Beiträge von Beorn

    N'abend!


    Hab' mal wieder eine, die da hinein gehört.

    Gefunden am 23.11. im Käfertaler Wald an einem liegenden stark zersetzten Laubholzstück:






    Die Maße der Basidien im Bild stimmen nicht: Später beim Nachmessen fand ich auch noch einzelne Basidien bis 16/17 µm. Die "Zystidiolen" sind noch mal 1-2µm länger.

    Makroskopisch ist der Fruchtkörper dünn, häutig aber nicht zusammenhängend abziehbar (nur in winzigen Fitzelchen), zu den Rändern hin eher "arachnoid".
    Verfärbungen waren nicht zu beobachten, aber frisch war ein leicht knubbeliges Aussehen zu erkennen, daß sich beim Trocknen komplett geglättet hat.

    Auffällig die recht großen und breiten Sporen. Davon gab es allerdings nur sehr wenige, und ich vermute auch in diesem Fall, daß das ein sehr junger, unreifer Fruchtkörper ist. Die Basidienmaße dürften dennoch eher signifikant sein als die Sporenmaße (da könnte man sich drauf einstellen, bei reiferen fruchtkörpern wohl auch noch größere Sporen zu finden.


    Mit den kurzen Basidien, schmalen subbasidialen Hyphen und den dicken, großen Sporen könnte man sich hier auch noch Gedanken über zB Athelianivea oder athelia ovata machen. Die genaue Einordnung ist aber erstmal nicht so wichtig. Beleg ist natürlich vorhanden.



    LG, Pablo.

    Hallo, Björn!


    Total schöner Beitrag!

    Und famose Darstellungen der Flechten, diese lichenisierten Pilze kommen hier im Forum doch leider oft zu kurz. :thumbup:

    Spannend klingt auch das Gebiet, wobei für mich wäre das wohl nichts, ich habe immer so große Schwierigkeiten, auf vorgeschriebenen Wegen zu bleiben. Darum mache ich um solche Ecken lieber einen Bogen. :gzwinkern:



    LG, Pablo.

    Hallo, Karl-Heinz!


    Freut mich, daß das Schuppenargument ankommt.
    Aber was eben auch noch bleibt ist der ungewöhnlich glatte Stiel, der halt auch wieder ein Unsicherheitsfaktor ist.
    Schade, daß es vermutlich inzwischen zu spät ist, daß Niepel die Pilze noch mal in erträglichem Zustand auffinden kann und mal einen Fruchtkörper komplett (mit Stielbasis) ausbauen könnte.



    LG; Pablo.

    Hallo, Thomas!


    Wenn man noch ein wenig was an Erkenntnisgewinn rausziehen kann, dann umso besser. g:-)

    Am wichtigsten ist aber immer der Spaß dabei, und man entdeckt immer wieder Neues. Nicht nur neue Arten, die man noch nicht kannte, sondern auch Details und Nuancen, Abweichungen und Wunderlichkeiten. Wie zB das Auftreten der Phelbia radiata an Nadelholz (ist zwar bekannt, daß die das gelegentlich kann, gefunden hatte ich sie zuvor aber nur an Laubholz).



    LG, Pablo.

    Hallo zusammen!


    Ärks, schrob ich tatsächlich penetrans?
    Murks kommt dabei raus, wenn die Finger schneller sind als der Kopf.

    Gemeint war natürlich Gymnopilus junonius, weil Gymnopilus penetrans kommt hier natürlich eben aus den von Karl - heinz genannten Gründen nicht in Frage!


    Ich meine immer noch, daß diese Schuppenanatomie hier nicht zu Gymnopilus junonius passt.
    Der Verweis auf die Zeichnung von Erhard Ludwig ist aufschlussreich: Denn eben da zeichnet Ludwig ja ganz andere Schuppen als hier. Also ziemlich grob plackig, so wie ein feldrig aufplatzender Hutfilz. Sowas kenne ich von G. junonius durchaus, aber eben nicht solche abstehenden, an den Spitzen hochgebogenen, regelmäßigen Schuppen mit deutlichem farblichem Kontrast zur Hutoberfläche wie hier.

