Beiträge von Beorn

    Hallo, Frank!


    Immerhin: Freut es mich gleich mal zu lesen, daß du "leprosa" bei Scopuloides einordnest. Weil so vom Aufbau der Fruchtkörper her (die Art bildet ja auch kein wirklich abgrenzbares Subikulum) und den Zystiden wirkt die bei Phanerochaete wie ein Fremdkörper.

    Ich hatte da vor Jahren einmal eine Kollektion (von Scopuloides leprosa) mit wirklich richtig kräftigen Rhizomorphen, den Fund hatte ich dir glaube ich auch mal geschickt gehabt?

    Das wäre die hier:





    Stimmt, mikroskopisch nahezu identisch zu obigem Fund.
    Ob die Rhizomorphen vielleicht einfach verwittert sind?

    Ich werde dir den Fund gerne schicken, brauche aber noch ein bisschen, weil da eventuell noch zwei/ drei Sachen dazu sollen, wo ich aber erstmal die Bilder noch aufbereiten will.



    LG; Pablo.

    Hallo, Norbert!


    Ein Wasseraltholzgewirr will ich auch. :thumbup:

    Sieht super aus, aber die spannenden Krusten da dran werden voraussichtlich erst im Spätsommer / Herbst auftauchen.


    Komischer Baum mit Geschwulst auf dem letzten Bild: Hainbuchen (Carpinus betulus) sind auch Birkengewächse. Die Rinde sieht aber auch nicht nach Hainbuche aus, sondern eher Walnuss? Oder Esche? Der Stamm daneben könnte doch auch eine Esche sein?



    LG; Pablo.

    Ahoi!


    Ui... Ich sollte ja eigentlich gar nichts mehr schreiben zu solchen Angeboten.
    Aber weil's ja einie direkte Frage ist: Erstmal müsste man herausfinden, welche heimischen Pilze überhaupt mit Thuja Mykorrhiza bilden können. Ich fürchte nämlich, auch da dürfte das Angebot schon gerin sein. Zudem ist die Sache auch wesentlich komplizierter als nur "Baum + Pilz = Mykorrhiza". Der Pilz braucht neben einem passenden Baumpartner auch noch weitere Faktoren, um zu einer funktionierenden Verbindung in der Lage zu sein. Klimatische Verhältnisse müssen passen, der Boden muss der richtige sein (Mineralzusammensetzung), die Bodenfeuchtigkeit, die Bodenökologie (v.A. Bakterien und andere PIlze im Boden), sonst wird das nichts.
    Der Punkt ist: Wenn deine Thuja schon einige Zeit dort wachsen, dann müssten die Wurzeln theoretisch auch schon von mykorrhizapilzen belegt sein. Auch wenn die vorhande Mykorrhiza nicht recht funktioniert (was durchaus sein kann), wird es nahezu unmöglich sein, diese aufzulösen und dafür neue Mykorrhiza gezielt zu installieren.


    Also: Am besten die den Gedankengang von Peter befolgen: Pilzputzreste unter der Hecke verteilen. Immer und immer wieder. irgendwann ist was dabei, was vielleicht funktioniert. Es wird definitiv besser funktionieren, als das zitierte Angebot (bei Lektüre des Textes graust es mich). Endo - Mykorrhiza dürfte allerdings in der Tat schwer aufzutreiben sein. Da gibt es kaum Arten, die überhaupt irgendwelche sichtbaren Fruchtkörper bilden.
    Sebacina gehört glaube ich dazu, müsste ich jetzt aber auch erstmal nachgucken.



    LG; Pablo.

    Hi.


