Beiträge von Oehrling

    Hallo zusammen,

    also mir persönlich sehen die (vor allem am Stiel) nach Saftlingen bzw. Saftlingsartigen aus, die mehrfach eingefroren und wieder aufgetaut sind und ihre ursprüngliche Farbe komplett verloren haben. Solche "Mumien" bzw. "Leichen" wären dann grundsätzlich makroskopisch - und somit zu 90 % auch mikroskopisch - unbestimmbar, auch wenn man wochen- oder gar monatelang in Büchern nachblättert.

    Mein Tipp wäre, da einfach nochmal hinzugehen, wenn wieder Frischexemplare da sind.


    Freundliche Grüße

    Oehrling

    Hallo zusammen,


    i bims mal wieder - eigentlich hatte ich mir Winterschlaf bis März verordnet, aber jetzt bin ich beim Lesen auf diesen doch höchst interessanten Thread gestoßen - für mich höchst interessant, als dass ich seit ca. 15 Jahren auf professioneller Basis Aufgabenstellungen und Fragen für Abschlussprüfungen erstelle und die hier diskutierten Problematiken sehr, sehr gut kenne.


    Was meiner Erfahrung nach extrem wichtig ist: dass man vom Ersteller von Prüfungsfragen immer zugleich auch eine Musterlösung bzw. einen Lösungshorizont einfordert, ohne welche die Frage grundsätzlich nicht in den Katalog aufgenommen wird. Nur das verhindert jenes Miss-, Fehl- und Überinterpretieren der Fragen, das dem Korrektor/Bewerter einer schriftlichen Prüfung einfach nicht auferlegt werden sollte, aus Gründen der Vergleichbarkeit und Gerechtigkeit der Bewertung. Liegt ein Lösungshorizont vor, ist es dann auch einfacher, eine semantisch missglückte oder schlecht formulierte Fragestellung im Nachhinein wieder "geradezubiegen", so nach dem Motto: "aha, das will er also hören, ja dann müsste man aber stattdessen so und so fragen".


    Die meisten der hier andiskutierten Fragen sind aus meiner Sicht semantisch missglückt oder schlecht formuliert. Die Frage mit dem Grünling wurde ja breits ausführlich diskutiert - am maßgeblichsten ist meiner Meinung nach die Ansicht, dass es nur ein einziges Argument braucht, um den Sammler vom VERZEHR abzuhalten: der Hinweis auf die Giftigkeit. Jedes weitere Argument ist hier - wie ja auch in der Beratungssituation - überflüssig. Vermutlich wollte der Fragesteller eher so was wie "Welche drei Argumente sprechen dagegen, Grünlinge korbweise als Speisepilze zu sammeln?", ja da ist es freilich klar, welche zwei weiteren Argumente ins Spiel kommen, z. B. solche, die in Richtung Naturschutz gehen. Aber eben nicht bei der so wie im Katalog formulierten Frage mit dem Abhalten vom Verzehr ohnehin schon geernteter Pilze.


    "Nennen Sie drei Pilze mit flockigem Stiel" - so jetzt, was heißt flockig? velumflockig, schuppig-flockig, pustelig-flockig? Ist der Stiel flockig oder nur die Stieloberfläche? Ganz abgesehen von der Frage, was es denn überhaupt an Erkenntniswert für die Pilzberatung bringen soll, ob ein Stiel flockig ist. Viel sinnvoller ist es doch, etwa zu fragen: "Bei einer Pilzbestimmung stoßen Sie auf das Merkmal "flockiger Stiel". Beschreiben Sie, wie ein flockiger Stiel aussieht (leicht!). (oder: wodurch können Flocken an einem Pilzstiel verursacht sein? (nicht so leicht!) oder vielleicht gar: um welches Pilzbestimmungsproblem, bei dem es um das Merkmal "flockiger Stiel" geht, könnte es sich handeln? (kernig-knifflig! und offen! Climbingfreak ))


    Frage 254: was soll ein Naturpark sein, bzw. inwiefern soll es sich bei einem Naturpark um ein Gebiet mit besonderem Naturschutz handeln? Man frage doch lieber nach den Einschränkungen in einem NSG, einem Nationalpark oder einem Biosphärenreservat, wenn man schon SPEZIELLE Einschränkungen hören will, das ist doch viel ergiebiger.


