Hi,
ganz sicher, dass in 20m Umkreis keine einzige Kiefer stand?
Es könnte auch ein kleinerer Baum gewesen sein.
Hi,
ganz sicher, dass in 20m Umkreis keine einzige Kiefer stand?
Es könnte auch ein kleinerer Baum gewesen sein.
Hallo zusammen,
vielen Dank für das positive Feedback! ![]()
Sooo viel Arbeit war es nicht. Das schwierigste ist es zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein und nicht vergessen Fotos zu machen. ![]()
Ich selbst schaue mir solche Gegenüberstellungen der Verwechslungekandidaten sehr gerne an.
Übrigens, ich habe alle drei Arten artenrein gesammelt und getrocknet, für mein Trockenpilz-Verskostungs-Langzeitprivatprojekt. Ich werde Verkostungsberichte wie immer hier posten (hoffentlich irgendwann im nächsten Jahr, nicht vor Weihnachten):
Ich bin gespannt, ob wir die Unterschiede überhaupt schmecken werden.
Alles anzeigenServus Alexander,
eine schöne Gegenüberstellung! Nur eine Aussage möchte ich korrigieren. Der Ring wird vom Gesamtvelum gebildet, was man daran erkennen kann, dass es ein aufsteigender Ring ist. Das Velum kommt von der Stielbasis (u.a. Cauloblem nach Clemencon) und zieht von da aus auf den Hut. Ring bzw. Manschette ist nicht automatisch das Teilvelum. Beispiel Gifthäubling: der Ring ist vom Velum universale, oberhalb des Rings sieht man manchmal die Cortina, die das Teilvelum des Gifthäublings ist.
Liebe Grüße,
Christoph
Hallo Christoph,
vielen Dank für diese wichtige Korrektur
Ich habe das im Beitrag entsprechend geändert und ergänzt.
Wie unterscheidet man zuverlässig den Butterpilz, den Ringlosen Butterpilz und den Körnchenröhrling?
Ich treffe immer wieder auf typische Kollektionen und Fruchtkörper, bei denen die Bestimmung schnell und einfach ist. Und dann sehe ich ab und zu einzelne Fruchtkörper, bei denen ich mir nicht ganz sicher bin. Selbst im Pilzverein gibt es manchmal Diskussionen über einzelne mitgebrachte Pilze.
Alle drei Arten sind Kiefernbegleiter und gehören zur selben Gattung. Sie sind nicht nur ähnlich, sondern auch nah miteinander verwandt. Ich kenne mindestens einen Waldabschnitt, in dem alle drei Arten gerne durcheinander wachsen (siehe Fotos unten). In diesem Jahr hatte ich Glück, zur richtigen Zeit dort zu sein, um die drei Arten nebeneinander zu sehen und zu dokumentieren. Das möchte ich hier teilen.
Vielleicht lade ich später auch das eine oder andere Foto bei Wikipedia hoch.
Foto vom 24.10.2026. Je zwei Fruchtkörper von Körnchenröhrlingen (links), Ringlosen Butterpilzen (Mitte) und Butterpilzen (rechts).
Bei den Butterpilzen ist ein Fruchtkörper zu sehen, dessen Poren noch vollständig vom Velum bedeckt sind, sowie ein älterer mit Manschette.
Der Butterpilz hat ein besonderes Merkmal, das einen großen Vorteil bietet – nicht nur bei der Unterscheidung dieser drei Arten, sondern auch bei der Röhrlingsbestimmung allgemein: eine Manschette bzw. Velum, das bei jungen Pilzen die Poren bedeckt. Das haben nur wenige Röhrlinge. Allein dadurch lässt sich der Butterpilz eindeutig vom Ringlosen Butterpilz und vom Körnchenröhrling unterscheiden.
Nachtrag 28.10.2026: Im Fall vom Butterpilz wird der Ring vom Gesamtvelum gebildet, nicht vom Teilvelum, dazu siehe Kommentar von Christoph (Tricholomposis) unten.
Ein weiteres Merkmal ist die Haptik der Hutoberfläche bei jungen geschlossenen FK: sie fühlt sich an, als wäre der Hut gebuttert, irgendwie speckig und schmierig.
Ist die Manschette verschwunden, weil sie abgefallen oder weggefressen wurde, ist die genaue Artbestimmung einzelner Fruchtkörper im Feld nicht immer möglich, insbesondere bei der Abgrenzung zum Körnchenröhrling, falls der Butterpilz einen eher hellen Hut hat und nicht seinen typischen Braunton zeigt.
