Daher ggf. Limacella?
Limacella delicata sieht auf Bildern schon so aus wie Dein Fund. Sporenmaße würden passen, ebenso der gurkig-mehlige Geruch.
Daher ggf. Limacella?
Limacella delicata sieht auf Bildern schon so aus wie Dein Fund. Sporenmaße würden passen, ebenso der gurkig-mehlige Geruch.
Kannst Du etwas zum Geruch sagen? Gern dabei auch mal die Lamellen zerdrücken.
Tricholoma aurantium schließt ihr aus? Ein besseres Bild vom Stiel würde natürlich vieles klären.
"Gegenlesen" war mal! Aus Zeitgründen machen das die meisten nicht mehr, deshalb lehne ich Interviews und Berichte über Pilze und Exkursionen von mir ab, so lange ich nicht Korrekturlesen kann.
Das würde ich auch so halten. Schließlich bleiben dann die Falschaussagen an mir hängen. Aber wie schon geschrieben: ich hatte mit der Bitte bislang keine Probleme.
In Wandlitz traf ich öfters mal Leute mit kyrillischem Akzent, deren Plastiktüten schimmlige Herbstrotfüße füllten.
Ich glaube, die waren meist ziemlich stolz darauf. Warum soll man anderen Leuten ihre Illusionen rauben.
Der Schrecken aller Pilzberater: matschige Rotfüße, die dank Plastiktüten-Lagerung und heimeligen Temperaturen zu einem granitenen Klotz untrennbar miteinander verschmolzen sind, um dann auf dem PSV-Tisch als einzelner Block aus der Tüte purzeln.
Nur noch gekrönt durch den Spruch aller Sprüche: "Aber zum Trocknen.." Ihr wisst schon. ![]()
In PSV-Kreisen hat es sich längst herum gesprochen: bei Pressseartikeln sollte unbedingt darauf bestanden werden, die Artikel vor Veröffentlichung korrekturzulesen. Ich habe die Erfahrung gemacht dass dies (bei entsprechender Erklärung der Gründe) gerne von den Redakteuren angenommen wird, denn sachlich korrekt berichten will jeder. Ich habe aber auch die Erfahrung gemacht, dass ein Korrekturlesen nötig ist. Bei sämtlichen mir vorab zugesanden Artikeln waren grobe Fehler enthalten; von Verwechslungen über falsche Bilder zu Ungenauigkeiten.
Just dieses Jahr hat unsere Lokalzeitung einen Artikel von vor zwei Jahren nach Absprache mit mir republiziert. Prompt war ein Bild eines Fichtenreizkers drin, der als Kahler Krempling mit Paxillus-Syndrom untertitelt war. Grund war eine falsche Benennung der Bilddatei im Bildarchiv.
Ich mache den Redakteuren da keinerlei Vorwürfe. Es ist schlicht eine komplexe Materie, und Fehler passieren schnell wenn man nicht tief drin steckt - aber sie lassen sich durch Gegenlesen vermeiden.
ja, ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass einige Menschen aufgeschlossener sind, wenn sie erfahren, dass man selbst nicht auf Speisepilze aus ist, dass einem die eigentlich eher egal sind. Eigentlich ein interessanter Aspekt - oder?
Hallo Maria,
meiner Erfahrung nach sind die ein nicht kleiner Teil der Pilzesammler wahnsinnig stolz auf ihre eigenen Funde und gönnen zugleich Anderen ihre Funde nicht. Pilzspots werden geheim gehalten, Körbe demonstrativ verdeckt. Jeder Kommentar wird als Schlechtmachen oder regelrechter Angriff auf das Eigene Können gewertet. Oder gar als taktischer Schachzug, damit der Andere dann mehr oder bessere Funde machen kann als man selbst. Ich finde das reichlich anstrengend.
Ich fand es längere Zeit schwierig, in solchen Situationen meine Meinung für mich zu behalten, weil ich glaubte es besser zu wissen. Und in 99%stimmt das sicher auch. Nach mancher Diskussion habe ich meinen PSV-Ausweis gezückt, um meine Expertise zu beweisen, und erstaunlicherweise macht so ein Dokument Eindruck, wo vorher jeder Hinweis abgetan wurde.
Aber: wozu? Die Menschen sind schlicht erwachsen und man muss ihnen zugestehen, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen. Sie dürfen sich ihren eigenen Magen verderben oder eine Matschpfanne "genießen".
