Beiträge von lamproderma

    Hallo Geero,

    da ich mich bisher nicht mit dem Fotowettbeweb beschäftigt habe, wußte ich nicht, daß Fotos auch ohne Artbezeichnung teilnehmen können und dass eigentlich die Fotos nur per PN geschickt werden sollen. Ich habe das dann als Anfrage nach der Art aufgefaßt und entsprechend beantwortet. Deshalb finde ich Deine Reaktionen etwas überspitzt. Ich wollte nur helfen.

    Gruss

    Ulla

    Hallo Beli,

    ich halte Deinen Fund trotz allem für eine unreife, eventuell sklerotisierte Lycogala. Bei sklerotisierten Fruchtkörpern (Schleimpilze verfallen oft bei ungünstigen Witterungsbedingungen in einen sklerotisierten Zustand, d.h. es werden keine Fruchtkörper ausgebildet und das Plasmodium "erstarrt" um bei günstigeren Bedingungen dann eventuell doch Fruchtkörper auszubilden) ist die Konsistenz so gummiartig.

    LG Ulla

    Hallo beli,

    Dein erster Fund ist eine Lycogala, die in sehr frühem unreifem Stadium gestört wurde (Regen oder ähnl.). Da kommt es nicht zur Fruchtkörperbildung sondern sieht dann so wie bei Deinen ersten Fotos aus. In Deinem 2. Beitrag sind die Fruchtkörper kurz vor der Reife, da sieht man schon die graubraune Peridie und das Sporenpulver im Innern allerdings noch feucht.

    Zur Clitocybe kann ich nichts sagen.

    LG Ulla

    Hallo Geero,

    gehe ich recht in der Annahme, dass Du mit dem Foto am Fotowettbewerb teilnehmen möchtest?

    Da sollte man schon wissen was man fotografíert hat.

    Ich kann auf jeden Fall sagen, dass es kein Physarum robustum ist. Die Art hat einen dunklen Stiel und scheidet dadurch aus.

    Ob es überhaupt ein Physarum ist, wage ich ebenfalls zu bezweifeln. Ich würde eher zu Didymium sp. tendieren, eventuell Didymium squamulosum (hat einen weißen Stiel).

    Dazu müßtest Du aber unbedingt mikroskopieren. Didymium hat im Gegensatz zu Physarum kristallinen Kalk auf der Außenseite (die weißen Gebilde), während Physarum nur granulierten Kalk (rundliche Gebilde) auf der Peridie hat. Im Innern des fruchtkörpers müßte man dagegen Kalkknoten sehen im Capillitium. Didymium hat diese nicht.

    Also ohne weitere Untersuchung ist die genaue Art nicht zu sagen.

    Für weitere Beiträge von Dir würde man sich hier im Forum sicher über eine nette Anrede freuen. Da wird Dir bestimmt viel lieber geholfen.

    Viele Grüße

    Ulla

    Hallo Bernhard,

    die gelben würde ich als Pfifferlinge absegnen, aber die drei anderen helleren Blätterpilze sind so nicht bestimmbar und deshalb auf jeden Fall zu entsorgen.

    Egal wie appetitlich die aussehen. Da fehlen wichtige Merkmale und wir wollen hier nicht aus der Wahrsagerkugel was rauslesen.

    Am besten ist es Deine Funden lieber beim Pilzsachverständigen vorzulegen. Der kann Dir das dann vor Ort besser erklären. Nur so vom Bild ist das mehr als gefährlich.

    LG Ulla

    Hallo Stuggi,

    Deinen ersten Fund würde ich für den Gelbporigen Raufuß - Leccinum crocipodium halten. Da würde auch die Verfärbung des Fleisches passen.

    Schöner Fund, ist nicht sehr häufig!

    LG Ulla

    Hallo Joe,

    Arcyria obvelata ist klar.

    Die weißen länglichen Teilchen neben der Arcyria ist ein weitere Schleimpilz: Ceratiomyxa fruticulosa, schon etwas angetrocknet.

    Das Plasmodium eines Schleimpilzes ist meist nicht mehr zu sehen wenn der Schleim ausreift, da aus dem Plasmodium die reifen Fruchtkörper ausgebildet werden.

    Das was dann noch vom Plasmodium übrigbleibt ist der sogenannte Hypothallus, der eine Unterlage der Fruchtkörper bildet. Er ist meist durchsichtig.

    LG Ulla

    Hallo Mausmann,

    Enteridium lycoperdon besteht im reifen Zustand aus einem einzelnen Aethalium mit einer silbrig glänzenden Peridie, während Tubifera ein Pseudoaethalium aus dichtgepackten zylindrischen Einzel-Sporocarpien bildet.