Die Huthaut lässt sich relativ leicht und vollständig abziehen.
Fotos:
Junge Butterpilze mit speckig-schmierigen braunen Hüten, die teilweise eingewachsen-faserig wirken. Manchmal zeigen sich auch helle, weißliche Stellen, an denen die Pilze beispielsweise von Gras bedeckt waren.
Ringloser Butterpilz (links) im Direktvergleich mit einem Butterpilz (rechts), der unmittelbar daneben wuchs und eine sehr ähnliche Hutfarbe hat.
Etwa 1 kg Butterpilze, die gleich geputzt und teilweise getrocknet werden.
Das beste Unterscheidungsmerkmal ist die pinkfarbene Stielbasis. Auch im Basismyzel sind eindeutig pinke Farbtöne, es ist nie rein weiß. Schneidet man den Pilz ab, geht dieses wichtige Merkmal verloren.
Ein weiteres Merkmal: Die Hutfarbe ist tendenziell etwas dunkler als beim Butterpilz und deutlich dunkler als beim Körnchenröhrling. Es gibt allerdings auch hellere Kollektionen, wie auf einem der Fotos (Direktvergleich mit Butterpilz) zu sehen ist.
Die Hüte zeigen ein eingewachsen-faseriges Muster, das vor allem bei der Abgrenzung vom Körnchenröhrling hilft. Bei manchen Fruchtkörpern gibt es außerdem einen Ring aus dunklen Flecken am Hutrand - das ist aber kein konstantes Merkmal.
Die Huthaut lässt sich abziehen, allerdings nicht so leicht wie beim Butterpilz. Manchmal bleibt sie in der Hutmitte fest haften. Das Hutfleisch unter der abgezogenen Huthaut ist häufig dunkler, während es bei den beiden anderen Arten eher hellgelblich ist.
Fotos:
Ringloser Butterpilz: das wichtigste Merkmal – die auffällig pinkfarbene Stielbasis.
Ringloser Butterpilz: der typisch eingewachsen-faserige Hut.
Ringloser Butterpilz: manchmal bilden dunkle Flecken einen Kreis am Hutrand (KEIN konstantes Merkmal).
Ringloser Butterpilz: eine hellere Kollektion.
Ringloser Butterpilz: eine dunklere Kollektion.
Ringloser Butterpilz: Sammelgut, knapp über 1 kg, das geputzt und größtenteils getrocknet wird.
Ringloser Butterpilz: unter der abgezogenen Huthaut ist das Hutfleisch manchmal dunkel. Außerdem lässt sich die Huthaut in der Hutmitte nicht immer vollständig abziehen.
Die wichtigste Merkmalskombination sind die einheitlich (d.h. nicht faserig) hellbraun gefärbten Hüte und Guttationströpfchen an den Poren junger Fruchtkörper. Mit dieser Kombination lässt sich die Art recht zuverlässig von den beiden anderen im Feld abgrenzen.
Die Huthaut lässt sich relativ leicht und meist vollständig abziehen, allerdings nicht ganz so leicht wie beim Butterpilz.
Fotos:
Körnchenröhrling: eine junge Kollektion mit einheitlich hellbraunen Hüten und den typischen Guttationströpfchen an den Poren.
Körnchenröhrling (links) und Ringloser Butterpilz (rechts), die unmittelbar nebeneinander wachsen! Ich habe einige Fruchtkörper für das Foto stehen gelassen; das ist auf dem Bild zu sehen.
Körnchenröhrling: eine ältere Kollektion. Die Guttationströpfchen an den Poren sind bereits verschwunden, die Hüte zeigen aber noch die typische hellbraune Färbung.
Körnchenröhrling: weißes Basismyzel, wie auch beim Butterpilz – keine pinkfarbenen Töne. D.h. ganz sicher kein Ringloser Butterpilz.
Körnchenröhrling: Sammelgut zum Putzen und Trocknen.
Alles anzeigenHallo zusammen,
ich sehe immer wieder Menschen mit Plastik/Mülltüten in den Wald marschieren, um diese mit Pilzen zu befüllen. Mich würde mal interessieren, ob ihr diese Leute dann darauf ansprecht, zwecks höflicher Aufklärung darüber, dass und warum man doch lieber einen Korb verwenden sollte? Oder auch bei anderen offensichtlichen Fehlern beim Sammeln, abseits der Plastiktüte?
