Beiträge von Marcel

    Hallo Maria,

    ich würde nach wie vor nicht ausschließen, dass zum Beispiel die Angabe bei Laux, "dass der Pfefferröhrling gekocht fade schmecke", darauf zurückzuführen ist, dass er eine andere Art hatte.

    Einer die anderen Foristen, der über eigene Versuche berichtete, schrieb etwas von einer "lächerlichen Schärfe", das ist doch etwas anderes als "fade".

    Der von mir genannte Chalciporus amarellus wird ja als "fast mild" beschrieben. Solche Angaben kenne ich von Täublingen. Ich schmecke bei diesen Täublingen die Schärfe dann schon noch, aber ganz sanft.

    Allgemein wäre ich an einer Beschreibung des aktuellen Forschungsstandes bezüglich "Pfefferröhrling" sehr interessiert.

    Auch wenn mich die Beschaffung etwas kostet, solange die Kosten im Rahmen bleiben.

    Ich kann zwar nur soviel Italienisch, dass ich die Speisekarte lesen und mich mit anderen Bergwanderern verständigen kann. Die italienische Wikipedia zum Pfefferröhrling verstehe ich aber ansatzweise.

    Mich würde denn doch mal interessieren, was ich denn genau gegessen habe.

    Gruß,

    Marcel

    Hallo Maria,

    in einem vorigen Thread, bei dem ich auf eine Anfrage eines anderen Foristen über die Verwendung von Pfefferröhrlingen geantwortet hatte,

    hatte ich bereits erwähnt, dass es verschiedene Pfefferröhrlinge gibt.

    Die deutsche Wikipedia kennt noch;

    Chalciporus amarellus)

    "Er unterscheidet sich durch die noch kleineren Fruchtkörper, jung himbeerrote Röhren und Poren und den fast milden Geschmack."

    Die englische nennt noch mehrere Varietäten, bei denen strittig sei, ob sie nicht eigene Arten seien:

    Bei Bedarf übersetze ich das gerne.

    Gruß,

    Marcel

    Hallo Maria,

    mir ist nicht klar, warum Du schreibst:

    "Dem widersprichst Du nun in Deinem letzten Text selbst."

    Ich habe keine Quellen, die sagen, dass der Pfefferröhrling allgemein als Gewürz einsetzbar sei. Nur solche, die auf die Verwendung im Pilz-Mischgericht verweisen.

    Wie Du richtig schreibst, eignen sich nicht alle Pilze zum Schmoren, Reizker zum Beispiel eher nicht.

    Du hättest damit das gleiche Problem, wie wenn Du Pfefferröhrlinge zum Beispiel zum Fleisch reichen wolltest:

    Die Pfefferröhrling dürfen nicht zu heiß werden, Fleisch oder Reizker sollen, damit sich die Poren schließen.

    Damit müsstest Du die Pfefferröhrlinge separat garen, was gegen das Rezept wäre. Wegen des niedrigen Flammpunktes von Chalciporon befürchte ich, dass eine chemische Reaktion mit Energiegewinn lost geht, die sich selbst unterhält und den Scharfstoff zerstört.

    Das kann man aber auch mal ausprobieren. Ich gare ja auch andere empfindliche Dinge in Butter - wie zum Beispiel Haferflocken. Andere Leute, die mir das Rösten von Haferflocken nachmachen wollten und in Öl garten, hatten hinterher verbrannte. Die haben dann das Resultat weggeschmissen und dann noch mal sehr vorsichtig gegart. Dann bekamen sie es aber hin.

    Hoffentlich finde ich nächstes Jahr mal wieder genügend zum Experimentieren.

    Gruß,

    Marcel

    Hallo Oehrling,

    ich möchte die Pilze durch Ihren Geschmack bestimmen können!

    Ich habe im Herbst zum Beispiel ein Gericht zubereitet, dass einige schöne Herbstrotfüße enthielt. Natürlich sehen die im zubereiteten Gericht nur noch nach irgendwelchen Röhrlingen aus.

    Sie haben allerdings einen interessanten Eigengeschmack, an dem man sie sehr gut von den anderen Röhrlingen im Gericht unterschieden werden konnten.

    Ich erkläre noch einmal die Sache mit dem Wasser:

    Die Oberfläche bleibe geschlossen:

    Das Wasser ist eingeschlossen. Der Pilz kann auf über 100 Grad erhitzt werden, weil das Wasser nicht sieden kann.

    Die Oberfläche sei offen. Das Wasser tritt aus, man sieht es in der Pfanne. Es beginnt zu verdampfen. So lange die Pfanne noch überall Wasser steht, kann die Temperatur in der Pfanne nicht über 100 Grad steigen.

    Gruß,

    Marcel

    Hallo Malone,

    auch ich finde den Pfefferröhrling selten.

    Die für die Küche benötigte Menge ist übrigens sehr gering:

    Ich hatte bei meinen Versuchen 2-3 Exemplare des eher kleinen Pilzes.

    Das reicht um sie - wie angegeben - einem Mischgericht zuzusetzen, nachdem man sie als "Condiment" sehr klein geschnitten hat.

    Der Geschmack ist übrigens deutlich von dem von Pfeffer verschieden:

    Carluccio schreibt etwas von "pfeffrigem Aroma". Ich würde den Geschmack am ehesten mit dem von rohen Pfifferlingen vergleichen.

    Man muss das Aroma dann halt nur noch über die Zubereitung bringen.

    Dazu empfiehlt sich eben nach meinen Erfahrungen das Dünsten in Butter, weil dann die Temperatur durch den Siedepunkt der Butter begrenzt ist.

    Da damit die Oberfläche nicht geschlossen wird, begrenzt nach dem Anbraten noch die Siedetemperatur des in den Pilzen enthaltenen Wassers.

    Wenn dann das Wasser verdampft ist, breche ich wie beschrieben den Garvorgang ab, damit nichts überhitzen kann.

    Meine Idealvorstellung von einem Pilzmischgericht ist übrigens, dass man die Pilze auch beim Essen bestimmen kann. Jeder Pilz hat einen Eigengeschmack und den gilt es zu erhalten.

    Hundertprozentig gelingt mir das nicht, aber ich arbeite daran.

    In den meisten Restaurants werden die Pilze nicht gedünstet, sondern gebraten. Danach schmecke alle Pilze nur noch nach Röstaromen.

    Gruß,

    Marcel

    Hallo Ingo,

    ich fühle mich von niemanden hier beleidigt.

    Ich habe leider beruflich das Problem, dass ich Leuten schwierige technische Zusammenhänge erklären muss und dass die Texte dadurch unfroh lang werden.

    Und immer wieder muss ich dann erleben, dass Texte mit mehr als drei Sätzen kaum noch verstanden werden.

    Ich kann die Welt aber nicht einfacher machen als sie ist.

    Beruflich kann ich aber noch mit einfacher handhabbaren Texterstellungsmethoden hantieren.

