Beiträge von Wolfgang P.

    Hi Magicman,


    ich hab' mal schnell in die Monografie von Noordeloos (Libri Botanici 17, 1997) reingeguckt.

    Bei maculata steht da: "Smell sweetish, sometimes spicy (or unpleasant)".


    Formen ohne Flecken sind häufig (und auch im genannten Buch abgebildet).


    Wenn Du es genau wissen willst, schick' mir das Exsikkat von ein paar Lamellen, die koralloiden Cheilozystiden sollten schnell zu finden sein, und wenn nicht, ist es halt 'was anderes ;)


    Gruß,


    Wolfgang

    Hi Bernd,

    das ist wohl eher ein Fehler in "Deinem" Schlüssel (welchen benutzt Du?).


    Im Schlüssel in FE 5A wird gefragt:


    5. Hut mittelbraun bis dunkelbraun, gelbbraun oder graubraun ... 6

    5* Hut blass, creme oder hellgrau ... 7


    6. Stiel rasch hohl werdend, faserig, Hut relativ dünnfleischig, deutlich durchscheinend gerieft, unter Ulmus ... E.aprile

    6* Stiel normalerweise nicht hohl, mit relativ festem Fleisch und deutlicher Stielrinde, Hut undeutlich durchscheinend gerieft, unter Rosaceen ... E.clypeatum


    Wobei clypeatum in diesem Sinne wohl auch ein Arten-Aggregat ist.


    Gruß,


    Wolfgang

    Hallo Philipp,

    Dein Schnittbild zeigt gut die flache Lamellenschicht gegenüber einem dicken Hutfleisch. Das wirst Du kaum bei einem der potentiellen Verwechslungspartner so finden. Restzweifel solltest Du bei Deinen Bildern also eher wegen Alter/Zustand der Pilze haben: Einige sehen gut aus, aber schon die auf dem ersten Bild wären bei mir unten durch.


    Gruß,


    Wolfgang

    Hi Sebastian,

    na, Du findest ja wieder ein Zeugs ;)


    Ich bin mal im Bresinsky (Regensburger Mykologische Schriften 11) in den mikroskopischen Gattungsschlüssel eingestiegen.

    Braunsporer mit warzigen Sporen : Teilschlüssel 6c, S. 128


    Da werden erst Gattungen mit hymenidermer HDS und dann große Pilze mit häutigem Ring weggeschlüsselt.

    Ab 8 wird es interessant.


    8a) in KOH3% auffällige Pigmentierung (Dermocybe, Gymnopilus)

    8b) anders


    10a) spindelige Kaulocystiden (Melanomphalia)

    10b) anders


    11a) Sporen mit Plage oder ohne Plage UND ohne Schnallen (Galerina)

    11b) ohne Plage und meist mit Schnallen


    12a) Cheilos mit kugeligem Kopf auf schlankem Stiel (Phaeocollybia p.p)

    12b) anders


    13a) HDS rotbraun, gelatinös, meist spitzkegelig und ohne Schnallen (Phaeocollybia p.p)

    13b) anders


    14a) Cheilos zahlreich, groß (Hebeloma)

    14b) Cheilos fehlend oder unauffällig


    15a) Sp. klein, kugelig (Ripartites)

    15b) anders (Cortinarius)


    Mit dem Schlüssel käme ich also ziemlich glatt zu Hebeloma und wäre dann am Ende der Sackgasse.

    Galerina hätte ich als erstes erwogen (trotz nicht sichtbarer Plage auf Deinen Bildern) aber dann wären Dir vermutlich auch die Kaulos an der Stielspitze entgangen.


    Kurz: es bleibt unklar...


    Wolfgang

    Hallo,

    ich habe Pablo Alvarado vorgestern angemailt (natürlich auf Englisch), und gestern eine Antwort bekommen.

    Vermutlich gibt es wie bei allen kleinen Selbstständigen mal Höhen und Tiefen.


    Meine Proben gehen heute auf die Post, mal sehen wann das Ergebnis kommt.


