Beiträge von Beorn

    Hallo, Maria!


    Diese runden, komisch gelatinös fluffigen Teile könnten Stellen sein, wo zB was auf dem Pilz lag oder dran klebte, so daß der Pilz statt normalen Zähnchen mal einen dicken Hyphenbollen entwickelt hat. Gehört aus meiner Sicht dazu.


    Ich halte Marios Vorschlag für am wahrscheinlichsten, auch wenn solche Krustis mit Zähnchen oft nicht einfach zu bestimmen sind.

    Ein irgendwie missratenes >Basidioradulum radula< wäre auch noch möglich.

    Auf keinen Fall bei Rindenpilzen nach 123 richten, da ist Vieles falsch und taxonomisch auch eine ziemliche Katastrophe.
    Bitte auf jeden Fall die Namenskombination "Basidioradulum crustosum" sofort komplett aus dem Gedankenprotokoll streichen, das ist nicht mehr als eine Randnotiz, daß der mal kurzzeitig als Basidioradulum eingeordnet war. Aktuell gültig wäre "Lyomyces crustosus", am gängigsten wäre "Hyphodontia crustosa", weil das lange Zeit und von vielen Autoren als große Sammelgattung aufgefasst wurde.

    Hat jedenfalls nichts mit Basidioradulum im Sinne von Basidioradulum radula zu tun (siehe Link oben), die zwar neuerdings nach genetischen Merkmalen zu den Schizoporaceae gestellt wird, was ich allerdings für zweifelhaft halte, denn morphologisch steht sie tatsächlich Hyphoderma und damit den Meruliaceae viel näher.



    LG, Pablo.

    Moin!


    Danke noch mal für's korrekte Zusammenfassen, Dieter. :thumbup:

    Lassen wir am besten tatsächlich so stehen und widmen uns wieder den famosen Pilzunden und Dokumentatonen hier.


    Nur eine Sache noch am Rande: Du kannst die auf deinem Rechner gespeicherten Browserverläufe usw. so regelmäßig löschen wie du willst, Klüppli. Google & co. interessiert das nicht, die speichern diese Daten ja zusätzlich auf eigenen Servern. Was du meinst, sind Seiten, die auf deinem Rechner Trackingprogramme, Spybots und sonstige Viren installieren (sofern du sie denn lässt). Also Schadsoftware, die dich direkt angreift und deinen eigenen Rechner destabilisiert bzw. ausspioniert. Das gibt es, die Warnungen, die du bei verdächtigen Seiten bekommst, sehen aber ganz anders aus als das hier. Dieters Seite / Domain ist definitiv sauber.

    Alles weitere bitte, sollten dazu noch Fragen offen sein, wäre in einem eigenen Thema besser untergebracht.


    Bei eurem Raustielröhrling würde ich fast vermuten, daß der uzmindest nach einiger Zeit außen an der Stielbasis fleckt und auch im shcnitt passend verfärbt hätte, sieht jedenfalls ziemlich typisch wie ein junger Leccinum variicolor aus.

    Lactarius volemus sind mittlerweile drei Arten >siehe hier<.



    LG; Pablo.

    Hallo, Alis!


    Alle Arten aus der Gruppe haben ja Cheilozystiden, alle Arten können demnach auch eine weiß beflockte / gesäumte Lamellenschneide haben.

    Es ist bei aeruginosa und pseudocyanea nur meistens deutlicher als bei caerul(e)a. Aus meiner Sicht ein ebenso variables Merkmal (innerhalb der einzelnen Arten) wie die Ringausprägung. Als viel solider würde ich die Farbe des Sporenpulvers (geht nur im Abwurf!) beurteilen, also mit Violetton bei aeruginosa und pseudocyanea, rein braun bei caerul(e)a. und eben die mikroskopischen Merkmale (Cheilos), die mit der Sporenpulvrefarbe am konstantesten korrelieren.

