Beiträge von Chorknabe

    Hallo,


    an C glaucopus mag ich nicht glauben. Die Art hat einen viel dunkleren, gräulich-bräunlichen Hut, der jung am Hutrand grünliche Töne hat. Dein Fund lässt mich spontan an C. corrosus denken, der aber wegen der Sporengröße nicht zu passen scheint.


    Die Sporen hast Du von den Cortina-Resten am Stiel entnommen?

    Schöne Sachen findet ihr da :-) Beim Schleierlingskurs vorletzte Woche waren die Wälder leider ziemlich leer. Auf den Wiesen scheint es nun besser auszusehen.


    Wo genau findet der Kurs denn statt bzw. (Seminarraum)?

    Ein Vorschlag: besorge Dir mal verschiedene Tageszeitungen und probiere aus, bei welcher der Wielandtest mit Knollis am deutlichsten anschlägt. Von dieser Zeitung legst Du Dir dann einen Stapel ins Regal.


    So habe ich das letztes Jahr auch gemacht, um im Falle einer Vergiftungsfall-Anfrage gerüstet zu sein.

    Das sollte der echte C.calochrous s.str. , Amethystblättriger Klumpfuß sein.

    [..] gelbes Knollenvelum

    Hallo Uwe,


    ich habe mal versucht, diesen Fund mit der FN zu schlüsseln. Man kommt gut hin, aber zum Schluss wird nach gelbem Knollenvelum und gelbem Mycel gefragt. Mir fällt es schwer, das auf den Bildern zu erkennen (allerdings habe ich mich auch im Schleierlingskurs letzte Woche in Oberhof bei der Bewertung von Velum-Farben generell schwer getan 🙄 ). Auf welchem Bild ist das besagte gelbe Knollenvelum zu erkennen?

    Hallo,


    das wird schon eine Phlegmatie aus der Sektion Fulvi sein. Aber für splendens und ähnliche Arten wie citrinus etc. ist der ganze Pilz viel zu trüb gelb, auch das Fleisch müsste wirklich leuchtend gelb sein.

    Edit: ich sehe gerade den Vorschlag Tricholoma orirubens. Laut FNE4 läuft die Unterscheidung über das gelbe (T. orirubens) versus das weißliche (T. atrosquamosum) Stielmyzel. Also müsste man nochmal genau auf das Stielmyzel schauen, wie das gefärbt ist.

    Allerdings bezweifelt bspw. Andreas Gminder die Verlässligkeit dieser Unterscheidung. U.a. weil sich das Stielmyzel seiner Aussage nach im Sammelkorb auf dem Weg nach Hause ver-/entfärben kann. Ich selbst habe diese Erfahrung nicht gemacht (aber auch nie aktiv verfolgt).

    Hallo,


    eine Vergiftung mit einem ungenügend erhitzten Parasol wäre typisch. Paniert in der Pfanne genügen wenige Minuten von beiden Seiten nicht. Jeder Teil des Pilzes mus 70..80° für einige Minuten abbekommen haben, damit alle Giftstoffe durch die Hitze zertsetzt werden. Also lieber weniger Hitze einstellen und besser länger in der Pfanne lassen.


    Eine Wechselwirkung mit Alkohol ist unwahrscheinlich.

    Einen Schneckling sehe ich hier trotz des suboptimalen Bildes beileibe nicht. Die Lamellen sehen nicht sehr "wachsartig" aus und sind viel zu sehr herablaufend für einen Schneckling. Auch deutet der gesamte Habitus auf einen Trichterling. Wahrscheinlich ists einfach nur Clitocybe gibba.

    Hallo Harald,


    ich kam auf diese Idee wegen des Steils, der einerseits verbogen zu schein scheint und auch spitz zur Basis zulaufen könnte. Die Stielspitze sieht fast wie punktiert aus - was ebenso zu Hygrophorus passen würde. Die Lamellen sind etwas eng und deutlich herablaufend - aber von den Bildern her würde ich hier noch keinen Schneckling ausschließen. Aber mit den vorliegenden Bildern und Informationen bleibt es Rätselraten. Wenn man das Teil mal persönlich in der Hand hatte wäre aber vermutlich sofort klar ob es in Richtung Hygrophorus geht oder eben nicht.

    Die Lila Pilze sind entsorgt. Schade drum. Euch vielen Dank:thumbup:

    Offensichtlich hast Du die mutmaßlichen Stockschwämmchen NICHT entsorgt? Dazu kann ich Dir aus der Praxis eines PSV folgendes sagen: Stockschwämmchen wachsen am Fundort gern in großer Anzahl. Leider können dazwischen der tödlich giftige Verwechslungspartner "Gifthäubling" untermischt mitwachsen. Beim Ernten kann also schnell mal ein böser Pilz mit im Korb landen. Daher muss jeder einzelne Fruchtkörper mit Stiel begutachtet werden. Fruchtkörper ohne Stiel werden gleich entsorgt.


    Was ich damit sagen möchte: von zwei Bildern einiger weniger Fruchtkörper kann man nicht beurteilen, ob ALLE Pilze Stockschwämmchen sind oder nicht. Stockschwämmchen sind keine Anfängerpilze! Und - mit Verlaub - wer Schleierlinge mit Lila Rötelritterlinge verwechselt, der sollte seine mutmaßlichen Stockschwämmchen-Funde unbedingt einem PSV vorstellen.

