Beiträge von Tricholomopsis

    Servus Malone,


    schade, das Video ist "nicht verfügbar" - jedenfalls bei mir im Browser...


    Ich liiiiieeeebe Zappa! Da triffst du meinen Geschmack. Ich mag von ihm sehr vieles, sowohl Joe's Garage (das ganze Album), als auch seine Orchesterwerke wie "The Yellow Shark", aber auch seine anderen Platten (z.B. Drowning Witch)...



    Hier der G Spot Tornado von ihm selbst dirigiert und mit einer Modern Dance-Interpretation...


    Für mich geniale Kunst.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Jan-Arne,


    ich bin Fan der Corticiaceae of Northern Europe in 8 Bänden. Ich ergänze das dann mit neueren Büchern, die aktueller sind (z.B. Bernicchia), aber die Qualität nicht erreichen (nur gibt es halt mehr Arten als in der CoNE enthalten sind). Dazu dann natürlich Fachartikel und Gattungsmonographien (gibt es auch zu Corticioiden zum Teil).


    Was Porlinge angeht, finde ich das zweibändige Werk (Gilbertson & Ryvarden) am besten und ergänze das dann auch mit neueren Werken wie dem aktuellen Ryvarden & Melot. Die pileaten Porlinge (Dörfelt / Ruske) habe ich noch nicht selbst gekauft und habe es noch nicht näher gesehen...


    Was ich natürlich hinsichtlich meiner Lieblinge noch vergessen habe:


    Dacrymyces s.l., Exidiopsis und weitere Gallertpilze im weitesten Sinn - finde ich sehr spannend.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Ingo,


    Lepista glaucocana ist bei mir häufig - ich habe die einmal gegessen: riecht nicht nur anders, schmeckt auch anders: absolut widerlich und völlig anders als Lepista nuda. Auch das ist ein Bestimmungsmerkmal ;-). Wie gesagt, sehe ich auch eher Lepista nuda in dem Foto.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Craterelle,


    der Geschmack ist schwer zu beschreiben - es ist auch schon länger her. Ich hatte damals ein Mischgericht mit ca. 50% Lepista glaucocana gemacht - die Zuordnung Geschmack - Pilz war klar (sowohl das gesamte Essen war verdorben als auch war der Geschmack der Einzelstücke der Lepista im Essen gruselig). Es war nicht bitter, aber ein Geschmack, bei dem's mich schüttelt. Ich weiß wirklich nicht, wie ich's beschreiben soll. Ich fands schlimmer als die Nebelkappe und die ist für mich auch widerlich. Ist sicher Geschmacksfrage. Ich habe aber nichts, womit ich's vergleichen kann. Es war auch keine Komponente im eigentlich machbaren Geschmack, sondern der Grundgeschmack an sich ist für mich gruselig. Nicht hilfreich, ich weiß ;-).


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Otto,


    der Gabeltrichterling sieht gut aus als solcher.


    Was die Lepista angeht - bist du dir sicher, dass du einen Abwurf erhalten hast? Lepista glaucocana hat ein fast schon orangelich-rötelstiftsrtiges Sporenpulver (habe ich mir heuer im Spätherbst angeschaut). Lepista nuda hat auch einen deutlichen Rötelton im Sporenpulver. Nach den ersten Frösten sporulieren die aber oft gar nicht mehr. Auch dann nicht, wenn sie mal zu trocken standen.

    Die Farben sind am Foto oft schlecht zu deuten, aber Lepista nuda ist gut möglich - ich sehe in der Hutmitte etwas weinrötlichen Ton, was Lepista glaucocana nicht hat.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus beinand,


    Jan-Arne war schneller. Bin absolut d'accord, was die ersten 5 Bilder angeht. Lactarius ist klar, Lactarius subdulcis das wahrscheinlichste. Die letzten (mit dem stark gerieften Hut) sind mir eher unklar - wobei das Foto von unten wieder auf einen Rübling hinweist.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Harald,


    für mich passt da manches nicht zusammen. Nur anhand der Fotos ist es schwierig, aber doch vielleicht deutbar. Die reifen Bereiche sehen weniger nach durchgehendem Hymenium aus, sondern mehr nach Nestern. Die Basidienform passt nicht wirklich zu einem klassischen Porling. Ich meine sogar, auf einem Foto ein Septum der Basidie zu erkennen. Ich habe es mit roten Punkten markiert:



    Hier der gleiche Bildausschnitt ohne die Punkte:




    Dann scheint es so zu sein, als hätte das Hymenium keine Schnallen, wohl aber die generativen Hyphen des Porlings. Und falls das mit dem Septum eine Fehlinterpretation sein sollte, erinnert das Bild mit den "Sporen" an einer Basidie, die so seitlich rausschauen, mehr an die Epibasidien einer Tulasnella.


