Beiträge von Steigerwaldpilzchen

    Hallo Jörg,


    Hinter Tricholomopsis rutilans stecken ja mehrere Arten. Da kennt sich Christoph ja gut aus und hatte mal geschrieben, dass es Arten mit weniger gelben Lamellen gibt. Das wäre dann also gerade nicht T.rutilans s.str. sondern eine andere nahstehende Art.


    LG Thiemo

    Hallo,


    ob es hier wirklich ein Mikroskop braucht, muss sich zeigen. Aber etwas anderes würde es zur Bestimmung brauchen, vorausgesetzt ihr hab den Pilz noch: Einen Sporenabdruck.


    Dazu den Stiel ganz oben vom Hut abschneiden und den Hut mit den Lamellen nach unten auf ein Blatt Papier oder noch besser durchsichtige Glasplatte legen und das Ganze mit einer Schüssel abdecken. Nach einigen Stunden (ggf. nach einem halben Tag) ist das Sporenpulver so dicht, dass man es mit bloßen Augen sehen kann. Dann mit einer Klinge etwas zusammenkratzen und die Farbe beurteilen.


    Hier stellt sich die Frage ob Weiß oder Cremegelblich, um die Möglichkeiten einzugrenzen. Super ist, dass wir bereits den Geschmack kennen.


    Wenn es in deinem Buchenwald keine Birken oder Eichen gibt, kannst du allein deswegen R.exalbicans und R.galochroa streichen. Momentan würde ich bei weisen Sporenpulver auf einen blassen R.vesca tippen, bei Cremefarbenen klingt R.faustiana ganz gut…


    LG Thiemo

    Hallo Jörg,


    schöne Pilze gibt es ja schon bei dir in den Parks. Da er gerade im Forum schon angefragt wurde, den Hainbuchen-Täubling gibt's bei dir auch. Vielleicht stolperst du die Tage mal darüber, denn ich glaube den hattest du noch nie gezeigt? Den hatte ich mal entdeckt, als ich in Chemnitz war, du aber nicht so recht mobil warst. Vielleicht klappt es dieses Jahr mal mit einem Treffen bei uns beiden. Ich hab die Hoffnung noch nicht aufgegeben. :)


    R.carpini - Blindenanstalt



    LG Thiemo

    Hallo claus,


    langsam hält man es auf der "Zuschauertribüne" nicht mehr aus, wenn man im laufenden Jahr selber noch keine Russula untersuchen konnte. Also bitte um Verständniss, falls ich wo reingegrätscht bin was du noch auflösen wolltest. Hautsache ist es hilft Sebastian weiter, der sich hier viel Arbeit gemacht hat. :)

    Vielleicht kommt ja auch dieses Jahr eine gemeinsame Tour am Blutsee zustande? Würde mich freuen.

    LG Thiemo


    Hallo Stropharia.


    ich denke auch, dass dein Fund auf den Namen Halbkugeliger Ackerling Agrocybe pediades hört, denn so sehen "meine" auch aus.

    Was man noch ohne Aufwand/Mikroskop überprüfen könnte, wäre der mehlartige Geruch beim zerreiben des Fruchtkörpers um Doppelgänger (z.B. Agrocybe vervacti) auszuschließen, denen dieses Merkmal fehlt.

    LG Thiemo

    Hallo Sebastian,


    auch wenn dein Täubling nicht so recht gilben will, wüsste ich auch nichts besser passendes als Russula carpini.

    Mild, IVd, Hainbuche, Frühsommer, Sporenornament hoch und isoliert (die Stacheln könnten etwas länger sein, ich vermute die sind beim Mikroskopieren "abgebrochen" dass passiert sehr leicht), Dermatozystiden samt Aufbau, rote Flecken auf dem Hut - auch ohne dass du bei den Haarendgliedern sicher bist denke ich dass das ausreicht. Etwas duften darf er auch (zumindest kenne ich das auch so von meinem Fund). Unter Eiche käme der etwas kleinere R. odorata in Betracht, aber mit deutlich anderer mikroskopischer Landschaft. Genau so kann man die ganzen milden Gelbsporer mit Primordialhyphen ausschließen. Sehen wir es mal andererum: Wenn es nicht der Hainbuchentäubling ist, ist's ne unbekannte Art ;) .