    Ich tue mir schwer, mit dieser Forumssoftware in begrenzter Zeit irgendetwas lesbares zu erzeugen.

    Gruß,

    Marcel

    Hallo Oehrling,

    leider habe ich wenig Zeit. Ich arbeite 40 Stunden und muss nebenher meine 92jährige Mutter pflegen.

    Carluccio schreibt:

    Dieser Bolet ist tatsächlich essbar, aber ich denke, er sollte nur zusammen mit anderen Pilzen verwendet werden, um diesen ein pfeffriges Aroma zu verleihen (in vielen Ländern wird es tatsächlich als "condiment" verwendet).

    Condiment hatte ich verlinkt und das auch schon in einem anderen Thread beschrieben:

    Man schneidet die Pfefferrörlinge in kleine Stücke, nach dem Garen sollten sie die Größe von Pfefferkörnern haben.

    Minutenangaben beim Garen halte ich für sinnlos.

    Auch das hatte ich in anderen Threads schon beschrieben:

    Die Pilze sind gar, wenn sie kein Wasser mehr ziehen, also die Pfanne trocken fällt.

    Damit erreicht man genau das was Carlucci schreibt:

    "anderen Pilzen ein pfeffriges Aroma zu verleihen."

    Gruß,

    Marcel

    Hallo Ingo,

    ich wundere mich hingegen sehr über deinen Text.

    Du schreibst:

    "Mir ist dein Text zu lang und geht zu tief."

    Du solltest an deiner Lesekompetenz arbeiten. Wie sagte mir mal eine Dame, als ich ihr erzählte, dass mein Vater Nudeln ist kalte Wasser geworfen hatte und sich über das schlechte Kochergebnis gewundert hatte: Lesen bildet, es steht auf der Packung, dass die ins kochende Wasser sollen.

    "Denn eigentlich bin ich der Meinung, dass das viel einfacher geht."

    Flüchtig heißt, dass der Stoff beim Garen verdampft.

    Du hast irgendeine Zubereitungsart ausprobiert, die vom Rezept abweicht und das Kochergebnis war nicht scharf.

    Das hat mit flüchtig nichts zu tun.

    "In so manchen Pilzbuch steht, der Pfefferröhrling wäre als Pfefferersatz zu gebrauchen."

    Wenn Du meinen Text gelesen hättest, wüsstest Du, dass ich ein Kochbuch zitiert habe, dessen Autor auch Pilzkenner ist.


    Gruß,

    Marcel


    Liebe Foristen,

    ich bin der Meinung, dass man zur kulinarischen Verwendung des Pfefferröhrlings Experten zu Rate ziehen sollte.

    Das sind meiner Meinung nach aber nicht Mykologen, sondern Köche.

    Deshalb fand ich es sehr interessant, dass ich bei der Suche nach der Wahrheit über die kulinarische Verwendbarkeit des Pfefferröhrlings auf einer englischen Internetseite auf den Hinweis stieß, dass Carluccio ihn empfohlen habe.

    Wer das war, kann man auf dieser Internetseite nachsehen:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Antonio_Carluccio#:~:text=Antonio%20Carluccio%2C%20OBE%2C%20(*%2019,ansässiger%20italienischer%20Koch%20und%20Autor.

    Herr Carluccio veröffentlichte nicht nur Kochbücher, er betrieb eine Restaurantkette.

    In einem dieser Restaurants in London habe ich vor vielen Jahren einmal gegessen. Bevor man bestellen durfte, klärte der Kellner den Besucher zunächst einmal über die Philosophie der Carluccio Restaurants auf.

    Danach fragte er, ob man immer noch dasselbe bestellen wolle, wie man vor hatte.

    Antonio Carluccio veröffentlichte Kochbücher, mindestens ein Buch zum Kochen mit Pilzen, sowie mindestens ein Pilzbuch, indem für jede besprochene Pilzart auf die kulinarische Verwendbarkeit eingegangen wird.

    Leider finde ich keines dieser Bücher digital im Internet und ich finde keines dieser Bücher im Verzeichnis der lieferbaren Bücher.

    Ich war also darauf angewiesen, mir die Bücher antiquarisch zu besorgen.

    Als erstes erwarb ich:

    Pilze und Trüffel von Antonio und Priscilla Carluccio erschienen 1999 im Heyne Verlag:

    Im Vorwort macht er neben der Warnung vor Giftpilzen und dem Hinweis auf die Tatsache, dass der Titel eigentlich ein Pleonasmus ist, einen Vorschlag zur Zubereitung von Pilzen vor dem Einfrieren:

    Dünsten der Pilze mit sehr viel Butter und Zwiebeln.

    Er schreibt dann weiter:

    Die große Menge Butter schützt und konserviert die Pilze und ist später schön aromatisiert, so dass sie sich nach dem Auftauen gut für andere Gerichte verwenden lässt.

    Abgesehen davon, dass ich wegen des holprigen Deutschs gerne den Text in der Originalsprache hätte, zeigt das deutlich, dass er offenbar der Meinung ist, dass das Dünsten in Butter Einfluss auf das spätere Aroma hat.

    Leider findet man im Buch aber nichts zum Pfefferröhrling.

    Also das nächste Buch antiquarisch besorgen:

    Complete Mushroom Book - the quiet hunt Antonio Carluccio 2003 Quadrille Publishing Limited Reprint 2010

    Da steht zum Pfefferröhrling:

    Boletus piperatus (Syn. Chalciporus piperatus )

    This bolete, ..., is actually edible, but I think it should only be used in tandem with other mushrooms, to lend a peppery flavour (in many countries it is actually used as a condiment). The taste is really rather sharp, and it should always be cooked.

    Übersetzungsversuch:

    Dieser Bolet ist tatsächlich essbar, aber ich denke, er sollte nur zusammen mit anderen Pilzen verwendet werden, um diesen ein pfeffriges Aroma zu verleihen (in vielen Ländern wird es tatsächlich als "condiment" verwendet). Der Geschmack ist wirklich sehr scharf und er sollte immer zubereitet werden.

    Hier gibt es ein Übersetzungsproblem:

    "condiment" wird im Internet gerne mit Gewürz übersetzt. Gewürz heißt aber auf Englisch spice.

    Meriam Webster sagt: "something used to enhance the flavor of food, especially a pungent seasoning"

    Hier hilft die französiche Wikipediaseite zum Pfefferröhrling weiter:

    "il peut toutefois servir de condiment en brunoise"

    Brunoise ist verlinkt:

    Brunoise — Wikipédia
    fr.wikipedia.org

    "brunoise est une garniture de légumes ou de fruits coupés en dés de 2 mm de section"

    Genau so war ich bei meinen Versuchen vorgegangen und so hatte ich das auch im Forum beschrieben.

    Ich hatte zwar die Quellen damals noch nicht, aber nach der Beschreibung "Verwendung als Gewürz" konnte ich mir das nur so vorstellen.

