Beiträge von Tricholomopsis

    Servus beinand,


    ich möchte einen absoluten Klassiker beisteuern: Master of Puppets von Metallica...


    Der Song befasst sich mit dem Thema Drogenabhängigkeit und beschreibt, wie Drogen den Menschen beherrschen, wie Drogen Lösungen versprechen, aber sie am Ende doch langsam aber sicher alles zerstören und den Tod transportieren. Der Komponist war zu diesem Zeitpunkt selber schwer alkoholabhängig und beschreibt damit eine Schattenseite seines Lebens. Der Etzug hat aber geklappt...


    Der Song ist mehr als nur ein Song - die langen Instrumentalparts erzählen selber die Geschichte - der psychedelische Mittelteil, der den Höhenflug des Rauschs beschreibt, dann das stampfende Zurückfallen in die Realtität mit allen Sorgen... für mich ein musikalisches Meisterwerk. Ich habe die Orignalversion gewählt (mit Lyrics, mit dem Hintergrund des Songs wird der Sinn der Lyrics klar.



    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Ingo,


    danke für das Nachreichen der Fotos - Gyromitra ambigua ist dann ein passender lateinischer Name...


    Mit den Fotos: wäre das was als gemeinsame Veröffentlichung (z. B. im Boletus)?


    Liebe Grüße,

    Christoph

    P.S.: hatte vergessen, die Sporenmaße von Gyromitra ambigua anzugeben:


    Mit Gelkappen:
    21-25,6-28,25 x 7,5-9,2-10,5 µm; Q = 2,5-2,78-3,3


    Ohne Gelkappen (nur sauber messbar, wenn Kappe sich von Wand abhebt):

    19,5-24,9-27 x 7,5-9,2-10,5 µm; Q = 2,4-2,60-3,0


    Die Werte ohne Kappe beziehen sich auf weniger Sporen


    Harmaja (1969) hatte noch größere Sporenmaße in der Beschreibung von Gyromitra ambigua angegeben:


    mit Kappen 22-33 x 7,5-12 µm und ohne Kappen 20-29 x 7,5-12 µm (jeweils mit Ausreißern weit nach oben)


    Gyromitra infula hat nach Harmaja (1969) Sporenmaße von 20-23 x 7-10 µm (mit Ausreißern bis 26 µm). Er gibt auch an, dass die Kappen klein sind und der Sporenwand anliegen, während sie bei Gyromitra ambiguia sich deutlich abheben und die Sporenwand getrennt erkennbar ist. Passt alles sehr gut :-).


    Literatur:

    Harmaja H. (1969):

    A neglected species, Gyromitra ambigua (Karst.) Harmaja, n. comb., and G. infula s. str. in Fennoscandia. Karstenia 9: 13-19.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus beinand, servis Ingo - ingosixecho,


    das Packerl ist bestens angekommen. Ich lag die letzte Zeit leider völlig flach - aber kein Corona (mehrfach getestet). Jetzt geht es endlich wieder bergauf und heute saß ich das erste Mal wieder am Mikroskop. Ich hatte gleich beim Erhalt des Pakets kurz vormikroskopiert und war mehr als überrascht, was ich im Mikroskop gesehen habe. Ich muss dazu sagen, dass ich Gyromitra ambigua ja noch nie in der Hand hatte und eben nur aus der Literatur kenne.

    Dank der Zusendung habe ich einiges lernen können. Doch erstmal zur Bestimmung...:


    1.) Gyromitra an Pappel - das ist im Mikroskop eine ganz typische Gyromitra infula - also die klassische Bischofsmütze. Insofern war der erste Blick etwas enttäuschend.


    2.) Ingo hatte mir aber eine zweite Gyromitra mitgeschicktl. Und zwar eine "normale" Bischofsmütze von Kiefernholz. Also habe ich da auch mal eben reingeschaut – und war mehr als überrascht. Die Sporen sind deutlichg rößer, dann unregelmäßiger geformt, die Gelkappen an den Sporenenden sind auch recht unregelmäßig, mal eine runde Kappe, mal sogar etwas eingedellt oder auch abgestutzt, selten auch spitz ausgezogen - das gibt es bei Gyromitra infula so nicht.