Ein PSV, bei dem ich kürzlich ein Seminar besucht habe, spricht Leute darauf an. Er erzählte aber auch, dass ein Bekannter von ihm mal einen Sammler (mit Mülltüte) höflich angesprochen hat: "Hallo, ich sehe, Sie sammeln gerade Stockschwämmchen..." Die angesprochene Person zog daraufhin das Pilzmesser und fragte, was er von ihm wolle.Seitdem spricht er niemanden mehr darauf an...
Wüsste gern, wie ihr das handhabt und ob ihr auch schon seltsame Erfahrungen dabei gemacht habt.
Ich spreche bisher niemanden an, ich bin eher introvertiert. Aber der Drang ist natürlich da.
Lieben Gruß
Nika
Hi Nika,
einfach so spreche ich die Leute nicht an. Es geht mich nichts an ob sie ihre Pilze bestmöglich transportieren, wie und ob sie sie essen, ob sie sonst gesund essen, ob sie rauchen, etc. Ich habe da für mich eine Meinung gebildet die ich an Familie und Freunde auch weitergebe, bin aber nicht fürs Belehren von Anderen zuständig oder gar bevollmächtigt, es sei denn ich werde danach gefragt. Nichts für ungut.
Wenn ich dennoch ins Gespräch mit Menschen im Wald komme und ich merke, dass sie gerne Infos und Tipps von jemanden mit überdurchschnittlichen Pilzwissen hätten, dann spreche ich gerne auch die Plastiktüten an.
Auch ganz ehrlich muss man sagen: viele Pilzarten überleben in der Plastiktüten bei kühlen Temperaturen ein paar Stunden bis sie verarbeitet werden. Ich sehe das nicht mehr als sehr problematisch. Problematisch wird es wenn die Pilze länger in der Plastiktüte bleiben, dort gequetscht werden, oder gar über Tage hinaus bei Zimmertemperatur oder im Auto rumliegen - da hilft auch kein Korb.
Wie wäre es mit dem Hohlfußröhrling. Wir haben den letztes Jahr in großen Mengen gefunden und mal eine Ladung getrocknet. Ich selbst habe ihn nicht probiert. Meine Mutter fand ihn aber gut (nur getrocknet versucht).
Schöner Thread nebenbei bemerkt
Grüße
Oh ja, Danke, Hohlfußröhrlinge haben wir ab und zu in guten Mengen bei uns. Notiert ![]()
Alles anzeigenGrüß euch,
hier auch mein kurzer Bericht zu meinem Salzreizkerversuch...
Hab jetzt nach 9 Tagen im Kühlschrank mal die Fichtenreizker probiert und muss sagen ich finde die eigentlich recht gut und deutlich weniger gewöhnungsbedürftig als ich mir erwartet hatte. Haben einen angenehmen Reizkergeschmack, und ich merke auch kaum zusätzliche nennenswerte Noten welche durch die Reifung entstanden sind. Vielleicht kommt das ja noch mit längerer Lagerung.
Optimale Wässerungszeit war für mich etwa 9-10 Minuten.
Jetzt kommen gerade an allen Ecken und Enden Unmengen an Lachsreizkern, da werd ich wohl die Woche auch noch einen Test machen.
Mein Fazit: mir gefallen sie sehr gut, sowohl vom Geschmack als auch von der Konsistenz, meine Freundin war weniger begeistert, fand sie aber auch nicht schlecht
Optisch sind sie schon halbwegs wild, aber irgendwie auch ziemlich cool. 😉
Liebe Grüße
Toll, freut mich natürlich, und - Danke fürs Teilen!
![]()
Heringstäublinge, (Flaschen/Hasen)stäubling, Schwarzkopf-Milchling und Milchbrätling?!
Vllt auch Scheidenstreiflinge?
Danke! ![]()
Also:
Heringstäublinge haben wir hier nicht so viele. Die Täublinge habe ich mir grundsätzlich vorgenommen. Ich befürchte leider, dass die Konsistenz nach dem Einweichen nicht so toll sein wird. Aber Probieren geht über Studieren. Ich versuche eine gute Menge von gut schmeckenden Täublingen zu finden, vielleicht sogar Heringstäublinge
Schwarzkopf-Milchling finde ich in unserer Region gar nicht, Milchbrätling nur selten und vereinzelt - da wird es leider nichts mit Kostprobe. Es sei denn ich finde eine große Menge irgendwo bei einem Schwarzwald-Ausflug.
Scheidenstreiflinge wäre eine Idee.
Zumindest die grauen erscheinen bei uns teils massenweise und sie schmecken auch nicht schlecht. Amanita fulva gibt es auch massenhaft, aber da verzichte ich aufs trocknen weil ich sein Geschmack nicht mag.
