Beiträge von mollisia

    Hallo Claudia,


    ich verstehe das Problem nicht so ganz. Auf deinen Bildern sehe ich nur normale mehr oder weniger keulige Basidien. Dazu spindelige bis flaschenförmige Zystiden. Wie ganz viele graue Helmlinge sie haben. Die Sporen passen auch gut zu Mycena im allgemeinen.

    Ich finde nichts, was gegen einen Helmling spricht, würde sogar viel drauf wetten. Und wenn ich einen Tipp abgeben soll, dann würde ich das für den Weißmilchenden Helmling halten. Den gibt's bisweilen auch ohne Milch, dann ist er nicht einfach zu bestimmen, weil die Schlüssel das im Regelfall nicht berücksichtigen. Es könnte aber auch gut eine der nitrösen Arten sein, insbesondere leptocephala.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo Thiemo,


    da würde ich an Deiner Stelle mal direkt den Felix Hampe kontaktieren. Allerdings ist der gestern erst für ein paar Wochen nach Benin abgereist, musst Dich also noch ein wenig gedulden bis er wieder zurück ist. Und ob er dann nicht den Kopf voller Tropenpilze hat und unsere Banalitäten hier gar nicht mehr anguckt, das weiß man natürlich auch nicht :D:D


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo Claudia,


    nun, die Haarlänge ist dann doch zu einer langhaarigen passend und nigrohirtula ist damit raus. Dann also crinita, warum nicht.

    Übrigens ist die von Dir in BWB gemessene Spore 1 µm schmaler als die in Wasser gemessene (bei gleicher Länge) - durchaus üblich und der Grund warum man nicht in BWB messen soll.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo,


    bist Du Dir mit der Haarlänge sicher? Makroskopisch hätte ich die für eine der kurzhaarigen gehalten. Im Bach ist es häufig S. nigrohirtula.

    Ansonsten passt das schon auch auf scutellata, äh, tschuldigung, heißt ja alles crinita jetzt.


    Bitte die Sporenmaße nicht in Baumwollblau messen, weil das die Sporenform verändert. Da muss ein zweites Präparat in Wasser gemacht werden.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo Sebastian,


    auf dem Fichtenzapfen ist auch noch Ombrophila janthina mit drauf.


    Die Ornamente der ersten Scutellinia wären mir fast schon zu warzig für "crinita", aber wenn es eine echte scutellata gibt mit höherem Ornament dann sollte die auch spindelige Sporen haben - das ist bei deinem Fund keineswegs der Fall. Also wohl doch alles dasselbe ....


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo Felli,

    ja, ich finde auch, beim Hias ist noch nicht alles verloren, ich seh da auch Chancen dass aus dem was wird :D:D:D:D:D


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo,


    nein, das ist mit hoher Sicherheit ein alter Flocki. Es fehlen jegliche Rhabarbertöne im Stielfleisch, dein ein alter Suillellus haben müsste. Abgesehen von der Ökologie, die auch nicht passen würde.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo,


    ich habe mich an die Schule gehalten, die den Mittellappen der Blüte und damit auch die Größe der drei Blütenzipfel zueinander als Maß annimmt.

    fuchsii: alle drei Lappen der Blüte etwa gleich groß und ähnlich geformt, der mittlere so lang oder länger als die seitlichen und in der Form deutlich länger als breit, auch die Seitenlappen tendenziell länger als breit

    maculata: die Seitenlappen deutlich größer als der Mittellappen, in der Form rundlich und eher breiter als lang, der Mittellappen kurz, konisch, so breit wie lang, nie die Länge der Seitenlappen erreichend


    Das vielleicht nicht jede einzelne Pflanze einer Population diese Kriterien voll erfüllt sollte man akzeptieren. Das muss nicht gleich einen hybridogenen Einfluss bedeuten. Kann es aber sein.