    Schaut man dann die Paraphysen an, so fällt auf, dass Gyromitra infula wunderschön aufgeblasene, kopfige Paraphysenspitzen zeigt. Die Köpfe sind richtig breit und teils sogar kugelig. Bei gyromitra ambigua sind sie zylindrisch bis etwas verdickt, teils auch etwas kopfig, aber nie so angeschwollen, keine Kugeln am Stiel.


    Jetzt habe ich kein Foto und keine Makrobeschreibung des Fundes - es sei denn, Ingo hat auch Fotos von dieser "normalen" Bischofsmütze gemacht.


    Ich zeige einfach mal die Mikrofotos, die ich von den beiden Aufsammlungen gemacht habe... Gyromitra infula war in einem großen Plastikbeutel (und wuchs an Pappel), Gyromitra ambigua war in dem kleinen Plastikbeutel (Infos für Ingo) und wuchs an Kiefer.


    Gyromitra infula – man sieht schön die breiten Paraphysenenden (aufs Bild klicken...). Was man auch schön sieht: die Sporen sind regelmäßig geformt, ellipsoid, teils angedeutet gebogen, aber in sich immer ähnlich; die Sporenenden sind abgerundet, Gelkappen fehlen oder sind noch sehr schwach ausgeprägt.


    Gyromitra ambigua – Paraphysenspitzen oft nicht oder kaum erweitert, teils auch kopfig, aber nicht so breit und auffällig wie bei Gyromitra infula (Achtung, höhere Vergrößerung als oben - hier ist der Messbalken 10 µm lang)


    Und hier die Sooren von Gyromitra ambigua - sie sind oft einseitig ausgebeult, manchmal deutlich gebogen, insgesamt "schlampiger", nicht so ellipsoid und auch größer (Messbalken 10 µm).


    Hier ist es besser zu erkennen – oben links sind Sporen von Gyromitra infula, unten und rechts von Gyromitra ambigua. Man kann die Unterschiede in der Form, der Größe und der Ausprägung der Kappen gut sehen, finde ich.


    Dann schaut man sich natürlich auch die Originalbeschreibung von Harmaja an, der Gyromitra ambigua aus Finnland beschrieben hat. Er verwendet genau diese vier Trennmerkmale, um sie von Gyromira infula abzugrenzen:


    1.) Paraphysenspitzen

    2.) Sporenmaße

    3.) Sporenform

    4.) Form der Kappen


    Und die Ökologie, denn Harmaja beschreibt die Art als typisch für Sandkiefernwälder (!) und er hat sie nur an Kiefer gefunden (!!).


    Was habe ich daraus gelernt? Einerseits, wie deutlich die Unterschiede der Mikromerkmale sind - die zwei Arten sind wirklich leicht zu trennen. Andererseits, dass makroskopisch wohl gar nichts geht, was das Erkennen im Gelände angeht. Gut, jetzt habe ich kein Foto der Aufsammlung und habe sie nur getrocknet gesehen, aber die Bischofsmütze an Pappel wäre mir seltsam vorgekommen, dabei ist das eine echte Bischofsmütze. Aber das legt eben nahe, dass man hier die beiden Lorcheln wohl wirklich nicht makroskopisch hinbekommt. Ich würde nämlich nicht ausschließen, dass auch die echte Gyromitra infula an Kiefer in Sandkiefernwäldern wachsen kann.


