Beiträge von Wolfgang P.

    Hallo an alle,


    ich melde mich mal, weil nach der DGfM-Sicht gefragt wurde.


    Glücklicherweise haben wir keinerlei Erfahrungen, auf die man zurückgreifen müsste, das heißt in den letzten 10 Jahren ist uns weder ein zivil- noch ein strafrechtliches Verfahren gegen einen PSV zu Ohren gekommen. In einem älteren Fall, den ich nur vom Hörensagen kenne, konnte nachgewiesen werden, dass der Geschädigte nicht nur die durch den PSV begutachteten Pilze gegessen hat, sondern noch weitere im Kofferraum hatte.



    Aktuell gibt es ein Verfahren gegen zwei Ärzte:

    Zwei Ärzte nach tödlicher Pilzvergiftung angeklagt | hessenschau.de | Panorama



    Zu dieser Situation teile ich die Meinung nicht ganz:


    Zitat

    > Beispiel: Hobbysammler und Laie sitzen am Tisch vor ein paar grünen Knollenblätterpilzen und der Hobbysammler sagt „Ich biete dir diese Pilze zum essen an. Ich glaub das sind Champignons, bin mir aber überhaupt nicht sicher, könnte auch giftig sein. Musst du selbst entscheiden, ob du das Risiko eingehst“.

    Wer giftige Stoffe als Lebensmittel in Verkehr bringt, und dazu gehört nach meiner Kenntnis auch das Verschenken an einen Freund, verstößt gegen das Lebensmittelrecht (LFGB §5 Abs. 2, Nr. 1), darauf steht bis zu 3 Jahren Haft (LFGB §58).


    Der Unterschied zwischen einem "normalen" Hobby-Sammler und einem PSV wird im Zweifelsfall sein, dass der PSV außerdem mindestens fahrlässige Körperverletzung begeht, wo sich ein normaler Hobby-Sammler vielleicht noch mit eigener Unkenntnis herausreden kann. Allerdings bin ich selbst kein Jurist.


    Glücklicherweise eine sehr theoretische Diskussion...


    Grüße,


    Wolfgang

    hier kommen eigentlich m.M. nur 2 Arten in Frage

    wer könnte zum Moos etwas sagen?

    Hi Harzi,


    ich kenn' mich mit Moosen leider auch nicht gut aus, aber dieses erinnert mich stark an gewöhnliches Drehzahnmoos, Tortula ruralis agg.


    Deine Sporen-Stacks sind immer wieder atemberaubend - Danke für's Zeigen!


    Gruß,

    Wolfgang

    Hallo Gela,


    mit so schönem Pappelholz würde ich an Deiner Stelle ja lieber mit dem Südlichen Ackerling (Agrocybe oder Cyclocybe cylindracea) experimentieren. Der schmeckt besser als die Austern, und ist in Zeiten des Klimawandels besser auf warme Sommer angepasst.


    Bei mir im Rhein-Main-Gebiet finde ich ihn natürlich vorkommend auf Pappelstümpfen.


    Grüße,


    Wolfgang

    Hi Pablo,


    ich halte das eher für einen "normalen" Erdstern, dessen Oberseite mit Peristom so zerfetzt wurde, dass der Pilz nicht mehr bestimmbar ist. Typische Sieblöscher von Myriostoma kann ich auf dem Bild nicht sehen.


    Grüße,

    Wolfgang

    Hi Norbert,


    wenn es sich bei den "Krüsseln" um mehrere vollständige Fruchtkörper handelt, dann war das ein Missverständnis und ich würde meine Bemerkung von eben zurückziehen.


    Im Moment würden zwar auch die bei mir nur unbearbeitet 'rumliegen, aber ich bitte um etwas Geduld. Grundsätzlich ist es vermutlich ein wissenschaftlich wertvoller Fund.


    Grüße,

    Wolfgang

    Hallo Norbert,


    "ein paar getrocknete Krüssel" klingt jetzt nicht so vielversprechend.


