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letzter Beitrag von Calabaza am

Wissenschaftliche vs Deutsche Pilznamen?

  • Hallo ihr lieben,


    mal eine Umfrage zu einem Thema, wo ich gerne mal eure Meinungen hören würde. Es geht um das "leidige" Thema deutsche Pilznamen. Ich hatte gerade auch mit Ditte eine interessante Diskussion hier im Forum dazu.


    BMG-Tagung auf der Burg Rothenfels - Insiderbericht


    Nun meine Frage. Wie seht ihr das? Deutsche Namen wirklich immer angeben? Nur wenn es Sinn macht? Denn solche abschreckenden Beispiele gibt es auch:


    Sistotremella perpusilla - Ellipsoidsporiger Hartsporen-Multisterigmenrindenpilz
    Xenasma pruinosum - Zylindersporiger Zystiden-Pleurobasidienrindenpilz


    In solchen Fällen brauchts dann wirklich keine deutschen Namen mehr. Wie ist das für euch? Meist nenne ich ja die wiss. Namen. Schreckt euch das eher ab oder hättet ihr solche Deutschen Namen lieber als Antwort? Problem für mich ist meistens, dass ich deutsche Namen sowieso nicht kenne, bzw. mir merke und ich die auch erst googeln müsste.


    l.g.

    Stefan

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


    Meine Antworten hier stellen nur Bestimmungsvorschläge dar. Verzehrsfreigaben gibts nur vom PSV vor Ort.

  • Problem für mich ist meistens, dass ich deutsche Namen sowieso nicht kenne, bzw. mir merke und ich die auch erst googeln müsste.


    l.g.

    Stefan

    ...ich habe meistens das umgekehrte Problem ==Gnolm7

    Aber da hast du natürlich Knallerbeispiele raus gesucht! Ist aber eher nicht die Regel, oder?

    ich finde es immer gut, wenn möglichst beide Namen genannt werden. Ich muss ja auch ständig googeln.

    Aber: Jeder nach seiner Fasson.


    Liebe Grüße

    Rotfüßchen

    "Pilze sind erst einmal nicht anwesend, sie verstecken, verbergen, verschließen und tarnen sich, aber es gibt eine Wahrscheinlichkeit und eine Hoffnung, sie zu finden. Die Suche bedeutet Aufbruch, Verheißung, Abenteuer, und je vergeblicher und erfolgloser der letzte Pilzgang war, desto mehr Spannung, Erfüllung, Belohnung verspricht der nächste." (Hans Helmut Hillrichs: Pilze sammeln)


    Pilzmärchen

  • Hallo Stefan,

    Nun meine Frage. Wie seht ihr das? Deutsche Namen wirklich immer angeben? Nur wenn es Sinn macht? Denn solche abschreckenden Beispiele gibt es auch:


    Sistotremella perpusilla - Ellipsoidsporiger Hartsporen-Multisterigmenrindenpilz
    Xenasma pruinosum - Zylindersporiger Zystiden-Pleurobasidienrindenpilz

    In solchen Fällen brauchts dann wirklich keine deutschen Namen mehr. Wie ist das für euch? Meist nenne ich ja die wiss. Namen. Schreckt euch das eher ab oder hättet ihr solche Deutschen Namen lieber als Antwort? Problem für mich ist meistens, dass ich deutsche Namen sowieso nicht kenne, bzw. mir merke und ich die auch erst googeln müsste.

    Die Frage ist doch eher, was du mit dem Namen anstellen willst und was andere mit dem Namen tun sollen.

    Gibst du den deutschen Namen an, dann werden weniger Ergebnisse in Google kommen oder gar noch andere dt. Namen, wo dann eine Diskussion aufkommt welcher denn der richtige ist.

    Klar, für viele ist ein dt. Name einfacher und so alltäglich wie die Pusteblume und der Löwenzahn, aber wirklich hilfreich sind sie nicht, wenn es darum geht wissen zu vermitteln.