    Nichtsdestotrotz sollte man wohl insbesondere Bischofsmützen von Kiefernholz in Sandkiefernwäldern allesamt nochmal nachbestimmen, indem man sie mikroskopiert. Und die Verbreitungskarten der Bischofsmütze sollten m.E. kritisch hinterfragt werden. Ich würde nur mikroskopierten Aufsammlungen trauen. Denn warum sollte Gyromitra ambigua nur an Kiefer wachsen? Falls dem so ist, wäre das eine sehr wichtige Erkenntnis. Nur muss man dafür erstmal zug Kollektionen prüfen. Spannende Sache!


    Ich kann aber mit Überzeugung sagen: Gyromitra ambigua wächst in den Wäldern von Ingo – und die Bischofsmütze auch.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Lieber Hagen,


    vielen Dank für diesen Anstuppser - ich habe gerade den Artikel im Mycologist aufgrund deines Postings gelesen. Der schwarze Schimmel ist mir schon an Karotten aufgefallen. Grüner auch, aber da denkt man, das kann "alles" sein. Den schwarzen habe ich auch noch nie mikroskopiert, sondern immer die Gelben Rüben (dann nicht mehr Gelbe Rüben), zu hochdeutsch Karotten, entsorgt. Muss ich mal probehalber "züchten" - die sind ja wirklich sehr hübsch im Mikroskop.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus beinand,


    wenn die Sporenform repräsentativ ist, glaube ich weder an H. insipida noch an H. mucronella. Allerdings wäre es besser gewesen, die Sporen richtig auszumessen und auch den Quotienten zu bestimmen. 6 x 4 wäre schon sehr kurz. Die Sporen von H. mucronella sind deutlich größer, breiter und viel variabler geformt, teils irregulär tief eingeschnürt. Die Art kann man anatomisch komplett ausschließen. Und dass die Sporen im Spätherbst sooo anders sein können, wäre mir neu. Es ist ja kein Fruchtkörper, der aus Dauerfrost wieder aufgewacht ist und plötzlich "Zombiesporen" bildet, das eigentlich schon tot... ausgesport hat er ja auch...

    Die Sporen von H. insipida sollten auch zumindest so an die 7,5 bis 8 µm Länge kommen und im Quotienten nach oben recht weit gehen können (bis 2,5). Sehr fraglich.


    Wenn man sich schon so viel Mühe gibt, ausporen lässt, mikroskopiert, Fotos macht, dann sollte man immer einen Beleg dazu machen, damit man später die Bestimmung revidieren kann, wenn sich neue Aspekte auftun. Zum Sequenzieren am besten gleich einen Teil trocknen und nicht im Kühlschrank oder draußen erstmal lassen, herummikroskopieren und dann doch trocknen. Bei sofort getrocknetem Material klappt das Sequenzieren deutlich besser.

    Sonst wird jeder Mykologe mit seiner eigenen Vorstellung von der Variabilität der Arten 'rumlaufen. Und alte Bilder (egal ob im Kopf oder auf der Festplatte) können ja aufgrund derselben Vorurteile falsch bestimmt worden sein - und da schließe ich mich selbst ausdrücklich mit ein.

    Das ist doch der Normalzustand. Natürlich hat jeder seine eigenen Vorstellungen von den Arten, die man zu kennen glaubt. Deshalb ist ja einerseits der Erfahrungsaustausch so wichtig und auch das Offensein für andere Interpretationen. Wir werden ja nie jeden Fruchtkörper sequenzieren lassen können. Jeder, der versucht, Pilze z. B. im Gelände zu bestimmen, macht dies im Glauben, dass die Interpretation richtig ist. Vor der Sequenzierung hätte man sagen können, dass man erst den Typusbeleg mikroskopieren müsse, um keine Interpretation, sondern die Originalanatomie als Basis zu nehmen. Natürlich lässt man das machen, indem man dann die Bücher der Monographen liest.


