Beiträge von Clavaria

    Hallo zusammen


    Endlich ist ein schon lange erwartetes Paper erschienen:

    https://www.researchgate.net/publication/415473632_Disentangling_the_species_diversity_of_Inocybe_sect_Petiginosae_Inocybaceae_in_Europe_and_North_America


    Nun ist klar, das Nr. 5 anhand der Sequenz Inocybe jacobi ist.


    Und wenn ich schon dabei bin, hier die restlichen Ergebnisse. Die Kollektionen sind alle sequenziert.

    1 = Inocybe sambucella

    2 = Inocybe virgatula

    3 = Inocybe amicta

    4 = Eine namenlose Art "Inocybe HG796970"

    5 = Inocybe jacobi, wie gesagt

    6 = Namenlose Art

    7 = Inocybe subbrunnea

    8 = Inosperma pisciodorum

    9 = Inosperma gracilentum


    LG Raphael

    bis auf E. mougeotii, der sieht für mich sehr untypisch aus.

    Hallo Hias


    Ah da schaut einer genau hin... ja, bei dem war ich auch unsicher.

    An diesen hektischen Tagungen kann oft nicht seriös arbeiten.

    Ich werde das bei Gelegenheit nochmal verifizieren.


    LG Raphael

    Hallo zusammen


    Ohne auf einen Blick auf die Sporen wird das eine Raterei.

    Interessant wäre aber noch, ob und wie sich die Lamellen bei Berühung verfärben.

    Für die gängigen Lyophyllum-Arten (deliberatum, semitale, paeolochroum) sind die Lamellen aber zu dicht.


    Gerhardtia borealis scheint mir ein plausibler Kandidat zu sein.


    LG Raphael

    Hallo zusammen


    Nach zwei intensiven Wochen bin ich wieder zu Hause. Obwohl es noch immer recht trocken ist, gab es einige spannende Funde.

    Ich verzichte jetzt mal auf Mikrofotos - bei Interesse einfach fragen.

    Die Bilder sind einigermassen nach Habitat sortiert, damit es übersichtlicher wird.

    Viele Bestimmungen sind unsicher - bitte meldet euch, wenn euch etwas zweifelhaft erscheint.


    a) Subalpine Magerwiese

    1: Cuphophyllus lacmus - naja, keine Traumkollektion.



    b) Grünerlen und anliegende Habitate auf 1900m:

    2: Alnicola badiofusca


    3: Galerina badipes


    4: Loreleia marchantiae


    5: Entoloma sericellum (vermutlich s.str.)


    6: Ein noch namenloser Saftling, nach meinen Unterlagen komme ich nur auf Hygrocybe rubrolamellata.


    7: Mycena pterigena auf Farnstengeln



    c) Im Moor:

    8: Entoloma jubatum


    9: Entoloma elodes, noch jung


    10: Cortinarius chrysolithus


    11: Hypholoma elongatum


    12: Cystoderma amianthinum f. album


    13: Entoloma lividocyanulum


    14: Gomphidius roseus (gefunden von einem Kollegen, habe nur ein Foto "geklaut")


    15: Phaeonematoloma myosotis


    16: Trichoglossum variabile, Sporen 7-15 fach septiert


    17: Gymnopilus fulgens


    18: Rickenella cf. fibula - etwas braun geraten und Sporen zu wenig schlank, mal schauen was daraus wird.


    19: Lactarius scoticus



    d) Montane Weiden und Magerwiesen

    20: Entoloma cf. aranense


    21: Entoloma asprellum


    22: Entoloma mougeotii


    23: Entoloma cf. pseudocruentatum


    24: Dermoloma cuneifolium s.str.


