Beiträge von Chorknabe

    Nachtrag: Laut Literatur enthält die Art fluoreszente Stoffe. Ich habe es gerade mal ausprobiert. Das Ergebnis ist auf dem Foto weit weniger beeindruckend als in natura. Allerdings ist das kein relevantes Bestimmungsmerkmal, weil die Schwesternart C.cotoneus (und weitere grüne Rauköpfe?) ebenfalls fluoreszieren.


    Hallo,


    vor einigen Tagen fand ich im Mischwald auf Muschelkalk eine Leprocybe, die zweifelsohne zur Gruppe der Veneti gehört.


    Leider fand ich nur einen einzelnen Fruchtkörper. Bäume in unmittelbarer Umgebung vor allem Buche, aber auch etwas entfernt Kiefern.

    Der Hut ist feinschuppig mit gründlichen Schüppchen. Die ursprüngliche Lamellenfarbe ist nicht mehr zu sehen, aber recht sicher grün. Der Stiel ist im unteren Bereich auffällig keulig verdickt. Mit etwas Fantasie kann man ockerliche Velumgürtel erahnen. Das Fleisch des reichlich zerfressenen Funds war trüb olivfarben. Geruch irgendwie frisch, entfernt Petersilie oder Rettich? Geschmack nicht getestet.

    KOH auf Hut und Stielbasis ein sofort umschlagendes kräftiges Rotbraun. Sporen subglobos und mäßig warzig, 7,1 x 5,8 Mikrometer.


    Mit Kibby und FN lande ich bei C.venetus, dem Grünen Raukopf. Sporenmaße passen gut, allerdings stutze ich etwas wegen des auffällig keulig verdickten Stiels. Laut Literatur darf das mal moderat auftreten bei C.venetus, aber so ausgeprägt?


    KOH habe noch nicht, da blutiger Anfänger.

    20..30% KOH ist bei der Bestimmung von Phlegmatien, aber auch innerhalb völlig anderen Gattungen, unerlässlich. So ein Fläschchen kostet keine 5 EUR und ist online leicht besorgbar. Insofern eine dringende Empfehlung 😉

    Bei Milchlingen ist die Kostprobe der Milch und ev. vorhandene Milchverfärbung obligat.

    Rein von den Farben her denke ich in Richtung Nordischer Milchling (L.trivialis) oder den Gebänderten Hainbuchenmilchling (L.circellatus). Beide Arten hatte ich aber nur einzwei mal selbst in der Hand.

    ich danke Dir für Deinen Input. Es war natürlich kein Honigschleimfuß, sondern ein galliger Schleimfuß.

    :daumen: Noch zu Ergänzung: es gibt eine ganze Reihe von bitteren Schleimfüßen. Bitterer Geschmack bei Schleimfüßen ist also kein Alleinstellungsmerkmal. Zumindest kann man festhalten: milde Schleimfüße sind essbar, bitter Schleimfüße nicht ;)

    Als jemand der regelmäßig Pilzführungen anbietet, stolpere ich immer wieder über die unsaubere Verwendung des Begriffs Reizker. Man muss nicht jede Benennung mitmachen, aber die Festlegung "Reizker sind Milchlinge mit karotten-/weinroter (und blauer) Milch" ist schon äußerst sinnvoll. Alles andere ist schlicht verwirrend. Zumal es mit dem Birkenreizker (welcher denn nun, L.torminosus oder L.pubescens) und dem Mordreizker (doppelt verwirrend: nur weil L.turpis grün ist, ist er nicht tödlich) nur wenige Fehlbenennungen gibt, die zudem hierzulande kulinarische völlig unbedeutend sind (außer vielleicht bei eingewanderten Russlanddeutschen).


    Es macht auch wenig Sinn, völlig ausgelatschte Begriffe wie Braunkappe zu verwenden, denn in gefühlt jedem Dorf ist damit ein anderer Pilz gemeint.

    Und: ich hatte den Eindruck sie schnappt nach dem Stöckchen :gkrass: Wenn man dann die Löcher im Holz sieht, dann möchte man sie nicht in die Hand nehmen…

    Ich hatte zum Glück schnell gegoogelt ob man die Raupen in die Hand nehmen darf. ;)

    Der Pilz riecht nach Leuchtgas, steht geschrieben. Wie das riecht, werde ich wohl nie erfahren. Trotzdem kann der zugehörige Pilz bestimmt werden. Beschreibungen der Pilze: Ein Autor schreibt vom anderen ab, wie üblich. Jeder schreibt „Leuchtgas“, obwohl das seit Jahrzehnten keiner mehr kennt.