    Nun ist es allgemein beim Kochen sinnvoll, sich an die Vorschriften im Rezept zu halten.

    Jemand, der das nicht tut und dann hinterher behauptet, das Rezept wäre falsch, kommt mir vor wie jemand, der mit dem Kopf gegen die Wand rennt und sich dann bitterlich über die Wand beschwert.

    Mich interessiert aber nach wie vor, warum die Reingerichtskocher keine Schärfe feststellen konnten.

    Es gab hier im Forum den Hinweis, dass ein Auto eines Pilzbuches in seinem Buch schreibe:

    "Die Scharfstoffe im Pfefferröhrling sind flüchtig."

    Um das zu prüfen, muss man zunächst einmal wissen, welche das denn sind.

    Hier wurde ich in

    The Alkaloids: Chemistry and Pharmacology

    Volume 40

    Edited by Arnold Brossi National Institute of Health Bethesda Maryland

    Copywright 1991 by Academic Press Inc

    fündig, dass es digital über google gibt:

    Hier sind zwei scharfe Alkaloide benannt, die im Pfefferröhrling vorkommen:

    Chalciporon

    norchalciporyl propionate

    Es kommen noch zwei weitere verwandte Alkaloide im Pfefferröhrling vor:

    Isochalciporon

    Dehydroisochalciporon

    Diese haben keinen scharfen Geschmack.

    Es findet sich noch der Hinweis, dass das scharfe Chalciporon, wenn in Chloroform gelöst, spontan in das nicht scharfe Isochalciporon übergehen kann.

    Zu dem, was da genau passiert, gibt es leider keine Hinweise.

    Es ist denkbar, dass genau das bei den Sologerichterzeugern beim Garen passiert ist.

    Es könnten andere Stoffe da sein, die katalytisch wirken oder andere Stoffe entfernt werden, die als Inhibitoren wirken.

    Zurück zur Frage der Flüchtigkeit:

    Um das zu prüfen braucht man ein chemisches Datenblatt.

    Das finde ich für Chalciporon, aber nicht für norchalciporyl propionate.

    Da der Buchautor aber meinte, alle Scharfstoffe seien flüchtig, sollte das reichen.

    Hier das Datenblatt:

    chalciporone | C16H21NO | ChemSpider

    Wie ich aus meinem Römpp weiß, ist Chalciporon ein gelbes Öl.

    Laut dem Datenblatt hat es einen Siedepunkt von 494 Grad Celsius und einen Dampfdruck von 0 +-0.9 mm Quecksibersäule bei 25 Grad.

    Der Stoff ist darum mit Sicherheit nicht flüchtig.

    Es kann sich dann jeder Gedanken darüber machen, welchen Wert ein Buch hat, in dem jemand das behauptet.

    Man findet aber einen weiteren interessanten Punkt im Datenblatt:

    Flammpunkt 162.8 Grad. Das heißt der Stoff reagiert mit dem Luftsauerstoff unter Flammenbildung.

    Er verbrennt also und erzeugt dabei Wärme, die die Reaktion weiter am Laufen hält.

    Das heißt, wenn irgendwo in einem Reingericht diese Reaktion anfängt, geht die so lange weiter bis alles verbrannt ist.

    Kleingeschnitten und im Mischgericht wird das nicht passieren.

    Das Chalciporon wird übrigens auch als relevanter Farbstoff in Pilzen in der Literatur geführt.

    Wenn also das Chalciporon verschwindet, sollte man beim Kochen einen Farbumschlag sehen.

    Falls ich irgendwann mal wieder Pfefferröhrlinge finde, probiere ich das aus.

    Ich denke daran, Experimente zu machen, um meine Annahmen zu verifizieren. Ich muss mir nur noch ein Kochthermometer besorgen.

    Gruß,

    Marcel

    Hallo Andri,

    Du schreibst:

    "Ich fasse mal die wissenschaftlich brauchbaren Erkenntnisse zusammen:

    1. Marcel isst sehr ungern scharf"

    Ich würde das ergänzen:

    Marcel isst nicht gern so scharf, dass er nach Verzehr der scharf gewürzten Speisen zusammen bricht, er empfindet aber die Schärfe von nach seiner Art zubereiteten Pfefferröhrlingen als angenehm und hat keinerlei gesundheitliche Probleme nach deren Verzehr.

    Marcel stellt fest, dass die Bücher bezüglich der Schärfe nach Garen widersprüchlich äußern und empfindet es als unredlich, das man eigene Erfahrungen in Büchern als Fakten präsentiert.

    Marcel hat kein Problem damit, dass jemand in Foren eigene Erfahrungen präsentiert.

    Marcel hat ein Problem damit, dass nicht mit eigenen Erfahrungen argumentiert wird, sondern mit Zitaten aus Bücher, die im Widerspruch zu anderen Büchern stehen.

    Außerdem würde Marcel immer noch gerne wissen, warum manche Menschen Pfefferröhrlinge nach Zubereitung als scharf empfinden und andere nicht.

    Marcel hat verschiedene Vorschläge gemacht:

    1. Die Pilze wurden mit einem anderen Temperaturprofil gegart. Anmerkung; Durch den Rauchpunkt und den Siedepunkt von Butter ist bei Zubereitung mit Butter das Maximum der Temperatur des Mediums, in dem gegart wird, klar definiert. Die Kerntemperatur ist ohne Belang, entscheidend ist die maximale Temperatur, der der Scharfstoff ausgesetzt ist und ob zu dem Zeitpunkt, zu der er der ausgesetzt war, eine offene Verbindung zur Umgebung bestand. Marcel hat die Erfahrung gemacht, dass das Temperaturprofil beim Garen sehr wohl einen Einfluss auf den Geschmack der gegarten Produkte macht. Außer Marcel hat ein professioneller Koch, der ein Restaurant betreibt, auf Anregung von Marcel diesbezüglich ein Experiment gemacht. Das Resultat hat er, ohne diesen zu informieren, einem Gast serviert. Der Gast fragte darauf hin, was der Koch mit den Pilzen gemacht habe, so leckere Pilze habe er noch nie gegessen. Der Restaurantbesitzer hat das nicht wiederholt, weil ihm diese Art der Garung zu lange seine Garplätze blockiert. Marcel hat mit zwei anderen professionellen Köchen ein Gespräch über die optimale Zubereitung von Pilzen geführt, beide stimmten darin überein, dass Pilze langsam geschmort werden müssen und dass "scharfes Anbraten" ein "No go" sei.

    Es gibt professionelle Köche, die selbst Pilze sammeln und zubereiten und die würden in ihren Lokalen so etwas niemals einem Gast vorsetzen.