    25: Cystoderma jasonis


    26: Entoloma sarcitulum


    27: Galerina graminea


    28: Panaeolus acuminatus


    29: Dermoloma cf. huartii (Sporen etwas grösser als bei cuneifolium)


    30: Lepiota tomentella


    31: Pseudoporpoloma pes-caprae


    32: Arrhenia cf. subglobisemen



    e) Waldränder bei Salix, Picea etc. waren recht ergiebig

    33: Alnicola luteolofibrillosa


    34: Alnicola subconspersa


    35: Cortinarius hinnuleus


    36: Hebeloma velatum


    37: Paxillus cf. olivellus


    38: Stropharia caerulea



    f) Auf Holzschnitzeln und auf einer Feuerstelle:

    39: Deconica crobula


    40: Pholiota highlandensis


    41: Pholiota lenta


    42: Tephrocybe anthracophila


    LG Raphael

    Wunderbar, vielen Dank!

    Hallo Mario


    Ich finde das auch recht praktisch, vielen Dank!

    Zwei Vorschläge:


    a)

    Das Komma wird nicht überall auf der Welt als Dezimaltrennzeichen verwendet.

    Wenn ich so einen Export in meine Daten übernehmen will, muss ich immer erst alle Kommas durch Punkte ersetzen.

    Ist es möglich, das Dezimaltrennzeichen aus dem Betriebssystem zu übernehmen?

    Dito für das Tausendertrennzeichen, auch wenn das wohl nur selten benutzt wird...


    b)

    Selbst zwei Nachkommastellen sind mir bei Länge und Breite zuviel.

    Das ist eine Scheingenauigkeit, und macht die Messungen unübersichtlicher.

    Allerdings scheiden sich da wohl die Geister - wieso das nicht konfigurierbar machen?

    Der Q sollte separat konfigurierbar sein, weil dort m.E. zwei Nachkommastellen wichtig sind.


    LG Raphael

    Hallo Hias


    Ah ja, ein guter Hinweis. Das ist laut den Papers von Moreau ein Artenaggregat.

    Deshalb muss man da wohl eine gewisse Variabilität in Kauf nehmen.

    Keine Ahnung, ob irgendwann jemand die Geduld hat, das genauer zu untersuchen.


    Einige andere meiner Kollektion kommen näher an das, was du gefunden hast:


    Die wuchsen ganz nahe neben denen, die ich oben gezeigt habe. Mikroskopisch praktisch identisch.


    Vom anderen Standort (Ferpècle)


    Die hier auch, eigenartigerweise. Da ist das Velum viel spärlicher, aber sonst passt alles.

    Kollektion aus dem Jahr 2021


    Und hier 2024.


    Ich habe neulich mal ein Phylogramm für die Gattung gemacht. Leider gibt es nur wenige öffentliche luteolofibrillosa-Sequenzen.

    Von meinen werde ich sicher einige sequenzieren lassen.



    LG Raphael

    Hallo Andy


    Hygrocybe acutopunicea ist ein nomen superfluum, der "richtige" Name ist Hygrocybe acuta.

    Haller begründet den neuen Namen H. acutopunicea damit, dass acuta in den Hygrophoraceae bereits verwendet wurde. Die Art von Smith & Hesler wurde aber als Hygrophorus beschrieben, nicht als Hygrocybe, und heisst inzwischen Hygrocybe americana.


    Moeller beschreibt die Art so (nur der linke, grosse Fruchtkörper):



    Also ein konischer Saftling, nicht schwärzend, vom Habitus wie H. punicea, aber kleiner.

    Über die HDS schreibt er nichts. Aber weil die Ähnlichkeit mit H. punicea betont und kein filziger Hut erwähnt wird, muss es eigentlich eine (Ixo)Kutis sein.

    Dieser orangefarbene Rand, wie z.B. auf dem Bild in PdS, wird nicht erwähnt (im Gegenteil, der Hut soll von der Mitte her ausblassend).

    Was in PdS als H. acutopunicea gezeigt wird, ist vermutlich was anderes, das schreibt auch Boertmann ("unknown to me").


    Wie auch immer, meine Pilze hatten eine trichodermale HDS und teils eingeschnürte Sporen, sollte also schon miniata sein.


    LG Raphael

    Hallo Emil


    Ja da war ich am Standort auch unsicher, aber die Sporen passen sehr gut zu Calocybe:


    Leider wollten sie keinen Abwurf machen, aber man sieht die typische, subfusoide Form von Calocybe carnea.


