Beiträge von lamproderma

    Hallo Petra,

    entschuldige die Namensverwechslung!

    Wenn Du vom Andreas Kunht ein Ergebnis bekommst wäre es schön wenn Du es hier auch im Forum mitteilen würdest.

    Denn das würde mich sehr interessieren.

    Danke und liebe Grüße

    Ulla

    Hallo Phillip,

    da tust Du richtig die ersten 2 nicht mitzunehmen. Die sind eindeutig zu alt.

    Nr. 3 sieht ganz gut aus, aber bei der Nr. 4 wird durch den scharzen Rand schon eine Gennießbarkeit ausgeschlossen. Der hat eventuell Frost oder Trockenheit abbekommen.

    Man muß bei der Ernte beachten ob sich der Fruchtkörper noch gut und knackig durchschneiden läßt. Wenn er gummiartig elastisch ist, ist er zu alt. Dunkle Ränder sprechen auch dafür.

    LG Ulla

    Hallo Alex,

    sicher wartest Du schon auf eine Antwort auf Deine Bestimmungsfrage.

    Leider habe ich da bisher keine befriedigende Antwort, obwohl ich schon seit gestern darüber nachdenke.

    Die Gattung Licea ist auszuschließen, die hat nie ein Capillitium. Dianema würde ich auch ausschließen, die Sporen sehen bei allen Arten eigentlich anders aus.

    Und dann weiß ich nicht wirklich weiter. habe erst an Dictydiaethalium plumbeum gedacht, aber da stimmt die Sporengröße nicht, bei Calomyxa metallica paßt die Sporengröße und Skulptur, aber das Capillitium sieht nicht wirklich so aus.

    Vielleicht fällt mir noch was passendes ein, dann werde ich mich melden. Vielleicht gibt es jemanden der mehr weiß.

    LG Ulla.

    Hallo Erwin,

    trotz der merkwürdig aussehenden Peridien, denke ich an Perichaena corticalis. Auf Deinem letzten Foto sieht sie eigentlich typisch aus.

    Die Art wächst meist auf der Innenseiten von Rinden z.B. Populus. Capillitium ist nicht immer vorhanden, wenn ja hat das Capillitium keine Spiralleisten sondern hat so "krumpelige" Auswüchse. Warum Deine Funde so mehrere Öffnungslinien zeigt, weiß ich nicht, eventuell durch die Witterung bedingt.

    LG Ulla

    Hallo liebe Pilzfreunde,

    vor allem die die vielleicht wirklich zu Hause ausharren müssen.

    Deshalb wollen wir Euch auf einen kleinen Rundgang mitnehmen.

    Wir haben das schöne Wetter genutzt um die Erlaubnis zu nutzen frische Luft zu schnappen.

    Im Mansfelder Land kennen wir seit ein paar Jahren eine aufgelassene Kirschplantage.

    Da wollten wir schauen wie weit die Böhmischen Verpeln sind.

    Leider ist die Plantage in einem sehr schlechten Zustand, die Kirschbäume sind sehr alt, fangen an zusammenzubrechen. Weißdorn wuchert ungestört und es wächst alles zu. Schade, das sowas nur noch selten gepflegt wird.

    Aber wir sind relativ schnell fündig geworden.

    Die ersten Böhmischen Verpeln begrüßten uns schon auf den ersten Metern.



    Diese Jahr sind sie nicht sehr langstielig sondern haben größere Köpfe.

    Viele schauten erst wenig aus dem Laub raus.


    Aber es gab auch "Doppel-" und sogar "Dreifachwopper"


    Typisch für Standorte bei Kirsche ist das Vorkommen der Gelben Form der Böhmischen.

    Die konnten wir dann auch in größerer Zahl finden.





    Unter den vielen Weißdornbüschen entdeckten wir auch Fingerhutverpeln.

    Die wächst ja gern unter Rosengewächsen.

    So viele wie heute haben wir aber noch nie gefunden, d.h. eigentlich wachsen sie nur vereinzelt, aber auf die Fläche des Gebietes kamen da doch recht viel zusammen.



    Eigentlich ist das auch ein Rätselbild.

    Wer genau hinschaut sieht da noch zwei kleine Becherlinge.

    Auf die hatten wir es nämlich eigentlich abgesehen:

    Die Weißdornfrucht-Becherlinge Monilinia johnsonii.



    Man sieht, dass die Becherchen auf sklerotisierten (mumifizierten) Weißdornfrüchten wachsen. Sie kommen immer im Frühjahr, kurz bevor der Weißdorn austreibt.

