Pilzsammler mit Plastiktüten - sagt ihr was?

Es gibt 103 Antworten in diesem Thema, welches 5.241 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Tagedieb.

  • Wenn man Salz dabei hat, kann man die (gesäuberten) Pilze gleich mit dem Salz in den Plastikbeutel verfrachten ... dann spart man sich 3-4 Stunden einsalzen, wenn man daheim ist;-)) Hab ich schon erlebt.


    Grüßle

    Jürgen


    p.s. Mit "Plastikeimern" ist es ähnlich

  • Ich gehe gern zu anderen Pilzsammlern, sofern sie sich nicht von mir entfernen oder den Abstand suchen;-)) Gibt immer total nette Gespräche ... man darf halt nicht den Besserwisser raushängen (was vielen PSVlern ja nicht gelingt;-))


    Grüßle

    Jürgen

  • Naja Thomas,

    anstrengend? Gehe einmal hinter diesen Leuten her - Dein Korb wird immer voll sein mit den Speisepilzen die genau diese Leute übersehen haben - so zumindest meine Erfahrung.

    Ja klar, die meisten wollen ihre Fundstellen geheim halten - ist ja auch legitim und verständlich - oder?

    Aber, wie schon gesagt, ich habe eigentlich weniger Erfahrung mit "heimischen" Pilzsammlern (die gab es im Altmühltal nur sehr wenig, zumindest kenne ich nicht wirklich viele - und mit denen die ich kenne bestand ein wirklich guter Austausch der Habitate!!!), sondern eher mit den Touristen - vielleicht ein Unterschied.

    Liebe Grüße

    Maria

  • Mit dem Ansprechen tue ich mich auch schwer.

    Auch deshalb, weil ich mir der Grenzen meiner eigenen Kenntnisse sehr bewusst bin.

    Einmal konnte ich es mir nicht verkneifen, als ich sah, wie eine Frau Kahle Kremplinge (ja, ich weiss, die Gattung ist etwas komplexer... ) einsammelte. Ich habe ihr meine Bedenken mitgeteilt, aber die Reaktion war nur, dass sie die Pilze kenne und diese gut seien. Dem Akzent nach war es eine Osteuropäerin, und nach wie vor gelten die Pilze meines Wissens dort mancher Orts noch als Speisepilze.

    Die Dame schaute mich an, als wollte ich ihr ihren Schatz wegnehmen. Mir blieb nichts übrig als sie freundlich und dringlich darum zu bitten, sich noch einmal zu informieren. Ich glaube nicht, dass das etwas bewirkt hat.

    Ein anderes Mal habe ich mir lieber gleich auf die Zunge gebissen, als ein Paar voller Stolz mit einem randvollen Korb sauber geputzter Nebelkappen vorbeikam und allen interessierten Passanten zeigte. Die beiden präsentierten sich als erfahrene Pilzsammler - was hätte ich Ihnen da sagen sollen... Immerhin wohl nicht mit den Kremplingen zu vergleichen, was die Risiken angeht.

    LG Linde

    100 Chips (Startkapital) - 10 (Gebühr APR 2022) = 90 Chips + 18 Chips APR 2022 (3 Letzer Platz + 3 150+ Punkte + 4 Jokerverbrauch + 8 Landungswette) = 108 Chips - 15 (Startgebühr APR 2023) = 93 Chips + 18 Chips APR 2023 (4 f. 8. Platz + 3 f. 250 Punkte + 8 Platzierungwette + 3 Prämierung Falschpfahl) = 111 Chips - 15 (Startgebühr APR 2024) = 96 + 2 Chips APR24 (15.Platz) = 98 Chips - 10 (Startgebühr APR 2025) = 88 Chips + 12 Chips APR 2025 (3 f. Platz 11 + 3 Landungswette + 8 Platzierungswette - 2 Bonuns Gningo) = 100 Chips

  • In Wandlitz traf ich öfters mal Leute mit kyrillischem Akzent, deren Plastiktüten schimmlige Herbstrotfüße füllten.

    Ich glaube, die waren meist ziemlich stolz darauf. Warum soll man anderen Leuten ihre Illusionen rauben.


