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letzter Beitrag von Nelkenschwindling am

2021 - Pilze in Berlin und Brandenburg

  • Na dann können wir jetzt ja alle wieder runterfahren und uns auf das konzentrieren, was uns verbindet.

    Die Freude an Pilzen, gell?


    Mangels Funden in der Natur hier ein Foto von meiner Shitakepilzzucht in meinem Badezimmer kurz vor der Ernte:



    Was kommt als nächstes? Morcheln?

    Ich habe noch nie welche gefunden. Habt ihr Tipps in welchen Gebieten ich Glück haben könnte?


    Ich wünsch Euch einen schönen Start in den Vorfrühling, laut Vorhersage können wir ja mit bis zu 17 Grad am Wochenende rechnen. Ich freu mich drauf!


    Grüße, Karolin

  • Hallo Karolin,


    Das sind ja großartige Ergebnisse bei deiner Pilzzucht. Ich bin gerade dabei, Stockschwämmchen zu züchten, weiß aber noch nicht, ob es funktionieren wird. Die schon durchgewachsenen Stämme liegen zur Zeit noch im Keller, werden aber bald in den Garten kommen.


    Nach Morcheln suche ich hier im Süden Berlins schon seit Jahrzehnten mit ziemlicher Intensität, auch unter Nutzung des Internets, u.a. auch durch Auswertung offizieller Bodenbestandteilekarten (offizieller Begriff fällt mir gerade nicht ein), Verfolgung aller möglicher Foren usw. Aber bis heute alles ohne Erfolg. Brandenburg ist einfach kein Morchelland. Ich war an vielen Orten bis südlich des Spreewaldes. Wir haben hier z.B. Grünlinge in Massen, die woanders überhaupt nicht vorkommen. Ich habe nur hin und wieder in größeren Zeitabständen 2 oder 3 Exemplare von Morcheln in verschiedenen Gärten gefunden, fast immer unter Apfelbäumen. Leider musste solch ein Apfelbaum in unserem Garten wegen eines Hausbaus verschwinden.


    Frag mal den Ingo (Benutzername ingosixecho) hier im Forum, der hat da mehr Glück gehabt und findet jedes Jahr Morcheln.


    Viele Grüße - Holger

  • Hallo Holger,


    sehr nett. Aber Morcheln finde ich nicht so interessant. Meine alten Standorte gaben in den letzten beiden Jahren nicht mehr viel her. Allerdings muss ich in einem Punkt wiedersprechen. In Brandenburg gibt es reichlich Morchelstandorte. Für Fresspilze bin ich allerdings der falsche Ansprechpartner.


    GR Ingo

  • Tja, Morcheln habe ich leider noch keine gefunden, dafür aber viel Wunderlauch. Hab vorhin auch ein leckeres Pesto daraus gemacht.


    Und diesen Freund hier fand ich heute. Keine Ahnung was es ist, aber immer schön, Pilze zu finden.




    Liebe Frühlingsgrüsse, Karolin

  • Hallo Karolin,

    könnte ein Rehbrauner Dachpilz sein, aber dann müsste das Sporenpulver rosa sein. Und im Längsschnitt müssten freie Lamellen zu sehen sein. Ohne diese Bestimmungsschritte wirds schwer.

    Aber super, dass es endlich wieder Pilze gibt.

    FG

    Oehrling

    PSVs dürfen weder über I-Net noch übers Telefon Pilze zum Essen freigeben - da musst du schon mit deinem Pilz zum lokalen PSV!

  • Eigentlich sieht es in diesem Frühjahr sogar viel besser aus als in den vergangenen. Etwas fußkalt aber schön feucht. Die Frühjahrslorcheln kommen gerade in Massen. Morcheln habe ich auch schon gesehen. Für Ständerpilze scheint es noch zu kalt zu sein. Vielleicht gibt es in diesem Jahr sogar wieder Mairitterlinge. Die fielen in den vergangenen 5 Jahren der Dürre zum Opfer.


    Grüßlis Ingo

  • Hallo Ingo,


    ich habe auch in sämtlichen letzten Jahren hier immer noch Maipilze gefunden, allerdings auch mit sinkender Tendenz, besonders im letzten Jahr. Ich kenne eigentlich seit mindestens 10 Jahren nur noch eine einzige Stelle, wo man richtig Mairitterlinge finden kann. Ich bin jetzt zu faul, aber ich könnte viele Bilder liefern.


