Beiträge von Chorknabe

    Gestern haben wir in der APV einen interessanten Befund gehabt: mehrere Mitglieder haben die Entdeckung gemacht, das jetzt gerade an unterschiedlichen Orten die Riesenboviste kommen. Total untypisch, eigentlich sind die sonst immer schon durch. Liegt vielleicht an der zurückliegenden Trockenstarre?

    Bei uns in Thüringen haben diSatansröhrling gerade ihren jährlichen Schub. Das ist ebenfalls untypisch spät, eigentlich sind die eher im August dran. Nachvollziehbar, denn im August gab es ja quasi keine Niederschläge.

    Hallo,


    vor einigen Tagen fand ich im Kalklaubwald einen einzelnen Röhrling, den ich wohl etwas vorschnell als WuBi abgehakt hatte: Siehe hier


    Heute wurden mir aus dem gleichen Gebiet weitere Fruchtkörper zur Pilzberatung vorgelegt, die ich für die gleiche Art halte. Mit der Bestimmung tue ich mich schwer, auch weil ich mich mit Boleten eher selten beschäftige.


    Hut: creme-gräulich mit leichtem silbrigen Schein, teils zarte rosa Farbtöne. Hutoberfläche glatt und nicht klebrig.


    Röhren: lebhaft gelb, blauen bei Verletzung


    Stiel: ausgeprägt bauchiger Wuchs, im oberen Teil lebhaft gelb mit feinem gelben Stielnetz, im unteren Teil teils kräftig rosalich überhaucht. Blaut bei Verletzungen.


    Fleisch: Gelb, blaut langsam Hut, im Stiel dagegen kaum, an dem der Stielspitze eine kräftige rosa/rötliche Zone.


    Geruch unauffällig, Geschmack angenehm nussig, nicht bitter.


    Bei genauer Betrachtung der neuen Funde muss man Caloboletus radicans ausschließen, allein wegen des Fehlens von Bitterkeit im Fleisch. Ich kenne die Art auch nicht mit derartigen rötlichen Tönen.


    Im oben verlinkten Thread wurde bereits Butyriboletus fechtneri vorgeschlagen. Die Artbeschreibung passt ganz gut zu meinen Funden. Kibby bspw. schreibt aber in seinem Röhrlingsbuch nichts von der auffälligen rötlichen Fleisch an der Stilbasis.


    Kurzum: passt B.fechtneri? Und mit welcher Literatur bestimmt man Boleten?








    Hallo Claudia,


    Danke fürs Mitnehmen :) Wenn ich es eher gewusst hätte, wäre ich gerne mal persönlich vorbei gekommen. Aber in zwei Wochen gäbe es eine weitere Möglichkeit, sich einmal persönlich zu treffen: dann findet unsere Pilzausstellung in Jena statt ;) Werbung folgt hier im Forum.


    Lg, Thomas.

    den WuBi hätte ich für den Silberröhrling (B. fechtneri) gehalten und den spindeligen Rübling für den Grubigen Wurzelrübling (Xerula radicata).

    Hallo,


    meine Bilder sollten nur eine Übersicht geben, was alles so zu finden war. Bild 4 zeigt einen Spindeligen Rübling, das war der häufigste Pilz im Wald. X.radicata war ebenfalls häufig vertreten.


    Woran machst Du B.fechtnerii fest? Ich bin bei den Boleten nicht sonderlich fit, und fechtnerii ist mir auch bewusst noch nie begegnet. Gut möglich also dass ich hier etwas vorschnell benamt habe. Kostprobe war allerdings nach kurzer Kauzeit bitterlich.


    Anbei noch zwei Bilder, eines vom Spind. Rübling und eines vom Röhrling.

    Hallo,


    bedingt durch ganz frischen Familienzuwachs konnte ich die letzten Monate quasi keinen Schritt in den Wald tun. Nicht das ich etwas verpasst hätte - bei dieser krassen Trockenheit war in den lichten Kalklaubwäldern um Jena eh nichts zu erwarten. Vorgestern habe ich dann den ersten Waldbesuch seit dem Frühjahr unternommen und war doch überrascht über die beginnende Artenvielfalt. Dabei habe ich allerdings eine Beobachtung gemacht, die ich hier zu Diskussion stellen wollte.