    Die Sporen dieses Becherling infizieren nämlich dann die frischen Weißdorn-Blättchen. Dort bilden sich dann graue Pilzrasen (Anamorphe Nebenfruchtform), deren Konidiensporen dann wiederum die Blütenstände, d.h. die entstehenden Früchte infizieren. Die Früchte fallen dann ab und werden schwarz und der Zyklus beginnt im nächsten Jahr wieder mit der Bildung der Becherlinge.

    Man kann das selbst auch in der feuchten Kammer ausprobieren, im Herbst skerotisierte Früchte sammeln, die feucht halten und wenn man Glück hat kommen dann im Frühjahr auch die Becherchen.

    Das war noch ein kleiner Beitrag für die Kleinpilzfreunde.


    Aber man sieht es hat sich gelohnt, wir waren jedenfalls zufrieden und werden uns die Verpeln nachher schmecken lassen.


    Also wenn Ihr die Möglichkeit habt geht raus, aber haltet Abstand , natürlich nicht von den Pilzen!

    LG Ulla

    Hallo Erwin,

    das sieht schon sehr nach Stemonitopsis hyperopta aus (schon makroskopisch).

    Leider ist die Sporenskulptur nicht gut zu erkennen, aber Du schreibst von einem feinen Netz, das sieht man auch meist nur mit Immersion gut.

    das würde also passen.

    LG Ulla

    Hallo Chris,

    Trichia scabra würde ich auch so sehen.

    Entscheidend dafür ist nicht nur die Strujktur des Capillitiums sondern auch der Sporen, die ein kleinmaschiges, netziges Ornament tragen. Bei der ähnlichen T. persimilis ist das Sporenornament ein unterbrochenes mehr großmaschiges Netz.

    Auf Deinem Foto sieht man (zwar etwas schlecht), dass das Ornament eher kleinmaschig ist. Deshalb T.scabra.

    LG Ulla

    Hallo Heinz,

    ja Spitzmorcheln sinds, aber auf Deinen Fotos sehe ich schon einige die durch Trockenheit oder Frost geschädigt sind (brauner Stiel, angetrockneter Hut oder pappiges Fleisch).

    Die würde ich auf jeden Fall aussortieren.

    LG Ulla

    Hallo Pilzfreund92,

    da kann ich Dich beruhigen. Die Zecken auf unserem Foto gehört zu den Auwaldzecken Dermacentor reticulatus.

    Die Riesenzecke (Hyalomma sp.) ist wesentlich größer und hat auffällig gestreifte Beine.


    LG Ulla

    Hallo liebes Forum,

    trotz Corona ist es ja noch nicht verboten in die Natur raus zu gehen. Man muß sich ja mal bewegen.

    So waren wir vor ein paar Tagen im Auwald.

    Dort erfreuten wir uns zunächst über dei Unmengen an Bärlauch.



    Der wurde dann auch noch geerntet um den Vorrat an Pesto aufzufüllen.


    Auch einige Frühblüher erfreuten uns


    Hohe Schlüsselblume



    Hohler Lerchensporn oder "Gaaggänsschen" wie dei Bernburger sagen



    die letzten Märzenbecher waren auch noch zu sehen



    die ersten Maiwürmer (Ölkäfer) waren auf Brautschau


    Aber dann .... das große Grauen



    da lauern sie schon: Monsterzecken die rufen: "Nimm mich mit" - die "Tentakeln" schon ausgebreitet.

    Gleich im Doppelpack.

    Da hilft nur wirklich den Abstand von mindestens 2 m (oder einer Tapirlänge) einzuhalten!

    Seid also vorsichtig wenn Ihr rausgeht nicht nur wegen Corona!


    LG Ulla


    Hallo murph,

    schöner frühlingsspaziergang. Das wird uns zum Glück nicht genommen!!

    Der kleinen Schleimer sieht aus wie ein junger Fruchtkörper vom Enteridium lycoperdon, dem Stäublingsschleimpilz

    Zu der ersten Pflanze (die grüne Rosette): das ist die Grundrosette einer Orchidee, ich denke vom Purpur-Knabenkraut, Orchis purpurea.

    Auf dem 2. Foto mit der rötlichen Pflanze sehe ich aber keine Pestwurz-Blüte, sondern die jungen, frischen Blätter eventuell einer Pfingstrose.

    LG Ulla

    Hallo beinander,

    der "Blob" aus dem Film auf arte ist das Plasmodium des Schleimpilzes Physarum polycephalum. Das ist eine Art die hier in nDeutschland nicht "in freier Wildbahn" vorkommt.

    Die Art ist aber leicht züchtbar und wird vor allem in Labors gezüchtet um damit verschiedene Experimente zu machen wie in dem Film auch gezeigt wurde. Schon vor Jahren wurde da eine gewisse "Intelligenz" festgestellt, wobei das Plasmodium in einem Labyrinth den kürzesten Weg zum "Futter" findet.