    Ich denke, das hat Ludwig auch ganz bewusst so gezeichnet und ich halte das durchaus für ein hartes Merkmal in dem Fall.

    Eine belastbare (also korrekt bestimmte) Abbildung von Gymnopilus junonius mit solchen an den Spitzen hochgebogenen, konzetrisch angeordneten Schuppen dürfte schwer zu finden sein. :gzwinkern:


    Daß die Pilze hier nicht büschelig wachsen, sondern nur zwei Fruchtkörper direkt beisammen, das stört mich nicht. Das kann Pholiota squarrosa natürlich auch, und wie bei vielen anderen normalerweise büschelig wachsenden Arten sind dann die einzelnen Fruchtkörper oft von enormer Größe, wenn statt eines üppigen Büschels nur ein oder zwei Fruchtkörper ausgereift werden.

    So wie diese beiden Pholiota squarrosa hier:


    Viel zu groß geratene und dabei einzeln (oder in zwei bis drei Fruchtkörpern) wachsende Exemplare hat bestimmt schon jede/r mal bei Allerweltsarten wie Hallimasch (diverse Arten) oder Hypholoma lateritium (Ziegelroter Schwefelkopf) gesehen. Gymnopilus junonius kann das natürlich auch, und wäre ja auch eine ansonsten eher büschelig wachsende Art. Nur eben mit einer andren Schuppenanatomie...

    Passend zur Zeichnung von Erhard Ludwig noch ein Bildchen von G. junonius, was diese anders geformten Schuppen sehr ähnlich darstellt:

    Weil das BIld aus dem Pilzkompendium kann ich ja schlecht hier hochladen. Sieht aber sehr ähnlich aus.


    Schade übrigens, daß wir hier nicht die kompletten Stiele bis zur Stielbasis sehen können. Eventuell verbirgt sich da in der unteren (unsichtbaren) Stielhälfte noch was Aufschlussreiches.
    Aber auch so schon ist das eine gute Diskussion, mit schön detaaillierten Betrachtungen. Unabhängig davon, welchen Namen man letztlich Niepels Pilzen zuordnen müsste.



    LG; Pablo.

    Guten Morgen!


    Nun ja, ob der beste Winterpilzbeitrag aller Zeiten? Das mag dann Geschmackssache sein, aber danke für das Lob!


    Wenn auch von der Volvariella nur ein einzelner, einigermaßen verwitterter Fruchtkörper zu finden war, war es dennoch eine Freude.

    Beim nächsten mal dann gerne als schöne Kollektion mit frischen, jungen Fruchtkörperchen. g:-)


    "Hartsporrindenpilz" gefällt mir ganz gut für Hypochnicium. Oft genannt wird die Gattung auch Membranrindenpilz, nur sind die Fruchtkörper halt nicht so recht hautartig, weder hier noch bei den beiden anderen Arten der Gattung (im weiteren Sinn), die ich mal untersucht hatte. Bei den dickwandigen Sporen kann man aber schon "Hartsporrindenpilz" sagen. Beim Artnamen kann man noch etwas experimentieren, weil das halt acuh nicht die einizige Art der Gattung ohne Zystiden ist.


    Dank Norbert und Rudi haben wir ja nun schon scharfe Aufnahmen von Cromocyphella muscicola. :thumbup: Diese kleinen Pilzchen sind irgendwie undankbar zu fotografieren, weil die im dreidimensional strukturierten Moos auch nie in einer Ebene liegen möchten, sich in den Moospflänzchen verstecken und heikel freizulegen sind.

    Aber eine von einem früheren Fundhabe ich tatsächlich noch, auch nicht ideal, aber etwas besser zu erkennen:



    Ach, und diese Sache mit den deutschen Namen...

    ...warum erwartet man nur immer, daß die irgendwie gleich eine zutreffende Beschreibung beinhalten? Es sind nur Namen, da können Heidelbeeren Fransen haben, violett zu weiß oder braun ausblassen oder rote Pilze mit weißen Punkten werden zu frei schwebenden Objekten, andere Pilze bestehen aus Gestein statt aus Chitin, eine ganze Gattung müsste theoretisch Fruchtkörper bilden, die durch ein eisernes Wams gepanzert sind, und doch habe ich noch nie einen Vertreter in solcher Tracht gefunden.