Hasenstäublinge habe ich frisch gegessen und sie schmeckten überhaupt nicht gut, die will ich nicht trocknen.
Aber Flaschenstäublinge notiere ich mir zum Trocknen, da habe ich schon Gutes davon gehört. Danke noch mal!
Hallo zusammen,
ich sammle gerade Ideen für die nächsten Verkostungen die ich hier dokumentiere.
Welche Arten soll ich noch trocknen und dann verkosten? Vorschläge sind sehr willkommen
Vielleicht habt ihr gute Erfahrungen mit Pilzarten die hier noch fehlen? Aber auch spontane Vorschläge aus purer Neugier nehme ich gerne unverbindlich entgegen.
Soweit habe ich auf meiner To-Do- bzw Wunschliste folgendes:
Hat jemand Erfahrungen mit Violetten Röttelritterlingen (Lepista nuda) trocknen?
Ich weiss nicht ... ich bin vom Silieren nicht überzeugt. Hab da keine guten Ergebnisse hinbekommen.
Klar kann man die Pilze dann essen, aber der Aufwand ist einfach zuuuuu groß und sonderlich geschmeckt hat's auch nicht. Vielleicht hatte ich nicht die richtige "Würzung" oder es gibt große Unterschiede zwischen den Arten. Meine Experimente gingen zumindest nach hinten los. War mehr "bäh" als "aaah".
Da kauf ich mir lieber ein Glas Gurken oder Sauerkraut.
Ja, es gibt tatsächlich große Unterschiede zwischen den Arten. Die Besten die ich selbst gemacht habe waren L. zonarius. Am schlechtesten wahrscheinlich L. chrysorrheus.
Die Würzung spielt auch eine Rolle - oft sind es nur Knoblauch und Dilldolden, aber allein das macht viel Unterschied.
Aber natürlich ist das Geschmackssache! Es muss nicht jedem schmecken, wie alle sonstige eingesalzene und/oder fermentierte Nahrungsmittel auch.
Mit Abstand am Einfachsten finde ich Edelreizker zu silieren - das geht am schnellsten und mit kaum Aufwand. Reizker brauchen keinerlei Gewürze, sie müssen weder gewässert noch abgekocht werden, und sie sind bereits in 2 Wochen fertig. Sie schmecken zwar anders als andere Milchlinge, sehr eigenartig, aber gut. Ich bringe ab und zu ein Glas in mein Pilzverein mit, und etwa die Hälfte der Menschen die sie probieren finden sie sehr gut (und manche fragen nach Rezept), die anderen finden diese Reizker lediglich "interessant"
Völlig OK, wie gesagt - Geschmackssache.
Sehr interessant, berichte uns doch, wenn sie "essfertig" sind;-)
p.s.: Diese eingemachten Pilze sehen schon "gruselig" aus, ich verbuche das mal unter der Rubrik: Armeleute-Essen und Kriegs-Pilze;-) Ich weiß gar nicht, ob es diese eingesalzenen Milchlinge und Täublinge überhaupt in die Sterne-Gastronomie geschafft haben, weiß da jemand was darüber?
In Ländern wo sie zubereitet und gegessen werden (ganz Nordeuropa vom Westen bis Osten), dort gelten sie schon als Delikatesse. Wie kommst du auf Kriegspilze?
Vor allem manche Milchlinge entwickeln gerade beim Einsalzen einen einzigartigen Geschmack! Sie wurden früher sogar an die Höfe der Zaren geliefert und teils auch nach Westeuropa exportiert.Hast du da Quellen dazu? Würde mich interessieren.
Was die Quellen angeht - einfach googlen. Es gibt historische Beschreibungen von Essen bei russischen Tsaren und Adel, dort waren eingesalzene Pilze oft erwähnt, u.a. im Zusammenhang mit kirchlichen Fastenzeiten aber nicht nur. Slawen, Skandinaven und Finnen sind mykophile Völker, sie haben die Pilze historisch vor allem getrocknet oder eingesalzen - das waren die wichtigsten Methoden und die Pilze haltbar zu machen. Ich selbst bin kein Historiker, finde aber auf Anhieb bspw. ein Zitat vom Kaiser Alexander I wo er eingesalzene Milchinge lobt.
Besonders hevorgehoben werden neben eingesalzenen Reizkern auch kompaktere Milchlinge wie bspw. L. resimus und L. scrobiculatus die sich besonders gut zum Einsalzen eignen. Für solche Milchlinge gibt es in manchen slawischen Sprachen sogar ein Extra-Wort: im Original "грузди, transliteriert: "gruzdi" bzw. auf Deutsch "grusdi".