    Das Plasmodium ist eine membranumschlossene Riesenzelle mit vielen Zellkernen die sich von Bakterien, gelösten Stoffen, Schimmelpilzen u.a. organischen Materialien ernährt. Es bewegt sich auf der Suche nach Nahrung pulsierend fort. Das alles wurde im Film sehr schön dargestellt.

    Aus dem Plasmodium bildet sich dann unter günstigen Bedingungen der reife Schleimpilz, der dann auch bestimmbar ist.

    Ein Plasmodium ist dagegen normalerweise unbestimmbar.

    Moin!

    Hab gestern Abend auf ARTE einen Bericht über den sogenannten "Blop" gesehen und heute beim Waldspaziergang bin ich doch tatsächlich auf diesen Kollegen gestossen:)

    Was du gefunden hast ist das skerotisierte Plasmodium eines Schleimpilzes. Die Art ist aber so nicht bestimmbar. Physarum polycephalum ist aber auszuschließen.

    Ob es mal eine Fuligo oder Hexenbutter werden könnte ist auch nicht zu sagen.

    Sklerotisiert heißt, das das Plasmodium z.Z. schlechte Bedingungen hat um weiterzuleben oder zu fruktifizieren. Deshalb begibt es sich in eine "Schockstarre", die dann so aussehen kann wie Du es gefunden hast.

    Bei günstigeren Bedingungen ist es dann möglich, das es dann wieder "erwacht" , sich weiterentwickelt oder auch fruktifiziert. Solche Sklerotien beobachtet man meist im Winter (da ist es dem Schleimi meist zu kalt).


    LG Ulla

    Hallo Maren,

    Dein Fund auf der Weidenrinde ist Trichia varia.

    Die Art ist sehr häufig und auch leicht kenntlich. Die Fruchtkörper können sitzend sein oder wie bei Dir auf kurzen stämmigen dunklen Stielen stehen.

    Das Capillitium ist auch typisch, die Spiralleisten, die bei Trichia üblich sind, sind nur einfach gewickelt. Das sieht man auf Deinen Fotos super.

    Die Sporen (feinwarzig und über 10 um) passen auch.

    LG Ulla

    Hallo Maren,

    das ist mit großer Wahrscheinlichkeit Comatricha nigra, eine Art die gern auch auf Pilzen wächst, aber auch direkt auf Holz (welches meist noch sehr fest ist)

    Ähnlich ist noch Coamtricha alta. Da müßte sich das Capillitium aber von der Columella (dem Stiel) abtrennen lassen. So etwas sieht man bei deinen Fotos aber nicht.

    LG Ulla

    Hallo Felli,

    ja, Deine Bestimmung Hemitrichia calyculata ist richtig.

    Typisch ist bei dieser Art das verzweigte Capillitium, bei H. clavata, die makroskopisch ähnlich ist, ist es meist nur sehr wenig verzweigt.

    Ich habe bisher nicht mit Reagenzien bei der Bestimmung der Myxos gearbeitet, kann also dazu nichts sagen, auch gelesen habe ich davon bisher noch nichts.

    Normalerweise reicht Ölimmersion aus, um die Sporenskulptur u.ä. zu erkennen.

    LG Ulla

    Hallo,

    heute waren wir im Harz, da wo es wirklich noch lebende Fichten gibt, nördlich von Nordhausen auf sachsen-anhaltinischer Seite.

    Durch eine französische Schleimpilzfreundin waren wir aufmerksam gemacht worden, dass es an den Harzausflüssen von Fichten auch einen seltenen Schleimpilz gibt.

    Den haben wir leider nicht gefunden, obwohl wir gefühlt über Hundert Fichten abgegrabbelt haben. Dafür haben wir natürlich die beiden Becherlinge gefunden welche an diesen Harzausscheidungen wachsen

    1. Sarea resinae (das Harzbecherchen)



    2. Sarea difformis (Schwarzes Harzbecherchen)


    auch beide zusammen


    Die Fichten in dieser Gegend sind noch nicht so geschädigt wie z.B. im Oberharz, obwohl sie eben alle auch diese Harzausflüsse haben, die auf Schädigungen hinweisen.

    Aber auch stark Borkenkäfer geschädigte Bäume findet man und viele flächen sind kahlgeschlagen.



    An sonnigen Stellen fanden sich aber schon die ersten Größten Scheiblinge oder Scheibenlorcheln - Discina oder Gyromitra perlata auf morschen Stümpfen Natürlich sind sie noch nicht reif. Die Lorcheln brauchen immer sehr lange ehe sie reife Sporen entwickeln.