    Die nächste Frage ist, wer vergibt die dt. Namen und was tun, wenn es noch keinen dt. Namen für den Pilz gibt.

    Meiner Meinung nach gibt es mit dem dt. Namen keinen Vorteil, sondern trägt nur zur Verwirrung bei.


    VG : Thorben

  • Hallo,

    Die von dir angegebenen Beispiele sind natürlich abschreckend.

    Aber da die lateinischen Namen derzeit dauernd wechseln , habe ich bei bekannten Pilzen gerne die deutschen Namen.

    Beispiel : Espen-Rotkappe Leccinum leucopodium, L. albostipitatum, L. aurantiacum - Also was denn nun ?

    Oder Flockenstieliger Hexenröhrling : Neoboletus erythropus,Boletus erythropus, N. luridiformis

    Aus Wikipedia

    Grüße

    Norbert

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    Pilzchips = 100 -5 APR 2015 +12 APR 2016 = 107 -7 Für APR 2017 = 100 + 5 APR 2018 =105 +5 APR 2019 =110
    Pilzbestimmung im Netz ist keine Essfreigabe

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  • Hallo Stefan,


    ich bin also immer dafür die deutschen Namen mit den lateinischen zu nennen, denn denke daran, dass hier im Forum nicht nur Spezis mitlesen sondern auch Pilzfreunde die nicht jeden Namen auf "Schlau" verstehen.

    Ich kann mich an meine erste Pilztagung noch zu tiefsten DDR-Zeiten in Frankfurt/Oder erinnern, damals vom Kulturbund der DDR organisiert.

    Da wurden die Pilznamen auch meist nur lateinisch genannt und wir, damals noch Laien, waren ganz schön aufgeschmissen ehe wir zumindest die Gattung verstanden haben.

    Wir vergeben uns deshalb nichts, auch wenn die Pilznamen von irgendwelchen speziellen Gattungen oft gekünstelt und erfunden sind. Dann muß man abwägen ob man den Kunstnamen nennt oder zumindest die Gattung "eindeutscht".


    LG Ulla

  • Interessante Anfrage, Stefan!

    Was soll ich sagen - ich finde es nicht gut, wenn auf Erstanfragen völliger Laien nur ein wissenschaftlicher Name genannt wird.

    Oftmals übrigens ohne Erklärung! :(

    Ich wäre dann schnell weg aus dem Forum.

    ich bin also immer dafür die deutschen Namen mit den lateinischen zu nennen, denn denke daran, dass hier im Forum nicht nur Spezis mitlesen sondern auch Pilzfreunde die nicht jeden Namen auf "Schlau" verstehen.

    Sehe ich exakt so, Ulla!:thumbup:

    Ich wurde in meinen Anfangszeiten hier gelegentlich gerügt, dass ich mehr Latein als Deutsch schreibe.

    Kuschel war da wohl meine härteste Kritikerin. Und ich denke, sie hatte Recht!

    Nach und nach habe ich begriffen, dass das viele verschreckt.

    Seitdem bemühe ich mich, stets einen plausiblen deutschen Namen neben dem wissenschaftlichen zu nennen.


    Liebe Grüße

    Nobi

    Hier geht es zu meinen Themen.

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    Chips: 88 nach diversen Verlusten - 10 APR 2019 = 78 + 6 (150er Prämie APR 2019) = 84

  • Halllo Zusammen,


    der etwas abgehobene Ansatz: Ich finde es wichtig, deutsch als Wissenschaftssprache zu stärken. Deshalb ein YES für deutsche Benamsung.

    Mein persönlicher, praktischer Ansatz: ich nenne in meinen Posts meist den wissenschaftlichen Namen + den deutschen. Warum? Weil mein siebartiges Hirn nur durch Wiederholung lernt, wenn überhaupt.(Dazu kommt, dass meine Pilze vielfach trivial sind und deswegen deutsche Namen haben)


    Also ein eindeutiges Plädoyä für deutsch + kluch!


    Grüßle

    RudiS

  • Hallo Climby!

