Beiträge von Chorknabe

    8. Und der letzte. Ein gelber, kräftiger Milchling. Die hier bei Eiche, Linde, evtl. noch Hasel und Espe im Einzugsbereich.

    Oft fast schon büschelig. [..]

    Hast Du mal probiert? Wenn es sich um L.acerimus handeln würde, hättest Du das bemerkt. Das ist einer der schärfsten Milchlinge in unseren Breiten, und eine zeitweilig taube Zunge ist garantiert :P

    Bin mir zwar schon aus dem Bauch heraus sicher , den Fransigen gefunden zu haben

    Beim nächsten Fund zerreibe einfach mal das am Hutrand herunterhängende Velum zwischen Daumen und Zeigefinger. Es fühlt sich an wie Sahne und lässt sich komplett verschmieren. Spätestens nach diesem Test ist in der Regel alles klar ;)

    Ich habe ja an dem Pilz gerochen, es war ein angenehmer Geruch.

    Das Gelben tritt nach Berührung auf. Wie lange dauert das bis es gilbt?

    Bei den Karbolegerlingen verfärbt sich die Stilbasis und der Hutrand innerhalb von wenigen Sekunden chromgelb (das ist ein extrem leuchtendes kräftiges Gelb). Die Verfärbung verschwindet nach einiger Zeit (30min..?) wieder. Die verfärbenden Stellen riechen außerdem chemisch bis medizinisch --> "Karbol" (mich erinnert der Geruch an alte Füllertinte). Andere Egerlingsarten wie Anisegerlinge gilben hingegen am gesamten Fruchtkörper bei Verletzung (anfassen genügt bereits). Das gilben ist eher gelb-ockerlich und nicht sonderlich knallig. Zudem bleibt das Gilben auch nach Stunden erhalten.

    Würde auch etwas gebrauchtes suchen. Da sollte man für 200€ schon was passables kriegen.


    [..]


    Sony rx100: nutzen meine Eltern. Auch hier gute Bildqualität und Farbwiedergabe. Evtl. kriegt man für das Geld heute auch schon die Sony rx100 II.

    Die RX100 wäre auch meine Empfehlung. Ich nutze diese als Pilz-Kamera seit Jahren und bin absolut zufrieden. Der vergleichsweise große Chip hat eine hohe Auflösung und geringes Rauschen - damit hat man viele Reserven wenn man einen Bildausschnitt präsentieren möchte. Man kann (muss aber nicht!) viel von Hand einstellen, bspw. manuell fokussieren. Und dabei ist die Kamera (mit eingefahrenem Objektiv) nicht viel größer als eine Zigarettenschachtel. Die passt in wirklich jede Tasche / Pilzkorb.


    Die RX100 II lohnt sich m.E. nicht, da Chip, Objektiv und andere wichtige Dinge identisch zur Version I sind. Die Version III ist da schon interessanter, da diese ein klappbares Display und einen integrierten elektronischen Sucher besitzt. Letzteres ist für die Pilzfotografie unerheblich, aber für andere Anwendungen (Urlaubsbilder etc. bei hellem Umgebungslicht) mehr als hilfreich.

    Unfaßbar! Chorknabe: Kannst du das?

    Ich mich mal eine Weile daran ausprobiert. Zu höchster Vollendung habe ich es nicht gebracht, aber ich kann einige Obertöne recht passabel produzieren. Die westliche Obertontechnik ist nichts schwer zu erlernen: Der Stimmton wird ganz herkömmlich gesungen, die Ansteuerung der Obertöne erfolgt im Wesentlichen durch Einstellungen im Mundraum.

    vielen Dank für´s Teilen, es ist wirklich nahezu unglaublich was mit der Stimme alles geht...mit sich selbst ein Duett singen. Ich hatte schon von Obertonmusik gehört, aber noch nie gesehen oder ein Beispiel gehört. Weißt Du, was Wolfgang Saus da in den Händen hält und damit macht?

    Hallo Michael,


    das erste Instrument scheint eine Art einfaches Akkordeon zu sein, das zweite Instrument klingt wie eine Spieluhr, bei der die Metallzungen von Hand gezupft werden. Beides sind einfache Instrumente, mit denen Wolfgang Sauss sich selbst begleitet.

    Toll, Obertongesang! Ich beschäftige mich schon eine Weile damit und bin immer wieder davon begeistert. Neben der "mongolischen "Technik gibt es auch eine westliche Art, Obertöne zu singen. Hier exemplarisch ein Video von und mit Wolfgang Sauss, ein deutscher Obertonkünstler. Ich durfte ihn zumindest mal online in eine seiner Oberton-Kurse erleben.


    Es ist genaugenommen nicht vergleichbar, aber ich musste beim Reinhören automatisch an ein experimentelles Filmwerk aus den 80ern denken: koyaanisqatsi


    Deine Assoziation war sehr treffend :) Wie Nobi bereits bemerkte, schrieb Philip Glass die Musik zum Film. Glass ist wiederum eines der Urgesteine der Minimal Music und gehört bis heute zu deren wichtigsten Vertretern. Interessant ist für mich, wie unterschiedlich Glass und Riech die Idee einer Repetitiven Musik angehen.