    Was Du auf Deinen Fotos zeigst, sind noch unreife Fruchtkörper in dem Stadium wo sich das Plasmodium gerade erst zusammenballt um dann den Fruchtkörper auszubilden. Das sieht natürlich ein wenig so aus als wären es mehrere Fruchtkörper, aber das täuscht.

    LG Ulla

    Hallo Nobi,

    Dein Fischeier-Schleimpilz stimmt schon so :daumen:, der Stäublingsschleimpilz hat eine glatte Oberfläche und ist nicht aus vielen Fruchtkörpern zusammengesetzt wie Tubifera. Das Vorkommen auf unberindetem Holz ist auch nicht ungewöhnlich.

    Dein Schleimi auf dem Moos ist nicht Didymium melanospermum. Der sieht zwar sehr ähnlich aus und besiedelt das gleiche Substrat, aber man sieht auf Deinem 2. Foto der Art, dass sich im Innern weiße Kalkknoten befinden. Das schließt Didymium aus, der hat keinen Kalk im Innern, nur auf der Peridie Kalkkristalle. Außerdem müßten die Fruchtkörper schwarz gestielt sein. In Deinem Fall sind sie es nicht.

    Es ist ein ungestieltes Physarum, aller Wahrscheinlichkeit Physarum cinereum. Die Art ist dieses Jahr sehr häufig und ich hatte sie in den letzten 2 Wochen öfters an gleichen Substraten.

    Ansonsten mein "Beineid" ==Pilz22==21 für die vielen Arten die bei Euch noch so wachsen (auch wenns nichts besonderes ist). Bei uns ist in punkto Großpilze absolute Ebbe =Null.

    Aber die Schleimis vertragen die diesjährige Witterung besser und so hatte ich bei den letzten Exkursionen in etwas feuchtere Bachtäler wenigstens da einige Erfolge.

    LG Ulla

    Hallo Leo,

    Ja, Schleimpilz ist richtig, aber zumindest auf Deinem Foto ist der Schleimi noch unreif. Ob er noch ausreift ist fraglich, denn er sieht schon etwas trockengeschädigt aus.

    Er gehört auf jeden Fall wie Matthias schon bemerkte zu den Stemonitidaceae (Fadenstäubchen im weiteren Sinn). Allerdings sich in dem Zustand auf eine Art festzulegen ist vermessen, da nicht mal die Gattung völlig klar ist. Es könnte eine Stemonitis sein aber auch z.B. Symphytocarpus käme noch in Frage. Die Gruppe ist schwer bestimmbar.

    Falls Du den Schleim weiter beobachten kannst: er müßte dann trocken werden und dunkelbraunes oder schwarzes pulveriges Sporenpulver ausbilden. Dann kann man ihn "ernten" und versuchen durch Mikroskopieren die Gattung bzw. Art rauszubekommen. Es ist aber auch möglich, daß er nicht mehr ausreift, dann bleibt er so wie auf dem Foto und trocknet nur ein. Dann ist er nicht bestimmbar, da die entscheidenden Merkmale: reife Sporen, Capillitium (Fadengeflecht um die Stiele) nicht mehr artgerecht ausreifen.

    Wenn Du möchtest, könnte ich ihn untersuchen wenn er noch ausreift, um noch was rauszubekommen, denn das wäre doch recht interessant. Melde Dich dann per Konversation oder mail. Ich schicke Dir dann meine Adresse und ein paar Hinweise.

    LG Ulla

    Hallo Mischa,

    Noch ein paar Bemerkungen: die Angabe in 1.2.3.Pilze zum rosa Sporenpulver bezieht sich auf noch unreife Fruchtkörper.

    Dann kommt die Art nicht nur auf Totholz vor sondern auch gern in Wundstellen lebender Stämme. Das würde bei Deinem Fund voll zutreffen.

    Also kannst Du ihn so abhaken. Falls Du zufällig aus Sachsen-Anhalt bist, wäre ich an den Fundangaben für unsere Landesdatenbank interessiert. Dann melde Dich bitte.


    LG Ulla

    Hallo Mischa,

    meine Vorrednern muß ich leider widersprechen.

    Das ist kein Stäublingschleimpilz (Enteridium lycoperdon) sondern eine Blutmilchpilzart: Lycogala flavofuscum (Großer Laubholz-Milchstäubling).

    Der Stäublingsschleimpilz hat dunkelbraunes Sporenpulver, Dein Fund hat graues. Auch das Capillitium hätte braun sein müssen. Dein Fund hat graues. Das paßt also.

    Wenn Du den Fund mikroskopieren könntest, hätte das Capillitium auch eine ganz andere Struktur und die Sporen sind kleiner als beim Stäublingschleimpilz.

