Beiträge von kruenta

    N'abend, in der Sandgrube hatte ich auch eine lädierte Peltigera gefunden, die in Vollsonne auf der Fahrspur rumlungerte. Grau und unscheinbar, relativ mickrig. Verdacht auf rufescens.


    Trotzdem habe ich mal versucht den Sand abzumachen und die Adern und Rhizinen freizulegen, was sich am besten im Wassereimer machen ließ. Und Überraschung - das Ding wurde grün.


    Stellt sich die Frage, ist das jetzt eine der grünen Peltigeras (aphtosa, leucophlebia, venosa) oder doch nur eine abartig grüne Variante von was anderem. P. venosa scheidet aus wegen der sattelförmigen Apothecien. Die anderen beiden Arten, von denen eine (welche der beiden erkenne ich aus den Fotos nicht) im Forum mal von Kauz gezeigt wurde Apfelflechte - Peltigera leucophlebia ? sollten Cephalodien haben (können die auch ohne?) und eigentlich an schattigen, feuchten Orten wachsen. Die Unterseite mit den sehr dunklen Adern würde dann auf P. leucophlebia deuten. Man müsste dann in den Lappen Grünalgen finden.

    Können irgendwelche anderen Peltigeras so grün sein?


    LG, Bernd

    Hallo Martin, ich hab aber nichts von der Flechte mitgenommen. Bei Gelegenheit fahre ich da schon mal wieder vorbei. Wie gesagt, war ich davon ausgegangen, dass man die Flechte mit dieser typischen schwarzen Umrandung makroskopisch ansprechen kann. Wahrscheinlich kann man das auch, wenn man sie schon mal gesehen hat.


    LG, Bernd

    Hast du geschaut, ob du noch ander Flechtenlager in der Nähe finden konntest, die vielleicht schon Apothecien gebildet haben?

    Hallo Martin, ich habe da eigentlich ganz woanders gesucht. Ich halte das für irgendwas aus dem Großraum Lecanora und die beigefarbenen runden Teile in der Mitte für die Apothecien.

    LG, Bernd

    Hallo Martin,


    Du meinst dieses Buch, baumwachsende Flechten in Estland? https://www.myko-service.de/p/…c-macrolichens-of-estonia Ne, das habe ich nicht, und das würde wohl auch nicht weiterhelfen.


    Also Feldsteine gibt es ja schon hin und wieder und in Fundamenten, Friedhofsmauern oder Grabsteinen durchaus auch welche, die schon länger unbewegt sind. Dazu kommt der Betonbewuchs, die Asbestarten und die Ziegelstein- und Silikatsteinarten. Da kommt schon was zusammen :D Zudem unterscheiden sich die Findlinge natürlich von der Herkunft, was sicher für einige Variabilität sorgt.


    Es gibt zwei Bände zu litauischen Flechten, die habe ich aber nicht, und die verfügen auch nicht über Fotos.


    LG, Bernd

    Hallo Martin, da waren zwei von diesen Rosetten vor Ort. Eigentlich war ich der Meinung, dass ich die Flechten Deutschlands durchblättere und mir so eine charakteristische Art ins Auge springt. Oder mit Bildersuche bei einer Suchmaschine der Wahl - die zwar korrekt erkannt hat, dass es um Flechten geht - aber nichts ähnliches liefern konnte.


    Hier kann man erahnen, dass es zwei solcher Rosetten sind, eine Handbreit unterhalb der großen grauen Rosette oben. Der Stein sieht für mich aus, als läge der noch nicht länger als 5...10 Jahre im Freien. Die Sandgrube selbst wird seit mindestens 50 Jahren genutzt, kommunal - deswegen ohne Aufpasser und Zäune. Noch.

    Weil der Stein so frisch im Freien liegt, denke ich nicht an irgendwas seltenes (es gibt hier nämlich kein Gestein, also Felsen gar nicht, und die paar Steinchen, die es so gibt, das sind ausschließlich eiszeitliche Findlinge).


    LG, Bernd

    Hallo allerseits, Samstag war ich in einem Wald mit bekannten Vorkommen von Peltigeras, Laubwald mit vereinzelnten Fichten und viel Totholz.


    Peltigeras gab es reichlich (mindestens 2 Arten), Lungenseitlinge auch, sonst eher nicht so viel an Pilzen.


    1) Riesenflatschen von P. praetextata

    2) gleiche Art in trocken

    3) ebenso, eine Unterseite, mit Beifang, den ich erst auf dem Foto gesehen habe - linksgedrehte Schnecken gibt es nur sehr wenige, also wohl Vertigo pusilla

    4) ein Kandidat für P. neckeri (die in diesem Wald vor ein paar Jahren von einem hauptamtlichen Lichenologen identifiziert wurde)


    5) und noch mehr praetextata, deutlich zierlicher gebaut

    6) inspiriert von der Sandkastentour von Ingo und Martin habe ich noch an einer Sandgrube angehalten, mit sehr bescheidenen Ergebnissen,

    an einem relativ frisch ausgegrabenen Stein in der Bildmitte

    gab es diese charakteristische Flechte, nicht mitgenommen, vielleicht hat ja jemand eine Idee - das ist sicher nichts seltenes.

