Beiträge von lamproderma

    Hallo Mario,

    hast wieder mal was Schönes gefunden.

    Würde Dir erstmal Badhamia abnicken. Das sieht man auf dem rechten 2. Foto. Da erkennt man das typische badhamioide Capillitium.

    Wichtig ist bei Badhamia zu untersuchen ob die Sporen in Klumpen zusammenhängen (etwas Sporenpulver in Wasser auf den Objektträger und dann erst mal ohne Deckgläschen unterm Mikro anschauen, dann Deckgläschen drauf und nicht zu doll drücken. Da sieht man das am besten ob die Sporen klumpig sind oder frei liegen).

    Dein Fund scheint keine Klumpen zu bilden, da kommt dann im Schlüssel unter den ungestielten Badhamien nur B. panicea und macrocarpa in Frage.

    Ich tendiere eher zu B. panicea. Die Sporen von macrocarpa sind meist sehr dunkelbraun und bis 15um groß und rundlich, während B. panicea Sporen bis 13-14um hat, die auch eiförmig (elliptisch) sein können und heller braun sind.

    Aber das ist eben per Foto nicht immer 100%ig. Oft muß man dann die andere Art auch schon mal gesehen haben zum Vergleich. Badhamia ist keine leichte Gattung.

    Auf meine weitere Meinung mußt Du leider die nächsten 12 Tage verzichten. Wir sind im Aufbruch und fahren morgen 12 Tage in die Bretagne.

    Aber da gibts vielleicht (bzw. sehr wahrscheinlich) auch Pilze (hoffentlich auch Schleim).

    Liebe Grüße

    Ulla

    Hallo Mario,

    A. incarnata ist eigentlich immer irgendwie heller(rosa) nie so dunkelrot.

    A. affinis ist schon eher dunkler rot. Da wäre aber das mit dem tiefen Stielbecher.

    Ich kann mich aufgrund der Fotos nicht auf eine Art festlegen, da die Farbunterschiede doch gravierend sind. Wie ich schon sagte, man müßte den Beleg selbst sehen.

    LG Ulla

    Hallo beli,

    Deine Pestwurz ist allerdings nicht die normale (Rote) Pestwurz sondern die Weiße (Petasites albus), die auch gern im Gebirge vorkommt.

    P. hybridus ist mehr außerhalb der Gebirge zu finden.

    LG Ulla

    Hallo Mario,

    ja da bringst Du mich etwas ins Grübeln, wenn Du meinst, dass die Farbe der Fruchtkörper nicht so rosa ist. Fotos sind zwar schön, aber eben auch nicht immer optimal.

    Es wäre eben immer besser den Beleg selber zu beurteilen.

    Aber A. denudata ist es definitiv nicht, die hat relativ kleine Capillitium-Netzmaschen, d.h. sind viel zarter nicht so grobmaschig.

    Ich sehe trotzdem bei Deinen Fotos, dass das Capillitium eher leicht vom Stielbecher abtrennbar ist. Es bleiben immer einige wenige Reste im Becher zurück. A. affinis hat einen sehr tiefen Stielbecher, das sehe ich bei Deinen Fotos auch nicht wirklich.

    Mehr kann ich auf die Ferne eben nicht sagen, müßte den Beleg selber sehen.

    LG Ulla

    Hallo Mario,

    erstmal ein Lob für die tolle Dokumentation. Da sieht man alles was man braucht zur Bestimmung!! ==Pilz22

    Für Arcyria denudata halte ich Deinen Fund aber nicht. Da stimmt zunächst mal die Farbe nicht. A. denudata ist immer mehr rot nicht rosa oder lachsfarbig.

    Du hast recht zu schauen wie das Capillitium am Stielbecher angewachsen ist. Bei A. denudata wäre es fest angewachsen, aber auf Deinem kleinen Foto sieht man oben links dass es sich doch leicht ablösen läßt (man sieht die leeren Becher). Dadurch kommt man im Schlüssel woandershin. Das Capillitium ist grob strukturiert (Halbringe Ringe, Warzen und ab und zu Stacheln) aber nicht ausschließlich stachlig. In Verbindung mit den Sporen (warzig mit Warzengruppen und der Größe um 7-8um) komme ich auf Arcyria incarnata. Ist ja ein schöner Fund, auf jeden Fall seltener als A. denudata.

