Beiträge von coindigger

    Also ich meine das untere Bild erinnert doch sehr an einen Hexenring.

    Wenn Hexen es schaffen, dass Pilze sich so ausrichten und im Kreis wachsen, warum sollten sie das mit Ästen nicht auch tun?

    Hallo Norbert!


    Ich denke nicht, dass eine Diskussion über den Verzehr von Nebelkappen einer Diskussion über das Rauchen auch nur im entferntesten gleicht...

    Aber sicher sind da Parallelen.

    Nämlich, dass Gifte von Mensch zu Mensch ganz unterschiedlich wirken können.

    Natürlich neben Unterschieden, wie Du auch darstellst, um die es Norbert aber ggf. gar nicht ging.

    Hallo Marcel,

    ich denke, Du wirst Dich vor deiner Frage ein wenig mit der Biochemie des Nebularins beschäftigt haben?

    Auf die schnelle finde ich, dass Nebularin ein Nucelosid ist. Vielleicht hast du mal von den Nukleotiden gelesen - den vier Bausteinen unserer Erbsubstanz - A, C, T, G.

    Nukleosid klingt ähnlich und ist auch chemisch sehr dicht an diesen Grundbausteinen unserer DNS.

    Das bedeutet erst mal, dass hier durchaus eine Gefahr nahe liegt, dass dieses Moleküle fälschlicherweise irgendwie in die Biochemie unserer Erbsubstanz eingreifen können...


    Weiterhin findet sich auf die schnelle ebenso, dass Nebularin ein Hemmer eines Enzyms ist: der Adenosin-Desaminase (ADA). Der eklatante Mangel an dieser ADA ist eine seltene Erbkrankheit. Wenn man wiederum zu dieser recherchiert, liest man dass sie autosomal rezessiv vererbt wird. Das bedeutet, um wirklich ernsthaft zu erkranken, müssen beide Chromosomen, das vom Vater und das von der Mutter, defekt sein. Ich stelle mir nun vor, dass es durchaus eine höhere Verbreitung von "Trägern" gibt, also Personen, die zwar ein defektes (Gen) Chromosom haben, aber eben nicht krank sind, da das andere Chromosom gesund ist. Wenn nun diese Personen, die sicher grundsätzlich über einen leichten Mangel an ADA verfügen Nebelkappen verspeisen, kann es durchaus zu signifikantem ADA-Mangel kommen - das heißt, diese Personen reagieren gänzlich anders als die Bevölkerung, die zwei gesunde Chromosomen hat.

    Das ist jetzt konstruiert und wirklich auf der lesbaren Faktenlage mal weitergedacht - aber denkbar.


    Genau so ähnlich gibt es häufig Gründe, warum der eine oder andere vom Stoffwechsel her Pilze nicht verträgt, die in der Menge der Bevölkerung ohne Beschwerden verspeist werden können.


    Vielleicht finden sich aber noch weitere, auch wissenschaftliche Artikel zum Nebularin. Da die Substanz ganz gut aus der Pilzmasse isolierbar ist, könnte ich mir vorstellen, dass so einige Diplomanden oder Doktoranden sich schon damit beschäftigt haben.

    Hi Hacke,

    ich würde sagen: ja und ja.

    Einerseits sehe ich deine Maronen und den Pfifferling.

    Mal davon abgesehen, dass Du uns noch andere Pilze zeigst - Lacktrichterlinge und vielleicht Grünblättrige Schwefelköpfe und letztere leicht giftig sind.

    Pfifferling und Maronen sehen aber m.E. noch gut essbar aus.

    ...ich gehe mit bei Rhizopogon - vermultich roseolus.

    Das ist übrigens ein Boletales, und der Kupferrote Gelbfuß schmarotzt darauf oder macht eine Co-Mycorrhiza ...

    Super!

    Besten Dank für diese Info, Wolfgang!

    Jetzt wird mir klar, warum wir an einer Stelle unserer Griechenlandexpedition ( sarifa ) im Wald erst die Kupferroten fanden und wenig später ebenda diverse Rhizopogen.