    Formen von caerul(e)a mit deutlich geschuppten Hüten trennt Noordeloos übrigens in der Fungi - Europaei - Strophariaceae - Monografie als "Stropharia squamulosa" ab, ist aber wohl der einzige Autor, der das so tut.



    LG, Pablo.

    MoinMoin!


    Dann füge ich da gerne noch die Bildchen einer Kollektion an, die ich aus Rheinland - Pfalz zugeschickt bekam. Fruchtkörper sehr dünn und "porös" auf der Rinde eines liegenden Rotbuchenastes:




    Selbst gefunden habe ich diese Art noch nie.

    In den Corticiaceae of North Europe übrigens nicht enthalten (oder dort als eine der "Sistotrema spec." bzw. mit S. oblongisporum vermischt?), in Fungi Europaei 12 allerdings schlüsselbar, ziemlich ähnliche Arten wären auch noch Sistotrema oblongisporum mit deutlich längeren subzylindrischen Sporen (bis 6µm, viel höherer Quotient)und die Arten aus der Gruppe um Sistotrema octosporum auch mit generell längeren und eher länglichelliptischen Sporen.

    Die Sporenform ist allerdings wohl auch so eine Sache, wie bei Mario und diesem Fund bildet Annarosa Bernicchia die Sporen suballantoid ab, ebenso Gorjon und Hallenberg >hier<, nicht aber Elia Martini, der mehr subzylindrische Sporen zeichnet. Demnach ist die Forrm entweder variabel, lageabhängig (dann hätte Martini aber anders gezeichnet der generell sehr gründlich arbeitet) oder es versteckelt sich da noch eine weitere, unbeschriebene Art.

    Die Dokumentation von Martini findet man >hier<, runterscrollen, Nummer 43 auswählen (hinten auf PDF klicken).



    LG, Pablo.

    Hallo, Björn!


    Aha, das sind also diese Dinger, die bei dem Granulobasidium vellereum nicht ins Bild passten.

    Interessant, demnach wäre das ja schon ein Heterobasidiomycet. Sehr ungewöhnliche Sporengenese auf jeden Fall!

    Mir ist er noch nicht begegnet, obwohl ich auch schon hin und wieder farblich passende Granulobasdidium vellereum gefunden hatte, aber ohne derartige elemente darin.



    LG, Pablo.

    Hallo, Klüppli!


    Deine IP - Adresse liest ohnehin jede Seite, auf die du dich begibst. Und dein Browser speichert ohnehin alle Verbindungsdaten nochmal zusätzlich.

    Gedanken machen müsstest du dir bei Datenmolochs, die damit Geld verdienen, wie Google, Youtube, Facebook und alles, was daran irgendwo angeschlossen ist.

    Die Seite, wo Dieter seine Bilder hochläd, ist meiner Ansicht nach sauber, muss zwar deine Daten im Rahmen dessen speichern, was die Gesetzgeber vorgeben, gibt aber darüber hinaus nichts weiter. Auch und erstrecht nicht an Datensammelkonzerne, die damit Geld verdienen.


    Diesen Disclaimer gibt es in unserem Forum immer, wenn Bilder von extern eingebunden sind.
    Hier hatte ich aber überhaupt gar kein Problem, das Anzeigen der Bilder zu erlauben (um nicht mehr geht es hier ja), und ich kann auch nur dazu raten:
    Passieren wird dadurch nichts, aber es entgeht einem eine Menge, wenn man sich das nicht anguckt.



    LG, Pablo.

    Hallo, Mario!


    Stimmt. :thumbup:

    Mikroskopisch sehen die sich durchaus ähnlich, sind aber makroskopisch immerhin ausreichend verschieden. Die Sporen von Sistotrema porulosum sollten auch durchaus noch ein wenig kürzer sein. Bei S. porulosum dürften Sporen bis maximal 5µm Länge schon die Ausreißer sein (normalerweise etwa bis 4,5µm), bei Sistotrema brinkmannii hat man generell schon eine ganze Reihe Sporen, die bei der Länge im Bereich 5 bis 5,5 µm liegen. Was freilich auch nicht immer so sein muss, wie man an den Messungen bei deinem Fund sieht.

