Beiträge von Oehrling

    Hallo zusammen,

    die Huthaut des Perlpilzes hat für meinen Geschmack eine unangenehm dumpf-erdige Note. Aber ich kann hier ja nur meine persönliche Geschmacksempfindung schildern. Wer den Unterschied zu schmecken nicht in der Lage ist, soll die Huthaut halt dranlassen, giftig ist sie nicht.

    FG

    Oehrling

    Hallo zusammen,

    ich kann mir nicht vorstellen, wie man ausgerechnet zu einem Namen wie Hohenbuehelia longipes kommt, ohne mikroskopiert zu haben. Diese Anfrage stammt aus einer Zeit, zu der der User ständig Namen von irgendwelchen obskuren Seltenheiten rausgehauen hat, die sich dann regelmäßig als Trivialitäten herausgestellt haben. Bis zum Beweis des Gegenteils ist das erstmal ein Trichterling, auch wenn sich prominente Experten für Hohenbuehelia eingesetzt haben (ob wirklich?).

    FG

    Oehrling

    Hallo Dani,

    meine Tipps zu den Bildern:

    1) Karbolchampignon

    2) Grünblättriger Schwefelkopf

    3) kann auch der Gewöhnliche Butterpilz sein

    4) Sparriger Schüppling

    5) Weißer Büschelrasling

    6) Maiporling

    7) Rehbrauner Dachpilz

    8) ein Risspilz, aber nicht der Kegelige

    9) Hochgerippte Becherlorchel

    10) Sklerotienporling


    FG

    Oehrling

    Hallo sigisagi,


    wenn du den Perlpilz verwerten willst, beachte bitte die Mindestgarzeit von 15 Minuten. Außerdem solltest du vor dem Garen die Huthaut sowie die Velumreste entfernen, das wirkt sich sehr positiv auf den Geschmack aus.


    FG

    Oehrling

    Hallo Klaus,


    du zeigst wahrscheinlich ein Sammelsurium aus verschiedenen Macrolepiota-, Chlorophyllum- und Leucoagaricus-Arten, die nur oberflächlich ähnlich aussehen. Deine Fotos sind von so bescheidener Qualität, dass es kaum möglich ist, irgendwelche Arten dingfest zu machen. Jedenfalls sehe ich auf deinen Bildern keinen einzigen eindeutigen Parasol. Da es in diesem Formenkreis (Pilze mit schuppigem Hut, Stielring, weiße Lamellen, knollige Stielbasis) nicht nur essbare, sondern auch unverträgliche und sogar richtig giftige Pilze gibt, rate ich dir in deinem eigenen Interesse davon ab, irgendwelche von denen zu essen, ohne sie vorher einem Pilzberater gezeigt zu haben.


    Mittelfristig solltest du, wenn du vorhast, Pilze mit weißen Lamellen zum Essen zu suchen, dich mithilfe eines guten Pilzbuches erstmal einzulesen, was es da alles an Gattungen und Arten so gibt, damit du erkennst, wie gefährlich das sein kann.


    FG

    Oehrling

    Hallo flaemmli,


    das ist sicher ein Werk für Liebhaber antiquarischer Bücher oder Bresadola-Forscher und hat bestimmt einen grossen Seltenheitswert. Aber ob du in diesem Forum einen Interessenten findest, ist fraglich. Hier sind fast ausnahmslos Leute unterwegs, die aktuelle Bestimmungsliteratur für die von ihnen getätigten Funde suchen, aber nicht solche, die sich alte Bücher zeilenweise in den Schrank stellen und dort verstauben lassen. Für 1500 Euro bekommt man halt 20 bis 25 verschiedene aktuelle Pilzbücher. Vielleicht hast du mehr Erfolg (den ich dir sehr wünsche), wenn du das Werk einem Antiquariat anbietest.


