Beiträge von lamproderma

    Hallo,

    auch ich kann eine kleine Story beitragen.

    Ist auch schon lange her, in den Anfängen meiner Pilzlaufbahn.

    Bei einem Fahrradausflug fand ich an der Landstraße schöne, saftige Porlinge an mehreren Bäumen. Die waren ganz frisch, rotorange mit schönen Guttationstropfen.

    Das mußten Leberpilze sein, dachte ich. Darauf, daß die Bäume Eschen waren und keine Eichen, habe ich damals nicht geachtet.

    Meine Eltern waren etwas skeptisch, aber ich habe dann einen in Scheiben geschnitten in der Pfanne zubereitet, gekostet und als merkwürdig säuerlich schmeckend dann doch entsorgt. Durch Nachlesen in der leider damals noch spärlichen Literatur, kam ich dann auf den Trichter, daß es der Zottige Schillerporling (Inonotus hispidus) gewesen sein mußte. Die Pilze wuchsen auch später noch oft an dieser Allee, aber da war ich schlauer.

    LG Ulla

    Hallo Stefan,

    Deine vergessene Pflanze ist das Immenblatt/Melissenblatt (Melittis melissophyllum).

    Das Zittergras und die Orchideen wachsen auch bei uns in Sachsen-Anhalt. da wäre der Weg nicht so weit!

    Aber das Altmühltal steht auch auf meiner Wunschliste!

    LG Ulla

    Hallo Claudia,

    Dein Schleimi an dem Moos könnte Physarum cinereum sein. Den hatte ich am Wochenende im Harz auch reichlich. Er müßte ungestielte Fruchtkörper und im Innern des Köpfchens ein Capillitium mit kleinen Kalkknoten haben. Der Kalk auf der Oberfläche ist granuliert und nicht kristallin. Im herbst wächst an ähnlichen Stellen dann oft Didymium melanospermum. Sieht ähnlich aus, ist aber gestielt, hat keine Kalkknoten im Capillitium und der Kalk auf der Außenperidie ist kristallin.

    LG Ulla

    Hallo Felli,

    ja für uns in Sachsen-Anhalt ist 1400-1500m schon Hochgebirge. Bei uns ist nämlich bei 1141m auf dem Brocken Schluß. In Sachsen gehts bis über 1200m und in Thüringen ist auch schon unter 1000m Ende Fahnenstange.

    Aber die nivicolen Schleimpilze können in "guten" Jahren mit optimaler Schneebedeckung über mehrere Wochen auch bis in Höhen (ober besser Tiefen) von ca. 500m wachsen. Das hat dieses Jahr leider nicht gepasst.

    LG Ulla

    Hallo felli,

    schöner Fund!

    Im Hochgebirge geht da jetzt noch was. Bei uns Flachlandtirolern oder Mittelgebirglern gabs dieses Jahr gar nichts.

    Jan-Arne hat recht, dass es nicht Diderma alpinum sein kann schon vom Erscheinungsbild.

    Physarum vernum hat Kalkknoten im Capillitium. Leider sieht man bei Deinen Fotos das Capillitium gar nicht, dazu müßte man die Sporen aus einem reifen Fruchtkörper ausblasen. Aber die Knoten müßte man eigentlich schon sehen.

    So kommt Diderma niveum ins Spiel. Da hat es aber in den letzten Jahren Veränderungen in der Nomenklatur gegeben. Deshalb ist D. niveum nur im weiteren Sinne richtig.