In der PSV-Ausbildung habe ich gelernt, dass ich Menschen zu ihrenPilzen beraten, aber nicht vorschreiben kann, was sie essen oder nicht essen sollen. Ich hatte mal eine ältere Dame in der Beratung, der ich ihren riesigen Matschhaufen Rotfüße und Samtfußkemplinge mit dem Kommentar "Das sind Kriegspikze." ausreden wollte. Sie zuckte mit den Achseln und packte alle (zumindest nicht verschimmelten) Pilze wieder in den Korb mit der Bemerkung "Ich bin ein Kriegskind." 😂 Menschen sind so und das muss man aushalten können.
Mittlerweile versuche ich aus anderen Gründen im Wald Abstand von anderen Pilzesammlern zu halten. Mir geht das ausgeprägte Konkurrenz- und Übertrumpfungsgehabe auf den Zeiger. Glücklicherweise kann ich mich alldem sehr schnell entziehen, indem ich erzähle, dass das im Korb alles Pilze zur Bestimmung seien und mich der kulinarische Aspekt von Pilzen kaum noch interessiert. Danach ist in der Regel Ruhe und die Leute nicht selten offener für Hinweis.
Ja es gibt da einen wirklich außergewöhnlichen Abschnitt Kalknadelwald im Schwäbischen Wald wo die Artenvielfalt extrem hoch ist. Das schöne ist, dass es dort durch Tallage und viel Feuchtigkeit auch in schlechteren Pilzjahren meist was zu finden gibt. Ich habe übrigens kein Problem damit, da mal jemanden mitzunehmen, falls jemand in der Gegend (Ostalb) sein sollte.
Für Cortinarien kann man auch mal ein paar km fahren. Thüringen --> Ostalb... hmm..
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Wenn ich mich richtig informiert habe kommen A. phalloides und A. citrina ziemlich häufig in Deutschland vor,und A. verna, A. virosa selten bis gar nicht,korrekt !?
A.citrina ist in vielen Waldtypen ein Massenpilz. A.phalloides ist ebenfalls häufig, in der Regel unter Eiche und Buche. Achtung: es gibt eine weiße Varietät von A.phalloides, die häufig untermischt mit dem grünen Knolli wächst. A.virosa hatte ich noch nie in der Hand, diese Art ist sehr viel seltener, außerdem eher eine montane Art (Höhenlagen). Zu. A.verna kann ich nichts sagen, laut Ludwig aber eher eine mediterrane Art.
Schwierig, in der Sektion Flexipedes mit ca 15 Arten, auf eine bestimmte Art runterzuschlüsseln.
C. pilatii ist sehr gut möglich, aber auch C. pelargoniostriatulus.
Danke Dir für Deine Einschätzung. Ich freue mich zunächst einmal, in der richtigen Sektion angekommen zu sein. In der FAN8 und FN nachgeschlagen war ich bereits im Vorfeld überrascht, wie viele Arten zu den Flexipedes zählen. Zu C. pelargoniostriatulus finde ich allerdings wenig; in der FAN8 ist die Art lediglich in einem Phylogramm erwähnt. Hast Du ein Paper oder ähnliches zu Hand, in dem die Art besprochen wird?
Herzliche Grüße, Thomas.
Ich habe es (noch) nicht, aber dieses ist anscheinend solide und günstig:
CULLMANN 56814 CARVAO 816TCS Reisestativ Carbon 70,5cm Auszugshöhe
Googeln!
Grüße Axel
Das Cullmann ist mir deutlich zu groß. Ich habe zu Hause noch ein Leofoto Reisestativ aus Carbon für meine riesige 6x17 Kamera und kann mir fürs Grobe damit bestens behelfen. Für das Pilzgeknipse soll es aber etwas sehr kompaktes sein, mit dem ich gut bodennah arbeiten kann - denn da wachsen Pilze nun mal in der Regel. Das Gorillapad war da vom Ansatz her nicht schlecht weil sehr variabel.
Hallo,
ich bin auf der Suche nach einem kleinen Stativ für eine leichte Kompaktkamera zwecks Pilzfotografie. Bislang habe ich immer ein Gorillapad genutzt, war aber davon nur mäßig angetan. Vor allem habe ich schon zwei von den Teilen kaputt gemacht. Nun muss also etwas anderes her. Klein + leicht, ordentliche Verstellmöglichkeit, max. 0,5m hoch. Kann jemand etwas empfehlen?