    Rugosomyces hat sich als Gattung phylogenetisch nicht bestätigt. Siehe zum Beispiel hier:

    https://www.researchgate.net/publication/272073790_Plunging_hands_into_the_mushroom_jar_a_phylogenetic_framework_for_Lyophyllaceae_Agaricales_Basidiomycota


    LG Raphael

    So,noch ein paar hübsche Sachen.

    Zunächst einige Sachen von einer Vereinsexkursion auf ca. 1300m.


    1:

    Ein winziges Dermoloma am Wegrand auf ca. 1300m. Es könnte Dermoloma carpathicum sein, ohne Garantie.


    Sporen: 5.4-5.9-6.5 x 3.7-4.1-4.5 µm, Q = 1.31-1.44-1.59


    HDS hymeniform



    2:

    Conocybe semiglobata


    3:

    Calocybe carnea



    4:

    Entoloma sericeum



    5:

    Hymenoscyphus fructigenus



    6:

    Phaeotremella foliacea



    Dann eine Saftlingswiese auf 2200m:


    7:

    Hygrocybe miniata


    8:

    Hygrocybe cf. ortoniana


    9:

    Hygrocybe reidii mit Honiggeruch


    10:

    Gliophorus laetus var. flavus


    11:

    Hodophilus aff. fuscofoetens, noch namenlos und entsetzlich stinkend



    12:

    Entoloma caesiocinctum



    13:

    Entoloma serrulatum



    14:

    Entoloma formosum



    15:

    Ein kleines Hypholoma, das ich nicht bestimmen kann.


    Sporen in Wasser


    Cheilozystiden zylindrisch-keulig, dazwischen einige auffällige Chrysozystiden


    Pleurozystiden ebenfalls als Chrysozystiden


    HDS



    16:

    Lichenomphalia ericetorum



    17:

    Mycena spec., für mich unbestimmbar, weniger als 10mm im Durchmesser.


    Sporen fast fusiform


    Cheilozystiden schwer zu finden, aber vorhanden, koralloid


    Kaulozystiden ebenso



    18:

    Mycena epipterygia



    19:

    Clavulinopsis cf. corniculata



    20:

    Cortinarius cinnamomeoluteus (da standen ein paar Salix-Büsche)



    20:

    Cuphophyllus hygrocyboides



    21:

    Entoloma cf. cognatum


    Sporen subisodiametrisch


    Cheilozystiden


    Pleurozystide


    22:

    Entoloma cf. velenovskyi


    Sporen heterodiametrisch


    Cheilozystiden


    Pleurozystiden unauffällig und spärlich



    23:

    Eine komische Zunge, Geoglossum cf. barlae



    24:

    Alnicola tantilla


    Sporen praktisch glatt


    Cheilozystiden


    HDS


    Kaulozystiden



    25:

    Galerina uncialis


    Sporen


    Cheilozystiden


    Kaulozystiden


    So, es reicht für heute.


    Gruss Raphael

    Hallo zusammen


    Nun ein paar subalpine Pilze aus den Grünerlen im Val de Nendaz (Lac de Cleuson) und dem Val d'Hérens (Ferpécle).


    1:

    Alnicola badiofusca (glaube ich)


    Sporen typisch für die Gattung


    Cheilozystiden sehr schlank


    HDS, stark inkrustiert


    Kaulozystiden



    2:

    Alnicola luteolofibrillosa gab es in Unmengen, leicht zu erkennen am reichlichen Velum und dem bitteren Geschmack.


    Sporen kaum warzig und fast glatt.


    Cheilozystiden


    HDS



    3:

    Alnicola submelinoides


    Sporen klein


    Cheilozystiden keulig, untypisch für die Gattung, es gibt nur drei solche Arten.


    HDS deutlich hymeniform


    Kaulozystiden ebenfalls keulig.



    4:

    Diesen Rötling konnte ich nicht bestimmen. Ich warte mal auf FE 5c, vielleicht geht es damit.


    Sporen 7.6-11.3 x 7.9-9.2 µm, (sub)isodiametrisch.

    Basidien meist 2-sporig, Schnallen vorhanden, keine Zystiden.


