Beiträge von Chorknabe

    Lasst euch das auf der Zunge zergehen. Lärchenschneckling. Fulminant.

    Geht sehr fluffig über die Lippen. Aber sprachlich unerreicht ist natürlich das Hakentragende Eschenblattstielstengelbecherchen. Man braucht etwas, bis man das flüssig rausbekommt. Aber wenn dann im Bekanntenkreis mal über das Eschensterben geplaudert wird, ist Dein großer Moment gekommen: "Ja, das liegt am Hakentragenden....". Bämm! ^^

    Für mich sieht das aus wie einer der weißen Ritterlinge. Welcher da nach Gurken duften darf, kann ich aber nicht sagen. Die Gerüche Gurke und (nasses!) Mehl sind aber nah beieinander - könnte der Fund auch mehlig gerochen haben? Mehlgeruch wäre bei Ritterlingen weit verbreitet.

    Hallo an alle,

    im flächenmäßig größeren Teil von Europa werden Arten mit scharfer weißer Milch gegessen (ggf. nach Vorbehandlung).

    Unsere Sicht auf die Essbarkeit ist kulturell geprägt.

    Hallo Wolfgang,


    ich kenne nur eine Art, um scharfe Milchlinge essbar zu machen: silieren. Also einsalzen und im eigenen Saft gären lassen - was der Zubereitung von Sauerkraut nicht unähnlich ist. Das Ergebnis sind schlabberige Pilze mit äußerst gewöhnungsbedürftigem Geschmack und Konsistenz, die allerdings derart aufbereitet recht lange haltbar sind.


    Nur gibt es für diese Methode bei uns aber keine Tradition. Das hat sicher (auch) mit der zuverlässigen Verfügbarkeit hochwertiger Lebensmittel im Handel zu tun. Wer diese Methode kennt und ausprobieren mag, kann das gerne tun - dann kann er so ziemlich jeden Milchling ins Salzfass stecken (außer L.turpis wegen seiner krebserregenden Inhaltsstoffe). Im Regelfall wollen sich die Leute hierzulande die Pilze direkt in die Pfanne hauen oder trocknen.


    Insofern hast Du mit Deinem Einwurf zur kulturellen Prägung nicht ganz Unrecht.

    Ein Kumpel von ihm weilt in Frankreich und hat Pilze gegessen. Vor nicht langer Zeit. Bisher keine Symptome, aber aus irgendeinem Grund ist er auf die Idee gekommen, dass die womöglich giftig sein können.

    Ein geradezu klassischer Fall, der nicht selten mit einer eingebildeten Pilzvergiftung mit echten Symptomen im Krankenhaus landet. Wegen der Unbedarftheit solcher Menschen schlagen sich dann Ärzte, Pfleger und Sachverständige die Nächte um die Ohren. :haue:

    Für den Anfänger und selbst den fortgeschrittenen Pilzsammler könnte man folgende Regel formulieren: Alle Milchlinge mit weißer oder klarer Milch bleiben im Wald.

    Besser als reine Behauptungen fände ich Argumente [..]

    Der allergrößte Teil der (europäischen) Milchlinge hat weiße bzw. seltener auch klare Milch. Unter diesen sehr vielen Arten gibt es hierzulande nur zwei relevante Speisepilze: den Brätling und den Mohrenkopfmilchling. Nahezu alle anderen Arten haben einen scharfe, kratzige, zusamnenziehende oder bittere Milch. Manchmal bemerkt man dies erst nach längeren Kauversuchen.


    Nun sind Milchlinge eine häufige Gattung in allen Arten von Wäldern, teilweise und örtlich treten einige Arten gar in Massen auf. Die Wahrscheinlichkeit also, dass der gefundene weiß/klar milchende Pilze einer der beiden oben erwähnten Speisepilze ist, ist also eher ziemlich gering. Der Mohrenkopfmilchling wächst in montanen Wäldern, den Brätling hatte ich persönlich noch nie in der Hand.


    Insofern ist die postulierte Regel für den Anfänger durchaus hilfreich: meide weiß/klar milchende Pilze.

    Leider kann ich von keinen weiteren Pilzfunde aus Neuseeland berichten, aber ich zeige zum Abschluss einfach noch ein paar andere Bilder aus diesem wunderschönen Land.