    Dein Fund ist aber viel besser als der Stäublingschleimpilz, denn die Art ist viel seltener. Sie ist eine Sommer-Art, kommt an verschiedenen Laubhölzern vor.

    Tolle Sache und sehr schöne Dokumentation!

    LG Ulla

    Hallo ochsenzunge,

    toller Fund!

    Der Rote Gitterling ist im nördlichen Sachsen-Anhalt schon wenige Male gefunden worden. Aber jeder Neufund ist wichtig.

    Würdest Du mir die genauen Funddaten (Datum, Ort, Ortslage, Finder) verraten, damit der Fund in die Landesdatenbank eingegeben werden kann? Ich bin Landeskoordinatorin für Sachsen-Anhalt und verantwortlich für die Erfassung der Funde unseres Bundeslandes. Das ist für die Verbreitung der Art wichtig, dass man die einzelnen Funde notiert. Der Fund kann dann später in pilze-deutschland.de eingesehen werden. Schreib mir ne PN oder mail. Das wäre schön und vielen Dank.

    LG Ulla

    Liebe Tuppie,

    auch von mir die allerherzlichsten Glückwünsche zu Deinem Ehrentag!

    Laß es Dir gut gehen und bleib gesund! Hoffentlich lernen wir uns mal kennen, würde mich sehr freuen.

    Im Forum bist Du einer der Farbtupfer, ohne den es viel langweiliger wäre.

    Liebe Grüße

    Ulla

    Hallo,

    ich würde das auch wie Pablo eventuell für einen Flämmling halten, vielleicht Gymnopilus penetrans. Aber das müßte mikroskopisch abgesichert werden.

    Tricholomopsis decora ist eine Gebirgsart und hat immer eine gelbe Hutoberfläche (also insgesamt gelbe Fruchtkörper).

    Aber schön, dass bei Euch überhaupt noch was wächst. Bei uns ist absolute Pilzwüste.

    LG Ulla

    Hallo,

    das ist einer aus der Gattung Raustielröhrlinge (Leccinum). Mehr läßt sich dazu nicht sagen, da Du keine weiteren Angaben zum Biotop (welche Bäume standen in der Umgebung) gemacht hast und die Art dadurch nicht bestimmbar ist.

    Zur Essbarkeit wirst Du im Forum keine Antwort bekommen, dazu müßtest Du schon einen Pilzsachverständigen aufsuchen, der den vorgelegten Pilz begutachten kann.

    Viele Grüße

    lamproderma

    Wow! DIE kannte ich noch gar nicht! Wunderschön! Gibt es dazu auch einen Trivialnamen?

    Und gibt es auch eine kleinblütige Orlaya? Sowas ähnliches, nur mit winzigen Blüten, haben wir neulich bei der Schwanheimer Düne gefunden.


    Edit: es sieht zwar ein bißchen ähnlich aus, aber meinen Fund würde ich eher irgendwo in die Verwandtschaft der Schleifenblumen (Iberis) stellen. Also nicht Doldenblütler wie die Orlaya, sondern Kreuzblütler. Weiß jemand, was das sein könnte? Leider sind mir die Fotos nicht scharf geworden.

    Hallo Grüni,

    ich denke Deine Pflanze ist die Graukresse, Berteroa incana, ein Kreuzblütler. Blüht bei uns z.Z. massenhaft.

    LG Ulla

    Hallo,

    auch ich kann eine kleine Story beitragen.

    Ist auch schon lange her, in den Anfängen meiner Pilzlaufbahn.

    Bei einem Fahrradausflug fand ich an der Landstraße schöne, saftige Porlinge an mehreren Bäumen. Die waren ganz frisch, rotorange mit schönen Guttationstropfen.

    Das mußten Leberpilze sein, dachte ich. Darauf, daß die Bäume Eschen waren und keine Eichen, habe ich damals nicht geachtet.

    Meine Eltern waren etwas skeptisch, aber ich habe dann einen in Scheiben geschnitten in der Pfanne zubereitet, gekostet und als merkwürdig säuerlich schmeckend dann doch entsorgt. Durch Nachlesen in der leider damals noch spärlichen Literatur, kam ich dann auf den Trichter, daß es der Zottige Schillerporling (Inonotus hispidus) gewesen sein mußte. Die Pilze wuchsen auch später noch oft an dieser Allee, aber da war ich schlauer.

    LG Ulla

    Hallo Stefan,

    Deine vergessene Pflanze ist das Immenblatt/Melissenblatt (Melittis melissophyllum).

    Das Zittergras und die Orchideen wachsen auch bei uns in Sachsen-Anhalt. da wäre der Weg nicht so weit!

    Aber das Altmühltal steht auch auf meiner Wunschliste!

    LG Ulla