    Jetzt kenne ich keine Art mit septierten Basidien ohne Schnallen und so allantoiden Sporen... Mir scheint es aber eher so zu sein, dass der Porling einen Pilzparasiten hat. Vielleicht findest du an anderen Stellen entweder doch das Originalhymenium oder reifere Stadien des (?) Parasiten.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus beinand,


    Baorangia emilei kenne ich aus Norditalien. Die Poren sind da wirklich feiner und vor allem ist die Röhrenschicht extrem kurz (Gattungsmerkmal). Ich denke auch an einen verhunzten Rheubarbariboletus armeniacus (wer den Gattungsnamen verbrochen hat... *grummel).


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Stefan,


    du meinst den Vortrag von Martin Kirchmeier: nephrotox_amaniten_kirchmair.pdf

    Die zugehörige Fachpublikation kann man hier downloaden: (PDF) Laboratory confirmation of Amanita smithiana mushroom poisoning


    Später wurde das Toxin per HPLC wohl bestätigt: 201408221709_21104_slides.pdf


    Ich habe da nur den Vortrag, aber nicht die Fachpublikation parat.


    Insofern ist mein Stand, dass die Vermutung 2014 bestätigt wurde. Das meine ich ja damit, dass man die Fragestellung anders fassen sollte. Das war auch nicht als Vorwurf gemeint, dass es sofort und jetzt überarbeitet werden müsste ;-). Ich weiß ja nicht, wer genau welche Frage erarbeitet hatte - ich sehe ja nur, dass bei sehr vielen Fragen der Erwartungshorizont so extrem offen ist, daher vermute ich, dass das ja so gewollt war. Wenn sich das geändert haben sollte, wäre es meines Erachtens ja positiv (andere denken da vielleicht durchaus anders - man kann auch an offenen Fragestellungen Vorteile sehen, es gibt ja nicht nur schwarz und weiß).


    Jedenfalls hätte ich die Frage wie folgt beantwortet:


    Orallanin und Smithiana-Toxin, dazu noch (ungeklärt) das Toxin von Amanita solitaria proxima (edit - mal wieder ein obligatorischer Fehler beim Runbtertippen), das noch nicht bekannt ist. An Polyporsäure hätte ich nicht gedacht, da ich nur weiß, dass dann der Urin violett ist und dass es zu Erhöhungen der Leberwerte kam bzw. es nur ein Fall bekannt ist, bei dem zu vermuten ist, dass Organschädigungen möglich sind. Dass die Niere betroffen war, war mir nicht mehr bewusst. Amanita solitaria hingegen ist eine bekannte, gefährliche Giftpilzart.


    Ob ich jetzt alle Punkte bekommen hätte, weiß ich nicht (ist auch egal) ^^


    Liebe Grüße,

    Christoph

    P.P.S.:

    Hab gerade nochmal nachgesehen - Hypsizygus tessulatus beruht auf Bulliard - 1791! (als Agaricus tessulatus)

    Hypsizygus marmoreus hat Peck aus Nordamerika beschrieben (als Agaricus marmoreus) - 1872


    Insofern hat bei Synonymie H. tessulatus Priorität und H. marmoreus muss man fallen lassen. Trennt man beide, dann ist der heimische wie gesagt H. tessulatus und auch nicht H. marmoreus.

    Hypsizygus ulmarius beruht auch auf Bulliard 1791und beide auf der gleichen Seite des gleichen Werks, also zeitgleich beschrieben :-).


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus HexeDee,


    den Namen H. ulmarius var. nemoreus kenne ich nicht. Mycobank führt die Kombination auch nicht - auch nicht auf anderer Rangstufe.


    Hypsizygus ulmarius und H. tessulatus sind mikroskopisch übrigens nicht oder kaum zu trennen, weshalb die Makroskopie für die Bestimmung relevant ist. Und manche trennen daher die beiden, die Schildkröte und den Ulmenrasling nicht auf Artebene.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Alex,


    das mit den Synonymen ist immer Ansichtssache. Es gibt auch Autoren, für die Hypsizygus tesselatus und H. ulmarius Synonyme sind (z.B. Bresinsky).Andere trennen zwischen Schildkröte und Ulmenrasling.