    Übrigens sind auch bei typischer Ausprägung die Fransen von Phlebia centrifuga nicht unbedingt wirklich heidelbeerfarbig, sondern bizzele mehr so:



    und Trichaptum abietinum muss man oft umdrehen (hier nicht gemacht), um an die violetten Farben zu kommen, die aber im Grunde eher heidelbeerfarbig sind:


    Trichaptum abietinum geht aber natürlich auch so:


    oder so:


    Und heißt eigentlich bestimmt wegen den Zystiden so, die vermutlich auch violett sein könnten, wenn man sie violett anfärben würde:


    Jedenfalls ist das alles auch mit verwirrenden Namen noch viel einfacher zu unterscheiden als "links" und "rechts"!
    Da müsste man sich echt mal Gedanken drüber machen, weil mir das noch viel unlogischer erscheint mit diesen beiden nahezu gleichen Begriffen. Ob man die nun durch "rinks" und "lechts" ersetzt oder durch "do hinne" und "do hanne" oder "hiwwe" und "driwwe"...?

    Ich werde das oben mal korrigieren.


    Ich meine bei dir noch eine Encoelia glaberrima und eine Trollhand zu erspähen, Rudi?
    Wow! Trollhand steht ja bei mir auch noch auf dieser Liste, von der eben Volvariella surrecta gestrichen werden konnte.



    LG, Pablo.

    Hallo, Karl-Heinz!


    Nur sind an den Stielen ja auch keinerlei Spuren oder Ansätze eines Ringes zu sehen, und die Hutschuppen passen nicht: Die müssten ja beim Flämmling - wenn überhaupt ausgeprägt - mehr faserig - flaumig sein, breiter und mehr anliegend, weniger "ordentlich" arrangiert und farblich nicht in dieser Weise kontrastierend.

    Die fehlenden Schuppen am Stiel sind allerdings auffällig, darum bleibt auch bei mir Unsicherheit, nur Gymnopilus penetrans würde ich eher nicht für wahrscheinlich halten.



    LG, Pablo.

    Guten Tag, die Damen und Herren!

    Die pilzarme Jahreszeit liegt nun schon etwas zurück, und so ganz langsam entspannt sich auch die Dürresituation ein wenig (auch wenn dem Neckar noch ~ 2m bis zum normalen Stand fehlen).
    Die Temperaturen sind angenehm frisch, soll heißen: Die Hauptpilzsaison ist in vollem Gange!

    Ein wenig Frost hier und da schadet nicht, im Gegenteil hält die die Parasiten in Schach, und das Totholz blüht und wird belebt in allerlei Farben und Formen.

    Darum zu diesem frühen Zeitpunkt der Hauptsaison schon mal ein paar Bildchen einiger PIlze, teils aus der Runde vom letzten Wochenende im Pfälzer Wald, und dann von einem kurzen Abstecher in den Käfertaler Wald (gesprochen: Käfferdääler Wald) die Woche.


    Panellus mitis = Milder Zwergknäueling

    an recht frischen, noch ebrindeten Kiefernästen und -zweigen


    Panellus serotinus = Gelbstiliger Muschelseitling

    an oft schon recht stark vermorschten, gerne bemoosten Laubholzstämmen


    Strobilurus esculentus (Fichtenzapfenrübling, rechts links) & Baeospora myosura (Mäuseschwanz, links rechts)


    in unmittelbarer Nachbarschaft an teils vergrabenen, teils offen liegenden Fichtenzapfen


    Chromocyphella muscicola = Flaumiges Moosschälchen






    Im üblichen Erscheinungsbild in den Mooskreisen an diversen Baumstämmen.


    Phlebia centrifuga = Heidelbeerfransiger Kammpilz





    an einem liegenden, entrideten Kiefernstamm, heute mal ohne lila Fransen obschon recht ung und frisch. Macht aber nix, Fruchtkörper von eben diesem Organismus hatte ich da letztes Jahr schon untersucht.


