Beiträge von Steigerwaldpilzchen

    Hallo zusammen,


    diese "Hülle" ist mir bei meinem Fund an den Sporen nicht aufgefallen. Hier ein paar Bilder von Gyromitra ancilis:



    Sporen gabs von diesen knackfrischen Fruchtkörpern natürlich keine. Einen großen alten hab ich daheim unter einer Schüssel 3 Tage bei Raumtemperatur nachreifen lassen und hatte Erfolg (und ersten Schimmelbefall). :)


    x1000(Öl) in Wasser



    x1000(Öl) in MELZER


    VG Thiemo

    Hallo,


    Hallo Hassi,

    "nur" oberflächlich versauert reicht nicht. Der Boden muss auf jeden Fall sandig bis grobsandig sein, doch wo es auf der Alb oberflächlich versauerte Stellen gibt, ist der dortige Boden schwer, und es stehen dort Fichten und keine Kiefern.

    Ich selber muss auch knapp 100 Kilometer fahren, um eine Chance auf Frühjahrslorcheln live zu haben, weil sie auf unserem lehmig-tonigem Boden keine Chance haben.


    Bei uns in der Gegend gibt es fast überall, saure Kiefernwälder. Nur die geschotterten Wegränder sind nicht sauer und bringen entsprechende Arten hervor. Wenn aber mal eine Kiefer stürzt und die Humusschicht hebt, liegt drunter alles voll Sand. Trotzdem konnte ich bisher leider noch keine Frühjahrs-Lorcheln finden, nur Gyromitra ancilis. Ist natürlich immer Zufall so ein Fund, aber gibt es noch weitere, bekannte Faktoren?


    LG Thiemo

    Hallo,

    Bei 123pilze stieß ich zufällig auf die Aussage, auch der Frostschneckling sei roh essbar. Natürlich ohne Quellenangabe, und ich habe auch weder online oder in meinen Büchern

    dahingehende Informationen gefunden. Hat jemand so etwas schon mal anderswo gehört oder gelesen?

    Hämolysine wurden insb. in folgenden Gattungen und Familien nachgewiesen - das muss natürlich nicht jede Art betreffen:

    - Champignonverwandten

    - Schnecklingsverwandten

    - Wulstlinge

    - Schwefelköpfe

    - Milchlinge (<-> Mohrenkopf, Reizker[?])


    Frei von Hämolysinen sind:

    - Röhrlingsverwandte

    - Rötlingsverwandte

    - Täublinge


    - Quellen: Hämolysine - Attacken auf die roten Blutkörperchen, "Neues von der Giftpilz-Front Vortrag" v. Dr. L. Krieglsteiner


    Das betrifft zunächst nur nur die Hämolysine. Z.B. bei den Röhrlingen sind u.a. Lektine oder Xerocomsäurederivate für die Magen-Darm Unverträglichkeiten verantwortlich.



    Allgemein:

    Der Toxikologe der DGfM Siegmar Berndt schreibt in der Zeitschrift für Mykologie (86/1-2020) folgendes:


    "Als roh genießbar gelten - dünn geschnitten, gut gekaut und nur in kleinen Mengen - Steinpilz, Zuchtchampignon, Brätling, Kaiserling, das innere vom Hexenei der Stinkmorchel, die Ringe vom Parasol, sowie Oranger Becherling, Gallerttrichterling und Zitterzahn, letztere nur zu Dekorationszwecken im Salat.

    Von den Zuchtpilzen halte ich, roh genossen, den Champignon für geeignet. Allerdings empfiehlt der Bund Deutscher Champignon- und Kulturpilzanbauer (BDC) (...) auch Shiitake, Austernseitling, Igelstachelbart, Piopino und den Kräuterseitling zum Rohverzehr. Letztere sollen "fein gehobelt" werden und seinen "köstlich im Salat". Vergiftungen sind mir und wohl auch dem BDC nicht bekannt geworden."


    Beeindruckend wenn man bedenkt, dass gerade der Austernseitling roh als unbekömmlich gilt (Hämolysine). Toxinarme Zucht-Rassen, mangelhafte Resorption oder zügiger Metabolismus der Gifte - wer weis.

    Ich verzehre generell lieber keine Pilze roh, einzelne Kostproben mal ausgenommen.


    LG Thiemo

    Hallo Andreas,


    danke für den Tip mit USB 3.0. Darauf hatte ich gar nicht geachtet. Bei der 3MP Kamera (mit USB 2.0) hätte ich zwar eine kostengünstige Bezugsmöglichkeit gefunden, aber das ist neben der geringeren Pixelzahl natürlich auch ein Manko. Mal sehen für was sich das Christkind entscheidet :saint:.


