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letzter Beitrag von mikromeister am

Flockenstieliger Hexenröhrling . Warum wird der so gelobt.

  • Hier stehen grade Unmengen schönster Hexenröhrlinge rum.

    In der küchenmykologischen Liste werden diese Steinpilzverwandten mit höchsten Noten bewertet, aber ich finde die total langweilig.

    Wohl haben sie einen höchst festen Biss und sind kaum je wurmig, aber der Geschmack ist in meinen Augen völlig nichtssagend.


    Brauchen die eine spezielle Zubereitung ausser den empfohlenen 10 min + Kochzeit?

    Sind die besonders geeignet zum Trocknen?

  • Hallo,

    ich mache generell weder Speck, Knoblauch, Zwiebel an Pilze dran. Das verfälscht den Pilzgeschmack.

    Höchstens Salz und Pfeffer.

    Die Flockis schmecken am besten in Scheiben geschnitten und in Butter oder Butterschmalz kurz gebraten. Da lass ich alles andere stehen! ==Pilz27

    Ist besser als Steinpilze.


    LG Ulla

  • Hallo Mikromeister,


    deine Meinung kann ich absolut nicht nachvollziehen. Für einen Röhrling hat der sehr viel Eigengeschmack und ist auch nicht so labbrig wie Steinpilz, Marone & Co. Bei deren Zubereitung bin ich voll bei Ulla. Auf die Idee, den zu kochen, bin ich bisher noch nicht gekommen.


    VG Jörg

  • Flockis kochen....


    :gkopfwand::gkopfwand::gkopfwand:

    Schönen Gruß,
    Dr. Abbas Ibn Stieglitzer aus Buchhaim
    ------------------
    "Es gibt Gottsucher, Ichsucher und Schwammerlsucher" (G. Polt)


    304559-7-jpg

  • Die Flockis schmecken am besten in Scheiben geschnitten und in Butter oder Butterschmalz kurz gebraten. Da lass ich alles andere stehen! ==Pilz27

    Ist besser als Steinpilze.

    Also scharf braten scheint ein Konsens zu sein.

    In Butter angebratener Speck mit Pfeffer schmeckt tatsächlich super, macht in entsprechender Menge allerdings auch aus Pappkarton ein genießbares Gericht.

    Das würde ich für die geschmackliche Bewertung nicht heranziehen wollen. Es geht ja um die Pilze.


    Für eine reine Geschmacksprobe stecke ich einzelne Pilze gerne für 15-30s in die Mikrowelle.

    So lange bis der Pilzsaft aufkocht und wieder fast verdampft ist.

    Etwas Salz dazu und man merkt ganz schnell wie der Eigengeschmack ist.


    Dass Hexenröhrling besser sei als Steinpilz oder gar "alles andere" ist schon eine ungewöhnliche Aussage, wenngleich ich frische Steinpilze für ziemlich überbewertet halte und kein Maßstab für erstklassige Pilze.

  • Hallo,


    Für eine reine Geschmacksprobe stecke ich einzelne Pilze gerne für 15-30s in die Mikrowelle.

    noch so ein Frevel. In der kann man vielleicht etwas erwärmen oder garen aber keine Speisen zubereiten.


    Es kann sein dass Dir Flockis einfach nicht schmecken. Das geht mir bei vielen von anderen beliebten Speisepilzen, wie z.B. Morcheln, auch so. Lass sie einfach stehen und erfreue dich an den Funden. Andere Pilzfeunde würden sich sicher darüber freuen.


    VG Jörg

  • Hallo Mikromeister,

    sehr gut, dass dir Hexenröhrlinge nicht schmecken, so bleibt für die anderen mehr übrig.^^

    Deine Gar- und Zubereitungstechniken sind vielleicht auch suboptimal und holen aus dem Hexenröhrling nicht das raus, was in ihm geschmacklich drinsteckt. Pilze roh in die Mikrowelle, na ja, was soll man dazu noch groß sagen.

    FG

    Oehrling

    PSVs dürfen weder über I-Net noch übers Telefon Pilze zum Essen freigeben - da musst du schon mit deinem Pilz zum lokalen PSV!

  • Dass Hexenröhrling besser sei als Steinpilz oder gar "alles andere" ist schon eine ungewöhnliche Aussage,

    Nö, das sagen viele.

    PSVs dürfen weder über I-Net noch übers Telefon Pilze zum Essen freigeben - da musst du schon mit deinem Pilz zum lokalen PSV!

  • Hallo!


    Bei allen Pilzarten ist es immer Geschmackssache. Mir schmecken die Flockis in der Pfanne auch nicht besonders.

    Ich habe sie in Scheiben geschnitten im Butterschmalz gebraten allerdings noch nicht probiert, das muss ich nachholen. :)

    Sind die besonders geeignet zum Trocknen?

    Von mir ein klares "JA"! Mir schmecken sie getrocknet auch am besten. Ich habe hier von Verkostung getrockneter Flockis berichtet.