    LG Ulla

    Hallo Eike,

    das ist sicher ein interessanter Fund.

    Badhamia kann ich aber zunächst nicht gleich bestätigen.

    Das einzige was passen könnte wären die Sporen (Größe und warzige Skulptur mit Warzengruppen)

    Was mir für Badhamia nicht gefällt ist das sehr zarte netzförmige Capillitium auf dem ersten Mikrofoto. Badhamia hat kräftige Kalksäulen als Capillitium aus grober Kalkgranulation.

    Auf den Makrofotos ist leider bei keinem Fruchtkörper die Sporenmasse ausgeblasen, damit man die Capillitiumstruktur sieht, denn die ist für Badhamia sehr speziell und leicht kenntlich.

    Es könnte auch ein ungestieltes Physarum sein, aber da kann ich mich ohne weitere Untersuchung nicht festlegen.

    Tut mir leid, aber wenn Du es mir schicken willst, melde Dich.

    LG Ulla

    Hallo,

    Dein "Judasohr" würde ich eher für den Großen Scheibling- Gyromitra ancilis halten, da auf Deinen Fotos Fichtenzweige zu sehen sind und der Pilz im Nadelwald auf Fichtenholz (Stubben oder auf morschem Holz, oft im Moos) wächst.

    Die von beli genannte Disciotis venosa, der Morchelbecherling, wächst im Laubwald und das Fleisch riecht nach Anbrechen der Fruchtschicht nach Chlor (Schwimmbadgeruch). Falls Du den Fruchtkörper mitgenommen hast, kannst Du das ja überprüfen.

    LG Ulla

    Hallo Norbert,

    Dein Pilz an der Kiefer könnte auch Trichaptum abietinum (Gemeiner Violettporling) sein.

    Zum Lerchensporn noch eine Ergänzung: Hohler Lerchensporn (weil die Knolle hohl ist, sonst gibts nämlich mehrere Arten) in Mitteldeutschland auch "Gaakgänschen" genannt (warum auch immer :))

    LG Ulla

    Hallo liebe Forianer,

    wie in den letzten Jahren findet am nächsten Samstag, 30.03.19 in Halle/Saale wieder eine mykologische Vortragstagung des Landsfachausschusses Mykologie Sachsen-Anhalts und des Landesverbandes der Pilzsachverständigen von Sachsen-Anhalt statt.

    Dazu sind natürlich auch Gäste hochwillkommen. Falls jemand von Euch dazu stoßen möchte, wir würden uns freuen.


    Nachfolgend das Programm:

    Tagungstermin: Sonnabend, 30.03.2019

    Beginn: 10.00 Uhr

    Tagungsort: Leibniz-Institut für Pflanzenbiochemie, Mothes-Saal

    Weinberg 3

    06120 Halle (Saale)

    Programm:

    10.00 – 10.20 Uhr H. Zimmermann

    Begrüßung, Organisatorisches und Terminierung 2019

    10.20 – 10.50 Uhr P. Rönsch

    Mykologische Eindrücke einer Schottlandreise

    10.50 – 11.00 Uhr N. Arnold

    Vitamin-D-Pilze im Supermarkt
    11.00 – 11.30 Uhr W. Huth

    Pilze in besonderen Biotopen – Teil II

    11.30 – 12.10 Uhr H. Dörfelt

    Die hyrkanischen Wälder und ihre Bedeutung für den Pilzschutz

    12.10 – 12.30 Uhr D. Penke

    Der Galgenberg im Zeichen der Eule

    12.30 – 13.30 Uhr

    Mittagspause

    Es gibt wie gewohnt Getränke (Kaffee, Tee und Mineralwasser), selbstgebackenen Kuchen, Schnittchen etc. :kaffee:

    13.30 – 14.00 Uhr H. Zimmermann

    Mykologische Eindrücke aus der „Kastanienallee“ bei Könnern

    14.00 – 14.30 Uhr

    Informationen und Kurzvorträge der Teilnehmer von allgemeinem Interesse

    (Alle Teilnehmer haben hier die Gelegenheit in einem Kurzvortrag (ca. 5 min) interessante Pilzfunde vorzustellen, Wir bitten um rege Nutzung dieser Möglichkeit)

    14.30 Uhr

    Bei Interesse besteht die Möglichkeit einer mykologischen Wanderung auf der Peißnitzinsel


    LG Ulla

    Hallo Mario,

    eigentlich gibt es zu Jan-Arnes Bemerkungen nichts dazuzufügen.