    LG Thiemo

    Hallo,


    Danke für deine Antwort, Christoph. Ich kann nachvollziehen wie schwer ein Gattunsschlüssel gänzlich ohne mikroskopische Merkmale zu erstellen ist, hab ich mich hobbymäßig doch auch daran versucht. Daher kommt das gesteigerte Interesse, wie und ob manche Trennungen gelöst wurden.


    Das du als Autor/Koautor etwas mit den Werbeaktionen des Verlags zu tun hast, hätte mich auch sehr gewundert. Du musst dich dafür nicht entschuldigen. Die Werbung ist inhaltlich ja sogar interessant, also nicht von der dubiosen Sorte, was mich stört ist woher der Verlag die Daten nimmt und nutzt. Da reagiere ich manchmal etwas sensibel.


    Von der Leseprobe (Riesenbovist) bin ich schon mal überzeugt, wie viel Informationen hierbei zusammenkommen. Es ist wohl falsch das Werk es als weiteres Bilderbuch zu sehen, sondern vielmehr als Textwerk mit Bildern zum schmökern. :)


    LG Thiemo

    Hallo,


    vielen Dank für euer Interesse.

    Mir wäre es recht, nach der Suche und dem Fokusieren auf ein Merkmal, es am Bildschirm betrachten zu könne, da der längere Blick durchs Okuklar meine fehlsichtigen Augen doch recht anstrengt. Daher sind auch Messungen am Bildschirm wünschenswert, wohl wissend, dass eine genaue Messung wieder nur übers den Blick ins Okular gelingen kann, was ja auch mit Kamera nicht kategorisch ausscheiden muss. Bilder möchte ich keine für eine wissenschaftliche Arbeit machen. Das dient eher der persönlichen Dokumentation, aber auch zwecks der Kartierung von Arten, sowie dem zeigen oder vorstellen im Forum.

    Leider kenne ich dein Mikroskop nicht, so dass ich nicht weiter helfen kann.

    Ich hatte 2018 das angebotene Mikroskop vom mykoshop bestellt. Es handelt sich dabei um das trinokulare BMS (HPM) der d1 Reihe mit Köhler'scher Beleuchtung, wie es von Windaus Labortechnik vertreiben wird.


    Der genannte Händler bietet u.a. 3,1 und 5,1 MP Kameras an.

    (inkl. Ausgleichsoptik 0,4x, 0,5x Optik-Adapter auf 23,2 mm Tuben, mehrsprachiger Software mit Mess-Funktion, Metall-Apdapterhülsen 30,0 und 30,5 mm, Objektmikrometer 10 mm in 0,01 mm Teilen)


    Der Preis sollte die 350-400€ nicht übersteigen.


    Bei einer im Fototubus fixierten digitalen Mikrokamera treten aber keine Verwacklungen auf, hoffe ich. Das wäre schon etwas absurd, da kann ich sonst auch weiter durchs Okular knipsen. Und ich nutze das 100x Objektiv viel. :)


    Danke im Vorraus für weitere Informationen zum Thema.


    LG Thiemo

    Hallo,


    am makroskopischen Gattungsschlüssel würde mich ja interessieren wie breit dieser aufgestellt ist. Da das Buch ja brandaktuell ist, dürften (relativ neue ) Gattungen wie z.B. Leucocybe oder Infundibulicybe enthalten sein. Kann da wirklich eine makroskopisch Trennung zu Clitocybe erfolgen oder werden die beiden dann doch zu Clitocybe s.l. gebündelt?

    Ich hatte auch schon überlegt ob ein weiteres Populärliteratur-Buch überhaupt angeschafft werden soll, wobei ich doch von Christoph's geballtem Wissen beeindruckt bin.


    Zufälligerweise hat die Post heute einen Werbebrief für das Buch vom Quelle & Meyer Verlag gebracht. Ich hatte dort noch nie etwas bestellt, daher wundere ich mich sehr über die illegale Datennutzung zu Werbezwecken. Ich nehme an, dass diese von der PSV Übersicht der DGfM Website abgegriffen wurden, was natürlich nicht gestattet ist...

