Beiträge von Tricholomopsis

    Servus beinand,


    ich wäre hier auch bei einem atypischen Suillellus luridus. Sollte es Probleme in der Unterscheidung von Suillellus und Neoboletus (auf Gattungsebene) geben, empfehlen ich folgendes:


    1. Melzers auf das Stielfleisch geben - wird bei Suillellus fast schwarz, bei Neoboletus passiert da nichts.

    2. Falls kein Melzers zur Hand: Stielbasis mit der Lupe anschauen - vor kurzem wurde hier der Stielbasisfilz eines Neoboletus gezeigt - das ist Gattungsmerkmal (haben jedenfalls auch die Nordamerikaner). Interessanterweise ist dann beim Filz gewöhnlich schon schluss - ich habe oft Neoboletus erythropus ausgegraben, um die Rhizomorphen zu untersuchen - meist vergebens, denn an der Fruchtkörperbasis finde ich da meist gar nichts, nur diesen Flz. Suillellus hat hingegen schöne, deutliche Rhizomorphen

    3. Bataille-Linie - wurde bereits gesagt, kommt bei Suilellus vor (bei mehreren Arten, eben auch bei S. queletii möglich), aber bei Neoboletus habe ich noch nie eine gesehen. Wenn also der rote Röhrenboden vorhanden ist, dann kann es m.E. kein Neoboletus sein.


    Rote Farbe der Stielbasis: kann auch bei Neoboletus auftreten. Das ist der Streitpunkt in der Interpretation von Boletus erythropus s.str. - die Originalbeschreibung ist für mich eine Mischung aus Glatt- und Flockenstieligem Hexenröhrling, wobei die deutlichen Stielflocken für mich klar Flocki sind und die erwähnte rote Stielbasis auch bei Flockis vorkommen kann. Wer übrigens den Flocki nicht als N. erythropus benennen will, müsste jetzt den Glattstieligen als Suillellus erythropus bezeichnen, denn dann wäre das Epitheton erythropus ja der Glattstielige Hexenröhrling. In Boletus ist hingegen erythropus sanktioniert und ist da immer der Flocki (wegen Fries). Deshalb bleibe ich persönlich bei Neoboletus erythropus, zumal ich lieber bei Suillellus queletii bleibe, denn Suillellus erythropus ist zweideutig (man muss dann immer sagen im Sinne Persoons, wie Persoon von Vielen interpretiert wird usw.). Wäre ich nicht Amateur, würde ich einen Antrag stellen, Neoboletus erythropus als Flocki zu lassen (Antrag auf Konservierung), wie es seit Fries immer üblich war. Dann fällt auch das Problem weg, welcher andere Name der richtige ist (N. praestigiator? N. luridiformis? Und warum ist das nicht N. xanthopus?) und es fällt das Problem weg, dass auch der Glattstielige seinen Namen behält. Und mir missfällt, den Glattstieligen (!) durch einen Namen, der in der Beschreibung klar flockenstielig ist, zu benennen.


    Das aber alles nur am Rande. Hier werden m.E. nur Probleme geschaffen, die völlig unnötig sind. Flocki = Boletus erythropus, "Glatti" = Boletus queletii, also auch in Neoboletus bzw. Suillellus (es könnte so einfach sein).


    Ach ja, zum Speisewert von Suillellus mendax. Der ist im Süden Münchens recht häufig und wurde früher einfach als Netzhexe mitgesammelt. Ich habe ihn mehrfach gegessen, auch Bekannte von mir. Das Fleisch ist ein bisserl weich, aber ich halte ihn für essbar (durch jahrelange Selbsttests aus Unwissenheit ob der Art und weitere Probanden).

    Die Netzhexe galt hier in Bayern schon immer als Speisepilz. Man muss sie nur lange genug erhitzen. Ich gebe Netzhexen und Mendaxe in der Pilzberatung mit entsprechnder Warnung frei. Und ja, Mendaxe hatte ich schon mehrfach in der Pilzberatung, einmal sogar von der zu Beratenden nach Foto als solchen schon bestimmt.


    Wenn es weiter so warm bleibt (klimatisch gesehen, nicht Witterung), dann sollte man auch Suillellus comptus nicht aus dem Fokus verlieren. Der hat wiederum kurze, breite Sporen.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Raphael,


    Bin nur grad beschäftigt, hätte mich noch gemeldet. Meine Arbeit über Flammulina kennst du? Bei Fl. populicola geht es v.a. um den generellen Aufbau der HDS.


    Liebe Grüße,

    Christoph


    P.S.: Wenn du meinen Artikel nicht kennst, schicke ich ihn dir

    Der nächste Vortrag ist morgen Abend, den hält unser Karl über die BMG!
    19 Uhr, glaube ich.


    Ich kann leider nicht, Online-Elternabend… ich hoffe, Karls Vortrag wird auch auf youtube eingestellt.

    Liebe Tuppi,


    das hängt (nur) von Karl ab. Wenn er es erlaubt, dann stellen wir es natürlich auf unseren YouTube-Kanal. Aber nicht jeder mag das, was ich auch verstehen kann.