    Kleine Citizen Science Projekte kann man aber auch bei Unite kostenlos abwickeln


    UNITE - Posts

    Irja Saar; irja.saar@ut.ee


    Wie es da so abläuft, würde mich auch interessieren, da habe ich keine Erfahrung.


    Gruß,


    Wolfgang

    Hallo,


    ich tippe auf einen Maipilz, auch wenn die Geruchsangabe "wie Marzipanschneckling" seltsam klingt.


    Für den Frühjahrs-Weichritterling ist mir der Pilz zu hell, aber ganz ausschließen würde ich es nicht.

    Die Gattungen Hygrocybe und Hygrophorus sind jedenfalls ziemlich sicher 'raus, dafür sind die Lamellen zu dicht und der Fruchtkörper zu groß.

    Für den Maipilz spricht das Vorkommen im Frühjahr in Hexenringen, der weiße Hut und die dichten Lamellen.

    Das ist natürlich keine Verzehrfreigabe - und mit Schimmelflecken am Hut natürlich gleich gar nicht.


    Gruß,


    Wolfgang

    Hi Cordycepshamster,

    zumindest den Link zu YT kannst Du m.E. auf jeden Fall posten... aber ob sich jemand 30min Film zu einem unbekannten Pilz antut? Mir persönlich wäre da die Zeit zu schade. Aber wenn Du hier Deinen Film mit 3 Screenshots teaserst, und der Pilz tatsächlich spannend aussieht....


    Gruß,


    Wolfgang

    Hallo Sebastian,

    von den Bildern und den Mikros würde ich den Pilz in den Sclerotiniaceen suchen. Auch der Apikalapparat sieht für mich Ciboria-artig aus (auch wenn ich mich schon seit fast 20 Jahren nicht mehr mit dieser Gruppe beschäftige, insofern bin ich kein optimaler Ratgeber in diesem Fall). Roseodiscus rhodoleucus hatte ich auch einmal vor noch viel mehr Jahren in meinem ersten Asco-Kurs bei Walter Pätzold, der war echt rosa, und passt ja auch nicht von den Mikros.


    Jetzt wäre wichtig, was das Substrat war. Es sieht kantig aus, das könnte z.B. zu einem Sauergras (Carex) passen. Kannst Du den Stängel einmal sauber quer schneiden und fotografieren, damit man den Querschnitt beurteilen kann (3- oder 4-eckig ...)? Und dann einmal den Stängel unter dem Fruchtkörper längs aufschneiden, ob sich im Inneren des Stängels ein außen schwarzes Sclerotium befindet? Dann wärst Du bei Myriosclerotina, aber nicht bei den gängigen Arten.

    Vielleicht ist das Substrat aber auch ein Blattstängel eines Baumes? Sowas wird z.B. von Ciboria und Poculum besiedelt, aber ohne Sclerotium.


    Gruß,


    Wolfgang

    Hallo Eynonymus,

    bevor Du in einen "Fressrausch" gerätst: google mal "Neurologisches Morchella Syndrom". In guten Morchel-Jahren wie diesem landen reihenweise Pilzsammler in der Notaufnahme.


    Grüße,

    Wolfgang

    Hi Huehnchen,

    Sorry, ich wollte Dich weder erschrecken noch anprangern. Nur die rechtliche Situation glasklar machen:
    Wer über die "kleinen Mengen für den Eigenbedarf" hinaus sammelt, hat gleich gegen zwei völlig unabhängige juristische Sachverhalte verstoßen (Naturschutzrecht und Sachenrecht).

    In der Praxis haben fast alle Waldbesitzer gar kein Eigeninteresse an einer Krausen Glucke (und daher keinen Schaden, für den sie Schadensersatz fordern könnten), und freuen sich vielmehr, wenn Du dem Schwächeparasit die Chance nimmst, über Sporen weitere Kiefern zu befallen.


    Naturschutzrechtlich hast Du einen Verstoß begangen (Du hättest Dir nur 1-2 Kilo abschneiden dürfen), und ein Förster könnte in der Theorie Deine Personalien feststellen und Dir ein Ordnungsgeld aufbrummen (im Wald hat er Polizeibefugnis). In der Praxis kümmert er sich bestenfalls um Sammler geschützter Arten wie Steinpilze, meist eher gar nicht um Pilzsammler.