LG.
Hallo,
ich habe hier eine Telamonie, von der ich denke dass eine Bestimmung durchaus möglich sein könnte.
Fundort ist ein Mischwald mit Kiefer, Fichte und Birke auf Bundsandstein. Die Pilze wuchsen in einer kleinen Gruppe im Moos/Waldboden.
Der Habitus ist insgesamt recht schmächtig und an Risspilze oder Helmlinge erinnernd.
Hut ca 15..25mm, nuss- bis graubraun, in der Mitte ein spitzer Buckel. Am Hutrand auch im Alter auffällig behangen mit weißem faserigem Velum. Hut hygrophan; trocknet ockerfarben ein. Beim Abtrocknen erkennt man spärliche feine , vom Hut abstehende Schüpchen.
Lamellen ocker- bis graubräunlich mit einem lila Schimmer, der nur bei gutem Licht oder auf Kamerabildern gut zu erkennen ist. Die Lamellenscheiden sind schartig und heller. Mit der Mikroskop erkennt man blasenförmige Zellen (Basidiolen?).
Der Stiel ist ca 3..4mm dick, bräunlich, an der Basis dunkler. Über die gesamte Länge mit weißem Velum faserig überzogen. Stielfleich im oberen Bereich ocker/hellbraun, an der Stielbasis dunkelbraun; hohl.
Der Geruch war im regennassen Wald noch nicht prägnant, später aber auffällig intensiv frisch + fruchtig, für mich an Petersilie + Zwetschke erinnernd. Mit etwas Phantasie kann man auch an an (fruchtige) Pelargonien denken.
Sporen 8,6 x 4,9µm; Q=1,76; mandelförmig mit ausgeprägtem Apex; Ornament mäßig warzig.
Abends bei Warmlicht, daher etwas farbverfälscht:
Nach einer Nacht im geschlossenen Gefäß aber zimmerwarm gelagert:
Sporen:
Ich habe zur Bestimmung Kibby, FN, FAN8 und GPBaWü5 herangezogen. Ohne Erfahrungen mit den Telamonien vertut man sich bekanntermaßen sehr schnell in den Schlüsseln; schlussendlich bin ich aber bei den Gürtelfüßen mit Pelargonienduft hängengeblieben. Am besten gefällt mir Cortinarius pilatii (C.diasemospermus), der Melissen-Gürtelfuß. Der fruchtige Geruch mag an Melisse erinnern, Sporenmaße passen, ebenso die spärlichen und erst erst bei Abtrocknung sichtbaren Schüppchen auf dem Hut (während alle anderen nach Pelargonien duftenden Arten deutlich ausgeprägtere Hut-Schüppchen aufweisen).
Darf ich den Fund so einsortieren oder gibt es Einwände? Zur Absicherung verlinke ich hier noch unsere Schleierlingsexperten Cortinarius und Mykollege_Günter
Hallo Matthias,
das ist ein alter Butterpilz, man sieht beim ersten Bild die Reste vom Ring am Hutrand hängen und kann die Abrisskante am Stiel erahnen,
Gutes Auge, das ist mir auf den Bildern entgangen.
Die Verwechslungsart zum Körnchenröhrlibg ist der Ringlose Butterpilz. Beide unter Kiefer. Letzterer hat eine auffällig rosa Stielbasis und rosa Basismycel, außerdem eine ausgeprägt radialfaserig eingewachsene Huthaut. Letzteres kann ich auf Deinen Bildern gut erkennen, ersteres nicht, weil die Bilder überbelichtet sind.
Ich würde dennoch bei Deinem Fund auf den Ringlosen Butterpilz tippen.
das ist die aktuellste Bearbeitung der Sektion Phlegmacioides.
Günter, ich danke Dir sehr!
Hallo,
ich finde nahezu alle Einsendungen wirklich großartig und spektakulär - aber ich übersehe mir den Look von gestackten Bildern unmheimlich schnell. Auf eine bestimmt Art und Weise sind ein großer teil der Bilder bildstilistisch gleichgeschaltet: von vorn bis hin gestochen scharf dargestellter Pilz mit ein maximal unscharfer und dadurch zur abstrakten Farbwolke ohne weitere Deutung reduzierten Hintergrund. Das ganze mit moderat bis kräftig angehoben leuchtenden Farben und künstlichem Licht. Beim ersten Bild staune ich noch über die Brillanz, aber spätestens ab dem fünften Bild geht das Interesse stark in den Keller, eben weil alles gefühlt gleich aussieht.