    Hat noch jemand so einen Brief bekommen?

    bitte stell' die aktuelle E-Mail-Adresse von Andreas ein

    Ich bin so frei: andreas@pilzkurs.de


    LG Thiemo

    Hallo zusammen,


    ich nutze nun seit gut zwei Jahren mein Mikroskop (HPM d1) und spiele langsam mit dem Gedanken mir dazu eine Kamera für den Fototubus zu kaufen. Bisher knipse ich nur mit dem Smartphone durchs Okular. Da fehlt mir auch irgendwie die Software zur Messung und Nachbearbeitung. Dabei ist mir schon klar, dass ein Foto immer ein Kompromiss ist und die Wirklichkeit nie so genau darstellen kann wie man sie mit eigenen Augen sieht und mit dem Feintrieb spielen kann.


    Welche Art Kamera verwendet ihr so, reichen gut 3 Megapixel oder machen 5 MP schon einen deutlichen Unterschied? Oder knipst ihr zum großen Teil ebenfalls mit Fotoausrüstung oder Smartphone die Bilder durchs Okular? Ich habe einmal bei einem Kurs sogar jemanden mit einem selbstgebauten Aufbau zur Handyablage gesehen :cool:.


    LG Thiemo

    Hallo Schupfnudel,


    ich wäre hier auch beim Milden Orange-Milchling L. aurantiacus.

    L. mitissimus
    sollte früher eine Art im Laubwald gewesen sein, ist jedoch synonym.

    L. fulvissimus ist kräftiger, am Hutrand deutlich heller (Zweifarbigkeit) und manchmal ansatzweise konzentrisch gefleckt. Bei ihm sind die Lamellen deutlich mit Zahn herablaufend.Auch eine Laubwaldart und kalkliebend.

    LG Thiemo

    Hallo Christoph,


    danke für die Klarstellung. Dann muss ich doch nicht mein Weltbild von doppelten und einfachen Ringen ändern und habe gleichzeitig die mögliche Ring-Ausprägung von Chorophyllum brunneum im Gedächtnis gespeichert.

    Nun ist das Rätsel um diesen Riesenschirmling ein Jahr später doch gelöst worden. :cool:

    LG Thiemo

    Hallo Werner,


    Danke für deine Antwort!

    Hier ist der untere Ringteil viel kürzer als der obere, wodurch der obere Teil meist nach unten hängt.

    Ich kannte den Begriff des "Einfachen Rings" zwar, dachte jedoch, dass der Teil welcher vom Velum universale gebildet wird vergänglich und schwach ausgeprägt ist. Das dieser lediglich verkürzt sein soll war mir nicht bewusst. Durch diese klare untere Ringkante hatte ich den Ring daher als "komisch-aber-doch-doppelt" bewertet.

    Damit hast du dann schon Recht, dass es sich um den "echten" M. konradii handeln könnte. Vielleicht fällt ja Tricholomopsis noch etwas dazu ein? :)



    Edit:
    Das war übrigens der Sporenabwurf vom letzten Jahr




    LG Thiemo

    Hallo nochmal,


    Danke für den Link. Werde ich mir anschauen.

    Brauchst dich auch nicht zu entschuldigen oder schlecht zu fühlen Thiemo. Wer lässt schon Macrolepioten aussporen; Maximal nur Christoph von uns..

    Du wirst lachen, letzes Jahr hab ich an exakt der gleichen Stelle einen solchen Macrolepioten gefunden und aussporen lassen. Vermutlich und wahrscheinlich ist er vom gleichen Myzel, aber nun mal nicht dieser Fund hier. Der Abwurf war nicht rein weiß, sondern blass rosa - Also kein M. mastoidea (gewesen). ;)


    LG Thiemo

    Hallo,


    Die Gattung der Riesenschirmlinge ist ja teilweise mit arg verworrener Taxonomie gespickt, daher hätte ich gerne eine Zweitmeinung.


    Nach meiner Recherche könnte dieser hier auf Macrolepiota rhodosperma / konradii sensu Gminder hören:

    - Schmächtiger Habitus

    - Ring weniger komplex als bei procera, Unterseite braun gefärbt

    - Feine, aber deutliche Stielnatterung
    - Sternförmige Hutschuppung, Hutrand ausgefranst


    Einwände? :)






    LG Thiemo

    Hallo,

    Hast du "The genus Pholiota in central and western Europe" von Jan Holec (2001)? Das ist eigentlich für Schüpplinge das Standardwerk, auch wenn es schon einige Jahre auf dem Buckel hat.
    Da wird neben dem Geruch auch eine etwas anderes Farbspektrum beschrieben (mehr Gelbtöne bei heteroclita). Im Substratspektrum von populnea tauchen zwar noch ein paar andere Gehölze auf, aber auch da wird kein Nadelholz erwähnt. Auf die Sporengröße geht Holec nicht weiter ein, aber entscheidend bei den Sporen wäre die Anatomie des Keimporus, aber auch das scheint ohne Erfahrung, bzw. beides mal gesehen zu haben, nicht ganz einfach zu sein.