    Ich vermute, der Trick bei der Sache ist folgender: Man muss erkennen, ob die Sporen einigermaßen reif sind oder nicht. Unabhängig davon, ob sie sich noch im Ascus befinden, oder frei herumschwimmen.
    Kleiner Witz am Rande: Je nach dem, wie man einen unreifen Becher präpariert, hat man da auch mal jede Menge Sporen frei herumschwimmend. Allerdings allesamt unreif, weil die beim Präparieren aus den Asci herausgequetscht wurden. Das geht ebenso schief, wie unreife Sporen im Ascus.
    Der Hintergrund ist aber auch hier wieder die Erfahrung: Wenn man weiß, wie ein reifer Becher aussieht und wie die reifen Sporen aussehen sollen (bei den in Frage kommenden Arten), dann spielt es keine wirkliche Rolle, ob man die Sporen im Ascus oder außerhalb beurteilt.
    Wenn man (wie ich zB, höchstens bei S. austriaca) diese Erfahrung jetzt nicht hat dann ist es besser man geht sicher, daß die Sporen reif sind - und fertigt entweder einen Abwurf an (Ideal!) oder präpariert vorsichtig und ohne zu quetschen und beobachtet, ob sich im präparat der eine oder andere Ascus physiologisch entleert. In beiden Fällen weiß man dann auch, daß die Sporen reif sind. :gzwinkern:



    LG, Pablo.

    Salve!


    Famose Phellinüsse, Bernd! :thumbup:
    Sowohl tremulae als auch nigricans (wenn der "igniarius an Birke" denn immer noch so heißt und nicht cinereus).

    Bei den weißen Krusten hilft halt nur das Mikroskop, aber 12) ist voraussichtilch keine Peniophora, weil die meisten der Arten lieber an weniger stark zersetztem Substrat (meistens sogar Fruchtkörperbildung an totem, aber noch hängendem / stehendem Holz) Fruchtkörper bilden und / oder nicht ganz so weißlich sind.

    13) war vielleicht mal Laxitextum bicolor, aber die Fruchtkörper sehen extrem stark zersetzt aus, die lässt man besser links oder rechts liegen und sucht nach was Frischerem.



    LG; Pablo.

    Servus, Bernd!


    Ein paar Funde zusammengestellt: >Antrodia sinuosa<.
    Weil aber halt auch Schizopora paradoxa und Schizopora radula mal an Nadelholz gehen können, müsste man da auch wieder reinlinsen.

    Werner meint aber glaube ich Nr. 1 und Nr. 5, nicht 6. Weil Nr. 6 an Laubholzast mit Zähnchen macht so einen Eindruck, also könnte man mikroskopisch da bei >Basidioradulum radula< landen.

    Bei Nr. 2 könnte vielleicht Sistotrema oder Xylodon in Frage kommen.



    LG; Pablo.

    Hi.


    Nasowas, das scheint echt eine Masche zu sein. Wobei die Angebote in Beitrag #1 und in Beitrag #15 sicherlich von den selben Betrügern ausgehen. Das sieht viel zu ähnlich aus: Da steckt kein argloser (und vermutlich einfach unkundiger) Einzelanbieter dahinter, sondern das hat System.

    Aber beikommen wird man dem ohnehin nicht. Das sind irgendwelche Anbieter außerhalb der EU, dem nachzugehen schafft nur Frust.
    Darum an dieser Stelle der Hinweis (falls irgendwer aus den Tiefen des Netzes zufällig auf die Info stösst): Ist alles Abzocke, da kommen keine Morcheln raus.



    Lg; Pablo.

    MoinMoin, die Damen und Herren!


    Ein Pilzchen vom 28.03.2021;
    gefunden in einem Bannwald mit Auwaldcharakter so in der Ecke Sandhausen / Schwetzingen (Schwetzinger Hardt);
    unterseits an einem dicken, liegenden Laubholzast zwischen Bärlauch und Morchelbecherlingen
    Fruchtkörper waren bereits einigermaßen zerfleddert; vor allem angeknabbert von allerhand Tierchen, aber noch vital und mikroskopisch gut in Schuss
    Vom Substrat nicht ablösbar, ohne erkennbares Subikulum, keine Rhizomorphen, von den herausragenden Zystiden flaumig behaart, glatt, frische Bereiche in der Haptik fast wachsartig, ältere Bereiche rissig und eher krustenartig; glatt, keine Zähnchen
    Mikroskopisch: Monomitisch, Hyphen sehr dicht, ineinander verklebt, substratnah etwas lockerer aber ohne differnziertes Subikulum (Hyphen in allen Bereichen +/- aufsteigend); alle Septen ohne Schnallen
    Sporen klein, dünnwandig, inamyloid, elliptisch; um 3,5-4,5(5) x 2-3 µm
    Lamprozystiden dickwandig, zugespitzt, auf ganzer Länge stark inkrustiert, gelegentlich verzweigt, recht schlank
    "Leptozystiden" vereinzelt, +/- dünnwandig, selten mit sekundärem Septum (ähnlich wie bei Phanerochaete leprosa, anders als bei Scopuloides rimosa), apikal abgerundet, schwach inkrustiert