    LG, Bernd

    Moin,


    eine ziemlich mickrige Peltigera am Hof (Kies, Vollsonne) ist voll mit unterschiedlich gefärbten kugelförmigen Knubbeln (50-100 µm).

    Der erste Eindruck der Peltigera war P. rufescens, wozu aber die reinweiße Unterseite mit nur dunklen Rhizinen nicht passt. Also entweder eine Zwergform von P. ponojensis oder P. didactyla.

    Makrofoto

    10er Objektiv


    Eine Anamorphe, mit Konidien variabler Größe (bis zu 20*6 µm), die teilweise einfach septiert sind.

    Die dicke Konidie unten links ist 20 µm lang


    Keine Ahnung, was das ist.


    LG, Bernd

    Hallo allerseits,


    so schöne Bilder wie bei Interhias sind mir natürlich nicht gelungen. Auch scheint mein Pilz nicht sonderlich üppig mit Cheilozystiden ausgestattet zu sein. Diese hier 26*13 µm sieht aber schon ganz ähnlich aus

    ansonsten gibt es vereinzelt noch ähnliche Strukturen, aber deutlich länger

    nachdem ich nun etliche Sporen vermessen habe, bleibe ich ich bei 5*6 µm - die längste vermessene war etwa 7 µm lang


    und dann habe ich noch den Hut unter die "Lupe" geschoben, mit dem 10er sehen die so aus


    Vor Ort waren das etwa 5-6 Pilze, die meisten schon etwas älter und stärker aufgewölbt bzw. Rand herabgebogen, spitz/kegelig - so wie der von Hias gezeigte - war keiner. Fotos habe ich leider keine gemacht von den anderen Exemplaren. Wiederfinden ist nicht ganz einfach, mit 30 km etwas zu weit für eine Raucherpause, zudem liegen da wirklich viele tote Eschen rum - das Waldstück hatte ich schon mal gezeigt Mischwald mit Mikado Aber das ist immer wieder Mal einen Besuch wert.


    LG, Bernd

    Hallo allerseits,


    am Freitag war ich mit Gästen mal kurz im Moor und hab vom Schwingrasen am Moorsee ein Pilzlein eingesteckt, das im Torfmoos wuchs.

    Stiel leicht keulig, unten heller und faserig

    Sporenabdruck erwartungsgemäß weiß

    Mikros in Wasser

    Sporen aus dem Abwurf mit etwas BWB

    die Sporen sind teils zipfelig, was wohl die anhaftenden Sterigmata sind? Größe gemessen habe ich nur bei unbezipfelten,

    die sind 3,5-4 * 8-10 µm groß


    Meine Literatur gibt dazu nicht viel her, aber laut Checkliste für das Baltikum (Urbonas et al. 1986) soll der (als Omphalina sphagnicola) in allen Arten von Mooren äußerst häufig sein.


    LG, Bernd

    Hallo allerseits, ich habe mir gerade die Bilder vom Hias angeschaut, der hirtosquamulosus sieht schon ganz passabel aus. Den C. lepidotoides würde ich ausschließen.

    Der Sporenabdruck ist erwartungsgemäß dunkelbraun, fast schwarz:

    die gestrige Probe habe ich abends nochmal angeschaut, nachdem sie ausgetrocknet war, da sind die Sporen sehr gut zu sehen

    und hatte ich eine Probe der Hutschicht in Kongrot angefangen, dann musste die Beleuchtung aber zum Strömlinge tanken ...

    mit'm 40er:

    Später dann weitere Bilder, leider habe ich kein Ammoniak, muss ich mal schauen, ob in der Haushaltschemie irgendwas passendes dabei ist.


    In der litauischen Lieratur (1999) habe ich nur Psathyrella populina gefunden, der jetzt wohl auch unter Cystoagaricus silvestris firmiert, mit einem Fund.