    Gruß - Holger

  • Hallo Landsleute,


    hier zwei Bildchen von jahreszeit-gerechten Schlauchingern:


    Mitten unter Kiefern im Sand, wen wundert's?!



    Und auch ebenda:



    Für die Suchenden hier: M und L stehen dort 20 Meter entfernt im selben Terrain. Wer mag, darf sich einen Reim drauf machen. Im Herbst stehen dort, Regen vorausgesetzt, wesentlich interessantere Sachen rum. Zum Beispiel Gerhardtia borealis oder Russula integra.


    Grüßlis Ingo

  • Gruß aus Berlin's Süden.


    Ich mußte die leider in der Größe sammeln, aber sie fallen sonst dem Aufsitzmäher der "Deutsche Wohnen" zum Opfer.

    Spriesst nur ein Grashalm , wird gemäht...und das gerne wöchentlich.


    Fundstelle um einen umgefällten Apfelbaum .

  • Ahoj, Ka-taa,


    ==Gnolm11

  • Hallo Ka-taa,


    nach diesen beeindruckenden Bildern würde mich nunmehr der Name dieser Morchel interessieren!

    Eine "schnöde" Speisemorchel (Morchella esculenta) ist das jedenfalls nicht.

    Geht eher in Richtung Steppenrasen-Morchel (Morchella steppicola), aber die wird es wohl auch nicht sein.


    So etwas besonderes sollte unbedingt sequenziert werden, ich glaube, da läuft gerade ein Projekt.

    Tricholomopsis weiß da sicher mehr und meldet sich vielleicht noch diesbezüglich.


    LG, Nobi

    Hier geht es zu meinen Themen.

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    Chips: 88 nach diversen Verlusten - 10 APR 2019 = 78 + 6 (150er Prämie APR 2019) = 84 -10 APR 2020 = 74

  • Hallo allerseits,

    Ich habe da auch noch eine Morchel aus dem Archiv, von 2008, ist seitdem leider nicht wiedergekommen, auf Sand/Kies, sonnenexponierter Südhang, Fichte und Birke, etwas weiter weg vielleicht auch noch Kiefer und Espe bzw. in der Nähe ganz junge Kiefern (10-15 Jahre), daher die Nadeln. Das waren damals nur zwei Exemplare, die ich stehenließ und wobei ich mir weiter nichts dachte. Nachdem ich im Forum jetzt die verschiedenen Biotopbeschreibungen gelesen habe, scheint da nix zu passen. Einzig die von Nobi eingebrachte M. steppicola klingt in die Richtung. Da müsste ich weitere Bilder von verschiedenen Zeitpunkten haben, ggf. vom Biotop damals und heute.



    LG, Bernd

  • Hallo

    Meine das bei Ka-taa Fund um Morchella vulgaris gehet . Ein variation von esculenta . Vor dem Alpenrand genau nähe Rosenheim vorkommen nicht selten


    LG

  • Hallo Ka-taa,


    Wenn deine Funde wirklich M. steppicola ist, was ich nicht glaube, müssen am Fundort Adonisröschen vorhanden sein. Ich denke wie beli hier auch an M. vulgaris.


    Hallo Bernd,


    ich sehe bei deinem Fund eine sehr junge Spitzmorchel, die ja gerade aufgesplittet werden.


    VG Jörg

  • Hallo Jörg, die Spitzmorchel hatte ich gelegentlich - auch nur ein Mal - auf dem Hof, im Obstgarten unter Apfel oder Birne. Das hätte eine gewisse Plausibilität, aber darf die so trocken? Da ist sonst nichts außer Moosen und Flechten. Basisch ja, Sand und besonders Kies sind kalkhaltig.

    Spätere Bilder sahen so aus (das erste Bild oben vom 14.4.)


    vom 24.4.

    vom 13.5.


    LG, Bernd

  • Servus nobi (du hast mich erwähnt) und alle,


    ich traue mich bei Morcheln gar nichts zu, was Artnamen angeht. Ich traue mir auch keine Morchella esculenta var. vulgaris zu. Es gibt über 60 Morchelarten und einige davon haben immer noch nur Clade-Nummern. Mittlerweile gibt es sogar drei Käppchenmorchelarten in Europa (ich wusste vorher nur von zwei Arten). Wobei das, was ich bisher als Morchella esculenta var. vulgaris angesprochen habe, anders ausschaut. Die ist mir viel zu stark in sich gewunden.


