Beiträge von Oehrling

    Hallo zusammen,

    bei uns im Raum Öhringen hat ein Vereinsmitglied eine Fläche entdeckt, die jährlich neu gemulcht wird und folglich jährlich "Früchte" trägt. Der pflegende Hausmeister erklärte ihm wohl, dass er in den vergangenen Jahren die Morcheln regelmäßig absammelte und in die Biotonne entsorgte, damit sich die Kinder nicht vergiften. Na ja, ab jetzt übernehmen wir den Fall...

    FG

    Oehrling

    Hallo Fredo,

    wenn das mal gutgeht... Dein Hund scheint mir ein biologisches Wunder zu sein, wenn er rohe Morcheln überlebt. Die sind ja schon für die robusten Menschen übel giftig, dann wohl erst recht für den empfindlicheren Hundemagen.

    FG

    Oehrling

    Hallo Radelfungus,

    fotografiere sie doch nochmal, wenn sie groß geworden sind - so kleine Babys können alles mögliche sein. Auf dem vorliegenden Substrat (offensichtlich stark morsches, moosüberzogenes Fichtenholz) ist Discina perlata/Gyromitra ancilis schon mal eine Option.

    FG

    Oehrling

    ...auf jeden Fall wird ab jetzt an jedem Blaufüßler, den ich in Kärnten finde, gerochen, obs nach Marzipan riecht, und auf ihn KOH draufgeschmiert, obs gelborange wird ==Gnolm13 Ich gestehe , dass ich bisher einen Sarcodon-Blaufüßler immer nach einem beherzten Biss ins Material und Feststellen starker Bitterkeit als Sarcodon scabrosus abgetan habe, das könnte voreilig gewesen sein.


    Mein Sarcodon fuligidingsda war ja seinerzeit auch nur ein Arbeitstitel - geschuldet der Tatsache, dass ich von der Existenz einer Art Sarcodon lundellii bis dato nichts wusste und sie in meiner zur Verfügung stehenden Literatur auch nicht vorkam. Bei Sarcodon ist gute Literatur halt unerlässlich. In Kärnten habe ich in den vergangenen Jahren noch andere Sarcodons gefunden, die sich mit meiner Literatur nicht zufriedenstellend benennen ließen, möglicherweise wegen Unklarheiten in der Beschreibung.


    Hier musst du auch erstmal auf Sarcodon fennicus kommen: in KARSTENS Originalbeschreibung steht weit und breit nichts von Marzipangeruch, und dann findest du so ein Teil mit Marzipangeruch. Bei HROUDA heißt es: Fleisch mit KOH unveränderlich, und dann wird das Teil damit gelborange. Freilich kannst du das erstmal überhaupt nicht zusammenbringen.


    FG

    Oehrling

    Hallöchen


    ich bin ganz neu hier - beschäftige mich seit einiger Zeit mit Pilzen, gehöre aber sich noch zu den blutigen Anfängern :)


    Hallo Hagebutte,

    hast du für dich schon ein persönliches Ziel festgelegt, wie weit und bis wohin du kurz- bis mittelfristig mit deinen Pilzkenntnissen kommen willst? Wenn es dir darum geht, 50 Arten aus diversen Gattungen/Familien sicher zu erkennen und bestimmen zu können - nun, diese 50 Arten könnte man Art für Art auswendiglernen, ohne sich überhaupt einen Kopf über Taxonomie zu machen. Bei manchen Leuten funktioniert dies auch noch bei 100, 200 oder gar 300 Arten. Wenn einem die besagten paar Hundert Arten nicht mehr reichen, oder man gar einen wissenschaftlich haltbaren Überblick über das Pilzreich bekommen will, dann kann man sich immer noch mit Taxonomie beschäftigen, und da vor allem, wie Irmtraud schon schrieb, mit den Gattungen. Aber bis dahin hat man als Anfänger (so bezeichnest du dich ja!) zumindest schon mal den Fuß in der Tür.

    FG

    Oehrling

    Wir sind aber auch ein Verein als Träger und kein kommerzieller Betrieb, was uns das einfacher macht als beispielsweise hier (Träger: kommerzieller Betrieb, zudem Einnahmen über Werbeeinblendungen).