    Basidien zylindrisch bis schlank keulig, 4-sporig, ohne Basalschnalle


    Bilder (für volle Auflösung anklicken und in neuem Tab oder Fenster öffnen):








    Ich bin mir ziemlich sicher, da auf Phlebiopsis roumeguerei bzw. Phlebiopsis ravenelii gestoßen zu sein. Phlebiopsis gigantea sieht ja vor allem makroskopisch ganz anders aus, dürfte kaum jemals an Laubholz vorkommen und hat größere Sporen (Achtung beim vergleich in FE12: Sporengrößen im Schlüssel von Phlebiopsis gigantea und Phlebiopsis roumeguerei sind vertauscht, im Text dann wieder korrekt).

    Mikroskopisch am Ähnlichsten sehen wohl Scopuloides rimosa und "Phanerochaete" leprosa aus. Scopuloides hat aber makroskopisch ein zähnchenförmiges Aussehen und schlankere Sporen sowie neben den Lamprozystiden noch "echte" Septozystiden, "Phanerochaete" leprosa sieht zwar mikroskopisch nahezu identisch aus, aber makroskopisch sind die Fruchtkörper ja etwas anders, und bilden vor allem auffällige Rhizomorphen.


    Phlebiopsis roumeguerei wäre allerdings jetzt nicht gerade ein alltäglicher Fund, darum hier Nachfrage: Könnte passen, oder habe ich was übersehen?



    LG, Pablo.

    MoinMoin!


    Hat Melanoleuca brevipes denn so braunes Fleisch in der Stielbasis?
    Falls ja würde es makroskopisch zwar passen (wenn nein, wär's eh eine andere Art), aber bestimmbar wäre der Fund ja dennoch nicht. Weil man eben auch die Sporen und Zystiden benötigt - siehe auch die Diskussion im verlinkten Thema. :gzwinkern:



    LG; Pablo.

    Hallo, Beli!


    So nach den Bildern würde ich dein Meruliopsis corium ebenfalls eher für Trametopsis cervina halten. Nur eben noch stärker verwittert als der anschließende Fund.

    Bei Coriolopsis würde ich die KOH - Reaktion bei beiden Kollektionen als negativ bezeichnen - also kein wirklicher Unterschied. Ich denke, was da bei Coriolopsis mit KOH reagiert (dunkelbarun bis schwarz) ist der braune Farbstoff, der halt bei gallica viel stärker in den Hyphen angereichert ist als bei trogii. Da aber trogii auch Pigmente in den Hyphen einlagert (nur eben sehr viel weniger) kommt es bei stärker pigmentierten trogiis eben auch zu einer (wenn auch sehr schwachen) Reaktion. Idealerweise sollte man die Reaktion übrigens auf Trama und Kontext beobachten, also auf ein Schnittbild auftragen.


    Bei der Schizopora schließe ich mich Werner an, möchte aber ergänzen, daß ich beide Arten (paradoxa und radula) auch schon an Nadelholz gefunden habe.



    LG; Pablo.

    Salut!


    Also zunächst mal: Auch nach Lektüre des Artikels von Oberwinkler (danke an Frank!) mag ich mich nicht wirklich entscheiden. Die Zystiden sind schon deutlich amyloid (also richtig blau, nicht diffus taubenblau), was eben gegen thermometrus spricht. aber auch Oberwinkler gibt die Sporen von Tubulicrinis globisporus etwas größer an als bei deinem Fund, Bernd. Ebenso ja in CoNE (Corticiaceae of North Europe).