    Ich war in einem Kalkgebiet (Jenaer Forst) unterwegs, in dem es vor allem Buchen, Hainbuchen, Eichen, Elsbeeren und Hasel gibt. Stellenweise finden sich Areale mit mehrheitlichem Buchenbestand, teils auch Areale mit fast nur Eichen. Um es kurz zu machen: in Buchenarealen fand ich quasi nichts. Bei allen Funden (Satan, WuBi, Spindeliger Rübling, Queradriger Milchling, Sommersteinpilz, Ochsenzunge, diverse Filzröhrlinge, Riesenrötling) waren Eichen in unmittelbarer Nähe oder das Areal war eichendominiert. Dieses Vorkommen erschien mir derart gehäuft, dass ich dahinter irgend eine Grund vermute. Sind Eichenbegleiter generell etwas früher dran als Buchenbegleiter? Oder sind die Eichen als Tiefwurzler einfach besser mit der Trockenheit klar gekommen und haben dadurch den Myzelien der Eichenbegleiter Vorteile verschafft? Habt ihr ähnliche Beobachtungen machen können?


    P.S.: Golfbälle finde ich in diesem Gebiet quasi jedes Jahr. In der Nähe (einige km entfernt) ist ein Golfplatz, und vermutlich treiben Crossgolfer im Wald ihr Unwesen ^^













    Die Bestimmung passt. Das wichtigste Erkennungsmerkmal sieht man wie ich finde man am Pilz sondern an Deinen Fingern - dieses extrem fragile Velum, dass an der Hand kleben bleibt sobald man den Pilz berührt und was beim Zerreiben zwischen den Fingern wie Creme oder Sahne anfühlt, ist ziemlich einmalig ;)

    Ich nutze bereits seit vielen Jahren MeinePilze, Pilzsuche Ultra (dem seit mehreren Jahren nicht mehr weiterentwickelte Vorgänger von 123 Pilze) sowie 123 Pilze. Alle diese Apps sind für mich mobile Nachschlagewerke. Im einfachsten Fall schaue ich schnell nach, wie der deutsche Name zur lateinischen Bezeichnung lautet und umgekehrt. Nicht selten suche ich aber nach äußerlichen Merkmalen (brauner Hut, weißer Stiel, kein Ring, wächst am baum, ..), wenn ich zunächst so gar keine Idee habe, in welche Richtung die Reise bei einem unbekannten Fund geht.


    123 Pilze mag ich vor allem deswegen, weil es zu den vielen Tausend Arten stets eine mehr oder weniger umfangreiche Beschreibung und vor allem viele Bilder gibt. Es mögen nicht alle Bilder korrekt sein - für ein erstes Suchen ist es dennoch fraglos sehr praktisch, und am ehesten vergleichbar mit dem schnellen Blättern im Parey.


    MeinePilze hingegen weist mit über 12.000 Arten eine gigantische Datenbank, in der auch die allerseltensten Arten zumindest namentlich aufgeführt sind. Bspw. kann man so nachschauen, welche Arten es in eienr bestimmten Gattung alles gibt. Allerdings gibt es zu den meisten Arten weder eine Artbeschreibung noch Bilder. Dafür zeigt die App auf einer Litertaur-Übersichtsseite an, in welchen gängigen Nachschlagewerken (Ludwig, FN, PdS, CinS, GroPi BaWü und und und) die jeweilige Art zu finden ist, inkl. Seitenzahl. Als Clou kann man seine eigenen Bücher digitalisieren und im Tablet/Handy in einem speziellen Format hinterlegen - dann öffnet sich auf Knopfdruck das jeweilige digitale Buch auf eben der Seite auf der die Art beschrieben steht. Das ist bei der Arbeit mit Büchern sehr großartig und spart viel Zeit, daher nutze ich diese App oft im Zusammenhang mit meinen Büchern.

