der Rottweiler wollte mich beschnuppern, seine Chefin wollte ihn nicht lassen - er sei ja ein Problemhund. Ich habe sie ermuntert ihn zu lassen. Er hat mich dann abgeschleckt.

    Leider zeigt aber die Erfahrung, dass der Hund sich schon kurz danach an diese Begegnung nicht mehr erinnert.

    Bei den intelligenten Schweinen reicht ein Kontakt und das Schwein weiß, dass es sich vor mir nicht fürchten muss.

    Große Hunde tendieren dazu Ihre Kraft in Form von frontalem Anspringen zur Geltung zu bringen und haben ein größeres Problem, wenn man dabei Ihren Gleichgewichtssinn stört, das ist ein bekanntes Mittel zum Abwehren von solchen Angriffen.

    Unten den Hunderten Rottweilern, denen ich in meinem Leben begegnet bin, war keiner, der in Punkto Beweglichkeit fitter gewesen wäre als ich und meine Beweglichkeit ist im Vergleich zu vielen anderen Menschen eher schlecht.

    Der beschriebene aggressive Hund konnte zum Beispiel auf mein Ausweichmanöver in keiner Art und Weise mehr reagieren und fiel erkennbar desorientiert wie ein nasser Sack zu Boden.

    Ich rollte mich ab, wie ich das mal vor vielen Jahren mal beim Judo gelernt habe und stand wieder.


    Gruß,

    Marcel

    Hallo Claudia,

    "Rückwärtsgang" ist sowohl bei Schweinen als auch bei Hunden ganz schlecht. Diesen Unfug sollte man unbedingt unterlassen!

    Am besten ist Stehenbleiben und bei Hunden unbedingt dagegen gehen oder das zumindest andeuten.

    Als 6 jähriger Bub wurde ich von einem Schäferhund attackiert. Dieser Schäferhund hatte schon mehrfach Menschen gebissen.

    Zuerst bin ich geflüchtet, dann erinnerte ich mich an den Ratschlag meines Vaters: "Dagegen gehen".

    Obwohl der Hund so ungefähr meine doppelte lichte Höhe hatte, hat er sofort abgedreht.

    Der Hund war übrigens über den hinteren Gartenzaun des Hauses seines Besitzers gesprungen und darum völlig unkontrolliert.

    Wer bei Begegnung mit Hunden in Schockstarre verfällt, bezahlt in der Regel damit, dass er gebissen wird, wenn der Hundebesitzer - wie üblich - sein Tier nicht angeleint hat.

    Eine Laufkollegin von mir hat eine Narbe am Bein von einer solchen Begegnung. Aus diesem Grunde läuft sie auch gerne mit mir in der Gruppe, weil der Hund mich als Rudelführer betrachtet und ich das im Griff habe.

    Auch das lärmend durch den Wald ziehen ist dringend zu unterlassen. Bei dem Krawall nehmen die Tiere dann nicht mehr war, wenn ein normaler Mensch unterwegs ist oder rennen in ein Auto. Menschen, die bei Begegnung mit Tieren in Schockstarre verfallen, sollten tunlich nicht alleine in den Wald gehen.

    Gerade wenn man im unbekannten Terrain unterwegs ist, ist es wichtig über eingeübte Verhaltensmaßnahmen zu verfügen.

    Ich mache zum Beispiel öfter Urlaub in den Brenta Dolomiten. Da gibt es freilebende Braunbären. Auch da konnte ich den Eindruck gewinnen, dass die Bären sehr wohl wissen, dass ich da bin. (Ich habe sie schon rufen gehört). Ich rechne dementsprechend an jeder Biegung im Prinzip damit, dass da ein Bär steht und falls das mal passieren sollte, weiß ich was ich tuen werde.


    Gruß,

    Marcel