    Dann ist mit diesem Fund halt mal wieder die Chance verstrichen, eine seltene Art ordentlich dokumentiert in einem Herbar zu hinterlegen. Das passiert dauernd, insofern sollte man dieser Koralle nicht zu viele Tränen nachweinen, auch wenn man sie vermutlich kein zweites Mal im Leben zu Gesicht bekommen wird.


    Grüße,

    Wolfgang

    Hallo Norbert,


    die Koralle erinnert mich entfernt an Lentaria byssiseda, die ich mal hatte. Vielleicht kann man in der Ecke mal suchen.

    Ohne Mikros wird man nicht weiterkommen.


    Die Gattung ist aber schlecht bearbeitet, und die meisten Arten selten. Wäre ein Kandidat für Sequenzierung, mach auf jeden Fall ein Exsikkat.


    Gruß,

    Wolfgang

    Hallo Thomas,

    ich halte es bei Macrolepiota derzeit mit Else Vellinga, die nur 4 verschiedene ITS-Sequenzen findet und konsequenterweise auch nur 4 Arten akzeptiert (procera, rhodosperma, excoriata, mastoidea). Wobei sie bei mastoidea selbst zugibt, dass da möglicherweise mehrere Arten drin sein könnten. Aber das Verwirrspiel, das andere Autoren in der Gattung veranstalten, muss man nicht mitgehen.


    Gruß,


    Wolfgang

    Hallo Thomas,


    im procera-Aggregat ist m.E. nichts Giftiges bekannt.


    Ob olivascens wirklich Artrang verdient? Der FA Toxikologie kann wahrscheinlich bei der ganzen Splitterei nicht mit der Namensvervielfältigung mithalten, zumal sich ja alle älteren Positiv- oder Negativberichte zur Essbarkeit auf eine heute nicht mehr definierte Art beziehen. Wir können nur hoffen, dass sich eng verwandte Arten auch in Bezug auf die Giftigkeit gleich verhalten, oder jeden Fruchtkörper vor dem Verzehr sequenzieren.


    Gruß,

    Wolfgang

    Sowohl Mycobank als auch Index Fungorum listen sie aber noch als gültige Art.

    Hallo Malone,


    Mykobank und Indexfungorum können eine Hilfe sein, eine neue Art oder eine Umkombination zu finden, umgekehrt ist da aber auch nix drin, was nicht vorher in einer wissenschaftlichen Publikation zu finden ist. Letztlich werden beide Datenbanken von sehr engagierten Einzelpersonen gepflegt (Paul Kirk bzw. Konstanze Bensch), weshalb sie auch bestenfalls so vollständig und aktuell sein können, wie es die Publikationslage hergibt.


    Ich kenne die Arbeiten von Van Vooren nicht, aber so wie Du es beschreibst, scheint ja folgendes plausibel: Otidea cochleata wird in den Arbeiten weder gültig zum Synonym erklärt, noch als nomen dubium für ungültig erklärt, sondern einfach nur "excluded". Damit sind die früheren Publikationen zu der Art rein formal immer noch unangefochten. Wie könnte eine der Datenbanken also die Art als Synonym listen, zumal ja nicht einmal eindeutig ist, von welcher gültigen Art?


    Aber andererseits: wenn es die "Art" Otidea cochleata laut Van Vooren vermutlich gar nicht gibt, wieso solltest Du sie schlüsseln wollen???


    Grüße,


    Wolfgang


    P.S.: ich habe Funde, wie Du sie zeigst, bisher als Kröten-Öhrling bezeichnet. Keine Ahnung, ob's stimmt...

    Hallo Maria,


    ich kenne elegans nur mit einer babypopo-glatten Endoperidie, so wie hier:

    MyCoPortal - Geastrum elegans


    In dem Heftchen über Erdsterne von Dörfelt steht was von gelegentlich "kleinen Kristallen", wie Du schon mal in einem anderen Thread gezeigt hast:

    Welcher Erdstern? Geastrum elegans?


    Beim googeln findet ich aber noch mehr Bilder von elegans mit einer rauhen, schon fast filzigen Endoperidie, so wie Du es hier zeigst.