    Stereum sanguinolentum = Blutender Nadelholz - Schichtpilz

    auch an Kiefer


    Tectella patellaris = Klebriger Schleierseitling






    an liegendem Laubholzast (Prunus spec.), hier vergesellschaftet mit...


    ...Hyphoderma setigerum = Feinborstiger Rindenpilz






    So viele unangenehm große Lamellenpilze stehen jetzt nicht mehr rum, darum fällt so ein Rudel von komisch deformierten Nebelkappen schon umso mehr auf.
    Also hab' ihn endlich.
    Volvariella surrecta = Parasitischer Scheidling




    Ein weiterer Pilz, den ich zum ersten Mal sehe, wäre

    Hypochnicium bombycinum (deutschen Namen muss ich mir noch ausdenken, die bisher kursierenden geffallen mir nicht):







    an einem liegenden, entrindeten Kiefernstamm, dort vergesellschaftet mit...


    ...Trichaptum abietinum = Violetter Knorpelporling



    und Phlebia radiata = Orangeroter Kammpilz






    Und man hätte noch mehr sammeln können, viel mehr... Aber das musss ja irgendwie auch bearbeitet werden. Was schwierig ist, angesichts dieses Festgedönses in einer Woche.
    Man fragt sich ja, ob das wirklich jedes Jahr sein muss (ebenso unnötig wie jedes Jahr Geburtstag zu haben). Oder man könnte es in den Sommer verlegen, wenn's keine Pilze gibt und man sich für sowas auch Zeit nehmen mag.


    Nuja, wer kann, der möge in den Wald gehen.
    Lohnt sich.



    LG; Pablo.

    Hallo, Norbert!


    OMG, diese alte Diskussion war eben echt lustig zu lesen. :glol:

    Schön, daß nicht nur ich damals komplett daneben lag, sondern auch zunächst so ziemlich alle anderen, die sich da beteiligt hatten.

    Zumindest der Pilz im Startbeitrag sollte schon zur selben Art wie die Pilze hier gehören, und war natürlich weder ein Glimmerschüppling, noch ein Flämmling, sondern durchaus auch eine Pholiota (mit hohre Wahrscheinlichkeit auf squarrosa). Anna hatte ja gegen ende hin die Nuss einigermaßen geknackt. Die Stielbeschupppung und die Hutbeschuppunng sind bei Pholiota squarrosa schon auch vergänglich, wenn das Alter sich bemerkbar macht (was den Kopfoberflächenpelz betrifft spreche ich da aus Erfahrung!), erst recht bei solchen Riesenfruchtkörpern.
    Die Unterscheidung zu Arten wie Pholiota heteroclita usw. wird dann halt erschwert, sowas muss man hier natürlich auch noch berücksichtigen.



    LG; Pablo.

    MoinMoin!


    Stimmt. Und ein oder zwei Fruchtkörper machen ja auch nicht die Pfanne froh. Da greift man schon eher zu den getrockneten Vorräten, als mit klammen Fingern die wenigen draußen noch aktiven Fruchtkörper zusammenzukratzen. Zumal die witterungsbedingt auch inzwischen oft nicht mehr so erbaulich sind von innen.

    Ja, ist kalt; der Weihnachtsmann tauscht nun langsam seine Sonnenbrille gegen die Mütze aus.



    LG, Pablo.

    Ahoi!


    Stimmt, um da wirklich was Nachhaltiges sagen zu können, müsste man die fruchtkörper wohl selbst in der Hand haben und eventuell auch durch die Linsen gucken.

    Austernseitlinge (Pleurotus ostreatus) machen aber immer mal wieder zwei Sachen, die man sich hier vorstellen kann.

    1.: Aushyphen. Dabei wird aus den reifen Fruchtkörpern heraus neues Mycel entwickelt, das zunächst die Fruchtkörper überzieht und später dann auch auf Detritus / Substrat in der Umgebung übergreifen soll. Ob und wie sie das machen ist stark abhängig von den äußeren bedingungen.