    LG Thiemo

    Hallo Chistoph Tricholomopsis


    Ich bringe dieses tolle Dokumentation mal wieder ans Licht, weil ich möglicherweise A.osecanus gefunden habe.


    Es handelt sich um einen stattlichen Anis-Egerling (Schäffer/KOH positiv) in einem Grünstreifen. Auffällig ist das der Pilz fast nicht gilbt und nur schwach nach Anis riecht. Das hat mich dann auch am klassischen A.arvensis zweifeln lassen. Die Sporen sind zu klein (6,5-7,5 x 4,75-5,5 N=13) für A.urinescens.


    Meine Bitte: Hast du vielleicht Bilder von deiner Mikroskop-Arbeit an der Lamellenschneide, damit ich mit meinen vergleichen könnte? Ich muss auch gestehen, dass ich A.arvensis bisher nie mikroskopiert habe.


    LG Thiemo

    Hallo,


    bei der Gelegenheit könnte man auch probieren ob sich mit KOH die gleiche Reaktion einstellt. Vermutlich handelt es sich nur um eine Säure-Base Reaktion die zum Farbumschlag führt, das dürfte mit allen Basen klappen. Zumindest bei Russula sardonia geht es mit KOH genauso wie die in der Literatur beschriebene Reaktion mit Ammoniak-Dämpfen.

    LG Thiemo

    Hallo Felli,


    danke für den Hinweis. Die Paraphysen waren unverzweigt und vorne leicht verdickt, aber auf Guttulen hatte ich nicht geachtet. Falls ich noch einen Fruchtkörper finde reiche ich natürlich Bilder nach.


    Ich glaube ich hatte die Komplexität der Pezizen etwas unterschätzt indem ich davon ausgegangen war, dass die Sporen dann schon zu P.vesiculosa passen würden. :(


    LG Thiemo

    Hi,


    Ja Baumwollblau wird beim nächsten mal mitbestellt. Nimmt man dann in Wasser oder Milchsäure?


    Die Amyloid-Reaktion wurde mit den oben gezeigten Fruchtkörper gemacht. Die Sporen stammen aus einem anderen, an der gleichen Stelle gewachsenen Becher mit makroskopisch gleichem Erscheinungsbild, aber zwei Wochen später. Persönlich würde ich daher schon davon ausgehen, dass ich hier nur eine Art habe.


    LG Thiemo

    Hallo zusammen,


    die letzten Wochen sind im Garten eine Horde Becherlinge aufgegangen. Da sich die Täublinge bei uns noch Zeit lassen, habe ich mich auch mal an einen Asco herangewagt.



    Unter dem Mikroskop konnte man mit Lugol deutlich blau gefärbte Ascusspitzen erkennen. Jedoch waren alle Asci noch ohne Sporen, der Becherling war einfach zu frisch. Ohne die Sporengröße zu kennen, hätte ich aufgrund der blasigen Außenseite der Fruchtkörper und der Größe auf den Blasigen Becherling Peziza vesiculosa getippt.


    2 Wochen später habe ich mir einen älteren Fruchtkörper geschnappt und noch mal reingelinst. Die Asci waren nun voller Sporen aber immer noch nicht reif zum sporulieren. 3 Tage später hat er dann von sich aus Sporenwölkchen abgefeuert. Diese Sporen habe ich vermessen und komme auf: 16,5-17,5-19 x 9-10,5-11,5, leider viel zu klein für P. vesiculosa. Sie sind ohne Öltropfen uns erscheinen (für mich) weitgehend glatt. Baumwollblau steht mir leider nicht zur Verfügung, versuchsweise nur ein kläglicher Versuch mit Kresylblau, was das Lumen färbt.
    Daher meine Frage an die Ascofans, könnte das Peziza fimeti sein? Ist aber auf bloßer Gartenerde gewachsen (Säcke voll Erde aus dem Markt könnte ja Dung enthalten). Oder was kommt noch in Frage?