    Der Vortrag von Ute und Till ist in Warteschleife, da in dem Vortrag Fotos von Australischen MykologInnen zu sehen sind. Die müssen erst angeschrieben werden und ihr Einverständnis für YouTube geben. Falls das alles klappt, kommt der Vortrag später auch in den Kanal (hat sich gelohnt, war, wie ich finde, ein sehr spannender Bericht). Notfalls müssen die entsprechenden Vortragsteile rausgeschnitten werden.


    Servus beinand,


    falls gewünscht, mache ich auch außerhalb des EU-Forums Werbung für den nächsten Vortrag hier. Bis jetzt habe ich die Mikroskopierabende erwähnt und beworben. Ich kann aber sehr gerne auch den Vortrag von Ulla bewerben.


    Liebe Grüße in die Runde,

    Christoph


    P.S.: ich saß heute an der Aufgabenstellung für die Kolloqiumsprüfungen und war deshalb leider wieder verhindert. Ich werde aber auch mittwochs wieder auftauchen. :-)

    Servus beinand,


    ich möchte auch hier nochmal *push* sagen und an den morgigen Vortrag von Karl Wehr über das offenbar geniale Gebiet "Depot" erinnern.


    Uhrzeit: 10. Juni 2021, 19.00 Uhr (Raumöffnung, Small Talk), 19.30 Uhr: Beginn des Vortrags


    Zoom-Meeting beitreten:

    Launch Meeting - Zoom


    Meeting-ID: 917 2242 5351

    Kenncode: 089515


    Es haben bis zu 500 Personen Platz - es wird also niemand vor der verschlossenen Tür wegen zu vielen Zuhörern stehen :-).


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Pablo,


    ich hab mal ein bisserl rumgesucht und nichts gefunden. Rod Tulloss nimmt es als Synonym zu Amanita gemmata. Es gibt asiatische Arten, die beschrieben wurde, wie z. B. Amanita orientigemmata. Leider komme ich da nicht so einfach an die neueren Paper heran, denn da könnten DNA-Stammbäume sein. Es geht ja erstmal drum, ob Amanita gemmata überhaupt genetisch heterogen ist.


    Es werden im Moment übrigens ständig neue Scheidenstreiflinge aus Europa beschrieben - 2020 meherere graue Arten und aktuell, 2021, wieder eine graue (Amanita vladimiri). Da komme ich im Moment auch nicht an die Originalbeschreibung ran, die aus 2020 habe ich (z. B. Amanita electra und weitere). Wenn die Streiflinge durch sind, sind vielleicht wieder die anderen Sektionen mehr im Fokus. Die Amanitologie hat jetzt auch tef1-alpha entdeckt - das wird wieder neue Erkenntnisse geben... Und irgendwann ist auch die Pantherina-muscaria-gemmata-Verwandtschaft dran. Und vielleicht auch mal der Graue Wulstling und der Perlpilz s.l. - bin gespannt, wie viele Arten das werden ;-)


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Luca,


    das passt sehr gut. Ich würde da auch nichts anderes sagen. Amanita amici sieht sehr ähnlich aus, wäre aber kräftiger und sehr thermophil (o.k., Südpfalz), aber dafür ist der Pilz eh zu schmächtig. Daher für mich klar Amanita gemmata s.str.


    Amanita amici wird mal synonymisiert, mal als Form gesehen, mal als Art. In einem italienischen Forum wird darüber diskutiert: Amanita amici Gillet 1898 - Funghi Non Commestibili o Sospetti - Funghi in Italia - Fiori in Italia - Forum Micologia e Botanica

    Da wird von genetischer Diversität bei Amanita gemmata s.l. gesprochen, ist aber schon 5 Jahre her. Mein Stand war, dass es nur eine Form sei oder synonym. Ich muss mal nachrecherchieren, auf welche Studie sich die Bemerkung bezieht, dass Amnita gemmata von Amanita amici genetisch abtrennbar sei.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Andreas,


    die Fruchtkörperfotos hatte ich gar nicht mehr gesehen, die du am Ende im zweiten Beitrag präsentierst. Das hatte sich wohl mit meinem Geschreibsel überschnitten. Die Fruchtköper in Post #11 sind für mich sehr typisch. Und so kenne ich keinen Paxillus involutus aus dem Nadelwald. Der Stiel ist mir im Vergleich zum Hut zu kräftig. Unabhängig davon sind die Lamellen hier sehr engstehend, was auch typisch ist, ebenso die Farbgebung.


    Post #12, den ich nicht gesehen hat, ist da anders. Die Fruchtkörper hätte ich makroskopisch auf den ersten Blick auch nicht als Paxillus obscruisporus angesehen. Schaue ich genauer hin und kenne die Bestimmung, dann fällt mir die Art der Riefung am Hutrand auf und die Hutform, die mich dann wieder an ihn erinnern. Ich sehe hier aber weder Stiel noch Lamellen.


    Ich kenne auch große Kahle Kremplinge aus dem Nadelwald, die Hutdruchmesser von 20 cm erreichen können. Der Habitus ist da aber anders. Ich habe aber auch noch keine Kremplinge in Thüringen gesammelt ;-).


