Beiträge von Oehrling

    Die verschiedenen Täublinge hätten bestimmt unserem Oehrling große Freude bereitet.

    Die waren immer wieder überraschend anders als erwartet.

    Hallo Mausmann,

    und wie die Freude machen, sogar zuhause am Bildschirm. Für so schöne Berichte wie deine unterbreche ich sogar den Schreibe-Winterschlaf. Bei dem dunkelroten unter Eiche rate ich mal verwegen den Honigtäubling (R. melliolens). Bei dem gelbhütigen mit dem stark gilbenden Stiel bräuchte ich die Angaben zu Geschmack und Sporenpulverfarbe, da gibt es einfach zu viel, das so aussieht. Der letzte der gezeigten Sprödblättler scheint mir dagegen kein Täubling zu sein, sondern Lactarius acerrimus, der Queradrige Milchling.

    FG

    Oehrling

    Hallo Claudia,

    ich denke auch, dass hier nicht die Zersetzung des Pilzeiweißes, also das "Verfaulen" i. w. S. das Problem ist, sondern die allmähliche Besiedlung mit Mikroorganismen. Ich hatte mal ein Stück Huthaut eines alten Samtfußrüblings unterm Mikroskop, da wimmelte und ringelte es nur so vor Kleintierchen. Im Kochtopf braucht man so was eher nicht.

    Freundliche Grüße und viele tolle Funde im neuen Jahr für dich, aber wie ich gelesen habe, hast du die ja wohl auch schon gemacht :)

    Oehrling

    Hallo zusammen,

    meiner Meinung nach ist die Frische von Samtfußrüblingen am besten anhand der Lamellenfarbe zu beurteilen. Je heller, desto frischer. Was nicht mehr blassgelb sondern schon fleischbräunlich daherkommt, ist nicht mehr wirklich frisch.

    Da Samtfußrüblinge mehrmals eingefrieren und wieder auftauen (und dabei wochenlang am Stamm zubringen) können, ohne dass man es ihnen von oben ansieht, ist Vorsicht auf jeden Fall geboten.

    FG

    Oehrling

    Aber auf der anderen Seite ist das Pilzforum auch keine Planwirtschaft, bei der es (so wie früher in der DDR) eine Moralinstanz gibt, die sich anmaßt, "faire" bzw. "sozial gerechte" Preise für Güter festzulegen. Zumindest läuft das Argument mit der Gewinnorientierung hier ins Leere, da ja der gleiche Einkaufspreis bezahlt wurde. Wie auch immer, irgendjemand wird sich schon finden, der die 70 € zahlt, der STANGL ist ja kein ganz schlechtes Buch, außerdem ist grade Weihnachtszeit.

    Die Pilzflora des Ulmer Raumes finde ich als Pilzbuch zwar nicht so ganz interessant, aber sie enthält einen sehr hübschen Schwarzweiß-Fototeil über die Exkursionen und Tagungen, bei denen Enderle dabei war. Wen es also interessiert, wie so Leute wie Bon, Cetto, Schwöbel, Einhellinger, G. Krieglsteiner (oder auch B. und L. Krieglsteiner als junge Hüpfer) in Natura ausgesehen haben, wäre hier bestens bedient.

    FG

    Oehrling

    Hallo Carina,

    ich hätte für dich folgende Tipps:


    Richard POTT, Farbatlas Waldlandschaften, Ulmer Verlag: welche Waldarten/Waldtypen gibt es in Deutschland, und wo genau kommen diese vor? Worin unterscheiden sich Naturwälder/naturnahe Wälder von menschlich überformten, umgeformten oder degradierten "Wäldern" (= Forsten, Holzplantagen)? sehr anschaulich durch viele Fotos ("ach DER Waldtyp ist das bei mir hinterm Ortsrand..."); (von POTT gibt es noch einige andere, ebenfalls sehr interessante Werke über den Wald in Deutschland!)


    Franz ENGEL/Frieder GRÖGER, Pilzwanderungen, A. Ziemsen Verlag: wenn man durch die diversen Waldtypen/Biotope läuft, welche Pilzarten sind da zu den jeweiligen Jahreszeiten zu erwarten, bzw. stehen da so herum? --> setzt voraus, dass man sich ein schon ein bisschen mit den Waldtypen auskennt


    G. J. KRIEGLSTEINER/A. GMINDER, Großpilze Baden-Württembergs (Bände 1 - 5); oft auch als "Baden-Württemberg-Flora" bezeichnet, Ulmer Verlag: welche Pilzarten haben welche Waldtypen/Biotope als Standortanspruch? in welchem Altersstadium muss der Waldtyp sein, damit der Pilz darin auftritt? welche Baumarten sind als Mykorrhizapartner möglich? zu welcher Jahreszeit fruktifiziert die Pilzart? das ist bei jeder in Baden-Württemberg häufiger auftretenden Pilzart (ohne die in GPBW generell nicht gelisteten Schlauchpilze!) sehr genau vermerkt und auszählstatistisch belegt, bezieht sich aber strenggenommen nur auf die Verhältnisse in Baden-Württemberg


    Freundliche Grüße

    Oehrling

    Geruch: markant nach Marzipan............bzw. Bittermandel,

    Sorry dass ich störe, aber so extrem viele Schnecklinge, die nach Marzipan/Bittermandel riechen, gibts ja nun nicht, so dass man hier an Hygrophorus agathosmus wohl kaum zweifeln kann. Die Fotos zeigen auch reichlich Kiefernnadeln, und H. agathosmus mag auch gern die Kiefer, so dass man den Fichtenzweig als Beweis nicht braucht.