Ich will hier nicht nörgeln (und tue es doch), aber ich wünschte mir eine größere Bandbreite in der Bildsprache. Und Juroren, die auch Bilder jenseits des gestackten Einheitsbreis wertschätzen. Kritiker werden mir jetzt vorwerfen, ich solle selbst Bilder einreichen, und damit haben sie natürlich recht. Aber obwohl ich doch die Fotografie als Hobby betreibe, kann ich mich für die Pilzfotografie nur wenig begeistern. Aber ich befasse mich viel mit Fotografie und glaube etwas davon zu verstehen. Insofern erlaubt mir bitte diesen Beitrag.
P.S.: Mein persönlicher Favorit ist der Zarter Helmling von Olaf G - die wunderbare zarte Statur der Helmlinge, die sich so herrlich organisch geschwungen empor strecken und so stark an den Jugendstil erinnernd. Dazu der zarte Hintergrund im Gegenlicht. Das ganze nimmt wunderbar treffend Bezug auf den Namen des Helmlings, welcher zugleich augenscheinlichstes Merkmal dieser Art ist. Fraglos wurde auch hier gestackt, aber nur als Mittel zum Zweck und nicht zum Selbstzweck. Das Bild würde ich mir an die Wand hängen und vermutlich auch nach Monaten noch mögen. Letzteres ist für mich immer ein guter Indikator, ob ein Bild eine fotografische Substanz hat - oder nur Brillanz.
Ich lese hier immer wieder von diesen Biestern, aber ich kenne die Fliege aus eigener Erfahrung gar nicht. Wieder in Thüringen um Jena, noch im Thüringer Wald oder Harz.
Hallo zusammen,
inzwischen habe ich ein Bestimmungsergebnis, aber Ihr könnt gerne mal tippen.
Wenn wir raten sollen, solltest Du allerdings zuvor der Bilddatei einen weniger verräterischen Namen geben 🙃
1 sieht mir nach Cort. daulnoyae (=sabuletorum) aus
Hallo Günter,
Vielen Dank für Deine Expertise. Ich habe mittlerweile meine Bücher bezüglich dieser Art bemüht. Im Kibby kann man die Art nur über einen gegürtelten Stiel schlüsseln, die ich gar nicht so bewusst wahrgenommen habe.
In der Flora Agaricina Neerlandica 8 wird die Art ausführlich besprochen, dort wird vor allem auf das Fehlen von lila Velum und dem Bräunen im unteren Bereich des Stiels erwähnt. Bei meinen Bildern kann man das durchaus erkennen, ich hatte es allerdings nicht bewusst beachtet. Sind die braunen Stiele der Grund, wieso Du von C.daulnoyae ausgehst?
In der FAN8 wird zudem ein Artikel von Dir aus J.E.C. 24: 48. 2022 erwähnt. Könntest Du mir diesen zur Verfügung stellen zum nachlesen?
Herzliche Grüße und Dank im Voraus,
Thomas
Ich denke das das eine Super Idee ist, nur leider sind jetztige KI trotzallem das die so gut sind mit solche Bild erkennung noch nicht so weit. Die Software musst dann auch eine eigene KI haben um diese Erkennung durch zu führen das wäre denke ich im Augenblick nich machbar, ich hätte auch keinen Vetrauen zu eine Messung die ich nicht selbst durchgeführt habe oder zumindest einen Mensch
Zunächst; vielen Dank für Deine zeit und Arbeit!!!
Zur Erläuterung zu der Automatik, die mir in den Sinn kam:
Entweder die Software umrandet eigenständig sämtliche vollständig erkennbaren (bspw. ausschließlich freigestellten) Sporen eigenständig mit Rechtecken, oder die Umrandung erfolgt bei Mausklick auf eine Spore. Die Rechtecke kann der Benutzer dann ja im Nachgang bei Bedarf von Hand korrigieren. Eine Software sollte das aber in der Regel sehr genau hinbekommen, weil sie über den den Kontrastabfall zwischen i.d.R. dunklerer Spore und hellem Hintergrund pixelgenau die Sporenaußenkanten mit (sichtbarem) Ornament detektieren kann. Im Grunde ist es eine ähnliche Funktion wie der "Zauberstab" in der Bildbearbeitung (bspw. Photoshop), in der lokal Bildbereiche mit Farbähnlichkeit automatisch umrandet werden.