    Frage 300: als Prüfungsfrage für PSV komplett ungeeignet, da auch Antworten wie Treibjagd, Bombenräumung, Baumfällungen usw. als richtig gewertet werden müssten, was aber freilich nicht als spezifisches Wissen eines PSV anzusehen ist


    Frage 343: Was ist Waldschutzgesetz? Nie davon gehört... Auch hier müssten PSV-unspezifische Antworten wie Notdurft verrichten, Wodkaflasche fallen lassen, lauthals herumschreien gemäß der wörtlichen Fragestellung als richtig gewertet werden - ein Musterbeispiel für eine viel zu ziellose Frage.

    Edit: viel zielführender wäre hier folgende Aufgabenstellung: "Sie veranstalten als PSV im September eine Pilzlehrwanderung im Wald. Einer Ihrer Teilnehmer zündet sich eine Zigarette an. Wie reagieren Sie angemessen?" (3 Punkte) Musterlösung: Sie sagen dem Teilnehmer, dass von Mai bis Oktober (1 Punkt) im Wald Rauchverbot herrscht (1 Punkt), und dass er, wenn er die Zigarette anlässt, vom weiteren Verlauf der Exkursion ausgeschlossen wird (1 Punkt), da Sie niemanden auf eine Exkursion mitnehmen, der bewusst das Gesetz missachtet (1 Zusatzpunkt).


    Noch schlimmer Frage 510: Was soll "freie Landschaft" sein? alles außerhalb geschlossener Ortschaften (so wie bei der Führerscheinprüfung), ein bewirtschaftetes Feld? alles, was nicht umzäunt ist? oder auch so was wie ein Stadt- oder Schlosspark, in welchen ja gerne mal Rote-Liste-Arten auftauchen? Und dann zur Frage: wozu man "laut Gesetz" verpflichtet sei? ähm ja: gesittete Kleidung, Unterlassen des Sich-Besaufens, Unterlassen des Drogenkonsums - alles richtig, alles abhaken, alles Punkte wert.


    Frage 579 finde ich jetzt zur Abwechslung mal richtig geil. Ein Pilz, der so was kann, müsste ja mindestens konzentriertes Zyankali oder Sarin enthalten oder wäre sonstwie potenzielles terroristisches Hilfsmittel. Leider habe ich noch nie von einer solchen Pilzart gehört, nicht mal auf einer Fortbildung, und das trotz 13 Jahren Erfahrung als PSV *schäm*


    Frage 36: zweideutig. Entweder "Nennen Sie fünf wichtige Bestimmungskriterien zur Abgrenzung der Gattung Agaricus von anderen Gattungen" oder aber "fünf wichtige BK innerhalb der Gattung Agaricus" (gibt es da überhaupt fünf rein makroskopische?), aber bitte nicht so formuliert wie hier.


    Das ganze Dilemma der Fragenformulierung zeigt sich bei Frage 510.

    Aussage/Lehrsatz: Man ist gesetzlich verpflichtet, auf die Natur Rücksicht zu nehmen.

    Fragestellung: Wozu ist man gesetzlich verpflichtet? Nu, im Straßenverkehr die höchstzulässige Fahrgeschwindigkeit einzuhalten.

    Man sieht also: SO kann man nicht fragen, wenn man zwingend hören will: auf die Natur Rücksicht zu nehmen; da muss man schon zielgerichteter fragen.


    FG

    Oehrling

    Hallo Renate,


    das Bestimmen von Pilzen in schwierigen Gattungen erfordert stets zwei aufeinanderfolgende Arbeitsschritte, die beide funktionieren müssen, wenn es zu einem befriedigenden Ergebnis kommen soll. Für den ersten Arbeitsschritt, das Erheben/Dokumentieren der Merkmale, brauchst du Bestimmungsutensilien wie Mikroskop, Reagenzien ... sowie deine persönlichen körperlichen Sinne (Geschmack, Geruch, Farbensehen ... ). Für den Schritt 2, das Interpretieren der Merkmale und das Zuordnen zu einem vorhandenen Artkonzept, brauchst du Literatur.