    Bei unsd ist es ja sogar noch "schlimmer" - vielfach machen wir uns unser Bild, unser Vorurteil nicht anhand der Monographien, in denen die Typen untersucht wurden, sondern anhand von Sekundärquellen. Der Ludwig ist so ein Beispiel. Die Arten sind Interpretationen eines sehr guten Allrounders, der aber keine Gattungsmonographien geschrieben hat, der seine Konzepte auch nicht anhand des Originalmaterials der Typen entwickelt hat (und der manche der abgebildeten Arten nicht mal gesehen hat - manche Bilder sind reine Textinterpretationen, ist dann aber zumindest im Textband irgendwo erwähnt). Oder früher: Pilze der Schweiz. Oder... oder... oder.

    Wichtig ist daher m.E. zu wissen, anhand welcher Literatur (welchen und wessen "Vorurteils") man bestimmt hat. Und sich klar zu sein, dass das Wissen weiter wachsen wird und man später vieles nochmal revidieren muss. Deshalb sind Beleg so wichtig, auch wenn es nicht um Sequenzierung geht. Aber dass man jeden nicht klar bestimmten oder nicht hundertprozentig sauber bestimmten Pilz sequenzieren muss, um keine Vorurteile zu haben, sehe ich so nicht. Dann dürfte man auch keine Sekundärliteratur benutzen. Dass es nicht schadet, zu sequenzieren, ist klar. Aber es ist für uns ja nur ein Hobby.

    Und eigene Vorstellungen der Variabilität von Merkmalen sind wichtig und wertvoll. Finde ich jedenfalls.


    Hier fand ich sehr wertvoll, mitzubekommen, wer wie über welche Art denkt und wie groß die Variabilität angesetzt wird. Wer am Ende recht hat, steht auf einem ganz anderen Blatt. Und solange man offen ist für Diskussion kann man auch Vorurteile bilden, denn durch die Offenheit bleiben die nicht bestehen - sie werden abgewandelt und werden irgendwann zu Urteilen. Ob dann noch zu vorschnell oder nicht, ist die Frage... Es wird aber so bleiben, dass viele im Feld bestimmen wollen (ich sage nur "Feldmykologe" - da werden dann ja auch Vorurteile vermittelt, wenn es darum geht, Hunderte Arten makroskopisch bestimmen können zu wollen). Sonst dürfte man ja nur noch per Sequenz kartieren und das fände ich dann doch übertrieben. ;-)


    Wie auch immer - das wichtigste ist die Offenheit, die eigenen Konzepte nicht als in Stein gemeißelt zu sehen, sondern ständig zu hinterfragen und mit den Vorstellungen anderer abzugleichen. Sobald man das so auffasst, eben nicht recht zu haben, die "Wahrheit" zu kennen, sondern nur eine These aufzustellen, dann bleibt man da immer offen. Das ist für mich auch einer der sehr positiven Effekte von Foren, aber auch von Tagungen und Publikationen. Jede Fachpublikation ist eine These und keine Wahrheit. Manchmal (zum Glück selten) liest man Rhetorik von "es wurde bewiesen, dass..." - das schließt jede andere Möglichkeit aus und ist zudem un(natur)wissenschaftlich, denn in der Biologie gibt es keine Beweise... Aber ich schweife ab ;-).


    Drum beende ich meine Gedanken zum Thema "mit Vorurteilen 'rumlaufen, wenn man nicht sequenziert" - und breche eben eine Lanze für traditionelles Bestimmeb, ohne natürlich moderne Alternativen per se auszuschließen. So ne Sequenz zur rechten Zeit kann schon sehr hilfreich sein.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Nobi,


    das Substrat ist nur untergeordnet wichtig - so geht der Bär auf Laub- und Nadelholz und mich würde nicht wundern, wenn ich mal den Biber an Nadelholz sehe.