    Grrr Ingo

  • In Wandlitz traf ich öfters mal Leute mit kyrillischem Akzent, deren Plastiktüten schimmlige Herbstrotfüße füllten.

    Ich glaube, die waren meist ziemlich stolz darauf. Warum soll man anderen Leuten ihre Illusionen rauben.

    Der Schrecken aller Pilzberater: matschige Rotfüße, die dank Plastiktüten-Lagerung und heimeligen Temperaturen zu einem granitenen Klotz untrennbar miteinander verschmolzen sind, um dann auf dem PSV-Tisch als einzelner Block aus der Tüte purzeln. || Nur noch gekrönt durch den Spruch aller Sprüche: "Aber zum Trocknen.." Ihr wisst schon. 8o

  • In Wandlitz traf ich öfters mal Leute mit kyrillischem Akzent, deren Plastiktüten schimmlige Herbstrotfüße füllten.

    Ich glaube, die waren meist ziemlich stolz darauf. Warum soll man anderen Leuten ihre Illusionen rauben.


    Grrr Ingo


    Hmm, soviel ich weiß ist "Kyrillisch" keine Sprechsprache sondern eine Schrift;-) Aber ich weiß natürlich, was Du meinst; den slawischen Akzent ;)

  • ich hab für solche Notfälle/Vergesslichkeiten immer ein oder zwei Mehrwegnetze in meiner Jacke o. Hosentasche verstaut, die man ja mittlerweile an den Obst- u. Gemüseabteilungen eines jeden Lebensmittelfachmarktes für wenig Geld bekommt.

    Ahoj,

    die musst Du nicht mal kaufen,

    nimm einfach die Gemüsenetze vom Einkauf (Zwiebel, Zitrone, etc.)

    LG

    Link zu Pilzlehrwanderungen: Pilzschule Rhein-Main

    Link: Verzehrfreigaben gibt es online nicht

    Galerie: Pilzfotos "zum Anfassen"/Stereobilder

    Der frühe Vogel fängt den Wurm. Soll er doch im Dunkeln tappen...ich fange lieber Pilze. Fossas sind auch nur aktiv, wenn es sich lohnt.

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  • Hallo zusammen,


    so langsam beginne ich mich zu wundern, wieso es in meiner Gegend anders zu sein scheint als bei euch und anderen. Gerade gestern erzählte mir ein Pilzkurs-Leiter, dass er auf 08/15-Pilzwanderungen gar keinen Bock mehr hat, weil die Teilnehmenden immer nur darauf aus sind, richtig viele Speisepilze einzuheimsen.


    Das kenne ich so gar nicht. Ob das daran liegt, dass ich das gleich ins VHS-Programm reinschreibe, dass es um das Kennenlernen von Pilzen geht, und nicht ums Körbe Füllen, oder daran, dass ich noch keine "Kann man den essen?"-Allergie entwickelt habe, oder ob die Leute bei uns aus unbekannten Gründen anders drauf sind? Für mich ist es ein durchaus legitimes Anliegen, Pilze essen zu wollen. Das war auch für mich das erste, was mich an Pilzen interessiert hat.


    Leute mit relativ vollen Plastiktüten habe ich erst ein einziges Mal im Wald gesehen, das ist schon viele Jahre her, und Menschen, die ihre Körbe zudecken, wenn sie mich sehen, sind mir auch noch nicht begegnet.


    Aktiv ansprechen tu' ich Leute nicht. Würde ich wohl machen, wenn ich sähe, da heimst jemand einen Knolli oder einen Spitzgebuckelten Raukopf ein, aber das ist noch nicht vorgekommen. Da ich die gesetzliche Regelung mit den Pilzmengen sowieso fragwürdig finde, würde ich auch das nicht bei Fremden thematisieren. Steil gehen würde ich wohl, wenn ich sähe, da schmeißt jemand Müll in den Wald. Habe ich aber auch noch nie live erlebt. Wehe, ich erwische mal diejenigen, die ihre Hundekacke-Beutel in den Wald schmeißen :cursing:


    Wenn ich anderen Pilzsuchenden begegne (was nicht so arg häufig passiert), schauen wir oft gegenseitig in die Körbchen, und wenn sie dann meine bunte Mischung sehen, kommt oft ein: "Ach, Sie scheinen sich auszukennen - könnten Sie bei uns mal kurz schauen, wir sind uns bei diesem Pilz nicht so ganz sicher". Bei solchen Gelegenheiten habe ich dann schon Gallenröhrlinge, Kahle Kremplinge und Nebelkappen aus den Körben gefischt (und einmal die Leute auf die Idee gebracht, die zuvor ausgekippten Pfifferlinge wieder einzusammeln - verdammt! ;)), und das war jedes Mal sehr nett.


    Beste Grüße

    Sabine

    100 Startguthaben minus APR-Gebühr 2024 = 90 + 3 (drittschnellstes Jokerverballern 2024) = 93 + 10 (dritter Platz APR 2024) = 103 minus 15 für APR 2025 = 88 + 2 (Nannettes Zwischenrätsel als 11. gelöst) = 90 + 6 (6. Platz Platzierungswette APR 2025) = 96

  • Menschen mit Plastiktüten im Wald sind bei mir selten. Außer der Entblößer in der Schönower Heide, der trägt manchmal eine Plastiktüte auf dem Kopf. Ansonsten scheint der harmlos zu sein, auch wenn er mit seinem Gehänge an mir vorbei läuft. Will man sowas ansprechen? Wohl eher nicht. Aber gruselig ist es trotzdem.

  • Ich bin noch nicht so lange im Wald unterwegs, aber habe letztens erst eine Gruppe von 4 Männer mit vollen Plastiktüten (es sah aus wie zugeschnittene Maronen) aus dem Wald kommen sehen. Ich habe sie verdutzt angeschaut und es wurde freundlich zurück gelächelt und gegrüßt.

    Letztes Jahr habe ich eine Person mit einem Hackenporsche im Wald beim Pilze sammeln gesehen.

  • Volle Plastiktüten sind mir ein graus, aber jedem das seine - zur Beratung würd ich was sagen, im Wald aber nicht, das fänd ich zu belehrend.


    Ich find es ganz nett im Wald mit anderen Sammlern zu quatschen. Mit einem Messer wurde ich aber noch nicht konfrontiert - ist ja echt grusselig. Wohl aber mit Abneigung und Angst - nicht jeder mag den "fremden Mann" im Wald. Ich erinner mich an ein entsetztes Gesicht im Winter, als ich mit der Handaxt auf Baumpilz(u.a.Chaga)-Jagd war.


    Also: Mal mit Abstand rüberrufen, obs mit den Funden läuft und dann situativ schauen, ob der andere reden mag oder seine Ruhe will.

    Wenn Sie einem dann in den Korb schauen, wirds oft lustig. Ich sammle selten für Mahlzeiten und mein Korb ist daher eher leer bzw sind zu bestimmende Arten drin.


    Und klar kennt man die Standards: "Ich sammle nur die, die ich kenne.", "Ich sammle nur die mit Schwamm", "Der da ist aber giftig", "Sie haben da einen Fliegenpilz, ich erkenne die, ich sammel schon viele Jahre" (auf nen roten Täubling gezeigt). Sowas halt.


    Mit der Zeit hab ich mir abgewöhnt den Pilzberater raushängen zu lassen. Aber eher aus einem anderen Grund. Ich hab ein paarmal so ne Art kurze flüchte Korbbestimmung im Wald gemacht, teilweise bei echt ahnungslosen Appbestimmern. Ok, wenn Schlimmes drin liegt, sag ich natürlich nach wie vor was.


    Aber sonst ... ich hatte jedes Mal ein doofes Gefühl im Nachheinein, ob der Flüchtigkeit und dem Wissen bzw dem Unwissen, was nach dem Gesprcäh noch kommt.

    Die sammeln ja noch weiter. Haben sie deine Erklärung verstanden, oder machen sie jetzt die Täublingsproben an Knollis? Oder sammeln sie Giftiges, weil sie es für das Gleiche wie im Korb halten und da hat der Pilzberater ja gesagt "die kann man essen" usw usw. Wie handhabt ihr das?