    Ob das beides das gleiche ist?? Du hast nicht zufällig ein Exemplar aufgehoben? Dann könnte man die mal nebeneinander mit einem glatten

    sequenzieren, wenn ich hier mal wieder so einen finde.


    Dein Vergleich mit dem total verwitterten G. minimum ist etwas aber irreführend, weil minimum jung und frisch auch etwas anders aussieht. So deutlich ist der Hof bei jungen Exemplaren nicht - aber zugegegen so ganz ohne Hof würde auch nicht recht passen.


    Gruß,

    Wolfgang

    Mikroskopisch kann ich natürlich so rein gar nichts sagen aber makroskopisch sind dies für mich ziemlich eindeutig Geastrum elegans, also Nabelerdsterne.

    Hallo an alle,


    für mich sieht das sehr nach Geastrum minimum aus: sehr kleine Fruchtkörper, körnige Endoperidie, unter Kiefer.


    G. elegans hat eine glatte Endoperidie.


    "sitzend" oder "kurz gestielt" kann man an so frischen Fruchtkörpern nur beurteilen, wenn man sie durchschneidet. Das komplette Einrollen der Exoperidie machen viele Arten.


    Gruß,

    Wolfgang

    Hallo,


    für mich ist 2-4, und vielleicht sogar auch 1 (?) Clavulina rugosa. Die Runzeligkeit und auch die Stärke der Verzweigung variieren stark - auch innerhalb einer Kollektion.


    Ohne Mikro ist das aber natürlich nur geraten.

    Von (1) würde ich ein gutes Exsikkat auch mal unter mein Mikro legen - allerdings ohne Garantie auf zeitnahe Bearbeitung.



    Grüße,

    Wolfgang

    Das Köpfchen war mehr oder weniger weissbestäubt und ein brauner Hof um das Peristom war nicht erkennbar!

    Hallo Felli,


    bei Deiner Tulostoma 2 ist der schwarze Hof noch von der weißen, häutigen Exoperidie überdeckt. Bei einem Fruchtkörper (der rechts unten) blättert diese ab und zeigt die darunter liegende schwarzbraune Färbung.


    Mit dieser Merkmalskombination landest Du mit den bisherigen Schlüsseln bei brumale agg. . In wieviele Arten dieses Aggregat aufgespalten werden müsste und welche taxonomische Relevanz die mal mehr, mal weniger stark schuppigen Stiele haben, ist wohl noch ungeklärt.


    Grüße,

    Wolfgang

    Weil Cuphophyllus virgineus ist das nicht, denn der sollte ja nicht drei Meilen gegen den Wind nach der Lederjacke eines Zigarren rauchenden Rockers riechen, oder doch?

    Hi Pablo,

    diese Geruchsbeschreibung von russocoriacea kannte ich noch nicht, für mich finde ich "Zedernholz" treffender.


    Wir hatten das gestern mit Bernd Oertel diskutiert - er kennt sie nur in braun, und auch bei meinen Funden haben Farbe und Geruch korreliert. Ich würde aber bei abweichenden Merkmalskombinationen dem Geruch Priorität geben (oder der ITS-Sequenz).

    Grüße,

    Wolfgang

    Hallo Maria,


    kleine weiße Trichterlinge sind ohne Mikroskop m.E. nicht bestimmbar - und mit auch nicht so leicht.


    Wichtig wäre, die Gattungen zu unterscheiden. Beide treten im Spätherbst auf Trockenrasen auf (gerne durcheinander), aber Hygrocybe (hier kommt nur virginea in Frage) hat dickliche, weit stehende Lamellen und riecht nach nichts.


    Gruß,

    Wolfgang

    Hallo an alle,


    russocoriacea ist einheitlich bräunlich am Hut - kommt hier also nicht in Frage.


    Auf dem zweiten Bild sieht der Pilz für mich wegen der eng stehenden Lamellen mehr nach einem Trichterling aus - und wenn er auch noch würzig gerochen hat...


    Gruß,

    Wolfgang