    Kann natürlich auch am Alter der Fruchtkörper liegen. Ich hänge mal Bilder einer ganz jungen, frischen Sistotrema brinkmannii an:






    Da sind die Fruchtkörper natürlich auch sehr dünn, aber Zähnchen werden bereits entwickelt, und die Sporen bewegen sich bei der Länge so zwischen 3 und 5 µm. Wirklich viele fünfer gibt's allerdings natürlich nicht.



    LG, Pablo.

    Hallo, Chris!


    Hm, schwierig. Vermutlich ist das eine Sache, die sich mit Nachbearbeitung gar nicht befriedigend lösen lässt. Man müsste eher im Feld, bei der Aufnahme den Vordergrund manuell aufräumen, hier ein Blättchen zur seite biegen oder abzupfen und eventuell den Aufnahmewinkel minimal verändern.

    Aber auch so wie es ist: Es bleibt ein schönes Bild. Kleine Unschärfen gehören einfach dazu, finde ich. Oft hilft das sogar, einen besseren dreidimensionalen eindruck zu erzeugen, als wenn ein Motiv in perfektion durchgestackt ist.



    LG; Pablo.

    Hallo, Björn!


    Mit den Zystidenmerkmalen sollte das schon Peniophora incarnata sein. Ist halt auch eine recht wandelbare Art.
    Auch die Zystidenanatomie ist variabel, ich hatte auch schon Kollektionen gefunden, wo Lamprozystiden komplett fehlten, bzw. wo diese durchgehend in einem juvenilen Stadium (dünnwandig, nicht inkrustiert) stehen geblieben waren. Die Gloeozystiden sind eigentlich immer da und werden bisweilen wirklich sehr lang.



    LG; Pablo.

    Hallo, Björn!


    Granulobasidium vellereum sieht schlüssig aus mit den Chlamydosporen. :thumbup:

    Vin Tintlingen verstehe ich nicht viel. Ich hatte mir so gedanklich nur abgespeichert, daß mir aus berufenem Mund mal mitgeteilt wurde, daß man anhand des Ozoniums nicht auf eine bestimmte Art schließen könne, und immer ie Fruchtkörper mikroskopieren müsste.



    LG, Pablo.

    Hallo, Nemrod!


    Schöne Funde!

    Kleiner Hinweis vorab: Wenn du Ascomyceten mikroskopierst, am besten nur in Leitungswasser, weil jedes Färbemittel und auch Kongorot Strukturen zerstören kann, die man aber unzerstört beurteilen müssen.
    Bei den Kelchbeccherlingen hast du nur eine Chance: Die Flankenhaare angucken. Wenn du dann noch LInde als Substrat ausschließen kannst, kommst du zu einer Art. Ansonsten bräuchtest du reife Sporen (aus Abwurf) und davon sind deine Fruchtkörper noch meilenweit entfernt, auch wenn auf dem Bild durchaus Sporen in Asci zu sehen sind. Aber eben unreif.

    Nr. 2 ist ein Fuchtenzapfenrübling (Strobilurus esculentus), die beiden dicken Dinger im Mikrobild sind Zystiden und die Basidien sind der (ziemlich kollabierte) Teppich dazwischen.

    Nr. 3 sieht makroskopisch wegen der Struktur der Randhaare sehr nach einer Melastiza aus, müsste man aber wohl auch mikroskopieren, erstens um die Gattung abzusichern, zweitens weil Melastiza flavorubens und Melastiza chateri makroskopisch nicht untescheidbar sind.



    LG, Pablo.

    Hallo, Joe!