    Platz zwei bei Flocki-Zubereitungen ist bei mir nach italienischer Art eingelegt als "Funghi sott'olio" - da eignen sich aber nur die jungen und festen, noch geschlossene Fruchtkörper.

  • Dass Hexenröhrling besser sei als Steinpilz oder gar "alles andere" ist schon eine ungewöhnliche Aussage,

    Nö, das sagen viele.

    Also sagen angeblich viele Leute, ein Hexenröhrling sei der beste Pilz von allen? Vielleicht sollten die mal was anderes probieren.


    Trocknen werde ich probieren. Vielen Dank Alex für den ausführlichen Tipp.


    Pilze in der Mikrowelle mag manchen seltsam vorkommen. Ich empfehle es erstmal auszuprobieren bevor hier von Frevel gesprochen wird.

    Ich koche ja nicht mein Abendessen auf diese Weise, sondern verkoste einzelne Pilze im ersten Versuchsschritt erstaunlich schnell und ohne verfälschende Zutaten.

    Wenngleich z.B. Reizker definitiv nur gebraten schmecken.

  • Also ich gebe hier - als ausgesprochene "Flockie"-Liebhaberin - auch mal meinen Senf dazu.

    Ich habe sie am liebsten in der Pfanne, mit Butterschmalz. Die mitteldicken Scheiben bei mittlerer Hitze

    so lange anbraten, bis sie fast kross sind und schön braun.

    Dann nur etwas Salz darüber, ich finde dass so der Eigengeschmack am besten herauskommt.

    Wenn man sie danach auf ein Küchenpapier legt um das Fett zu entfernen, hat man fast so eine Art Pilzchips.


    Lg

    PomPom

  • Danke Ulla für den Tipp. Ich habe für Hexen Bislang auch keine besondere Verwendjng gehabt, außer trocknen für schlechte Zeiten oder aber 1,2 kleine Exemplare im Mischpilzgericht.

    Lieben Gruß


    Claudia


    ...leben und leben lassen... ;)


    Hier im Forum gibt es grundsätzlich keine Verzehrfreigaben.

    Pilzsachverständige findest du hier.

  • Ich habe gerade einen Vergleichstest mit gebratenen Hexen und Steinpilzen gemacht.

    Olivenöl in Ermangelung von Butterschmalz war wahrscheinlich nicht optimal.


    Beide Pilze waren trotzdem gut, aber der Flocki war in dieser Zubereitung tatsächlich deutlich besser und richtig lecker.

    Also in Zukunft raus mit den Hexenröhrlingen aus der Mischpilzpfanne und rein ins heisse Schmalz!

  • Es soll ja auch Leute geben, die Rumpsteak nicht mögen, obwohl sie in der Mikrowelle zubereitet wurden..... :giggle:


    Gruß

    Peter


    PS: Ich esse nur noch wenig Pilze. Speisepilze sind für mich nicht nur Pilze, die nach vernünftiger Zubereitung problemlos essbar sind. Sie müssen einen Wohlgeschmack entwickeln an dem ich mich auch kulinarisch erfreuen kann. Und der Hexenröhrling gehört dazu.

  • Hollala, da habe ich aber was losgetreten!


    Das Thema Rohgenuss und Garmethoden ist allerdings ganz unabhängig vom umstrittenen Wohlgeschmack des flockenstieligen Hexenröhrlings ein sehr interessantes und wichtiges. Auf die Idee, ich könne mich mit Parasolbuckeln oder Perlpilzen vergiften bin ich z.B. noch nie gekommen, möchte es aber auch nicht erleben.

    Was ist mit getrockneten Pilzen?


    Ich plädiere deshalb dafür, diese Diskussion auszuklammern und getrennt zu führen.

    Kann ein Moderator das verschieben?

  • Wieder on topic: Ich schätze die Floxen für ihren festen Biss, aber vom Aroma finde ich sie weniger intensiv als Maronen und Steinpilze. Für mich ist da außerdem so eine Winzigkeit einer metallischen Note dabei, aber vielleicht bilde ich mir die auch ein.


    P.S.: Und danke an Pablo fürs Auseinandersortieren!

  • Inzwischen habe ich eine kleine getrocknete Probe verkostet. (roh)

    Ich habe den Pilz besser und aromatischer als frisch empfunden, aber doch schlechter als getrockneter Steinpilz.

    Letzterer kommt bei mir geschmacklich aber auch sehr unterschiedlich raus und beim Hexenröhrling habe ich ja nur ein kleines Exemplar getrocknet, das vielleicht zufällig nicht besonders war.


    Wie verwendet Ihr getrocknete flockenstielige Hexenröhrlinge?


    "Funghi sott'olio" habe ich ausprobiert, in Mischung mit Steinpilzen. ( Edit: beide frisch )

    Das Ergebnis ist nach 3 Tagen noch nicht so überzeugend. Schmeckt hauptsächlich nach der Essigbrühe.