    Hallo Phillip,

    mal davon abgesehen, dass die Funde sicher keine pilzbuchprägenden Prachtexemplare sind, sehe ich in der Stielbasis schon die nicht-abgesetzte Form eines bspw. Grauen Wulstlings. Vielleicht tendiert die Optik noch ein wenig Richtung Warzengürtel, aber im Grunde genommen sehe ich eine Verdickung der Stielbasis, der mehr oder weniger unregelmäßig Schuppen und Flocken anhängen, teilradial meinetwegen auch noch - aber nicht 360 Grad umlaufend und abgesetzt.

    Optisch für mich auch Richtung Grauer Wulstling. Panther gar nicht. Eher Richtung Fliegenpilzecke, aber sehe ich auch nicht wirklich.

    Ooooch. Bin ich neidisch. Ich brauche mehr Zeit für sowas.

    Wunderschöne Funde. Bestimmt haste ganz viel tolles gelernt.

    ...

    Überaus zufrieden war ich mit der Coindiggerschen Avatartrompete - weniger Phantasiebegabte nennen diese Säufernase auch Stachelbeertäubling. Ersterer wäre für mich ein Erstfund:

    ...

    Ist ja cool. Da konnte ich heute Abend noch mal richtig laut lachen!!

    Allerdings habe ich das nette Teil immer als mein "Pilzradar" gesehen.

    :)


    Ganz liebe Grüße in eins meiner schönsten Thüringer Täler!!

    Hallo Pablo,

    okay, für excelsa sprechen: im Schnitt und unter der HH eher bräunliche denn rote Töne. Ebenso ein Q von 1.42 ist dichter am excelsa als am rubenscens.

    Die komplett abziehbare Huthaut hätte mich eher Richtung rubescens getrieben.

    Habe ich etwas übersehen, was Dich noch sicherer machte?

    Beste Grüße!

    Hallo Steffen,

    auch ich denke primär an die gute variable Perle.

    Insbesondere das Herausquälen aus dem Moos führt zu einem langen, dünnen Wuchs. Und dann relativ lange untererdig im Moos wachsend zum sehr hellen Erscheinungsbild.

    Was mich wundert sind die sehr kleinen Sporen, aber im Prinzip passen die gerade noch.

    Und für eine Limacella sind sie zu groß.

    Hallo Frank,


    zum sogenannten "Falschen Perlpilz" steht im "Pilze der Schweiz" Band 4:


    "Der vor allem in älterer Lit. herumgeisternde «Falsche Perlpilz» (A. pseudorubescens) bezieht sich mit grösster Wahrscheinlichkeit auf dunkelviolettbraune, hartfleischige und mit spitzwarzigen Velumresten bedeckte Trockenformen der hier beschriebenen Art. Nach KRIEGLSTElNER (1984a) ist dieses Binomen lediglich als Synonym zu betrachten."

    Spannenderweise ist das ja nahe an deinem Fundexemplar.


    Eine mikroskopische Unterscheidung zum Grauen Wulstling wird lediglich über den Q-Wert der Sporen vorgeschlagen: Die vom Perli sind "länglicher", die vom Excelsa "rundlicher".


    Auf amanitaceae.org finde ich auf die Schnelle jetzt keinen Clou dazu.


    Wenn Du magst und der "Kleine" überhaupt schon Sporen hat, kann ich mal ein paar Messung unter der Photonenschleuder machen.

    Hallo Paul,


    ich verstehe, dass Du das nicht nachvollziehen kannst.

    Aber es ist so häufig, dass Pilze verwachsen und damit unerkennbar, unförmig und sonderbar aussehen. Schau mal auf meinen Avatar - das ist auch nicht selten und manchmal noch viel extremer ausgeprägt.

    Man erkennt die Verwuchsformen dann idealerweise noch am Geruch, am Substrat und an der Konsistenz. Auch Durchschneiden hilft oft. Aber das geht alles bei einem eingestellten Bild nicht.

    Insofern liegt der Leberreischling als verwachsene Form auch für mich schon sehr nahe.