    (mal davon abgesehen, halte ich es aus Sicht der Beratenen für verdammt leichtgläubig einem Fremden im Wald sein Leben anzuvertrauen)

    Etwaige Bestimmungen meinerseits sind mit keiner "Verzehrfreigabe" verbunden. Bitte sucht hierfür einen Sachverständigen auf, der sich die Pilze vor Ort genau ansehen und sie hinsichtlich Verzehr viel besser bestimmen bzw. ihren Zustand bewerten kann.


    100-10(APR2024)+3(APR2024)=93

  • Mit einem Messer wurde ich aber noch nicht konfrontiert - ist ja echt grusselig.


    Ich erinner mich an ein entsetztes Gesicht im Winter, als ich mit der Handaxt auf Baumpilz(u.a.Chaga)-Jagd war.

    ... also ich find ne Handaxt gruseliger als ein Pilzmesser ^^ und leider kommst Du mir gar nicht fremd rüber und deswegen würde ich entgeistert gucken, wenn Du mir im Wald begegnen würdest: Du siehst aus wie ein Zwilling meines verstorbenen Bruders 8|


    zum eigentlichen Thema:

    ich habe immer ein Handtuch über meinen Pilzen... nicht weil mir jemand was weggucken könnte, sondern zum Schutz vor herunter rieselnden Zeugs.

    ich gehe mittlerweile allen anderen Pilzsammlern aus dem Weg. Zu laut, zu aufdringlich und wenn dann noch Plastiktüten dabei sind, wechsel ich ganz schnell die Richtung.


    War früher anders...

  • Hallo,

    Einmal traf ich einen jungen Mann mit Kleinkind. Er sprach mich an und meinte dieser Pilz da ist aber giftig. Er meinte einen Täubling in rot. Ich sagte ihm dann, dass er das eben nicht ist. Es war eine Russula verca.

    Daraufhin sagte er zu seinem Kleinkind auf der Schulter: "Komm wir gehen, die Frau will Giftpilze esssen.

    Das ist ja eine Geschichte. Da ist man erst einmal sprachlos.


    Ich glaube, wenn er zu mir gesagt hätte, der rote Täubling wäre giftig, hätte ich ihm nicht gleich widersprochen und stattdessen gefragt wie er das denn erkannt hat und ob er weis welche Art das ist. Solche offenen Fragen bringen eine Konversation ins Rollen und vielleicht wäre er danach auch schlauer gewesen. :/


    Ich mache eher Erfahrungen wie Matthias und Brummel sie beschreiben.


    VG Thiemo

    Bestimmungen anhand von Fotos sind immer unter Vorbehalt und mit Restrisiko!

    Sichere Freigabe zum Verzehr können nur Pilzsachverständige vor Ort geben!

  • Im Wald sind meine Begegnungen stets freundlich. Ab und zu fragt jemand woher ich den Platz kenne, weil er wohl meint ich hätte ein Geheimnis entdeckt. Man grüßt sich und redet kurz darüber, was man schon gefunden hat und wie die Pilzsaison gelaufen ist. Oftmals verweise ich dann darauf, dass ich nur sekundär Speisepilze suche und mein Fokus auf anderen Dingen liegt.

    Wanderer schauen gerne in meinen Korb und wundern sich "den kenn ich ja gar nicht, was ist denn das"? Meist erläutere ich kurz, aber vom Berg herab kommen einem viele Leute unter und irgendwann will man ja doch nach Hause.

    Nur ein einziges mal hat mir jemand erklärt, dass der Netzstielige Hexenröhrling ja giftig sei, hatte er im Internet gelesen. Ich erklärte ihm den tatsächlichen Stand, er war interessiert aber geglaubt hat er mir vermutlich nicht.


    Die meisten gehen hier mit Stoffsack, daher sehe ich die fremde Beute eigentlich nie. Und wenn jemand einen Korb hat, zwänge ich mich nicht auf um einen Blick hineinzuwerfen. Jeder will seine Beute schützen wie einen Schatz. Ein Hinweis auf überständige oder giftige Pilze entfällt daher auch.