    Man soll die Pilze aber 2 Wochen marinieren. Vielleicht tut sich da noch was.

  • mikromeister


    Inzwischen habe ich eine kleine getrocknete Probe verkostet. (roh)


    Und noch kein einziger PSV hat bis jetzt Alarm geschlagen?

    Wass'n nu los? ;-)




    Trockenpilze eignen sich nur bedingt zum Einlegen oder Marinieren.

    Allenfalls als Geschmacksgeber für andere Produkte, Gemüse etc.

    Wenn du sie nicht vorher einweichst (je nach Volumen der Stücke 15 - 45 Minuten in Wasser oder Brühe oder einer milden Mischung aus Wein und Wasser... jeweils idealerweise um die 35 Grad warm) dann solltest du darauf achten, dass das Medium, dem du die trockenen Pilze beifügst genügend wässrig ist - in Öl oder Alkohol und auch in einem zu salzigen Medium bleiben die Pilze knorrig und geben kaum Aroma ab.


    Floxen (wie für manch einen auch Nexen) gelten von jeher als (mit) die besten Trockenpilze überhaupt.

    Aus Südtirol kenne ich das geflügelte Küchenwort: "Keine Suppe ohne Donnerpilz."


    Wenn du deine Suppe kalt ansetzt, kannst du deine Trockenstücke mit hinein werfen.

    In bereits kochende Massen sollte man möglichst eingeweichte Stücke geben, weil sie dann letztlich zarter werden, das Aroma gleichmäßiger transferieren und bei großen Mengen von Pilzen auch die ggf. schwer verdaulichen Stoffe gründlicher aufgespalten werden.


    Ich habe inzwischen so gut wie alle je gesammelten Pilze, schon aus kulinarischer Neugier, getrocknet.

    Die meisten davon habe ich auch schon einmal pulverisiert.

    Mit Pilzpulver arbeite ich oft und gern, weil das Einweichen wegfällt, ich also auch ganz spontan Würze an alles Mögliche heranbringe. Restmengen von Polysacchariden, Lektinen oder Toxinen (z.B. Parasol oder Hallimasch) halte ich persönlich in Mengen, die eine Laborwaage kaum erfassen kann, für nicht der Rede wert. Da gibt es reihenweise "gefährlichere" Gewürze, die tatsächlich jeder im Küchenregal stehen hat. Auch hier der obligatorische Disclaimer: Das ist aus meiner durch Expertenmeinungen gestützten Erfahrung und Einschätzung geäußert und nicht als Rezept- oder Verzehrempfehlung aufzufassen. Bis auf weiteres gebe ich ohnehin nur noch den Leitspruch eines mir sehr werten Pilz- und Küchenweisen weiter: "Wer weder von Pilzen noch vom Kochen nennenswerte Ahnung hat, lasse die Finger von beidem."


    Aber noch dieses vielleicht zu Trockenpilzen und den Pülverchen.


    Wenn demnächst mal wieder etwas runter kommt, das man ohne Übertreibung als Regen bezeichnen mag und dann die wirklich leckeren Pilze schlüpfen... ja dann:

    Findest ja vielleicht auch du ne gute Portion, sagen wir: Reizker (1 kg Netto)

    Dann probier doch mal Folgendes:

    300g davon trocknest du. Das geht normalerweise in 18 Stunden.

    500g dünstest du äußerst sanft zusammen mit Zwiebeln und etwas Weißwein (oder Sherry) u. einem Klecks Honig, woraus du nach etwa 15-20 Minuten zusammen mit einem guten Gemüsefond die Basis für eine Reizker-Creme-Suppe herstellst. In diese kommen nun auch komplett deine pulverisierten Trockenreizker und nach dem Pürieren eine halbierte Knoblauchzehe. Verfeinern kannst du mit Rahm deiner Wahl oder vegan mit entsprechenden Zugaben wie Kokosmilch etc.

    Das Ganze darf dann weiter leisest köcheln, während du die restlichen Reizker als feinste Spalten in etwas Butterschmalz oder vegan in Walnussöl kurz aber scharf sautierst. Das ist deine finale Einlage. Kräuter, sonstige Gewürze, eben alles Aroma trimmende lässt du weg und auch die halbe Knoblauchzehe fischst du rechtzeitig aus deiner Creme.

    Was will ich damit sagen?

    Wenn du Lust hast, das mal zu versuchen (selbstverständlich auch mit vielen anderen Kandidaten) wird es dir (u.U.) gelingen, ein optimales Aromaspektrum deiner Reizker an deine Geschmacksrezeptoren zu bringen. Im besten Fall wirst du den Pilz geschmacklich völlig neu erleben. Falls du aber Ähnliches oder Spannenderes bereits gemacht hast, freue ich mich über entspr. Auskunft.


    Soweit einmal.

    Aber ohne Regen - zumindest in B-BRB - können wir uns eh nur gegenseitig Rezepte zu funken.



    BG

    rübling

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