    Leute, ihr müsst jetzt ganz ganz stark sein: ich kann mit Gitarren-Musik wirklich gar nichts anfangen. :huh: Aber bleiben wir doch mal in den 70ern. Kennt ihr Steve Reich? Er ist einer der wichtigsten Vertreter der "Minimal Music", die in den 60..70ern ihre Blüte erlebte. Am stark repetitiven Charakter scheiden sich erfahrungsgemäß die Geister: die Einen ertragen diese Musik nur kurze Zeit, auf andere wirkt sie extrem anregend. Sein wichtigstes Werk ist zweifelsohne "Music for 18 Musicians".


    Mein persönliches Zwischenfazit zum Thema (Hefeweizen): Weiherer! Die Franken haben's einfach drauf.


    Btw.: Über Hefeweizen zu schreiben erscheint mir übrigens (Achtung - Wortwitz!) deutlich spannender als über Volt-, Ampere - oder Aurameter :P.

    Schön, mal wieder einen Gesinnungsgenossen zu treffen. Mein Lieblingsgerät ist die Rolleiflex 2,8f! Die Lage auf dem Markt für Verbrauchsmaterialien könnte einem aber die Tränen in die Augen treiben.

    Hallo Ralph,


    ich dachte mir schon bei Deinem Nick, dass Du möglicherweise analoge Hardware aus Schweden magst ;) Ich bin dem Messsucher verfallen (M6, XPan), fotografiere zur Zeit aber fast ausschließlich mit einer Fuji G617 im Format 6x17. Da passen viele Pilze auf ein Bild :-) Die Filmpreise sind in der Tat kräftig angestiegen, gerade in den letzten Jahren.


    Grüße, Thomas.

    Ich fotografiere mit einer Sony RX100 III. Kein Vollformat und kein Wechselobjektiv, dafür sehr kompakt (d.h. immer dabei) bei dennoch sehr hoher Bildqualität (d.h. Reserven für Crops!). Dazu ein kleines GrollaPad als Stativ damit nichts verwackelt. Bracketing nzw. FokusStacking nutze ich nicht, nicht zuletzt weil ich mir den Look übersehen habe und stattdessen "natürlich entstandene" Bilder bevorzuge.

    Überhaupt betreibe ich bei Pilzen die Fotografie nicht besonders ambitioniert; ich bearbeite Bilder kaum und dokumentiere eher als dass ich gestalte. An anderer Stelle ziehe ich hingegen mit meinen diversen analogen Kameras durch die Welt und stecke viel Arbeit in das Thema Bildkomposition, Scannen und Bearbeiten. Bei den Pilzen packt es mich aber einfach nicht; hier steht für mich nicht die Kunst sondern der Zweck im Vordergrund.

    Ich sehe hier einen der Erdritterlinge. Die können durchaus mal so kontrastierend schuppig daher kommen. Die eher braune Farbe liegt am Alter (Frostschäden?). Hast Du mal an Deinem Fund gerochen? Von der Optik könnte einer der gilbenden Arten aber auch T.squarrulosum oder T.orirubens passen.

    Auf dem Bild lässt sich die Textur nicht genau erkennen.

    Ich meine zwar eine Textura globulosa zu erkennen, aber sicher bin ich mir da nicht.

    Da bleibt halt nur noch das übrige offen:

    [..]

    Super, das waren viele Tipps. Ich habe von meinem Fund ein Exsikkat angelegt. Im Winter werde ich mich dem Fund nochmal widmen, nicht zuletzt um die Präoaration und Mikroskopie zu üben. Vorm Untersuchen einfach einweichen? Funktioniert dann noch der Sporenabwurf?


    LG, Thomas.

    das Sporenabwurfverfahren von Ralf funktioniert tatsächlich einwandfrei, wenn man mit größeren Ascomyceten hantiert. Wenn die Fruchtkörper in der Größenordnung eines Milimeters sind, geht das natürlich nicht mehr so gut.


    Björn

    Hallo Björn,


    gut zu wissen. Allerdings ist es sehr unwahrscheinlich, dass ich mich mittelfristig mit Fruchtkörpern unter 1mm Durchmesser befassen werde 8o

    Hallo,


    einen zweiten Fund machte ich an einer verletzten Stelle eines Ahorn-Baums: ein violetter Becherling; Becher ausgebreitet und wellig verbogen; ungestielt; Durchmesser ca. 3cm. Es gab nur diesen einen Fruchtkörper. Auffällig für mich sind die sehr langgezogenen Sporen (ich hatte allerdings bislang kaum Ascos unterm Mikroskop). Mit PDS geschlüsselt lande ich bei Ascocoryne cylichnium bzw. Ascocoryne sarcoides. Kann das hinkommen?


    P.S.: Bitte verzeiht mir die etwas planlosen Mikro-Bilder, aber ich fange mit den Ascos gerade erst an :rolleyes:


    Diesen Becherling fand ich am Wochenende auf dem Stumpf eines Ahorns. Mit Ascomyceten hab ich mich bisher nicht wirklich befasst. Der Schlüssel in PDS führt mich zu Peziza micropus bzw. Peziza varia. Passt?


    wir haben in Jena H. mucronella zwei oder drei Mal gehabt bisher, und mindestens zwei Mal davon im Wald (Nordfriedhof und westlich von Leutra südseitig am Hang).

    Hallo Andreas,


    danke Dir für den Hinweis. Ich habe das bereits in "Großpilze Jenas" nachvollzogen. Ich habe damit wohl einen neuen Standort finden können: in unmittelbarer Nähe vom Parkplatz am Landgrafen.