    Falls es mir aber auffallen würde, würde ich mich verpflichtet fühlen, etwas dazu zu sagen. Auch wenn mir das Gegenüber nicht glaubt, habe ich meine Pflicht getan und mein Gewissen beruhigt.


    Einmal kam ein Nachbar mit nem großen Plastiksack voll Pfifferlingen nach Hause. Ich hätte davon vermtl. nur 10% mitgenommen, teils waren darauf schon schwarze Punkte vom Schimmel und schwere Trockenschäden und einige total matschig. Er ließ sich von meinem Hinweis auf die bevorstehende potentielle Lebensmittelvergiftung nur wenig beirren: "Die hamma scho immer so gessn". Ein paar konnte ich ihm dann mit dem Verweis auf den Schimmel doch noch ausreden.


    Das kenne ich so gar nicht. Ob das daran liegt, dass ich das gleich ins VHS-Programm reinschreibe, dass es um das Kennenlernen von Pilzen geht, und nicht ums Körbe Füllen, oder daran, dass ich noch keine "Kann man den essen?"-Allergie entwickelt habe, oder ob die Leute bei uns aus unbekannten Gründen anders drauf sind? Für mich ist es ein durchaus legitimes Anliegen, Pilze essen zu wollen. Das war auch für mich das erste, was mich an Pilzen interessiert hat.

    Die Korb-Füll-Erwartung hast du hier vermutlich schon korrekt gekürzt. Ein Hinweis auf eine LEHRwanderung und zu Beginn der Wanderung die Anmerkung, dass es darum geht etwas zu lernen und nicht mit nem vollen Korb nach Hause zu gehen hilft.


    Aber sonst ... ich hatte jedes Mal ein doofes Gefühl im Nachheinein, ob der Flüchtigkeit und dem Wissen bzw dem Unwissen, was nach dem Gesprcäh noch kommt.

    Die sammeln ja noch weiter. Haben sie deine Erklärung verstanden, oder machen sie jetzt die Täublingsproben an Knollis? Oder sammeln sie Giftiges, weil sie es für das Gleiche wie im Korb halten und da hat der Pilzberater ja gesagt "die kann man essen" usw usw. Wie handhabt ihr das?


    (mal davon abgesehen, halte ich es aus Sicht der Beratenen für verdammt leichtgläubig einem Fremden im Wald sein Leben anzuvertrauen)

    Ich glaube die Leute bleiben nach einem flüchtigen Gespräch mit irgendeinem Random Pilzsammler, trotzdem bei dem was sie kennen. ;)

  • Hier in der "Serengeti" (trockenstes Bundesland) Deutschlands

    Oh, Josef, Du wohnst auch in Südhessen? :gklimper:

    Liebe Grüße
    Birgit

    ____________________________________________________

    "Was die Raupe Ende der Welt nennt, nennt der Rest der Welt Schmetterling."

    (Laozi 老子)

  • Hallo,

    ich selbst sammle nur mit Korb.

    Aber ich würde Leute wegen einer Plastiktüte nicht ansprechen, denn wir haben vor 50 Jahren nur in Plastiktüten gesammelt und nie hatte jemals in der Familie eine Magenverstimmung deswegen. Und teils waren die Pilze vier Stunden in der Tüte.

    Wir haben aber auch nie alte Pilze gesammelt, Rotfußröhrlinge eh nicht, auch keine Steinpilze mit grünen Röhren.

    Meine Meinung: Es ist wichtiger was man sammelt als wie.


    Ich spreche Leute nur bei gammelden Pilzen an oder Giftpilzen.


    Heute nur im Korb, schon wegen der Tatsache, dass nichts gequetscht wird.


    Gruß Bernd

    Ich bin kein PSV, also gibt es von mir auch niemals eine Freigabe zum Verzehr! Wenn ich "essbar" schreibe, dann bezeichnet das eine Art im idealen Zustand, das lässt sich anhand von Fotos niemals beurteilen!