    Das untermauert eindrucksvoll die These, dass die Mykologie eine transskriptive (voneinander abschreibende) Wissenschaft ist. ^^


    Aber ernsthaft, der Raupengeruch passt wirklich wie A**** auf Eimer zum Schnecklingsgeruch (bspw. H. discoxanthus). Aber es kann halt niemand damit etwas anfangen 🙂

    Genau darin liegt für mich der Knackpunkt: Hätte die Raupe einen ganz eigenen, unverwechselbaren Geruch, könnte ich die Begeisterung darüber durchaus nachvollziehen. Der Geruch wird jedoch überwiegend als essigartig wahrgenommen, und das ist letztlich ein Duft, den wohl jeder bereits kennt.

    Die Raupe riecht für mich (ebenso wie die Schnecklinge) schon auch irgendwie essigartig, aber das ist eben nur eine Komponente. Insgesamt ist der Geruch sehr komplex, süßlich, leicht ranzig, säuerlich (aber nicht sehr). "Geruch nach Essig" wäre für mich eine völlig unzutreffende Beschreibung, denn es fehlt die stechende Komponente. Ich kenne keine Literatur, die einzig "nach Essig" als Geruchsbeschreibung bei den diversen Schnecklingen angibt. Aus gutem Grund.

    Der einzig mir bekannte Pilz mit einem Essig nahekommenden Geruch ist der Brennenden Rübling (dessen Lamellen man dazu kräftig quetschen muss).

    Wie die weißen Schnecklinge aber riechen ist uns bekannt. Leider fehlt trotzdem der Vergleich.

    "Geruch nach der Raupe des Weidenbohrers" ist tatsächlich eine extrem zutreffende Beschreibung: die Gerüche sind wirklich extrem nah beieinander. Nur ist der Vergleich wenig brauchbar, den wer hätte denn schon mal an der Raupe gerochen?! Moment..ich! 🤪

    Riecht die nach Marzipan? Leckere Duftraupe? Ich habe keine Ahnung ==Gnolm7 .

    Die duftet herrlich nach weißen Schnecklingen 8o

    Mein spektakulärster Fund des Jahres 2026; seit Jahren schon auf meiner olfaktorischen Finden-wollen-Liste.

    Ich bin ja etwas enttäuscht, wie wenig Anklang hier meine Raupe des Weidenbohreres Anklang findet ;( habt ihr alle schon mal dran gerochen oder bestimmt hier niemand Schnecklinge?

    Mein spektakulärster Fund des Jahres 2026; seit Jahren schon auf meiner olfaktorischen Finden-wollen-Liste.


    Erst nach dem ich das Biest mit einem Stöckchen ordentlich geärgert haben (Vorsicht, die beißen kräftig zu!), hat die Raupe endlich ihr Abwehrsekret verspritzt. Jetzt weiß ich endlich, wonach diverse Schnecklinge laut Literatur riechen ^^

    Meine Frau hat als Psychologin im Krankenhaus eine etwas andere Sicht auf die Dinge: nicht wenige Drogen können beim Konsumenten Psychosen oder psychose-artige Zustände auslösen. In der Regel haben Betroffene bereits eine Disposition für so etwas, und der Konsum (manchmal bereits beim ersten Mal) ist dann schlicht der Auslöser. Das Problem ist, dass man diese Disposition im Vorfeld nicht erkennen oder abschätzen kann. Es bleibt also am Ende schlicht Glück, ob man einfach nur einen guten Tripp hat oder zu der bedauernswerten Minderheit gehört, die nach eine akuten Psychose einen meist jahrelangen tiefgreifenden Leidensweg antreten zu müssen. Insofern steht sie aus guten Gründen kritisch jedweden Legalisierungsrufen gegenüber.


    Ob das als Argument ausreicht, Substanzen grundsätzlich zu verbieten, kann ich selbst nicht bewerten. Aber ich verstehe den Staat, der stur auf Statistiken sieht und den Schutz der breiten Bevölkerung über die Freiheit des Genusses und Trips stellt. Aus dieser Argumentation heraus müsste allerdings Alkohol ebenso verboten werden.

    Heyho,


    Geschmack: verzögert schärflich, Fleisch verfärbt relativ zügig in 1-2 Minuten rosa also wohl einer der Plinthogali.

    Kein schmieriger Hut

    wichtigste Frage bei den Korallenmilchlingen ist zunächst, ob sich die Milch isoliert vom Fleisch verfärbt. Das kann nur L.acris. Optisch sehr ähnlich und im gleichen Habitat finde ich oft auch L. pterosporus und L. romagnesii, der aber wohl dunkler ist und oft einen gerippten Hutrand aufweist.