    Wieder mal ein paar interessante Sachen dabei. :thumbup:
    Nr. 1 erinnert in der Tat makroskopisch am ehesten an Gloeoporus dichrous, aber das Vorkommen an Nadelholz wäre schon sehr ungewöhlnich. Darum vermutlich eher einer der Knorpelporlinge um Skeletocutis amorpha oder Skeletocutis carneogrisea.

    Pilz 2: Steccherinum bourdotii verirrt sich öfter mal an Nadelholz als Steccherinum ochraceum. Sollte man aber auf jeden Fall mikroskopieren, weil in der Gattung auch noch ein paar weitere, seltenere Arten in Frage kommen können.

    Pilz 3: Sieht nach einem Heterobasidiomyceten aus, so nach Bild. Wenn das auch Nadelholz ist, dann vielleicht irgendwas aus der Ecke um Exidiopsis grisea.

    Direkt im Anschluss: Blättling? Wo? Gallertträne passt und der Lederporling ist Trichaptum abietinum (Trichaptum hollii / fuscoviolaceum hat keine Poren, sondern ein irpicoides Hymenophor).

    10: Ist schon ziemlich gut makroskopisch eingegrenzt. :gzwinkern: Da kann in der Tat alles Mögliche rauskommen, kann durchaus auch ein Heterobasidiomycet sein, aber auch eine Peniophora zum Beispiel.

    16, also diese schicken Schichtpilze: Vom Substrat her und dem gilbenden Hymenium schon Stereum subtomentosum, aber die satten, rotbraunen Farben erinnern auch an Stereum insignitum. Kannst du ruhig dazu legen, wenn mal wieder Pilze auf Reisen gehen.

    Der schicke orangene zum Schluss: An Walnuss oder Haselnuss? Erle ist auszuschließen? Weil für Peniophora incarnata macht der doch einen extrem knubbeligen Eindruck. Es wäre schon möglich, aber eben extrem am Rande der Variationsbreite, da könnte man auch ruhig noch mal nachgucken.



    LG, Pablo.

    MoinMoin!


    OK, dann kann man den mal so festhalten. :thumbup:

    In der Ausprägung ist mir der Knotige auch noch nicht begegnet. Liegt aber womöglich einfach daran, daß meine stets brav an den Seiten vom Substrat saßen, also an vertikal ausgerichteten Flächen. Dann liegt das ungewohnte Erscheinungsbild hier tatsächlich am jungen stadium in verbindung mit teilweise eher horizontal verlaufendem Untergrund.



    LG, Pablo.

    Hallo, Björn!


    Das erste ist wieder mal eine Athelia, wenn ohne Schnallen subbasidial dann wieder mal aus der epiphylla - Gruppe.

    Solche Ozonien können von einer Reihe von Tintlingen gebildet werden, der Haustintling ist da nicht der einzige. Da könnte man jetzt fragen, ob das Ozonium denn sequenziert wurde. :gzwinkern:

    Der Rindenpilz (5) danach sieht interessant aus. Gehören die Sporen tatsächlich dazu und sind es auch Basidiosporen oder Konidien?
    Da müsste man mal gucken, daß man welche an Basidien sitzend findet. Die Elemente auf dem letzten Bild hätte ich jetzt ebenfalls für Basidien gehalten? Das muss man vielleicht mehr im Überblick sehen, um die einzelnen Elemente direkter vergleichen zu können. Die Sporen könnte man mal in Melzer und in Baumwallblau angucken, Amyloidität ist ja immer wichtig und mir scheinen die irgendwie nicht glatt zu sein.

    Bei 13 kommt ein Häkchen dran (Dartronia mollis passt) und 14 ist Daedaleopsis confragosa: Daedaleopsis tricolor hat durchgegende Lamellen.



    LG, Pablo.

    Hallo, Mario!


    Das wird schon passen mit der Bjerkandera. :thumbup:

    Ich hätt's die auch ohne nachmikroskopieren geglaubt, weil du erkennst mit dem Pilz in der Hand viel mehr als ich über die Bilder.

