Beiträge von Chorknabe

    Wie ist das aber wenn 50 Leute in den Wald gehen und jeder bringt 1Kg Pilze mit nach Hause ?

    Dann würden die Bäume nicht nur an Nährstoff leiden, da müsste doch der Wald absterben !

    Es geht vor allem darum dass nicht 50 Leute in den wald rennen und jeder 19Kg mit nach hause holt. Was passieren würde wenn man den gewerblichen Handel zuließe.


    Die Aussage mit dem Rausreißen ist natürlich fachlich daneben.

    Die Stiele sind wichtig zur Bestimmung, wäre gut einen Blick darauf werfen zu können. Auch auf die Stielbasis, an der sich auch mal farbige Flecken zeigen könnten.


    Für mich sieht Dein Fund aber eher wie einer der gilbenden Erdritterlinge aus.

    Ich sehe grünblättrige oder Rauchblättrige Schwefelköpfe.


    Erstere wären brachial, hätten irgendwie grünliche Farben in den Lamellen udn vor allem eine neo-gelbgrüne Stielspitze.

    Letztere wären mild schmeckend und hätten keinesfalls grünliche Töne in den Lamellen oder Stiel.


    Die Fotos geben das leider nicht so recht her. Erfahrungsgemäß tun sich allerdings viele Kameras schwer, die Grüntöne vom Gründblättrigen Schwefelkopf gescheit abzubilden.

    Hallo Grüni,


    mal etwas zur Klarstellung: die Kritik zielt nicht in Deine Richtung als anfragende Person sondern in Richtung derer, die auf Basis einer zu dünner Datenlage vorschnell? eine Bestimmung posten. Hier nehme ich mich explizit nicht aus. Du kannst Dich hier als Anfrager also sehr entspannt zurücklehnen. :-)


    nun kommst du auch noch mit diesen Fb-Vergleichen.

    [..]

    Ich komme damit, weil ich eine großen FB-Pilzgruppe mitschreibe und dort den täglichen Wahnsinn (anders kann man es beim besten Willen nicht bezeichnen) miterlebe. :rolleyes:

    donnerwetter wie ihr den erkennt, obwohl mit der Stielbasis das wichtigste Bestimmungsmerkmal fehlt. Ich dagegen hätte sagen müssen: guter Mann, du hast denen die Füße abgeschnitten, und die restlichen hast du umgetreten, und deshalb kann man jetzt dazu nix sagen.

    Ich finde Stephan hat hier einen Punkt. Mein spontaner Impuls war ebenfalls der Rosablättrige Egerlingsschirmling. Weil die Bilder irgendwie so aussehen, aber vor allem weil die Art gerade überall wie wild frukifiziert und die Foren und FB voll mit solchen Anfragen sind. Die Wahrscheinlichkeit ist also sehr hoch dass der Name zum Fund passt. Aber wir haben hier im Forum ja eigentlich einen anderen Anspruch und wollen Funde mit großer Sicherheit abhaken. Und dafür ist die Datenlage mit den obigen Bildern wirklich etwas dünn.


    Ich bemerke das des Öfteren bei bei eigenen Korbprüfungen, dass ich in eine gewisse Routine gerate und dabei "schludrig" werde - und mitunter vorschnell Fruchkörpern einen Namen verpasse ohne auf Details zu achten. Diesem Routine-Impuls muss man - auch hier im Forum - widerstehen. Sonst wird es tatsächlich so wie wie in den FB-Gruppen, wo bei einem Bild von zig Leuten ohne jede Erläuterung Namen in die Runde geworfen werden.

    Die Cortina-Reste am Stiel lassen eine Cortinarie vermuten. Aber der behangene Hutrand macht mich stutzig. Die Farben erinnern mich wiederum sehr an einen Fälbling. Aber gibt's da was mit einer Cortina? K.a. ...

    Ich habe heute die Bestimmlinge des Wochenendes in der Biotonne entsorgt, u.a. auch ein Fragment meines obigen Funde. K.a. ob da über die Tage noch etwas gewachsen ist oder ich Details übersehen habe - in jedem Fall ist mir heute eine Stelle aufgefallen, wo sich eindeutig Stacheln ausgeprägt haben. :huh: Dazu anbei ein Bild. Ich denke den kann man recht sicher als Hericium Cirrhatum abheften. Fein, mein erster (wenn auch ungewöhnlicher) Stachelbart, ich freue mich :)


    Hallo,


    nachdem der dringende Verdacht im Raum stand, dass ich da eine zumindest nicht alltägliche Art gefunden habe, bin ich fünf Tage später nach meinem Fund noch einmal zum Fundort gegangen. Die Fruchtkörper waren nun voll ausgewachsen. Ich habe die Funde nochmal mit der Kamera dokumentiert:

    Die Wasserflecken sind bei jungen und alten Exemplar immer vorhanden. Der Stiel ist auffallend stämmig, irgendwie wattig und weist im unteren Bereich einen auffälligen weißen Basalfilz auf. All dies weißt stark auf C. alexandri hin.








    Ich habe mal das Mikroskop bemüht und mir zumindest die Sporen mal angeschaut. Diese sind nicht warzig (an die Hypothese Lepista hatte ich eh nicht geglaubt). Die Sporenmaße (muss ich nachreichen, gerade nicht zur Hand) passen ebenfalls zu C.alexandri.



    Abschließend habe ich in dem im letzten Jahr erschienene Buch "Die Großpilze Jenas" geschaut, dem ja lokale Funddaten aus mehreren Jahrzehnten zugrunde liegen. Der Buchsblättrige Trichterling wurde in diversen Exkursionsgebieten rund um Jena nachgewiesen. U.a. in zwei Gebieten die nahtlos an meinen Fundwald angrenzen.


