Beiträge von mikromeister

    Ist Maisbeulenbrand Ustilago maydis ein suchenswerter Speisepilz oder kann man das getrost vergessen. Wir hatten mal einen an unserem Gemüsemais, aber angemacht hat mich das nicht.

    Muss man es mit Plinius dem Älteren halten, der damals über Artischocken geschrieben hat »...„Denn wir machen selbst die Monstrositäten der Erde zu Delikatessen und züchten sogar solche Geschöpfe, die alle Vierfüßer meiden.“...«?

    Ich habe mir das XnView MP angeschaut.
    Seltsam scheint mir, dass es trotz der erstaunlich vielen Tools kein Stempelwerkzeug zu haben scheint, um Pickel oder störende Punkte zu entfernen und ich habe auch kein Schärfungswerkzeug gefunden.

    Sicherlich habe ich mich nicht eingehend damit beschäftigt, aber momentan sehe ich noch nicht die Vorteile gegenüber den Windows Bordwerkzeugen.

    Es ist eine prinzipielle Frage.
    Was falsch gemacht werden kann wird irgendwann mal falsch gemacht werden.

    Schlau ist man immer erst hinterher und das ist allgemeine Lebenserfahrung.


    Man kann vielleicht sogar in manchen Fällen sicher entscheiden, aber am Tisch sitzt kein "man" sondern ein konkreter Pilzsachverständiger und diese Person ist prinzipiell fehlerbehaftet.


    Im übrigen ist das Wissen über unsere Welt immer Wandlungen unterworfen und was heute noch als 100% sicher gilt, kann morgen schon nicht mehr so sein und in 100 Jahren wird es fast sicher anders betrachtet
    Darf man da also heute ganz sicher sein? Ich denke nicht.

    100% Sicherheit? Wer das von sich glaubt, hat in meinen Augen schon an Vertrauen eingebüßt, weil er an Hybris leidet.


    Es geht doch immer um Riskomanagement und das ist ein Spiel mit Prozenten, mit Eintrittswahrscheinlichkeit, mit Folgenabschätzung, mit Vermeidbarkeitsmöglichkeit.
    Am Ende kommt aber immer ein Restrisko raus, das beim Pilzsachverständigen mit hoher Wahrscheinlichkeit geringer ist als beim Laien.

    Mein Hinweis zur Star-Linse und Schutzbrille war, weil zumindest meine Linse im UV Licht fluoresziert.

    Das ist sehr unangenehm, weil man dadurch Streulicht direkt im Auge produziert und der Seheindruck unterirdisch schlecht wird. Es reicht eine physiologisch unbedenkliche Resttransmission für einen deutlichen Effekt.
    Deshalb ist hier eine sehr gute UV-Schutzbrille besonders hilfreich und man merkt einen deutlichen Unterschied im Seheindruck, selbst wenn die Modelle nominal alle die selbe Spezifikation haben.

    Ich würde dir noch einen ZWB2-Filter nahelegen, das eliminiert das restliche, sichtbare Licht recht gut. Und 365 nm ist - na klar - 395 nm weit überlegen.

    Ja, ein Lampe mit solch einem Filter hat nur noch sehr geringen sichtbaren Anteil und wirkt zwar dunkel, aber funktioniert besser. Der Hersteller gibt in der Regel an, dass ein Filter verbaut ist und man kann es auch sehen, weil der bei Tageslicht fast schwarz ist.

    Eine Schutzbrille ist sehr sinnvoll und wenn man eine Staroperation hinter sich hat praktisch unvermeidlich. Zumindest meine künstliche Linse fluoresziert deutlich stärker als die natürliche und der Seheindruck mit einer schlechten oder gar ohne Schutzbrille ist unangenehm.

    Ich habe mehrere hochwertige Schutzbrillen ausprobiert und deutliche Unterschiede bezüglich Transmisionsspektrum gefunden, obwohl alle Polycarbonat Scheiben haben.
    Sehr gut ist die Schutzbrille Infield Ontor, klar, Überbrille, schwarz-türkis, für Brillenträger, die es bei Böttcher für unter 20 EUR gibt.

    Ich fotografiere einfach wahlweise durchs Messokular oder durch das andere. So habe ich einen Maßstab oder auch nicht. Der Maßstab muss natürlich sorgfältig in die Schärfeebene einjustiert sein


    Ein Problem der käuflichen Okularhalter ist es, dass sie meines Wissens alle auf das Okular geklemmt werden.

