Beiträge von Oehrling

    Hallo Peter,

    für die erste Einordnung zur Bestimmung musst du auf die Beschaffenheit der Hutunterseite achten. Dies ist viel aufschlussreicher als das Aussehen eines Pilzes von oben. Von daher sind deinen Anfragen und Bestimmungen sehr enge Grenzen gesetzt, wenn du zumindest am Fundort nicht auch die Unterseiten der Pilze anschaust und abbildest. Bei Pilzen ist es ganz anders als bei der Bestimmung von Tieren oder Blütenpflanzen, das musst du beachten.

    FG

    Oehrling

    Hallo Dominik,


    hatte jemand behauptet, dass Gattungsbestimmung einfach sei? Wenn ja, würde sie (und generell die Pilzbestimmung) keinen Spaß machen. Irgendwann wirst du das mit der Gattungsbestimmung schon drauf kriegen, wenn nicht in 8, so doch in 10 Jahren. Das ist in etwa der Zeitraum, den man sich setzen muss, nicht die drei bis vier Monate, die man aus der beruflichen Fort- und Weiterbildung kennt. Eine solche Schnelldurchlauferhitzung gibt es in der Pilzkunde nicht. Die Leute, die hier als Experten unterwegs sind, haben fast alle diesen Zeitraum investiert, ehe sie hinreichende Sicherheit hatten.


    Zuehlis Tipp kann ich nuir unterstützen: Pilze bestimmen lernt man nicht verkopft-theoretisch aus Büchern, sondern am besten durch Kontakte mit Experten und das ganzheitliche Eintauchen in die Pilzexpertenwelt und ihre Praxis, also etwa das Mittun in einem Pilzverein oder Teilnahme an praxisorientierten Seminaren und Lehrexkursionen. Bücher oder gar Gratis-Webseiten wie 123 sind nur ein unzureichender Ersatz für dieses, da man mit so etwas nur im eigenen Saft schmort.


    Waldfreundrübling und Nelkenschwindling sind ganz leicht an den sehr unterschiedlichen Lamellen zu unterscheiden. WfRü: sehr dicht stehende, weißliche Lamellen mit nur gering ausgeprägtem Burggraben, starker Farbkontrast Lamellen - Stiel, NeSch: weit auseinanderstehende, stark bauchige, beigefarbige Lamellen, kein Farbkontrast Lamellen - Stiel. Helmlinge haben fast nie beigefarbige Stiele und/oder Lamellen, sondern sie sind im allgemeinen weißlich bis gräulich.


    FG

    Oehrling

    Hallo Zeefix,

    auch die hellen sehen wie Austernpilze aus. Leider ist es so, dass Austernseitlinge wie die allermeisten anderen Pilze auch auf Lichtmangel mit Missbildungen reagieren. Optisch optimale Ergebnisse erzielt man, wenn man den Pilzstock bei Tageslicht lagert, oder ihn zumindest ständig mit Tageslicht beleuchtet, also morgens die Tageslichtlampe anmacht und erst abends wieder ausschaltet. Ich schätze, das steht auch so oder so ähnlich in der Gebrauchsanweisung.

    FG

    Oehrling.

    Hallo Alanea,

    ich habe mit Stielporlingen schon experimentiert und eine "Gemüse"-Brühe draus gekocht. Mit der passenden Suppeneinlage schmeckt das durchaus pilzig und gut. Das eine mal nahm ich Polyporus brumalis, das andere mal Polyporus squamosus.

    FG

    Oehrling

    Hallo Karlotta,

    meiner Meinung nach sind das normale Fliegenpilze. Ich habe dir mal ein Foto von der var. aureola zum Vergleichen angehängt. Beachte bitte die außerordentliche Schlankstieligkeit, das Bergsteigersöckchen und die einheitlich orangefarbige, matte Huthaut der var. aureola.

    .

    FG

    Oehrling

    Hallo Andy,

    wenn du jetzt noch sagst, dass die Milch nicht scharf und allenfalls im Abgang etwas kratzend war, gehe ich mit L. porninsis mit.

    Allerdings möchte ich Climbingfreak insofern bestätigen, dass die Hutfarbe auf dem Foto nicht ganz zu stimmen scheint und in Wahrheit deutlich dunkler sein müsste.

    Im Gebirgsnadelwald gibt es mit L. bresadolianus noch einen weiteren Milchling, der reizkerähnlich aussieht, aber dessen Milch scheußlich bitter und zudem noch scharf ist.