    Ich gehe bei Lentinellus nach Petersen (2004) - der vorläufigen Weltmonographie. Er hat genetisch und mit Kreuzungstests die Arten definiert und auch anatomisch viel getan. Er diskutiert die beiden recht ausführlich. Im Schlüssel geht er primär über die Form der jungen Fruchtkörper (pseudostipitat beim Biber). Lentinellus castoreus hat die schwach, aber gut erkennbar amyloiden bis deutlich amyloiden Skeltthyphen, die zudem deutlich breiter als die generativen Hyphen sind (letzteres sieht man auf deinem Foto nicht). L. ursinus hat inamyloide bis nur stellenweise amyloide (abewr nicht durchgehend amyloide) Skeletthyphen, die weniger dick sind. Das Substrat ist wie gesagt nicht entscheidend - L. ursinus nimmt Laub- und Nadelholz.


    L. ursinus müsste auch direkt scharf schmecken, L. castoreus kommt mit Verzögerung (hast du reingebissen?). Es gbt aber von beiden einige beschriebene Formen und es gibt wohl auch Biber, die gleich scharf sind?! Hatte ich aber nich nicht...


    Hauptunterschied sind die Amyloidität der Skeletthyphen und die Fruchtkörperforkm jung. Moser hat die beiden Arten genau anders herum definiert, weshalb so viel Veriwrrung besteht. Genetisch gehen sie sehr gut auseinander.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Andreas,


    stimmt natürlich, röten können beide und blaue Flecken in der Stielbasis können auch beide haben. Ich muss aber zugeben, dass ich Tricholoma atrosquamosum noch nicht oft in der Hand hatte. Ich kenne den eher aus Nadelwäldern mit eingestreuten Birken, nicht aus reinen Buchenwäldern, was aber nicht viel sagen muss. Und dann eben auch mit feinen, dunklen Flöckchen/Schüppchen am Stiel. Aber die Stichprobenzahl ist halt nicht so hoch...


    Es ist interessant und immer gut, wenn man Erfahrungen austauschen kann. Bei mir kommt Tricholom orirubens auch gerne in so großen Mengen, also mit vielen Fruchtkörpern pro Myzel, dass ich bei Kollektionen frisch im Gelände nie Probleme hatte, das Gelb des Basalmyzels zu sehen. Manchmal ist es intensiv schwefelgelb, manchmal blasser gelb, aber rein weiß habe ich es nicht nicht gesehen (oder mir ist es nicht aufgefallen oder ich habe dann falsch bestimmt, weil ich dem folge). Bei solchen Merkmalen schaue ich mehrere Stielbasen an und finde, dass man dann in der Kollektion das ganz gut festmachen kann. Das sollte im Schwarzwald dann ja auch gehen, da auch bei Schwankungen in einem Myzel manche eben doch klar gelb sein sollten. Oder hast du auch ganze Myzelien, die praktisch kein Gelb zeigen? Das wäre dann entkräftend.


    Tricholoma squarrulosum hatte ich auch noch nicht so oft - da ist mir einerseits der Pfeffergeruch aufgefallen (den ich bei Tr. orirubens / atrosquamosum nicht kenne, da ist es nur süßlich plus Mehl) und eben die graueren Farben und der unterschiedliche Stiel. Bei mir hatte ich den noch gar nicht, ich kenne den aus thermophilen Eichenwäldern, die mir hier in Oberbayern fehlen. Der häufigste Erdritterling in Kalkbuchenwäldern ist hier Tricholoma orirubens.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Pablo,


    in FNE werden doch die Schüppchen am Stiel explizit für Tr. atrosquamosum erwähnt: "Stipe [...] often with discrete and rahter distant blackish squamules". (S. 134)

    Tricholoma squarrulosum kenne ich nur grauer, mit deutlicher grauem Stiel und auch grauen Lamellen - und mit dichteren Schüppchen am Stiel.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Sumpfschneiden-Lanzettkeulchen

    Servus Björn,


    you made my day! ==11


    Dein Voreilender Ackerling ist aber sehr deutlich voreilend - da würde Agrocybe tarda als Name besser passen ==Prust (Scherz beiseite... den Namen gibt es meine Wissens nicht). Jedenfalls ist "Agrocybe praecox" eine Aggregat aus vier Arten - wurde über Kreuzungstests schon vor langem festgestellt, nur bestimmen kann man die noch nicht. Ist nur für den Hinterkopf gedacht, dass man Agrocybe praecox s.l. vielleicht mal nachbestimmen kann, wenn sich jemand der Gruppe erbarmt und vielleicht doch Merkmale findet...