    In der Praxis arbeitet man aber am Mikroskop, will dann nur schnell ein Foto machen und sofort weiterarbeiten. Da ist der Klemmapparatismus kontraproduktiv.
    Zweitens sind Smartphones schwer und extrem asymetrisch. Wenn der Halter nicht gut festgeklemmt ist, kippt das Teil aus der optischen Achse.

    Der Austausch des Okulars ist auch keine gute Lösung, weil immer Gefahr besteht dass Staub ins Mikroskop fliegt und es Abrieb gibt.


    Ein Okularhalter, den man nur händisch und ohne Befestigung aufs Okular setzt und festhält ist dagegen extrem schnell und belastet nicht die Mikroskopmechanik. Ich habe tausende solcher Fotos gemacht und sehe es als die beste Methode fürs Zwischendurch-Fotografieren ohne den Aufwand eine Kamera professionell am Trinotubus anzubinden.

    Ich verwende eine Kamera-App, die die Einstellungen speichert und nicht automatisch abschaltet. So muss ich nicht immer Vergrößerung etc. neu einstellen kaum dass der Bildschirmschoner angesprungen ist. Hier habe ich für mein älteres Smartphone rumprobieren müssen, welche App das am ehesten kann.


    Die App muss auch ermöglichen, durch einfaches Tippen den Schärfepunkt auszuwählen. Auch wenn man per Auge vorher das Mikroskop auf diesen Punkt scharf gestellt hat, stellt die Kamera nochmal eigens scharf und das soll ja nicht irgendwo sein.

    Es ist sicherlich ein Thema, wie oft man das macht, welche Vergrößerung man hat und welches Okular.

    Mit einer geringen Vergrößerung hat man eine größere Tiefenschärfe und somit weniger kritisches Scharfstellen.
    Mit einem modernen riesigen Brillenträger-Weitfeldokular ist es sehr viel leichter freihand zu fotografieren (und zu mikroskopieren) , als mit einer weniger verfeinerten Optik.


    Man muss die Kamera um 2 Achsen genau rechtwinklig zum Strahl halten, zentrisch und im richtigen Abstand. Das sind 4 Freiheitsgrade, die für das optimale Bild stimmen müssen. Da muss man sich einfach überlegen, was einem wichtig ist.


    Den Holzklotzadapter kann man sich mit mittlerem handwerklichen Geschick selber basteln.

    Ich würde zuerst den richtigen Abstand z.B. mit Pappscheiben versuchen zu ermitteln.

    Dann in einem Brett eben dieser Dicke das Loch bohren, das schön auf dem Okular sitzt. Natürlich den Überlapp am Okular in der Abstandsrechnung nicht vergessen.

    Dann das Smartphone auf dem Brett ausrichten bis alles zentrisch ausschaut und aussen rum 4 Leisten aufkleben, die die Kamera in Position halten.
    Evtl. innen noch Pappstreifen plazieren, dass das Smartphone nicht kippelt.
    Damit reicht es die Teile ineinander zu legen. Man muss das Smartphone noch nicht mal befestigen.

    Ich habe einem alten Smartphone einfach einen rohrartigen Adapter aufgeklebt, der die Zentrierung übernimmt und den Abstand richtig hält.

    Das habe ich immer individuell aus schwarzem POM gedreht.

    Ich könnte mir auch vorstellen, einen Holzklotz zuzurichten, das Smartphone mit Tape oder Gummi drauf befestigen und an der richtigen Stelle ein großes Loch durch zu bohren, das übers Okular passt. Die Dicke muss etwa 20mm sein. Vorher ausprobieren. Die Befestigung darf aber nicht den Bildschirm beträtigen.
    Das ganze setze ich frei Hand aufs Okular und fotografiere. Die Qualität ist erstaunlich gut. Meinen Trinotubus-Ausgang benutze ich nicht, weil mir das viel zu viel Gemache ist, bis man da eine Kamera adptiert hat. Ich kann auch nicht sehen, dass die Trinotubus Aufnahmen besser wären. Lediglich der Bildausschnitt ist bei optimalem Setup größer.


    Mit der nötigen Ruhe kann man ein Smartphone auch ganz freihand positionieren und abdrücken um zu sehen wie die Qualität ist.
    Umständlich aber für einen Versuch möglich.