    FG

    Oehrling

    Hallo jwrld,

    du hast die Pilze angefragt, hier haben kompetente Leute ihre Meinung dazu gesagt. An deiner Stelle würde ich schon darauf hören, statt dagegen zu argumentieren. Schließlich hast du ja wohl keine Lust auf eine Magenverstimmung.

    FG

    Oehrling

    Hallo zusammen,


    meine Idee zu Nr. 3 wäre Agrocybe aegerita/cylindracea (Südlicher Ackerling), Man hätte erheben müssen, auf welchem Substrat die Pilze gewachsen sind. Der Südliche Ackerling braucht Pappeln und liebt diese sehr, wenn sie in Wassernähe stehen.


    Zu Nr. 5: Tricholoma ustale kann das keinesfalls sein, denn dieser würde nicht so auffällig mehlig riechen, außerdem fehlen die "Brandstellen" an Lamellen und Stiel völlig. Die Hutfarbe ist auch eine ganz andere (braun mit deutlich ockergelbem Einschlag), und T. ustale hat auch keine Pseudoringzone bzw. klar definierten Braun-Weiß-Übergang am Stiel. Dass T. ustaloides nur im basischen Laubwald wachsen soll, kann ich so nicht bestätigen. Wir haben diesen Pilz z. B. auf der Hohenloher Ebene unter Eiche in einem Vorgarten, das ist kein wirklicher Kalkboden. Sogar im Landkreis Darmstadt hatte ich ihn mal unter Eiche gefunden, und das Gebiet ist nun keinesfalls kalkverdächtig, sondern sauer-sandig. Also meiner Meinung nach ist T. ustaloides hier eine gute Option, falls eine Eiche dabeistand. Auf dem Foto sind allerdings Blätter zu sehen, die weder von einer Eiche oder einer Buche stammen. Man sollte hier noch einmal checken, ob da nicht vielleicht auch eine Pappel war, dann wäre der Pappelritterling auch eine Option.


    Abschließend wollte ich anmerken, weil hier ja - was mich stark wundert - eine Kostprobe vorgeschlagen wurde: lasst das mit den Kostproben bei weißbraunen Ritterlingen unbedingt sein, das kann böse ausgehen, da gibt es mehrere entsprechende Berichte in Pilzzeitschriften. Unter den weißbraunen Ritterlingen gibt es mehrere stark magen-darm-giftige Arten, die etwa einem Tigerritterling nicht hintanstehen. Die Bestimmung von Arten der Weißbraun-Sektion kann rein nach makroskopischen Kriterien erfolgen, wenn man aktuelle Literatur zur Verfügung hat.


    FG

    Oehrling

    Hallo Schrumz,

    bitte alle Pilze, die nicht Zuchtchampignons, Steinpilze oder Täublinge sind, gut durchgaren, egal ob frisch oder getrocknet. Vor allem, wenn du zum Raclette Gäste hast. Sonst essen die vielleicht nie wieder was bei dir.

    FG

    Oehrling

    Wenn es Zweitklässler waren ist ja bzgl. Rechtschreibung vielleicht noch ein bisschen Luft nach oben in den nächsten paar Schuljahren.

    Hallo Craterelle,

    nein, das wächst sich leider nicht in den nächsten paar Schuljahren aus, sondern bleibt bei vielen das ganze Leben lang. Ausgemerzt, wie das genannt wurde, wird voraussichtlich auch nichts, denn später kommen im Lehrplan andere Unterrichtsthemen dran, und die Kinder kommen dann rechtschreibschwach an die nachfolgende Schule.

    Ich kenne aus meiner Arbeitstätigkeit wirklich viele 30-jährige, die immer noch so schreiben. Es kommt davon, dass die Kinder heutzutage in der Schule toll Pilze malen, aber dafür nicht mehr richtig schreiben lernen. Zu Hause schreiben sie natürlich auch nichts bis gar nichts.

    Das soll jetzt ganz ausdrücklich keine Kritik an Alis tollem persönlichen Engagement sein, aber eigentlich gehört das erst gemacht, wenn die Kinder richtig schreiben können, nicht vorher oder gar anstatt. Zur Zeit wird viel geschimpft, dass die Kinder von heute nicht mehr richtig schreiben können, aber ich möchte mir die Bemerkung erlauben, dass das nicht die Schuld der Kinder, sondern die Schuld der Grundschule und selbstverständlich der Bildungspolitik insgesamt ist.

    FG

    Oehrling