    Und möglich ist es ja sowieso, daß der an Nadelholz wächst. Hatte ich bisher aber auch erst zwei oder drei Mal an Fichte oder Tanne.



    LG, Pablo.

    Hallo, Mario!


    Kurz nach dem ersten Bild bin ich ein wenig erschrocken

    Übrigens falls hier richtige Pilze sucht seid hier falsch :/

    Aber zum Glück ging es dann ja sehr schnell weiter mit richtigen Pilzen. Denn richtige Pilze sind halt genau die, welche krustenförmige Beläge an Holz bilden. g:-)


    Bei dem Triumpherat an dem Fichtenstamm zwischen Phlebiopsis gigantea und Stereum sanguinolentum hätte ich übrigens eher die vermeintliche Bjerkandera mikroskopiert als die Phlebiopsis. Im Grunde vermutlch beides, aber Bjerkandera an Nadelholz kommt zwar vor, ist aber doch eher ungewöhnlich. Könnte ja auch zB in Richtung Skeletocutis carneogrisea gehen.


    Die Krusty am selben Holzstück zusammen mit Mucronella calva ist dann acuh Hyphodontia pallidula?

    Bei dem Heterobasidion fiel mir gerade auf: Von dem habe ich noch nie die Sporen angeguckt. Ein paar Kollektionen hatte ich schon mikroskopiert, aber die waren steril.

    Interessant, hätte ich nicht erwartet, daß der so winzige Spörchen hat. Sieht ja fast Antrodiella - artig aus.



    LG, Pablo.

    Hallo, Stefan!


    Wirklich erkennen kann ich keine, das stimmt. Erahnen vielleicht (da sind so ein paar graue Flecken) - aber viel wichtiger: Ein Stereum sehe ich da jedenfalls nicht. Und Tremella aurantia hat wohl die Angewohnheit tatsächlich direkt auf den Fruchtkörpern (in den allermeisten Fällen von Stereum hirsutum) zu wachsen.
    Was bei Tremella mesenterica anders ist: Die scheint sich vorwiegend für's Mycel ihrer Wirtspilze zu interessieren und kann auch an Ästen gefunden werden, an denen nicht die Spur von Peniophora - Fruchtkörpern zu sehen ist.
    Eine andere Tremella - Art, die ihre Fruchtkörper fast immer (fast, nicht ausschließlich) direkt auf den Fruchtkörpern des Wirtspilzes bildet, wäre übrigens Tremella encephala (Weißkerniger Zitterling) auf Stereum sanguinolentum.



    LG, Pablo.

    Hallo, Uwe!


    In der Tat. das ist ein wunderlich gewachsener Pilz.

    Mein Favorit wäre zunächst mal auch der Knotige schillerporling (Inonotus radiatus), wobei ich mir gut vorstellen könnte, daß da durch ungünstige Lage des Substrats oder vielleicht sogar eine Lageveränderung das Porenbild "gestört" ist. Aber auch der Hutfilz ist hier schon bemerkenswert intensiv ausgeprägt. Famos dabei: An einigen Stellen wird offenbar Hutfilz auf den Poren gebildet, so als würde dem Pilz eben gerade auffallen, daß da wass mit der Ausrichtung der Poren nicht stimmt, was nun korrigiert werden soll.


    Die von Beli vorgeschlagene Blasse Borstentramete (würde ich derzeit bis auf weiteres übrigens bei Trametes einordnen) käme hier aber auch noch in die nähere Auswahl. Ein Querschnitt würde da Aufschluss bringen.

    Cerrena unicolor (Aschgrauer Wirrling) und Datronia mollis (Großporige Datronie) würde ich wegen den satt rotbraunen Pigmenten im Hutfilz ausschließen wollen: Das wäre meiner Ansicht nach eine Farbschattierung, die die beiden Arten nicht können.



    LG, Pablo.

    Hallo, Stefan!