    Ob H. marmoreus Synonym mit H. tesselatus ist oder nicht, ist m.W. auch nicht so klar - oder es gibt einen aktuellen Artikel dazu?! Ich hatte mich mit H. marmoreus ein bisserl beschäftigt gehabt, als ich aus dem Nationalpark Bayer. Wald den Schildkrötenrasling bestimmt hatte. Damals galt H. marmoreus als schmächtigere, asiatische Art. Aber wie gesagt, manche haben das alles unter H. ulmarius laufen lassen.

    Ich bin bei dem Zusammenschmeißen von asiatischen und europäischen Arten immer skeptisch, es sei denn, es gibt gute, umfassende Artikel, die die Synonymie gut begründen.

    Wikipedia-Artikel nehme ich nicht als Kriterium für Synonyme - wenn dann die in Wikipedia verlinkten Quellen, wenn die seriös sind. Und in dem englischsprachigen Wiki-Artikel ist auch kein Querverweis auf die Synonymie der beiden Schildkröten.

    Und wie so oft schreibt jemand z.B. in der englischen Wiki es als Synonym hin und andere übernehmen das entsprechend.


    Falls jemand einen aktuellen Artikel über die Trennung oder Zusammenlegung der beiden hat, wäre ich sehr neugierig und dankbar, das zu bekommen. Solange ich aber keine Argumente kenne, bleibe ich bei der europäischen Art Hypsizygus tesselatus. ;-)


    Man sieht auch ein Problem: es werden Funde einer bei uns extrem seltenen, aber heimischen Art als ausgerissene Zuchtpilze interpretiert- das würde bedeuten, dass die Vorkommen nicht schützenswert sind. Auch deshalb bevorzuge ich für die heimischen Sippen den europäischen Namen.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Alex,


    ich habe leider keinen Kontakt mehr - war vor vielen Jahren... ich weiß nur, dass die Pilze sehr lange gewässert wurden (in Salzwasser) - über Nacht, also so ca. 12 Stunden, danach in Leitungswasser abgekocht wurden, um dann am Ende in einem Omlette zu landen.


    Ich habe es hier nie probiert, da ich zu viel Respekt vor Übelkeit und Bauchschmerzen habe ;-)


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus beinand...


    Alexander : ja, ich habe L. vellereus nicht gewässert, sondern frisch in Scheiben geschnitten und in hei0em Öl gebraten.


    Ich werde den Thread später umbauen (in naher Zukunft) und auch weiter mit Pilzen füllen, die ich probiert habe. Es fehlt noch einiges... So z.B. Lactarius torminosus, der mir sehr gut geschmackt hat. Ich habe ihn aber nicht selbst zubereitet - er wurde über Nacht gewässert, dann abgekocht und schließlich gedünstet - also nicht siliert, sondern frisch zubereitet. Trotz der Tortur hat er erstaunlich gut geschmeckt. Das war aber in einem Urlaub in Finnland und ich wurde zu dem Essen eingeladen... ;-)


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Michi...


    Aber eine Frage: Tricholomopsis?? Gibt es da nicht nur 3 Arten: rutilans, decora und flammula?

    das ist viel komplizierter...


    Beschrieben und anerkannt sind aktuell:

    Tr. rutilans

    Tr. pteridicola

    Tr. decora

    Tr. flammula

    Tr. sulphureoides (=Tr. osiliensis)


    Tricholomopsis flammula sind aber wohl zwei Arten.

    Tricholomopsis rutilans sind wohl mindestens fünf Arten (eine, Tr. pteridicola, wurde bereits davon beschrieben)

    Tricholomopsis ornata ist m.E. noch nicht restlos geklärt

    Dann gibt es ein paar Varietäten von Tr. rutilans, die noch mit den genetisch erkennbaren Arten abgeglichen werden müssen (nur eines ist klar: Tr. rutilans var. splendidissima = Tr. rutilans s.str.).


    Eine sehr schwierige Gattung, an der ich seit knapp drei Jahren dran bin. ;-) - daher auch mein Nick.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Stefan...


    also die PSVs sollten schon wissen, dass es nephrotoxische Amaniten und Phlegmacien gibt. Deren Giftstoffe sind aber noch nicht wirklich bekannt, bzw. gibts Vermutungen, die aber noch nicht abgesichert sind. Deshalb werden die auch in der Frage nicht gemeint sein, da ja explizit nach nephrotoxischen konkreten Giften gefragt wird.

    ... stimmt nicht ganz... bei den Amaniten weiß man, dass Amanita solitaria das gleiche Nierengift wie Amanita smithiana enthält, das im Moment Smithiana-Toxin genannt wird. Man hat den Giftstoff nachgewiesen. Nur das Nierentoxin von Amanita porxima ist m.W. noch unbekannt.


