Beiträge von Chorknabe

    Hallo,


    da habe ich ja etwas losgetreten :-/ Ich möchte daher noch einmal ganz kurz erklären wieso ich mein obigen Post abgesetzt habe.


    Ich selbst fotografiere sehr viel, allerdings kaum Pilze und kein Makro. Ich beschäftige mich viel mit Fotografie, vor allem Bildgestaltung aber auch Fototechnik (dort aber eher alte Sachen). Was mir bei der Sammlung der Monatssieger auffiel, war eine gefühlte Gleichschaltung sämtlicher Bilder. Brutale Schärfe, leicht überdrehte Farben, Hauptmotiv von vorn bis hinten scharf, Hintergrund maximal unscharf (das Mai-Bild weicht in diesem Punkt ab), insgesamt eine fast klinische Bildwirkung. Alle Bilder sind toll und brillant und zurecht Monatssieger geworden - aber sie sind alle irgendwie gleich. Das fand ich bemerkenswert und auch ein wenig schade. Ich hätte mich über wenigstens einen Ausreißer gefreut, bei dem der Pilz als fotografisches Thema mal anders inszeniert wurde. Vielleicht nehme ich die Fotografie einfach etwas zu ernst. Ihr habt schon recht - das hier ist ein Pilzforum und kein Fotoforum.


    Ich möchte den die Treppchengewinnern 2018 beglückwünschen, aber auch alle anderen Monatssieger. Es sind tolle Bilder die ihr da eingereicht habt!

    Alles tolle Bilder, ich bin gespannt wer hier den ersten Preis abräumt. was mir auffällt: alle Bilder sind offensichtlich gestackt. Bei den Einzelwettbewerben fällt das nicht so auf, aber bei der Zusammenstellung aller Monatsgewinner fällt es sehr ins Auge, das alle Siegerbilder auf ihre Art sehr ähnlich aussehen? Oder sehe nur ich das so?

    Danke erstmal für Eure Antworten. Mich hat es sehr gewundert dass verschiedene Quellen den Berserker-Modus in Frage gestellt hatten weil ich es zuvor so oft gehört und gelesen hatte.


    Beim Muscimol ist es wohl so dass es an GABA-Rezeptoren andockt und damit letztlich hemmende System in Hirn anregt.

    Vielleicht juckt es Dich aber trotzdem irgendwann mal, eine Makroausrüstung anzuschaffen. Kann Dir da auch Sony empfehlen, und entweder das Makro oder das neue 70er von Sigma.

    Hallo Erika,


    vielleicht, aber eher unwahrscheinlich. Bei Makrobildern geht es mir immer gleich: ich stehe staunend vor den Bildern und bewundere den technischen Aufwand - kann mich aber in keinster Weise dazu motivieren selbst entsprechenden Aufwand zu betreiben (den ich aber ohne Frage treiben muss um ähnliche Bilder kreieren zu können). Mein fotografischer Weg entwickelt sich gerade in eine völlig andere Richtung:




    Aber das ist ein anderes Thema, das wir an anderer Stelle führen sollten. ;)

    Hallo,


    man hört und liest zum Pantherina-Syndrom immer wieder, dass die Personen und Einfluss von Muscimol in einen "Berserker-Modus" geraten, randalieren und Tobsuchtsanfälle bekommen. Nicht zuletzt gibt es ja auch die schon recht alte Hypothese, dass sich germanische Stämme mit Fliegenpilz etc. für Schlachten o.ä. präpariert haben. Nun bin ich aber bei Wikipedia auf Artikel gestoßen, die das ganze in Zweifel ziehen. Laut deren Aussage gibt es keine gesicherten Fälle von Muscimol-Konsum, in denen es zu Raserei oder Randale gekommen wäre (vermischte Einnahme mit Alkohol oder anderen Drogen mal außen vor lassend).


    Wie ist denn hierzu eigentlich die aktuelle Faktenlage?

    Hallo Chorknabe,


    okay, damit ist meine Frage beantwortet. Die "Kleine" von Sony habe ich auch (die V), sie ist meine ungeschlagene Schnappschusskamera. Wegen des kleinen Sensors ist sie aber für Makros nur sehr eingeschränkt tauglich. Hast Du denn die Blende voll geöffnet? Sehr lichtstark ist sie ja, da müsste eigentlich etwas mehr Freistellung möglich sein.

    Hallo Erika,


    die Blende war nicht vollständig geöffnet. Ich versuche das zu vermeiden weil die Bilder sonst zu weich werden. ab ca 2.8 sind die Bilder dann schön knackscharf und haben dennoch viel Unschärfe drin. Bei der Brennweite (umgerechnet 24mm) ist das aber eh Makulatur. Die RX100 ist einfach keine Makro-Kamera. Aber zur Dokumentation und das eine oder andere schöne Bild zu schießen ist die Kamera großartig.