    2.: Nematoden fangen und aufessen: Austernseitlinge sind "Fleischfresser", und schnappen sich mit speziellen Hyphen der Fruchtkörper kleine Würmchen, die sie auflösen und verspeisen. Der Stoffwechsel der Pilze findet zu einem großen Teil extrazellulär statt, ein "Substrat" muss also von Hyphengeflecht / Mycel durchzogen bzw. umhüllt werden, die Zellen geben Enzyme ins Substrat (oder in dem Fall die Nematoden) ab und nehmen dann die außen verstoffwechselten Nährstoffe auf. So eine Vespernematode am Fruchtkörper muss also auch mit einem Mycel- / Hyphenklümpchen eingehüllt werden.



    LG, Pablo.

    Guten Morgen!


    Das sieht aus wie Sparrige Schüpplinge (Pholiota squarrosa), oder zumindest eine Art aus der Umgebung.



    LG, Pablo.

    Moin, Craterelle!



    Hm, so ganz so einfach ist es auch nicht: Ein bissel Velum wenn ganz jung darf auch scalpturatum haben (weil das ja prinzipiell alle Ritterlinge können). Ist zwar extrem flüchtig, aber bei ganz arg jungen Fruchtkörpern kann man da schon mal ein paar Fädchen finden. Aber ja: Gut ausgeprägtes Velum bei jungen Fruchtkörpern schließt meiner Ansicht nach scalpturatum aus. Darum auch die Bilder oben (Anklicken ist hier wichtig), so viel Cortina bei so weit aufgeschirmten Fruchtkörpern wie gerade auf dem unteren Bild geht bei scalpturatum wohl nicht.


    Wer sich das mit den Namen ausgedacht haben mag... :gkopfkratz:

    Ist aber auch wieder entschuldbar, weil scalpturatum und argyraceum von vielen Autoren ja oft zusammengeschmissen wirden, und dann parallel wohl auch die deutschen Namen lustig vermischt wurden.



    LG, Pablo.

    Hej.


    Das ist vielleicht auch eine etwas andere Herangehensweise. Ich bin ein eher visueller Typ, so daß (nach einigen Kollektionen) das Beurteilen der Form recht leicht fällt - sofern die denn konstant ist innerhalb einer Art. Wobei ich da auch schon auf Fälle gestoßen bin, wo ich eine Einteilung nicht nachvollziehen kann.
    Zylindrisch bedeutet für mich eben, daß da zumindest für eine gewisse Strecke die Seitenwände einer Spore in Seitenlage +/- parallel sein müssen. Die Enden können dann wieder abgerundet sein, aber die Seitenwände eben beidseitig für ein Stückchen gerade und nicht gekrümmt.

    Was die Maße betrifft: Ich fürchte, daß das bei Ritterlingen ähnlich problematisch ist, wie bei diversen Röhrlingsgattungen: Nämlich stark abhängig vom Alter eines Fruchtkörpers bei der Entnahme vom Mycel.

    So als Beispiel mal hier Sporen von Suillellus mendax:


    Wenn du Lust hast, kannst du es ja nachmessen, aber da kommt man beim besten willen nicht zu einem Qm von > 2,6.

    Weil der Fruchtkörper, von dem der Sporenabwurf stammt, halt so aussieht:


    ...also der rechts natürlich. Offenbar viel zu jung, der Abwurf so dünn und blass, daß es mir nichtmal ein Foto wert war, und die notgereiften Sporen eben konstant zu kurz (bei normaler Breite). Diverse Porlinge und Krusten können das auch, solche zu knapp geratenen Sporen bei zu jung entommenen Fruchtkörpern.

    Bei dem Mendax - Beispiel hätte man aber wieder eine kleine Chance durch die Form: Nämlich anhand der ziemlich konstant deutlich ausgeprägten Hilardepression.
    Die gibt es zwar bei Bletus luridus auch, aber in der Regel schwäccher und bei weniger Sporen ausgeprägt. Hier Suillellus luridus zum Vergleich, allerdings von vollreifem Fruchtkörper:


    Den Unterschiedlichen Qm bei diesem Beispiel würde ich übrigens nur so auf Sicht auch nicht mehr wahrnehmen können.
    Darum gehört Messen natürlich so oder so immer dazu.

