Beiträge von lamproderma

    Hallo Romana,


    Du hast recht, es handelt sich bei Deinem Fund um eine Arcyria,

    mit großer Wahrscheinlichkeit um Arcyria oerstedtii.

    Diese Art gehört zu dem roten Artcyria-Arten, bei denen sich das Capillitium leicht vom Kelchbecher ablösen läßt. Außerdem expandiert es stark. Die Struktur des Capillitiums - stachelig - ist typisch für die Art.


    LG Ulla

    Hallo,

    ich würde Eike recht geben - Leberbrauner Milchling - Lactarius hepaticus mit Frostschaden.

    Den hatten wir an den letzten Wochenenden auch mehrfach im Kieferngebiet.

    Gymnopus peronatus fällt m.M. völlig raus.


    VG Ulla

    Liebe Christine,

    also an Phleogena habe ich nicht gedacht, die sieht ganz anders aus (graubraune gestielte Wollbällchen).

    Ich dachte eher an etwas aus der Ascomycetenecke?

    Die kleinen schwarzen würde ich auch eher für Pyrenomyceten halten (aber unsicher)

    LG Ulla

    Hallo Christine,

    bei diesen weißen Kügelchen weiß ich noch nicht mal ob es überhaupt ein Schleimpilz ist.

    Da müßte man später noch mal hinschauen oder gleich einen Beleg mit nach Hause nehmen um ihn weiter zu beobachten.

    LG Ulla

    Hallo Romana,

    Deinen Erdstern würde ich nicht für G. corollinum halten. Dieser sieht makroskopisch schon anders aus.

    Die Stärke der äußeren Peridie ist meist dicker und glatter, dann löst sich die Mycelialschicht unten immer davon ab. Auf Deinem Foto sieht man aber dass das Substrat anhaftet. Die Mündung ist zwar gewimpert, müßte aber einen Hof haben. Der fehlt bei deinem Fund. Auch ist Geastrum corollinum ungestielt, aber auf dem Foto sieht man einen kurzen Stiel.

    Dann ist G. corollinum beim Eintrocknen hygrometrisch, d.h. die Lappen rollen sich nach oben und beim Befeuchten öffnen sie sich wieder. Das sieht ebenfalls nicht so aus bei Deinem Fund.

    Ich würde Deinen Erdstern für Geastrum coronatum halten.

    Dieser ist gestielt, nicht hygrometrisch und die Mycelialschicht bleibt außen an der Exoperidie haften.

    Mir gefällt zwar die hervorgestülpte Mündung nicht so ganz für G. coronatum, das habe ich eigentlich bisher nur bei G. fornicatum, dem Großen Nesterdstern gesehen, aber ein Nest (Mycelialschicht bleibt mit einem Teil der Exoperidie als Nest am Boden und der innere Teil stellt sich dann stelzenförmig auf) sehe ich auf Deinem Foto nicht!?

    Was besseres fällt mir aber im Moment nicht ein.


    LG Ulla

    Hallo liebe Pilzfreunde,

    die letzten zwei Jahre waren für unser Gebiet in Sachsen-Anhalt durch die Trockenheit nicht sehr pilzaffin.

    Aber man kann trotz allem auch was Positives daran finden.

    Im Juli 2018 gab es im Nordosten von Sachsen-Anhalt bei Coswig den größten Waldbrand seit 18 Jahren. Ausgelöst durch einen Feldbrand brannte damals eine Fläche von ca. 100 Fußballfeldern Kiefernwald ab.

    Wir kamen bei einer Exkursion Anfang 2020 auf das Gelände und beschlossen es zu günstigerer Zeit mal aufzusuchen. Damals fanden wir trotz Winter schon den Kohleleistling - Faerberia carbonaria.

    In Sachsen-Anhalt ist das Abbrennen von Gartenabfällen etc. seit Jahren verboten, deshalb sind pilzliche Brandstellenbewohner schon auf der Roten Liste verzeichnet.

    Anfang November machten wir unser Vorhaben wahr und besuchten erneut die Fläche.