    Eine Frage wie "Durch welche Pilzgifte wird die menschliche Niere geschädigt?" ist einfach nur falsch formuliert. Würde man fragen "Nennen Sie zwei Pilzgifte, die nierentoxisch wirken", wäre jedem klar, dass Orellanin und Smithiana-Toxin richtig wäre. Polyporsäure - schädigt die wirklich die Nieren nachhaltig? Es gab nur eine Vergiftung mit mildem Verlauf. Fragt man aber nach allen Giften, wird aus einer eigentlich klaren Frage eine harte Nuss, die vermutlich selbst die Ausbilder nicht beantworten können. Vielleicht ist mittlerweile auch das Amanita-proxima-Toxin bekannt? Eine so gestellte Frage hat also, sobald eine Publikation rauskam eine andere Antwort... Nicht aber, wenn man einfach nach zwei Toxinen fragt.


    Ich habe keine Ahnung, warum es so schwierig sein soll, klar definierte Fragen mit definiertem Erwartungshorizont zu formulieren. Offenbar ist es gewollt, dass der Spielraum der Antworten möglichst groß ist, also der Erwartungshorizont völlig unklar ist. Das macht es aber für die Korrektur und auch für den Prüfling (unnötigerweise) schwierig...


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Craterelle,


    danke, beim Dachpilz hatte ich mich verschrieben - war gedanklich noch beim Maipilz. Radi ist natürlich richtig - nur irgendwie dumpf, unangenhem für mich. ;-)


    Servus Maria,


    deine Idee der Zusammenführung finde ich sehr gut ( Maria ). Wie wär's mit folgendem Vorschlag? Ich werde die Liste nach Arten sortieren und dann zu den einzelnen Arten eure Kommentare jeweils einbauen (und den Nick davor schreiben). Dann wird aus meinen kulinarischen Erlebnissen ein allgeminer Thread (den Titel ändere ich dann).


    Wenn die bisher beteilgten einverstanden sind, würde ich das entsprechend machen und in regelmäßigen Abständen aktualisieren.


    Servus beli,


    ich habe Maipilze auch jung probiert und finde sie auch da widelrich (wie Rudi beschreibt). Geschmäcker sind wirklich verschieden...



    Allgemein:

    Die Idee, Pilze ohne Gewürz/Zutaten zu probieren, ist im Prinzip ja spannend, aber ganz ehrlich - vieles, was mir wirklich sehr gut schmeckt, wird durch Gewürze erst spannend. Ich esse sehr gerne Spiegeleier, aber ohne Salz... hm... oder ein Steak - ganz ohne Marinade / Gewürze würde ich keine Bestnote vergeben wollen - mit hingegen (wenn richtig zubreitet...): 10+

    Für die Anwendung ist mir relativ egal, ob ein Pilz (wie der Mohrenkopf) auch pur und ohne Gewürz sehr gut schmeckt - wenn z.B. kurz sehr heiß angebratene Steinpilzscheiben mit etwas Salz und Pfeffer einen zum Träumen bringen, ist der Steinpilz (so zubereitet) für mich eine 10, in der üblichen Saucenzubereitung aber eher eine 5-6, also nur Durchschnitt.

    Ich orientiere mich beim Essenb an Rezepten ^^. Ich liebe Kürbiscremesuppe (am besten mit etwas Ingwer) - Kürbis pur würde ich aber nicht so genießen können. Daher bewerte ich für mich den Kürbis in der richtig zubereiteten Form ;-)


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Robert,


    ich habe einige Lieblingsgattungen, da ich relativ breit gefächert an die Pilze rangehe.


    Beispiele:


    Paxillus - Kremplinge (teils sehr schwierig)

    Leccinum - Birkenpilze (ein Wespennest, extrem schwierig, wenn man ins Detail geht)

    alle Dickröhrlinge (im Prinzip Boletales auf Ordnungsebene - mein längstes Steckenpferd)


    Kleingattungen (z.B.):

    Tricholomopsis (teils sehr schwierig)

    Protostropharia

    Flammulina

    Phaeosphaeriopsis / Phaeosphaeriaceae (Ascomycota, bitunikat)


    größere Gattungen:

    Hebeloma

    Amanitra (v.a. sect. Vaginatae)

    Hygrocybe

    Cuphophyllus

    Agaricus (hier bin ich wohl am längsten dran, war meine erste Gattung, in die ich versucht hatte, mich zu vertiefen)

    Stropharia


    Und über die Gattungen hinaus:

    Corticioide Pilze und Porlinge

    Pilze, die an Xanthoria parasitieren


    Einarbeitung:

    Entweder direkt über Mongraphien (z.B. Hebeloma, Hygrocybe etc.) oder über Fachartikel aus internationalen (und nationalen) Journals bzw. beides zusammen (z.B. Agaricus)


    Corticioide sind sehr gut bearbeitet, da gibt es zusammenfassende Werke, Porlinge ebenso...