    Insofern: Ja, frische Fruchtkörper wären wirklich super. Bei Pilzen an noch ansitzenden, toten Ästen (also im Luftraum) ist die Luftfeuchtigkeit über einen gewissen Zeitraum entscheidend für die Fruchtkörperbildung. Also auch wenn das Substrat im Moor steht oder am Bachufer, sofern es eiine trockene Witterungsphase ist, mit Wind, Hochdruck usw. werden eher keine frischen fruchtkörper gebildet.
    Gucken kann man natürlich immer, und das Hauptproblem bei den untersuchten Fruchtkörpern war wohl auch, daß die vermutlich im Herbst gebildet wurden, anschließend an die zwei oder drei Monate Zeit hatten zum Verwittern. Vertrocknete Fruchtkörper wären an sich kein Problem, nur zu alt sollten sie nicht sein - also nicht allzu lange Zeit wechselnden Witterungseinflüssen (Wärme, Trockenheit, Regen, Schnee, Frost, Wind) und "Fressfeinden" wie Insekten, Bakterien und anderen Pilzen ausgesetzt.
    Theoretisch wäre sicher auch eine Fruchtkörperbildung jetzt um die Zeit möglich, wenn es bei dir feuchtmilde Witterungsphasen gab oder gibt. Nur zu erkennen, ob ein Fruchtkörper jetzt im Frühjahr oder doch im Herbst des letzten Jahres gebildet wurde, das ist nicht so einfach.

    Wenn man die Aufnahmen oben als Richtwert für "stark zersetzte, alte Fruchtkörper" annimt, dann wären die Frischen eben nicht so aufgerissen, nicht sondern zusammenhängend, noch mehr weißlich, Eventuell (wenn wirklich frisch und feucht) auch etwas dicker und weicher, fast ein wenig wachsartig. Die untersuchten fruchtkörper waren komplett hart, krümelig, wie ein dünner, aufgerissener Anstrich mit einer Kalkfarbe.



    LG; Pablo.

    N'Abend!


    Ich verstehe wiederum nicht, warum man das nicht so nennen soll, wie es ist.

    Aber es ist dein Beitrag, also: Wortwahl angepasst. :gzwinkern:

    In meinem Statement bleibe ich dagegen bei der Sache, wie ich das einschätze.

    Die Alternative wäre gewesen, den Link einfach zu löschen. Was auch kommentarlos legitim gewesen wäre, weil Werbung zu kommerziellen Angeboten (erst recht zu solchen dubiosen, die nachweislich nicht wie beschrieben funktionieren können) im Forum nicht erlaubt ist.


    Die Beschreibung aus dem Link von Tuppie: Schön und gut, so wie das beschrieben ist kann es mit viel Glück in vereinzelten Fällen sogar funktionieren. Allerdings nicht bei Morchella esculenta s.l. Bei Morchella elata s.l. würde die Sache anders aussehen, die werden ja durchaus in zB in Asien massenhaft kultiviert. Morchella esculenta s.l. ist in den ökologischen Ansprüchen sehr viel komplexer, so daß eine Kultivierung allenfalls Glückssache ist.


    Vor allem sind Morcheln Pilze, keine Pflanzen, es gibt keine Morchelsamen, erst recht keine, die man "mit der Hand verlesen" kann.

    Morcheln haben Sporen, eine Morchelspore ist um die 20µm groß - und selbstverständlich nicht wochenlang haltbar (wie ein Pflanzensamen), sondern sehr schnell tot.


    Da kann man sich jetzt lange versuchen, sich irgendwelche Ausreden auszudenken: Was soll das denn sein, wenn man etwas verkauft, was nachweislich nicht funktioniert?

    Zu gute halten kann man dem Angebot, daß der Betrag letztlich ein Witz ist. So wie in dem ersten Angebot auch, daher kam mir der Gedanke, daß das ein Fishing - Angebot zum Abgreifen von Daten sein könnte. Das ist aber wohl zumindest im zweiten Fall (Link von Peter) sehr unwahrscheinlich.
    Dennoch werden dort auch ahnungslose Leute hinters Licht geführt, die einen Kauf tätigen in der Hoffung, daß dann wirklich Morcheln in ihrem Garten wachsen. Wass nicht der Fall sein wird. Und ich meine doch, daß es für solche offensichtlich falschen Angebote / Versprechungen einen Begriff gibt.