    Oft ist nicht das Problem, dass ein Fund nicht sauber dokumentiert wäre, sondern die Bestimmung scheitert an der fehlenden oder unzureichenden Literatur. Im BOERTMANN z. B. stehen so ein paar Sachen drin, die dich in die richtige Richtung "schieben" können. Z. B. wird bei H. aurantiosplendens viel Gewicht auf die weiße Bereifung am Stiel gelegt - so was hätte beispielsweise H. quieta nicht. Andererseits wird für H. quieta ein blattwanzenartiger Geruch angegeben - das wiederum findet man an H. aurantiosplendens offenbar nicht.


    Beide Arbeitsschritte können auch ineinander übergehen oder in der Reihenfolge vertauscht werden - z. B. könnte man erst in der Literatur nachschauen, auf welche Bestimmungsmerkmale es bei einem konkreten Bestimmungsproblem überhaupt ankommt, danach die (und nur die) entscheidenden Merkmale erheben.


    Beispiel: H. aurantiosplendens oder H. quieta? Beide sehen von den Farben und der Größe her ziemlich ähnlich aus. Leider sehen auch die Sporen (Größe, Form) ziemlich gleich aus. Für das Bestimmungsproblem aurantiosplendens vs. quieta ist also die Sporenmikroskopie nutzlos. Aus dem BOERTMANN geht stattdessen hervor, dass man zu beurteilen hat, wie die oberste Schicht der Huthaut aussieht - bei H. quieta liegen die Hyphen der obersten Huthautschicht dem Rest der Huthaut mehr oder weniger eng und waagerecht an ("cutis"), bei H. aurantiosplendens sind diese Hyphen vom Untergrund abgelöst und bilden großteils nach oben ragende "Ärmchen" bzw. "Zweiglein" ("trichoderm").


    Auf so etwas muss man allerdings erstmal kommen. Oder hättest du beim Fund deiner Saftlinge gleich gewusst, dass es zur Bestimmung wichtig ist, ob die Pilze nach Blattwanzen (Stinkwanzen) gerochen haben oder nach was anderem? Oder dass man in der oberen Stielhälfte hätte nachschauen müssen, ob da eine weißliche Bereifung zu sehen war oder nicht? Wer dagegen so etwas weiß, hätte sich z. B. gleich im Feld notieren können: roch nach Blattwanze bzw. roch nach allem möglichen, aber nicht nach Blattwanze. Woher man so etwas wissen kann? Nun, Literatur eben... Soll heißen, ohne Mikroskop machst du nix, aber ohne Literatur machst du halt auch nix. In diesem speziellen Fall muss man auch noch gemeinerweise wissen, wie eine Blattwanze riecht... Das Dokumentieren machst du jedenfalls absolut vorbildlich, so dass, falls es bei dir zu Bestimmungsproblemen kommen sollte, es bestimmt an Schritt 2 liegt, aber nicht an Schritt 1.


    FG

    Oehrling

    Hallo Renate,

    laut BOERTMANN passen die Daten deines Fundes sehr gut zu H. aurantiosplendens. Dort wird die Hygrophanität des Hutes besonders hervorgehoben. Über die Hut- und Stieloberfläche wird gesagt: "lubricous to viscid hygrophanous cap" bzw. "smooth or ... fibrillose, whitish pruinose particularly towards top", das passt doch auf deinen Fund. Von den Sporen wird dort gesagt, dass mehr als 50 % eine Einschnürung haben. Dein Sporenbild ist nicht wirklich scharf, sodass ich mir kein Urteil erlauben will, aber du selber hast das Ganze ja scharf und im Original gesehen.

    Hast du den BOERTMANN? Dann lies doch die Beschreibung auf S. 140f. durch und entscheide, ob das auf deinen Fund passt. Was, du hast den BOERTMANN nicht? Dann aber nichts wie kaufen, für die Saftlingsbestimmung ist das Buch mMn ein Muss-Haben.

    FG

    Oehrling

    Hallo Dieter,

    Russula nigricans ist das mMn eher nicht. Die Lamellen sind dafür zu wenig dick.