    Kurz gesagt: ich lese sehr viel an Fachartikeln, sammle sie, fasse sie mir selbst zusammen, erstelle teils selbst Schlüssel und arbeite mit Monographien. In diesen Gattungen, die mich speziell interssieren, nutze ich allgemeine Bestimmungsliteratur kaum (z.B. Schlüsselwerke, höchstens Funga Nordica).


    Was Corticioide angeht, bin ich hier beruflich vorbelastet, da ich mit / an ihnen früher die meisten Aufträge hatte, als ich noch hauptberuflicher Mykologe war. Und Boletales war an der Uni mein Hauptthema, aber ich habe mich schon vorher mit ihnen intensiv bechäftigt.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus beinand,


    die folgenden Bewertungen sind völlig subjektiv und beziehen sich auf die Arten, die ich bisher gegessen habe – da ich nicht alle pur und ohne Gewürz probiert habe, mache ich einen eigenen Thread daraus, da es so nicht zu der Gemeinschaftsliste passt.

    Ich werde die Liste weiter ergänzen – ich fange mit den Milchlingen und einigen Kleingattungen an. Die Reihenfolge ist zufällig (aus dem Kopf runtergetippt) und die Liste unvollständig. Ich habe versucht, die meisten klassischen Pilze (Pfifferling, Steinpilz und Co.) noch wegzulassen und mit "anderen" zu beginnen. Ich werde die Liste weiter ausbauen bzw. Folgebeiträge schreiben...


    Die Noten: 0-10, dabei 10: absolut top, 0 ungenießbar, widerlich


    Milchlinge i.w.S.:


    Lactifluus:


    Lactifluus volemus agg. (wohl meist L. oedematopus): heiß und ohne Fett angebraten mit Salz und Pfeffer ein Genuss (ganze Hüte…) - Note 8, roh mir zu fischelig bzw. nach Topinambur schmeckend, also roh Note 4


    Lactifluus glaucescens – Grünender Pfeffermilchling: heiß gebraten – mir im Nachgeschmack zu bitter, unangenehm – Note 2


    Lactifluus vellereus – Wollschwamm: heiß gebraten mit erstaunlich würzig-harzigem Geschmack, aber keine Spur von Bitterkeit; habe ich oft gegessen, dann irgendwann war mir der Eigengeschmack doch zu viel – daher zuerst Note 7, später runter auf Note 4


    Lactarius:

    Lactarius salmonicolor – Lachsreizker: klassisch gebraten leider mit unangenehmer, metallischer Note, daher höchstens im Mischgericht – Note 2


    Lactarius deterrimus – Fichtenreizker: klassisch gebraten teils noch etwas harzig-bitter, meist aber relativ mild – so: Note 5; speziell zubereitet (in Sesamöl gebraten, mit Sojasauce abgelöscht und mit Honig karamellisiert eine äußerst delikate Vorspeise – Note 8-9)


    Lactarius deliciosus – gebraten ein Gedicht (finde ich): Note 9


    Lactarius semisanguifluus – Halbblutreizker: klassisch gebraten (nur einmal probiert) für mich enttäuschend, nur Note 4


    Lactarius blennius – Graugrüner Milchling: heiß gebraten: schmeckt nicht schlecht, aber auch nicht ausgesprochen gut, Note 5


    Lactarius quietus – Eichenmilchling: heiß gebraten: schmeckt besser als er riecht, aber während des Essens wurde der Eigengeschmack immer penetranter, sodass ich nicht aufaß – Note 1


    Lactarius porninsis – Lärchenmilchling: heiß gebraten delikat und gut – Note 8


    Lactarius lignyotus – Mohrenkopf: roh für mich eine 8 – nussig, an Ährige Teufelskralle erinnernd, dazu die Milch… gebraten: sehr delikat, Note 9-10


    Rötelritterlinge:

    Lepista nuda – Violetter Rötelritterling: normal zubereitet – schmackhaft, etwas süßlich, aber mir nicht zu sehr, nicht schlecht – Note 7


    Lepista glaucocana – Blasser Rötelritterling: normale zubereitet (war im Mischgericht, aber 50% Lepista glaucocana): dermaßen widerlich, dass ich alles wegwerfen musste – für mich Note 0, völlig ungenießbar!