    Im Band von Neubert et al. unterscheidet man Diderma niveum var. niveum und D. niveum var. ferrugineum. Die var. niveum wurde jetzt in Diderma meyerae umbenannt und die var. ferrugineum ist jetzt nur noch D. niveum (ohne Varietät). Die beiden Arten unterscheiden sich makroskopisch äußerlich kaum, aber die Farbe der Columella (ist der Gnubbel am Grund des Fruchtkörpers im Inneren) ist unterschiedlich. D. meyerae hat eine helle Columella, während D. niveum eine rötlich gefärbte Columella hat (deshalb früher var. ferrugineum). Die Sporen von D.niveum sind auch etwas größer (13-14um), D. meyerae bis 12um.Für mich ist auch das Biotop wichtig. D. meyerae habe ich meist auf krautigen Teilen von abgestorbenen oder lebenden Pflanzen/Gräsern gefunden, während D. niveum mehr an holzigen Teilen, u.a. auch an Heidelbeerzweigen wächst.

    Ich vermute, dass Dein Fund Diderma meyerae ist, denn auf Deinem letzten Foto sieht man die helle Columella, die Sporengröße, Sp.-Skulptur und das Vorkommen auf krautigen Teilen passt.

    LG Ulla

    Hallo Stefan,

    da muß ich Herrn Nowotny recht geben. Das Foto der Diderma alpinum war eine Verwechslung, die hat nämlich keine Kalkknoten im Innern wie auf dem einen Foto zu sehen ist. Das ist Physarum vernum. Beide Arten sehen sich äußerlich aber sehr ähnlich, deshalb mein fauxpas. Diderma alpinum haben wir zwar dort auch gefunden aber kein Makrofoto gemacht, da das eine der häufigeren Arten ist.

    Diese Jahr haben wir im Harz ja kein Glück gehabt mit den nivicolen Schleimpilzen. Hoffen wir auf nächstes Jahr.


    LG Ulla

    Hallo Jan-Arne,

    da freue ich mich für Euch! Gewußt wo und wann, dann paßt's schon. Schöne Dokumentation!

    Wir haben dieses Jahr nicht danach gesucht, da wir im letzten Jahr noch einige Fundstellen mehr gefunden hatten.

    Auch nivicoler Schleim war dieses Jahr im Harz nicht zu finden, da es witterungsmäßig nicht passte.

    Hoffen wir auf bessere Zeiten. Aber die Klimaerwärmung wird den nivicolen Myxomyceten im Harz bald den Garaus machen, da die lange Schneebedeckung fehlen wird.

    Ich habe sie jetzt für Sachsen-Anhalt in der neuen Roten Liste (soll Ende 2019 erscheinen) alle als gefährdet eingestuft.

    LG Ulla

    Hallo Rotfüßchen, würde ich auch so sehen.

    Nadelholz ist ein beliebtes Substrat für diese Art. Kommt aber auch seltener auf Laubholz( bevorzugt Birke) vor.

    Verfärbt sich dann bei Reife ins Braune (Sporen).

    LG Ulla

    Hallo Angela,

    dein Fund zwischen den Anemonen-Blättern würde ich für den Buchenwasserfuß - Hydropus subalpinus halten und die Pilze auf den letzten 6 Foto wie beli für einen Rötling.

    Da könnte nur das Mikro helfen.

    LG Ulla

    Liebe Grüni,

    auch von mir alles Gute zum Geburtstag. Bleib gesund und dem Forum auch weiterhin so treu. Deine Beiträge beleben das Forum ungemein! ==Pilz23

    Feiere schön und genieße den schönen Abend!

    Einen kleine Blumengruß

    von Ulla


    Hallo Andreas,

    in was für einem Biotop hast Du die "Hexeneier" gefunden?

    Falls es ein Trockenrasen auf Kalk war, käme auch noch Gastrosporium simplex, die Steppentrüffel in Frage. Die Schwanztrüffeln und die meisten anderen Hypogäen-Arten sind Waldbewohner.

    LG Ulla

    Lieber Stefan,

    auch von uns die allerherzlichsten Geburtstagsglückwünsche!

    Bleib gesund, damit Du Dich weiter Deinen Lieblingsbeschäftigungen - Pilze-Klettern-Singen widmen kannst!