    War das eigentlich immer schon so, dass der Träger dieses Forums ein kommerzieller Betrieb war? Und würde es kein Problem geben bzw. das Problem viel kleiner sein, wenn dieses Forum nicht-kommerziell betrieben würde?

    Hallo Angel(ik?)a,


    die GPBW mögen zwar für Leute mit hohen wissenschaftlichen Ansprüchen nicht die richtigen Bücher sein, aber für dich mit deinem Kenntnis- und Erfahrungsstand (ich nenne das gern "Pilzkundelevel") sind die genau richtig. Als ich vor Jahren auf deinem momentanen Pilzkundelevel war, haben mir diese Bücher unglaublich gut weitergeholfen und mich auf ein neues Level gelupft. Genau wie die MHK-Bücher. Niemals würde ich die wieder loswerden wollen. Ich persönlich würde mich auch kaum daran stören, dass viele Pilze jetzt anders als in GPBW heißen - die betroffenen Pilze stören sich daran vermutlich auch nicht. Schließlich ist mMn viel wichtiger, dass man einen Pilz kennt und bestimmen kann, als dass man weiß, wie er gerade heißt.


    Auch der Honstraß und seine Aktivitäten sind immer in Bezug auf das momentane Pilzkundelevel zu beurteilen. Honstraß bedient die Anfangslevels, und das macht er wahrscheinlich gut, sonst hätte er nicht so viel Zulauf. Krieglsteiner oder Hahn gehören dann halt zu einem anderen Level. Manchmal kommt die Honstraß-Kritik auch von der Konkurrenz - da kann man sich dann auch seinen Teil denken.


    FG

    Oehrling

    Au Backe, dann müssten wir ja wieder Fachbücher und Zeitschriften lesen, und uns wieder wie ganz früher in der Kneipe treffen um Pilzbilder zu gucken. Echt eine Horrorvision. Bloß gut, dass ich mich nicht vom Internet abhängig gemacht habe.

    Hallo zusammen,


    erstmal einen Glückwunsch an Angelika zum Erwerb der, obschon reichlich Macken enthaltenden, auch ganz schlecht korrekturgelesenen, dennoch richtig tollen Pilzbücher.


    Büffeln kann man mit diesen Büchern (habe ich selbst auch so gemacht und nie bereut!),

    - welche Arten in den einzelnen Gattungen überhaupt so vorkommen (klar entsprechen etliche Artkonzepte nicht mehr dem heutigen wissenschaftlichen Stand, aber die GBPW bilden sozusagen eine sehr gut begehbare Brücke zwischen 200-Arten-Hobbypilzkundebüchern und der Mykologie, also eignen sich perfekt, wenn man von seinem aktuellen niederen Pilzkundelevel auf das nächsthöhere springen will, so wie z. B. auch das mehr oder weniger totgesagte MICHAEL/HENNIG/KREISEL; außerdem schadet es mMn nichts, wenn man weiß, wie z. B. das Konzept der Filzröhrlingsarten Xerocomus chrysenteron oder Xerocomus subtomentosus vor 30 Jahren ausgesehen hat, auch wenn diese "Arten" aus heutiger Sicht in dieser Form keinen Bestand mehr haben)

    - durch welche Makro- und Mikromerkmale die Pilzgattungen überhaupt definiert sind, z. B. was den Unterschied zwischen einem Boletus und einem Xerocomus letztlich ausmacht (gerade bei diesem Wissen haben meines Erachtens viele Pilzfreunde die eklatantesten Lücken)

    - von mir aus auch: welche Makro- und Mikromerkmale der Pilze es neben der Sporengröße und -form noch so gibt

    - das von Climbingfreak schon Angesprochene: in welches klarst definierte Biotop ich mich zu begeben habe, wenn ich bestimmte Pilzarten mal sehen und finden will (also z. B. nicht einfach "in den Nadelwald", sondern in den natürlichen Reitgras-Fichtenwald (Bazzanio-Piceetum) über sauer bis neutral verwitterndem Urgestein, wie er etwa im südlichen Hochschwarzwald in der Gegend um den Feldberg bzw. den Schluchsee vorkommt)