    Ich denke, Velummerkmale kannst du ignorieren. Hier geht es nur um den Habitus, also die Form der Fruchtkörper im Profil.

    Also mal abgesehen davon, daß auch Helmlinge Velum besitzen (nur halt sehr unscheinbar), kann ein Tintling schon auch mal einen mycenoiden Habitus haben, denke ich.

    Aber das Hauptproblem dabei hast du ja schon ganz gut umrissen: Es ist eben nicht wirklich einheitlich festgelegt, was man sich unter den einzelnen Habitusumschreibungen (mycenoid, collyboid, tricholomatoid usw.) vorzustellen hat. Zumal das ja bei einzelnen Arten aauch nich immer konstant sein muss: Imleria badia kann zB sowohl Fruchtörper mit boletoidem, als auch mit xerocomoidem Habitus bilden.
    "Inocyboid" gibt es ja als Geruch (= spermatisch), aber ich meine mich gerade so vage zu erinnern, daß es auch einen inocyboiden Habitus gibt?
    Wenn ja, wäre auch da mal interessent, welche Fruchtkörper welcher Art da als Referenz genommen werden.

    Was ich gerade auch nicht weiß, aber vielleicht hat da jemand anders noch eine Idee: Gibt es irgendein Werk im Sinne einer größeren Schlüsselsammlung (Breitenbach / Kränzlin? Bresinsky / Besl? Funga Nordica?) wo in einem Einleitungs- oder Erklärungstext eben das erläutert wird? Also von welcher Art man da welchen Referenzhabitus ableitet? Wäre dann erstmal auch wurschd, ob's in anderen Werken verschiedene Interpretationen gibt, weil man sich selbst dann eben auf diese eine Quelle berufen und den dort beschriebenen Status als Bezugspunkt festlegen könnte.



    LG, Pablo.

    Hi!


    Oh, das freut mich, wenn jemand da ein wenig was rauslesen kann, was ein Stückchen weiter hilft.

    Zwei kleine Anmerkungen noch:
    Das Leccinum - aurantiacum - Problem geht ja schon wieder in eine andere Richtung: Da war einfach wegen der großen Ählnichkeit der Arten in dem Bereich nicht so klar, wie die Originalbeschreibung denn zu interpretieren sei. Sowas kann ja auch passieren, und solche Probleme gibt es natürlich haufenweise. Das werden wir aber hier nicht im Einzelnen auflösen können.

    Und ja, was ist eigentlich mit der Gattung "Camarophyllus" passiert? Kann das sein, daß mit der Gattungsdiagnose von Kummer irgendwas nicht stimmt, also das die derzeit bei Cuphophyllus eingereihten Arten da aus irgendeinem Grund nicht rein können? Hier mal am Rande noch: Wenn man ein taxonomisches Problem untersuchen will, führt kein Weg an den entsprechenden Datenbanken vorbei. Da darf man sich nicht einbilden, daß da der aktuelle Stand oder gar eine unverrückbare Wahrheit abgebildet wäre. Es ist lediglich eine Sammlung von Namen mit Hinweisen wer was wann beschrieben hat und welche Änderungen vorgenommen wurden und wo man was nachvollziehen kann.

    Also Camarophyllus als Gattungsname mal am Beispiel von >Mycobank<.



    LG, Pablo.

    Hej, Chris!


    Das sind doch tolle BIlder geworden. :thumbup:

    Wenn ich was nörgeln darf: Der Adermoosling auf dem ersten kommt ein wenig chaotisch an. Das ist jetzt natürlich stark abhängig vom inndividuellen Geschmack des Betrachters, aber wenn du da noch ein wenig mehr freistellst im Vordergrund (sind wohl nur zwei oder drei Moosblättchen, die man da beiseite schieben könnte), dann kommt das Bild um den Pilz rum etwas klarer an. Wobei zu viel aufräumen halt auch nicht jeden Geschmack trifft und da ist es schwer den richtigen Mittelweg zu finden.



    LG, Pablo.