    Die Ammoniakreaktion ist immer schwer zu deuten, wenn man nicht weiß, was dahinter steckt. Bei Paxillus validus hatte ich nue eine Grünfärbung. Bei Paxillus obscurisporus müsste ich nachschlagen, wie die Farbe war (das habe ich nicht mehr im Kopf - ich werde alt). Ich meine, dass es auch ein Dunkelporphyrbraun oder Dunkelbraun war. Ich würde auf die grünliche Reaktion allerdings auch nicht zu sehr bauen. Dank der Genetik kann man jetzt ja viel besser nachprüfen. Das ging, als ich die Arten beschrieben hatte, nicht so gut. Ich hatte nur mit RFLPs arbeiten können.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Oehrling,


    ein Grundproblem ist die erschwerte Kommunikation im Internet. Bei einem Gespräch sieht man Mimik, Körpersprache, man kann, wenn etwas unverständlich erscheint nachfragen und die Kommunikation ist meist problemlos möglich. Nur dann, wenn es extrem eskaliert, passiert es, dass eine Seite so ein Gespräch einfach abbricht. Ein Spruch wie "eine weitere Diskussion erübrigt sich" nebst Umdrehen und Weggehen wäre da auch sehr unhöflich, finde ich.


    Im Internet fehlt aber die direkte Interaktion - man kann nur zeitversetzt reagieren. Wie man auf wen dabei wirkt, ist schwer zu sagen. Wenn du mir jetzt sagst, dass ich sehr unsympathischer Weise reagiere, dann ist das für dich so und mir tut das natürlich leid. Vielleicht wäre ich für dich auch im real life unsympathisch - keine Ahnung. Möglich ist auch, dass das, was ich sagen will, bei dir anders ankommt, als ich es meine. Und umgekehrt genauso. Sender-Empfänger-Modell. Und im Internet kann das zu heftigsten Eskalationen führen.


    So könnte ich mich jetzt angegriffen fühlen, dann zurückschießen usw. Ich fühle mich aber jetzt und hier von die nicht angegriffen. Ich fühle mich kritisiert - und das finde ich gut, denn man sieht sich selber immer extrem subjektiv. Kritik ist wichtig.


    Ich habe unter Pilzkundlern schon heftigste Streitereien erlebt. Ich selber bin des Streitens mehr als überdrüssig. Deshalb versuche ich (Betonung auf Versuch), wenn es mal eskalieren sollte, auch eine friedliche Lösung zu finden. Deshalb versuche ich auch gerne zu erklären, warum ich was schrieb und meinte. Für die einen ist das dann zu lang, zu erschöpfend oder wirkt von oben herab (was nicht gemeint ist). Wie auch immer - hier kamen für mich ein paar Dinge zusammen, die ich so unfair fand, dass ich Peter zur Seite springen wollte. Ob das notwendig war, weiß ich nicht. Ich hatte deshalb auch versucht zu erklären, dass es mit meinem Berufsumfeld zu tun hat und ich von dort diese Reaktionsweise kenne (das erst Andeuten, dann die Kommunikation Abbrechen). Eigentlich ging es mir primär darum, denn ich meine zu wissen, dass genau das etwas ist, was am stärksten wirken kann. Psychologisch hat das was mit Macht zu tun, will ich jetzt aber nicht weiter ausführen. Steht ja alles oben.


    Was die Zeitschriften angeht - nein, ich wollte kein Fishing für Compliments betreiben, auch wenn es so bei dir ankam. Bei den Zeitschriften bin ich nur eben persönlich involviert und dann natürlich am allerwenigsten neutral. Ich habe deine Anmerkung daher wohl völlig missverstanden und überinterpretiert. In einem Gespräch in kleiner Runde hätte ich einfach sofort nachgefragt, was das jetzt bedeutet, was hier aber nicht geht. Vielleicht bin ich da auch zu verkopft, ich weiß es nicht.


    Jedenfalls möchte ich mich bei dir entschuldigen, dass ich da so reagiert habe.


    Zum Schluss noch zum Hochkochen - das war nicht mein Ziel. Ich hatte nur versucht, Harald zu erklären, warum der Zusammenhang der Umstände hier sehr heftig wirken kann. Ich hätte nicht gedacht, dass er es so als persönliches Bashing sieht. Da muss im Vorfeld von anderer Seite wohl des öfteren was passiert sein. Ich habe nur einmal etwas wegen seiner Kurse mitbekommen, wo ich ihn sogar noch unterstützt hatte und versucht hatte, zu deeskalieren. Ich hatte meines Wissens noch nie irgendwas negatives über ihn geschrieben oder ihn jemals wegen irgendwas kritisiert. Dass er sich jetzt wieder in einer Schusslinie sieht und ein persönliches Bashing vermutet, kann ich daher - was mich betrifft - wirklich nicht nachvollziehen. Insofern war ich sicherlich der Auslöser des Hochkochens, aber da muss m.E. mehr dahinter stecken. Ohne den Hintergrund hätte sich Harald vielleicht nicht persönlich angegriffen gefühlt, sondern nur kritisiert und hätte über meine Kritik nachgedacht. Dann hätte erwidersprechen können oder Teile nachvollziehen können - keine Ahnung, alles Spekulation.