Hallo Alexander,
ist Dir der Begriff "Kriegs-Pilze" nicht geläufig? Als Kriegspilze bezeichnet man Pilzarten, die früher in Zeiten von Not und Lebensmittelknappheit (wie während oder nach den Weltkriegen) als Notnahrung gesammelt und gegessen wurden.
Hallo Jürgen,
der Begriff ist mit sehr geläufig, das sind essbare aber fast ungeniessbare Arten wie Samtfußkremplinge, Birnenstäublinge und Co.
Was mich gestört hat, ist dass man ohne sich mit einer in anderen Kulturen traditionellen Zubereitungsart vertraut zu sein, das Ergebnis gleich als minderwertig abstempelt. Und das nicht nur in seinem Kopf sondern auch im öffentlichen Forum. Das finde ich nicht in Ordnung, nichts für ungut.
Alles anzeigenServus Alexander,
herzlichen Dank für die ausführliche Anleitung! Wollte das ja schon lange mal ausprobieren und jetzt steht endlich ein erster Gärtopf im Kühlschrank
Ich hab Lactarius scrobiculatus verwendet, der ja hier in den Alpen ein absoluter Massenpilz ist.
Bin schon sehr gespannt auf das Ergebnis, aber jetzt heißt es mal 45-50 Tage abwarten.
Werde dann berichten nach der ersten Kostprobe
Liebe Grüße
Hi Florian,
sehr schön
Ich bin sehr auf dein Bericht gespannt.
L. scrobiculatus soll sehr gut werden. Alle eingesalzene Milchlinge haben meiner Meinung nach geschmacklich etwas vom Salzherring, riechen aber nicht fischig. Hier wo ich wohne gibt es L. scrobiculatus nicht, ich kenne ihn quasi nur aus Alpen. Ich habe aus dem Urlaub bei Berchtesgaden eine verwandte Art - L. leonis - mitgebracht und gerade eingesalzen, nach 3 Tage wässern. Da warte ich auch noch ab ![]()
Ein kleiner aber wichtiger Hinweis:
die Pilze müssen mit Salzlake komplett bedeckt sein, sonst werden sie schlecht. Wenn sie nicht komplett bedeckt sind, dann 5%-Salzlake herstellen und nachgießen (pro 100ml abgekochtes Wasser 5 g Speisesalz lösen) bis auch die Steine zum beschweren bedeckt sind.
Und dann in Kühlschrank stellen! Sollte der schöne Gärtopf nicht in den Kühlschrank reinpassen, dann lieber jetzt gleich in ein Glas umfüllen.
Sehr interessant, berichte uns doch, wenn sie "essfertig" sind;-)
p.s.: Diese eingemachten Pilze sehen schon "gruselig" aus, ich verbuche das mal unter der Rubrik: Armeleute-Essen und Kriegs-Pilze;-) Ich weiß gar nicht, ob es diese eingesalzenen Milchlinge und Täublinge überhaupt in die Sterne-Gastronomie geschafft haben, weiß da jemand was darüber?
In Ländern wo sie zubereitet und gegessen werden (ganz Nordeuropa vom Westen bis Osten), dort gelten sie schon als Delikatesse. Wie kommst du auf Kriegspilze?
Vor allem manche Milchlinge entwickeln gerade beim Einsalzen einen einzigartigen Geschmack! Sie wurden früher sogar an die Höfe der Zaren geliefert und teils auch nach Westeuropa exportiert.
Hallo zusammen,
heute eine Verkostung, die ich schon längst wiederholen wollte, und zwar:
Flockenstieliger Hexenröhrling oder "Flocki" (Neoboletus erythropus)
Diese Art ist sicherlich eine relativ häufig gesammelte Art, die von vielen Menschen sehr geschätzt wird, sogar mehr als der Steinpilz. Diese Meinung teile ich nicht. Ich mag frisch gebratene Flockis nicht so, meine Frau übrigens auch nicht. Frisch gebraten würde ich Flockis mit 6–7 von 10 Punkten bewerten. Aber das ist natürlich rein individuell. Es gibt Menschen, denen frische Flockis für 10 Punkte schmecken, das gönne ich ihnen.
Wir hatten getrocknete Flockis bereits vor 6 Jahren verkostet und waren angenehm überrascht: Note 8+. Viele Röhrlinge schmecken viel besser wenn sie zuerst getrocknet werden.
