Beiträge von Chorknabe

    Die Bestimmung passt. Das wichtigste Erkennungsmerkmal sieht man wie ich finde man am Pilz sondern an Deinen Fingern - dieses extrem fragile Velum, dass an der Hand kleben bleibt sobald man den Pilz berührt und was beim Zerreiben zwischen den Fingern wie Creme oder Sahne anfühlt, ist ziemlich einmalig ;)

    Ich nutze bereits seit vielen Jahren MeinePilze, Pilzsuche Ultra (dem seit mehreren Jahren nicht mehr weiterentwickelte Vorgänger von 123 Pilze) sowie 123 Pilze. Alle diese Apps sind für mich mobile Nachschlagewerke. Im einfachsten Fall schaue ich schnell nach, wie der deutsche Name zur lateinischen Bezeichnung lautet und umgekehrt. Nicht selten suche ich aber nach äußerlichen Merkmalen (brauner Hut, weißer Stiel, kein Ring, wächst am baum, ..), wenn ich zunächst so gar keine Idee habe, in welche Richtung die Reise bei einem unbekannten Fund geht.


    123 Pilze mag ich vor allem deswegen, weil es zu den vielen Tausend Arten stets eine mehr oder weniger umfangreiche Beschreibung und vor allem viele Bilder gibt. Es mögen nicht alle Bilder korrekt sein - für ein erstes Suchen ist es dennoch fraglos sehr praktisch, und am ehesten vergleichbar mit dem schnellen Blättern im Parey.


    MeinePilze hingegen weist mit über 12.000 Arten eine gigantische Datenbank, in der auch die allerseltensten Arten zumindest namentlich aufgeführt sind. Bspw. kann man so nachschauen, welche Arten es in eienr bestimmten Gattung alles gibt. Allerdings gibt es zu den meisten Arten weder eine Artbeschreibung noch Bilder. Dafür zeigt die App auf einer Litertaur-Übersichtsseite an, in welchen gängigen Nachschlagewerken (Ludwig, FN, PdS, CinS, GroPi BaWü und und und) die jeweilige Art zu finden ist, inkl. Seitenzahl. Als Clou kann man seine eigenen Bücher digitalisieren und im Tablet/Handy in einem speziellen Format hinterlegen - dann öffnet sich auf Knopfdruck das jeweilige digitale Buch auf eben der Seite auf der die Art beschrieben steht. Das ist bei der Arbeit mit Büchern sehr großartig und spart viel Zeit, daher nutze ich diese App oft im Zusammenhang mit meinen Büchern.

    Artbestimmungen mache ich letzten Endes stets mit Büchern - aber die Apps sind dabei fraglos eine große Hilfe. Von Apps mit automatischer Foto-Bestimmung halte ich hingegen gar nichts.

    Letzten Endes sind Apps auch nur Werkzeuge, die hilfreich sein können. Wie bei jedem Werkzeug muss lernen sie zu benutzen, um die Stärken und Schwächen zu kennen. Man muss jeden Laien dringend davor warnen, blauäugig den Bestimmungsapps zu vertrauen. Wenn man sie aber mit Bedacht nutzt, sind es ganz großartige Tools.

    Ich habe Geruch als leicht Mehlig ( nach stück Hut Zerquetschung ) gefunden auch Geschmack etwas Mehlig aber : Geschmack leicht Mehlig aber nach lange kauen eine leichte scharfe Note , komisch scharf .

    Hallo Beli,


    den staubigen Pfeffergeruch (nicht frisch gemahlen sonder aus dem Pfefferstreuer) kann man nur bei UNVERLETZTEM Fruchtkörper riechen. Zerquetscht riechen die Erdritterlinge (fast) alle nach Mehl. Einen scharfen Geschmack habe ich bei meinen Funden nie wahrgenommen.


    Übrigens ist T. squarrulosum keine seltene Art. In den Kalkbuchenwäldern der Umgebung ist er regelrecht häufig (neben T. orirubens/ T. atrosquamosum).