    Mir gefällt aber auch der Schirmling von Chorknabe! Die BG ist sehr gut und die Schärfe liegt super auf den Wassertröpfchen auf dem Helm. Aber leider ist das Umfeld extrem unruhig. Das liegt aber vielleicht nicht nur am fehlenden "Aufräumen", sondern auch einfach an der Kamera?

    Hallo Erika,


    da gebe ich Dir recht, da ist etwas viel los um den kleinen Helmling. Da Bokeh macht das ganze nicht gerade besser - Kamera war eine Sony RX100 III - meine "Pilzkamera" und einzige Digitale (sonst ist der Kameraschrank zum Bersten gefüllt mit analoger Hardware). Ich gebe zu dass mit dem Stacken absolut beeindruckende Bilder erreicht werden können (wie man hier im Thread sehen kann); allerdings widerspricht das meiner persönlichen Herangehensweise in der Fotografie - das Motiv und die Stimmung so einfangen wie sie sind, und wenig basteln. Ich bin da vermutlich stark von der analogen Fotografie geprägt.


    Mein persönlicher Favorit war übrigens das "Spiegelei": ein absolut ungewöhnliches Motiv, krasse Details und eine superheftige Schärfe ohne Überschärfung - Chapeau! Aber generell sind all Bilder sehr großartig, nur das letzte fällt wegen der fehlenden Schärfe etwas ab. Sehr schön finde ich auch die Austern und den Parasol - weil sie abseits des Pilzes die wundervolle Lichtstimmung drum herum einfangen; man sieht sich direkt selbst mit dem Körbchen durch den sonnigen Herbstwald ziehen.

    ich habe leider die Gattung Hygrophoropsis längere Zeit sträflich vernachlässigt. Daher kann ich leider ohne Mikroskopie auch nichts exaktes sagen. Von den Weißlamelligen Afterleistlinge wurden jedenfalls mehrere Taxa beschrieben, die erstmal geklärt werden müssten (was ist alles Synonym, was sind nur Farbmutanten).

    Das, was du abbildest, dürfte das sein, was Ludwig als Hygrophoropsis aurantiaca fm. albida abbildet. Er zeigt da einen blassen, gelbhütigen Afterleistling mit relativ dunklem Stiel. Davor zeigt Ludwig einen schwarzstieligen, der aber keibne weißen Lamellen hat als H. aurantiacus fm. nigripes - dieser Name ist nach Mycobank aber Craterellus lutescens (dort npch als Cantharellus), was das Wirrwarr schon gut zeigt.


    Im Moment passt als Etikett zumindest "H. aurantiaca fm. albida ss. Ludwig" - ohne damit zu sagen, dass diese Namenszuordnung passt noch die Rangstufe passen muss.

    Hallo Christoph,


    danke Dir für Deinen Beitrag. Mittlerweile konnte ich dank eines netten Forenten (danke nochmal!) mal in den Artikel The Hygrophoropsis aurantiaca complex von Kibby reinlesen. Er schreibt im Grunde genau das was Du auch dargelegt hast - bei den hellen Aftleistlingen, bzw. denen mit weißlichen Lamellen, herrscht noch Unklarheit bzw. Uneinigkeit. Er hebt H. fuscosquamula und H. macrospora auf die Artenebene (ebenso wie H. rufa). Keine der Artbeschreibungen trifft aber so recht auf meinen Fund zu. H. pallida erwähnt er am Rande und legt dort sehr schön dar, dass sich bestimmte Funde auch in das von ihm genutzte Artkonzept nicht so recht einordnen lassen.


    Mit Deinem Etikett "H. aurantiaca fm. albida ss. Ludwig" kann ich zunächst gut leben. Ich werde mal an dem Thema dran bleiben und künftig Afterleistlinge nicht achtlos links liegen lassen :)

    Hallo Pablo, danke für Deine Antwort. Die FN habe ich ja selbst, den Artikel von Kibby kenne ich allerdings noch nicht. Mal sehen ob ich da ran komme. Aber nochmal (wegen der bislang übersichtlichen Reaktion auf meine Anfrage) noch einmal keck in die Runde gefragt: hattet Ihr schon mal Funde die den unsrigen optisch geähnelt haben? Und wie könnte man sie deuten?

    Per Mail passiert das hin und wieder schon mal, so 2-4x im Jahr. Dabei mach ich es dann so, wie Du es beschreibst. Noch wird es nicht lästig, die Masche scheint aber irgendwie auf dem Vormarsch zu sein.

    Ich denke das ist keine "Masche" sondern einfach eine Folge des Internets und dem geänderten Verhalten der Menschen was die Beschaffung von Informationen angeht.