    FG

    Oehrling

    Auch aus den USA soll dem Vernehmen nach Informationsschrott kommen. Ich finde es halt bitter, wenn so was weitergeleitet bzw. geteilt wird und sich dadurch Halbfalschwissen verbreitet, aber das wird in den kommenden Jahren zu einem Kernproblem unserer Gesellschaft, dass niemand mehr wissen wird, was richtig und was falsch ist. Und dann gehören wir alle der Katz, denn dann kann man uns alles mögliche erzählen, und recht hat der wo am lautesten schreit bzw. am schnellsten bei der Verbreitung der Botschaften ist. Denn die meisten Leute werden das glauben, was sie als erstes hören. Die später was anderes dazu sagen, werden gar nicht mehr registriert, denn einer hat ja schon gesagt, wie es ist. Auf jeden Fall hat jeder, der unkommentiert Botschaften weiterleitet, Mitverantwortung für die Inhalte, die er da weiterleitet und macht sie sich zu eigen.

    Hallo Ben,


    ich mag kein Öl auf dem Objektiv, wenn ich nicht mikroskopiere, daher wische ich es ganz am Ende der Mikroskopiersession mit einem Kosmetiktuch ab. Nicht reiben, das kann Kratzer auf der Linse geben. Wegen der Farbe des Sporenpulvers: im Abwurf liegen hunderte oder gar tausende Sporen übereinander, unter dem Mikroskop liegt nur eine einzige Spore. Sporenfarbe ist also was anderes als Sporenpulverfarbe.


    FG

    Oehrling

    Ich bin mir schon relativ sicher, dass er genießbar ist. Ich wäre mir aber gerne sehr sicher. Ich mein… unter anderem dafür ist dieser Teil des Forums ja da.

    Hallo Luhafre,

    da hast du aber falsche Erwartungen an das Forum. Hier gibt es bezüglich dessen, was geschrieben wird, keine Qualitätskontrolle, so lange es nicht grob beleidigend oder rechtsradikal oder... ist. Im Extremfall könnte hier einer reinschreiben, ja das ist ein Steinpilz, iss ihn einfach, um dich reinzulegen. Ist hier bisher noch nicht passiert, aber könnte irgendwann passieren.

    FG

    Oehrling

    Schade nur, dass in Deutschland der Besitz oder gar der Anbau illegal ist. Immerhin steht ja dabei, dass die Heilwirkung nicht bei jedem einsetzt. Typisches Beispiel von digitalem Informationsschrott (der dann auch noch geteilt wird und sich auf diese Art weiterverbreitet).

    FG

    Oehrling

    So wie es aussieht, kann ich einen Täubling erkennen (Das ist für viele hier lächerlich wenig.) und möchte halt ab und zu einen Fund präsentieren.

    Wegen der gelben Stielbasis hatte ich auf mehr als nur die Gattung gehofft.

    Hallo Oskar,


    das mit der gelben Stielbasis ist selbstverständlich ein markantes, von dir gut beobachtetes Merkmal.

    Wenn jetzt einer im Forum weiß, dass das Russula insignis ist, wenn man einen Tropfen KOH auf diese gelbe Stelle gibt und sich das feuerrot verfärbt, du ihm aber sagst, dass du nicht daran denkst, KOH draufzugeben, gibt es ein Problem, denn niemand anderes außer du selber kann KOH auf deinen Pilz geben. Ergo kann für deinen Fund kein Name vergeben werden.

    Am schönsten sind meiner Meinung nach aber Fundpräsentationen, die zu einem Namen führen. Klar kann man das auch anders sehen. Allerdings muss man sich dann mehr auf sich selbst und seine eigene Bestimmungsarbeit verlassen als auf die der (vermeintlichen) Auskenner im Forum. Die wollen halt immer Input, Input, so wie jeder, der zu Rate gerufen wird.


    FG

    Oehrling

    Aufgrund der Kammerung des Stiel wird es einer der Stinktäublinge sein. Da er geruchlos ist, ...

    Hmm, geruchloser Stinktäubling? Wüsste ich jetzt auf Anhieb keinen.

    Gekammerte Stiele können nicht nur bei Stinktäublingen, sondern auch bei Kammtäublingen vorkommen.

    FG

    Oehrling

    Geschmacksproben führe ich nicht durch; vor längerer Zeit habe ich hier im Forum diskutiert - ja-nein- Ich bin eben so.