    Spore x1000[Öl] in Wasser



    Sporen x400 in Brilliantkresylblau (nicht Baumwollblau)



    LG Thiemo

    Hi Jan,

    -Dotter-Täubling (R. lutea) > Maculatinae?

    -Grüner Heringstäubling (R. elaeodes) > Viridantinae?

    Die beiden sind unter anderem Namen in der Liste zu finden:


    - Dotter Täubling R. lutea = Glänzendgelber Dottertäubling R. acetolens (Chamaeleontinae)
    - Grüner Heringstäubling R. elaeodes = Grüner Nadelwald-Heringstäubling R. clavipes (Viridantinae)
    Zumindest bis die/eine Arbeit zu den Heringstäublingen raus ist (weis jmd mehr dazu?), würde ich der Synonymie von Pilze-Deutschlands folgen.

    LG Thiemo

    Hallo Jan,


    ich hänge mal eine Übersicht mit ca. 145 Arten an.

    Die Einteilung der Sektionen erfolgte nach morphologischen Gesichtspunkten gemäß Romagnesi & Bon und berücksichtigt keine neuen molekularbiologischen Erkentnisse.
    Die Reihenfolge in der ich die Sektionen behandle ist ohne verwandtschaftlichen Zusammenhang. Nach den Schwärz- und Weißtäublingen kommen jedoch erst mal alle scharfen Arten und erst danach die Milden.

    Täublinge nach Sektionen.pdf

    LG Thiemo

    Hallo Jörg,


    schöne Funde konntes du bei dir machen. Ich bin auch gar nicht neidisch :whistling: .

    Ich hatte heute, ebenfalls angespornt von den kürzlichen Beiträgen, unsere sandig-sauren Kiefernwälder nach Frühjahrs-Lorcheln durchstöbert - leider vergebens. Auch Gyromitra ancilis ließ sich nicht am bekannten Ort blicken. Stattdessen hatten die Holzfäller großflächig gewütet. :(

    LG Thiemo

    Hallo,


    angenommen es geht hier um einen Rötelritterling, würde ich den Lilastieligen Lepista personata/saeva ausschließen wollen. Ich habe bisher in keinerm Altersstadium lila Farbe an einer anderen Stelle wie dem Stiel gesehen. Hier scheinen die Lamellen lila getönt.

    Für den Schmutzigen Lepista sordida sind die habituell ganz schön wuchtig.

    Ich kenne zwar den Blassblauen Rötelritterling Lepista glauconata nicht persönlich, aber wäre das vielleicht eine Alternative neben L.nuda?


    LG Thiemo

    Guten Abend,


    danke für die aufschlussreichen Beiträge. X. dryophilus sagt mir zumindest etwas, dann werd ich den gedanklich zu X redeuilhii umwidmen.
    Nun lohnt es sich ja richtig, vermeintlich gemeine Rotfüße genauer anzuschauen. ^^
    Was da noch alles zu uns einwandert. Ich warte schon gespannt auf den ersten Parfümierten Trichterlings-Fund in D.

    LG Thiemo

    Hallo Schupfi,


    da hab ich dir gut zugearbeitet, was. :cool:

    Die Nr 9 ist schon arg komisch. Mich irritiert vor allem die im Schnitt dunkle Stielbasis. Wenn ich das als pathologische Veränderung abtue und somit ignoriere, wäre das für mich schon ein (älterer) X.pruinatus. Eben weil die rote Subkutis derart ausgeprägt erscheint und das gelbe Stielfleisch unterhalb der Stielspitze schwach blaut.

    Am meisten Probleme hatte mir nach der ominösen Nr. 9 die Nr. 6 gemacht. Ich fand die Rotfärbung ziemlich schwach aber letzlich doch ausreichend für den gemeinen X.chrysenteron.

    LG Thiemo

    Hallo,


    Ich find's klasse. Ein schönes Rätsel für die röhrlingsfreie Zeit. :)

    Bin gespannt!

    LG Thiemo