    Clitocybe ( Lepista) nebularis – Nebelkappe: habe ich, als ich nicht wusste, wie ungesund er ist, mehrfach probiert – braten, dünsten, auskochen, in Essig usw. – egal wie, für mich absolut widerlich, der penetrante Gewschmack ist nicht wegzubekommen, Note 0


    Schwefelköpfe:

    Hypholoma capnoides – Rauchbl. Schwefelkopf: mag ich in allen Zubereitungsformen, äußerst delikat, Note 9-10


    Hypholoma (sub)lateritium – Ziegelroter Schwefelkopf: normal zubereitet – Bitternote war deutlich, für mich kaum genießbar, Note 1


    Träuschlinge:

    Stropharia aeruginosa – Grünspanträuschling: schmeckt mir sehr gut, vor allem als Suppenpilz, ich liebe sein Aroma, daher für mich Note 9-10


    Ellerlinge:

    Cuphophyllus pratense - Wiesenellerling: Einmal in Polen als Speisepilz gesammelt – die Wiesen waren voll, man hätte körbeweise sammeln können; Reingericht, normal zubereitet: aufdringlich süß, schon unangenehm, daher nur als Mischpilz in kleinen Mengen überhaupt denkbar für mich – Note 3


    Saumpilze:

    Lacyrmaria lacrymabunda – Tränender Saumpilz: normal zubereitet essbar, aber nicht wohlschmeckend, eher muffig – Note 2


    Lacrymaria pyrotricha – Feuerscheiteliger Saumpilz: normal zubereitet erstaunlich gut, für mich Note 7


    Gabeltrichterlinge:

    Pseudoclitocybe cyathiformis – Gemeiner Gabeltrichterling: nur einmal probiert – hatte ihn braten wollen, wurde wegen des dünnen Fleischs schnell kross – und hat so gut geschmeckt, aber daher nicht gut zu werten.


    Infundibulicybe:

    Infundibulicybe geotropa – Mönchskopf: jung und knackig ein herborragender Speisepilz, vor allem angebraten. Für mich hervorragend, Note 9


    Sägeblättlinge:

    Lentinellus cochleatus – Aniszähling: klein gehackt (wie Speckwürfel) und angebraten ein guter Geschmacksgeber für Mischpilzgerichte, sofern man leichtes Anisaroma mag. Da ich Anis im Essen nicht so sehr mag, für mich Note 5 (Mitesser emfpanden ihn als Geschmacksgeber deutlich besser als ich)


    Holzritterlinge

    Tricholomopsis rutilans agg. (ich habe bisher nur Tr. rutilans s.str. gegessen, wobei das ohne ITS-Sequenz kaum zu sagen ist) – Purpurfilzigerer Holzrittzerling: geschmack sehr eigen – für mich an Erdnussbutter erinnernd, die in Schmutz / auf den Boden gefallen ist, mit deutlich muffiger Erdkomponente, kaum essbar, höchstens sehr kleingeschnitten in geschmacksstarkem Mischgericht – Note 1


    Schweinsohren und Korallen

    Gomphus clavatus – Schweinsohr: junge Fruchtkörper finde ich delikat (normal zubereitet), alte werden schnell bitter – jung und frisch für mich Note 8


    Ramaria botrytis s.str. – Hahnenkamm: einmal gegessen, gebraten – mir war es zu bitter, anderen Mitessenden hat es gar nicht schlecht geschmeckt – für mich Note 3


    Schleierlinge (große Gattung, aber wenige Speisepilze)

    Cortinarius saginus – sehr wohlschmeckend, viel Fleisch, gute Konsistenz – Note 8


    Cortinarius varius – Semmelgelber Schleimkopf: für mich wohlschmeckend (normal zubereitet), nicht muffig, feiner Geschmack – Note 7


    Cortinarius praestans – Schleiereule: für mich auch wohlschmeckend, nicht muffig (da gehen die Meinungen deutlich auseinander) – Note 8


    Cortinarius armillatus – Geschmückter Gürtelfuß: normal zubereitet höchstens als Mischpilz, nicht sehr geschmackig, eher etwas muffig für mich, Note 3


    Cortinarius hercynicus / violaceus – Violetter Schleierling (habe beide probiert): Geschmack „interessant“, als Reingericht kaum machbar, aber als besondere Komponente bei passendem Rezept denkbar (zu Wild, zusammen mit Preiselbeeren) – Note 2