    Es gibt mindestens 10 verschiedene Schwärztäublinge, also musst du Bestimmungsarbeit investieren, z. B. den Geschmack erheben (dazu am besten mit der Zunge über die Lamellen lecken). Bei diesen Exemplaren finde ich für meinen Teil bemerkenswert, dass die Hutoberfläche anscheinend zunächst weiß ist und erst nach Malträtieren schwärzt/graut. Auf Anhieb fällt mir dazu nichts Passendes ein.

    Einige weitere Kandidaten kann man zumindest ausschließen - z. B. den mit dem lachsrosa Schein in den Lamellen oder all die Direkt-Schwärzer, das hier ist ohne Frage ein Zuerst-Röter-dann-Schwärzer.

    In Asien haben sie angeblich einen Schwärztäubling gefunden, der tödliche Vergiftungen hervorrufen kann. Daher Vorsicht bei Schwärztäublingen, die nicht klar und eindeutig bestimmbar sind.

    FG

    Oehrling

    Hallo,

    noch ganz schnell, dann ab in die Falle:

    einen Bergsteigersocken hat z. B. auch Amanita gemmata. Ich muss freilich sagen, dass auch A. gemmata nicht wirklich passen will.

    FG

    Oehrling

    Hallo Claus,

    so wie Uwe würde ich den liebend gern R. aeruginea nennen, aber mit Sporenpulverfarbe IIIb (mittelocker) und FeSO4-negativ ist das beim besten Willen nicht möglich. Daher nochmal die Frage: wie sicher sind diese Angaben?

    FG

    Oehrling

    Bei mir im Hauswald kommen die Dinger mit Vorliebe als Einzelexemplare und verwirren mich.


    Dazwischen finden sich aber gelegentlich auch mal welche, die schonmal ein Pilzbuch gelesen haben:

    :rolleyes:Och nöö Schupfnudel,

    das ist aber schon eine ziemliche Verar***he von dir. Das danebenstehende Büschel Büschelraslinge hättest du doch schon bei der ersten Anfrage zeigen können, dann hättest du uns die Rumrätselei erspart, und der Fall wäre sowas von klar gewesen.

    FG

    Oehrling

    Sporenpulver ist weiß, aber das haben ja alle Schnecklinge. Welche Alternative hast du noch im Hinterkopf?

    Es gibt noch einen ganz seltenen, den Mehlstiel-Schneckling (Hygrophorus arbustivus), den ich hier nicht von vornherein ausschließen möchte. Er kommt bei Laubbäumen vor und hat ebenfalls eine dunkle Hutmitte, die zum Rand hin ausblasst.

    FG

    Oehrling

    Hallo RudiS,


    wer Belehrungen immer und überall als Zumutung empfindet, ist in meinen Augen überhaupt nicht erwachsen. Biologisch vielleicht schon, aber sonst... Also braucht man mMn nicht zu diskutieren, ob Belehrungen auch für Erwachsene zumutbar oder sogar geboten sein könnten.

    Ich bin jetzt 52, und was meinst du, wie viele Belehrungen ich bis hierher, auch noch im Erwachsenenalter bekommen habe? Aber die meisten von diesen Belehrungen waren berechtigt, sie haben mich von eigenem Schaden abgehalten, und ich bin den Belehrenden bis heute dankbar, obwohl es mir in der Belehrungssituation selbst oft nicht gefallen hatte.


    Das Hauptproblem liegt darin, dass die meisten Belehrten dem Belehrenden unlautere Absichten unterstellen und glauben, ein Belehrender belehre den anderen, um ihn aus Lustgewinn zu erniedrigen und zu beschämen. Witzigerweise haben professionelle Experten, die für ihre Belehrungen vom Belehrten eine Stange Geld für die Belehrungen kassieren, diese Probleme nicht. Da wird die Belehrung angenommen und sogar noch das Geld dafür gezahlt, auch wenn sie sich inhaltlich nicht von der kostenlosen Belehrung durch einen Nichtprofessionellen unterscheidet.


    Die Menschheit hat die Belehrung, also das Weitergeben von Erfahrungen und Tatsachen erfunden, es handelt sich dabei um eine positive Errungenschaft, damit die Jüngeren inklusive der jungen Erwachsenen nicht das Rad immer wieder neu erfinden müssen und sich nicht in immer wieder dieselben Gefahrensituationen begeben.


