Beiträge von Oehrling

    Hallo Michael,

    selbst wenn ihr einen so aussehenden Pilz in der nächsten Saison am alten Fundort wiederfindet und einen bitteren Geschmack feststellt, ist der Fall immer noch nicht gelöst. Zuallermindest sollte man prüfen, ob der Stiel überhaupt schleimig ist, sonst stimmt nicht mal die Sektion Myxacium. Selbst wenn bitterer Geschmack festgestellt werden sollte, ist das noch immer nicht sicher C. vibratilis, denn es gibt noch ein paar andere bittere gelbhütige Schleimfüße (z. B. C. pluvialis). Nur mal, damit du eine Vorstellung bekommst, wie schwierig Cortinarien auf die Art zu bestimmen sind.

    Im übrigen wirkt der Pilz optisch auf mich nicht wie C. vibratilis. Vor allem die auf Bild 1 sichtbare striate Hutoberfläche kenne ich so nicht von C. vibratilis, dessen Hut meiner Erfahrung nach auch wesentlich schleimiger ist. Auch bei den von dir verlinkten Fotos hätte ich nicht ohne weiteres auf C. vibratilis getippt. Vor allem der erste Link zeigt sicher nicht C. vibratilis.

    FG

    Oehrling

    Allerdings eines verstehe ich nicht bei den Geruchsmerkmalen: Fellea... Was ist das?

    Hallo Tuppie,

    der Geruch von Russula fellea ist fruchtig-süßsäuerlich, aber ohne den zitronigen Stich wie beim Stachelbeertäubling. Irgendwo las ich mal: nach Senfsauce bzw. süßem Senf. Da etliche Täublinge so riechen, sprechen Russula-Versteher oft der Einfachheit halber vom Fellea-Geruch.

    FG

    Oehrling

    Hallo Claus,

    eine sehr wohltuende Abwechslung zum ansonsten vorherrschenden winterlichen Einheitsbrei, die du auf den Tisch bringst, allerbesten Dank. Allerdings braucht es etwas Zeit, um das alles zu erfassen und geistig zu verarbeiten. Bitte lass dir also mit weiteren Täublingsfotos ruhig Zeit...

    1) Grundsätzlich würde mich interessieren, welche Bestimmungsliteratur du verwendest.

    2) zu R20-010 du schreibst "sofort, verzögert, scharf" - was denn jetzt, sofort oder verzögert? Ich meine auch bei anderen Beschreibungen Inkonsistenzen festgestellt zu haben, z. B. finde ich manche Sporenpulverfarbenangaben "unerwartet", bitte nagle mich jetzt nicht auf die Nummern fest. Am besten noch mal alles "korrekturlesen".

    3) zu R20-010 und einigen folgenden Bildern der gleichen Täublingsart: ich habe Probleme mit der Diagnose R. mairei, wenn die Hutfarben nach einem freudigen Gelb ausblassen. R. mairei hatte ich bisher immer für monochrom gehalten.

    4) zu R20-033: falls der Pilz beim Antrocknen grauendes Fleisch bzw. grauende Stellen hatte, halte ich R. seperina ssu. SARNARI für möglich. Letztes Jahr kam mir ebenfalls ein solch dunkelvioletter Pilz mit rot überhauchter Stielbasis unter, bei dem landete ich wegen der grauenden Trama letztlich bei R. seperina.

    5) zu R20-038: wäre für mich rein optisch R. roberti ssu. SARNARI bzw. R. sphagnophila ssu. Russularum Icones. Spp-Farbe passt auch einigermaßen (3a von dir angegeben, 2d lt. SARNARI).

    6) zu R20-012: da wäre ich jetzt makroskopisch auf keinen Fall zu R. integra gekommen, das Habitat scheint mir auch nicht zu stimmen; für einen Artvorschlag von meiner Seite ist zu wenig vom Pilz zu sehen.

    7) zu R20-013 (XY ungelöst): ist der vom gleichen Standort wie die von dir titulierten R. mairei? MMn ist nicht ganz aus der Welt, dass das das Gleiche ist wie diese angeblichen "R. mairei".

    8) zu R20-041: starke Zweifel an R. atropurpurea; der Pilz ist zu klein und zu zerbrechlich, außerdem passt der angegebene Geschmack nicht. Eher R. fragilis als R. atropurpurea.

    9) zu R020-019: mit einem rosa überhauchten Fuß ist R. mairei mMn nicht möglich.

    FG

    Oehrling

    Hallo Karolin,

    Judasohren sind in der Asia-Pfanne sehr gut aufgehoben. Bitte achte beim Sammeln unbedingt auf Qualität und Frische, denn Judasohren können am Holz mehrfach eintrocknen und wieder aufweichen bzw. gefrieren und wieder auftauen. Die von dir gezeigten Exemplare sind anscheinend frisch.