Der Gedanke, dass eine KI später einmal selbstständig Sporen als Sporen erkennt und diese vielleicht sogar gattungsspezifisch zuordnen kann, ist dann "next level shit". Aber warum nicht- Bilderkennung ist Mustererkennung. Und bei den Sprüngen die die KI in den letzten Jahren gemacht hat, sind solche Features nur ein Frage von kurzer Zeit. Bereits jetzt gibt es KI-gestützte Tools, die eine höhere Erkennungsrate beim Befunden von MRT- und CT-Bildern haben als so mancher Radiologe.
Mit der Titelwahl ist im Grunde alles gesagt bzw. gefragt: im Forum herrscht inmitten der pilzreichsten Zeit gefühlt gähnende Leere. Wo sonst viele Bestimungsanfragen und Fundbesprechungen (gefühlt) minütlich eintrudeln, gibt es nur wenige neue Themen am Tag. Wenn überhaupt.
Ist das nur mein Eindruck? Sind so viele Forenten nicht mehr aktiv dabei?
Hallo Thomas,
wie stark war die KOH-Lösung, die du für den Test des ersten Pilzes (C. balteatus ) verwendet hast?
Du hast geschrieben, dass die KOH-Reaktion auf Hut und Stiel negativ war.
Das verwirrt mich ein wenig.
C. balteatus zeigt jedoch eine positive Reaktion; siehe die Fotos.
Ich habe 20% KOH verwendet. Ludwig schreibt von einer negativen Reaktion auf der Huthaut. Soop, Gminder und Ludwig erwähnen eine Reaktion auf der Huthaut gar nicht. Auf der Stielhaut soll es eine orange-gelbe Reaktion geben.
Hallo,
im Rahmen einer Pilzausstellung sind mir zwei Schleierlingsfunde in die Hände gefallen, die ich hier zur Diskussion stellen möchte. Weil ich die Funde nicht selbst gemacht habe, ist die exakte Fundsituation ungeklärt. Das macht eine saubere Bestimmung ja in der Regel nicht einfacher. Zumal beide Funde sind sich sehr ähnlich sehen.
Schleierling 1
Fundort auf Bundsandstein, Bäume allerdings unklar.
Hut bei einigen Fruchtkörpern komplett lila, auf anderen Hüten hell beige bis leicht bräunlich fleckig aber stets mit lila Hutrand; radialfaserig eingewachsen. Weiße Lamellen. Stiel auffällig weiß, vor allem an der Stielspitze; zylindrisch und an der Basis leicht zugespritzt, relativ lang. Fleisch weiß. Geruch dezent (malzig?), angenehm. Geschmack mild.
KOH auf Hut und Stiel negativ, im Fleisch nach einigen Minuten kräftig gelb.
Sporen 11,0 x 6,0μm; Q=1,83. Sporenfrom mandelförmig, eher feinwarzig.
Ich halte den Fund für Cortinarius balteatus.
Schleierling 2
Fundort (Bäume, Boden) unklar.
Hut bräunlich mit lila schimmer in der Mitte, am Rand deutlich lila; radialfasrig eingewachsen. Weißliche Lamellen. Der Schleier ist im Bereich des Stiels deutlich erkennbar lila (ist das Velum?). Stiel zylindrisch bis keulig und an der Basis leicht zugespritzt, gedrungen. Fleisch weiß. Geruch dezent (malzig?), angenehm. Geschmack mild.
KOH auf Hut und Stiel negativ, im Fleisch trüb mit gelbem Ring.
Sporen 10,4 x 5,6μm; Q=1,86. Sporenfrom mandelförmig, eher feinwarzig.
Ich meine hier Cortinarius balteatocumatilis vor mir zu haben.
Beide Arten stehen in den diversen Schlüsseln in der Regel in unmittelbarer Nachbarschaft. So ganz habe ich noch nicht herauslesen können, wie man beide Arten voneinander eindeutig trennen kann. Die Sporenmaße sind zu ähnlich. Die Hutfarbe scheint sich deutlich zu unterscheiden, ebenso die Wuchsform. In der FN wird das blaue Velum bei C. balteatocumatilis beton, das C.balteatus wohl nicht hat.
Daher die Frage hier: wie bekomme ich beide Arten sauber auseinander? Ich würde mich auch freuen, wenn unsere Schleierlingsexperten Cortinarius und Mykollege_Günter mal drüber schauen.