    Du wirst wohl keinen echten Experten dazu bewegen können, seine Meinungen und Erfahrungen an andere weiterzugeben, wenn du ihm nicht zugestehst, belehren zu dürfen. Oder umgekehrt: signalisierst du, dich unter keinen Umständen belehren lassen zu wollen, wirst du ganz schnell niemand Sachkompetenten mehr finden, der dich überhaupt beraten will. Dich werden dann schon noch irgendwelche Leute "beraten", aber halt keine Experten mehr. Denn mit nichts kannst du einen echten Experten so kränken wie mit dem Belehrungs-Vorwurf.


    So, nach dieser etwas längeren Meinungsabsonderung verziehe ich mich wie jedes Jahr um diese Zeit in meinen Forums-Winterschlaf bis zur Morchelzeit. Wie immer wünsche ich euch noch viel Spaß beim Weiterdiskutieren.


    FG

    Oehrling

    Hallo,

    die nachgeschobenen Bilder erhärten meinen Verdacht, dass es sich um Amanita ceciliae handelt. Es gäbe da noch die theoretische Option Amanita beckeri, aber den kenne ich nur von Fotos.

    FG

    Oehrling

    Hallo Schupfnudel,

    aufgrund der wenigen Daten, die du zur Verfügung stellst, ein mehr als schwieriges Unterfangen. Bei solchen LBMs, LWMs und LGMs braucht es Angaben zum Geruch, zur Sporenpulverfarbe und vieles mehr. Wer die alle nur aufgrund der Fotos erkennt, muss mindestens ein Pilzgroßmeister oder gar ein Magier sein.

    Ich zumindest meine, Fälblinge, Trompetenschnitzlinge und Zapfenrüblinge und bei Nr. 2 in der Tat den Tonblassen Schüppling zu sehen, aber die müsste ich genauso durchbestimmen wie du.

    FG

    Oehrling

    Hallo Schupfnudel,

    wenn du mit Nr. 8 Hygrophorus discoideus meinst: das kann gut sein. Allerdings sieht man auch eine Menge Laub herumliegen, d. h. der Baumpartner ist hier vielleicht gar nicht die Fichte?

    Bei Nr. 9 ist einiges möglich: Büschelrasling, Trichterling, Schneckling... Hast du den Geruch festgestellt?

    FG

    Oehrling

    Hallo Grüni,

    Beleuchtungskorrektur wäre auch nicht schlecht. Etliche der Bilder sind überstrahlt, also quasi "zu hell" und nicht "farbecht". Auch nicht ganz perfekt ist es, Pilze aus der Hand zu fotografieren, da kommen viele Kameras nicht mit klar.

    FG

    Oehrling

    Hallo zusammen,

    in Kroatien habe ich bei Pilzesuchen diese Früchte probiert. Am besten schmecken sie, wenn sie noch nicht ganz vollreif sind, also noch hellrot. Dann haben sie einen angenehm säuerlichen Beigeschmack und sind auch saftiger. Etwa wie Maulbeeren. Abgefallene, dunkelrote Früchte schmecken ausdruckslos süß-mehlig, also absolut uninteressant. Man isst sie im Ganzen, einen Stein haben sie nicht.

    Im Asia-Shop kann man übrigens weinrote bzw. violettrote Arbutus-Früchte in Dosen kaufen. Auch auf dem Büfett eines guten "Asia-Palast"-Restaurants liegen sie oft. Da diese einen Stein haben, handelt es sich nicht um die gleiche Art wie die mediterranen Arbutus-Früchte.

    Zu den Leuten, die meinen, hier könne es nur um Perl- oder Pantherpilz gehen: wisst ihr wirklich so genau, welche Amaniten so alles in Portugal vorkommen können? Der Pantherpilz ist jedenfalls nicht die einzige Amanita mit einem Bergsteigersöckchen, soviel ist klar.

    FG

    Oehrling

    Hallo zusammen,

    ich würde Pablo insofern unterstützen, als dass ich auch glaube, dass hier zwei verschiedene Scheidenstreiflings-Arten abgebildet sind (dass es sich jeweils um Scheidenstreiflinge handelt, dürfte unstrittig sein).