    An den Schnittflächen geschlagener Fichten wuchs der Teerfleckendrüsling Exidia pithya.



    Im Gebiet ist z.Z. viel Wasser unterwegs, der Grundwasserspiegel ist sicher fast normal gefüllt. Hoffentlich bleibt es so.


    An einem kleinen Bachlauf standen einige Weidengebüsche wo ein paar stark besetzt waren mit der Tabakbraunen Borstenscheibe - Hymenochaete tabacina.




    Diese soll ja in Gesellschaft mit der Trollhand wachsen. Deshalb hielten wir natürlich auch Ausschau nach dieser.
    Leider vergeblich. Das wäre ja unser Traum gewesen die mal zu finden.

    Aber man soll auch mit dem zufrieden sein was man so findet und das waren wir auch.

    In dem Gebiet waren wir ja schon öfters, aber so viele Spaziergänger und Wanderer wie heute haben wir dort noch nie gesehen.

    Vielleicht wollten alle dem Corona-Virus entfliehen und dachten sie wären allein im Wald!

    Jedenfalls war ein wunderschöner sonniger Tag mit doch einigen interessanten Funden.

    Ich hoffe Ihr hattet auch einen so schönen Tag!?

    Bleibt vor allem gesund!

    LG Ulla

    Hallo Chris,

    ja Comatricha nigra würde ich auch so sehen.

    Auf Deinem letzten Makrofoto sieht man das die Sporenmasse braun ist wie auch beschrieben. Das müßte im Mikrofoto eigentlich auch so sein.

    Woher die grüngelbe Farbe in Deinen Mikrofotos kommt weiß ich auch nicht. Die Fotos sehen mir falschfarben aus. Warum auch immer.

    Vielleicht wissen die Spezis unter den Mikroskopikern mehr.

    LG Ulla

    Hallo,

    Pablo hat ihn ja schon bestimmt- Badhamia utricularis.

    das ist ein Schleimpilz der sehr gern sich an Porlingen wie der Schmetterlingstramete u.a. "vergreift", sie überzieht, dann zersetzt und verdaut.

    Rette was noch zu retten ist!

    LG Ulla

    Hallo Björn, Dein Schleim ist zwar sehr schön, aber leider noch unreif. Da sieht man nicht wie er sich bei Reife entwickelt. Die rötlichen Stiele erinnern mich an Physarum psittacinum. Die Peridie des Köpfchens müßte dann kalkfrei bleiben und irisieren.

    Auch müßte man die mikroskopischen Merkmanle wissen.

    LG Ulla

    Hallo Björn,

    zu Deinen Schleimis: der erste könnte perichaena corticalis sein. Dazu würde die makroskopische Optik passen, auch die Sporengröße.

    Leider sieht man die Skulptur des Capillitiums nicht richtig. Es sieht so aus als wären es keine Spiralleisten (dann könnte es nämlich noch Trichia contorta sein), sondern unregelmäßig buckliges capillitium. Das würde für Perichaena passen.

    Der 2. Schleim ist eine Didymium. Man sieht Kalkkristalle in den Mikrofotos. Mit dem relativ hellen Stiel tippe ich auf Didymium squamulosum. Sporengröße dazu paßt auch.

    Aber alles nur ohne Gewähr, da ohne eigene Ansicht der Belege.

    LG Ulla

    Hallo beinander,

    heute trieb es uns trotz Aprilwetter wieder raus, Füße vertreten und nach Pilzen schauen.

    Dieses mal fuhren wir ins Mansfelder Land. Dort wird auch heute noch Obst angebaut, aber man hat auch viele alte Obstbäume.

    So fanden wir als erstes an einem Wegrand eine umgestürzte Kirsche, die wir natürlich untersuchten.

    Und man glaubt es kaum, wir fanden sofort das Ziel unserer Begierde den Kirschbaumkraterpilz - Craterocolla cerasi (oder wie er heute heißt: Ditangium cerasi) in schönster Ausführung.

    Das wollen wir Euch natürlich nicht vorenthalten.





    Dann am Rand eines Hohlweges in einem Ulmengebüsch ließ sich auch der Schwarze Kelchpilz - Urnula craterium wieder sehen.

    Dieses Jahr sogar in größerer Zahl. Das hat uns sehr gefreut, denn im letzten Jahr hat sich der Pilz an allen bekannten Stellen relativ rar gemacht.

    So schön wie sie sind, sind die Fruchtkörper noch nicht völlig reif. das brauch noch einige Zeit. Dann sehen sie nämlich meist auch nicht mehr so schön aus.




    Allen einen schönen Sonntagabend

    LG Ulla