    Inzwischen hat man schon die meisten Bereiche der Brandstelle gerodet und auch teilweise mit Laubbäumen oder auch Kiefern neu aufgeforstet.

    Überall sieht man noch die angekohlten Kiefernstubben.

    Dieses Mal konnten wir wieder eine große Zahl von Kohle-Leistlingen (Faerberia carbonaria) aber auch Kohle-Schüpplinge (Pholiota highlandensis) feststellen.


    An einer Stelle fanden wir auch den Kohle-Tintling – Coprinellus angulatus.

    Außerdem fanden wir an den angebrannten Kiefernstümpfen den Nadelwald-Schüppling - Pholiota spumosa.


    Am letzten Wochenende besuchten wir erneut das Gebiet.

    Am Morgen herrschte noch Frost. Die Dauerporlinge (Coltricia perennis) hatten sich mit glitzernden Kristallen geschmückt, die Kohle-Schüpplinge ebenso.


    Diesen Mal wuchsen dort auch Kohle-Nabelinge - Myxomphalia maura.

    Einer der Brandstellenbecherlinge Plicaria endocarpoides hatte Eis im Becher.

    Auch Schleimpilze hatten sich verkohlte Stämme ausgesucht.

    Badhamia utricularis - unreif und reif:


    Enteridium olivaceum - ebenfalls unreif und reif:


    Auf einem Holzlagerplatz nahebei, wo die angebrannten Kiefern und auch Robinien gelagert wurden, fanden wir weitere Schleimpilze.

    Da fehlen aber noch die Fotos.

    Sicher werden wir das Gebiet zu anderen Zeiten nochmals besuchen, um die Sukzession weiter zu beobachten.

    Ich hoffe, es hat Euch Spaß gemacht unsere Exkursion virtuell zu begleiten.


    LG Ulla

    Hallo felli,

    da hast Du einen sehr hübschen seltenen Schleimi gefunden:

    das ist mit ziemlicher Sicherheit Lepidoderma tigrinum.

    Die Art besiedelt meist Moose, sowohl auf Holz, aber man kann sie auch an erdbewohnenden Moosen z.B. auf Sandböden finden. Die französische Myxomyceten-Spezialistin Marianne Meyer berichtete auch von Funden an Moos, das an Steinwänden wächst.


    LG Ulla

    Hallo Erwin,

    Dein Fund ist leider noch nicht reif. Deshalb sieht man nicht wie die Peridie oben aufbricht.

    Ansonsten ist Dein Fund Trichia botrytis am ähnlichsten. Da müßte man in reifem Zustand auch das feldrige Aufbrechen der oberen Peridie sehen.

    Die Sporengröße paßt und das Capillitium hat lang ausgezogene Spitzen, kann auch verzweigt sein.

    Trichia botrytis ist sehr vielgestaltig. Sie ist ja eine Spätherbstart, die oft durch Witterungsunbilden nicht typisch ausgebildet ist. Sie ist auch recht häufig und besiedelt verschiedene Laubhölzer.

    Ähnlich ist noch Trichia flavicoma und trichia munda, beide auch mit länger ausgezogenen Capillitiumenden. Trichia munda ist aber eine sehr winzige Art, die bisher auch nur selten gefunden wurde und eine mehrschwartzbraune Peridie hat. Diese würde ich ausschließen.

    Trichia flavicoma kenne ich nicht von eigenen Funden, sie soll aber auch sehr klein sein.


    LG Ulla

    Liebe Maria,

    Deine erneuten Funde halte ich alle für Geastrum badium (elegans).

    Der fragliche auf dem ersten Foto: Dich machte da Fehlen der Mycelialschicht auf der Unterseite stutzig.

    Das ist aber nicht ungewöhnlich. Bei Dörfelt heißt es: "Mycelialschicht nicht oder in Schollen lösend".

    Geastrum kotlabae (ambiguum) habe ich leider nicht life gesehen, aber nach Abbildungen im Erdsternbuch von M.Jeppson (2013) sieht man den gravierenden Unterschied zu G. badium: die Endoperidie ist hygrometrisch, d.h. beim Trocknen der Fruchtkörper schließen sich die "Arme" wieder zur Kugel wie beim Wetterstern. Bei G. badium rollen sich die Arme immer mehr oder weniger nach unten, sind nie hygrometrisch.