    Vielleicht habe ich es so noch verschlimmbessert. Schwer zu sagen. Vielleicht führt es aber doch im Nachhinein auch zur Selbstreflektion. Genauso wie ich versuche, nachzuvollziehen, was von meiner Seite aus persönlich verletzend auf andere wirkt. Schaffen wird man das wohl nie - dafür ist man eben zu subjektiv und hat immer eine verzerrte Sicht auf sich selbst. Manchmal prescht man auch zu stark voran. Es sollte aber immer möglich bleiben, wieder zu einer normalen Kommunikation zurückzufinden.


    Das Thread-Thema ist im Prinzip eh schon lange durch, weshalb das hier auch nicht mehr weiter stören sollte. Wir können auch gerne mal einfach telefonieren, um Missverständnisse direkt zu klären oder sich im real life besser kennenzulernen. Habichtpeter kenne ich aus dem real life und meine daher des öfteren zu verstehen, was er mit welcher Aussage meint.


    Mit dem hier: "und dann auch noch auf Kärntnerisch. Ich vermute: du denkst kärntnerisch und übersetzt das dann ins Österreichische, transkribierst es aber so, dass es auch Hochdeutsche (und andere Deutsche) lesen können. Dass da der Stille-Post-Effekt eintritt, ist ja selbstredend." hatte ich gehofft, mit Humor zu deeskalieren. Und dann kam Harald und hat nochmal gegen Peter nachtarockt, warum auch immer (wobei ich den Kernpunkt, der ihn störte, wirklich nachvollziehen kann, nur war da das alles ja schon durch...). Daher kann ich im Moment nicht aus meiner subjektiven Haut heraus und gebe mir nicht die Alleinschuld an der Eskalation (damit meine ich nicht meine Anmerkung dir gegenüber, für dich ich mich ja oben entschulfigt habe - die ist ja unabhängig davon, was Harald betrifft). Dass das Ganze unnötig wie ein Kropf ist, dem stimmen wir vermutlich alle zu.


    Vielleicht können wir's so mehr oder weniger abschließen. Sonst auch gerne per PN oder wie gesagt per Telefon, wenn Interesse besteht.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Andreas,


    nicht nur soll, sondern "ist so". Ich habe, als ich die Art beschrieben habe, Kollektionen mit bis zu 40 cm Hutdurchmesser gehabt und die "Riesen" auch auf der Münchner Pilzausstellung präsentiert.

    Natürlich ist das sher groß - ich hatte halt so große nichtmal bei meinem Paxillus validus. Ich hatte aber wenige Aufsammlungen, weshalb die Variationsbreite für mich in Bezug auf Paxillus obscurisporus nicht auszuleuchten war. Die Lamellen sind aber immer (sage ich mal so) jung blasser als bei Paxillus validus/ammoniovirescens - der Zitronengelbton fehlt. Später werden die Lamellen sehr dunkel.


    Paxillus cuprinus hatte ich bei meinen Paxillus-Studien auch nicht gehabt. Mir wäre (hoffentlich) die Sporendelkle aufgefallen und auch die Kupfertöne, die beschrieben wurden.


    Was aber anhand der Bilder klar ist: auch kleine Exemplare von Paxillus obscurisporus sind recht kräftig, aber das trifft ja auch auf Paxillus validus/ammoniovirescens zu. Paxillus cuprinus kann ja auch recht kräftig werden.


    Die Möglichkeit, in der Artengruppe molekular nachzubestimmen, ist sehr wertvoll.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus beinand,


    Ich bin gerade am Handy, versuche es aber mal.... Die Lamellenfarbe und der Sporenpulverton sind für mich ganz typisch für Paxillus obscurisporus. Bilderbuchmäßig.


    Per ITS sind alle Arten gut definierbar. Nur Paxillus ammoniovirescens s.l. hat eine sehr variable ITS, die innerartlich sehr differieren, aber in sich deutlich von den anderen abgegrenzt ist. LSU geht auch gut.


    Hier ist m.E. eine Sequenzierung unnötig, da für mich zu typisch. Ein bisserl schmächtig ist er, aber warum nicht?


    Wenn Bedarf ist, schaue ich ihn mir aber gerne an. Die HDS-Hyphen und die Zystidenmaße kann man auch nutzen, um den aus Europa noch nicht wirklich nachgewiesenen Paxillus vernalis auszuschließen, der makroskopisch sehr ähnlich ist.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Björn,


    wow, stark - Laboulbeniales, sowas sieht man selten in Pilzforen. Und dann auch noch life, lebendig und frisch und nicht nachträglich an Käfern in einer Sammlung. Wobei mir die Marienkäfer schon leid tun.


    Tolle Bilder - danke dür's Vorzeigen!


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Harald,


    keine Sorge, ich habe dich nicht in irgendeiner Schusslinie.

    Ich rekapituliere: Es wurden Bücher zu einem vernünftigen Preis zum Kauf angeboten, was von einem Kommentator (Oehrling) als gut kommentiert wurde.

    Damit - sollte man denken - wäre das Thema eigentlich erledigt gewesen. Dann kommt allerdings von Habicht die indirekte Andeutung, dass das angebotene Werk zu den "Auslaufmodellen" gehört, obwohl er die Buchreihe gar nicht besitzt und das eigentlich nicht beurteilen kann.

    Allein darauf bezog sich meine Bemerkung etwas zurückhaltender zu sein! Wenn ich etwas nicht kenne, dann kann ich mir eigentlich auch keine Meinung dazu erlauben - so sehe ich das.