    Sollte der Anbieter da einfach in völliger Unkenntnis gehandelt haben, weil er selbst nicht den Hauch einer Ahnung hat, was ein Pilz eigentlich ist, dann kann er gerne mal die Beschreibung, die er ja Tuppie ans Herz gelegt hat, selbst lesen. Sollte er das tun, und sollte er auch nur ungefähr 1 Zehntel des Textes verstehen, dürfte das Angebot spätestens Montag von der Plattform verschwunden sein. #



    LG; Pablo.

    Hallo, Frank!


    Danke für die Literatur, das schaue ich mir nachher noch in Ruhe an.
    Bei CoNE hatte ich verglichen, da war ich auch an globisporus hängen geblieben - wenn bei thermometrus die zystiden in Melzer tatsächlich nur diffus grau ("Taubenblau") werden, dann wäre das eigentlich raus. Die Reaktion ist bei Bernds Tubulicrinis zwar nicht konstant, aber die meisten Zystidenwände werden nach kurzer Zeit schon deutlich blau, obwohl sie schon so stark zersetzt sind.

    Interessant auf jeden Fall.
    T. globisporus wäre ja dann durchaus eine selten dokumentierte Art, aber man könnte ja spekulieren, daß die dort am Fundort regelmäßig (an mehreren Stellen?) zu finden sein könnte. Wenn Bernd die nochmal einsammeln kann, mit frischeren fruchtkörpern, das wäre natürlich famos.



    Lg; Pablo.

    Servus!


    Ui, des ist ja super, ich hab' irgendwo noch ein paar Kieselsteine, die kann ich als Dracheneier für 500€ das Stück verkaufen! :thumbup:


    Falls das jemand liest und nicht kapieren sollte: Klar ist das Betrug. Und zwar beide verlinkten Angebote. Morchelsamen sind genauso echt wie der Weihnachtsmann, also eine reine Erfindung. Naja, wer auf diesen Betrug reinfällt, wird immerhin nicht arm bei den Preisen.
    Ich vermute eher, daß das Hauptaugenmerk dieser Betrugsmasche auf dem Absammeln der persönlichen Daten der Leute liegt, die sich darauf irgendwie melden. Also vor allem Mailadressen und so weiter.
    Darum Hinweis an alle Leser hier: Bitte niemals auf solche betrügerischen Angebote hereinfallen, und vor allem blos nicht irgendwie mit den Betrügern, die diese Fake - Angebote inserieren, in Kontakt treten. Das bezahlt man nicht mit Geld, sondern mit einem vollgespamten Mailpostfach.


    PS.: Bei deinem Link habe ich mal noch einen Disclaimer dazu gesetzt, Peter, um das auch für alle Leser klar zu machen, die das vielleicht nicht auf den ersten Blick erkennen.



    LG; Pablo.

    Hallo, Frank & Bernd!

    Hast du einen Tip, wo ich gute Zeichnungen und Beschreibungen von Tubilicrinis globisporus finden kann, Frank?
    Das wäre in der Tat hilfreich...
    Mir fallen Vergleiche in der Gattung schwer, bislang hatte eine einzige Art untersucht (T. glebulosus aus der Viernheimer Heide) - die amyloide Reaktion der Zystiden war da relativ ähnlich, wenn auch geringfügig kräftiger:


    Ob ich das als Referenz nehmen kann, um "stark amyloid" und "schwach amyloid" zu unterscheiden, da bin ich unsicher. Erstens weil mir die Erfahrung fehlt, und zweitens weil die Zystiden bei Bernds Fund eben so stark verwittert sind. Bei meinem Fund von T. glebulosus hatte ich Frischmaterial mikroskopiert, das sollte schon einen Unterschied machen.


    Das ideale Zeitfenster zum Einsammeln von solchen Pilzen, also an abgestorbenen aber noch ansitzenden Ästen wären Phasen mit konstant hoher Luftfeuchtigkeit und gleichzeitig ohne Frosteinwirkung. Das dürfte in deiner Region vermutlich auch Herbst und Spätherbst sein, im Frühjahr nur bei anhaltend feuchtmilden Wetterlagen.
    Da könnte es sich lohnen, noch ein paar Proben einzusammeln, um an frische, noch intakte Fruchtkörper zu kommen.