    Geastrum kotlabae (ambiguum) ist bisher für Deutschland auch nur einmal in den 50er Jahren genannt worden (Fund von Stefan Rauschert vom Trockenrasen auf den Bottendorfer Höhen in Thüringen --> pilze-deutschland.de). Der Fund wird aber bei H. Dörfelt nicht genannt (vielleicht nicht belegt?).

    Also ich denke, dass Du bei diesen Funden auch "nur" Geastrum badium an diesem Standort hast.

    Trotzdem ist es bemerkenswert, dass Du diese auch recht seltene Art bei Dir im Gebiet schon an mehreren Stellen gefunden hast! Es bewahrheiten sich die Angaben aus der Literatur, dass die Art sowohl an geeigneten Stellen in Fichtenforsten und sogar in Trockenrasen zu finden ist.

    LG Ulla

    Hallo Maria,

    bei Deinem Erdstern Nr.3 wäre ich wie Wolfgang auch wieder bei Geastrum badium.

    NR. 1,2 und 4 würde ich für die selbe Art halten. Geastrum pedicellatum (oder campestre) schließe ich eher aus, dafür ist die Exoperidie zu glatt. Die müßte sandig-rau (wie Sandpapier) sein. Geastrum nanum (schmidelii) hat keine so stark raue Exoperidie. Das würde passen. Bei den jungen Fruchtkörpern (Nr.1+4) sieht man den Stiel der Exoperidie noch nicht. Nur bei Nr. 2 sieht man das. Geastrum schmidelii ist eine Art der Trockenrasen. Dein Habitat sieht ja danach aus.

    Ähnlich ist ja noch G. berkeley, den wir bei Dir im Nadelwald neben G. badium hatten. Da würde aber das Habitat nicht stimmen. Ich denke, dass Du bei G. schmidelii bleiben kannst.

    Schön ist es ja , dass Du bei Nr. 1 einen Fruchtkörper erwischt hast, der eine doppelte Mündung hat. Das ist nicht so häufig.


    LG Ulla

    Hallo Thomas,


    Dein Erdstern ist keinesfalls Geastrum lageniforme. Der hätte nämlich eine gehöfte Mündung.

    Leider ist der Erdstern noch recht unreif und man kann auch aufgrund Deines nur einen Fotos nicht sehen, ob er noch einen Stiel zwischen Exo- und Endoperidie bekommt.

    Makroskopisch ähnlich ist der Rötende Erdstern - Geastrum rufescens, obwohl ich auf dem Foto keine sichere Rötung sehe. Man müßte eben mehr Informationen und Fotos haben.

    Deshalb wird es sicher nur bei Deinem schönen Weihnachtsstern-Foto bleiben ohne genaue Artbestimmung.

    VG Ulla

    Hallo Roland,

    zu Deinen Schleimpilzen:

    Badhamia utricularis ist o.k.

    Auf dem Foto Nr. 3 ist kein Schleimpilz (von Dir als Tubulifera) zu sehen, sondern Phlebia radiata - Orangeroter Kammpilz.

    Die auf Foto Nr. 5 sind ein Schleimpilz - aber unreif und so nicht zu bestimmen.

    Die Schleimis von Deinem ersten Beitrag und von den letzten Fotos in diesem ist ein Physarum, erkennbar an Deinem letzten Foto, da sieht man dass die Art weiße Kalkknoten im Innern hat. Zusammen mit dem weißen Stiel könnte es Physarum leucopus oder eventuell aber auch Ph. leucophaeum sein. Das müßte man dann genauer mikroskopisch untersuchen.

    LG Ulla

    Hallo,

    Will ja nicht meinen (nicht vorhandenen) Doktortitel abgeben, deshalb halte ich mich beim Abkupfern (obwohl ich da die Lösung auch gefunden habe) zurück. Hab auch noch 'ne Menge Unbestimmtes liegen.

    Entschuldige bitte Peter!

    LG Ulla