    Wie immer ist dann halt auch der Gesamteindruck wichtig, denn eine Bestimmung nur auf ein einzelnes Merkmal zurückzuführen, ist immer recht heikel.



    LG; Pablo.

    Hallo, Radelfungus & Beli!


    Ich halte auch die PIlze auf dem ersten Bild für TuFur, nur eben deutlich jünger. Bei so jungen fruchtkörpern ist normalerweise noch keine Hutriefung erkennbar, daß entwickelt sich erst mit dem Aufschirmen (und kann beim Antrocknen dann wieder verschwinden).



    LG, Pablo.

    Hi.


    Na klar, der neue jetzt ist Chondrostereum purpureum. :thumbup:

    Es gibt halt einen ganzenHaufen Pilze an Holz mit +/- violetten Farben.
    Sehr schönes Bild von Ascocoryne sarcoides mit Haupt- und nebenfruchtform, Veronika!



    LG, Pablo.

    Hallo, Craterelle!


    Ja, die Trennung ist wohl in der Tat nicht ganz einfach.

    Das Velum kann ein gutes merkmal sein: Aber dann brauchst du eben ganz junge Fruchtkörper, wo das noch erkennbar ist. Also so zum Beipsiel:



    Die Hutform halte ich für eher variabel. Oder, wenn sie konstant wäre: Dann wären Sporenform und Velum nicht mehr konstant.

    Erfahrungsgemäß gilgt argyraceum schwächer als inocyboides und scalpturatum, die Schuppen sind etwas breiter und heller als bei scalpturatum, inocyboides ist nicht oder nur sein fein und eher faserig geschuppt.
    Das sind aber alles so Merkmale, die sich erst mit einiger Funderfahrung (mehrere untersuchte Kollektionen) wirklich erschließen, die Sporenform gehört da auch dazu, weil die Maße alleine - inklusive Quotient - auch nicht so erhellend sind, und gerne mal genau in der Mitte liegen. Und wie weit das zB bei der Hutschuppung innerhalb einer Kollektion variieren kann, sieht man bei deinem Fund ja ganz gut, insofern ist es auch hier nachher wieder das Gesamtbild, was eine Bestimmung ermöglicht.
    Also mal ruhig die gefundene Kollektion zurückstellen und weitere Funde beobachten, irgendwann kannst du auch den hier im Nachhinein vermutlich zuordnen.



    LG, Pablo.

    Hallo, Jan-Arne!


    Klar, solche "harten Zahlen" sind verführerisch - aber eben längst nicht so "exakt" wie man das gerne hätte.

    Um einen sinnvollen Qm zu ermitteln, sollte man schon mindestens 15-20 Sporen messen, und zwar aus dem Abwurf eines voll aufgeschirmten, aber noch nicht überalterten Fruchtkörpers, dabei unbedingt in Leitungswasser (oder KOH3%), auf keinen Fall in anderen Medien oder Reagenzien oder gar Färbemitteln, außerdem ausschließlich Sporen messen, die in einer Ebene und auf der Seite liegen (siehe Position des Apikulus). Ansonsten (falls eines davon nicht zutrifft) kannst du die Werte bei so feinen Unterschieden vergessen.

    Keine Ahnung, ob das hier alles so eingehalten wurde.


    Was die Sporenformen betrifft, ein kleines Beispiel.

    D oder O ?
    Die beiden Großbuchstaben sind zwei verschiedene Sporen. Nehmen wir mal an, die sind ausgemessen und haben nun beide exakt die gleiche Länge, auch exakt die gleiche Breite (also auch identischen Qotient), aber irgendwie sind sie trotzdem nicht so wirklich gleich, oder? Soll heißen: Der Quotient sagt schon was über die Form aus, aber eben viel weniger, als man beim Gesamteindruck der Spore visuell wahrnehmen kann. :gzwinkern:

    Ist aber auch nicht konstant bei den beiden Arten, natürlich variiert auch die optische Form der Sporen innerhalb jeder Art.

    Darum zählt nachher eh immer wieder das Gesamtbild, der eindruck aus allen verfügbaren makroskopischen, mikroskopischen und ökologischen Merkmalen.



    LG; Pablo.