    LG, Bernd

    Hallo Matthias, zu dieser Gattung finde ich in der litauischen Literatur erstmal garnichts, muss ich erst mal schauen, was da die Synonyme sind. Auf die Schnelle habe ich Munoz et al. 2022 gefunden, das sieht schon sehr in diese Richtung aus. Die Sporen sind immer so kurz, reichlich vorhanden, teils doppelwandig. Die Mikroskopbilder waren nur ganz auf die Schnelle in Wasser. Zystiden habe ich dabei nicht gesehen (was nichts heißen muss), hier habe ich noch Basidien, die 4-sporig aussehen,



    viele Grüße und vielen Dank für den Wegweiser,

    Bernd

    N'abend,


    auf bemoostem Totholz von Esche wächst dieser kleine Pilz, bis 2,5 cm groß, die meisten schon angschrumpelt. Auffällig sind die dunklen Haare auf dem Hut speziell mittig, ganz ähnliche Haare gibts auch am Stiel, wenigstens im unteren Teil, der Stiel ist hohl, faserig, die Lamellen frei bis ausgebuchtet angewachsen, weißlich, mit Zwischenlamellen. Hutrand teils überhängend. Zu Geruch und Geschmack kann ich nichts sagen, indifferent. Den Hut habe ich zum Aussporen abgelegt. Die Sporen sind leidlich rund bis Kartoffelförmig, etwa 5-6 µm groß.

    Könnte das ein Dachpilz sein?

    LG, Bernd

    N'abend, über Nacht hat es etwas geregnet und der Pilz aus Bild 2, 4 und 5 - der größere - ist bis auf 25 mm Durchmesser gewachsen, nachdem er vorher 3 Tage mehr oder weniger unverändert in Hitzestarre war (oder so). Die Basidien sind 4-sporig, ohne Schnallen. Auch sonst sind keine Schnallen zu finden.


    Die gealterten Exemplare sind dunkel geworden, wie auch schon im Eingangspost zu sehen.


    Hat jemand eine Idee was diese Harpunenartige Etwas ist? Gehört das zum Pilz?



    LG, Bernd

    Moin, mit rechter oder linker Maustaste kriege ich auch ein 403, mit der mittleren Maustaste ("öffnen im neuen Fenster") öffnen sich alle Links. Ansonsten kann man ja die Webadresse noch kopieren und in einem neuen Fenster eingeben.


    LG, Bernd

    N'abend miteinander,


    aus Pionierkiefernwald (~30 a) auf magerem Boden (Sand, Kies, kalkhaltig) auf (ehemaligen?) Ameisenhügeln stammt diese kleine Entoloma. Jährlich 1-2 Mal von den Schafen für ein paar Tage besucht.

    Diesmal eine Kollektion aus knapp 10 Exemplaren. Hut bis 10 mm groß, graufilzig, nicht durchscheinend, gewölbter Hut, genabelt, auffällig abgesetze Hutkrempe. Lamellen weit herablaufend. Stiel faserig, leicht weißlich faserig/bereift, am Ansatz deutliches weißes Myzelfilz.

    das mikroskopierte Exemplar

    Cheilozystiden kann ich keine erkennen. Das Exemplar was ich mitgenommen habe, hatte keine Sporen mehr an den Basidien, ich konnte nicht erkennen wievielsporig die sind. Da müsste ich noch ein jüngeres Exemplar untersuchen. Sporen 7-9 (10)*5-6 vieleckig, variabel. Eindeutige Schnallen habe ich nicht gesehen.

    sieht verdächtig aus, aber wohl dennoch keine Schnalle links?

    schlangenförmige Objekte in der HDS

    Also wieder irgendwas Richtung E. rusticoides agg., das wohl unbestimmt bleiben wird.


    LG, Bernd

    Moin,


    auf der Wiese ist noch nichts los, aber in wiesenartigem Gelände (Kies, kalkhaltig, +/- mager) habe ich diese Entoloma gefunden. Ein Einzelstück. Der steht noch, nur ein kleines Stück abgemacht.

    Hut braunfilzig, nicht durchscheinend, mittig vertieft ansonsten heruntergebogen, Lamellen leicht herablaufend bis angewachsen. Stiel etwas heller, faserig, 1,5 cm lang.

    Cheilozystifen sehe ich keine, Schnallen auch nicht. Basidien 4-sporig. Sporen 7-9 (10) * 5-6 (7) µm, +/- 6 eckig. Q ~1,3-1,4

    Mit dieser Form würde ich den in der rusticoides Ecke suchen und dazu gibt es mit Vila et al. 2014 eine recht neue, zugängliche Publikation. Allerdings passt da keine Art, mit dem Schlüssel komme ich am ehesten zu E. flocculosum, die aber mit abweichender Sporenform.


    Ansonsten habe ich zu Entoloma nur das litauische Werk von 1999, wo die in einer Untergattung Eccilia stehen und der Schlüssel mich zu E. rusticoides führt, was s. str. sicher nicht zutreffend ist, aber zumindest dafür spricht, dass die Suche dort nicht abwegig ist.


    Schon klar, dass das mit einem Einzelstück eher nicht erfolgversprechend ist, aber das Forum leidet ja derzeit nicht an Überlastung ...

    Danke für's Anschauen und falls jemand eine Meinung dazu hat, immer her damit.