    Es kommen regelmäßig neue Publikationen über Morcheln heraus. Das Projekt läuft quasi weltweit, wobei Europa bzw. das Mittelmeergebiet das Artenvielfaltszentrum der Gattung ist und die Gattung wohl auch in Europa entstanden ist. Morchella anatolica ist eine der ursprünglichsten Morcheln (die hat ein schönes, gestreiftes Sporenornament, ist damit aber nicht allein).


    Bei den Speisemorcheln ist es genauso chaotisch wie bei den Spitzmorcheln. Was aber sehr gut geht: sequenzieren - es wurden sehr viele Sequenzen publiziert, es gibt sehr viele Stammbäume und man kann dann die Morchel zuordnen. Kostet ca. 20 Euro pro Beleg auf dem freien Markt (die Sequenzierkosten liegen deutlich drunter, aber es ist legitim, dass Firmen Gewinn erwirtschaften bzw. die Sequenziergeräte auch refinanzieren).


    Ich bin auch am Überlegen, ob ich mal anfangen soll, Morcheln wegzuschicken. Ich habe eine der gelben Speisemorcheln von einem Trockenstandort bei Eiche - und das bei Hitze und Trockenheit letztes Jahr. Lohnen würde es sich, wenn man Morcheln sehr genau analysiert und dokumentiert und dann per Sequenz den Namen bekäme. Dann kann man später anfangen, die Merkmale mit den Bestimmungsergebnissen zu korrelieren. Dann wird man später vielleicht auch wieder klassisch (oder durch die Ökologie, also den Standort) die Arten bestimmen können. Anatomisch scheinen die sterilen Endzellen der Wabenkanten ganz gute Merkmale zu liefern. Die Sporenpulverfarbe wurde bisher kaum berücksichtigt (man kann da die Romagnsei-Tafeln verwenden, die Farbe variiert von weiß bis tief ockergelb, wie bei den Russulen). Vielleicht geht da was (nur sind Morcheln oft steril oder erst spät sporulierend).


    Liebe Grüße,

    Christoph

  • Es gibt über 60 Morchelarten

    ==Gnolm11 *ohrenschlacker*

    Interessant finde ich in diesem Zusammenhang, dass bei einigen Konsumenten hier und da "Unverträglichkeitsreaktionen" aufgetreten sind. Es könnte auch gut sein, dass sich die eine oder andere der neu beschriebenen Arten als giftig erweist. Das sollte man vielleicht mal im Auge behalten.


    Gruß Ingo

  • Hallo allerseits,

    Ich habe da auch noch eine Morchel aus dem Archiv, von 2008, ist seitdem leider nicht wiedergekommen, auf Sand/Kies, sonnenexponierter Südhang, Fichte und Birke, etwas weiter weg vielleicht auch noch Kiefer und Espe bzw. in der Nähe ganz junge Kiefern (10-15 Jahre), daher die Nadeln. Das waren damals nur zwei Exemplare, die ich stehenließ und wobei ich mir weiter nichts dachte. Nachdem ich im Forum jetzt die verschiedenen Biotopbeschreibungen gelesen habe, scheint da nix zu passen. Einzig die von Nobi eingebrachte M. steppicola klingt in die Richtung.



    LG, Bernd

    Hallo Bernd,


    das ist schon eine der Spitzmorcheln. Bei mir wachsen die auch gerne im oder auf dem Sand. Begleitbäume: Kiefern, Birken und Espen. M. steppicola kannst du hier ausschließen. Die sind rund.


    GRI

  • Hallo Pilzfreunde,


    ich wünsche euch ein ertragreiches Pilzjahr. Ich war dieses Wochenende in der märkischen Schweiz auf Morchelsuche. Ich habe habe gezielt die Gebiete am Flluss Stöbber gesucht. Leider ohne Erfolg.

    Kommt es tatsächlich bei den Morcheln auf die Bodenbeschaffenheit an. Die bevorzugen Lehmboden. Gibt es überhaupt Lehmboden in der Brandenburger Region?


    LG Beski

  • Hi Beski,

    an der Stöbber gibt es Speisemorcheln. Wir haben am Sonntag dort einige gefunden. Aber das Gebiet ist total überlaufen und leergesucht. Ja, sie brauchen kalkigen, möglichst basischen Boden. Die Spitzmorcheln sind da weniger anspruchsvoll. Hier hast Du in manchen Pappelwäldern Erfolg.

    beste Grüße,

    Tom

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