Jetzt wollte ich die Verkostung wiederholen, mit Pilzen vom Vorjahr. Ergebnis: Beide Testesser haben einstimmig 9 Punkte von 10 vergeben! Damit steigt er in unseren Pilz-Charts von 8+ auf 9- Punkte als Durchschnitt der beiden Verkostungen.
Die Suppe war sehr schmackhaft: tiefer Waldpilzgeschmack und eine tolle Konsistenz.
Flockis getrocknet:
Flockis eingeweicht:
als Pilzpulver:
Zutaten für mein Verkostungsrezept:
9-Punkte-Suppe mit getrockneten Flockenstieligen Hexenröhrlingen
Alles anzeigenAlles anzeigenHallo,
in dem Thread ist es ja ziemlich ruhig geworden. Daher, mein kurzer Bericht zu einem Pilz, den scheinbar noch niemand hier probiert hat.
Erdigriechender Schleimkopf Cortinarius variecolor aus dem Fichtenwald.
Nach den üblichen Regeln, solo in etwas Fett gebraten und nur mit Salz gewürzt. Ich war gespannt ob der unangenhme Geruch sich auch so im Geschmack wiederspiegelt. Tatsächlich ist dem nicht der Fall. Man kann den Pilz auf jeden Fall essen. Er schmeckt mild und bringt auch gut pilziges Aroma mit. Nur im Nachgang macht sich leicht der erdige Geschmack bemerkbar, den aber scheinbar auch nicht jeder bemerkt. In einem Mischgericht oder stärker gewürzt geht das bestimmt völlig unter. Keinesfalls sollte man ihn als ungenießbar ansehen, wie wohl teilweise propagiert wird.
In die Liste ist er nun auch eingepflegt.![]()
VG ThiemoHallo Thiemo,
warum muss man solche Sachen, welche nicht einmal gut schmecken, unbedingt essen?
Das werde ich wohl nie verstehen.
Viele Grüße,
Steffen
Hallo Steffen,
man muss sicherlich nicht und auch nicht unbedingt. Bei sicherer Bestimmung und kulinarischer Neugier kann man sich durch die essbaren Pilzarten durchprobieren. Warum auch nicht probieren und frei zugänglich dokumentieren? Ob etwas gut oder schlecht schmeckt wird oft sehr individuell verschieden empfunden.
Wer nicht will der soll nicht, jeder hat seine freie Wahl.
Was Mitleser und Anfänger angeht die theroetisch auf dumme Gedanken kommen könnten: entweder haben sie "common sense" und sammeln erst mal nur die gängigen Speisepilze, orientieren sich an gängige Pilzbücher bzw DGfM-Positivliste... oder nicht - dann finden sie auch ohne Pilzforum irgendwelche Random Leute die im Internet irgendetwas zur Essbarkeit irgendwelcher Pilze behaupten. Ich behaupte auch mal, dass Cortinarius-Arten überhaupt nichts für Anfänger sind. Die Anfänger können sie nicht bestimmen, auch nicht die Cortinarien die auf DGfM Positivliste als Speisepilze stehen.
Alles anzeigenHallo,
in dem Thread ist es ja ziemlich ruhig geworden. Daher, mein kurzer Bericht zu einem Pilz, den scheinbar noch niemand hier probiert hat.
Erdigriechender Schleimkopf Cortinarius variecolor aus dem Fichtenwald.
Nach den üblichen Regeln, solo in etwas Fett gebraten und nur mit Salz gewürzt. Ich war gespannt ob der unangenhme Geruch sich auch so im Geschmack wiederspiegelt. Tatsächlich ist dem nicht der Fall. Man kann den Pilz auf jeden Fall essen. Er schmeckt mild und bringt auch gut pilziges Aroma mit. Nur im Nachgang macht sich leicht der erdige Geschmack bemerkbar, den aber scheinbar auch nicht jeder bemerkt. In einem Mischgericht oder stärker gewürzt geht das bestimmt völlig unter. Keinesfalls sollte man ihn als ungenießbar ansehen, wie wohl teilweise propagiert wird.
In die Liste ist er nun auch eingepflegt.![]()
VG Thiemo
Hallo Thiemo, sehr schön, Danke fürs Teilen!
Ich habe gerade heute die Tabelle ebenso um eine essbare Cortinarius-Art erweitert: Anis-Klumpfuß. Dazu noch Rostroter Lärchenröhrling und Leccinum cyaneobasileucum hinzugefügt.
Anis-Klumpfuß und Rostroter Lärchenröhrling waren Erstfunde gestern, worüber ich mich natürlich sehr gefreut habe. Bei mir zuhause habe ich sie noch nicht gefunden, dafür aber gestern hier im Urlaub im Berchtesgadener Land im Gebirgs-Nadelwald auf Kalk.