    Das kann ich nachvollziehen. Würde ich ein Buch verkaufen wollen, dann wäre ich auch nicht glücklich, wenn jemand, der es nicht kaufen will, sowas indirekt andeutet. Der Zusammenhang war aber nicht mehr klar. Hättest du diese kurze Aussage auf Peters Nachfrage gepostet, wäre doch alles gar kein Problem. Mir ging es nur um die Umgangsfrom, etwas erst anzudeuten, dann das Gegenüber abtropfen zu lassen.


    Servus Nobi


    ich gebe dir da völlig recht - PN wäre besser gewesen. zuehli hätte Peter das per PN schreiben können. So macht er es eben öffentlich, um dann, als Peter nachgefragt hat, was denn los sei, was er falsches geschrieben hätte, diesen abtropfen zu lassen.


    Inhaltlich gebe ich dir recht - siehe auch, was ich oben gerade zu zuehli schrieb.


    Was das Liken angeht, hatte ich versucht, das zu erklären:


    Dass dann auch noch durch Likes Unterstützung für so ein Vorgehen kommt, finde ich ehrlich gesagt befremdlich. Aber man klickt schnell auf ein Like und versteht nicht, dass das in so einem Fall auch wirklich verletzen kann.

    Durch die Likes wird das erst öffentlich Angreifen und dann Fallen Lassen noch gewichtiger. Das ist die Gefahr der Likekultur. Niemand kann wissen, warum z.B. du geliked hast. Jetzt ist es klarer. Nur gehört das dann eigenltich zu einem neutralen Beitrag, der darum bittet, sowas ab jetzt z. B. per PN zu machen (den es aber nicht gab).

    Ich will dir auch nichts unterstellen. Es geht mir hier nur um das Miteinander und wie etwas rüberkommen kann.


    Versetz dich mal in die Situation, jemand würde dich öffentlich angreifen. Dann fragst du nach, warum und erhältst statt einer Antwort auf deine Frage eine komplettes Abblocken. Und das wird dann mehrfach geliked. Fühlt sich blöd an.


    Jetzt nochmal an zuehli:


    Mir geht es wirklich nur darum, dich zu bitten, dir die Wirkung auf das Gegenüber vorzustellen. Das hier ist ein öffentlicher Raum. Du hättest Peter auch per PN anschreiben können. So machst du einen öffentlichen Vorwurf, der für dich bestens begründet ist. Und dann blockst du ab und lässt das Gegenüber im Regen stehen. Diese Methodik hat nichts damit zu tun, ob man unbequem ist oder jedem gefällt.


    Was die Empathielosigkeit angeht, die für dich ein impertinenter Vorwurf ist... Ich hatte genau deshalb ja auch geschrieben, dass du vermutlich den Geburtstagsthread gar nicht mitbekommen hast, eben um damit auszusagen, dass es nicht Empathielosigkeit sein muss.


    Jetzt weißt du es und hättest was freundliches oder deeskalierendes zu Peter anmerken können. Machst du nicht, musst du nicht, ist alles deine Sache. Vielleicht kannst du aber, wenn du nicht mehr sauer über mein Einhaken bist, über diese Form des Umgangs miteinander nachdenken. Ich kann mir eben nicht vorstellen, dass du bewusst Cyberbullying betreiben willst oder bewusst jemanden verletzen willst. Öffentlich unkonkrete Vorwürfe zu erheben, um nach Rückfrage diese dann abzublocken ist eben genau ein Mechanismus, wie Cyberbullying abläuft.


    Hätte, hätte, Fahrrahdkette... aber ein direktes (als Beispiel) "Peter, ich verstehe nicht, warum du einen Thread kaperst, in dem jemand ein Buch verkaufen will (und hat), um dort Kritik an vermeintlich veralteten Büchern zu äußern." ... hätte m.E. gar kein Problem gemacht, im Gegenteil. Man weiß, worum es geht, was du meinst und die meisten oder alle werden dir recht geben.


    Irgendwie so.


    Wir sind hier alle an einem gemeinsamen Thema dran - Pilze und Pilzkunde. Das geht besser, wenn man sich nicht gegenseitig öffentlich runtermacht. Und wenn es nichtmal beabsichtigt ist, dann wäre es doch umso besser, das in Zukunft durch andere Formulierung zu umgehen.


    Manchen, so auch Nobi, sind Umgangsformen sehr wichtig. Dazu gehört eine Anrede und ein Servus - wichtiger ist aber doch, dass man nicht nur formell, sondern auch wirklich inhaltlich Respekt und Achtung zeigen möchte. Dazu gehören Diskussionen auf Augenhöhe. Ich kann gerne auf rein formelle Höflichkeitsfloskeln verzichten, wenn dafür echter Respekt vor dem Gegenüber als Person zu erkennen ist, als dass ich Floskeln lese und mir dann bei den Inhalten viele aufstößt.


    Vielleicht bin ich auch deshalb so hellhörig, weil ich eben in meinem Berufsumfeld mit dem Thema Cybermobbing und Cyberbullying betroffen bin - unter Jugendlichen läuft sowas teils gnadenlos ab. Den Aktiven ist oft gar nicht bewusst, wie das bei dem passiveren Part ankommt, wie es sich subjektiv anfühlt.