    Gratulation zum Fund des Grünspanbecherlings, das ist ein nicht alltäglicher Fund.

    FG

    Oehrling

    Hallo zusammen,

    ich habe mir gerade den verlinkten SZ-Artikel durchgelesen. Wenn das Buch wirklich so groß und breit angelegt ist wie beschrieben, dann sollte man es sich nicht entgehen lassen. Das Buch wird den gleichen Weg machen wie das schon jetzt legendäre Russularum Icones. Und es gibt denjenigen neue Hoffnung, an denen der EINHELLINGER und die Russularum Icones vorbeigerauscht sind.

    FG

    Oehrling

    Hallo Andreas,

    neulich habe ich irgendwo (in der ZfM 01 oder 02/20?) gelesen, dass das Werk 2021 herauskommen soll. Meines Wissens ist es aber keine komplette Täublingsmonografie, sondern geht nur über die Sektion Viridantes (Heringstäublinge).

    FG

    Oehrling

    Hallo Azalee,

    die Reizker haben Gruben am Stiel und sind deshalb vermutlich Kiefernreizker (Lactarius deliciosus). Lärchenschneckling ist aufgrund der Hutfarbe möglich, die Hutform finde ich allerdings ziemlich untypisch. Es sieht auf dem zweiten Foto so aus, als wäre unter dem Hut ein Velumschleier, und auch der Stiel scheint velumüberzogen zu sein. Dies würde den Lärchenschneckling rauskegeln.

    FG

    Oehrling

    In Pilzbüchern sind auch nur Bilder und man kann daraus erfahren, was essbar ist und was nicht.

    Hallo Anton,

    in Pilzbüchern sind nicht nur Bilder, sondern auch Beschreibungstexte, in welchen z. B. die Verwechslungsmöglichkeiten stehen. Dass die Beschreibungstexte von vielen Leutchen aus Lesefaulheit ignoriert werden, ist eine andere Sache. Dabei stehen dort so viele nützliche Dinge.

    FG

    Oehrling

    Hallo Anton,

    genau so ist es richtig. Jemand will wissen, ob das Pilze einer bestimmten Art sind. Du schreibst hin, dass er deiner Meinung nach recht hat (oder halt falsch liegt), und überlässt ihm selber die Entscheidung, ob er das Zeug isst (genau so wäre es ja auch, wenn er im Pilzbuch nachgeblättert hätte). Wenn jemand nach der Antwort irgendeines dahergelaufenen Antons, Oehrlings oder wem auch immer meint, die Pilze essen zu sollen, na dann soll er es. Aber wir beeinflussen ihn dabei nicht.

    FG

    Oehrling

    Noch dazu ist es überhaupt nicht notwendig, hier Aussagen zur Essbarkeit zu machen. Man schreibt einfach, dass das die angefragte Pilzart ist, und überlässt es dem Finder, sich Informationen zur Essbarkeit einzuholen. Wer in dieses Forum findet, findet auch heraus, wie essbar die von ihm angefragten Pilze sind.

    FG

    Oehrling

    Hallo Anton,

    du schreibst, du bist erfahren und dir genüge oft ein kurzer Blick (auf ein Foto, nicht auf die Original-Pilze). Nun, Pablo und ich sind auch sehr erfahren und sind beide trotzdem schon bei Fotos danebengelegen. Falls du auch mal danebenliegen und selber die Pilze gegessen haben solltest, dann hast "nur" du selbst das Problem. Aber bei jemand anderem? Das ist doch eigentlich nichts anderes, als wenn du jemand anderem in bester Absicht schöne Pilze schenkst, die sich hinterher als unverträglich herausstellen. Wie oberpeinlich wäre das denn?

    Es ist mMn völlig unerheblich, wie gut jemand Pilze auf Fotos zu erkennen meint bzw. für wie gut er sich als Bestimmer hält. Daher geht deine Argumentation, wie gut du bestimmen kannst, ins Leere. Essfreigabe ist mehr Verantwortungsübernahme als Bestimmungssport.

    FG

    Oehrling

    Hallo Azalee,

    wenn man Austernseitlinge brät, sollte man immer wieder kleine Mengen Flüssigkeit nachgießen, dann werden sie nicht zäh, auch wenn man die empfohlene Garzeit einhält. Man sollte auch nur die mittlere Hitzestufe wählen (also z. B. 3 von 6 bzw. 2 von 3). Gesalzen wird selbstverständlich erst nach dem Braten. Bei Austernseitlingen haben mir persönlich immer 10 Minuten Garzeit ausgereicht, das waren aber auch immer kleinere Mengen, so dass die Hitze gut überall rankam.

    FG

    Oehrling

    Hallo Azalee,

    wenn du die Stiele in den Gläsern meinst, das sind wohl auch Parasolstiele. Wären es Safranstiele, hätten sie sich beim Putzen rot verfärbt, und das wäre dem Malone sicher aufgefallen und auch auf dem Foto zu sehen gewesen. Im Vordergrund dieses Fotos sieht man auf dem Kopf stehende dickstielige Pilze, das dürften Perlpilze sein.