    2. Die zubereiteten Pilze gehörten zu unterschiedlichen Arten.

    3. Die Menschen haben unterschiedlichen Wahrnehmungen zum Scharfstoff.

    Ich gebe jetzt hier noch Quellen:

    Renate Volk Fridhelm Volk. Pilze. sicher bestimmen lecker zubereiten. 3. Auflage 231 Farbfotos von Fridhelm Volk - PDF Kostenfreier Download
    Renate Volk Fridhelm Volk Pilze sicher bestimmen lecker zubereiten 3. Auflage 231 Farbfotos von Fridhelm Volk 20 Pfefferröhrling Chalciporus piperatus Hut: 2 7…
    docplayer.org

    Hier fällt mir auf. dass auch erwähnt wird, das die Schärfe beim Trocknen verloren geht. Das kann ich nachvollziehen, wenn ich wieder Pfefferröhrlinge finde, werde ich das auch mal ausprobieren. Außerdem werde ich auch mal das scharfe Garen ausprobieren und die Nase über den Topf halten. Wenn die Scharfstoffe "flüchtig" sind, sollte ich dann niesen müssen.

    Leider habe ich dieses Jahr keine Pfefferröhrlinge gefunden.

    Hier noch ein Quelle aus UK:

    Chalciporus piperatus, Peppery Bolete, identification

    Ich werden mir in beiden Fällen auch die benannte Literatur besorgen. Leider verfüge ich nicht über ein geeignet ausgestattetes chemisches Labor und habe keinen Zugriff auf die aktuellen chemischen Werke.

    Noch ein klarer Nachtrag zum Trocknen: Damit Scharfstoffe "verschwinden" gibt es verschiedene Möglichkeiten:

    1. Die gasen durch eine offene Membran aus. Dazu brauch man vor allem eine offene Membran, hohe Temperatur beschleunigt, aber nach mehreren Wochen Trocknen geht es auch mit niedriger Temperatur, wenn die Oberfläche groß genug ist.

    2. Es findet eine chemische Reaktion statt, die den Scharfstoff zerstört. Es ist zum Beispiel bei Steinpilzen bekannt, dass die beim Trocknen fermentieren und dass sich dadurch andere chemische Verbindungen bilden. Bei Fliegenpilzen passieren beim Trocknen ebenfalls chemische Reaktionen, die zur Umwandlung der Giftstoffe ineinander führen.

    Gruß,

    Marcel

    Hallo Peter,

    Dir scheinen die Argumente auszugehen.

    Ich habe für die Aussage stark giftig einen Beleg geliefert, Du sagst das sei falsch und lieferst keinen.

    Deinen Aussagen zu LD 50 fallen eher unter unfreiwillig komisch. LD 50 definiert die Dosis, ab der Lebewesen zu 50 % sterben, z.B. in mg/kg Körpergewicht

    Dann schreibst Du noch:

    "Dir scheint es zu missfallen, dass Leute andere Erfahrungen bezüglich des Pfefferröhrlings gemacht haben als du."

    Wer den Thread gelesen hat, weiß, dass es mich stört, wenn allein auf Grund eigenen Erfahrung Tatsachenbehauptungen in Büchern gemacht werden, die im Widerspruch zur herrschenden Meinung in der bis dahin veröffentlichten Literatur stehen.


    Gruß,

    Marcel

    Hallo Schupfnudel,

    es ging bei der Bezeichnung Unfug um die Aussage von Herrn Laux, dass der Pilz fälschlicherweise als Gewürzpilz bezeichnet werde, aber nach Garen tatsächlich fade schmecke. Damit befindet er sich im Widerspruch zu mehreren Literaturstellen, den Römpp habe ich angegeben. In alten Pilzbüchern findet man ebenfalls die Benennung als Gewürzpilz.

    Wenn Herr Laux da andere Erfahrungen gemacht hat, ist es sein Recht das zu sagen, es ist aber Unfug, in einem Buch die eigenem Erfahrungen zum Maßstab zu machen und die Erkenntnisse anderer lächerlich zu machen.

    Korrekt wäre zum Beispiel folgendes gewesen:

    Der Pilz wird als Gewürzpilz bezeichnet, nach meinen/unseren Erfahrungen schmeckt er aber nach Garen fad.

    Ich persönlich hätte mir erst Gedanken gemacht, warum ich nicht die Schärfe schmecke, die meine Vorgänger geschmeckt haben.

    Es gibt beim Laux noch ein ähnliches Problem: Buckeltäubling bei Ihm ungenießbar, bei anderen Autoren und nach eigener Erfahrung: wohlschmeckend.

    Derjenige, der den Thread eröffnet hatte, hatte gefragt, wieviel er denn zufügen muss, damit er eine Pfeffernote hat.

    Wenn ein Pilz als Gewürzpilz bezeichnet wird, wird man den natürlich mit einem Mischgericht austesten. Mir ist unklar, was man sich erhofft, wenn man die Solo zubereitet.

    Was genau fehlt Dir bei meinem Versuchsaufbau?

    Die Angabe Butter von Anfang an, definiert den Temperaturverlauf für das Garen.

    Gruß,

    Marcel

    Hallo Thomas (Bergwald),

    die interessante Aussage ist:

    "Der scharfe Geschmackstoff, das Chalcipurin (und Verwandte Verbindungen) ist jedoch sehr leicht flüchtig und geht beim Garen in die Gasphase über."

    Zunächst einmal eine Korrektur: Der Stoff heißt: Chalciporon vermutlich ein Typo von Dir, das wird dann interessant, wenn man nach den Eigenschaften des Stoffes suchen will.

    Relevant ist die Temperatur, bei der der Stoff in die Gasphase übergeht - entweder durch Sieden oder durch Sublimieren.

    Bei Stoffen, die im Chemikalienhandel verkauft werden, findet man das schnell, bei Naturstoffen eher schwer.

    Hier:

    Rauchpunkt – Wikipedia

    findet man für gängige Fette den Rauchpunkt.

    Da lesen wir zum Beispiel

    Butter 175 Grad

    Sonnenblumenöl raffiniert: 252-254 Grad.

    Nur ein kleiner Hinweis: wenn Chalciporon bei 190 Grad sieden oder sublimieren würde, würde es bei Zubereitung in Butter nicht ausgasen, bei Zubereitung in Sonnenblumenöl sehr wohl, wenn das jemand genügend erhitzt hat. Bei Butter wird man in der Praxis noch ein gutes Stück vom Rauchpunkt entfernt garen, bei Sonnenblumenöl auch, aber das Öl ist beim Anbraten heißer als die Butter. Bei Butter hat man während des gesamten Garens eine Temperaturkontrolle, weil die schnell siedet, bei Öl nicht.

    An Dr. Christoph Hahn hätte ich vor allem die Frage, auf welche Gartemperatur sich sein Aussage bezieht.

    Strenggenommen müsste man das Ganze am Ende noch chemisch analysieren. Wenn die Stoffe in stabilen Strukturen im Fruchtkörper eingebunden sind, gasen die u.U gar nicht aus.