    LG; Pablo.

    Hallo, Beli!


    Das Problem ist nur, daß Trametes ochracea und Trametes versicolor mikroskopisch noch schwieriger zu unterscheiden sind, als makroskopisch. Es gibt einen minimalen Unterschied in der Sporengröße, der allerdings so diffus ist, daß man das als Merkmal nicht wirklich nutzen kann. Die Variationsbreiten der beiden Arten in der Sporengröße überlappen sich so stark, daß man allenfalls mit einem Sporenabwurf von einem vollreifen Fruchtkörper und dem Durschnittswert aus mehreren Dutzend gemessenen Sporen vielleicht den Unterschied statistisch nachvollziehen kann.

    Was Hyphenstruktur, Basidien und sonstige mikroskopische Details betrifft, gleichen sich die beiden Arten ohnehin wie ein Ei dem anderen.
    Es gibt demnach immer wieder mal Kollektionen, die sich nicht eindeutig zuordnen lassen (eben weil es mikroskopisch nicht geht).
    Bei den vorgestellten Kollektionen in deinem Link würde ich aber ebenfalls meinen, daß das alles Trametes versicolor ist, und nicht ochracea.


    Vielleicht zur Verdeutlichung mal noch ein paaar Bilder, wie Trametes ochracea tatsächlich aussehen soll:





    Die wesentlichen Trennmerkmale liegen tatsächlich im makroskopischen Bereich. Neben der Fruchtkörperform ist vor allem die Struktur der Hutoberfläche (meistens +/- deutlich knubbelig oder gar warzig), die Struktur des Hutfilzes (sehr feiner, kaum glimmeriger Filz statt glimmerig behaarte Zonen abwechselnd mit glatten Zonen) und die Struktur der Zonierung (ochracea meistens schwach zoniert, verwaschen, mit eingestreuten dunkeln Sprenkeln in den helleren Bereichen) von Bedeutung.
    Auch bei diesen makroskopischen merkmalen muss man vorsichtig sein, auch das ist nicht immer eindeutig.
    Darum hier noch Trametes ochracea mit ungewöhnlich dünnen, nur schwach knubbeligen und komisch zonierten Fruchtkörpern:


    Die Variationsbreite von Trametes versicolor beim Farbspektrum schließt die Variationsbreite von Trametes ochracea übrigens nahezu vollständig ein.

    Auch Trametes versicolor kann mal relative Fettfruchtkörper bilden, kann auch mal undeutlich (oder gar nicht) zoniert sein oder einen irgendwie verwaschenen, verwitterten Hutfilz aufweisen. Darum sind eben manche Kollektionen nicht eindeutig zuzuordnen. Und ansonsten ist es ähnlich wie mit vielen Dickröhrlingen: Es zählt auch der Gesamteindruck einer Kollektion - das einzuschätzen ist dann auch Erfahrungssache.


    Um das Ganze abzurunden, hier noch ein paar Kollektionen von Trametes versicolor, die untypisch aussehen, aber eben doch versicolor sind:






    Und die hier ist besonders lustig, übrigens an Nadelholz (Fichte) vorgefunden:


    Es bleibt so der Eindruck, daß doch nach wie vor vieles als Trametes ochracea bestimmt wird, was doch viel eher versicolor ist. So eben auch die vorgestellten Kollektionen bei First Nature. :gzwinkern:

    Was kein Vorwurf sein soll, denn die Trennung der beiden Arten ist in der Tat eine schwierige Sache.



    LG, Pablo.

    Hallo!


    Bei den Pilzen von Bernd aus Litauen war auch ein Tubulicrinis dabei, das leider schon reichlich zersetzungserscheinungen zeigt. Vor allem ist der dünnwandige Apikalteil der Zystiden nicht mehr vorhanden, egal in welchem Medium betrachtet. Mangels Erfahrung in der Gattung kann ich nicht einschätzen, ob sich nur anhand der "Zystidenskelette" + Sporen + Basidien zu einer Bestimmung kommen lässt?