    Fazit: Parasole können offensichtlich auch ziemlich dickstielig sein.

    FG

    Oehrling

    Hallo Sebastian,

    das ist mit großer Sicherheit eine Psathyrella. Conocybe lässt sich zu 100% ausschließen, da ist die Zystidenform und auch die Sporenpulverfarbe ganz anders.

    Jetzt gehen die Probleme aber erst los, denn Psathyrella ist eine der schwierigsten Gattungen. Andreas Melzer ist, soweit ich weiß, Psathyrella-Spezialist und hat auch eine sehr gute Psathyrella-Website, vielleicht kannst du die mal suchen?

    FG

    Oehrling

    Hallo Noemi,

    Samtfußrüblinge würde ich so beschreiben:

    - auffallend schmierige bis klebrige Huthaut!!, die Hutfarbe schwankt von dottergelb über orangegelb bis fast rotbraun

    - die Lamellen sind anfangs weiß und nehmen im Alter einen blass fleischbräunlichen Ton an

    - der Stiel ist immer unberingt!!, ohne silbrige Fäden!! aber feinsamtig überzogen, er schwankt in der Farbe von weißlich blass bis schwarzbraun

    - das Sporenpulver, falls es beobachtbar ist, ist weiß bzw. weißlich blass!! und niemals braun

    Von deinen Exemplaren sehen, finde ich, die auf Foto 3 am typischsten aus.

    FG

    Oehrling

    Hallo Ophrys,

    einen Schneckling erkennst du unter anderem an der schmierigen bis schleimigen Hutoberfläche. Herablaufende Lamellen kommen nicht nur bei Schnecklingen, sondern auch bei Ellerlingen und eben bei Trichterlingen vor.

    FG

    Oehrling

    Hallo Pablo,

    Ramaria subbotrytis ist ein Pilz des Kalklaubwaldes (Hordelymo-fagetum bzw. Cephalanthero-fagetum). Der botrytis-ähnliche Pilz aus dem montanen Nadelwald heißt Ramaria rubrievanescens bzw. rubripermanens je nach Autor.

    FG

    Oehrling

    Hallo Brigitte,

    ist dir eigentlich aufgefallen, dass sich in dem Stein, auf dem dein Anfragepilz 1 liegt, eine fossile Muschelschale befindet? Sie ist rechts unterhalb des Hutes zu sehen.

    FG

    Oehrling

    Hallo ihr beiden,

    das Sauerland ist an sich eine gute Adresse für Steinpilze, jedenfalls werden von den anderen Leuten öfters große Funde von dort gemeldet. Der "typische" Steinpilzwald lässt sich in etwa so beschreiben:

    Typ 1) Fichtenwald oder -forst mit moosigem, aber nicht matschig-sumpfigem Boden, schwach ausgebildete Gras- und Krautschicht, die Fichten im Alter von etwa 20 bis 30 Jahren, also nicht zu alt (unter alten Fichten wachsen dann eher Maronen), möglichst unberührt von Holzerntefahrzeugen (Rückegassen);

    Typ 2) Laubwald mit überwiegend Buchen und Eichen, der Boden mit flacher Laubschicht bedeckt und mit schütterem Moos und nur wenig Gras bewachsen, auf keinen Fall da wo sich die Brombeere bodendeckend ausgebreitet hat oder Brennnesseln stehen (da gibt es dann eher Parasole), die Bäume dürfen ruhig älter oder alt sein und in relativ weitem Abstand auseinander stehen.

    In beiden Waldtypen sollte nicht zu viel Kalk vorhanden sein, also wenn auf der Erde Kalksteinchen oder -brocken zu sehen sind, haben es die Steinpilze schwer. Genauso, wenn ein wildgewordener Förster seinen Wald mit Kalkpulver düngt, wie es leider in Mode gekommen ist. Wenn der Waldtyp vom Aussehen her eigentlich passt, aber keine Steinpilze wachsen, ist meist eine solche Kalkdüngung die Ursache. Da hilft nur die Weitersuche, die durchaus in einen "Sport" ausarten kann.

    FG

    Oehrling

    Hallo Azalee,

    wenn man so gar nicht weiß, wo man zu suchen anfangen soll, geben die Sporenform und -farbe meistens einen ersten guten Hinweis. Hat man dann eine Idee zur Gattung, geht es mit der Untersuchung gattungsspezifisch weiter: Lamellenzystiden, Hutdeckschicht, Stielrinde, Velumschuppen-/flocken... man hat quasi in jeder Gattung anders vorzugehen. Wie? Das steht in guten bzw. sehr guten Pilzbüchern.

    FG

    Oehrling