Anis-Klumpfuß, Cortinarius odorifer
Rostroter Lärchenröhrling, Suillus tridentinus
Nur für mich zur Einordnung
Nadelwald oder Pappelbegleiter?
Nadelwald
Hallo zusammen,
jetzt mal eine kleine Extra-Verkostung einer gewissen Tricholoma-Art, die inzwischen nicht mehr zum Verzehr empfohlen bzw. sogar als giftig eingestuft wird. Es gibt dazu dokumentierte letale Vergiftungsfälle, die allesamt mit einem übermäßigen Konsum zusammenhängen – also etwa über mehrere Tage hinweg bei jeder Mahlzeit.
Daher an alle Neulinge, die hier mitlesen, meine Empfehlung: nicht nachmachen und sich an die DGFM Positivliste der essbaren Pilzarten orientieren! Ich erwähne die Art deshalb auch ganz bewusst nicht explizit – das Thema hier soll friedlich bleiben 😉 Vollständigkeitshalber will ich die Geschmackswertung dennoch teilen.
Unsere Wertung: Testperson 1: 7+, Testperson 2: 7−, Durchschnitt: 7.
Die Pilze lagen allerdings schon mehrere Jahre getrocknet im Glas. Vielleicht wären frisch getrocknete Pilze geschmacklich etwas besser gewesen.
Getrocknet:
Eingeweicht und als Pilzpulver:
Suppe:
Alles anzeigenDen habe ich noch nie probiert, weil der in meinen Wäldern so gut wie nicht vorkommt. Meine Funde an Raufüßen decken bisher ab:
- Gelbporiger Raufuß (in nahezu jedem Laubwald, zuverlässiger Massenpilz)
- Hainbuchen Raufuß (in nahezu jedem Laubwald, in manchen Jahren Massenpilz)- Pappel Raufuß (eine Stelle, tauchen zuverlässig in größerer Anzahl mehrfach pro Jahr auf wenn Witterung passt)
- Fichtenrotkappe (selten, drei Stellen, tauchen nicht jedes Jahr auf)
- Laubwald Rotkappe (selten, eine Stelle, tauchen nicht jedes Jahr auf)
Probiert habe ich sie alle schon frisch und getrocknet. Getrocknet haben alle Raufüße etwas Komisches. Bitterlich, metallisch? Schwer zu beschreiben.
Bei frischer Zubereitung von knackigen Fruchtkörpern auf sehr hoher Hitze (nicht tot braten aber kräftige Röstaromen):
- Gelbporiger Raufuß mit schöner, fester Konsistenz und tollem herzhaften Geschmack (dezente Anklänge von gegrilltem Fisch / knuspriger Fischhaut), sehr lecker- Hainbuchen Raufuß mit deutlich weicherer Konsistenz aber ähnlichem Geschmacksprofil
- Pappel Raufuß mit schöner, fester Konsistenz wie der Gelbporige, auch bei größeren Exemplaren noch (solange sie knackig sind), zurückhaltenderes Aroma als bei den vorigen Arten- Fichtenrotkappe mit relativ weicher Konsistenz, Geschmacklich dezent pilzig, röstig, trotzdem relativ belanglos --> Keine große Bereicherung
- Laubwaldrotkappe mit etwas festerer Konsistenz als Fichtenrotkappe. Geschmacklich für mich ebenfalls relativ belanglos
LG Christopher
Oh, sehr interessant. Bei uns (Rhein-Neckar) ist nach meiner Erfahrung der gemeine Birkenpilz (L. scabrum) wahrscheinlich der häufigste, gefolgt vom Wollstieligen Raufuß (L. cyaneobasileucum). Man findet ab und zu wenige Rotkappen (L. aurantiacum, L. leucopodium und L. versipelle die ich hier verkostet habe), Hainbuchenraufüße und Vielverfärbende Birkenpilze (L. variicolor). Der Gelbporige sollte auch in der Umgebung wachsen, ich habe ihn aber selbst noch nicht gefunden.
Mich stört bei allen Arten von Raufüßen etwas, wenn die getrocknet werden. Friere sie nur noch vakuumiert ein, wenn sie haltbar sein sollen. Bevorzugt ist aber frisch angebraten bei sehr hoher Hitze. Der beste Raufuß ist für mich der Gelbporige von Geschmack und Konsistenz her. Da Rotkappen bei mir selten sind (und wenn sie mal auftauchen sind es auch oft die ohnehin seltenen Fichtenrotkappen), lasse ich sie in der Regel stehen.