    Mit den kleinen, subglobosen Sporen dürften aber im grunde ja nur noch drei Arten in Frage kommen: Tubulicrinis thermometrus (= accedens?), Tubulicrinis cinctus und Tubulicrinis globisporus.

    Wären die theoretisch ohne "vollständige" Zystiden unterscheidbar, wenn man denn ein paar mehr Arten aus der Gattung kennt (als ich mit meinen bisher sagenhaften 1 eigenen Funden)?


    Eckdaten zum Fund soweit vorhanden:
    28.01. in Litauen (Zilinskai); toter Ast an lebender Kiefer (Angaben von kruenta )

    Fruchtkörper dünn aber gut sichtbar, getrocknet krustenartig, ohne makrochemische Reaktionen, feldrig aufgerissen
    Sporen um 3,5-4(4,5) x 3-4 µm, inamyloid, mit deutlichem Apikulus

    Zystiden in KOH löslich (bei 3% noch konsistent, bei einströmendem 30% KOH sofort auflösend), amyloid, in der Form aber sehr variabel (siehe Bilder unten)
    Hyphen stark verwittert, dünnwandig, Struktur monomitisch, Septen mit Schnallen
    Basidien 4-sporig, ziemlich klein






    Bilder kann man anklicken und vergrößern (Ist vor allem bei der letzten Collage hilfreich).


    Da schwirrt natürliich auch noch eine Menge an Fremdsporen und einige Fremdhyphen in den Fruchtkörpern herum, was auch eine Sequenzierung vermutlich aussichtlos machen wird.
    Also wenn man noch zu einer Bestimmung kommen könnte, dann wohl nur morphologisch.

    Persönlich habe ich so den Eindruck (ausgehend von verfügbaren Beschreibungen), daß Tubulicrinis thermometrus schon hinkommen könnte. Die beiden anderen erwähnten Arten (cinctus und globisporus) scheinen einigermaßen selten zu sein, zumindest so selten, daß ich kaum belastbare Beschreibungen und Abbildungen dazu finde. Aber die Sporen sollten bei den beiden doch etwas größer sein als bei thermometrus?

    Und ist thermometrus dann tatsächlich eine eigene Art, oder mit dem ellipsoidsporigen accedens gleichzusetzen?



    LG; Pablo.

    Moin!


    Zwischen den Röhren (max 2 mm lang) und Trama (im Hutbereich bis 5 mm) ist eine deutlich erkennbare dunkle Linie.

    Oh ja, in der Tat: Bjerkandera fumosa ist damit naheliegend. Der ist eben auch ziemlich variabel, und kann schon auch mal mehr oder weniger resupinat bzw. mit großen Resupinatanteilen wachsen. In den Fällen können dann auch die Poren sehr unregelmäßig ausfallen.
    Irgendwie kam mir das doch bekannt vor, nur der Name kam nicht.
    Hier ein eigener Fund mit vergleichbarer Ausprägung an Weide:



    LG; Pablo.

    MoinMoin!


    Hoppla, doch Poren, also doch eine Trametes. Allerdings an Trametes ochracea (Ockertramete, Zonentramete) mag ich da nicht wirklich glauben, weil die Fruchtkörper durchgehend so dünn sind und so scharf zoniert.

    Es gibt auch von Trametes versicolor (Schmetterlingstramete) solche ockerfarbigen Formen, farblich ist die eben extrem variabel, aber von der Wuchsform und Struktur der Hutoberseiten passt doch versicolor meiner Meinung nach viel besser als ochracea.



    Lg; Pablo.

    Hallo, Bernd!


    Pilz 1) sieht mysteriös aus. Wirkt aber auch einigermaßen eingetrocknet irgendwie. Die unregelmäßigen Poren und die Hütchen sind aber bemerkenswert. Vielleicht ein Oxyporus, aber so richtig will es da bei mir nicht klick machen gerade...



    Lg; Pablo.

    Hallo, Christian!


    Stark, vor allem das Bild mit dem Mycelkern. :thumbup:
    Vielleicht finde ich den ja auch mal selbst, so ein paar zerstreute Fundpunkte im Pfälzer Wald und Schwarzwald gibt es ja schon...


    PS.: Ich verschiebe das Thema mal zu den Portraits.



    LG; Pablo.