Beiträge von Steigerwaldpilzchen

    Hallo,


    Wer/welche Quelle rät vom Verzehr von Schnecklingen ab? Lese ich zum ersten Mal muss ich sagen. Nächste Frage wäre ob die Substanzen hitzestabil sind und überhaupt von menschlichen Körper resorbiert werden.


    Ich finde zumindest Schwarzpunktierte Schnecklinge mild und ohne aufdringlichen Geschmack. Bei den Frostis reicht es bei mir nur für Einzelfunde, die waren geschmacklich auch ok (alles geschmort).


    LG Thiemo

    Hallo Maria,


    Ich teile die andernorts aufgekommenen Zweifel. :)


    Für mich ist dein Fund eine Krause Glucke, die schon einmal geerntet/abgeschnitten wurde und dann weitergewachsen ist. Dann wird daraus eine „Grob gekräuselte Glucke“. ;)


    Entscheidend ist für mich die Stellung der Äste. Vergleiche mal mit Malones Fund, der zweifelsfrei eine Breitblättrige zeigt. Die Endungen der Äste stehen aufrecht und sind gewellt, nicht gekräuselt.


    LG Thiemo

    Hallo,


    danke an Harald für den prägnanten Überblick. Tatsächlich bin ich erst kürzlich auf die Aufspaltung aufmerksam geworden und habe den Beitrag hier mittels Suchfunktion gefunden.

    Vielleicht ist die Frage trivial, aber was ich nicht verstehe ist welche Schleimköpfe nun in die Gattung Phlegmacium abwandern und welche nicht.

    Z.B. ist noch das Taxon Cortinarius variecolor zu finden. Müsste das jetzt dann nicht Phlegmacium sein? Pilze-Deutschland hat die Aufspaltung schon übernommen (geprüft habe ich Phlegmacium saginum, Calonarius splendens), aber Cortinarius variecolor bleibt wohl bei Cortinarius. Das verwirrt mich um so mehr, weil im verlinken Artikel der variecolor im Kladogram bei Phlegmacium zu finden ist!

    Oder es braucht einfach mehr Zeit für die vollständige Umstellung. :) Cystinarius crassus fehlt ja auch noch.

    LG Thiemo

    Hallo,


    soweit ich weis, wurde die kleinere Art im Nadelwald mit wohl scheinbar länger feucht bleibenden Huthaut als L.aurantiacus und die etwas größere aus dem Laubwald mit von Beginn an trockenen Huthaut als L.mitissimus angesehen. Ich würde die gem. FoNE 2 zusammenfassen.

    Die Makrozystiden findest du an den Lamellen. An der Schneide Cheilomakrozystiden und auf der Fläche noch größere Pleuromakrozystiden. Bei L.rubrocinctus erreichen die Pleuromakrozystiden die Länge von 0,1 Millimeter!


    LG Thiemo

    Hallo,


    Der Milde Orangemilchling Lactarius aurantiacus = mitissimus ("Laubwald-Art") ist nicht so stattlich, bei ihm sind der Lamellenansatz und auch die Hutfarben anders.


    Mit der rotbraunen Verfärbung gäbe es noch den Rotgegürtelten Milchling Lactarius rubrocinctus. Dieser seltene Doppelgänger ähnelt L.fulvissmus viel mehr in Statur und auch Lamellenansatz als L.aurantiacus und kommt wohl in ähnlichen Habitaten vor. Hier müsste man Glück haben die dunkle Zone am Lamellenansatz zu sehen oder an's Mikro um die Makrozystiden zu beobachten, sonst ist eine Verwechslung nicht ausgeschlossen.

    Wahrscheinlich ist der Fund zu L.fulvissimus agg. zu zählen.


    LG Thiemo

    Hallo Benjamin,


    von meiner Seite keine Einwände an deiner Bestimmung als Ockertäublinge Russula ochroleuca.


    Der Ockertäubling ist farblich variabel. Von semmelfarben über braungelb bis hin zu olivgelb ist alles möglich. Wichtig ist, dass Stiel sowie Lamellen weißlich sind (Ochroleuca = ockergelb und weiß). An der Basis hat der Stiel meist ockerliche Flecken (frische Exemplaren reagieren mit KOH rot) und durwässert kann die Stielrinde erstaunlich stark grauen, so dass die Art dann öfters fälschlich für den Gelben Graustieltäubling gehalten wird. Der Geschmack ist für gewöhnlich erträglich scharf, selten mild.


    LG Thiemo

    Hallo,


    diese putzigen Risspilze hatte ich heute bei Gartenarbeiten entdeckt. Einige ganze Kollektion von jung bis alt mit einigen charakteristischen Merkmalen, daher versuche ich's mal. :)

    Ich komme mit FN auf Inocybe cincinnata - Lilaspitziger Risspilz.