    Gut, dass Du das mal wieder thematisierst, danke!


    1. Nun, ich sehe es wie Ulla, am besten finde und fand ich die doppelte Benamsung. Dadurch habe ich am meisten gelernt, was Pilznamen anbelangt, wie Rudi schreibt, durch Wiedeholung...


    2. Da gibt es eben auch zu bedenken, wie Nobi sagt, dass es bei Erst- oder Anfängeranfragen eine um sich werfen mit allein den wissenschaftlichen Namen, absolut abschreckt.


    3. Bei wissenschaftlichen Diskussionen, bei denen manchmal nur noch ein großer Anfangsbuchstabe und dann der Wissenschaftliche Zweitname genannt wird, weiss ich oft noch nicht einmal, um welche Gattung es sich handelt: hier würde ich darum bitten, dass die wissenschaftlichen Namen zumindest einmal im Post ausgeschreiben werden, damit auch Dummies den Namen nachschlagen könnten.

    3b. Für wissenschaftliche Diskussionen hier im Forum denke ich, ist es nicht unbedingt notwendig, überall Trivialnamen dazuzuschreiben, da diese Diskussionen von Laien sowieso nicht so sehr verfolgt werden. (Ich z. B. freue mich wie's Plätzchen über tolle Makro- und Mikroaufnahmen :) )


    4. Bei solchen Extrembeispielen wie oben ist der Trivialname natürlich schwierig rüberzubringen. Dennoch bin ich der Meinung, wenn es einen deutschen Namen gibt, sollte man ihn auch mal nennen, wenn man ihn denn weiß. Es gibt ja auch die Möglichkeit, die Namen in den folgenden Posts zum gleichen Thema abzukürzen.


    5. Es gibt auch Foris, die erfinden kurzerhand treffende deutsche Namen für komplizierte wissenschaftliche Namen.


    6. Wo ich wiederum auf die wissenschaftlichen Namen gerne verzichten würde ist bei Pilzen, die ihre wissenschaftlichen Namen wechseln wie andere die Unterwäsche...

    (Ich sach nur z. B. Hortiboletus: wachsen die im Garten?)


    Uff, jetzt ist die Antwort länger geworden, als ich dachte...

  • Hallo zusammen,

    ich bin noch nicht lange hier im Forum- seit 2017 und kann mich noch sehr gut an meine Anfängeund meine dilettantischen Anfragen erinnern. Anfangs habe ich nur Bahnhof verstanden, wenn mir jemand die lateinischen Brocken hingeschmissen hat. Inzwischen habe ich "versehentlich" ein paar Namen in schlau gelernt, weil ich sie häufig gelesen bzw. nachgeschlagen habe, oder aber weil sie einfacher auszusprechen sind, wie z.B. Lepista nuda. Da stolpere ich immer über den deutschen Namen. Ich würde wohl noch ungefähr 100 Jahre brauchen, bis ich die Namen der mir bekannten Pilze in schlau kenne und eigentlich bin ich auch nicht sehr motiviert, weil sich diese Namen ständig ändern und das ziemlich rasant voranschreitet.


    Ich denke, dass wir unterscheiden müssen, ob wir hier eine Fachdiskussion unter Spezialisten führen wollen, oder ob jemand eine einfache Bestimmungsanfrage stellt. Anfänger können oft nicht einmal Steinpilze von Maronen unterscheiden und es gibt Menschen, die sich noch nie davon gehört haben, dass es wissenschaftliche Namen überhaupt gibt. Nicht jeder Fragesteller hat einen wissenschaftlichen Hintergrund. Mit der Antwort: "Das ist Boletus edulis" kann so ein Mensch wenig anfangen, damit stiften wir nur Verwirrung. Also hier sind tatsächlich die deutschen Namen angebracht und nach dem Hakentragenden Eschenblattstielstengelbecherchen fragen Anfänger ja in der Regel nicht.