    - und gerade für Soßenschwaben, Gelbfiaßlr oder Älbler: welche Pilzarten man schon am Stranzenberg südlich von Wöschbach, auf der Hitzinger Heide bei Steinheim am Albuch oder im Remsecker Kleebwald gefunden hat (in Verbindung mit einer guten Wanderkarte und einem Auto ist das eine durchaus "explosive" Mischung, falls ihr wisst, was ich meine); etliche der lobend erwähnten Lokalitäten sind heute, also nach etwa 25 Jahren durch forstliche Aktivität, Sturmschäden, Düngemittelimmission oder andere Gründe buchstäblich keinen Pfifferling mehr wert (z. B. stehen am von SCHWÖBEL so verehrten Stranzenberghang heute Einfamilienhäuser, wovon ich mich vor Ort überzeugen "durfte"), ein paar andere aber schon noch


    Ob jetzt die Forumsöffentlichkeit etwas angeht, wer der Angelika Angebote gemacht hat, weiß ich nicht, genausowenig wie dass man "Klarheit schaffen" müsse, wenn man sich erlaubt hat, ein Angebot nicht anzunehmen bzw. verfallen zu lassen. Vielleicht war ein anderes besser. Aber das nur am Rande.


    Sorry wenn ich hier bestimmte Dinge mal wieder anders sehe, aber das kennt ihr ja von mir.


    FG

    Oehrling

    Hallo zusammen,

    also ich hätte schon noch die Frage, was genau wem genau durch diesen Uploadfreien Sonntag bewiesen/aufgezeigt/verdeutlicht werden soll. Im Moment stellt es sich mir folgendermaßen dar: Frank sperrt für einen Tag lang alle upgeloadeten Elemente und neue Uploads, damit sich möglichst viele Forums-User ärgern und ihren Ärger in eine Petition zugunsten der Interessengemeinschaft der Forumsbetreiber (so wurde sie im Anfangsbeitrag bezeichnet) einbringen. Falls sich nicht genug User für eine Petition stark machen, würden dann weitere verärgernde bzw. "sensibilisierende" Uploadfreie Sonntage folgen? Und wären damit nicht die Forums-User letztlich die "Geknutschten"?

    FG

    Oehrling

    Hallo zusammen,

    also mir persönlich sehen die (vor allem am Stiel) nach Saftlingen bzw. Saftlingsartigen aus, die mehrfach eingefroren und wieder aufgetaut sind und ihre ursprüngliche Farbe komplett verloren haben. Solche "Mumien" bzw. "Leichen" wären dann grundsätzlich makroskopisch - und somit zu 90 % auch mikroskopisch - unbestimmbar, auch wenn man wochen- oder gar monatelang in Büchern nachblättert.

    Mein Tipp wäre, da einfach nochmal hinzugehen, wenn wieder Frischexemplare da sind.


    Freundliche Grüße

    Oehrling

    Hallo zusammen,


    i bims mal wieder - eigentlich hatte ich mir Winterschlaf bis März verordnet, aber jetzt bin ich beim Lesen auf diesen doch höchst interessanten Thread gestoßen - für mich höchst interessant, als dass ich seit ca. 15 Jahren auf professioneller Basis Aufgabenstellungen und Fragen für Abschlussprüfungen erstelle und die hier diskutierten Problematiken sehr, sehr gut kenne.


    Was meiner Erfahrung nach extrem wichtig ist: dass man vom Ersteller von Prüfungsfragen immer zugleich auch eine Musterlösung bzw. einen Lösungshorizont einfordert, ohne welche die Frage grundsätzlich nicht in den Katalog aufgenommen wird. Nur das verhindert jenes Miss-, Fehl- und Überinterpretieren der Fragen, das dem Korrektor/Bewerter einer schriftlichen Prüfung einfach nicht auferlegt werden sollte, aus Gründen der Vergleichbarkeit und Gerechtigkeit der Bewertung. Liegt ein Lösungshorizont vor, ist es dann auch einfacher, eine semantisch missglückte oder schlecht formulierte Fragestellung im Nachhinein wieder "geradezubiegen", so nach dem Motto: "aha, das will er also hören, ja dann müsste man aber stattdessen so und so fragen".


