Beiträge von Climbingfreak

    Donnerstag Teil 2:


    Es wurde immer heißer; pralle Sonne und dann noch in ein Kalkflachmoor. Die Schwüle war für mich fast unertäglich, so dass ich nicht allzulange darauf bleiben konnte, was sehr schade war, denn dort gab es die tollsten Pflanzen. Vielleicht steuert Björn noch ein paar Bilder bei. Ich habe mich nur auf die größten botanischen Schmankerl gestürzt und diese fotografiert. Abkühlung und Erfrischung gab es im nahen Biergarten. ==Gnolm7==Gnolm10


    Für mich die tollste Sichtung auf der Tagung: Pedicularis sceptrum-carolinum - Das Karlsszepter ==Gnolm26 das größte einheimische Läusekraut btw und vom Aussterben bedroht.



    Tolle Orchideen standen in Hülle und Fülle Dactylorhiza incarnata - Fleischfarbenes Knabenkraut



    Dactylorhiza cf traunsteiniana - das cf deswegen, weil junge incarnata fast genau so aussehen. Auf der Fläche kommt die Art aber sicher vor.



    Hier bin ich mir unsicher.



    Dactylorhiza ochroleuca - Strohgelbes Knabenkraut



    Über einen Pilzfund habe ich mich auch extrem gefreut. Der Rost am Großen Wiesenknopf, Xenodochus carbonarius. Den habe ich bisher vergeblich gesucht, da selten.



    l.g.

    Stefan

    Hallo ihr lieben,


    einige Foris haben sich in den letzten Tagen im Forum etwas rar gemacht. Der Gund dafür ist simpel. Es gab die alljährliche Phytopathotagung. Ich habe mich besonders gefreut, da sie dieses Jahr in Garmisch-Partenkirchen stattfand. Ich war das letzte Mal 2012 in den Alpen und da war ich noch kein PSV und für Pflanzen habe ich mich gleich gar nicht interessiert. ==Gnolm2


    Zum Glück konnte ich meine Kenntnisse in Sachen Alpenpflanzen bei der Tagung sehr gut ausbauen, denn Jule, Friedemann, Hjalmar und weitere haben auch in Sachen Alpenpflanzen ein umfangreiches Wissen bewiesen.


    Donnerstag ging es ohne viel "Gelaber" zum Laber (Berg bei Oberammergau).Schon allein die Auffahrt mit der Seilbahn war sehr aussichtsreich.



    Die ersten Alpenwunder ließen sich nicht lange auf sich warten.


    Alpenmaßliebchen - Bellidiastrum michelii



    Trachyspora intrusa an Frauenmantel



    Grüner Alpendost - Adenostyles alpina



    Rote Kugelorchis - Traunsteinera globosa



    Bachnelkenwurz - Geum rivale gehört auch in auf die Höhen. Wusste ich bis dato auch nicht.



    Alpengreiskraut - Jacobaea alpina



    Auf den Höhen, wo keine "richtigen" Bäume mehr wachsen, muss man aufpassen. Risspilze und andere Mykorrhizapilze gehen mit unscheinbaren Pflänzchen eine Mykorriza ein. Neben den bekannten Zwergweiden ist das die Silberwurz - Dryas octopetala. Endlich habe ich die Pflanzen mal selbst gesehen.



    Alpenmilchlattich - Cicerbita alpina



    Es gab auch schon erste tolle Pilzfunde, so wie hier Puccinia astrantiae an Großer Sternddolde - Astrantia major.



    So sieht die Blüte der Pflanze aus.



    Exobasidium aequale arescens (Danke Björn :daumen: ) an Heidelbeere; meine erste Exobasidie, die ich sehen durfte. Meine sonstigen Versuche eine zu finden, blieben bisher erfolglos. Selbst an Preiselbeeren.



    Schöne Sommerwurzen, die unbestimmt blieben.



    Türkenbundlilie - Lilium martagon; noch nicht aufgeblüht, dafür aber nicht abgefressen.



    2. Teil folgt.


    l.g.

    Stefan

    Hi,


    das ist sicher L. crocipodium. :daumen:

    Ja die Art ist an sich selten, obwohl die in "guten Jahren" in bestimmten Habitaten massenhaft wächst. Dafür dann aber im Großteil von Deutschland völlig fehlt.


    l.g.

    Stefan

    Hi,


    +1 für Heudüngerling


    Hi,

    kann man, wenn man wie hier diesen Reif an Stiel und Lamellenschneiden sieht, eigentlich davon ausgehen, dass Caulo-/Cheilozystiden vorhanden sind? Oder kann man das immer nur mikroskopisch definitiv sagen?


    Gruß

    Jan

    Manchmal sieht der Stiel auch aufgrund von Velumresten bereift aus. Ansonsten ist das teilweise sehr schwer zu sehen. Gerade bei Inocyben muss ich häufig mir die Stielhaut an unterschiedlichen Stellen ansehen um die Stielbereifung zu untersuchen.


    l.g.

    Stefan

    Hi,


    ja sicher S. bovista. Die Art ist deutlich unterkariert, da man für die Bestimmung mikroskopieren muss. Das ist bei allen 3 dünnschaligen Sclerodermen so. Makroskopisch kann man nur Tendenzen erkennen. Da passt drin Fund übrigens auch makroskopisch gut.


    l.g.

    Stefan

    Hi,


    ich habe beide Arten auch schon auf kalkigen Untergründen gefunden. Zumindest Fichtensteinpilzen ist es nach meiner Erfahrung recht egal, wie hoch der Boden-pH-Wert ist. In Österreich habe ich in den Kalkalpen schon sehr viele Steinis gefunden. Flockis auch, aber die nicht so zahlreich.


    "Kalkpilze" können sich in den gekalkten Wäldern durchaus ansiedeln. Es gibt ja auch Pilze, die gut auf neutralen bis leicht basischen Böden wachsen.


    l.g.

    Stefan

    Hi,


    gerade bei Coprinellus der ehem. Sektion Setulosi; neu Gattung Tulosesus ist die Untersuchung der HDS extrem wichtig. Die Form und Ausprägung der Pileozystiden sind bei der Bestimmung sehr wichtig. Noch wichtiger ist aber die Ausprägung des Velums. Nach der alten Nomenklatur konnte man da schon durch genaue makroskopische Betrachtung des Velums, sofern vorhanden, die Gattung ermitteln.


    l.g.

    Stefan

    edit: ich vermute, dass diese Kollektion nicht auf die Iodreaktion geprüft wurde.

    Hi Alex,


    wer lesen kann... ==Gnolm7==Gnolm10==Gnolm7

    Unter dem Mikroskop konnte man mit Lugol deutlich blau gefärbte Ascusspitzen erkennen. Jedoch waren alle Asci noch ohne Sporen, der Becherling war einfach zu frisch. Ohne die Sporengröße zu kennen, hätte ich aufgrund der blasigen Außenseite der Fruchtkörper und der Größe auf den Blasigen Becherling Peziza vesiculosa getippt.

    Thiemo Baumwollblau und Kongorot sind wichtig. Die solltest du dir zulegen. Ersteres brauchst du immer wieder, wenn du mit Ascos arbeiten willst und das bei vielen Gattungen, wie z.B. auch mit Scutellinia.


    l.g.

    Stefan

    Hi,


    diese behaarten Stellen können was aus der Colletotrichum/Gloeosporium-Ecke sein. Hast du mal mit dem Ellis&Ellis abgeglichen?


    l.g.

    Stefan


    P.S. Bin gepannt, was Ulla zu deinem Myxo sagt.