    Du hast hier einen der Erdritterlinge gefunden. Um die voneinander zu unterscheiden, ist der Geruch des unverletzten Fruchtkörpers wichtig als auch der Geschmack. Rein optisch käme für mich in Frage:

    (1) T.terreum - ohne Geschmack oder Geruch bei Kiefer

    (2) T. argyraceum / T. scalpturatum - riecht und schmeckt kräftig bei Mehl und gilbt als Leiche (muss aber nicht)

    (3) T.orirubens / T.atrosquamosum- riecht eher süßlich komplex und schmeckt nach Mehl, rötet im Alter + blaue Flecken an der Stielbasis über Nacht

    Hallo,


    an C glaucopus mag ich nicht glauben. Die Art hat einen viel dunkleren, gräulich-bräunlichen Hut, der jung am Hutrand grünliche Töne hat. Dein Fund lässt mich spontan an C. corrosus denken, der aber wegen der Sporengröße nicht zu passen scheint.


    Die Sporen hast Du von den Cortina-Resten am Stiel entnommen?

    Ein Vorschlag: besorge Dir mal verschiedene Tageszeitungen und probiere aus, bei welcher der Wielandtest mit Knollis am deutlichsten anschlägt. Von dieser Zeitung legst Du Dir dann einen Stapel ins Regal.


    So habe ich das letztes Jahr auch gemacht, um im Falle einer Vergiftungsfall-Anfrage gerüstet zu sein.

    Das sollte der echte C.calochrous s.str. , Amethystblättriger Klumpfuß sein.

    [..] gelbes Knollenvelum

    Hallo Uwe,


    ich habe mal versucht, diesen Fund mit der FN zu schlüsseln. Man kommt gut hin, aber zum Schluss wird nach gelbem Knollenvelum und gelbem Mycel gefragt. Mir fällt es schwer, das auf den Bildern zu erkennen (allerdings habe ich mich auch im Schleierlingskurs letzte Woche in Oberhof bei der Bewertung von Velum-Farben generell schwer getan 🙄 ). Auf welchem Bild ist das besagte gelbe Knollenvelum zu erkennen?

    Hallo,


    das wird schon eine Phlegmatie aus der Sektion Fulvi sein. Aber für splendens und ähnliche Arten wie citrinus etc. ist der ganze Pilz viel zu trüb gelb, auch das Fleisch müsste wirklich leuchtend gelb sein.

    Edit: ich sehe gerade den Vorschlag Tricholoma orirubens. Laut FNE4 läuft die Unterscheidung über das gelbe (T. orirubens) versus das weißliche (T. atrosquamosum) Stielmyzel. Also müsste man nochmal genau auf das Stielmyzel schauen, wie das gefärbt ist.

    Allerdings bezweifelt bspw. Andreas Gminder die Verlässligkeit dieser Unterscheidung. U.a. weil sich das Stielmyzel seiner Aussage nach im Sammelkorb auf dem Weg nach Hause ver-/entfärben kann. Ich selbst habe diese Erfahrung nicht gemacht (aber auch nie aktiv verfolgt).

    Hallo,


    eine Vergiftung mit einem ungenügend erhitzten Parasol wäre typisch. Paniert in der Pfanne genügen wenige Minuten von beiden Seiten nicht. Jeder Teil des Pilzes mus 70..80° für einige Minuten abbekommen haben, damit alle Giftstoffe durch die Hitze zertsetzt werden. Also lieber weniger Hitze einstellen und besser länger in der Pfanne lassen.


    Eine Wechselwirkung mit Alkohol ist unwahrscheinlich.

    Einen Schneckling sehe ich hier trotz des suboptimalen Bildes beileibe nicht. Die Lamellen sehen nicht sehr "wachsartig" aus und sind viel zu sehr herablaufend für einen Schneckling. Auch deutet der gesamte Habitus auf einen Trichterling. Wahrscheinlich ists einfach nur Clitocybe gibba.

    Hallo Harald,


    ich kam auf diese Idee wegen des Steils, der einerseits verbogen zu schein scheint und auch spitz zur Basis zulaufen könnte. Die Stielspitze sieht fast wie punktiert aus - was ebenso zu Hygrophorus passen würde. Die Lamellen sind etwas eng und deutlich herablaufend - aber von den Bildern her würde ich hier noch keinen Schneckling ausschließen. Aber mit den vorliegenden Bildern und Informationen bleibt es Rätselraten. Wenn man das Teil mal persönlich in der Hand hatte wäre aber vermutlich sofort klar ob es in Richtung Hygrophorus geht oder eben nicht.