LG Christopher
Hallo Christopher, sehr interessant!
Wie findest du den gemeinen Birkenpilz - L. scabrum? Interessanterweise hat diese Art sowohl bei mir als auch bei meiner Frau (die die Rotkappen überhaupt nicht mag) die höchste Bewertung unter getrockneten Pilzen. Sowohl was sein Geschmack als auch was die Konsistentz angeht. Frisch dagegen wird er in der Pfanne schnell zur weichen Pilzpampe.
Den Gelbporigen Raufuss habe ich noch nie bewusst gefunden, würde natürlich gerne finden und probieren.
Eichen-Rotkappe (Leccinum aurantiacum, Syn. Leccinum quercinum)
Wir fanden Eichen-Rotkappen geschmacklich ähnlich wie andere Rotkappen die wir zuvor getestet haben (u.a. Birken-Rotkappen).
Allerdings gibt es gerade bei Rotkappen einen riesigen Unterschied in Bewertung von meiner Frau und von mir. Ich finde getrocknete Rotkappen zwar bei weitem nicht so lecker wie Birkenpilze, aber durchaus OK. Sie schmeckt aber irgendwas bei Rotkappen heraus was sie total stört, und zwar bei allen drei Verkostungen mit diversen Rotkappen-Arten. Diesmal habe ich ihr nicht mal vorher gesagt, dasss es Rotkappen sind, so ist Experiment am saubersten. Wir sind uns nur einig, dass Rotkappen eine tolle Konsistenz und ordentlich Eigengeschmack haben.
Meine Wertung: 9 Punkte, ihre Wertung: 6 Punkte. Durchschnitt: 7+
Wie schaut's bei euch aus mit getrockneten Rotkappen? Gibt es noch jemanden wer etwas störendes an Rotkappen empfindet?
Getrocknete Eichen-Rotkappen:
Eichenrotkappen fertig gemacht um die Suppe daraus zu kochen: als Pilzpulver und eingeweicht
Suppe aus Eichen-Rotkappen:
Hi JanMen und Danke für die Rückmeldung. Leider besteht das Problem immer noch beim Speichern, siehe Screenshot.
Der Fehler wird angezeigt egal ob ich ein Kommentar beim Editieren und Speichern angebe oder nicht. Die Änderungen werden dennoch immer korrekt gespeichert.
Alles anzeigenAlles anzeigenHallo Alex,
ist ja krass, dass du auch Reifpilze getrocknet hast.
Und ja, diesen etwas anderen Geschmack muss man mögen. Wenn wir ihn dann Ende September finden, nehmen wir ihn auch gerne mit. Dann gibt es die u.a. immer mit einer gewürzten Ölmischung bestrichen aus dem Ofen. Man schmeckt ihn klar heraus und ich würde es mal in Richtung honig-kräuterartig beschreiben.
Wenn sehr frisch, unversehrt und noch leicht geschlossen, ein erstklassiger Speisepilz.
VG
Hallo,
ich hatte das Vergnügen, den Reifpilz einmal gesondert zuzubereiten. Die Exemplare waren frisch, auch recht klein, 1A-Qualität.
Nun, was soll ich sagen, die Geschmäcker sind verschieden.
Diese Pilzart kommt bei mir nie wieder in die Pfanne. Fürchterlich …
Viele Grüße,
Steffen
Die Geschmäcker sind tatschlich verschieden.
Da hilft nur alles selber zu probieren.
Alles anzeigenHallo Alex,
ist ja krass, dass du auch Reifpilze getrocknet hast.
Und ja, diesen etwas anderen Geschmack muss man mögen. Wenn wir ihn dann Ende September finden, nehmen wir ihn auch gerne mit. Dann gibt es die u.a. immer mit einer gewürzten Ölmischung bestrichen aus dem Ofen. Man schmeckt ihn klar heraus und ich würde es mal in Richtung honig-kräuterartig beschreiben.
Wenn sehr frisch, unversehrt und noch leicht geschlossen, ein erstklassiger Speisepilz.
VG
2025 war halt ein sehr gutes Jahr für Reifpilze in unserer Region. Sie sind gefühlt an allen Stellen sehr gut gewachsen, wo ich sie je gesehen habe und an neuen Stellen auch! Da müsste ich etwas zum Trocknen einsammeln, die Reifpilze haben mich praktisch darum gebeten ![]()
"Honig-Kräuterartig" beschreibt meiner Meinung nach den Geschmack (und vor allem den Geruch!) ganz gut.