    Wir freuen uns auf unser Wiedersehen, spätestens zur Boletus-Tagung?

    Liebe Grüße Ulla und Gunnar


    Ein kleiner Blumengruß aus der Bretagne (war leider kein Phyto dran)

    Hallo Nobi, das ist vielleicht schräg. Bei Dir wird offenbar früher oder später alles was nicht niet- und nagelfest ist zu Pilz. Pass auf die Luftfeuchtigkeit in Deinem Wohnzimmer auf!

    Hallimasch soll ja auch an Schrankwänden wachsen, wenn man sie gut gießt!:giggle::giggle:


    Lieber Nobi,

    aber Spaß beiseite, Dein Sesselschleimer gehört auf jeden Fall zur Gattung Badhamia. Cribraria wie Mausmann vorschlug paßt nicht, da die Gattung völlig kalkfrei ist.

    Badhamia hat meist Kalk auf der Außenperidie wie man bei Deinen Schleimis gut sieht. Da Capillitium im Innern besteht immer aus kalkreichen vernetzten Säulchen (Röhren) - sieht man auf Deinen Fotos auch gut.

    Die Sporen haben nur feine Skulptur, Badhamia utricularis hat meist viel gröbere Struktur (gröber warzig). Die müßten auch manchmal in Klümpchen zusammenhängen. Ist leider nur zu sehen wenn man das Deckgläschen nicht zu doll auf das Präparat drückt. Größe der Sporen würde allerdings passen. Aber es fehlen auch die für B. utricularis typischen Stielchen/Fäden (müssen allerdings nicht immer da sein).

    Für mich sieht das eher wie Badhamia panicea aus. Normalerweise wächst die Art an Holz, kann aber auch an Stroh und pflanzlichen Abfällen vorkommen. Dein Sessel war aber sicher nicht strohgefüllt (oder mit Seegras??). Ihm hats scheinbar trotzdem sehr dort gefallen.

    Ich würde den Sessel auf jeden Fall stehen lassen. Vielleicht ist er noch für weitere Überraschungen gut. ;)

    LG Ulla

    Hallo Frank,

    der Schleimpilz der an Deinem Stereum "nagt" ist mit großer Wahrscheinlichkeit Badhamia utricularis. Der ist dafür bekannt, dass er Porlinge u.ä. befällt und sich von ihnen ernährt.

    Auf Deinen Fotos sieht man, dass der Schleimpilz allerdings nicht vollständig ausgereift und und in seiner Entwicklung geschädigt ist.

    In wieweit Stereum purpureum für das Absterben der Birke verantwortlich ist kann ich nicht sagen.

    Ich kenne St. purpureum meist von frischen toten Stämmen, eher nicht von lebenden.

    Badhamia ist dafür auf jeden Fall nicht dafür verantwortlich. Die ernährt sich nur von dem Stereum.

    LG Ulla

    Hallo Maren,

    schöne Doku von dem Schleim.

    Ja Du hast recht, dass ist mit großer Sicherheit Trichia persimilis.

    Dafür spricht vor allem die Skulptur der Sporen, welches ein unvollständiges Netz zeigt.

    Die ähnliche Trichia favoginea hat Sporen mit vollständiger Netzeichnung, die Fruchtkörper sind meist zylindrisch und nicht kugelig und das Capillitium mehr intensiv gelb.

    LG Ulla

    Hallo Maria,

    auch ich sehe da Geastrum nanum. Das Habitat paßt auch, denn G. nanum ist eine Trockenrasen-Art. Das geriefte Peristom (Mündung), der kurze Stiel und die etwas abgesetzte Apophyse (unterer Teil der Exoperidie - Kugel) passen genau.


    Liebe Maria,

    ich habe schon ein sehr schlechtes Gewissen Dir gegenüber, wollte mich doch nochmal wegen der G. badium- Notiz bei Dir melden. Mache ich aber bald.