    Hut: zu 1-3cm, ein ganz alter knapp 5 cm, Oberfläche faserig
    Lamellen: mit dunklel gefärbter Schneide
    Stiel: jung mit Violettton im oberen Teil, auf ganzer Länge faserig-schuppig, Basis nicht verdickt
    Fleisch: beige-weißlich, an der Stielspitze etwas violett
    Geruch: schwach spermatisch
    Sporen: 9,75-10,75 x 5,5-6,0
    Pleurozystiden mit Kristallschopf reichlich vorhanden, Hals meist recht lang, Wände dick und mit KOH gelb reagierend


    stärker belichtet




    Sporen in Wasser x1000(Öl)





    Pleurozystiden in Wasser x400






    Lamellenschneide mit verd. KOH x400




    Was meinen die Inocyben-Spezialisten dazu?


    Danke und Liebe Grüße,


    Thiemo

    Hallo,


    ich hatte vom Lachsreizker bisher nur im Wald ein kleines Stückchen gekaut. Meines Empfindens nach, bekommt er einen unangenehmen leicht herben Nachgeschmack, ähnlich zum blattwanzenartigen Geruch des Eichen-Milchlings (Geruch und Geschmack geht ja beides über die Riechrezeptorn ;) ). Der Edel- und Wechselblaue Kiefernreizker sind geschmacklich deutlich besser, wie auch der Fichtenreizker.


    LG Thiemo

    Hallo,


    hab ein paar Tage nicht hier reingeschaut und den Beitrag jetzt erst entdeckt.


    Ich schwanke hier zwischen R.laricina und R.nauseosa. Will man es nicht bei R.nauseosa agg. belassen, würde ich aufgrund des dunklen Sporenpulvers und der deutlich gratigen Sporen zu R.laricina tendieren. Neben Marxmüller schreibt auch SARNARI, dass dieser unter Fichte kommen kann, nicht nur Lärche.

    Es ist schon so wie Oehrling schreibt, auf den exakten Namen festnageln muss man ihn dann selber.

    LG Thiemo

    Hallo,


    bei diesem Pilzchen bin ich heute völlig verunsichert gewesen, in welche Gattung es zu stecken ist. Mein erster Gedanke ging in Richtung Schüppling auch wenn komplett ohne Schuppen.
    Dies hat sich dann auch bewahrheitet und bei der Art komme ich auf den Nadelschüppling Pholiota spumosa. Seht ihr das auch so?


    Gefunden am Erdboden in einem Kiefern-Fichten Nadelwald mit einzelnen Buchen
    Hut: Mitte leicht gebuckelt, bräunlich, zum Rand gelb, klebrig, am äußersten Rand mit sichtbaren Velumresten, Durchmesser 4-5cm
    Lamellen: gelb
    Stiel: Spitze neongelb (analog zum Grünblättrigen Schwefelkopf), dann zur Basis zunehmend bräunlich befasert

    Geruch: eigenartig würzig/erdig (erinnert mich entfernt an Cortinarius nanceiensis)
    Sporen: Mittelwert 7,25 x 4,25mü, Keimporus sichtbar


    Meine Kamera schluckt beim fokusieren leider immer die Gelben Farbtöne



    Hier noch mal unscharf, aber farbechter:



    Zystiden in Wasser x400



    Zystiden ohne Verfärbung in KOH 3% x400




    Sporen in Wasser x1000(Öl)



    Danke für euer Interesse. :)


    LG Thiemo

    Hallo zusammen,


    vielen Dank für eure Antworten.

    Für meinen Teil gehe ich sogar stark davon aus, dass diese stattlichen Rötlinge analog zu E.sepium und Co. Mykorrhizapilze sind, wie Karl schon geschrieben hat.


    Bei meinem Fund war auf jeden Fall ein Mehlgeruch-Geruch festzustellen. Nicht so aufdringlich ranzig wie beim Maipilz, aber schon deutlich gurkenartig. Dann sollte alles zum Weißstielige Rötling Entoloma lividoalbum passen, nehme ich an? Freue mich über diesen persönlichen Erstfund. :)


    LG Thiemo

    Hallo,


    Aber gut "gephotoshopt" ^^ .

    Ich wüsste jetzt auch nocht nicht welche Art das sein soll. Vielleicht ist der Hut wirklich aufgrund eines Trockenschadens so aufgerissen. Das kenne ich z.B. von R.vesca, der kann nämlich auch gefeldert sein (ist hier natürlich keine Optioin). Hättest du mal Guajak daraufgeschmiert um einen der Buchenspeiteufel festzunageln.

    LG Thiemo

    Hallo,


    Ich habe heute diese großen Rötlinge in einem lichten Laubbaumareal (Tilia, Fagus dominiert) gefunden. Aufgrund der Größe (über 12cm Durchmesser!) und des Mehl-Gurkengeruchs dachte ich zuerst an den Riesen-Rötling, aber der müsste ja gelbe Lamellen im Jungzustand haben und einen heller gefärbten Hut. Bei diesem Rötling sind die Lamellen jung weißlich. In Verbindung mit dem etwas dunkleren, ungerieften Hut mit leicht konzentrischer hygrophaner Zone und dem sehr festen, weißfaserigen Stiel komme ich auf den Weißstieligen Rötling Entoloma lividoalbum.

    Welche weiteren Rötlinge müsste man differentialdiagnostisch abklären, ggf. auch mikroskopisch? Ich finde in der mir zur Verfügung stehenden Literatur keine echten Doppelgänger.



    Danke schon einmal für alle Hinweise.


    LG Thiemo