    Wie auch immer - ich wollte niemanden beleidigen, sondern auf das Problem der Kommunikationsweise hinweisen.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Harald ( zuehli),


    ich finde dich hier nicht fair - im Gegenteil. Hier wird ja eigentlich auf Umgangsformen geachtet, hatte ich jedenfalls bislang gadacht.


    Was hat Habicht denn geschrieben? Ich zitiere:


    Ich sehe da keinen Angriff auf das Buch und auch keine Kritik - bis auf die Anmerkung, dass ältere Werke eben auch veraltet sein können. Ob man aktuelle Forschungsergebnisse lesen will oder bewusst erstmal abwartet, inwiefern sich Neuerungen bestätigen oder dann doch wieder ad acta gelegt werden, bleibt jedem selbst überlassen.


    Auch hier sehe ich eher Lob als Kritik. Und dass Kärnten andere ökologische Parameter als Baden-Württemberg hat, sollte auch klar sein. Natürlich kann man einiges auch auf Kärnten übertragen. Doch auch hier: wo ist das Problem?


    Dass die Sequenzierungsaussage kontrovers diskutiert wurde, hat mit den Aussagen zu GPBW nichts zu tun.


    Nun, lieber Peter, dann wäre ich auch mit den Äußerungen dieses Werk betreffend etwas zurückhaltender. Wenn man sich für die ökologischen Aspekte der Pilze interessiert, ist dieses Werk ziemlich nützlich - ohne Zweifel.

    Dann mit so einer Aussage zu kommen, ohne bei Nachfrage zu konkretisieren, empfinde ich als unfair. Du stellst in den Raum, Peter hätte Dinge geschrieben, die er hätte lassen sollen. Auf Nahfrage von ihm kommst du mit


    Ich glaube nicht, dass es sich lohnt die Diskussion weiter zu vertiefen....


    Grüße Harald


    Sowas ist nur geeignet, das Gegenüber saublöd dastehen zu lassen. Erst ermahnst du (warum auch immer), um dann alles abtropfen zu lassen und so zu tun, als würdest du nun versuchen, aus der Diskussion rauszugehen. Klar, das erzeugt eine Form des Machtgefühls (psychologisch) - du nimmst dir das Recht, anzugreifen und nimmst dann dem Gegenüber jede Möglichkeit, sich zu wehren, gegenzureden oder auch nur zu verstehen, was dich bewegt hat. Du hast damit den kleinen Disput begonnen, um ihn dann sofort komplett abzuwürgen. Rhetorisch ist das extrem heftig und erzeugt beim Gegenüber nichts als Ärger - und das auch noch an seinem Geburtstag. Cyberbullying ist der Begriff dafür, wenn es absichtlich passiert und mehrfach.


    So vergrault man Menschen aus Foren. Ich verstehe langsam, warum Peter schonmal andeutete, hier wenig schreiben zu wollen.


    Dass dann auch noch durch Likes Unterstützung für so ein Vorgehen kommt, finde ich ehrlich gesagt befremdlich. Aber man klickt schnell auf ein Like und versteht nicht, dass das in so einem Fall auch wirklichg verletzen kann. Wenn man dann noch liest, was bei Peter im Moment privat passiert ist, dann ist es nicht nur von oben herab und respektlos, so mit anderen umzugehen, sondern auch mehr als empathielos. Ich gehe aber mal davon aus, dass du in seinem Geburtstagsthread nicht gelesen hast und ihn nichtmal wahrgenommen hast. Wie gesagt, so mit jemandem am Geburtstag umzuspringen finde ich einfach nur noch daneben.


    Dass du kein Wort dazu verlierst, dass Oehrling - warum auch immer - gegen Pilzzeitschriften austeilt, lässt mich zudem vermuten, dass es hier nicht um die Sache, sondern um was Persönliches geht. Ob Oehrling was gegen die Mycologia Bavarica hat oder ob ihm nicht gefallen hat, dass Habichtpeter unsere Zeitschrift mag und sehr gut findet, weiß ich nicht - er reagiert nicht auf Rückfragen. Muss er auch nicht. Ist auch nicht das erste Mal.


    Dennoch finde ich den Umgangston sehr unangenehm. Wenn man ein Gegenüber öffentlich maßregelt, dann sollte man zumindest in der Lage sein, das Gegenüber ernst zu nehmen, auf Augenhöhe zu bleiben und es nicht so im Regen stehen zu lassen. Ich kenne diese Verhaltensmuster und finde sie ehrlich gesagt unmöglich.


    Ich fände es schade, wenn Peter gehen würde. Ich finde es generell schade, wenn mit Menschen öffentlich so umgegangen wird.


    Falls du dich jetzt ungerechtfertigt angegriffen fühlst, kannst du mir gerne widersprechen. Ich würde dann auch versuchen, meinen Standpunkt zu erklären. Falls du auch hier keine Diskussion willst, auch kein Problem. Ich behalte mir aber vor, bei Cyberbullying, sollte es auftreten, weiterhin vehement für die schwächere Seite einzustehen. Ich kenne das aus meinem Berufsumfeld zur Genüge und der Schutz derjenigen, die eine geringere subjektive Machtposition besitzen, ist da sehr wichtig.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    ich schreibe meine Beiträge in österreichisch, du deine in deutsch.