    Gruß,

    Marcel

    Hallo Peter,

    Du schreibst:

    "Bei einem echten Versuch gibt es keine Nachfrage dessen bei den Teilnehmern"

    Das ist falsch. Bei jedem Geschmacksversuch wird gefragt, wie das geschmeckt hat. Ich habe natürlich meinen subjektiven Pfeffereindruck nicht in die Frage eingebaut.

    "Wenn man so einen "allgemeingültigen" Satz schreibt, dann sollte man ehrlicherweise auch den Paracelsus hinzufügen: "Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis machts, dass ein Ding kein Gift sei."

    Nein. Dieser allgemeine Satz trägt nichts zur Wahrheitsfindung bei. Ich habe stark giftig geschrieben und die LD50 für einen der Scharfstoffe angeben.

    Ab welcher Dosis das Ding Gift ist, geben die letalen Dosen 50 Auskunft und die kann jeder bei Interesse selbst nachlesen.

    "Der Herr Laux und seine Frau (und nicht nur diese) hatten für die Rezepte ihrer Kochbücher sehr sorgfältig recherchiert und ihre Erfahrungen mit den Pilzarten, die sie verarbeitet hatten in ihren Büchern weitergegeben.

    Dies als "Unfug" zu bezeichnen halte ich für unlauter, auch wenn du andere Erfahrungen gemacht haben solltest."

    Würdest Du bitte diese Behauptung belegen?

    Ich habe mit einem Zitat aus dem Römpp Chemie Lexikon belegt. Du belegst deine Aussage nicht.

    Ich empfinde es von Herrn Laux als unlauter, eine in einem Standardwerk der Chemie beschriebene Tatsache ohne Beleg als lächerlich darzustellen.

    Ich würde erwarten, dass er eine chemische Analyse nach der Zubereitung mit genauer Beschreibung der Zubereitung macht und prüft, ob die Scharfstoffe enthalten sind und wenn ja in welcher Menge.

    Gruß,

    Marcel

    Hallo Schupfnudel,

    Du schreibst:

    "Und Peter und mich ignorierst du?"

    Dieser Satz bleibt mir unverständlich.

    Inwiefern ignoriere ich Euch?

    Ich habe ausführlich beschrieben, dass Pfefferröhrling eine Sammelart ist und dass ich weder weiß welche Art ich gegessen habe, noch welche Ihr gegessen habt.

    Außerdem schreibst Du:

    "Stinknormal zubereitet in der Pfanne, ohne Gewürze, mit Butter am Ende."

    Ein Experiment sollte schon ausreichend beschrieben sein, so wie ich das gemacht habe.

    Was soll denn "Stinknormal" sein?

    Was soll denn "Butter am Ende" heißen?

    Vermutlich Öl am Anfang, damit wird das Gargut halt nun mal heißer als bei Butter von Anfang an. Damit können sich eventuell vorhandene Scharfstoffe zersetzen. Das kann auch jeder ausprobieren, wenn sie/er ein in Öl zubereitetes Stück Fleisch in der Pfanne pfeffert: Ein Teil der Schärfe geht verloren.

    Was ist denn ein "lächerlicher Schärfegrad"?

    Es geht darum, ob Schärfe geschmeckt wird oder nicht.

    Was empfindest Du denn als scharf?

    Zum Beispiel weisen Thailändischen Restaurants Schärfegrade aus, wir haben einen lokalen, der macht das. Ich kann auch seinen geringsten Schärfegrad nicht essen.

    Deshalb gehe ich da nicht hin.

    Nun sind in Chili, Pfeffer, Pfefferröhrlingen verschiedenen Scharfstoffe enthalten. Es ist auch damit zu rechnen, dass jeder Mensch individuell auf die verschiedenen Scharfstoffe reagiert.

    Das gäbe viel Raum für interessante Experimente:

    Ich esse Eure Pfefferröhrlinge nach Eurer Zubereitung,

    Ich esse Eure Pfefferröhrlinge nach meiner Zubereitung.

    Ihr esst meine Pfefferröhrling nach Eurer Zubereitung.

    Ihr esst meine Pfefferröhrling nach meiner Zubereitung.

    Wir machen das alles mit einer größeren Gruppe.

    ...

    Gruß,

    Marcel

    Hallo Thomas (Bergwald),

    mir ist nicht ganz klar, was Du unter Nachweis verstehst.

    Ich bin Ingenieur der Elektrotechnik und für mich ist ein Nachweis erbracht, wenn jemand ein Experiment macht, das ein Ergebnis bringt, das vorhergesagt war.

    Was irgendwelche Leute in Büchern schreiben, gilt bei mir nicht als Nachweis.

    Ich habe mehrfach an derselben Stelle Pfefferröhrlinge geerntet, diese klein geschnitten, einem Mischpilzgericht hinzugefügt und das Ganze langsam in Butter ohne hinzufügen weiteren Zutaten und ohne zu salzen gegart.

    Alle Teilnehmer an der Mahlzeit gaben auf Nachfrage einen deutlichen Pfeffergeschmack bei den Pfefferröhrlingsteilchen an, der im Mischgericht deutlich auffiel.

    Ich beschreibe die Zubereitung so genau, weil ich während meines Studiums auch eine Vorlesung der Chemieingenieurwesen besucht habe und mich da mit einem Ergebnis von 1.0 auch habe prüfen lassen.

    Garung in Butter heißt: 1. Die maximale Temperatur, der die ausgesetzt waren, ist geringer als bei der Garung in Bratfett.

    2. Chemische Reaktionen zwischen dem Bratöl und den Inhaltsstoffen der Pilze können ausgeschlossen werden, stattdessen sind solche zwischen den Inhaltsstoffen der Butter und den Pilzen zu beachten.

    Weiterhin sind chemische Reaktionen zwischen den Inhaltsstoffen der verschiedenen Pilze zu erwarten. Jeder der Mischpilzgerichte zubereitet, kennt solche Effekte.

    Salz verursacht unter Umständen wegen des osmotischen Drucks ein Aufquellen oder Einschrumpfen des Garguts, mit der Zerstörung von Membranen ist zu rechnen.

      

    Was ich nicht kann, ist die Pfefferröhrlinge auf Artebene zu bestimmen.

    Wikipedia schreibt bei:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Pfeffer-Röhrling

    "Phylogenetische Untersuchungen zeigten, dass es sich bei dem Pfefferröhrling um eine Sammelart handelt."

    Wie man unter anderem in Römpp Chemielexikon nachlesen kann ist Chalciporon ein Scharfstoff aus dem Pfefferröhrling ... Der Pfefferröhrling findet als Würzpilz Verwendung. Ich bin denn doch der Meinung, das jemand, der etwas anderes behauptet - wie Herr Laux - das belegen sollte und ich finde bei Herrn Laux keinerlei Belege dafür.


    Ebenso sind meine Aussagen zur Chilischärfe bei meinem Metzger durch Experiment entstanden:

    Der Mensch betreibt im Sommer Würstchenbuden, wo Würstchen mit Foltergraden von Chili dekoriert werden und er Warnschilder aufstellen muss.