    Schönköpfe

    Calocybe gambosa – Maipilz: für mich (normal zubereitet oder gebraten) grauenhaft – schmeckt auch zubereitet penetrant nach Mehl, für mich ungenießbar, Note 0-1


    Hallimasch

    Armillaria mellea agg. (gegessen habe ich bisher A. ostoyae, A. borealis, A. gallica, A. cepistipes) – ich koche sie ab, schütte das Wasser weg und mache Pilzsalat daraus (Essig, Öl, Zwiebeln) – für mich sehr schmackhaft und behält einen Eigengeschmack; auch als normaler Pilz gedünstet (ohne Abkochen) schmackhaft, Note 8


    Dachpilze

    Pluteus cervinus – Rehbrauner Dachpilz (s.str.): ohne Gewürz gedünstet als Geschmackstest – für mich sehr nach Gurke Radi (Rettich), aber unangenehm, schmeckt auch im Mischgericht raus, kaum schmackhaft, Note 1


    Porlinge i.w.S.:

    Fistulina hepatica – Ochsenzunge: Zubereitung: dünne Scheiben ohne vorheriges Wässern anbraten – schmecken sehr sauer, eigentümlich, aber mit Reisessig, Zucker (usw.) als Grundlage für ein „chinesiches“ süß-sauer-Gericht interessant und gut (sonst kaum genießbar ohne Wässern) – so zubereitet Note 7


    Laetiporus sulfureus – Schwefelporling: wirklich junge Exemplare kurz abgekocht, dann paniert: hervorragend, wie Putenschnitzel, perfekter Fleischersatz, Note 9; wenn schon etwas zu alt, sofort runter auf Note 2 bis 0 (nicht nur die Konsistenz, auch und insbesondere der Geschmack…!)


    „Polyporus“ squamosus – Schuppiger Porling: einmal probiert, gebraten, ohne Gewürz/Zusatz – schmeckte wie eine muffige, angenbratene Gurke, die in Mehl gewälzt war, für mich widerlich, Note 1


    Albatrellus citrinus – Schafeuter s.l.: auch jung schmeckt er mir kaum, aber da geht es, schon minimal zu alt bereits zu bitter, nicht mein Pilz…. Note 2-4


    Albatrellus confluens – Semmelporling: selbst alt erstaunlich gut – große Fruchtkörper sind auch nicht bitter, sehr aromatischer Eigengeschmack, so bei keinem anderen Pilz erlebt (dürfte polarisieren, manchen schmeckt er wohl deshalb nicht) – für mich Note 9


    Fortsetzung (26.11.2018):


    Ich schreibe erstmal wieder über sonst eher selten probierte Arten und nicht über die "Top-Pilze":


    Nagelschwämme

    Strobilurus esculentus - FiZaRü - habe ich einmal probiert, seitdem nicht mehr, da zu mühsam zum Sammeln. Geschmacklich lohnt es sich aber. Ich habe den FiZaRü als Vorspeide genossen (gedünstet, dann mit etwas Sahne und eingedickt auf einem Toast). Der kleine Zwerg hat mir wirklich gut geschmeckt, ich gebe aus dem Kopf heraus (ist etwas her) die Note 8.


    Samtfußrüblinge

    Flammulina velutipes und Flammulina elastica - Winterpilz(e) - ich kann beim Speisepilzsammeln die beiden Arten nicht trennen, daher nicht getrennt bewerten. Der Winterpilz schmeckt vielleicht auch deshalb, weil es spannend ist, im Winter einen Speisepilz zu haben. Versuche ich es neutral zu betrachten, dann ist der Geschmack eher Durchschnitt, aber o.k. - allerdings gibt es Kollektionen, die einen fischigen Beigeschmack haben. Und das sind keine überständigen Exemplare, jedenfalls optisch nicht als solche auffallend. Es gab auch bei solchen Kollektionen keinerlei Symptome. Den Fischgeschmack hat mir auch eine Bekannte bestätigt, der ich den Pilz beigebracht hatte - sie hat mehrfach selbst gesammelt und die gleiche Beobachtung gemacht. Es ist kein unangenehmes Fischeln, aber doch ab und zu auffallend und für mich nicht soo positiv (obwohl ich Fisch gerne mag). Daher schwankt es für mich zwischen Note 6 (bzw. mit zwei Punkten Winterbonus) und Note 3 (fischelige Kollektionen).