    Zunächst das (abgesehen von den Erfahrungen und Erinnerungen) wichtigste und wertvollste Mitbringsel von der Reise:



    Ich hatte mehrere analoge Kameras dabei und habe damit "einige "Filme" belichtet. Diese für mich einmaligen fotografischen Erinnerungen unbesehenen über die gesamte Reise anzuhäufen, dann über diverse Flugplätze nach Hause zu schleusen und erst nach der Entwicklung und Scan der Negative zu erfahren wie die Bilder geworden sind, ist ein unbeschreiblicher Nervenkitzel :) Aber die riesige Freude, die Bilder nach der Reise endlich das erste mal sehen zu können, wiegt das alles mehrfach auf.


    Hier also einige analoge Impressionen aus Neuseeland:


    Der wundervolle Lake Wanaka auf der Südinsel Neuseelands, am Rande der Southern Alps.


    Eine bekannte Tageswanderung auf der Nordinsel ist der Tongariro Alpine Crossing, bei dem man am höchsten Punkt direkt am Rand eines mehr oder weniger aktiven Vulkankraters steht, und einen krassen Ausblick auf die Emerald Lakes. Baden ist übrigens nicht empfehlenswert - die Seen sind extrem sauer.


    Der Ausblick über das weite Flusstal des Tasman River hinauf zum Mount Cook, dem höchsten Berg Neuseelands.


    Direkt neben dem Lake Wanaka liegt ein weiterer See - der Lake Hawea. Während am Lake Wanaka der Tourismus tobt, ist es am Lake Hawea ganz still und friedlich.


    Die Sonnenuntergänge am Pacifik sind grandios. Hier aufgenommen am Punakaiki Beach, übrigens nur einen Kilometer entfernt vom oben erwähnten Pororari River Track.


    Vielen Dank fürs Betrachten :)

    Kann ich aufgrund der starken Anastomosen, die sehr auffällig waren davon ausgehen das das acCerRimus ist?

    Meiner Ansicht nach korrekt bestimmt. Offensichtlich hast Du Dich um die eindrückliche Erfahrung eines Kostversuchs gebracht. "acerrimus" heißt so viel wie "der Allerschärfste" :P

    Hallo Eric,


    kennst Du noch die weißen Stinker aus dem Jenaer Forst und hast den Geruch in der Nase? Eine Mischung aus ranzig süßlich mit einer widerlichen stechenden Unternote. Mal überwiegt der süßliche Anteil, mal der stechende chemische Geruch. Unter Buchen+Eichen. Demzufolge T.album?

    Hallo,


    an der Westküste der Südinsel fließt der Pororari-River in den Pazifik. Am Fluss entlang gibt es einen wundervollen Wanderweg, und wegen der hohen Luftfeuchtigkeit ab es bei unserem Ausflug auch viele Pilze.


    Zunächst einige Eindrücke wie es dort aussah: eine eng in die Berge eingeschnittenes Tal mit üppiger Vegetation. Neben vielen exotischen Laubhölzern gab es dort auch die in Neuseeland allgegenwärtigen Baumfarne. Der Wasserstand des Flusses veränderte sich übrigens im Laufe des Tage, weil die Tide des Pazifik das Wasser vermutlich staut oder gar zurück drückt.










    Aber nun wieder zu den Pilzen:


    1) erinnerte mich an einen Dachpilz




    2) ein profaner Schwärzender Saftling?!




    3) direkt an der Wegböschung ein wundervoll gefärbter Täubling




    4) Ein weiterer Täubling, der an einen Stachenbeertäubling erinnert




    5) ein Pilz, der wieder an einen Buchenschleimrübling erinnert




    6) die gleiche Art wie Pilz 1)?




    7) leider sehr unscharf abgebildet, aber ich fand den Fund sehr interessant. Ein Schleimpilz?



    8) offensichtlich ein Schwindling



    9) dazu fällt mir gar nichts ein. Aber ohne Frage sehr hübsch anzuschauen




    10) erneut ein Saftling?



    11) ohne eine Idee




    12) eine kleine Tintlingsart



    13) kleine lamellige Pilze an Laubholz



    14) ein hellsporiger Freiblättler - Ideen zur Gattung?




    Zum Abschluss noch einige florale Impressionen:


    eine unbekannte Beere



    Ein junger Trieb eines Baumfarns. Schaut aus wie aus einer anderen Welt.



    So schaut ein Baumfarn-Stamm im Inneren aus :huh:


    Früchte einer palmartigen Pflanze


    Soweit die Eindrücke vom Pororari River :)

    Hallo Stefan,


    ich gehe mit, das rein optisch T.ustaloides nicht zu passen scheint. Aber die Bitterkeit ist so ausgeprägt, dass man sie eigentlich nicht ignorieren kann?!