    Zur Artabgrenzung nochmal etwas Quellenangaben:

    In dem Buch "Thüringens Orchideen" vom AHO Thüringen (2014: 378-379) wird bei D. fuchsii auf die Situation zu D. maculata Stellung genommen. Hier wird auch die "Flora von Thüringen" zitiert (Zündorf et al. 2004: 496), wo wie folgt erläutert wird:

    "D. fuchsii gehört einem taxonomisch lange Zeit sehr unklaren Formenkreis um D. maculata an. Nach neueren Untersuchungen (Arbeitskreise Heimische Orchideen 2005, Rothmaler 2005) ist D. maculata ss. str. eine westeuropäisch verbreitete Sippe, die in Deutschland nur im Nordwetsen vorkommt und früher meist unter dem Namen D. elodes [...] geführt wurde. Alle thür. Vorkommen von D. maculata agg. gehören demnach zu D. fuchsii".


    Arbeitskreise Heimische Orchideen (2005) = entsprechendes Heft der Mitteilungen des Arbeitskreises Heimische Orchideen

    Rothmaler (2005) = Exkursionsflora von Deutschland. 4, . Gefäßpflanzen: Kritischer Band, 10. Auflage.


    Ich finde gerade die Dactylorhiza-Arten, aber auch Epipactis sehr spannend bei unseren einheimischen Orchideen - leider haben die Dactylorhizas bis auf fuchsii Rückgänge von 90% und mehr in den letzten 50 Jahren zu verzeichnen ....


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo beli,


    Boletus adonis ist aber ein Pilz mit ausgesprochen roter Hutfarbe, wird als "wie lackiert" beschrieben. Die Autoren vergleichen ihn mit Boletus spretus (= aemilii). Ich glaube dass die Bilder von Gerhard Koller in 123pilze S. queletii zeigen. Andererseits, wenn man sich die Bilder im Artikel über die Boletales of Cyprus im Fungal Ecology anschaut, dann erkenne ich überhaupt keine dieser gazen Suillellus-Arten in den dortigen Bildern wieder ..... Nicht vergessen sollte man auch noch S. comptus.

    Ich glaube ohne Sporenmaße, die ja zumindest im Q-Wert doch teils deutlich voneinander abweichen, kann man zu diesen ganzen mediterranen Hexen nichts sagen. Mir fehlt jedenfalls die Erfahrung.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo Peter,


    das kann ich Dir leider nicht so genau sagen. Das ist sozusagen "Allgemeinwissen" im Arbeitskreis Heimische Orchideen, wo ich immer mal mit Mitglieder zu tun hatte und teils noch habe. Ob das genau irgendwo gedruckt und gar in einer Verbreitungskarte publiziert ist, das weiß ich gar nicht. Ich kann auch nicht sagen, ob es inzwischen andere Erkenntnisse gibt, aber zumindest beim AHO Thüringen war vor ein paar Jahren noch dies der Stand der Dinge. Da ich nicht weit genug in der Materie drin bin, wäre es auch denkbar, dass es andere Ansichten zur Artabgrenzung gibt, was ja gerade bei Dactylorhiza geradezu ein Wunder wäre wenn es nicht so wäre ....


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo beli,


    du hast recht, die dunkle Hutfarbe und das nachträgliche Röten im Stiel ist ungewöhnlich für Suillellus queletii. Aber zunächst würde mir erst mal auch nichts besseres dafür einfallen. Ich bin allerdings nicht sehr gut in den mediterranen Rotporern, weil ich die zuwenig finde. Vielleicht gibt es da ja noch etwas, was besser auf diese Funde zutrifft.

    Suillelus queletii ist in Istrien sehr häufig, deutlich häufiger als luridus. Und Neoboletus erythropus habe ich noch überhaupt gar nicht gefunden dort (vermutlich weil wir fast nur auf Kalk sind). Und alte queletii können schon mal dunkle Hutfarben haben, allerdings so maronenfarben habe ich noch nie gesehen.