    Die nerven ihn nur, weil sie das Wild stören, aber das Jagdrecht wiegt weniger schwer als das allgemeine Persönlichkeitsrecht, sich frei in Wald und Flur zu bewegen (außer in ausgewiesenen Wildruhezonen).


    Grüße,

    Wolfgang

    Hallo Josef,


    stimmt, beides sind Ordnungswidrigkeiten. Allerdings von verschiedenem Schweregrad.


    Ein Verstoß gegen den allgemeinen Artenschutz, z.B. außerhalb eines NSG nicht geschützte Pilze sammeln, kostet z.B. in Hessen meines Wissens bis 100 EUR Bußgeld, die meisten Bundesländer haben für dieses Vergehen nicht mal einen Eintrag im Bußgeldkatalog. Bei geschützten Pilzen können es schnell auch 1.000 EUR werden, je nach Bundesland auch bis zu 10.000 EUR. Bei einigen Fällen aus BaWü, über die in der Presse berichtet wurde, wurden 100 EUR pro Kilo festgesetzt - das kann bei zwei übervollen Steinpilzkörben schon ganz schön weh tun.


    PS: Wenn ich vom Waldbesitzer eine Erlaubnis(klar schriftlich) hätte, dann dürfte ich auch dem Wald mehr entnehmen. Das ist doch so korrekt, oder?

    Hallo Huenchen,

    nein, die Erlaubnis des Waldbesitzers hilft Dir nur gegen den Verstoß des Eigentumsrechts, den Du ja zusätzlich auch noch begangen hast (die Pilze gehören dem Waldbesitzer, er könnte Dich auf Schadensersatz verklagen). Für den Verstoß gegen das Naturschutzgesetz brauchst Du eine Genehmigung der Naturschutzbehörde.


    Grüße,


    Wolfgang


    Nachtrag: Fragen dieser Art werden ausführlich im PSV-Leitfaden der DGfM beantwortet, der aktuell schon vorbestellt werden kann und ab Mai wieder nachgedruckt wird.

    Hallo an alle,

    ich habe noch von keinem Fall gehört, wo ein solcher Verstoß gegen den allgemeinen Artenschutz mit einem Bußgeld belegt wurde. Anders bei Steinpilzen, die in der BArtSchV als besonders geschützt aufgeführt sind. Da kostet ggf. jedes Kilo extra.

    Gruß,

    Wolfgang

    Hallo Stefan,

    Mehl und Gurke sind nach mykologischer Nase geruchsverwandt.


    Essensfreigabe anhand von Bildern solltest Du aber nicht erwarten, erst Recht nicht bei so heiklen Pilzen wie dem Maipilz, der mit dem Riesenrötling, dem ziegelroten Risspilz und weißen Trichterlingen gleich drei giftige Verwechslungspartner hat, von denen zwei auch nach Mehl riechen können.


    Gruß,

    Wolfgang

    Hallo Lilli,

    zu den Kulturträuschlingen muss man leider sagen, dass sie als Speisepilze bestenfalls als mittelmäßig gelten.


    Und wenn Du später mit Geflügelmist nachdüngen willst, könnte ihm der Nitratgehalt im Boden auch zu hoch werden. Da wärst Du mit den expliziten Dungbewohnern wie dem Champignon (oder Schopftintling - aber da gibt es meines Wissens das Mycel nicht im Handel) besser bedient.


    Ein Schattenbeet kannst Du aber auch mit Pilzen "aufpeppen", indem Du stehende (Shii-Take) oder liegende (Austernpilz, Samtfußrübling) Stämme zwischen den Pflanzen drappierst. Da muss nur die Holzart passen.


    Grüße,


    Wolfgang

    Hallo an alle,

    ich tippe auch auf gallica.


    Steffen zeigt dagegen einen Fund mit häutigem Ring mit zahnradartigem Rand. Das wäre typisch für ostoyae, die selten auch mal richtig gelb daherkommen kann. Daher wäre ich dort bei der Bestimmung unsicher, zumal ich cepistipes nicht gut kenne.