    HDS irgendwie zwischen trichodermal und hymeniform, mit komischen Verlängerungen.



    5:

    Ein komischer Trichterling, vielleicht Clitocybe lohjaensis.


    Sporen sehr klein, 5-5.5 x 3-3.5 µm.


    HDS eine gewöhnliche Kutis.



    6:

    Collybia cirrata wuchs dort wohl eher zufällig.



    7:

    Dacrymyces stillatus



    8:

    Hymenoscyphus epiphyllus


    Sporen in Lugol, einige septiert


    Asci apikal amyloid


    Paraphysen mit lichtbrechendem Inhalt


    Excipulum irgendwie zwischen textura angularis und textura globulosa



    9:

    Tarzetta cf. alnicola


    Die Sporen sind etwas schmaler als für die Art beschrieben.


    Paraphysen


    Asci furchtbar lang, bis 300 µm


    Ectales Excipulum eine textura globulosa


    Medulla eine textura intricata



    10:

    Lactarius alpinus


    Sporen


    HDS



    11:

    Eine komische Galerina, ich komme auf Galerina caulocystidiata.


    Sporen praktisch glatt und sehr stark dextrinoid.


    Cheilozystiden spärlich, Pleurozystiden nicht vorhanden.


    HDS


    Kaulozystiden überall am Stiel vorhanden.



    12:

    Ombrophila violacea


    Sporen


    Paraphysen


    LG Raphael

    Hallo zusammen


    Im Moment hat sich die Pilzlage hier etwas beruhigt, nachdem ich drei Wochen lang jede freie Minute am Mikroskop sah.

    Jetzt gibt es in den Wäldern nur langweilige Sachen, sowas wie Steinpilze, die brauche ich nicht.


    Also zeige ich euch ein paar hübsche Sachen aus den Bergen.

    Bitte korrigiert mich gnadenlos, es sind alles nur Bestimmungsvorschläge.

    Mikrofotos zeige ich nur wenige. Wenn jemand Interesse hat: Einfach nach mehr fragen.


    Am Furkapass (bei Salix herbacea, reticulata) gab es Mitte August folgendes:


    1:

    Alpine Anomali sind quasi unbestimmbar. Vielleicht Cortinarius albocyaneus?


    Sporen: 7.5-8.4-9.5 x 6.1-7.0-7.9 µm, schwach dextrinoid.



    2:

    Cortinarius chamaesalicis, der ein Synonym von C. badiolatus sein soll.


    Sporen deutlich warzig, 10.4-12.3 x 6.2-6.9 µm



    3:

    Cortinarius cf. xanthocephalus


    Sporen 8.4-9.4-10.5 x 6.9-7.4-8.9 µm



    4:

    Helvella philonotis



    5:

    Mallocybe squarrosoannulata


    Sporen: 7.4-8.9-10.1 x 5.3-5.7-6.1 µm, Q = 1.37-1.56-1.75


    Cheilozystiden: 16-25 x 9-10 µm



    6:

    Omphalina pyxidata



    Dann aus dem abgelegenen Tal "Les Outannes" bei Salix herbacea:


    7:

    Omphalina rivulicola



    8:

    Inocybe canescens - mikroskopisch klar und sehr häufig, deshalb keine weiteren Details



    9:

    Eine beringte Mallocybe, vielleicht wieder M. squarrosoannulata.


    Sporen: 8.5-9.4-10.9 x 5.3-6.1-6.7 µm, Q = 1.31-1.54-1.85




    Eine weitere kurze Exkursion auf dem Nufenenpass ergab folgendes:


    10:

    Clavulina cinerea auf über 2500m




    Cheilozystiden ähnlich wie oben.



    11:

    Das ist vielleicht Cortinarius alpicola.


    Sporen: 8.0-9.0-10.0 x 6.2-7.4-8.0 µm



    12:

    Das hier sah schwer nach Cuphophyllus virgineus aus, aber er ist es nicht.

    Ich finde nur einen möglichen Namen: Cuphophyllus angustifolius.


    Die Sporen sind winzig, etwa 4-5 x 3-3.5 µm.