    Chemie habe ich auch nicht Zuhause.

    Hallo Oskar,

    dann musst du dich damit abfinden, dass du trotz Sporenfarbtabelle keine Täublinge bestimmen wirst. Aber wie du schon sagtest, kriegst du das hin.

    FG

    Oehrling

    Hallo Andy,

    im Wald habe ich Amanita lividopallescens noch nie gefunden. In unserer Gegend wächst er dagegen sehr gerne in parkartigem Gelände. Urs-Peter schrieb von einem 15 cm hohen Stiel und einem 10 cm breiten Hut, es gibt nicht viele Scheidenstreiflinge, die so gross werden. Und A. crocea oder A. ceciliae, die auch so gross werden können, ist das wohl nicht. Es war von mir ja auch nur eine Idee, mit was man den Fund vergleichen könnte.

    FG

    Oehrling

    Hallo FBN,

    mich treiben angesichts deines Problems andere Fragen um:

    - wie alt sind denn die Kinder? Schon so alt, dass sie begreifen können und man ihnen erklären kann, dass man nicht etwas im Freien Gefundenes einfach so in den Mund steckt? Ich z. B. habe im Kindergartenalter gewusst, dass es giftige Pflanzen oder Pilze gibt, da man es mir gesagt hatte.

    - gibt es in deinem Garten anderes Zeugs (Beeren, Kräuter, Blumen?), an dem man sich genauso vergiften kann wie an Pilzen? Vielleicht ticken in deinem Garten noch andere Zeitbömbchen?


    FG

    Oehrling

    Hallo magicman,


    es geht um ein grundsätzliches Problem bei der Pilzbestimmung. Auch wenn ein vorliegender Pilz einer bestimmten Art angehören könnte, kann man ohne mikroskopische Untersuchung nicht sagen, welcher Art er angehört. Jedoch kann man bei der Pilzbestimmung nicht mit könnte und wäre vielleicht arbeiten, das ist mehr oder weniger unwissenschaftlich oder gar aussagelos. Auch kann dir bei solchen unzureichend dokumentierten, d. h. nicht mikroskopierten Funden niemand sagen, ob du mit deiner Namensvergabe richtig oder falsch liegst. Wenn ein Pilz beispielsweise "Kreuzsporiger Rötling" heißt, schreit das geradezu danach, die Sporen zu mikroskopieren, ob sie kreuzförmig sind. Und ein "Rabenschwarzer Rötling" sollte halt rabenschwarz und nicht graublau wie die hier gezeigten Exemplare sein.


    Dies muss für dich äußerst unbefriedigend sein, denn durch dein Vorgehen erwirbst du ja kein sicheres Wissen, sondern nur dass etwas sein könnte. Statt viele Pilze "möglicherweise" bzw. "vermutlich" zu kennen, ist es doch besser, nur wenige Pilze zu kennen, die aber dann richtig.


    Dann hätte ich noch etwas zu der Geruchsangabe "pilzig", dieser Geruch kommt bei Lepioten eigentlich nicht vor. Wichtig bei Lepioten ist, ob sie cristatoid oder fruchtartig riechen, oder vielleicht nach gar nichts. Du nennst deinen Pilz (aus deiner Sicht mit Berechtigung) Lepiota oreadiformis, ich würde ihn dagegen Lepiota clypeolaria nennen. Unnu? Jetzt müsstest du mit Argumenten kommen, die deinen Namensvorschlag stützen und von dem meinen wegführen.


    Und zum Täubling: Russula exalbicans kann sehr gut sein, aber ohne Spp und Chemoreaktionen ist das halt auch nur was aus der Rubrik könnte. Denn es gibt noch mehr rosahütige, nicht milde Täublingsarten unter Birke,. z. B. R. gracillima, oder R. betularum. Unnu?


    FG

    Oehrling

    FeSo4 zeigte bei mir nix Nennenswertes. In "Pilze MittelEuropas" steht "höchstens schwach hellgrün" - mit etwas Phantasie geh ich da mit ;O)

    Hallo Durnik,


    "nicht nennenswert" ist, wenn sich mit Eisensulfat eine blasse schmutzigrosa Verfärbung ergibt. Alles andere ist nennenswert, z. B. lachsorange, oder meergrün, oder eben auch keine Verfärbung.