    Aber da es eben unterschiedliche Anspruchsniveaus gibt, wäre es auch schön, mit einem Anfänger, der z.B. außergewöhnlich gefärbte Raufüße zeigt und sich nach diesen Pilzen erkundigt, keine tagelange Diskussion über die gezeigte Art zu führen. Am Ende hilft ihm das nicht weiter, sondern er verzweifelt, weil er den Eindruck gewinnt, dass nicht einmal die Experten etwas Konkretes zu der gefundenen Pilzart sagen können. Eine erklärende Antwort wäre hilfreicher, als der mitunter ausbrechende Expertenstreit - der kann gerne parallel geführt werden, aber das Grundlegende, was ein Anfänger wissen will ist: ist das ein potenzieller Speisepilz oder kann das vielleicht ein Giftpilz sein. Diese Antwort sollte er bekommen und danach können die Experten den Pilz gern auch in schlau diskutieren, finde ich. Selbstverständlich jede Info immer ohne Verzehrfreigabe.


    Einige Forianer können sich noch gut in das Anfängerniveau hineinversetzen und erklären ausführlich und geduldig. Bei anderen ist da noch Luft nach oben.

    Lieben Gruß


    Claudia


    ...leben und leben lassen... ;)


    Hier im Forum gibt es grundsätzlich keine Verzehrfreigaben.

  • Hallo an alle,
    in einer Zeit, in der durch die Gensequenzierung jede Menge Neuzuordnungen, Gattungszersplitterungen oder -zusammenführungen entstehen (s. Boletus, Coprinus, Kuehneromyces (?), Collybia etc.) ist es gerade für Besitzer älterer Pilzliteratur inzwischen sehr hilfreich, wenn sie sich an alten deutschen Pilzbezeichnungen ins Neuland hangeln können. Wenn man nirgendwo wiederzufindende, klar erkennbare Kunstnamen wie den eingangs genannten Bandwurm nicht angibt, ist das wohl eher unschädlich. Fazit; Beide Varianten angeben, wenn es helfen könnte, die gemeinte Art verifizieren zu können.
    Mit lieben Grüßen, Pilzpeter!

  • Ich habe immer noch den Spruch von Walter Pätzold im Ohr:

    "deutsche Namen ändern sich von Region zu Region, lateinische von Jahr zu Jahr"

    Gefühlt ändern sich die lateinischen eher von Tag zu Tag...

    Und was sich nicht ändert wird aufgespalten...

    Mit deutschen Namen gibt es natürlich auch mal Missverständnisse so wie einmal im Bayerischen Wald, als es um den "Zigeuner" ging. Dort ist das der Flockenstielige Hexenröhrling, sonst der Reifpilz.

    Völlig unbrauchbar ist die Bezeichnung Braunkappe, da wird alles mögliche darunter verstanden.

    Ich bevorzuge Deutsch. Bei speziellen Sachen sind die botanischen Namen eher zweckmäßig.

    Soweit mein Senf dazu

    Alis

  • Latein ist Weltsprache. Damit soll ich mich mit einem Spanier, einem Russen und einem Ägypter verständigen können sowie in der Welt der Gelehrten die Sprachbarriere überwinden.

    Hier im deutschsprachigen Raum muß ich das nicht! Da ist die Heimatsprache sogar zu empfehlen, denn man denkt auch in dieser und folglich versteht und lernt es sich dadurch auch viel besser.

    Die anderen hier genannten Punkte sehe ich genauso. Vor allem die vielen aktuellen Neubenennungen machen einem das Leben derzeit sehr schwer.

    Übrigens braucht man die dt. Namen ja nicht so zu übernehmen wie sie einem vorgelegt werden. Zwar sind selbst die eingangs komplizierten Beispiele durchaus hilfreich aber das Volk darf denen durchaus eigene Namen geben. Die sind ja nicht standardisiert. Und mehrere Namen für ein und dasselbe Ding sind auch erlaubt.


    Ich fazitiere daher ... es wäre gut zu dem deutschen Namen auch den Lateiner zu nennen. Das schult. ==Gnolm7

  • Morgen!