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Ich war ja schon fast versucht, ein „Unboxing-Video“ einzustellen, weil ich mich so gefreut habe. Aber diese Videos finde ich immer so albern...

    Servus Tuppie,


    hihi, aber ich habe den Trend zu Unboxing-Videos auch noch nie so recht begriffen. Ich selber würde dafür auch viel zu ungelduldig auspacken ^^.


    Aber seis drum: das Buch ist da und ich habe was zu lesen in meinem Urlaub!

    Dann hoffe ich, dass sich der kauf gelohnt hat (als echter Wunsch und nicht als Fishing für Compliments). Ich empfehle die Einführung mit den Erklärungen der Merkmale. Das entspricht dem, wie ich versuche, Pilze makroskopisch einzugrenzen und zu bestimmen. Und wie ich gedanklich auch mit Fotobestimmungsversuchen hier im Forum vorgehe.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus beinand,


    das Basismyzel sieht man schön auf dem Foto: rein weiß. Damit fällt Tricholoma orirubens weg.


    Man sieht hier, wie wichtig es ist, auf dei Details zu achten. waldfuzzi - daher am besten Detailfotos machen und die Merkmale prüfen. Schirmlinge haben klar freie Lamellen, die hier sind ausgebuchtet, soweit man das am Foto so von der Seite beurteilen kann. Lass dich vom äußeren Habitus nicht täuschen. Es gibt Schirmlinge mit so einer Hutstruktur, aber eben niemals mit ausgebuchtet angewachsenen Lamellen. Deshalb ist es so hilfreich, systematisch vorzugehen und erst die wichtigen Details zu prüfen wie Lamellenanwuchs, Velumverhältnisse und Sporenpulver.

    Dass man einen gelben Reflex in den Lamellen sieht, meine ich als Artefakt vom Licht/Foto zu sehen. Ich wäre daher ganz bei Andreas und käme als Arbeitsnamen auch auf Tricholoma atrosquamosum. Ich sehe zwar keine schwarzen Punkte an den Schneiden der Lamellen (die irgendwie alle rund um Tr. orirubens entwickeln können), aber die kleinen, nicht sehr auffälligen Schüppchen am Stiel passen.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus beinand,


    sowas nenne ich Gammeldreckoxid. Oder kurz: Leiche!


    Gattungstechnisch wäre ich auch sofort bei Lactarius / Milchling. Ob Lactarius hepaticus traue ich mir bei so einer Leiche nicht zu, aber möglich auf alle Fälle.


    Laccaria, Tubaria und Marasmiellus (Knopfstieliger Rübling) schließe ich allkesamt völlig aus. Für Laccaria passen die Lamellen gar nicht, nicht dick genug (dick und entfernt müssen sie sein und sie sind zu hell, zu viel Weiß, wenn man flach draufschaut). Tubaria geht nicht, da es ein Weißsporer ist (sieht man an den Spinnenweb unter den Lamellen oder was da auch hängen geblieben ist am ersten Foto und am Reflex in den Lamellen - zudem müssten die Lamellen so alt klarer runterlaufen). Marasmiellus peronatus hätte einen haarigen Stiel und viel dünneres Hutfleisch (und nen dünneren Stiel). Passt auch nicht.


    Bei Leichen kann man leichter ausschließen, als positiv was tippen.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Kadir,


    danke für's Nachreichen. Der Pilz ist gefroren, scheint mir. Die Farben passen auch den Samtfußrübling, aber der Stiel scheint glatt zu sein. Und unten rotbräunlich, oben creme und dann leicht graue Lamellen (beim Samtfußrübling creme bis gelblich, alt deutlicher gelb), dann die Fichtenäste unscharf im Hintergrund... da bleibe ich beim Rauchblättrigen Schwefelkopf.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus beinand,


    heute kann ich leider nicht, aber vielleicht schaue ich nächste Woche mal vorbei. Ist eine gute Idee, finde ich ^^.