    LG Ulla

    Hallo Klemens,

    wir sind gerade aus der Bretagne zurück, waren in der Nähe von Vannes.

    Leider war es in der Bretagne die letzten Wochen ebenso trocken wie bei uns und es gab so gut wie keine Pilze. Haben nur mal ein paar Mairitterlinge und einen Schirmpilz gesehen.

    Allerdings haben wir natürlich manchmal gedacht (Pilz-) Erscheinungen zu haben :giggle:




    Auf einem Wochenmarkt sahen wir dann auch Spitzmorcheln, aber die dürften schon vorbei sein.

    Ab Donnerstag letzter Woche fing es dann zu regnen an (Aprilwettermäßig).Falls es weiter feucht geblieben ist, kann man vielleicht noch auf ein paar Funde hoffen.

    Der Naturpark Brière ist ja ein großes Sumpfgebiet mit vielen Weidengebüschen. Da kommt man allerdings schlecht rein und pilzmäßig würde ich mir da keine große Hoffnung machen.

    Ja leider von mir kein großer Optimismus für Dich.Genießt lieber die vielen Leckereien des Atlantiks. Wir haben da das erste Mal Austern gegessen (trotz vorherigem Vorurteil). Waren sehr überrascht und können es sehr empfehlen. Gibt es dort überall an der Küste frisch!

    Liebe Grüße

    und schönen Urlaub!

    Ulla

    Hallo Hartmut,

    ich halte das für einen secotioiden Piz, d.h. einen Pilz der zwischen den Bauchpilzen und den Blätterpilzen steht. Sowas habe ich in Südafrika schon mal gesehen. Da kommt man aber sicher ohne Spezialiteratur nicht weiter. Montagnea ist das definitiv nicht. Die Art haben wir hier in Sachsen-Anhalt seit Jahren auf einem Trockenrasen bei Federgras.

    LG Ulla

    Hallo Mario,

    hast wieder mal was Schönes gefunden.

    Würde Dir erstmal Badhamia abnicken. Das sieht man auf dem rechten 2. Foto. Da erkennt man das typische badhamioide Capillitium.

    Wichtig ist bei Badhamia zu untersuchen ob die Sporen in Klumpen zusammenhängen (etwas Sporenpulver in Wasser auf den Objektträger und dann erst mal ohne Deckgläschen unterm Mikro anschauen, dann Deckgläschen drauf und nicht zu doll drücken. Da sieht man das am besten ob die Sporen klumpig sind oder frei liegen).

    Dein Fund scheint keine Klumpen zu bilden, da kommt dann im Schlüssel unter den ungestielten Badhamien nur B. panicea und macrocarpa in Frage.

    Ich tendiere eher zu B. panicea. Die Sporen von macrocarpa sind meist sehr dunkelbraun und bis 15um groß und rundlich, während B. panicea Sporen bis 13-14um hat, die auch eiförmig (elliptisch) sein können und heller braun sind.

    Aber das ist eben per Foto nicht immer 100%ig. Oft muß man dann die andere Art auch schon mal gesehen haben zum Vergleich. Badhamia ist keine leichte Gattung.

    Auf meine weitere Meinung mußt Du leider die nächsten 12 Tage verzichten. Wir sind im Aufbruch und fahren morgen 12 Tage in die Bretagne.

    Aber da gibts vielleicht (bzw. sehr wahrscheinlich) auch Pilze (hoffentlich auch Schleim).

    Liebe Grüße

    Ulla

    Hallo Mario,

    A. incarnata ist eigentlich immer irgendwie heller(rosa) nie so dunkelrot.

    A. affinis ist schon eher dunkler rot. Da wäre aber das mit dem tiefen Stielbecher.

    Ich kann mich aufgrund der Fotos nicht auf eine Art festlegen, da die Farbunterschiede doch gravierend sind. Wie ich schon sagte, man müßte den Beleg selbst sehen.

    LG Ulla