    Röhrlinge

    Gyrodon lividus - Erlengrübling - habe ich einmal in meiner Anfnagszeit gegessen (1980er Jahre), daher nur noch ungenaue Erinnerung. War weichfleischig und geschmacklich nichts Besonderes. Hab ich nie mehr und werde ich nie mehr essen, da ich mittlerweile weiß, dass Gyrodon sehr nahe mit Paxillus s.str. verwandt ist und gleiche Inhaltsstoffe besitzt. Auf Paxillus-Syndrom habe ich "keine Lust". Abgesehen von dem NoGo, sowas weiter zu essen eine Note 4.


    Porphyrellus porphyrosporus - Düsterer Röhrling - einmal probiert (ausgewachsenes Exemplar) und nie wieder. Konsistenz war sehr weich, labbrig, der Geschmack nicht gut, sehr muffig (für mich). Probiert ohne Zusätze, nur gedünstet (aus Neugierde) - Note 2


    Suillus / Boletinus cavipes - Hohlfußröhrling - habe ich sowohl frisch als auch getrocknet gegessen. Frisch zubereitet ist der Geschmack sehr dezent, nichtssagend, nichts Besonderes. Note 4. Getrocknet und wieder eingeweicht viel aromatischer, sehr angenehm und gut geeignet, um Saucen zu kochen - Note 8.


    Suillus granulatus - Sandröhrling - habe ich frisch und getrocknet gegessen. Wie beim Hohlfußröhrling: frisch nichts Besonderes,m getrocknet aber delikat. Mich erinnert die Sauce aus getrockneten Sandröhrlingen an Morchelsauce. Und da ich diesen Geschmack liebe, ist der Sandröhrling für mich als Morchelersatz getrocknet eine Note 9 (frisch eine Note 4).


    Chalciporus piperatus - Pfefferröhrling - der scharfe Geschmack verschwindet beim Dünsten völlig, der Pilz ist dann nur weich und quasi geschmacksneutral - höchstens zum Auffüllen, wenn mehr Leute mitessen, als vorher gedacht. Note 3.


    Butyriboletus loyo - Chilenischer Königsröhrling - habe ich in Chile gesammelt und gegessen (ich wurde geführt, den Loyo selbst zu sammeln ist schwierig, da die Fundstellen gehütet werden (er wird kommerziell gesammelt, da haben private Pilzsammler nichts zu suchen). Der Geschmack war sehr intensiv, deutlich besser als Steinpilzaroma. Würzig, angenehm, zudem röhrlingsartig, intensiver als Hexenröhrlinge uns Co. - Note 10*


    Suillellus mendax - die sehr internsiv blauende, schlankstielige und blutrotstielige Schwester der Netzhexe - Angebraten und dann gedünstet: Geschmack angenehm, röhrlingsartig, aber nicht allzu intensiv; Fleisch eher weich - Röhrlingsdurchschnitt, der nicht weiter auffällt - Note 6.


    Ritterlinge

    Tricholoma equestre agg. - Grünling - ich habe in Polen in der 1990er Jahren einmal den "Buchenwaldgrünling auf Lehmboden" gegessen, als ich nicht wusste, dass er Rhabdomyolyse auslösen kann. Es ist lange her - ich erinnere mich an einen guten, angenehmen Geschmack und weiß noch, dass ich sehr zufrieden war. An Genaueres kann ich mich nicht mehr erinnern - ich gehe mal von Note 8 aus.


    Schopftintlinge

    Coprinus comatus s.str. - Schoptintling - einer meiner Lieblingspilze: einfach nur anbraten, dann mit Pfeffer und Salz heiß aus der Pfanne mit Weißbrot als Vorspeise: ein Gedicht! Konsistenz ist etwas weich, aber dann doch mit etwas Biss (wenn man anbrät), passt gut, finde ich. Für mich ein absolutes Highlight: Note 10


    Lackpilze

    Laccaria amthystina - Violetter Lackpilz - geschmacklich sehr dezent bis geschmacksneutral - nur die Konsistenz und die dunkle Farbe im Essen lassen ihn sammelbar erscheinen. Leider enthält er wohl hohe Mengen an Arsenverbindungen (und Weiteres?! - habe ich gerade nicht auswendig parat), daher lohnt sich der Pilz eh nicht. Durch die Farbe (Auge isst mit) und Konsistenz noch eine Note 5.


    Laccaria laccata agg. - Lackpilze - wie Laccaria amethystina, nur ohne die dunkle Farbe.


    Weitere Fortsetzungen folgen - und Kommentare / Diskussionen zu den Bewertungen / Pilzen sind gern gesehen / erwünscht (Eigenerfahrung als Vergleich usw.).


    Liebe Grüße,

    Christoph