    Bei Guajak ist nennenswert, wenn die Blauverfärbung ausbleibt oder erst nach über 30 Sekunden oder innerhalb der ersten 5 Sekunden erfolgt. Wenn das Guajak innerhalb von 10 bis 15 Sekunden nach blau umfärbt, ist das nicht nennenswert. Nennenswert wäre auch, wenn am gleichen Pilz Guajak auf der Stielrinde nicht umfärbt, wohl aber auf den Lamellenschneiden.

    Zur Ergänzung: bei Phenol ist nicht nennenswert, wenn es braun umfärbt, sondern nur wenn es violett umfärbt.

    Soll heißen, Chemoreaktionen bei Täublingen müssen anders interpretiert werden als man sich das so gemeinhin vorstellt.

    Edit: auch ist es so, dass die Intensität von Chemoreaktionen von der Durchfeuchtung des Pilzes abhängig ist und daher für sich genommen nicht zu 100 % verlässlich ist. Daher sollte man für sich und seine Bestimmungsarbeit eine Art Standard bezüglich der Durchfeuchtung einführen, also etwa Chemoreaktionen nur an trockenen (aber nicht an ausgetrockneten!) Exemplaren testen.


    Noch etwas zur Haltbarkeit von Guajak: je kühler und dunkler Guajak gelagert wird und je seltener man das Fläschchen öffnet, umso länger hält es. Guajak kann auch noch nach zwei Jahren nutzbar sein, wenn man darauf verzichtet, es direkt im Feld einzusetzen, sondern es erst bei der Bestimmungsarbeit in einem sonnenlichtfreien, kühleren Raum verwendet.


    FG

    Oehrling

    Hallo zusammen,


    ich trenne die beiden wie folgt:

    Laubwald-Appendiculatus:

    Huthaut angedrückt schuppig-filzig, kastanienbraun

    Blauverfärbung auf Druck an den Röhren sowie beim Durchschneiden oberhalb der Röhrenschicht

    Stiel +/- zylindrisch-walzenförmig

    Vorkommen im Edellaubwald über basisch-lehmigem Untergrund

    kaum je schimmelnd, wenig Madenbefall


    Nadelwald-Appendiculatus:

    Huthaut rosa, oft leicht silbrig bereift, nie schuppig (etwa wie Boletus fechtneri)

    selten Blauverfärbung am Stiel, Fruchtkörper oft ohne jedes Blau

    Stiel bauchig-keulig (Steinpilzhabitus)

    Vorkommen im sauren, moosigen, feuchten Nadelwald (Baumpartner wahrscheinlich Weisstanne, vielleicht Fichte)

    oft schnell schimmelnd, oft auffallend stark madig


    Fazit: mikroskopiert habe ich beide noch nicht, aber sie sehen zumindest in ihrer typischen Ausprägung schon sehr unterschiedlich aus.


    FG

    Oehrling

    Hallo zusammen,

    es ist richtig, dass (Butyri-)boletus (sub-)appendiculatus nach der Bundesartenschutzverordnung (dort wird er Boletus appendiculatus genannt) streng geschützt ist, also nicht gesammelt werden darf, nicht mal ein einziger. Zur ganzen Wahrheit gehört aber auch, dass diese Art etwa im Schwarzwald alles andere als selten ist, mit dem Steinpilz durchaus vergleichbar, da hat man also wahrlich keine botanische Rarität vernichtet. Zur ganzen Wahrheit gehört auch, dass Waldbesitzer oder Waldarbeiter, die das Myzel und damit den eigentlichen Hauptteil dieses Pilzes bei ihren Arbeiten zerstören, nicht belangt werden, denn es ist zwar verboten, manche Pilzarten zu sammeln, aber nicht, das Myzel ebendieser Pilzarten durch forstliche Maßnahmen zu vernichten..

    FG

    Oehrling