    Ich danke dir für die ausführliche Antwort und die Idee mit den Maronen und Steinpilzen. Das Buch werde ich mir auf jeden Fall besorgen.

    123pilze.de ist eine Website und kein Buch! https://www.123pilzsuche.de/da…ails/Maronenroehrling.htm

    Ich finde diese Breite, vor allem mit den Querverweisen auf Verwechslungspartner kann ein Buch kaum leisten.
    Trotzdem gehört natürlich ein gewisses Maß an Sorgfalt und Urteilskraft dazu, die Informationen praktisch anzuwenden. Pilze sammeln (und essen) ist kein gefahrloses Hobby und es kann tödlich enden.

    Ich kenne eine Frau, die tatsächlich "Pfifferlinge" mit Zotten gesammelt hat, weil sie "so gut ausgeschaut" haben und die dann ihrer Familie vorgesetzt hat. Die Frau hat Abitur.

    Da hilft natürlich garnichts mehr ausser jeden Fund beim Sachverständigen vorzuführen. Wer solche Züge an sich kennt, sollte wohl besser komplett verzichten.

    Vielleicht kann man in Summe und ohne dass man sich zu weit aus dem Fenster lehnt sagen, dass deine Pilze wie oben schon geschrieben meist viel zu alt sind.

    Die Maronenröhrlinge aus dem ersten Foto ausgenommen.
    Du scheinst relativ wahllos rausgerupft zu haben, was da rumstand. So wird das keine saubere Sache. Angegammelte Pilze sind genauso giftig wie andere verdorbene Lebensmittel.


    Du könntest Dich z.B. anhand des ersten Fotos vorerst nur zum "Spezialisten" für Maronenröhrlinge machen, indem Du die Exemplare des ersten Bildes genau studierst, mit den Vergleichsfotos und Beschreibung aus z.B. 123Pilze.de vergleichst und evtl. einem Bekannten zeigst der sich auskennt.


    Parallel könntest Du auf Steinpilze ausweiten, wenn Du schon ein so aussagekräftiges, wenn auch altes, Exemplar vorliegen hast und Dir hoffentlich den Platz gemerkt hast wo er wuchs.


    Pilzwanderung, Pilzsachverständiger, professionelle Anleitung ist sicherlich das Optimum, aber ich bin mir sicher, dass keine 10% der Pilzsucher diesen Bildungsweg genommen haben. Mit gesunder Urteilskraft und Vorsicht, kann man mit den heute im Internet verfügbaren Quellen durchaus die wichtigsten Speisepilze seiner Region kennenlernen ohne dass man gleich dem Tod geweiht ist. Gerade 123pilze ist in meinen Augen hier gegenüber vielen Büchern sehr hilfreich, weil auch die Verwechslungspartner und deren Gefährlichkeit genannt und ausführlich bebildert werden.
    Stockschwämmchen sammle ich z.B. nicht, obwohl ich sie sicher bestimmen kann. Mir ist die Gefahr einer Nachlässigkeit einfach zu groß. Auswirkung fatal, Eintrittswahrscheinlichkeit gering also Risiko hoch und Finger weg.
    Steinpilze kann man dagegen mit sorgfältiger Vorgehensweise schlimmstenfalls mit einem Gallenröhrling verwechseln und der bringt einen nicht um. Auswirkung nur unangenehm, Eintrittswahrscheinlichkeit als Anfänger Mittel, also Risiko tragbar.


    Mit Maronenröhrlingen und Steinpilzen kann man ein Pilzjahr verbringen.

    Ich habe sehr viele im Automaten getrocknete Steinpilze auf Lager und benutze die regelmäßig eingeweicht in Suppen.

    Die Statistik ist also gut.

    Aus dem selben Glas habe ich mehrer Suppen gewürzt ohne dass es anders geschmeckt hätte wie immer.

    Eine Bolognese meiner Frau war auffällig aromatisch. Hier hat sie die Steinpilze eingeweicht und einige Minuten zum Schluss mitgekocht.

    Eingeweicht in einem Zucchini-Auflauf mitgebacken waren sie dagegen auffällig geschmacklos.


    Wenn also nicht zufällig in die Bolognese ein extrem gutes Exemplar gerutscht ist, muss es die Zubereitung sein, die den Unterschied macht.
    Vielleicht sind es Nuancen an Temperatur und Zeit. Das muss doch schon mal jemand ernsthaft untersucht haben.