    Es gab ja bekanntermaßen einen Schlagerfuzzy, den irgendwelche Sadisten vor laufender Kamera überredet hatten, solche Schärfegrade zu testen.

    Es ist per Fernsehaufzeichnung belegt, dass er danach ins Krankenhaus eingeliefert wurde.

    So was kommt gar nicht so selten vor, ich kann selbst folgendes berichten:

    Vor vielen Jahren reiste ich nach Nepal. Im Hotel gab es "europäisches" Essen (für mich schon viel zu scharf) und Original nepalesisches. Ich habe einmal den Fehler gemacht, das letztere zu probieren. Ich konnte kaum was davon essen und brach anschließend auf dem Weg in mein Zimmer zusammen.

    Da kam dann der Hotelmanager und fragte ob er nicht einen Arzt rufen solle. Ich fragte aber nach einem Brechkübel und arbeitete mich aber nach kurzer Bewusstlosigkeit in mein Zimmer. Ich hatte eine unangenehme Nacht, aber am nächsten Tag war alles vorbei.

    Wie man ebenfalls in Wikipedia nachlesen kann hat

    Capsaicin

    folgende toxikologische Daten:

    Alle Scharfstoffe sind stark giftig, Wenn ich sehe, welches Gewese hier bei geringen Giftgehalten von Pilzen gemacht wird, wenn gleichzeitig Capsaicin haltige Produkte frei gehandelt werden dürfen, schwillt mir der Kamm.

    Gruß,

    Marcel

      

    Hallo zusammen,

    der Unfug:

    "beim Garen verschwindet jedoch pfefferartige Schärfe"

    findet sich in vielen neueren Pilzbüchern und auch bei Wikipedia, die das anscheinend beim Laux abgeschrieben hat.

    Klein geschnittene Pfefferröhrlinge schmecken nach dem Garen wie Pfefferkörner.

    Das mit dem "Verschwinden der Schärfe" stammt wahrscheinlich von Chili Junkies, die durch die Gewöhnung an Chilizubereitungen, bei deren Verzehr andere mit dem Krankenwagen abgefahren werden müssen, jegliche Geschmacksempfindung weg geätzt haben.

    Der Metzger meines Vertrauens kam auf die geniale Idee seinen Fleischkäse mit Chili abzuschmecken. Auf meinen Hinweis, dass ich das nicht mag, meinte er es sei ja nur ein Hauch dran. Die Chili Junkies schmecken die impertinente Schärfe nicht mehr.

    Weiterhin in Frage kommt noch das berüchtigte scharfe Anbraten.

    Außerdem ist zu beachten, dass "Pfefferröhrling" mehrere Arten sind, die sich möglicherweise auch bezüglich der Scharfstoffe unterscheiden.

    Gruß,

    Marcel


    Hallo Christoph,

    im Gegensatz zu Dir bemühe ich mich das, was mein Gegenüber schreibt oder was der tut zu verstehen.

    Du wärmst jetzt aus unerfindlichen Gründen wieder die Schlüsseldiskussion wieder auf, wobei Du zeigst, dass Du auch nicht ansatzweise versucht hast, zu verstehen, was ich dazu gesagt habe. Ich hatte ja mehrfach erklärt, dass ich mit gestuften Mustern hantiere und damit unterschiedlich weit komme.

    Du schreibst dann zum Beispiel:

    "Und von mir aus kannst du auch versuchen, Täublinge durch zigmales Anschauen von Bilderbüchern zu erlernen."

    Du unterstellst mir irgendwelches Zeug, womit Du zeigst, dass Du nicht versucht hast zu verstehen, was ich geschrieben habe.

    Man kann nicht "die Täublinge erlernen". Ich hatte ja klar gesagt, das es hilfreich ist, Muster zu erkennen. Dass die dann aber unterschiedlich weit führen. Manchmal nur zur Gattung, manchmal zu einer Artengruppe, Sektion oder wie das systematisch heißt. Mit Glück zur Art.

    Das Rotkappenbeispiel zeigte, dass ich mit meiner Mustererkennung und weiterer Forschung bis zu einer Auswahl von zwei Arten gekommen war.

    Dein Beitrag war ganz hilfreich, weil Du dann ja Merkmale genannt hast, die für Dich eine Trennung erlauben würden.

    Dem hat dann aber jemand widersprochen, der die in Frage kommenden Arten häufiger bei sich findet.

    Über den Verweis auf Schlüssel ärgere ich mich in keiner Art und Weise. Dieser Fall zeigt aber gerade, wie wenig sie helfen. Da hast damit dein eigenes Argument widerlegt.

    Ich werde mir, wenn ich Gelegenheit habe ansehen, ob ich die Merkmale so finde wie benannt oder ob ich auch so ein Kuddelmuddel finde wie von einem anderen Foristen beschrieben.

    Ich werde mir auch bei Gelegenheit die Schlüssel besorgen, befürchte aber dass ich dann auch Stellen finde, in der nach Fichte oder Kiefer gefragt wird und man bei und nicht weiterkommt.

    Du schreibst jetzt:

    "Von mir aus verteidige solche Maschen"

    Ich verteidige oder bekämpfe gar nichts. Ich versuche zu verstehen. "Gesunder Menschenverstand" ist ganz ein schlechter Ratgeber. Nur weil ich etwas nicht verstehe, muss es nicht falsch sein. Während meines Studiums musste ich lernen, dass es zum Beispiel real existierende Bauteile gibt, die sich jedem "gesunden Menschenverstand" entziehen.

    Ich nenne mal die "Tunneldiode". Elektronen finden einen Durchgang durch eine eigentlich unüberwindliche Barriere, indem sie sich auf die Heißenbergsche Unschärferelation berufen.

    "Da ihr nicht gleichzeitig genau sagen könnt wo wir sind und wie schnell wir uns bewegen, behaupten wir mal wir hätten einen Tunnel durch die Barriere gefunden."

    Verzeihung ich habe gerade versucht mich in die Gedankenwelt eines Elektrons hineinzuversetzen - sehr esoterisch.

    Weniger Esoterisch: die Barriere ist sehr schmal aber eigentlich zu hoch.

    Die heisenbergsche Unschärferelation oder Unbestimmtheitsrelation (seltener auch Unschärfeprinzip) ist die Aussage der Quantenphysik, dass zwei komplementäre Eigenschaften eines Teilchens nicht gleichzeitig beliebig genau bestimmbar sind. Das bekannteste Beispiel für ein Paar solcher Eigenschaften sind Ort und Impuls.

    Keine Esoterik - so funktioniert ein Bauteil.