    FG

    Oehrling

    Sorry wenn ich kurz störe, aber bei L. chrysorrheus verfärbt die Milch nicht erst beim Eintrocknen gelb, sondern schon nach etwa 3 bis 5 Minuten am frischen Pilz - daher auch der Name "goldflüssig". Ich weiß nicht, wie lange die hier gezeigten Pilze unter Beobachtung standen, aber zumindest nach ein paar Minuten müsste das Gelb aufgefallen sein.

    FG

    Oehrling

    Aber Fleisch verfärbte sich nicht mit ammoniak dunkelgrün.

    Hallo pytriacitrin (oder so),

    das soll es ja auch gar nicht, stattdessen verfärbt der Hutschleim mit Ammoniak grün. Aus meiner Sicht sind das 99%ige H. persoonii. Der ins Spiel gebrachte H. mesotephrus ist farblich viel trüber gelbbraun, wesentlich weniger lebhaft, außerdem ist er fast rundum von einer noch dickeren Schleimschicht überzogen.

    FG

    Oehrling

    Hallo,

    Hier im Fichtenwald derzeit auch noch Flaute.

    Im Buchenwald dagegen wildes Pilzwachstum.

    Aber der Fichtenwald hat ja immer hinterhergehinkt , vielleicht kommt da noch was.

    Hallo Norbert,

    genau so sieht es in unserer Region aus. Im Fichtenwald ein paar Klebrige Hörnlinge, Falsche Pfifferlinge, Fuchsige Röteltrichterlinge, Ockertäublinge, und im Buchen-Eichenwald steppt der Bär wie seit drei, vier Jahren nicht mehr. Pilze bodendeckend, zum Drauftreten sozusagen. Und geniale Arten - heute sah ich z. B. das erste Mal in Hohenlohe Hygrophorus persoonii, vor zwei Tagen auch zum ersten Mal in Hohenlohe Hygrophorus poetarum.

    Nur wird bei uns im Fichtenwald nichts mehr kommen. Es gab so etwa Mitte August bei uns einen "Verzweiflungs"-Fichtenwald-Aspekt mit ein paar Steinpilzen, Flockies, Maronen und Rotkappen, als ich mir dachte: wie kann bei dieser Sommerhitze und Trockenheit überhaupt irgendwas wachsen. Danach kam nichts mehr nach, so dass wohl Schluss mit dem Fichtenwald-Aspekt ist. Dafür wurde es ab der letzten Septemberwoche im Laubwald immer besser und ist jetzt sensationell gut. Wie gesagt, in unserer Region Hohenlohe.

    FG

    Oehrling

    Daß du mich nicht mal einer Antwort würdigst, sondern nur kurz auf Nobis Post geantwortet hast, finde ich bedauerlich. Aber - ich vergesse das jetzt einfach mal und möchte mich nicht weiter aufregen, da es ohnehin vergebens ist.

    Ein fallendes Messer soll man nicht auffangen, sagt ein bekanntes Sprichwort. Heißt auf hier übertragen: in der aufgeheizten Stimmung, die hier herrschte, hielt ich es für besser, erstmal nichts zu schreiben, um den Schaden nicht noch größer zu machen. Es hätte ja sein können, dass du infolge einer Antwort von mir vollends durch die Decke gegangen wärst. Oder ich infolge einer Antwort von dir. So gut kenne ich dich nicht, um abschätzen zu können, wann man besser was zu dir sagt oder wann man besser nichts zu dir sagt.

    Festhalten können wir, dass wir gemeinsam in die berüchtigte Soziale-Netzwerk-Falle getappt sind, die nun einmal dasteht, und jetzt müssen wir irgendwie da wieder rauskommen.

    Meine Idee wäre, dass ich mal wieder wie jedes Jahr in Winterschlaf gehe (das wollte ich sowieso schon, auch ohne diese Geschichte hier) und dass wir alles alles sacken lassen. Wenn wir nächstes Frühjahr das hier noch einmal lesen, denken wir uns sicher alle: was zum Teufel war das denn?

    FG

    Oehrling

    die Du, gemessen an anderen Anfragen, einfach blöd runtergemacht hast!

    Tja, wenn das dein Eindruck war, was soll ich dann noch sagen? Vielleicht, dass es dein persönlicher Eindruck war. Ich hatte mich eigentlich nicht über Grünis Anfrage gewundert (wo kämen wir denn auch hin, wenn nicht auch solche Anfragen ihre Berechtigung hätten - Grüni, gelesen? ihre Berechtigung!), sondern darüber, wie man bei tw. vergammelten Pilzfragmenten zu einer Artaussage gelangen kann (vgl. mein Posting Nr. 6). Was danach kam, ist Folge der in (a-)sozialen Netzwerken üblichen Dynamik - ein Posting gibt das andere, dann schaukelt sich was hoch und schließlich stehen alle bedröppelt da.