    Eh Micromeister

    Willst du mir damit sagen, dass ich ein blinder Grobmotoriker bin? :gaufsmaul: :gaufsmaul: dünnes Eis!!!!


    Ich dachte da eher an die Verrenkungen des Pinzettenvirtuosen, der versucht in den eigenen Kniekehlen oder gar an anderen rückwärtigen, bei Zecken beliebten Stellen das Werkzeug seitenverkehrt im Spiegel anzusetzen.
    Hier ist es wohl nicht ehrenrührig, eine schlechte Figur zu machen.

    @Micromeister

    hast Du die Zeckenzangen auf dem Foto selbst ausprobiert? Ein Set solcher Billigpinzetten chinesischer Herstellung habe ich mir mal naiverweise aus einem 1-Euro Ramschregal gekauft und musste schnell feststellen, das sie nichts taugen.

    Kann Dir natürlich passieren, dass sie nichts taugt, aber die chinesischen Produkte sind sehr viel besser als früher. Ich habe eine ganze Armada von Pinzetten von Dupont bis China, von Stahl über Titan bis Kunststoff für den täglichen professionellen Gebrauch.

    Eine 5 EUR Pinzette (die Verlinkte ist ein subventioniertes Promoangebot) ist natürlich nicht das Ende der Fahnenstange, aber wenn ich dagegen die Pinzetten anschaue, mit denen die deutsche Hausfrau ihre Brauen zupft, dann sieht man erst, wie weit man sinken kann.


    Vielleicht ist aber auch so eine Zeckenkarte bzw Kuhfuß für den ungeübten Nutzer tatsächlich die bessere Wahl, weil man nicht gut sehen muss dafür und die Handhabung auch dem Grobmotoriker und ungünstigen Stellen entgegen kommt.

    Eine Pinzette ist dagegen ein Präzisionsinstrument, das man auch bedienen können muss.

    Andererseits würde ich beim nächsten Splitter im Finger nicht gerne nur eine Zeckenkarte im Haus haben.


    @ Claudia: Ich denke nicht, dass ein explizites Wundantiseptikum länger als ein paar Sekunden nach dem Entfernen der Zecke sinnvoll sein könnte. Da geht nichts durch die Haut.


    So sieht eine geeignete Pinzette aus.
    Ein gutes Auge und feine Fingerchen sind natürlich Voraussetzung für die Bedienung. Und sorgfältige Lagerung.

    Die Pinzetten von Ärzten sind meistens gruselige geriffelte Dinger, die von Sprechstundenhilfen regelmäßig in den Sterilisator gekippt und dabei ruiniert werden.


    Für das Entfernen einer Zecke muss die Pinzette nicht steril sein. Die Zecke ist es ja auch nicht.

    Die genannten, bewährten Medikamente beissen sich doch nicht und wir uns auch nicht :) Keines muss man als Mittelchen abtun, aber man sollte wissen, was man ihnen zutrauen darf.

    Man kann sowohl mit einem wissenschaftlich belegt hochwirksamen Desinfektionsmittel die eine Schiene fahren, von der ich nota bene nur vermute, dass sie helfen könnte und trotzdem zusätzlich Johanniskrautöl mit einem anderen Wirkungsspektrum draufgeben.

    Dass an der Bissstelle auch nach Tagen noch was passiert kann man am oft periodisch auftretenden Juckreiz und der Rötung deutlich sehen. Also warum nicht behandeln?

    In beiden Fällen ist der Aufwand winzig, es gibt keine Nebenwirkungen und auch eine geringe Wirkung könnte den entscheidenden Unterschied machen.


    Meine Anmerkung bezog sich nur da drauf, dass weder Alkohol (welcher?) noch Johannniskrautöl in puncto Desinfektion an ein modernen Wundantiseptikum ranreichen.

    Da wird so viel dran geforscht, dass man hier dem Stand der Wissenschaft sicherlich glauben darf.


    Zur Entfernung:

    Eine Zeckenkarte ist sicherlich nicht das schlechteste Instrument, aber eine wirklich präzise Pinzette ist sehr viel besser.

    Heutzutage kann man bei Aliexpress für wenige Euro eine gute spitze Pinzette Typ 5 kaufen, mit der man auch kleine Zecken von der Seite präzise hinter dem Kopf fassen kann und entfernen ohne der Körper wie eine Tube auszuquetschen.
    Das ist sehr wahrscheinlich auch ein wichtiger Baustein in der Borreliosevermeidung.