    Die botanischen, wissenschaftlichen (lateinischen oder griechischen oder gemischten) "Namen" folgen einem internationalen Regelwerk. Der entscheidende Unterschied ist, daß jedes Taxon im Grunde nichts anderes ist als ein Verweis auf eine Definition, auf eine Beschreibung. Also jeder botanische "Name" (= Taxon) ist zwingend verknüpft mit einer Beschreibung einer Art (bzw. der hypothetischen Definition einer Art).
    Im Grunde müsste man den Namen dazu aber vollständig angeben. Um bei einem von Stefans Beispielen oben zu bleiben, korrekt wäre "Xenasma pruinosum (Pat.) Donk 1957". Das ist dann nicht nur einfach ein Name, sondern der Hinweis auf eine (mehr oder weniger) ausführliche Definition eines Pilzes, eine Beschreibung diverser Eigenschaften, die man halt nicht ein ein paar Worten zusammenfassen kann.

    Und dieser Zusammenhang ist festgelegt durch einen international gültigen Code. Bezeichne ich also einen Pilzfund als "Xenasma pruinosum (Pat.) Donk 1957" ordne ich diesen Fund der gültigen Erstbeschreibung (und auch der Umkombination) zu, im Sinne der in der Originalbeschreibung angeführten morphologischen Eigenschaften.



    LG, Pablo.

  • Halle Alle, also ich finde die Argumente, dass man deutsche Namen für den Normalgebrauch hat, generell auch gut und in Ordnung, nur sollten die dann nicht irreführend sein und nach Möglichkeit keine schrecklichen Wortgebäude werden, wie die oben genannten: bleiben wir bei dem Beispiel Inocybe tjallinigiorum, dann begreife ich echt nicht, warum, wer auch immer den deutschen Namen vergeben hat, den Pilz nicht einfach den Tjallingi(i)-Risspilz genannt hat, denn das ist sein Name. Bereiftknolliger Risspilz ist, wie gesagt, irreführend. Außerdem: WENN der wissenschaftliche Name sich ganz leicht ins Deutsche übernehmen lässt, warum es nicht tun?

    Und wer eigentlich, die Frage wurde oben bereits gestellt (aber eine Antwort darauf habe ich nicht gesehen, vielleicht in der Eile aber auch überlesen..??) , bestimmt, wie ein Pilzname verdeutscht wird? Wer macht das?

    Herzliche Sonntagsgrüße in die Runde, Ditte

  • Hallo

    Das ist so eine Sache, die man nicht pauschal beantworten kann.

    Wenn jemand in einer ersten Anfrage nach "Steinpilz" fragt, dann braucht man nicht den wissenschaftlichen Namen. Den will der Anfragende auch nicht wissen.

    Ganz anders sieht es bei einer Bestimmungsanfrage aus, wo alles noch offen ist. Da sollte man unbedingt beide Namen schreiben. Es lesen ja auch Laien mit und die wollen wir ja nicht vergraulen mit wissenschaftlichem "Geplauder"! Ein Laie kann auch mehr mit deutschen Namen anfangen und auch gut merken.

    Bei deutschen Namen aber bitte den allgemein üblichen Namen und nicht so einen "Hinterwälderischen"! Der Allgemeine steht meist in den Büchern an erster Stelle.

    Und wenn sich die "Dungpilzler" intern unterhalten, dann können die das so machen, wie sie es gerne haben. Das interessiert einen "Braunkappensammler" nicht.

  • Hallo,


    ich bin da zugegebenermassen recht schlampig, im Forum benutze ich oft nur die deutschen Namen (wenn es kürzer ist).


    Aber ich bin grundsätzlich für die Benutzung der wissenschaftlichen Namen.