    LG, Bernd

    Moin moin,


    kürzlich hatte ich eine Peltigera gezeigt, die einen lichenicolen Mitbewohner hat (RE: Mal wieder eine Peltigera)

    Den hier, wobei ich die orange Farbe mit bloßem Auge nicht sehe

    das Exemplar unten links hat es unters Mikro geschafft, das sieht dann so aus (in Wasser):

    während ich aus dem orangen Zeug nicht schlau werde, ist der Rest ein Asco mit Schläuchen zu 8 Sporen, die Ascos mit ausgebildeten Sporen sind 70-105 µm lang, mit Sporen bis zu 20 µm lang

    allzuviele freie Sporen gab es nicht, die sind etwa 16-18 * 5-6 µm groß, einfach septiert

    Als Arbeitstitel erscheint mir Pronectria cf. tenuispora ganz plausibel

    (Literatur: Puolasmaa et al. 2012, Peltigericolous fungi from Finland – three genera and six species new to Finland. Karstenia 52:1–50, 2012)


    Hat jemand eine Idee dazu oder kann das bestätigen/verwerfen? Vielleicht Matthias Mreul ?


    LG, Bernd

    Hallo Claudia, vielleicht eher Pycnoporellus fulgens, dessen Entwicklung, auch an Fichte, in diesem Thread gezeigt wurde


    LG, Bernd

    Hallo allerseits,


    Corne, Deine Flechte aus Dresden hatte ich im Beitrag #4 schon erwähnt, allerdings ohne Link.


    Mittlerweile habe ich weitere Flecken gefunden, die zu der gleichen Art gehören könnten, darunter ein besonders großer, ca. 25*35 cm, der allerdings ganz ohne Apothecien. Unterseits sieht die dann aber schon so aus, wie man es von neckeri erwarten würde. Wobei man von neckeri eigentlich erwarten würde, dass die Apothecien haben.

    Die P. elisabethae muss man natürlich ausschließen, wegen der horizontalen Apothecien, sodass nur hymenina und neckeri in der Auswahl verbleiben.


    LG, Bernd

    Hallo Martin, dazu muss ich auf Regen warten. Man könnte zwar auch die Gießkanne nutzen, aber so eilig ist es ja nicht. Die Anfragen im Forum zu P. neckeri hatte ich mir heute früh angeschaut. Darunter auch die P. neckeri von corne aus Dresden.


    P. hymenina ist wohl auch noch in der Auswahl, falls wenigstens die jungen Apothecien sich im nassen Zustand rötich zeigen.


    LG, Bernd



    LG, Bernd

    N'abend,


    auch am Hof ist mir diese auffällig glänzende Flechte untergekommen, die damit zu keiner der 4 vor Ort üblichen Arten (ponojensis, rufescens, didactyla, canina) zu passen scheint. Standort ist auf Kies, leicht kalkhaltig, mäßig sonnig, unter der 10 kV Leitung. Trocken.

    Adern sind eigentlich nicht vorhanden, bestenfalls am Rand leicht zu erahnen. Unterseits außen weiß, mittig grau-braun. Rhizinen sind nicht viele vorhanden, nicht überall, relativ kurz, bis 4 mm, in Büscheln, dunkler als die Unterseite, nicht konzentrisch angeordnet.


    Wenn ich dem italienischen Schlüssel folge, komme ich unter der Annahme einer glatten Oberseite mehr oder weniger direkt zu P. neckeri, die unterseits aber eher dunkle Adern haben sollte, was nicht so ganz zu passen scheint. Die dunklen Apothecien hingegen schon.

    Nach Flechten Deutschlands komme ich über 1*→4*→7→8* P. elisabethae, mit Verweis auf P. neckeri als Verwechslungsart. Bei der heißt es aber, dass die Unterseite dunkel sein soll, mit weißlichen Flecken https://www.lichenes.de/peltigera-elisabethae/ Außerdem soll die Schizidien haben, wo ich nicht weiß, was das ist, und eher selten Apothecien. Also auch keine zufriedenstellende Artzuweisung.


    Auf dem Makrofoto scheint es, als könnte unterhalb der Apothecien obereitig doch etwas Filz vorhanden sein - dann also der Versuch über 7*→15*→18 P. malacea, dahin komme ich dann auch mit dem italienischen Schlüssel. P. malacea wiederum soll sehr dick sein, bis 1,5 mm, was nicht der Fall ist. Also auch suboptimal.


    Damit bleibe ich erstmal bei P. cf. neckeri als Arbeitstitel. Und schaue mir den dann nach dem nächsten Regen wieder an.


    LG, Bernd

    N'abend,


    auf dem Hof fand ich diesen kleinen weißen Pilz, bei dem ich zu Conocybe albipes (= C. lactea) gekommen bin. Sehr schick die Zitronensporen (in H2O).


    LG, Bernd