    Die meisten der hier andiskutierten Fragen sind aus meiner Sicht semantisch missglückt oder schlecht formuliert. Die Frage mit dem Grünling wurde ja breits ausführlich diskutiert - am maßgeblichsten ist meiner Meinung nach die Ansicht, dass es nur ein einziges Argument braucht, um den Sammler vom VERZEHR abzuhalten: der Hinweis auf die Giftigkeit. Jedes weitere Argument ist hier - wie ja auch in der Beratungssituation - überflüssig. Vermutlich wollte der Fragesteller eher so was wie "Welche drei Argumente sprechen dagegen, Grünlinge korbweise als Speisepilze zu sammeln?", ja da ist es freilich klar, welche zwei weiteren Argumente ins Spiel kommen, z. B. solche, die in Richtung Naturschutz gehen. Aber eben nicht bei der so wie im Katalog formulierten Frage mit dem Abhalten vom Verzehr ohnehin schon geernteter Pilze.


    "Nennen Sie drei Pilze mit flockigem Stiel" - so jetzt, was heißt flockig? velumflockig, schuppig-flockig, pustelig-flockig? Ist der Stiel flockig oder nur die Stieloberfläche? Ganz abgesehen von der Frage, was es denn überhaupt an Erkenntniswert für die Pilzberatung bringen soll, ob ein Stiel flockig ist. Viel sinnvoller ist es doch, etwa zu fragen: "Bei einer Pilzbestimmung stoßen Sie auf das Merkmal "flockiger Stiel". Beschreiben Sie, wie ein flockiger Stiel aussieht (leicht!). (oder: wodurch können Flocken an einem Pilzstiel verursacht sein? (nicht so leicht!) oder vielleicht gar: um welches Pilzbestimmungsproblem, bei dem es um das Merkmal "flockiger Stiel" geht, könnte es sich handeln? (kernig-knifflig! und offen! Climbingfreak ))


    Frage 254: was soll ein Naturpark sein, bzw. inwiefern soll es sich bei einem Naturpark um ein Gebiet mit besonderem Naturschutz handeln? Man frage doch lieber nach den Einschränkungen in einem NSG, einem Nationalpark oder einem Biosphärenreservat, wenn man schon SPEZIELLE Einschränkungen hören will, das ist doch viel ergiebiger.


    Frage 300: als Prüfungsfrage für PSV komplett ungeeignet, da auch Antworten wie Treibjagd, Bombenräumung, Baumfällungen usw. als richtig gewertet werden müssten, was aber freilich nicht als spezifisches Wissen eines PSV anzusehen ist


    Frage 343: Was ist Waldschutzgesetz? Nie davon gehört... Auch hier müssten PSV-unspezifische Antworten wie Notdurft verrichten, Wodkaflasche fallen lassen, lauthals herumschreien gemäß der wörtlichen Fragestellung als richtig gewertet werden - ein Musterbeispiel für eine viel zu ziellose Frage.

    Edit: viel zielführender wäre hier folgende Aufgabenstellung: "Sie veranstalten als PSV im September eine Pilzlehrwanderung im Wald. Einer Ihrer Teilnehmer zündet sich eine Zigarette an. Wie reagieren Sie angemessen?" (3 Punkte) Musterlösung: Sie sagen dem Teilnehmer, dass von Mai bis Oktober (1 Punkt) im Wald Rauchverbot herrscht (1 Punkt), und dass er, wenn er die Zigarette anlässt, vom weiteren Verlauf der Exkursion ausgeschlossen wird (1 Punkt), da Sie niemanden auf eine Exkursion mitnehmen, der bewusst das Gesetz missachtet (1 Zusatzpunkt).


    Noch schlimmer Frage 510: Was soll "freie Landschaft" sein? alles außerhalb geschlossener Ortschaften (so wie bei der Führerscheinprüfung), ein bewirtschaftetes Feld? alles, was nicht umzäunt ist? oder auch so was wie ein Stadt- oder Schlosspark, in welchen ja gerne mal Rote-Liste-Arten auftauchen? Und dann zur Frage: wozu man "laut Gesetz" verpflichtet sei? ähm ja: gesittete Kleidung, Unterlassen des Sich-Besaufens, Unterlassen des Drogenkonsums - alles richtig, alles abhaken, alles Punkte wert.