    Ich hoffe, dass dieses Jahr wieder viele Röhrlinge da sind in der letzten Oktoberwoche, obwohl schon fast etwas spät dafür. Wir werden sehen wie der Regen fällt. Sonst gibt's halt mehr Schleierlinge und Ritterlinge, auch gut ....


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo,


    bei Pilzen die auf Holz im Wasser wachsen würde ich auf einen Stiel und dessen Länge nicht viel geben. Ähnlich wie im hohen Moos müssen sich die Fruchtkörper nach oben strecken irgendwie, und da bildet sich gerne mal ein Stielchen aus wo sonst keines wäre.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo,


    das ist alles Dactylorhiza fuchsii. Die haben teils so intensive Farben wie majalis, aber die Schleifenzeichnung ist immer dünner und es ist mehr weiß dazwischen, weswegen die Blütenfarbe aus der Ferne immer heller wirkt als bei D. majalis. Dazu kommen alle Helligkeitsstufen vor bis hin zu einem reinen weiß.

    D. maculata ist eine Art die nur in Nordwesteuropa vorkommt und in Deutschland nur ganz im Nordwesten zu finden ist. Erkennbar u.a. am mittleren Blütenzipfel, der immer sehr klein und deutlich kürzer ist als die seitlichen Blütenzipfel. In NW-Deutschland kommen allerdings auch noch andere Arten vor, wie D. praetermissa und D. sphagnicola, die fleißig alle untereinander hybridisieren.

    Auch D. majalis (und D. incarnata, D. traunsteineri, etc.) hybridisiert mit D. fuchsii und allen anderen Dactylorhiza-Arten und da die Nachkommen (oft) fertil sind, kommt es zu Rückkreuzungen und zu Populationen, die die gesamte Merkmalsbreite aller Zwischenformen der Eltern zeigen, und sogar solche wo man sehr suchen muss bis man noch reine Elternarten findet.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo,


    also die ökologische Trennung über die Mykorrhizapartner würde ich mal noch nicht überbewerten, solange nicht mehr eindeutig geklärte Funde beider Arten vorliegen.

    Ansonsten sei wohl mendax mit Eiche und Buche vergesellschaftet, während luridus mit Linde und Birke Mykorrhiza macht. Zumindest letzteres stimmt in dieser Ausschließlichkeit ganz sicher nicht, denn ich habe in Jena jede Menge sicherer luridus im Kalk-Buchenwald, ohne Linde und schon gar nicht mit Birke.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo beli,

    das kann durch eine Infektion oder Befall sein, ich habe sowas selten auch schon mal gehabt bei erythropus. In diesen Fällen war das aber immer auf den untersten Stielbereich beschränkt, und nicht mit dem höher gehenden rhabarberroten Stielfleisch von Suillellus vergleichbar.

    Am einfachsten wäre die Amylonreaktion mit Melzers im Stielfleisch, wenn Du die Frage stellst ob Neoboletus oder Suillellus.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo Sigi,


    ja, ich denke der war deutlich zu alt. Der schmeckt nur wenn er wirklich so jung und frisch ist dass er beim Durchschneiden schon zu tropfen anfängt. Und eigentlich schmeckt er mit einer würzigen Panade im heißen Fett ausgebacken am besten. Also ganz genau genommen schmeckt die Panade ohne den Pilz mindestens genauso gut .... 8o


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo Nobi,


    ja nun, wir werden nie wissen, was Linné und/oder Fries unter dem Namen verstanden haben. Einen echten Typus gibt es nicht, DENISON hat aufgrund nicht vorhandenen Typusmaterials in seiner Arbeit 1961 eine Kollektion von Lundell aus Femsjö zum Neotypus erklärt. Darauf basiert wohl die DNA-gestützte Interpretation von S. scutellata. Ebenso wurde für S. crinita ein Neotypus ausgewählt, von SCHUMACHER, weil es kein Originalmaterial mehr gibt. Das ist bei vielen alten Arten das Problem. Schade ist dann eben, wenn das alles dazu führt, dass ein sehr gebräuchlicher Name so interpretiert wird, dass er anschließend praktisch verschwinden wird.