    Exkurs: nicht lateinische Namen! da z.B. gomphus clavatus "Schweinsohr" = gr. <gompho/us> "Nagel, Keil" und lat. <clavatus> "eingeschlagen, genagelt"

    (Die oft verbreitete Ansicht es sei latinisiertes greichisch ist Schwachsinn ;))


    Da ich mich viel mit Franzosen, Spaniern und Italienern über Pilze austausche schätze ich natürlich die wissenschaftlichen Namen.

    Zudem ist bei den wissenschaftlichen Namen direkt die Gattung zu erkennen, auch wenn diese öfters mal wechseln.


    Exkurs: wegen der Verwirrung der doch heute recht häufig wechselnden Gattungen bin ich für ein neues Bezeichnungssystem:

    aktuelle Gattungsbezeichnung [Gattungsbezeichnung (nach Moser)] Name

    Bsp. Maronenröhrling: imleria [xerocomus] badia


    Für die "Anfänger" sollte man natürlich gerne die deutschen Namen mitangeben und für Nichtmuttersprachler und wissenschaftlich Ambitionierte die wissenschaftlichen.


    Zugegeben nicht immer schnell und easy zu machen, bringt aber auf Dauer etwas für jeden.


    VG Jorge

    Genieße jeden Tag, aber nicht jeden Pilz, es könnte sonst Dein Letzter sein

    100 Pilzchips

    Einmal editiert, zuletzt von Jorge ()

  • Hallo,


    für mich kommt es auch darauf an, für was man die Namen braucht. Schon wenn man wenige Pilzbilder versucht, mit deutschen Namen abzulegen, stößt man organisatorisch sehr bald an seine Grenzen, weil es halt nicht "Steinpilz Fichten" und "Steinpilz Kiefern" heißt!


    Zudem kann man die Nachteile beider Benamsungen ja kompensieren, indem man zu den lateinischen Namen auch den deutschen nennt. Also ein klares "Ja" im Sinne von Nobi und den anderen Befürwortern der zweigleisigen Benennung. Für Spezialisten und ganz Korrekte gilt selbstverständlich Beorn's Beitrag, wobei in den meisten Fällen klar ist, um welche Art es sich dreht, auch wenn der Erstbeschreiber nicht genannt wird, selbst dann, wenn die gewählte Bezeichnung gerade nicht mehr aktuell ist. Zumindest im Rahmen dieses Forums. Wenn nötig, kommt es einem Fachmann schon von selbst in den Sinn, gleiche Bezeichnungen verschiedener Erstbeschreiber ins Rennen zu schicken.


    Den wissenschaftlichen Namen sollte man m. E. aber im Zweifelsfalle immer bevorzugen, denn der Alleingebrauch regionaler Begriffe stiftet grundsätzlich immer Verwirrung! Dazu fällt mir stets Gerd's Liste ein, die er in solchen Threads gerne präsentierte. Einige werden sich sicherlich noch daran erinnern.


    Gruß,


    Fredy

  • Hi,


    danke erstmal an dieser Stelle für die zahlreichen Antworten. Mir war wichtig mal ein Stimmungsbild zu dem Thema bei euch einzuholen.


    Das heißt für mich jetzt zumindest, dass ich mir wirklich angewöhnen muss die deutschen Namen veerstärkt zu gebrauchen, heißt aber auch, dass ich das bei speziellen Themen auch lassen werde. Gerade bei Risspilzen, Tintlingen, den selteneren Ritterlingsarten, Cortinarien und vielen Strophariaceaen empfinde ich deutsche Namen meist hinderlich, insbesondere dann, wenn diese nicht in Standardpilzbüchern auftauchen.


    l.g.

    Stefan

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


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  • Ich setz einfach mal meine persönliche Sichtweise dazu.


    Ich betrachte mich immer noch als Anfänger, und ich schaue gern immer wieder Threads durch mit Pilzbestimmungen oder klicke mit Spannung in eine Anfragethread: kenn ich den? Bestimme ich den richtig?

    Dabei sind mir die deutschen Namen zunächst wichtiger, weil ich sie eingängiger finde. Zudem sind sie verständlicher und enthalten oft genug eine Mini-Beschreibung der Pilze.