    Einem Plasmodium kann man auch Porlingsstückchen zum Fressen geben.

    Eine Feuchtkammer stelle ich immer wie folgt her: eine Schale mit nicht zu flachem Rand lege ich mit Küchenpapier aus und mache es feucht (überschüssiges Wasser abgießen). Danach das Substrat (Rindenstückchen, Erlenzapfen, Kräuterstängel u.ä.) einlegen. Möglichst schon in kleine Stücke teilen, die man dann bequem in Streichholzschachteln herbarisieren kann. Dann Deckel drauf (ich nehme möglichst immer durchsichtige Schalen z.B. Verpackungen für Lebensmittel) und nicht zu warm aber hell stellen. Es dauert ein paar Tage bis sich die ersten Schleimis zeigen oder man ein Plasmodium bemerkt. In regelmäßigen Abständen mit dem Bino kontrollieren.

    Viel Spaß beim Ausprobieren!

    LG Ulla

    Hallo Claudia,

    da hast Du bei Deiner Kultur mal einen Myxomyceten mit gezüchtet.

    Ich vermute, daß das Didymium difforme ist, die hat so runde warzige Sporen mit dunklen Graten. Sporengröße müßte so ca. > 10um sein.

    Die Art erscheint öfters mal auf Dung, sonst fruktifiziert sie auf pflanzlichen Abfällen, Kompost etc.

    LG Ulla

    Hallo Marco,

    da hast Du ja was Besonderes gefunden.

    Nach Deiner Beschreibung und Deinen Fotos sieht es wirklich nach Diderma subviridifuscum aus.

    Dafür spricht das Vorkommen an krautigen Pflanzen, das gesellige Wachstum, mikroskopisch: die Peridie die aus granuliertem Kalk besteht (obwohl ich zuerst den Eindruck hatte, daß eventuell auch Kalkkristalle dazwischen sind- dann wäre es eine Didymium, aber da bin ich unsicher), das dunkle Capillitium mit den granulierten Verdickungen, die bräunliche Columella und die gefärbte Innenseite der Peridie sowie die Sporengröße und die Skulptur (obwohl mir die Sporen etwas zu eckig sind und eventuell auch Grate haben). Deshalb für mich nicht 100%, aber sehr wahrscheinlich.

    Die Art ist sehr selten gefunden (in Pilze-Deutschland.de erst einmal in Thüringen). Sie kann verwechselt werden mit Diderma crustaceum und D. spumarioides, die allerdings meiner Erfahrung nach keine gefärbte Columella oder Peridieninnenseite haben. D. spumarioides hat auch kleinere Sporen.

    Hast Du davon einen Beleg gemacht? Bei Deinem Fund waren ja reichlich Fruchtkörper. Wenn ja würde ich mich freuen, wenn Du mir etwas davon abgeben könntest, denn ich habe die Art auch noch nicht gesehen und ich könnte sie nochmal untersuchen.

    Wäre schon ein toller Fund, der unbedingt in die Landesdatenbank Eures Bundeslandes reinmüßte. (ich weiß ja nicht wo Du herkommst).

    Es wäre schön wenn Du Dich dazu meldest.

    Danke und LG Ulla

    Hallo Felli,

    Dein Schleimpilzfund sieht ja interessant aus. Hast Du ihn durch Zufall gefunden oder ist er in einer Feuchtkammerkultur mit erschienen?

    Lepidoderma würde ich völlig ausschließen. Eventuell Physarum, die entwickelt unter ungünstigen Bedingungen manchmal keine Kalkauflage.

    Da Du nur 2 Fruchtkörper hast wirds natürlich schwierig. Einen hast Du schon "wegmikroskopiert", der 2. müßte dann auch dran glauben, wenn man nochmal schauen will.

    Die Sporen scheinen Warzengruppen zu haben, ist für Physarum allerdings etwas ungewöhnlich, kann auch eine Entwicklungstörung sein. Ja sehr mysteriös, hab also keinen wirklichen Vorschlag. Capillitium sieht man bei Deinen Fotos auch nicht.