  • Faszinierend. Frischer gehts natürlich nicht. ;)


    Ich halte mich i.d.R. raus. Kann nicht alles zu meinen Themen machen.

    Grüße


    PS: trotzdem ein interessanter Thread, wie ich finde

  • Hi Nika,

    einfach so spreche ich die Leute nicht an. Es geht mich nichts an ob sie ihre Pilze bestmöglich transportieren, wie und ob sie sie essen, ob sie sonst gesund essen, ob sie rauchen, etc. Ich habe da für mich eine Meinung gebildet die ich an Familie und Freunde auch weitergebe, bin aber nicht fürs Belehren von Anderen zuständig oder gar bevollmächtigt, es sei denn ich werde danach gefragt. Nichts für ungut.
    Wenn ich dennoch ins Gespräch mit Menschen im Wald komme und ich merke, dass sie gerne Infos und Tipps von jemanden mit überdurchschnittlichen Pilzwissen hätten, dann spreche ich gerne auch die Plastiktüten an.

    Auch ganz ehrlich muss man sagen: viele Pilzarten überleben in der Plastiktüten bei kühlen Temperaturen ein paar Stunden bis sie verarbeitet werden. Ich sehe das nicht mehr als sehr problematisch. Problematisch wird es wenn die Pilze länger in der Plastiktüte bleiben, dort gequetscht werden, oder gar über Tage hinaus bei Zimmertemperatur oder im Auto rumliegen - da hilft auch kein Korb.

  • gute Frage an die Waldgänger!


    Hier meine Plastiktüten-Anekdote:


    gestern war eine Hundegängerin auf dem Waldweg dabei, ein paar Pilze in eine Hundekottüte zu packen.

    Vorbeigehend entdeckte ich prächtige Birkenporlinge.

    Ich lobte die schöne Qualität und fragte sie, ob ich ein Foto des Birkenporlings machen dürfe.

    Ihre erstaunte Frage : "Oh ist das ein Birkenporling? Den such' ich schon lange"

    Die Birke war in zahlreiche Stücke verteilt, sie machte sich am Stumpf zu schaffen.

    Da sah ich, daß sie den Birken-Knäueling 'erntete'.

    Auf meine Rückfrage."und was haben Sie da Schönes?" zeigte sie mir freudig stolz ihre angeblichen Austernseitlinge.

    "Ähm, haben Sie schon mal den zähen Knäueling gegessen?"

    Nun reagierte sie in völliger Abwehrhaltung, so als ob ich ihr den Fund missgönne.


    Das Problem bei Halbwissen ist, dass das Vorurteil wie Zement ist.

    Das Vorurteil, den Pilz kenne ich, zeigt das Phänomen der illusionary superiority. Nachtrag korrigiert mit Durchgestrichen: danke Juergen-M f Hinweis


    Auf meinen Hinweis, dass der soo zäh ist, dass sie ihn nicht mal mit dem Messer am Stiel durchschneiden kann,

    verteidigte sie ihren Fund "das ist halt die Trockenheit im Wald".


    Im Weitergehen fragte ich mich, was berechtigt mich eigentlich, sie unaufgefordert auf ihre Unkenntnis hinzuweisen?

    Ist meine Besserwisserei nicht auch ein vorläufiges Urteil?

    Der Pilz ist ja nicht giftig...

    Ich kehrte nochmals (der Birkenporling hatte es mir angetan ;) ) um und entschuldigte mich für meine Störung, aber brach mir dann einen der wunderschonen, reinweißen jungen Birkenporlinge ab.

    Daraufhin zeigte sie Interesse.wie man den trocknet und lenkte dann ein

    "der Seitling ist wirklich zäh" , und ich konnte ihr die violette Verfärbung der jungen FK unterseitig zeigen.


    Sie weiter:

    " aber ein Stielporling wie Sie behaupten, müßte doch Poren haben und meiner hat Lamellen"

    tja und so kommt frau ins Gespräch...

    den Panus conchatus entleerte sie und füllte in freudiger Erregung den Birkenporling in die blaue Hundekottüte



    Cheers, inge