    Bei der dickeren Art (im Vergleichsbild links) würde ich aufgrund der aufgelösten Stielvolva in Verbindung mit dem starken Grauen des Velums und den dicken Hutplacken an Amanita ceciliae denken, bei der anderen (die mit dem flächig-häutigen Velum auf dem Hut und der stabilen, ockerfarbenen Stielvolva) habe ich keine Idee. Es gibt auch irgendwie keine gute Bestimmungsliteratur über mediterran verbreitete Scheidenstreiflinge. A. GMINDER meint z. B., dass da etliche Arten bisher nicht korrekt bzw. überhaupt nicht beschrieben sind. Die beiden rechten im Vergleichsbild könnten solche sein.

    FG

    Oehrling

    Hallo Claus,

    nur keine Panik. Wenn das tatsächlich R. medullata ist: das wäre doch die einzige Griseinae mit ockergelbem Sporenpulver. Also müsstest du nur nachweisen, dass es eine Griseinae ist (und das auch nur, wenn die Hutfarben überhaupt nicht griseinae-mäßig daherkommen), und danach, dass das Sporenpulver ockergelb ist. Ganz perfekt ist es, wenn du am Fundort eine Pappel notieren konntest, denn R. medullata ist ein Pappelpilz.

    Also mal der Reihe nach:

    Diese "Perlenschnüre" dürften keine Elemente einer Täublingshuthaut sein, jedenfalls ist bei ROMAGNESI und SARNARI nichts derartiges beschrieben.

    Griseinae haben: violettblaugraugrüne bis fleischfarben-bräunliche Hutfarben (oft bunt durcheinander), einen Geschmack, der in den Lamellen nicht ganz mild, sondern leicht prickelnd ist, in der Huthaut langgezogen-keulige, meist unseptierte Dermatozystiden und niemals inkrustierte-PH.

    Wichtige Bestimmungskriterien innerhalb der Sektion: Sporenornament in Melzers, Verfärbeverhalten mit Eisensulfat auf der Stielrinde, Struktur der letzten fünf bis sechs Endglieder der Huthauthaare ("Tönnchen"-Haarglieder oder nicht?).

    Also, dann mal her mit den Makro- und Mikrofotos (Sporen, Dermatos) von diesem Pilz.

    FG

    Oehrling

    Hallo Stefan,

    die Sporen würde ich als nicht geflügelt ansehen. Die Lamellen sind in der Tat orangelich. Die Stielfarbe entspricht der Hutfarbe, ist also nicht entscheidend heller. Die Lamellen stehen relativ dicht beisammen. (beides ist auch bestimmungsrelevant!). Jetzt bin ich gespannt, was du schlüsselst. L. acer, azonites, picinus und lignyotus sind mMn schon raus aus der Verlosung.

    FG

    Oehrling

    Hallo,

    ich kann mich den Vorschreibern nur anschließen. Der Riesenrötling (Entoloma sinuatum, übrigens ein gefährlicher Giftpilz) sieht exakt so aus.

    FG

    Oehrling

    Hallo zusammen,

    ich bin auch für den Grauen Wulstling (Amanita excelsa/spissa). Amanita verna hätte keine Riefen auf der Manschette und deutlich sichtbare Hautläppchen an der Stielknolle.

    FG

    Oehrling

    Hallo AnKh,

    von mir auch noch mal ein Kompliment, dass du dich nicht ganz aus dem Forum zurückgezogen hast und dich weiter aktiv beteiligst. Ich verspreche, dass meine Antworten dir gegenüber künftig streng sachlich und ohne übertriebene Emotionen bleiben. Ich weiß jetzt, wie du dir die Kommunikation vorstellst bzw. nicht vorstellst, und werde versuchen, mich dran zu halten.

    FG

    Oehrling

    Tja Leute,

    ohne den Geruch der angefragten Pilze und den exakten Baumpartner zu kennen, kommt man einfach nicht weiter, leider ist das bei weißen Ritterlingen so.

    FG

    Oehrling

    o. t.: @Pablo, dein weißer krass maipilzartig riechender Ritterling kann auch was ausgeblasstes sein, schon mal in Betracht gezogen? Tricholoma album kenne ich persönlich als eben nicht stinkend, sondern ganz leicht mehlartig riechend.