    Du schriebst: "Ich habe bei einer Gartenmesse mal einen Stand gesehen, bei dem eine esoterische Dame mit einem Spannungsmessgerät hantierte. Sie geb die beiden Elektroden den Opfern in die Hand. natürlich misst man immer eine Spannung zwischen den beiden Händen." Bei dem von Dir verlinkten Objekt handelt es sich um ein "Voltmeter, rechteckig, analoge Anzeige, Volt-Spannungsprüfer", nicht um ein Spannungmessgerät mit "Elektroden" (heißen eigentlich Prüfspitzen) wie Du schreibst. Als Elektroden kann man Prüfspitzen mit einigem guten Willen nur dann bezeichnen, wenn man Widerstand misst. Dann wird da nämlich Spannung angelegt. Spannungsprüfer baut man in Geräte ein, um festzustellen ob denn die Betriebsspannung da ist oder nicht. (Die deutsche Bahn hat sowas zum Beispiel in ihren Zügen. Das ist auch das einzige Beispiel, das mir einfällt). Für mehr taugen die nicht. Deshalb schreibt der Hersteller "Spannungsprüfer" und nicht Spannungsmessgerät. Und mit so einem Spannungsprüfer wirst Du niemals irgendeine Spannung zwischen den Händen messen. Mit einem Multimeter "misst" auch nichts wirklich, wenn man einem Menschen Prüfspitzen in die Hand drückt. Da kann man lediglich den Messfehler des Geräts überprüfen. Gerade versucht: Hände tauschen dann sollte ja aus den -10mV +10mV werden. Bleibt aber bei 10mV.

    Obwohl ich ja gerade gleichzeitig mein Notebook auf dem Bauch liegen habe und da vielleicht auf dem Gehäuse etwas Spannung liegt. Jeder Techniker, der sein Handwerk versteht, prüft erst mal kurz, ob denn sein Messgerät in Ordnung ist und vor der Spannungsmessung nehme ich gewohnheitsmäßig erst mal je eine Messspitze in eine Hand und dann würde ich gerne 0.0 sehen.

    Damit die Dame da irgendetwas zeigen kann, müsste sie ja bei verschiedenen Menschen verschiedene Resultate zeigen können, die auch reproduzierbar sein müssten, wenn sie zum Beispiel erst Herrn A dann Frau B und dann wieder Herrn A vermisst. Dann sollte sich die Messung von Herrn A und Frau B unterscheiden. Und wenn Herr A das zweite Mal gemessen wird, muss dasselbe wie beim ersten Mal wieder herauskommen.

    Das hätte ich mir mal angesehen, wenn ich da gewesen wäre.

    Da Du mir Sachen unterstellst, die ich nie gesagt habe, habe ich den Verdacht, dass sich das bei dem Bericht über das Verhalten der Dame ähnlich verhält. Und ich möchte den Verdacht äußern, dass bei einer "Gartenmesse" vielleicht folgendes ein Thema sein könnte:

    Elektrokultur – Wikipedia

    Da kämen nämlich Elektroden zu Einsatz.

    Außerdem ein sehr interessantes Thema. Wir haben ja neulich im Vortrag gehört, dass früher die Menschen glaubten, dass Pilze durch Donner entstehen.

    Vielleicht ist denen, aber eine starke Bildung von Fruchtkörpern nach Gewittern aufgefallen. Wenn Elektrizität einen bewiesenen Einfluss auf Pflanzenwachstum hat, warum nicht bei Pilzen?

    Mich beeindruckte immer die Geschichte vom Kannitverstan.

    " Aber auf dem seltsamsten Umweg kam ein deutscher Handwerksbursche in Amsterdam durch den Irrthum zur Wahrheit und zu ihrer Erkenntniß."

    Gruß,

    Marcel


    Gruß,

    Marcel

    Hallo Christoph,

    Himalayasalz hat nach den mir zugänglichen Quellen eine ähnliche Zusammensetzung wie Meersalz (mehr Ca und Mg als Steinsalz aus heimischer Produktion) und enthält außerdem noch Eisen (rote Farbe),

    Es wurde Jahrzehnte in den Bioläden gehandelt und mir sind da niemals irgendwelche Gesundheitsversprechen aufgefallen. Hingegen erinnere ich mich daran, dass früher sehr intensiv Meersalz mit Gesundheitsversprechen beworben wurde, das man im Supermarkt erwerben konnte. Weiterhin verkauften die Apotheken früher Mineralstoff-Cocktails, bei denen sie erklärten, dass die alle Spurenelemente enthielten, die der menschliche Körper brauche und machten da auch Gesundheitsversprechen. EU sei Dank darf man das heute nicht mehr ohne Belege.

    Wenn im Himalaysalz übrigens z.B. Bleiacetat enthalten wäre, würdest Du es schon schmecken: Das schmeck süß und ist sehr giftig.

    Ich habe Elektrotechnik studiert und wenn ich "Spannungmessgerät" lese, sehe ich, dass da jemand etwas beurteilen will, von dem er keine Ahnung hat.

    Es gibt keine Spannungsmessgeräte: Es gibt nur Multimeter und die messen Spannung, Strom und Widerstand. Wenn ich die auf Spannung schalten und die Elektroden in die Hand nehme, messe ich nichts! Was man hingegen messen kann, ist der Widerstand des menschlichen Körpers. Das wird zum Beispiel bei den Waagen mit Körperfettbestimmung gemacht. Ich habe selbst so eine. Es ist zwar mehr ein Schätzeisen, aber sagen wir mal so, das Messergebnis hat eine gewisse Korrelation mit dem tatsächlichen Wert.

    Zum Messen des Widerstandes wird übrigens Spannung an den menschlichen Körper angelegt. Elekrotherapie zur Schmerzbehandlung ist mittlerweile schon in der Schulmedizin angekommen. Mir fallen da also gleich 2 Möglichkeiten ein, dass hinter dem was die von Dir beobachtete Dame so macht, irgendwo ein Stückchen Wahrheit steckt.

    Rein pilzlich: Ich habe mit meinem Multimeter auch schon mal den elektrischen Widerstand von Pilzen gemessen. Es ging um die Frage, ob denn statische Aufladung zur Verbreitung der Sporen beiträgt. Das wurde mal im Tintling diskutiert.

    Gruß,

    Marcel

    Hallo Christoph,

    bezüglich Himalayasalz:

    Ich finde da nur Behauptungen, dass da 84 Elemente enthalten seien.

    Da ein Mol einer Substanz 6x10 hoch 23 kleinste Teilchen enthält, wird das vermutlich sogar stimmen. Für jedes Element, das natürlich vorkommt, gibt es Tabellen der Häufigkeit.

    Wenn ich diese Häufigkeit mit 6x10 hoch 23 multipliziere, finde ich da immer noch das eine oder andere Atom in meiner Probe.

    Früher dachte man übrigens, dass Plutonium nicht natürlich vorkommt. Bis man dann den Naturreaktor Oklo entdeckte.

    Das ist aber für die Praxis völlig irrelevant: Entscheidend ist der Geschmack der damit gesalzenen Speisen. Ich habe zum Beispiel viele Jahre ein mit Himalayasalz gesalzenes Buchweizenknäcke erworben. Das schmeckte sehr lecker. Jetzt haben die das Salz komplett herausgenommen und das schmeckt fade. Das alte Knäckebrot war übrigens keinesfalls besonders teuer.