    Servus Peter,


    und dann auch noch auf Kärntnerisch. Ich vermute: du denkst kärntnerisch und übersetzt das dann ins Österreichische, transkribierst es aber so, dass es auch Hochdeutsche (und andere Deutsche) lesen können. Dass da der Stille-Post-Effekt eintritt, ist ja selbstredend.

    Ich sage nur Sender-Empfänger-Modell, Codierung, Decodierung...


    Da fällt mir ein: ich kenne da einen Steirer, der in Kärnten lebt und auch ins Österreischische/Hochdeutsche transkribiert. Da muss es ja noch einen Schritt heftiger sein (vielleicht ist H.P. nicht in Foren vertreten) ;-).


    I gfrei mi scho auf Langschlag, wo mer uns direkt akustisch austauschen können und weniger Übertragungsprobleme bestehen. Vor allem nach dem einen oder anderen külen Getränk am Abend.


    An scheenan Gruaß,

    Christoph

    Servus Mausmann,


    ich wüsste nicht, was im ersten Bild die unteren beiden, großem Hüte mit der graubraunen, leicht rissigen Oberfläche außer Agaricus xanthodermu(oder A. laskibarii / A. xanthodermulus, dann aber untypisch, weil zu kräftig) noch sein könnte. Diese Farbe und Huthautstruktur finde ich sehr typisch (früher hat man da auch ne Varietät draus gemacht, aber heute wird A. xanthodermus als sehr variabel angesehen).

    Ob alle Karbolegerlinge waren, kann ich nicht sagen, bei einzelnen wäre ich mir aber sehr sicher. Wenn dem so ist, ist es aber - wie gesagt ob der kleinen Menge - kein großes Problem und ich hoffe auch, dass es zu keinen Problemen kommen wird. Ich kann aber eben nicht alle Pilze sehen (wegen des Stapels). ;-)


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Und nochmal zur Hemiamyloidität- reicht eine klar erkennbare Rotfärbung mit Lugol oder muss man zusätzlich noch die Blaufärbung nach KOH testen? (Oder nur bei uneindeutigem Befund?)

    Servus Ogni,


    nein, reicht nicht aus. Dextrinoide Strukturen (z. B. Amylopektin) werden auch mit Lugol rot. Dextrinoidie wird aber von Chloralhydrat nicht unterdrückt, weshalb sie auch in Melzers sehr schön zu sehen ist. Reagiert also eine Struktur mit Melzers gar nicht, aber mit Lugol rot, dann ist Hemiamyloidität sehr wahrscheinlich. Ganz sicher bist du, wenn du mit KOH und Lugol nochmal färbst, ob es dann blau wird.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Ich mache mir Sorgen, es könnte dieses sein:

    Kegelhütiger Knollenblätterpilz – Wikipedia

    Servus Setoso,


    im Nachhinein zu belehren, bringt nichts und kommt meist schräg rüber. Ein bisserl versuche ich es dennoch, um dich in Zukunft vor Vergiftungen zu bewahren...


    Wenn du die Unterschiede zwischen weiß gefärbten Knollenblätterpilzen und Champignons nicht kennst, ist es grob fahrlässig, Wildpilze (v. a. mit Lamellen) zu sammeln und zu verspeisen. Das zeigt, dass du leider noch sehr geringe Kenntnisse hast, was das Hobby so lebensgefährlich macht.


    Beispiel, wie einfach es ist:

    Kegelhütiger Knolli: jung weiße Lamellen, alt weiße Lamellen

    typische Champignons: jung rosa Lamellen, alt braune Lamellen


    Dazu kommt eine Vielzahl weiterer Verwechslungsmöglichkeiten.


    Es gibt aber sogar innerhalb der Gattung der Champignons giftige Arten. Die sind "nur" Magen-Darm-giftig, was aber auch nicht toll ist. Und es gibt weitere, giftige, weiße Pilze.


    Jetzt zur Beruhigung: wenn deine Verzehrmengenangabe stimmen sollte und du gesund bist, normales (oder zu großes) Körpergewicht hast, besteht keine Lebensgefahr.

    Knollis sehe ich auf deinem Fotos nicht. Du hast sie aber so "genial" aufgehäuft, dass man nicht alle sehen kann. Insofern sind alle Aussagen erstmal nur geraten.


    Ob darunter giftige Egerlinge sein könnten: definitiv ja, kann ich am Foto nicht ausschließen. Ich würde es sogar vermuten (dieser Grauton auf dem Hut, die Hutform... dann das schmutzig graue Fleisch nach längerer Liegezeit und ganz unten nich gelbe Restfärbung im Schnitt. Das würde auch die Aussage deiner Frau bestätigen (Geruch komisch, schmeckt komisch).


    Die Dosis macht das Gift. Ich drücke die Daumen, dass du gar nichts an Symptomen spürst.