    Die Lila Pilze sind entsorgt. Schade drum. Euch vielen Dank:thumbup:

    Offensichtlich hast Du die mutmaßlichen Stockschwämmchen NICHT entsorgt? Dazu kann ich Dir aus der Praxis eines PSV folgendes sagen: Stockschwämmchen wachsen am Fundort gern in großer Anzahl. Leider können dazwischen der tödlich giftige Verwechslungspartner "Gifthäubling" untermischt mitwachsen. Beim Ernten kann also schnell mal ein böser Pilz mit im Korb landen. Daher muss jeder einzelne Fruchtkörper mit Stiel begutachtet werden. Fruchtkörper ohne Stiel werden gleich entsorgt.


    Was ich damit sagen möchte: von zwei Bildern einiger weniger Fruchtkörper kann man nicht beurteilen, ob ALLE Pilze Stockschwämmchen sind oder nicht. Stockschwämmchen sind keine Anfängerpilze! Und - mit Verlaub - wer Schleierlinge mit Lila Rötelritterlinge verwechselt, der sollte seine mutmaßlichen Stockschwämmchen-Funde unbedingt einem PSV vorstellen.

    Die Stockschwämmchen schauen korrekt bestimmt aus, aber die violetten Pilze sind keine Rötelritterlinge sondern Schleierlinge. Gut erkennbar an der rostroten Ringzone am Stiel und den im Alter nach rostrot verfärbenden Lamellen. Welche Art dies ist, kann ich nicht sagen. Dennoch sei mir der Hinweis gestattet, dass es nur sehr wenig essbare Schleierlinge gibt, viele sind dagegen unverträglich oder gar (teils heftig) giftig.

    also ich rieche eigentlich gut, aber einen carbol geruch habe ich keinen bemerkt. soll aber auch erst auftreten wenn die gekocht werden. aber kochen tu ich den sicher nicht.

    Mit dem Schnittbild ist es jetzt eindeutig 🙂 Hast Du mal an der gelb verfärbten Stelle direkt nach dem Schneiden gerochen? Der Karbolgeruch sollte dann merklich zu Tage treten.

    Hallo,


    das sind beides Champignons. Davon gibt es allerdings viele Arten, die teils nicht so leicht zu bestimmen sind. Mach doch mal einen Längsschnitt durch den ganzen Pilz und davon ein Bild. Achte besonders auf die Stielbasis (also ganz unten am Stiel): verfärbt sich dort der Bereich knallig gelb. Rieche auch mal daran: riecht die verfärbende Stelle vielleicht chemisch, nach alter Tine oder dergleichen?

    Schleierlinge haben in jungem Stadium einen Schleier der die Lamellen verhüllt. Wenn der Hut aufschirmt, reißt der Schleier auf. Es bleibt aber immer ein Rest Schleier im oberen Bereich des Stiels hängen. Darin verfängt sich dann rostbraunes Sporenpulver, so dass ältere Exemplare immer eine Art rostbraune Ringzone am Stiel haben. Das ist das wichtigste und eigentlich auch leicht erkenntliche Merkmal der Cortinarien.


    Fälblinge haben eher graubraunes Sporenpulver. Eine Cortina (also Schleier) haben sie meines Wissens nach nicht. Es gibt wenige Arten Arten mit Ring, die meisten Arten aber haben keinen. Bei vielen Fälblingen ist dagegen die Stielspitze sehr rau (wie sägefrischen Fichtenholz aus dem Baumarkt). Und die Geruchskomponenten bewegen sich meist zwischen Schokoladenpulver und Rettich (Ausmahme: der Marzipanfälbling). Und schließlich sind nahezu alle Fälblinge in allen Teilen des Fruchtkörpers +- Milchkaffe-farben. Das macht sich auch durchaus schwer zu bestimmen, weil sich die Arten makroskopisch sehr ähneln.