    Frage 579 finde ich jetzt zur Abwechslung mal richtig geil. Ein Pilz, der so was kann, müsste ja mindestens konzentriertes Zyankali oder Sarin enthalten oder wäre sonstwie potenzielles terroristisches Hilfsmittel. Leider habe ich noch nie von einer solchen Pilzart gehört, nicht mal auf einer Fortbildung, und das trotz 13 Jahren Erfahrung als PSV *schäm*


    Frage 36: zweideutig. Entweder "Nennen Sie fünf wichtige Bestimmungskriterien zur Abgrenzung der Gattung Agaricus von anderen Gattungen" oder aber "fünf wichtige BK innerhalb der Gattung Agaricus" (gibt es da überhaupt fünf rein makroskopische?), aber bitte nicht so formuliert wie hier.


    Das ganze Dilemma der Fragenformulierung zeigt sich bei Frage 510.

    Aussage/Lehrsatz: Man ist gesetzlich verpflichtet, auf die Natur Rücksicht zu nehmen.

    Fragestellung: Wozu ist man gesetzlich verpflichtet? Nu, im Straßenverkehr die höchstzulässige Fahrgeschwindigkeit einzuhalten.

    Man sieht also: SO kann man nicht fragen, wenn man zwingend hören will: auf die Natur Rücksicht zu nehmen; da muss man schon zielgerichteter fragen.


    FG

    Oehrling

    Hallo Renate,


    das Bestimmen von Pilzen in schwierigen Gattungen erfordert stets zwei aufeinanderfolgende Arbeitsschritte, die beide funktionieren müssen, wenn es zu einem befriedigenden Ergebnis kommen soll. Für den ersten Arbeitsschritt, das Erheben/Dokumentieren der Merkmale, brauchst du Bestimmungsutensilien wie Mikroskop, Reagenzien ... sowie deine persönlichen körperlichen Sinne (Geschmack, Geruch, Farbensehen ... ). Für den Schritt 2, das Interpretieren der Merkmale und das Zuordnen zu einem vorhandenen Artkonzept, brauchst du Literatur.


    Oft ist nicht das Problem, dass ein Fund nicht sauber dokumentiert wäre, sondern die Bestimmung scheitert an der fehlenden oder unzureichenden Literatur. Im BOERTMANN z. B. stehen so ein paar Sachen drin, die dich in die richtige Richtung "schieben" können. Z. B. wird bei H. aurantiosplendens viel Gewicht auf die weiße Bereifung am Stiel gelegt - so was hätte beispielsweise H. quieta nicht. Andererseits wird für H. quieta ein blattwanzenartiger Geruch angegeben - das wiederum findet man an H. aurantiosplendens offenbar nicht.


    Beide Arbeitsschritte können auch ineinander übergehen oder in der Reihenfolge vertauscht werden - z. B. könnte man erst in der Literatur nachschauen, auf welche Bestimmungsmerkmale es bei einem konkreten Bestimmungsproblem überhaupt ankommt, danach die (und nur die) entscheidenden Merkmale erheben.


    Beispiel: H. aurantiosplendens oder H. quieta? Beide sehen von den Farben und der Größe her ziemlich ähnlich aus. Leider sehen auch die Sporen (Größe, Form) ziemlich gleich aus. Für das Bestimmungsproblem aurantiosplendens vs. quieta ist also die Sporenmikroskopie nutzlos. Aus dem BOERTMANN geht stattdessen hervor, dass man zu beurteilen hat, wie die oberste Schicht der Huthaut aussieht - bei H. quieta liegen die Hyphen der obersten Huthautschicht dem Rest der Huthaut mehr oder weniger eng und waagerecht an ("cutis"), bei H. aurantiosplendens sind diese Hyphen vom Untergrund abgelöst und bilden großteils nach oben ragende "Ärmchen" bzw. "Zweiglein" ("trichoderm").


    Auf so etwas muss man allerdings erstmal kommen. Oder hättest du beim Fund deiner Saftlinge gleich gewusst, dass es zur Bestimmung wichtig ist, ob die Pilze nach Blattwanzen (Stinkwanzen) gerochen haben oder nach was anderem? Oder dass man in der oberen Stielhälfte hätte nachschauen müssen, ob da eine weißliche Bereifung zu sehen war oder nicht? Wer dagegen so etwas weiß, hätte sich z. B. gleich im Feld notieren können: roch nach Blattwanze bzw. roch nach allem möglichen, aber nicht nach Blattwanze. Woher man so etwas wissen kann? Nun, Literatur eben... Soll heißen, ohne Mikroskop machst du nix, aber ohne Literatur machst du halt auch nix. In diesem speziellen Fall muss man auch noch gemeinerweise wissen, wie eine Blattwanze riecht... Das Dokumentieren machst du jedenfalls absolut vorbildlich, so dass, falls es bei dir zu Bestimmungsproblemen kommen sollte, es bestimmt an Schritt 2 liegt, aber nicht an Schritt 1.