    Liebe Grüße,

    Christoph


    P.S.: den Giftnotruf würde ich durchaus einschalten, die suchen dann einen Pilzsachverständigen, der die Pilze nachbestimmen kann

    Servus Andreas,


    danke für die Info. So ist es auch bei uns (auch schon seit längerem, nur wurde es bisher kaum in Anspruch genommen). Einziger Unterschied: Wir haben kein Labor im Rücken, sondern finanzieren z. B. Avalab. Dafür bleibt es natürlich bei der Autorenschaft ohne Coautor. Aber Mitautorenschaft bei Hilfe (Sequenzierung/Auswertung) sollte ja klar sein und kein Problem darstellen.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    ich beschäftige mich tiefergehend mit Pilzen (also mit denjenigen, die mich wirklich interessieren), aber ob und inwieweit ich auf aktuelle Forschungsergebnisse und auf die Mycologia Bavaria angewiesen bin, darf ich gottlob noch selber entscheiden. Jeder beschäftigt sich so tiefgehend mit Pilzen wie er mag, und ich habe mich entschieden, auf dem Stand des Pilzberaters stehenzubleiben und nicht wissenschaftlich zu diskutieren und zu reüssieren so wie es einige Andere wohl nötig haben. Daher reicht mir persönlich das, was in den GBPW steht, für meine Erkenntnisgewinne völlig aus. Mich haben die GBPW erkenntnistechnisch Lichtjahre vorangebracht, mehr als es Hunderte Mycologia Bavariae Ausgaben jemals vermögen werden, und mir bringt es nach wie vor viel Spaß, weiterhin darin zu stöbern.

    Servus Oehrling,


    natürlich bleibt es dir überlassen, inwieweit du dich für aktuelle Erkenntnisse in der Mykologie interessierst. Es bleibt die auch überlassen, ob du Zeitschriften wie die Mycologia Bavarica, Zeitschrift für Mykologie oder den Boletus lesen willst. Solltest du dich aber mal dazu durchringen, solche Zeitschriften, die ehrenamtlich über Vereine mit viel Mühe für Pilzfreundinnen und Pilzfreunde und ohne Gewinnabsicht (jedenfalls kann ich das über die Mycol. Bav. sagen - die Zeitschrift wird seit Jahren von den tragenden Vereinen teilgesponsort, da wir bei jedem Heft ein Defizit fahren, damit sie nicht zu teuer wird) erstellt werden, zu lesen, bin ich mir sicher, dass es einen Gewinn bringen würde. Die Zeitschriften werden, was die Artikel betrifft, ja meist von Amateuren für Amateuren mit Inhalt gefüllt (natürlich schreiben auch Profis ab und zu in diesen Zeitschriften).

    Und zur Beruhigung: Hunderte Ausgaben der Mycol. Bav. gibt es nich nicht, es sind erst 21. Bei der Z. Mykol. wärst du näher dran.


    Wie auch immer, es ist allein deine Sache, ob du dich für sowas interessierst oder nicht. Wenn du aber nicht weißt, was in diesen Zeitschriften zu finden ist, kannst du allerdings m.E. schlecht darüber urteilen.


    Wo ich dir natürlich recht gebe: Zeitschriften behandeln immer nur einzelne, kleine Themen, die dafür meist sehr intensiv. Wenn in einer Ausgabe kein Thema getroffen wird, an dem man selbst interessiert ist, dann erscheint einem das Heft dann als recht nutzlos. Bei einem Buch wie den GPBW findet man quasi (in Bezug auf das Teilthema des Buchs) scheinbar "alles". Deshalb sind Pilzzeitschriften oft für Einsteiger noch zu speziell. Zurzeit sind bei uns in der Mycol. Bav. die Risspilze recht präsent (viele neu beschriebene Arten in ausführlichen Artikeln der letzten Hefte). Wer Risspilze nicht mag, für den ist das natürlich nichts. Und wenn die restlichen Artikel auch nicht "treffen", klar.


    Man kann auch nicht alles an Zeitschriften kaufen/abonnieren, denn das addiert sich finanziell ja auf.


    Aber ganz gleich, ob man Zeitschriften mag oder nicht, ich finde es schade, wenn diese schlechtgeredet werden. Das redet auch die AutorInnen schlecht, die sich viel Mühe geben, ihre Artikel zu schreiben. Vielleicht meinst du es auch anders, für mich klingt es aber nicht sehr freundlich solchen ehrenamtlichen Projekten gegenüber.


    Man kann die beiden Dinge auch schlecht vergleichen – das ist wie Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Als ich seinerzeit die GPBW gekauft hatte, war ich auch begeistert. Ich wäre aber auch damals nicht auf die Idee gekommen, sie als Bestimmungsbücher zu nutzen oder die Artkonzepte übernehmen zu wollen. Die Artkonzepte sind der Auswertung der Kartierungsdaten geschuldet. Das verwässert zwar bei manchen Aggregaten die ökologische Aussagekraft, aber über makroskopisch gut kenntliche Arten bekommt man eine sehr schöne Auswertung ohrer ökologischen Ansprüche. Das ist es, was mir an den GPBW gefällt. Und sowas bekommt man über Zeitschriften nicht oder nur extrem punktuell, denn wie oft werden entsprechende Artikel dort publiziert? Wenn du das mit deiner Aussage meinst, bin ich natürlich bei dir, wie man heutzutage zu gerne sagt.


    Liebe Grüße,

    Christoph