    Grüße,


    Wolfgang

    Hallo Tuppie,

    sind das auf dem drittletzten Bild weiße Keulchen?

    Das wäre ja extrem spannend, eine ungewöhnliche Jahreszeit und Habitat für Keulchen.


    Damit könnte man eine sehr alte Diskussion um Clavaria tenuipes neu entfachen. Bin an einem Exsikkat interessiert.


    Gruß,


    Wolfgang

    Hi Bernd,

    Du schreibst "ohne Poren", aber die dickeren Stränge sind doch ein Sieb??


    Bin gerade in Italien und habe den Jepsen nicht dabei, daher gibts von mir keine Hilfe.

    Aus dem Kopf kenne ich keine Art mit zwei Arten unterschiedlichem Capillitium.


    Schlüssel' mal "mit Poren".


    Gruß,


    Wolfgang

    Die Frage ist, was mache ich jetzt mit dem Wein? Die Schimmelsporen sind sicherlich in der Erde und vergessen werde ich das wahrscheinlich auch nicht können, dass dort dieses unbekannte Ding war😅.

    Wenn Du Panik hast, setz' Dir eine FFP2-Maske auf und tausche die oberste Bodenschicht um die Weinpflanzen aus und entsorge sie im Biomüll.


    Das dient aber mehr Deiner Panikbekämpfung. Den Wein werden die Sporen normalerweise nicht stören, das wird das Immunsystem vom Wein schon leisten. Sporen fliegen immer zu Tausenden in der Luft rum, das ist ganz normal.


    Gruß,


    Wolfgang

    Hallo tatinkatatinka,

    ich hab' sowas noch nicht gesehen aber gut möglich, dass es pilzlichen Ursprung hat.


    Zuviel Sorgen solltest Du Dir aber nicht machen - man sollte zwar das Einatmen von Sporen vermeiden, aber erstens ist es im Freien, und zweitens scheint es nicht massenhaft Sporen zu erzeugen.


    War das einfach so offen auf der Erde, oder ist es unter einem anderen Gegenstand gewachsen? Oder an dem Fass, den Du als Blumentopf verwendest? Ein Holzfass?


    Grüße,


    Wolfgang

    Hallo Carobonfert,


    gerade den Zustand von Pilzen anhand von Bildern zu beurteilen, ist schwer. Normalerweise sollten Pilze angenehm riechen und sich fest und elastisch anfühlen. Diese Entscheidung kann Dir keiner im Forum abnehmen.


    Hier mal meine persönliche Meinung zum Schimmel, aber da gibt es sicher auch andere:

    Dass sich auf der Anwachsstelle mal etwas Schimmel gebildet hat, würde ich nicht überbewerten. Dadurch wird noch nicht die ganze Ernte giftig, solange nicht zu viele Schimmelsporen anhaften. Allerdings würde ich den Teil vom Pilz im direkten Kontakt zum Schimmel wegschneiden.



    Der große Fruchtkörper sieht erntereif aus. Aber das hat weniger mit der Größe zu tun, als mit der Hutform. Wenn der Hut noch halbkugelig ist wie der rechte auf dem unteren Bild, könnte er noch weiterwachsen. Das würde ich etwas beobachten.


    Nach dem Abschneiden der Pilze solltest Du die Zuchtbox stehen lassen, denn es können noch weitere Fruchtkörper kommen, auch noch in Monaten. Die muss feucht aber nicht nass sein.


    Gruß,


    Wolfgang

    Ich könnte mich so nicht zwischen S. tenacellus, stephanocystis und esculentus entscheiden.

    Klar, das ist nur eine Fotobestimmung. Aber S. stephanocystis ist meist einheitlicher ocker gefärbt, während die (variable) S. tenacellus gerne den harten Farbkontrast von weißer Stielspitze, leuchtend ockergelber Stielbasis und nussbraunem Hut zeigt wie hier. In Kiefernstreu ist S. esculentus unwahrscheinlich.

    Gruß,

    Wolfgang