    Liebe Grüße und viel Spaß euch beim gemütlichen Ratschen,

    Christoph

    Servus Claudia, servus Copt is,


    hm, ich bin bei Schwarzsporern oft unschlüssig... ich würde vermuten, dass unter dem Laub vielleicht Dung lag und würde auf Panaeolus papilionaceus tippen. Bei dem kann die Huthaut zumindest so aufreißen - meine ich jedenfalls. Ich habe auf die Schnelle nur ein Vergleichsfoto gefunden: Panaeolus papilionaceus DSCN3047 | der Pilz wuchs im Gras au… | Flickr

    Ist aber schwer zu sagen bei so einem alten Fruchtkörper. Der Stiel scheint oben längsrillig zu sein, was passen würde, was aber auch auf einige Psathyrellen passt.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Felli,


    wow, cool, tolle Gegenüberstellung!


    Was ich (um die Uhrzeit) schnell aus dem Bauch heraus makroskopisch sagen würde:


    Nr. 1. ist für mich typisch Macrolepiota mastoidea. Spannend ist, dass die Kollektion auf dem Hutbuckel ein häutiges Velum universale zeigt. Das kann bei verschiedenen Arten vorkommen. Den Ring müsste man mal im Querschnitt sehen...

    Nr. 2 ist für mich auch typisch für Macrolepiota mastoides - hier sieht man den Ring gut (einschichtig, das Velum universale ist da unauffällig). Bei Nr. 1 müsste man den Ring mal im Querschnitt sehen. Wenn aber sas Velum universale so stark überausgeprägt ist, dass es häutige Reste auf dem Hut ergibt, dann wäre es interessant, am Ring genau hinzusehen, wie es da aussieht.

    Nr. 3 sieht sehr nach M. konradii aus.

    Nr. 4 sieht nach M. rhodosperma aus. Der Ring ist mal wieder nicht ganz ideal ausgeprägt, aber die Makroskopie, das deutlich rosa Sporenpulver, passt gut.


    M. mastoidea s.l. hat so deutlich cremefarbiges Sporenpulver, aber eben nicht so schweinchenrosa wie M. rhodosperma.

    Spannend finde ich, dass Nr. 1 dieses schmutzige olivliche im Sporenpulver hat und eben den untypischen Ring und das starke Velum universale auf dem Hut... Daher wäre das für mich ganz klar Macrolepiota spec. und ein Kandidat für ein DNA-Sequenzierung. Die anderen passen gut, denke ich. Macrolepiota affinis sehe ich nicht unter den abgebildeten, aber der ließe sich ja auch anatomisch prüfen (Pigmentierung des HDS im Mikroskop).


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Andreas,


    ich kenne Xerocomellus redeuilhii nur mit blutrot duirchgefärbtem Fleisch in der Stielbasis. Hier sehe ich in der Stielbasis gelbes Fleisch, weshalb ich die Art ausgeschlossen habe. Ich sehe auch deutliches Risa in den Rissen (Detailfoto vom Hut). Zudem kenne ich X. redeulhii nur dunkler, richtig schön blutrot am Hut, aber vielleicht habe ich da für die Variationsbreite zu wenige gesehen. Ich kenne ihn nur aus Oberbayern (2 Fundstellen, da aber völlig typisch).


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus beli,


    die Nr. 5 dürften recht alte Lactarius mairei sein.

    Nr. 7 sieht schon sehr nach Lepista glaucocana aus.

    Nr. 6 sieht sehr nach Lepista irina aus, aber mit bitterem Geschmack? Sehr schräg.

    Und bei 8. wäre ich auch bei Xerocomellus cisalpinus.


    Liebe Grüße,

    Christoph