    Die Pilze liegen seit Mittwoch im Kühlschrank und könnten heute Abend auf den Dörrex. Aber was dann damit anfangen?

    Hallo,


    ich fand vor einigen Tagen im Mischwald einen braunen Ritterling. Der Hut ist hellbraun, in der gebuckelten Mitte dunkler, am gerippten Hutrand deutlich heller; Huthaut leicht überhängend. Lamellen weiß, ebenso die Stielspitze. Darunter relativ jäh in eine bräunliche Natterung übergehend, die bis zur Stielbasis reicht. Geruch unauffällig, Geschmack gallenbitter: Zunge an die Huthaut halten reicht bereits, Geschmackstest der Huthaut regelrecht widerlich bitter. Fundort war ein Wegrand an einer Frostschutz-geschotterten Straße unter Buche, Pappel, Kiefer und möglicherweise auch Eiche.


    Laut der FN gibt es unter den braunhütigen Ritterlingen eigentlich nur eine derart bittere Art: den Bitteren Eichenritterling (Tricholoma ustaloides). Kann das hinkommen?


    Das ist C.dionysae Agg. Nach neuesten Erkenntnissen heißt die Art C.olivaceodionysae. Habe ich auch erst letzte Woche auf der Cortinarientagung gelernt

    Hallo Uwe,


    super, ich freue mich sowohl über den Fund als auch das Erfolgserlebnis beim schlüsseln. Soweit ich Dich verstanden habe, gibt es nun statt C. dionysae nun mehrere Arten, die alle mehling riechen/schmecken? Wie bekommt man die nun auseinander?

    Hallo Uwe,


    danke Dir für Deine Einschätzung. Der Geruch war übrigens so prägnant, dass er auch von mykologisch Unerfahrenen nachvollzogen werden konnte und teils sogar ohne Hilfe erkannt wurde.


    Gibt es eine weitere Möglichkeit, die beiden Arten auseinander zu halten? Die Sporenmaße und die KOH-Reaktion scheinen nahezu gleich zu sein?

    Hallo Chris,


    den zweiten Fund mit seinen wirklichen sehr düsteren (dunklen)Lamellen hätte ich auch C.infractus genannt. Beim ersten Fund traue ich mir aber keine Aussage zu.


    C.infractus ist mittlerweile ein Aggregat aus mehreren, makroskopisch kaum zu trennenden Arten.

    Wegen des stark gelben Velumbandes oberhalb der Knolle hätte ich jetzt an Cortinarius aureopulverulentus gedacht - nur der riecht halt nicht mehlig. Dafür reagiert er aber mit KOH auf diesem gelben Velum leuchtend tintenrot, C. dionysae dagegen meines Wissens nicht. Also ohne die KOH-Probe gemacht zu haben würde ich mir hier keine Artdiagnose zutrauen.

    Hallo Stephan,


    C. aureopulverulentus kenne ich mit einer anderen Hutfarbe dem reinen Kalknadelwald unter Fichte. Und das Velum sollte eher leuchtend gelblich ("Goldstaub" = namensgebend) sein? Aber Du hast recht - KOH würde mehr Klarheit schaffen. Ich schaue mal ob die Fruchtkörper bis Sonntag im Kühlschrank überleben, dann bin ich wieder zu Hause und kann mit KOH testen.


    Mal sehen was Cortinarius dazu sagt.

    Cortinarius melanotus müsste allerdings ja diese olivbraunen Velumbänder am Stiel haben ("Braunnetziger" Raukopf).
    Bei Cortinarius venetus (Grünfaseriger Raukopf) wäre das Velum am Stiel gelblich. Gut durchfeuchtet kann C. venetus auch mal recht dunkel ausschauen, und hätte halt auch diese Grüntöne.

    Hallo Pablo,


    danke für Deine Hinweise. Es ist doch hilfreich, wenn man die doch sehr ähnlichen Arten mal persönlich in der Hand hatte. Ich füge hier mal einen Bildausschnitt bei, auf dem man an einigen Stielen mehrere bräunliche Velumbänder erkennen kann. Die Frage ist nun: reicht das um es als "braunnetzig" zu bezeichnen? Die Stiele scheinen sich durch Berühren sehr schnell umzufärben - beim nächsten Fund muss ich wohl etwas vorsichtiger zu Werke gehen.


    Mal sehen was Cortinarius dazu sagt.