    13:

    Ein kleiner Risspilz, den ich mit einigen Fragezeichen als Inocybe gymnopilus bestimmt habe.


    Sporen recht gedrungen: 7.9-9.1-10.6 x 5.8-6.4-7.2 µm, Q = 1.26-1.42-1.63


    Cheilozystiden 38-63 x 15-21 µm


    Pleurozystiden 45-78 x 14-18 µm


    Kaulozystiden, überall am Stiel vorhanden.



    14:

    Inocybe cf. lindrothii


    Sporen: 9.3-10.2-11.7 x 5.7-6.1-6.6 µm, Q = 1.50-1.68-1.89


    Cheilozystiden auffallend schlank und sehr dickwandig, apikal meistens sandig, 45-89 x 13-21 µm.


    Pleurozystiden ebenso, 61-71 x 13-17 µm


    Kaulozystiden überall reichlich vorhanden.



    Mehr folgt im nächsten Beitrag.


    LG Raphael

    Hallo zusammen,


    also wenn dann würde ich raten, sich an Pilze Deutschland zu halten (oder wo auch immer man gerade kartiert). Wenn es z.B. um Phytoparasiten geht, wird bei Mycobank und Index Fungorum teilweise sehr viel synonymisiert, was nicht synonymisiert werden sollte.


    Björn

    Ihr seid in Deutschland verwöhnt, mit dieser akkurat gepflegten Datenbank. Unsere Kartierungsdatenbank bekommt nur alle paar Jahr ein Update. Es ist auch niemand da, um für jeden Namen zu entscheiden, ob das nun ein Synonym sein soll oder nicht.

    Also muss man meistens mit dem Stand von vor x Jahren kartieren, und in Kauf nehmen, dass manche Synonyme definitiv falsch sind. Die Möglichkeit, Artenaggregate zu kartieren, fehlt bei uns auch. Habe ich schon mehrmals angeregt.


    Für meine private Ablage ist das keine geeignete Referenz...

    Hallo zusammen


    Naja für private Zwecke halte ich es für eine pragmatische Lösung, wenn man einfach immer den Namen aus Mycobank oder Index Fungorum verwendet.

    Oder eine andere Datenbank, Pilze Deutschland ist auch gut. Es kann auch ein neueres, umfangreiches Buch sein.

    Dies aber wohlwissend, dass man halt hier und da einen Irrtum aus der Datenbank übernimmt, und dass das eigentlich nicht der Sinn dieser Datenbanken ist.

    Und später alles nachführen, wenn sich die Namen ändern... das würde ich nur machen, wenn man an dem Thema Interesse hat.

    Die früheren Namen werden ja nicht falsch, und dürfen weiterhin benutzt werden.


    Nicht jeder will sich für jeden gefundenen Pilz in die (teils nicht frei zugängliche) Fachliteratur stürzen, nur um dann nach einer Stunde Recherche zu erkennen, dass auch in der Fachwelt Uneinigkeit herrscht.

    Anders ist es, wenn man seriös publizieren will - dann kommt man an der Fachliteratur nicht vorbei.

    Wenn es dort Widersprüche gibt, muss man sich halt einer Meinung anschliessen, was dann aber zu begründen ist.


    Zurück zum Thema:

    Der Status von Aspropaxillus giganteus und candidus ist noch nicht geklärt. Für keine der Arten gibt es meines Wissens einen physischen Holotypus oder Neotypus.

    Niemand weiss so genau, was Sowery im Jahr 1815 in der Hand hatte, als er seinem Pilz den Namen Agaricus giganteus gab.

    Ebenso weiss auch niemand, was auf dem Tisch von Bresadola lag, als er im Jahr 1882 Clitocybe candida beschrieb.

    Somit ist alles, was danach kommt, nur eine Meinung oder Interpretation, aber nicht sakrosankt.

    Es könnten zwei ähnliche Arten sein, oder nur eine, wir wissen es nicht.