    Wenn Du mir den 2. Fruchtkörper schicken willst, kann ich es versuchen was rauszukriegen aber ich kann nicht wirklich eine Lösung versprechen. Ist jetzt deine Entscheidung.

    LG Ulla

    Hallo,

    ja dass ist ganz sicher Craterocolle cerasi.

    Das der an Wildkirsche wächst ist für uns neu.

    Wir haben den bei uns immer nur in alten Streuobstwiesen an Süßkirschen (toten Stämmen oder Ästen) gefunden.

    Schöner Fund. Wird ja immer seltener.

    LG Ulla

    Hallo Stefan,

    Interessant deine Tulostoma. WEürde ich auch in Richtung T. fimbriatum vermuten.

    Ich habe auch schon mehrfach solche Tulostoma's an ähnlich eutrophiertern Stellen gefunden. Vielleicht lieben die das. Bei mir dann immer T. fimbriatum rausgekommen.

    Aber ohne Mikro geht sicher gar nichts.

    LG Ulla

    Hallo Mario,

    sieht jetzt auf jeden Fall mehr nach Trichia contorta aus, Trichia varia ist da raus.

    das es so aussieht als wäre es nach beiden Richtungen gewickelt, hängt damit zusammen, dass das Capillitium durchsichtig ist und Du bei der anderen Richtung die Rückseite durchscheinen siehst, da es mehrere Spiralleisten sind.

    LG Ulla

    Hallo Mario,

    diesmal kann ich Dir nur zustimmen - Trichia decipiens var. decipiens. Ist gut charakterisiert durch die lang zugespitzten Capillitiumfäden (Elateren), Auch die Sporen mit netzförmiger Skulptur sind charakteristisch.

    Dein letztes Foto zeigt die im Stiel vorhandenen sporenähnlichen Zysten (nicht für Bestimmung relevant, aber trotzdem interessant)

    LG Ulla

    Hallo Mario,

    ja Dein Schleim läßt sich nicht 100% ig einzuordnen, aber für Trichia varia halte ich das nicht sondern eher für Trichia contorta.

    Das Capillitium bei T. varia hat nur 2 Spiralleisten (ganz einfach gewickelt), während T. contorta 4-5 Spiralleisten hat, also viel enger gewickelt. Leider ist Dein Mikrofoto da nicht ganz eindeutig. Sporen beider Arten sind ähnlich und dadurch nicht wirklich bestimmungsrelevant.

    Wenn Du das Capillitium nochmal anschaust (am besten ohne Sporenpulver, d.h. ordentlich auspusten) dann kann man das sicher besser erkennen.

    LG Ulla

    Hallo Magellan,

    leider sind die Schleimpilze noch unreif. Deshalb kann ich bloß Vermutungen äußern.

    Es könnte eine Lamproderma werden oder auch eine Comatricha. Ich vermute eher dass es Lamproderma wird, da Comatricha eigentlich nicht so rasig wächst sondern mehr in kleineren Gruppen.

    Aber ohne reife Fruchtkörper und ohne Mikro ist da leider nicht mehr rauszuholen. Falls Du nochmal hinkommst, kannst Du ja nochmal danach schauen.

    LG Ulla

    Hallo Maria,

    da hast Du ja einen richtigen "Schleim"-Hotspot gefunden ==Pilz22

    Denn da sind sicher mehrere Arten durcheinander gewachsen.

    Auf dem 2. Foto sind Fruchtkörper zu sehen, die mehr einzeln wachsen und die auch gestielt sind. Die gehören zur Gattung Hemitrichia (möglicherweise H. calyculata). Die anderen sind meist sehr gesellig beieinander gewachsen und sind scheinbar ungestielt. Die gehören alle zur Gattung Trichia.

    Da gibt es aber mehrere Arten die man nur mikroskopisch auseinderhalten kann. Trichia favoginea hat keine kugeligen Fruchtkörper sondern mehr zylindrische. Das sehe ich allerdings nicht so richtig (kann man aber nicht ganz ausschließen). Eher möglich sind Trichia scabra und T. persimilis. Trichia varia ist auch nicht ausgeschlossen.

    Aber das ist eben ohne Mikro nicht genauer zu sagen. ==14

    LG Ulla