    Mal ne andere Sache. Ich werde neuerdings von unbekannten Leuten via Whats-App (neben Mails) zwecks Bildbestimmung angeschrieben. Passiert euch das auch verstärkt? Ich antowrte in den Fällen auf Gründen der Höflichkeit mit 2-3 Sätzen zum Fruchtkörper, den ich sehe. Wenn ich direkt sehe, dass das kein Speisepilz sein kann auf den Bildern schreibe ich das dazu und natürlich mit dem obligatorischen Hinweis, dass ich per Bildbestimmung keine Verzehrsfreigabe erteilen kann und werde.

    Ist mir auch schon mehrfach so gegangen. Bislang aber immer vergleichsweise höflich und es wurde gefragt ob ich Bilder ansehen möchte bevor sie geschickt wurden. Ich finde das OK, meist kann man ja was dazu schreiben. Bislang ging es immer im Funde im Garten oder ähnliches, da war nie die Gefahr gegeben dass ich "etwas freigeben müsste". Ich formuliere aber grundsätzlich sehr defensiv: "Auf den ersten Blick könnte das xxx sein. Genauere kann ich aber nur sagen wenn ich den Pilz in der Hand habe." Ich erkläre auch immer in einem kurzen Satz dass Bestimmung anhand Bildern schlicht unseriös ist. Ich denke, dass das Wort "unseriös" mehr Eindruck macht als "mache ich nicht" - weil die Leute dann eher begreifen, dass die Praxis in Facebokgruppen etc. äußerst fragwürdig ist.

    Ich würde bei dieser Frage die Pilzgifte aufzählen, welche die Niere mehr oder weniger direkt schädigen. Dazu kann man ja auch noch die Gifte erwähnen (mit entsprechendem Kommentar) welche eine indirekte Nierenschädigung verursachen wie bspw. das Gift beim Grünling, dass die Muskelzellen zersetzt wodurch die Niere übelastet wird und ihren Dienst einstellt. Der Giftstoff im Krempling wirkt übrigens indirekt Leber-toxisch, weil die Leber mit dem massiven Abbau von zerstörten Blutzellen überfordert ist. Hat mir gerade gestern eine befreundete Ärztin erklärt ;-)

    Hallo,


    ich möchte hier einen Fund vom heutigen Tag vorstellen. Fundort war saurer Nadelwald auf Sand mit vornehmlich Kiefern, Fichten, Lärchen, viel Blaubeerkraut.


    Die Pilze wuchsen gesellig auf dem Boden, häufig direkt neben Falschen Pfifferlingen. Aufgrund des Habitus waren wir sofort bei Hygrophoropsis - die äußerlichen Ähnlichkeiten des Wuchses, Konsistenz, Geruch (eher unauffällig) etc. zum ordinären Falschen Pfifferling springen einem förmlich ins Auge. Auf der anderen Seite sind die Unterschiede ebenso auffällig: Hutfarbe nicht orange sondern eher kühles ocker, in der Hutmitte dunkler, manchmal fast dunkelbraun. Hutrand meist sehr hell. Die Lamellen waren sehr hell - ich würde den Farbton als Creme bezeichnen. Die Stiele waren dagegen sehr dunkel, fast schwarzbraun, wobei sie nicht allmählich zur Stielspitze dunkler wurden, sondern recht apprupt kurz unterhalb des Lamellenansatzes.


    Ich kenne den Falschen Pfiffi als eine durchaus sehr variable Art - aber selbst bei eher blässlichen Funden war immer ein kräftiger Schuss orange in der Hut- und vor allem Lamellenfarbe vorhanden. Ganz anders jedoch unsere Funde - daher der Gedanke: das MUSS doch was Besonderes sein.. :P Zu Hause in die Bücher geschaut landet man bei Hygrophoropsis pallida bzw. Hygrophoropsis aurantiaca var. pallida. Die verschiedenen Autoren sind sich nicht ganz einig: Gröger führt H. pallida als eigene Art, FN, GPBaWü und Ludwig nur als Varietät. Ludwig hat zumindest einen Fruchkörper gemalt der unseren Funden sehr nahe kommt.


    Daher hier zunächst die Frage: würdet Ihr mit der Arbeitshypothese H. aurantiaca var. pallida. bzw. H. pallida mitgehen? Und gibt es aktuelle Literatur zu diesem Artenkomplex, in der man sich etwas Klarheit verschaffen kann?





    P.S.: Mehr Bilder haben wir leider nicht gemacht. Ich hatte ein Kind auf den Bauch umgeschnallt (was das Bücken schwierig gemacht hat) und es war saukalt.. :| Erwähnenswert dazu ist, dass die Fruchkörper mit großer Sicherheit mindestens zwei, vielleicht auch drei Nächte komplett durchgefroren und tagsüber wieder aufgetaut waren.