    Bis das geklärt ist (durch Neotypisierung), kann man es handhaben wie man will:

    Man darf mit gutem Gewissen alles in einen Topf werfen, oder aber einen der beiden Namen benutzen, wenn man eine Kollektion morphologisch zuordnen kann.


    LG Raphael

    Hallo Günter


    Pl. roseipes hat auch eine andere HDS-Struktur, mit Haaren bis 250 µm lang:



    Makroskopisch ist der Hut nicht so locker körnig, sondern wirkt eher glimmerig, und ist weder gerieft noch aderig-runzelig.


    LG Raphael

    Hallo Bernd


    Hiermit müsste der theoretisch bestimmbar sein, aber die Gruppe ist schrecklich schwierig:

    https://www.researchgate.net/publication/373617250_Holarctic_Species_in_the_Pluteus_podospileus_Clade_Description_of_Six_New_Species_and_Reassessment_of_Old_Names


    Deine Sporen sind reichlich gross für die Gruppe, dadurch fallen viele Arten raus.

    Da wäre jetzt ein Mittelwert wichtig, damit lässt es sich noch etwas eingrenzen.


    Pl. ephebeus agg. hat eine andere HDS-Struktur. Zu der Gruppe gibt es eine ganz neue Arbeit (leider nicht open access):

    https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/14772000.2026.2632242

    Hier die HDS-Struktur gemäss dem Paper:


    edit: ok, das erste Paper hast du schon, und die zu grossen Sporen auch bemerkt :)


    Gruss Raphael

    Hallo zusammen


    Die Schnallen-Frage müsste erstmal geklärt werden.

    Anhand der Mikrobilder habe ich zumindest den Verdacht, dass da welche sind.

    Zum Beispiel hier:



    In einem guten Präparat findet man an den kleinen Basidiolen vermutlich welche.


    Wenn der Rötling Schnallen hat, ist Cyanula raus.

    Mit diesen welligen (nicht eckigen) Sporen gibt es aber auch nicht unendlich viele Arten, aber wohl auch noch einige namenlose Arten.


    LG Raphael

    Hallo Bernd


    Naja bzgl. Messen hast du schon ein Stück weit recht.

    Allerdings hilft eine grössere Anzahl schon, in der Annahme, dass der optische Messfehler nicht immer in die gleiche Richtung passiert. Wenn du 10 Sporen etwas zu gross misst, und 10 etwas zu klein (was bei einer Normalverteilung anzunehmen ist), dann gleichst du zumindest den optischen Messfehler mit einer zunehmenden Sporenanzahl teilweise aus. Wenn du natürlich einen systematischen/technischen Messfehler hast, also alles grundsätzlich zu gross oder zu klein gemessen wird, dann ist eh alles für die Katz und du kannst es beim Richtwert belassen.

    Hinzu kommt, dass nicht nur der Mittelwert wichtig ist, sondern auch Minimum und Maximum (ohne Ausreisser).

    Ich habe mich auch lange dagegen gewehrt, mehr als 3 Sporen zu messen, und meinte es ginge auch ohne. Seitdem ich in kritischen Fällen (und nur dann) prinzipiell 20 Sporen messe, ist die Bestimmung deutlich erfolgreicher geworden.


    Wie auch immer, das überlasse ich dir. Es scheint mir einfach wenig erfolgsversprechend, sich bei der Messmethodik gegen die allgemein etablierte Meinung aufzulehnen. Ich habe mich nach einigen Jahren auch gefügt :)

    Insbesondere bekommst du bei Bestimmungsanfragen eher eine hilfreiche Antwort, wenn du so misst wie alle anderen auch, statt ausführlich zu begründen, warum die Messmethodik der anderen Unsinn ist. Die werden ihre Methode deswegen nicht ändern, sondern können oder wollen dir dann einfach nicht helfen...


    Zu deinem Pilz, was eigentlich wichtiger ist: nur wegen dem Befall muss der nicht gleich weg.

    Ich würde nochmal die Lamellenschneide in Durchlicht und Koh anschauen, ob das wirklich Zystiden sind. Wenn ja, muss es sehr viel mehr davon geben. Dann schauen wir weiter, wenn du noch Interesse hast.


    Lg Raphael