    Alles passt zusammen, ich denke den Fund kann man nun sicher als den Clitocybe alexandri abheften.


    Schon recht aufwändig, sich so intensiv mit einem Fund zu beschäftigen, aber es macht auch Freude, die Hypothese mittels Literatur und Mikroskop zu unterfüttern. Danke nochmal an alle Hinweisgeber hier im Forum!

    Ich habe mich auf den Betreff des Threads bezogen:


    "Wer kennt diesen Pilz? Giftig oder essbar?"


    Wenn Du den letzen Fund das nächst mal sieht dann riech mal daran: die Violette Rötelritterling hat einen wie ich finde süßlichen pilzigen Duft der recht eingängig ist.

    was auch immer bei diesen Pilzen letztlich rauskommen mag...

    Zur KOH-Reaktion bei den Pilzen 1 und 2 wollte ich noch was sagen. KOH verfärbt zunächst immer die schon vorhandene Farbe nach dunkel - also aus hellbraun/beige wird dunkelbraun, aus blassblau wird dunkelblau, aus gelb wird gelbbraun usw. Das alles ist als Reaktion NEGATIV. Positiv ist eine KOH-Reaktion, wenn sich der Farbton tatsächlich ändert - aus gelb oder braun wird rot, aus weiß wird chromgelb, aus weiß wird magenta/pink, aus grau wird türkisblau, aus blau wird kartonbraun usw. Erst das ist POSITIV. Die KOH-Reaktion bei den Pilzen 1 und 2 ist also negativ (was sowohl für C. langei als auch für C. corrosus passen würde).

    Hallo Stephan,


    danke Dir für die grundsätzliche Erläuterung, das hilft sehr für die zukünftige Beurteilung meiner Funde! :thumbup:


    P.S.: Leider haben wir uns bei der ThAM-Tagung verpasst, ich war familiär verhindert. Dann wieder in zwei Jahren oder so :-)

    Ich halte den Fund rein optisch auch für den Violetten Rötelritterling. Allerdings täuschen Bilder sehr oft, auch könnte der Pilz befallen sein oder bereits verdorben. All das kann man nur sicher bewerten, wenn man den Pilz in der Hand hält. Daher lehnen wir hier im Forum strickt ab, eine Essensfreigabe zu erteilen. Fragen zur Essbarkeit sind hier deswegen auch nicht erwünscht. Du willst SICHER wissen ob Dein gefundener Pilz essbar ist und nicht nur ziemlich sicher. Zwischen sciher und ziemlich sicher kann schon mal eine transplantierte Leber stehen.


    Sorry für den kleinen Moralapostel-Ausflug, aber das ist wirklich wichtig! Hier lesen und schreiben viele PSVs mit, die teils schon häufiger persönlich mit mehr oder weniger dramatischen Vergiftungsfällen zu tun hatten.

    Das sieht nach einem Dornigen Stachelbart aus , welcher dummerweise auf ebener Fläche gewachsen ist.

    Da hat er kaum Chancen auf der Unterseite Stacheln auszubilden , weil da ja Holz ist.

    Hallo Norbert, das sieht gut aus! :thumbup: Stachelbärte habe ich noch nie in der Hand gehabt oder irgendwo live gesehen, deswegen hatte ich die überhaupt nicht auf dem Schrim. Abgesehen davon, dass keine Stacheln zu sehen waren. ;)

    Hallo,


    ich habe hier einen Fund den ich in keinster Weise einordnen kann. :| Fundort war ein kalkiger Laubwald mit Eichen, Buchen und diversen eingestreuten anderen Bäumen. Der kompakte Fruchtkörper wuchs aus einem abgesägten Buchenstamm heraus und war ca 7..10cm groß. Die Farbe war creme-weiß, später bekam ein mitgenommenes Fragment einen leichten rosa-Stich. Die Konsistenz war recht fest, aber mit einem Messer leicht zu zerschneiden. Der Geruch pilzig mit leicht säuerlicher Note. Ich habe so gar keine Idee in welche Richtung die Reise gehen könnte, Blätterversuche haben erst mal zunächst ins Leere geführt. Bei Hutpilzen könnte ich Sporenpulver anschauen etc. - aber hier?


    Was habe ich da gefunden?!





    Ich sehe hier ebenfalls Nebelkappen. Die Knolle hat Dich wohl fehlgeleitet. Aber es gibt auch nirgends einen Hauch einer Cortina, weder bei jungen Exemplaren unterm Hut, noch bei älteren exemplaren am Stiel, wo sich das braune Sporenpulver gern verfängt. Apropo - ein Spp-Abdruck hätte Deine Verwechslung schnell aufgedeckt ;-)


    Ich freue mich schon auf weitere Phlegmatien-Anfragen von Dir, auch wenn ich dazu nichts beitragen kann. Ich mag die Dinger einfach, sie gehören für mich zu den schönsten Pilzen im Wald.

    Hallo Uwe,


    Ich habe Marias Fund zum Anlass genommen, mich selbst am Schlüseln mit GPBaWü auszuprobieren. Nach einigen Verirrungen bin ich tatsächlich zu C. splendens bzw. C. meinhardii gekommen. 😮 Bei letzterem würde die Ökologie nicht passen. Ist dies das entscheidende Merkmal um meinhardii auszuschließen?


    P.S.: Maria, toller Fund. Das Ding leuchtet ja im Dunklen 😃 Und C.splendens ist auch noch einer von den tödlich giftigen Klumpfüßen 😮