    Das schöne an den Pilze ist doch die Saisonalität: einfach mal die Pilze in Ruhe lassen und die vielen anderen wundervollen Dinge betreiben, die es sonst so gibt. Und wenn die Pilze wiederkommen, dann ab in den Wald. Ich genieße die pilzarme Zeit. Das ganze Jahr erst im Wald rumgruschpeln und dann stundenlang Bücher wälzen und Objektträger traktieren - das hält doch keiner aus. ;)

    dabei ist Pilzsuche so einfach. Kranke Pflänzlein oder Dung suchen und du kommst vom Artenreichtum nicht mehr raus.

    Du verwechselst da etwas: Hilmi schrieb von Pilzen, die schreibst von Krankheiten. 8o

    [..]

    Also ich glaube man sollte grundsätzlich eigentlich gar keine Pilze zum Essen freigeben, ich würde sagen ein Ratsuchender erhält am Telefon von mir keine verbindliche Auskunft, die Beratung macht dann aber andererseits gar keinen Sinn, an irgendwen müssen sich die Leute doch wenden?!?

    Pilzberatung findet bei mir durchaus häufig am Telefon statt. Der entscheidende Punkt ist, was man am Telefon berät: Grundsätzlich gilt da NoGo: Pilze werden niemals anhand von Bildern oder mündlicher Beschreibung als essbar deklariert. Alles andere wie "Das wird vermutlich ein giftiger Karbolegerling sein" bis hin zu "Das klingt tatsächlich nach eine Krausen Glucke. Aber telefonisch kann ich Ihnen keine Essensfreigabe geben, dazu müssten Sie mit ihrem Fund bei mir vorbei schauen." ist dagegen unproblematisch. Auf diese Weise kann man nicht wenigen Leuten den Weg ersparen.

    Ich kannte Rainer leider nicht persönlich, folgte ihm aber bereits seit einigen Jahren bei Facebook. Was er da (gefühlt jede Woche an Bildern präsentiert hat, war stets ein Fest. Ganz besonders die Phlegmatien-Bilderstrecken waren unglaublich und haben mich immer aufs neue staunend zurück gelassen. Der Gedanke, dass er nun in einem Wald bei den Phlegmatien seine letzte Ruhe finden wird, finde ich wundervoll und tröstlich zugleich.

    Ich wünsche allen, die ihn näher kannten, viel Kraft für die schwere Zeit.

    Wikipedia sagt dazu:


    Grünling steht für:

    • Grünling (Pilz), Pilz aus der Gattung der Ritterlinge
    • Grünfink, Vogelart Carduelis chloris
    • Grünlinge, Fischfamilie aus der Ordnung der Barschartigen
    • Grüne Stinkwanze, Wanze aus der Familie der Baumwanzen
    • Grünling, Bezeichnung für Nahverkehrswagen der Deutschen Bundesbahn, siehe N-Wagen#Spitznamen
    • Grünling (Gemeinde Niederkappel), Ortsteil von Niederkappel, Bezirk Rohrbach, Oberösterreich
    • Grünkörper, Rohling bei der Herstellung keramischer Erzeugnisse
    • Grünling, Rohling bei der Herstellung von Erzeugnissen mittels Sinterverfahren allgemein, siehe Sintern
    • Grünling, ungebrannter Lehm-Mauerstein, siehe Lehmziegel#Lehmstein
    • Augustin Grünling (1750–1778), österreichischer Komponist

    Ich bin mir sicher dass es noch weitere mundartliche Bedeutungen gibt. Zumindest hoffe ich das sehr, weil ich mir nicht vorstellen möchte, wie Finken, Wanzen, Kermaik oder Komponisten eingebacken im Brot schmecken.


    P.S.: Der Hang zu mehr oder weniger kreativen Nsen für Bäckererzeugnisse nimmt mitunter überhand: unser örtlicher Bäcker bot mal ein "Nordic-Walking-Fitnessbrot" an. Das sah zwar durchaus lecker aus, dennoch musste ich den Kauf aus Gewissensgründen verweigern 🤪

    Der Graublättrige Schwefelkopf ist ein typischer Spätherbstpilz und im Frühsommer eher nicht zu erwarten. Ich finde ihn meist erst Ende Oktober und November. Zur grünen Stielspitze wurde ja bereits etwas geschrieben. Wenn man sich 100% sicher ist, einen Schwefelkopf vor sich zu haben, dann kann man eine winzige Kostprobe machen (danach wieder ausspucken!): der Graublättrige schmeckt mild, der Grünblättrige dagegen heftig bitter. Der Ziegelrote ebenso, wenn auch nicht ganz so heftig.