    Artbestimmungen mache ich letzten Endes stets mit Büchern - aber die Apps sind dabei fraglos eine große Hilfe. Von Apps mit automatischer Foto-Bestimmung halte ich hingegen gar nichts.

    Letzten Endes sind Apps auch nur Werkzeuge, die hilfreich sein können. Wie bei jedem Werkzeug muss lernen sie zu benutzen, um die Stärken und Schwächen zu kennen. Man muss jeden Laien dringend davor warnen, blauäugig den Bestimmungsapps zu vertrauen. Wenn man sie aber mit Bedacht nutzt, sind es ganz großartige Tools.

    Ich habe Geruch als leicht Mehlig ( nach stück Hut Zerquetschung ) gefunden auch Geschmack etwas Mehlig aber : Geschmack leicht Mehlig aber nach lange kauen eine leichte scharfe Note , komisch scharf .

    Hallo Beli,


    den staubigen Pfeffergeruch (nicht frisch gemahlen sonder aus dem Pfefferstreuer) kann man nur bei UNVERLETZTEM Fruchtkörper riechen. Zerquetscht riechen die Erdritterlinge (fast) alle nach Mehl. Einen scharfen Geschmack habe ich bei meinen Funden nie wahrgenommen.


    Übrigens ist T. squarrulosum keine seltene Art. In den Kalkbuchenwäldern der Umgebung ist er regelrecht häufig (neben T. orirubens/ T. atrosquamosum).

    Du hast hier einen der Erdritterlinge gefunden. Um die voneinander zu unterscheiden, ist der Geruch des unverletzten Fruchtkörpers wichtig als auch der Geschmack. Rein optisch käme für mich in Frage:

    (1) T.terreum - ohne Geschmack oder Geruch bei Kiefer

    (2) T. argyraceum / T. scalpturatum - riecht und schmeckt kräftig bei Mehl und gilbt als Leiche (muss aber nicht)

    (3) T.orirubens / T.atrosquamosum- riecht eher süßlich komplex und schmeckt nach Mehl, rötet im Alter + blaue Flecken an der Stielbasis über Nacht

    Hallo,


    an C glaucopus mag ich nicht glauben. Die Art hat einen viel dunkleren, gräulich-bräunlichen Hut, der jung am Hutrand grünliche Töne hat. Dein Fund lässt mich spontan an C. corrosus denken, der aber wegen der Sporengröße nicht zu passen scheint.


    Die Sporen hast Du von den Cortina-Resten am Stiel entnommen?

    Ein Vorschlag: besorge Dir mal verschiedene Tageszeitungen und probiere aus, bei welcher der Wielandtest mit Knollis am deutlichsten anschlägt. Von dieser Zeitung legst Du Dir dann einen Stapel ins Regal.


    So habe ich das letztes Jahr auch gemacht, um im Falle einer Vergiftungsfall-Anfrage gerüstet zu sein.

    Das sollte der echte C.calochrous s.str. , Amethystblättriger Klumpfuß sein.

    [..] gelbes Knollenvelum

    Hallo Uwe,


    ich habe mal versucht, diesen Fund mit der FN zu schlüsseln. Man kommt gut hin, aber zum Schluss wird nach gelbem Knollenvelum und gelbem Mycel gefragt. Mir fällt es schwer, das auf den Bildern zu erkennen (allerdings habe ich mich auch im Schleierlingskurs letzte Woche in Oberhof bei der Bewertung von Velum-Farben generell schwer getan 🙄 ). Auf welchem Bild ist das besagte gelbe Knollenvelum zu erkennen?

    Hallo,


    das wird schon eine Phlegmatie aus der Sektion Fulvi sein. Aber für splendens und ähnliche Arten wie citrinus etc. ist der ganze Pilz viel zu trüb gelb, auch das Fleisch müsste wirklich leuchtend gelb sein.