    Aber deinen Ausdruck "blöd" habe ich gelesen, und die vielen Ausrufezeichen in deiner Antwort auch. So lange dieser Ausdruck im Raum steht, erlaube ich mir, auf eine Konversation zu verzichten. Da hilft auch nicht der sich eher ironisch anhörende Verweis auf meine "prinzipielle Forumswissensbereicherung", oder wie du das formuliertest.

    FG

    Oehrling

    Sehr sicher, denn was sollte ein Gewerbler denn außer Steinpilzen und Pfifferlingen sammeln? Das sind (außer vielleicht den Morcheln im Frühjahr) die einzigen Pilze, die sich auf diese Art verkaufen lassen. Champignons und Austernseitlinge gibt es doch in jedem Lebensmittelhandel, und andere Pilze kauft doch niemand, außer vielleicht auf dem Münchner Viktualienmarkt oder Wiener Naschmarkt, wo die Kunden was Spezielles wollen.

    FG

    Oehrling

    Hallo zusammen,

    in unserem Landkeis (Hohenlohekreis) bekäme man den Pilzgewerbeschein beim Ordnungsamt. Ein Kumpel sagte mir neulich, als wir darüber diskutierten, dass der 200 Euro pro Jahr kosten würde. Also da muss man schon ordentlich was finden und verkaufen, dass sich das lohnt. Mit diesem Schein darf man natürlich auch nur innerhalb der Kreisgrenze sammeln. Steinpilze haben wir zwar schon ein paar, aber z. B. fast gar keine Pfifferlinge, und anderes wird kaum gehandelt. Das wäre also in den Jahren ohne Steini-Schwemme - und solche gab es ja zuletzt öfters - wohl ein Zuschussgeschäft.

    Die e-bay-Ware ist großteils illegal, dass diese Händler nicht sofort auffliegen, liegt wohl daran, dass es relativ "kleine Fische" sind.

    FG

    Oehrling

    Dann bleibt mir nur, dir weiterhin tolle Pilzfunde zu wünschen. Gerne werden auch deine Anfragen beantwortet, aber vielleicht so, dass die Pilze noch ganz sind, eben so wie man sie im Wald vorfindet. Wie schon von einem Vorschreiber erwähnt, erkennen wir die Pilze dann viel einfacher.

    FG

    oehrling

    Hallo Stefan,

    ganz viele Anfrager denken aber schon, dass das genau so funktioniert. Sie sitzen vor den geputzten Pilzen auf dem Wachstuch, trauen sich aber nicht sie zu essen. Welche Lösung taugt in ihren Augen dann auf die Schnelle? Ah ja, da gibt es doch so ein Internetforum, die frag ich einfach mal, ob man meine Pilze essen kann. Noch schnell ein Foto der geputzten Pilze mitsamt des Wachstuches gemacht, und dann angefragt.

    Unsere Antworten auf solche Anfragen haben zumeist mit "sich aufregen" nichts zu tun, eher ist das Gegenteil der Fall. Man versucht dem Anfrager möglichst unaufgeregt klarzumachen, was geht und was nicht geht. Und was heißt "jedes Mal neu"? Für einen Dauermitleser mag sich vieles wiederholen, für die meisten Anfrager ist es dagegen das allererste Mal.

    FG

    Oehrling

    Also der erste ist einer der Rotfußröhrlingsarten, die sind alle ungiftig aber nicht besonders lecker. Die anderen sind keine Butterpilze (Suillius luteus), sondern Maronenröhrlinge (Imleria badia/Boletus badius). Also wie gesagt, willst du neue Pilze essensmäßig austesten und suchst Bestätigung, ist dieses Forum nicht die richtige Adresse, sondern der Pilzberater. Kann ja auch sein, dass du Gammelpilze erwischt hast, das wäre über das Internet extrem schwer zu erkennen.

    FG

    Oehrling

    So sehen Röhrlinge aus, die beim Putzen gewaschen wurden.

    Schildmaid

    Tue die Pilze nächstes Mal zum Pilzberater, der kann sie dir freigeben. Wir können das nicht. Oder mache eine der zur Zeit zahlreichen geführten Pilzwanderungen mit, der Experte der die Wanderung leitet, gibt sie dir normalerweise auch frei.

    FG

    Oehrling

    Hallo Maria,

    die blauen sind sehr wahrscheinlich C. sodagnitus, die Chemo-Reaktionen passen alle soweit. Der gelbhütige schlankstielige ist wieder mal ein Calochroi. Davon bietet die Funga Nordica mit KOH-Positiv und im Kalkbuchenwald wachsend Cortinarius catharinae an. Die anderen KOH-positiven Calochroi wachsen anscheinend alle im Nadelwald. Also kommst du nach Funga Nordica zu Cortinarius catharinae.

    FG

    Oehrling