    Ich habe neulich ein anderes Mineralwasser erworben, als ich eigentlich wollte, weil das, das ich eigentlich wollte, nicht da war.

    Meine Mutter will aber genau dieses Mineralwasser und ich kann das nachvollziehen:

    Obschon die Mineralstoffverteilung bei flüchtigem Durchlesen nur geringfügig abweicht, fällt das geschmacklich denn doch deutlich ab.

    Es gibt ja sogar mittlerweile Mineralwassersommeliers, die den Gästen ein passendes Mineralwasser zu den gewählten Speisen empfehlen.

    Wenn so etwas für den Menschen deutlich wahrnehmbar ist, frage ich mich, welchen biologischen Grund das hat.

    Üblicherweise ist es für Lebewesen günstig Geschmackseindrücke als angenehm zu empfinden, wenn dieses Lebensmittel ihnen gut tun. Unangenehme Geschmackseindrücke

    sollen in der Regel vor schädlichen Stoffen warnen. Das funktioniert zum Beispiel beim grünen Knollenblätterpilz nicht, bei den Mineralien würde es mich aber wundern, wenn dem nicht so wäre.


    Gruß,

    Marcel

    Hallo Andreas,

    ich denke gerade darüber nach, mal einen Urlaub in Thüringen zu verbringen.

    Da scheint es ja viele interessante Pilze zu geben ..

    Ich war 2-Mal arbeitsbedingt eine Woche in Suhl. Leider musste ich mein morgendliches Training im Dunkeln durchführen und da sehe ich gerade genug, um nicht gegen einen Baum zu laufen. Pilze -selbst recht große- eher nicht.

    Ich hätte zwar noch andere ungeklärte Leccinum (was ist da eigentlich der Plural: Leccini?) in meiner näheren Umgebung, aber da müsst ich halt zunächst herausfinden, was denn der aktuelle Stand ist und mir den dann besorgen.

    Außerdem wächst der weiße Birkenpilz, der mich interessiert, in einem Hangmoor. Da kann man zwar eher nicht versinken, aber mit Teilen des Hanges einen recht schnellen Abgang machen.


    Gruß,

    Marcel

    Hallo Christoph,

    zunächst einmal danke für die Informationen.

    Ich hatte ja schon beschrieben, dass ich die Merkmale nicht erfassen konnte, weil in Welschnofen ein Pilzsammelverbot gilt. Genaugenommen darf der Waldbesitzer sammeln, aber sonst niemand. Ich habe an einer Führung, die von einem lokalen Förster geführt wurde, teilgenommen. Da fragte jemand, ob es denn zulässig sei, Pilze zum Bestimmen zu entnehmen. Er lehnte das strikt ab. Der Grund ist wohl, dass die das Problem haben, dass da massenhaft "Italiener", wie er sagte, auftauchen, die beim Pilz suchen Kämme einsetzen und die Naturverjüngung des Waldes unterbrechen. Die Förster machen da einen "Lochhieb". Da werden auf kleiner Fläche Bäume entnommen und mit dem Hubschrauber abtransportiert. Wegen des felsigen Geländes kann man da aber keine Neuanpflanzungen machen, sondern man setzt auf Naturverjüngung.

    Ich werde mich um die eine oder andere Quelle mal bemühen, aber das kostet mich Zeit und Geld.

    Ich bin dankbar dafür, dass jemand da mal potentielle Quellen benennt.

    Wenn ich mal wieder "den Rappel" hab, mach ich das.

    Es ist für mich schon ein größeres Problem, herauszufinden, was da als Literatur in Frage kommt.

    Da wurde damals vorzugsweise der den Bakker benannt und ich gebe das wieder, was in der mir damals zugänglichen Literatur benannt wurde.

    Es wäre hilfreich, wenn diejenigen, die sich mit der Thematik besser auskennen als ich, ihre Erkenntnisse dem gewöhnlichen Volk, wie mir, zugänglich machen würden.

    In meinen Büchern - und ich habe einige - gibt es gar keine Rotkappen im Nadelwald.

    Gruß,

    Marcel

    Hallo Pablo,

    ich bringe das nicht mehr alles zusammen, spontan gefunden habe ich noch:

    Evolution and host specificity in the ectomycorrhizal

    genus

    Leccinum

    Henk C. den Bakker

    1,3

    , G. C. Zuccarello

    1

    , TH. W. Kuyper

    2

    and M. E. Noordeloos

    1

    Liegt noch da, wo ich das ablege, das nicht offen im Internet war.

    Ich hatte damals auch noch freie Quellen gefunden.

    Meine Hoffnung war damals: Wenn ich so etwas noch mal finde, kann ich es bestimmen.

    Aber auch nach der Lektüre hatte ich nichts, mit dem man Leccinum vulpinum und Leccinum piceinum trennen könnte.

    Gruß,

    Marcel

    Hallo Pablo,

    ich hatte mir damals sogar kostenpflichtige Zeitschriftenartikel zu Leccinum besorgt, aber die trugen auch nicht sehr zu meiner Erleuchtung bei.

    Leccinum bei Fichte oder Kiefer (da standen auch Fichten), das reduziert die Auswahl schon mal stark. Ich fand die Hutfarbe übrigens fast gruselig und sehr charakteristisch.

    Bei der letzten Durchwürfelung von Leccinum hatte der Verfertiger der neuen Beschreibung wohl aber leider keine Exemplare der in Frage kommenden Arten zum Beispiel zur Sequenzierung vorliegen.

    Es ließ darum offen, ob das denn überhaupt verschiedene Arten sind.

    Es gibt wohl auch niemanden, der da außer dem Baumpartner irgendwelche harte Unterschiede benannt hat, mit denen man trennen kann. Im Mischwald hat man dann halt leider verloren.

    Mikroskopisch gibt es da wohl auch nichts.

    Nun haben wir im Pfälzer Wald haufenweise Kiefern und Fichten, aber weder da, noch sonst irgendwo, habe ich so etwas nochmals gesehen. Mich würde interessieren, ob irgendjemand anderes schon mal außerhalb des alpinen Biotops so etwas gesehen hat.

    Gruß,

    Marcel

    Hallo zusammen,

    ich möchte noch eine von mir nicht näher bestimmte Rotkappe aus dem Bergnadelwald zeigen. Die Mitnahme zur näheren Untersuchung scheiterte hier daran, dass in Welschnofen und Tiers ein Pilzsammelverbot gilt. Gendarmen kontrollieren das auch und wollten auch schon einmal meinen Rucksack besichtigen.

    In der Gegend befindet nach Aussagen der Gemeinde der höchste bewaldete Hügel Europas. (Taltbühl).

    Das Foto entstand in einer Höhe von ca. 1700 Metern.

    Gruß,

    Marcel