    Den Gerandetknolligen von Keulenstieligen Safranschirmling zu unterscheiden fällt mir so gesehen leichter.Zumal ich einen davon *nicht* essen sollte.

    Amanita x,y oder z dagegen sind als Namen untereinander zu ähnlich, um bei mir schnell und sicher hängen zu bleiben.

    Ich kann ein paar Brocken Latein, aber der P*nisförmige Amanita, der Zitronen-Amanita, der M-Gift-Amanita, Pantheramanita und Roter Amanita (!) oder Haussklaven-Amanita (??) machen es mir bisweilen schon was schwieriger. Für ander, Nichtlateiner, ist das womöglich bloß Silbenbrei.


    Die interessanten, häufig vorkommenden Großpilze - insbesondere die essbaren und ihre Doppelgänger - sind für mich so gesehen die wichtigsten, und für viele unserer Besucher sicherlich auch.


  • Hallo zusammen,

    schön viel geschrieben worden, das ist toll. Danke Climbi für die Initialzündung.

    Deutsche Namen: Haben Vorteile und Nachteile (siehe obige Beiträge).

    Wissenschaftliche Namen: Haben Vorteile und Nachteile (siehe obige Beiträge).

    Darüber hinaus hängt es von jedem Einzelnen ab, ob und wann es Vorteile hat und wann Nachteile (siehe obige Beiträge).

    Die sich widersprechenden Eigenschaften sind nur lösbar, wenn Beides, also Deutsche und Wissenschaftliche Namen genannt werden.

    Und wenn man dies nicht streng dogmatisch anwendet, sondern auch mal 5 gerade sein lässt, dürften Alle damit gut leben können.

    Viele Grüße

    Thomas

  • Beitrag von michaelmueller ()

    Dieser Beitrag wurde von Rada aus folgendem Grund gelöscht: Kein Grund für eine Meldung ().
  • Hallo,


    ich bin wie einige hier der Ansicht, dass es keine pauschale Antwort darauf gibt, sondern in erster Linie klar sein muss um welche Art der Fragestellung es geht.

    Bei Anfragen/Diskussionen zu/um mehr oder weniger große, in Pilzbüchern abgebildete Arten finde ich es immer angebracht den deutschen Namen zumindest mit anzugeben.

    Bei sehr fachspezifischen Diskussionen um was-weiß-ich für imperfekte Pilze oder um welche Sporormiella es sich nun handeln könnte - also da wirken deutsche Namen nur hinderlich und eher lächerlich, zumal man sich füpr die meisten erst welche ausdenken müsste.


    Weiters kommt es auch auf die Pilzgruppe an, denn so Namensungetüme zu basteln ist auch wenig hilfreich. Auf Teufelkommraus irgendwas zu erfinden gipfelt dann bisweilen in deutschen Namen, die den Pilz gar nicht charakterisieren (sie Dittes Beispiel über Inocybt tjallingiorum). Was allerdings auch bei lateinischen Namen passieren kann, z.B. wenn der Abies-Begleiter mit lateinischem Namen xy. picea heißt, oder Phebia nothofagi in unseren heimischen Buchenwäldern wächst.


    Also: Deutsche Namen wann immer möglich und sinnvoll, aber nicht mit aller Gewalgt - das wäre mein Vorschlag.


    beste Grüße,

    Andreas

  • ..., denn so Namensungetüme zu basteln ist auch wenig hilfreich. Auf Teufelkommraus irgendwas zu erfinden gipfelt dann bisweilen in deutschen Namen, die den Pilz gar nicht charakterisieren (sie Dittes Beispiel über Inocybt tjallingiorum).

    Hallo Andreas,

    aber beim Hakentragenden Eschenblattstielstengelbecherchen machst Du doch sicher eine Ausnahme==Gnolm7.

    Lieben Gruß


    Claudia


    ...leben und leben lassen... ;)


    Hier im Forum gibt es grundsätzlich keine Verzehrfreigaben.

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