    Die Stockschwämmchen schauen korrekt bestimmt aus, aber die violetten Pilze sind keine Rötelritterlinge sondern Schleierlinge. Gut erkennbar an der rostroten Ringzone am Stiel und den im Alter nach rostrot verfärbenden Lamellen. Welche Art dies ist, kann ich nicht sagen. Dennoch sei mir der Hinweis gestattet, dass es nur sehr wenig essbare Schleierlinge gibt, viele sind dagegen unverträglich oder gar (teils heftig) giftig.

    also ich rieche eigentlich gut, aber einen carbol geruch habe ich keinen bemerkt. soll aber auch erst auftreten wenn die gekocht werden. aber kochen tu ich den sicher nicht.

    Mit dem Schnittbild ist es jetzt eindeutig 🙂 Hast Du mal an der gelb verfärbten Stelle direkt nach dem Schneiden gerochen? Der Karbolgeruch sollte dann merklich zu Tage treten.

    Hallo,


    das sind beides Champignons. Davon gibt es allerdings viele Arten, die teils nicht so leicht zu bestimmen sind. Mach doch mal einen Längsschnitt durch den ganzen Pilz und davon ein Bild. Achte besonders auf die Stielbasis (also ganz unten am Stiel): verfärbt sich dort der Bereich knallig gelb. Rieche auch mal daran: riecht die verfärbende Stelle vielleicht chemisch, nach alter Tine oder dergleichen?

    Schleierlinge haben in jungem Stadium einen Schleier der die Lamellen verhüllt. Wenn der Hut aufschirmt, reißt der Schleier auf. Es bleibt aber immer ein Rest Schleier im oberen Bereich des Stiels hängen. Darin verfängt sich dann rostbraunes Sporenpulver, so dass ältere Exemplare immer eine Art rostbraune Ringzone am Stiel haben. Das ist das wichtigste und eigentlich auch leicht erkenntliche Merkmal der Cortinarien.


    Fälblinge haben eher graubraunes Sporenpulver. Eine Cortina (also Schleier) haben sie meines Wissens nach nicht. Es gibt wenige Arten Arten mit Ring, die meisten Arten aber haben keinen. Bei vielen Fälblingen ist dagegen die Stielspitze sehr rau (wie sägefrischen Fichtenholz aus dem Baumarkt). Und die Geruchskomponenten bewegen sich meist zwischen Schokoladenpulver und Rettich (Ausmahme: der Marzipanfälbling). Und schließlich sind nahezu alle Fälblinge in allen Teilen des Fruchtkörpers +- Milchkaffe-farben. Das macht sich auch durchaus schwer zu bestimmen, weil sich die Arten makroskopisch sehr ähneln.

    Die giftigsten Vertreter, wie z.B. der Satanspilz, lösen "nur" ein starkes gastrointestinales Syndrom aus, also Erbrechen, Durchfälle etc.

    Wenn ich also nicht falsch liege - man möge mich sonst verbessern - dann wirst du das schon überleben.

    Das Erbrechen und die Durchfälle können allerdings derart fulminant auftreten, dass der Wasserhaushalt des Körpers ins Straucheln kommt: oben und unten verliert man in Größenordnungen Flüssigkeit (und Mineralstoffe!), und trinken nützt nicht weil es der Magen sofort wieder loswerden will. Im Grunde wie bei einer heftigen Noro-Virus-Infektion. Mindestens bei Kindern, alten oder kranken Menschen ist dann ein Krankenhausbesuch dringend angeraten, weil man nur noch mit dem Tropf die Flüssigkeit und Mineralstoffe in den Körper bekommt. Passiert das nicht, besteht tatsächlich u.U. Lebensgefahr.

    Ich sehe hier ebenfalls Tricholoma ustale. Teils büscheliger Wuchs, oft etwas wellige bzw. verborgene Hüte, dazu die Farben und mitunter eine ordentliche Schleimschicht oben drauf - für mich passt das ziemlich gut. Die genatterten Stiele finde ich allerdings auch etwas atypische.

    Wie bei allen Milchlingen sind die Begleitbäume wichtig für eine Bestimmung. Gab es denn Birken in der Nähe? Davon abgesehen: L. torminosus ist brennend scharf, und zwar unmittelbar. Erst mild und dann schärflich passt nicht.


    Davon abgesehen kann man zum Fund nicht viel mehr sagen. Nichts für ungut, aber die Präsentation als auch die Informationen Deines Fundes sind (sehr höflich ausgedrückt!) unzureichend.

    warum nicht sciodes? Einen kleinen Buckel hat er ja! T. bresadolianum soll doch angeblich nur bitter aber nicht scharf schmecken.

    Hallo Peter,


    T.sciodes kenne ich mit seidigem Hut, radialfaserig eingewachsen und metallischen Glanz. Dunkel kontrastierende Hutschuppen passen da nicht so recht ins Bild und lassen an eine andere Art denken, ebenso die dunkel geschuppten Stiele.

    Ein Tigerritterling ist es allerdings nicht - denn nach dem ersten Blick im Wald, hab ich wg. der scharfen Sorten (virgatum, sciodes) noch einen Geschmackstest gemacht - und es brannte nach einiger Zeit brutal und anhaltend

    Diesen Kommentar habe ich erst jetzt gelesen. :| Damit entfallen meine obigen Vorschläge natürlich. Auch sehe ich erst jetzt auf dem großen Monitor einen recht metallischen Glanz der Hüte, was die von mir vorgeschlagenen Arten ebenfalls ausschließt. T.bresadolianum gefällt mir als Vorschlag ebenfalls gut.

    Das schaut schon wie ein Parasol aus. Der Ring kann auch mal etwas fester auf dem Stiel sitzen, wodurch er sich nicht verschieben lässt. Wichtig ist, dass er nicht ANGEWACHSEN ist.