    FG

    Oehrling

    Hallo Renate,

    laut BOERTMANN passen die Daten deines Fundes sehr gut zu H. aurantiosplendens. Dort wird die Hygrophanität des Hutes besonders hervorgehoben. Über die Hut- und Stieloberfläche wird gesagt: "lubricous to viscid hygrophanous cap" bzw. "smooth or ... fibrillose, whitish pruinose particularly towards top", das passt doch auf deinen Fund. Von den Sporen wird dort gesagt, dass mehr als 50 % eine Einschnürung haben. Dein Sporenbild ist nicht wirklich scharf, sodass ich mir kein Urteil erlauben will, aber du selber hast das Ganze ja scharf und im Original gesehen.

    Hast du den BOERTMANN? Dann lies doch die Beschreibung auf S. 140f. durch und entscheide, ob das auf deinen Fund passt. Was, du hast den BOERTMANN nicht? Dann aber nichts wie kaufen, für die Saftlingsbestimmung ist das Buch mMn ein Muss-Haben.

    FG

    Oehrling

    Hallo Dieter,

    Russula nigricans ist das mMn eher nicht. Die Lamellen sind dafür zu wenig dick.

    Es gibt mindestens 10 verschiedene Schwärztäublinge, also musst du Bestimmungsarbeit investieren, z. B. den Geschmack erheben (dazu am besten mit der Zunge über die Lamellen lecken). Bei diesen Exemplaren finde ich für meinen Teil bemerkenswert, dass die Hutoberfläche anscheinend zunächst weiß ist und erst nach Malträtieren schwärzt/graut. Auf Anhieb fällt mir dazu nichts Passendes ein.

    Einige weitere Kandidaten kann man zumindest ausschließen - z. B. den mit dem lachsrosa Schein in den Lamellen oder all die Direkt-Schwärzer, das hier ist ohne Frage ein Zuerst-Röter-dann-Schwärzer.

    In Asien haben sie angeblich einen Schwärztäubling gefunden, der tödliche Vergiftungen hervorrufen kann. Daher Vorsicht bei Schwärztäublingen, die nicht klar und eindeutig bestimmbar sind.

    FG

    Oehrling

    Hallo,

    noch ganz schnell, dann ab in die Falle:

    einen Bergsteigersocken hat z. B. auch Amanita gemmata. Ich muss freilich sagen, dass auch A. gemmata nicht wirklich passen will.

    FG

    Oehrling

    Hallo Claus,

    so wie Uwe würde ich den liebend gern R. aeruginea nennen, aber mit Sporenpulverfarbe IIIb (mittelocker) und FeSO4-negativ ist das beim besten Willen nicht möglich. Daher nochmal die Frage: wie sicher sind diese Angaben?

    FG

    Oehrling

    Bei mir im Hauswald kommen die Dinger mit Vorliebe als Einzelexemplare und verwirren mich.


    Dazwischen finden sich aber gelegentlich auch mal welche, die schonmal ein Pilzbuch gelesen haben:

    :rolleyes:Och nöö Schupfnudel,

    das ist aber schon eine ziemliche Verar***he von dir. Das danebenstehende Büschel Büschelraslinge hättest du doch schon bei der ersten Anfrage zeigen können, dann hättest du uns die Rumrätselei erspart, und der Fall wäre sowas von klar gewesen.

    FG

    Oehrling

    Sporenpulver ist weiß, aber das haben ja alle Schnecklinge. Welche Alternative hast du noch im Hinterkopf?

    Es gibt noch einen ganz seltenen, den Mehlstiel-Schneckling (Hygrophorus arbustivus), den ich hier nicht von vornherein ausschließen möchte. Er kommt bei Laubbäumen vor und hat ebenfalls eine dunkle Hutmitte, die zum Rand hin ausblasst.

    FG

    Oehrling