    Allerdings wird es bei Mollisia cinerea ein wenig ähnlich sein, insofern sollte ich mich gar nicht so weit aus dem Fenster lehnen ....


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo nochmal,


    also die Hutfarbe ist ganz typisch für luridus, besonders schön zu sehen am mittleren Exemplar des ersten Bildes. Dieses olivgrau mit unterlegten ziegelorangen Tönen - das kenne ich nur von der Netzhexe. Dazu die rote Linie über den Röhren, die rhabarberrote Stielbasis. Ganz bestimmt ist der amyloid im Stielfleisch, da würde ich alles drauf wetten.


    Für mich stellt sich nur die Frage, ob mendax oder luridus, ich glaube nicht das was anderes in Frage kommt. Und dass mendax auch genau so aussehen kann wie luridus und wie die gezeigte Kollektion, das zeigt z.B. das Bild im englischen Wikipedia: Suillellus mendax - Wikipedia - vorausgesetzt natürlich es ist richtig bestimmt .....


    René Jarling hat die beiden Arten in einem Boletus-Heft vor ein paar Jahren mal gegenübergestellt. Letztlich kam auch er zum Schluss, dass die beiden Arten nur anhand der Sporen wirklich eindeutig zu trennen sind, die makroskopischen Unterschiede sind nur Tendenzen.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo Jörg,


    Flocki kommt wegen der rötlichen Stielbasis im Fleisch, des Fehlens des olivgelben Basisfilzes und wegen der Hutfarbe nicht in Betracht. Der Glattstielige hat keine roten Pusteln (jedenfalls nicht so) und andere Hutfarbe. Somit bleibt nur entweder S. luridus oder S. mendax bleibt, zumal ja auch die rote Linie über den Röhren nur die beiden in Frage kommen lässt.


    Auf dem zweiten Bild meine ich eine Netzzeichnung an der Stielspitze zu sehen.

    Ich würde makroskopisch auf S. mendax tippen. Die Statur würde mich überhaupt nicht stören und warum passt Dir die Hutfarbe nicht?

    Entscheiden sollen aber wohl die Sporenmaße sein, insofern bräuchte es eine Messreihe reifer Sporen mit 20-30 Sporen.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo Nobi,


    das wird also letztlich bedeuten, dass wir zukünftig eben statt Scutellinia scutellata die Teile Scutelinia crinita nennen. Wenn es die "echte" scutellata eh nur arktisch-alpin gibt, und dann auch noch eine Sammelart sein soll .....


    Das Linné ja nun ausgerechnet diese extrem seltene Art in der Hand gehabt hat, als er Peziza scutellata beschrieb und wir nun alle unsere Funde umbenennen müssen ist ja dann doch ein unglücklicher Zufall ....

    *Ironiemodus aus*


    Sporen spindelförmig, aber dann doch mit stumpfen Enden - kann ich mir nicht so richtig vorstellen.


    Aber egal, ich habe noch nie eine scutellata äh crinita gehabt mit einem hohen Sporenornament das an 1 µm herangekommen wäre. Und eine als spindelförmige Sporenform habe ich auch nie gesehen.

    Insofern betrifft mich dieses Problem auch weiterhin nicht, und wer gerne möchte kann dann alle meine bisherigen und zukünftigen scutellata-Funde crinita nennen. Ich tu's nicht, solange mir kein Paper eine gute Argumentation liefert, wieso die Linné'sche Art ausgerechnet die sein soll, die nie jemand findet ....


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo,


    ja, finde ich sehr eindeutig makroskopisch.

    Die Sporenmaße müssten eigentlich auch aussagekräftig sein für queletii, ich glaube der besonders gedrungene Sporen (Q-Wert). Das habe ich aber nicht überprüft.


    beste Grüße,

    Andreas