    Das Werk besitze ich nicht. Aber du hast für mir ja netterweise nachgeschaut. :)


    In "Die Großpilze Baden-Württembergs" sind Funde von H.populnea auch auschließlich an Laubholz beschrieben. Wer weis, ob der Herr nicht doch Borken von einem anderen Baum mitgebracht hat. Dennoch erscheint ein Fund an Pappel mitten im Wald (nicht Waldrand) bei uns höchst unwahrscheinlich...


    Auch wenn der Hut schon deutliche rotorange Töne hatte, bleibt wohl bei Hemipholiota sp. mit unklaren Substrat. ?(


    LG Thiemo

    Hi,


    Danke, den kannte ich nich nicht. In FOTE steht ein auffälliger Geruch als Merkmal - das war schon mal nicht der Fall, der Pilz roch unauffällig. Gute Trennmerkmale sind auch Mangelware. Winzige Unterschiede in Zystidenform und Sporengröße laut FN. Und H.hetroclita auch "nur" an Laubbäumen (insb. Betula, Alnus).


    LG Thiemo

    Hallo,


    ich möchte anfragen was eure Funderfahrungen beim Pappel-Schüppling sind. Selbst habe ich die Art nämlich noch nie gefunden, aber sie wurde mir heute von einem Ratsuchenden gebracht. Dieser beharrt darauf, den Pilz an einem liegenden Fichtenstamm gefunden zu haben. Zum Beweis ist er sogar noch mal zum Fundort zurück und brachte ein Stück Borke mit. Gut in Holzbestimmung bin ich nicht versiert, aber eine Pappel sieht anders aus, und wäre auch mitten im Wald nicht zu erwarten, denke ich.


    In der Kartierungsdatenbank brd.pilzkartierung.de gibt es einen Fund an Fichte, ist es also möglich? Oder gibt es da eine ähnliche Art an Nadelholz, die mir nicht bekannt ist?





    LG Thiemo

    Hallo Björn,


    meine Gedanken zum Täubling:


    - R.badia wäre nicht sofort scharf, und hat selten einen derart stark gefärbten Stiel. Auch Stieloberfläche (fehlende Runzeligkeit) und die fehlenden ockerlichen Flecken der Huthaut passen nicht.


    - R.torulosa hätte stärker netzige Sporen, fällt also auch raus.


    - Von der Ökologie her, wäre auch R. sanguinaria möglich, hat jedoch vollständig isoliert ornamentierte Sporen und einen weniger scharfen und dafür etwas bitteren Geschmack sowie gilbendes Fleisch und keine verzweigten Haare. Der Doppelgänger R. persicina hat jedoch Verbindungen im Ornament und verzweigte Haare, wächst jedoch im Laubwald und sollte bei dir ja rausfallen.

    - Für R. rhodopus passt u.a. die Zystidenform nicht.


    - Zu R.sardonia muss ich sagen, dass der auch mit anderen Laugen (KOH) auf den Lamellen reagiert. Meist schneller und deutlicher als mit Ammoniak. Letzteres Reagenz kann auch verderben und dann natürlich eine falsch negative Reaktion liefern. Generell brauch die Reaktion oft >1 Minute. Die positve KOH Reaktion würde ich daher eindeutig sehen. Mikroskopisch scheint da auch alles zu passen.


    LG Thiemo

    Hallo,


    ich hätte auch bei den Atropurpurinae gesucht und da ist Russula atrorubens s.l. l. Russularum Icones der einzige in dieser Sektion mit deutlich positiver Guajak-Reaktion. Aber er schmeckt für gewöhnlich sehr scharf und sollte mit eher dunkleren Hutfarben erscheinen sowie eine kräftigere Statur haben ...


    LG Thiemo

    Hallo,


    ich möchte den Thread noch mal ausgraben, denn nun habe ich T.stiparophyllum in seiner typischsten Form an einer anderen Stelle finden können:


    Brav unter Birke, mit gerippten Huträndern und gedrängten Lamellen - wie es sich gehört. ^^




    Der riecht definitiv nach "Scheunenstaub"(an Cystoderma amianthinum erinnernd) mit einer schwachen weiteren Komponente.


    Zurück zum Thema:

    Aber in jedem Fall, den Geruch hab ich mal in der Großhirnrinde abgespeichert. Wenn ich die anderen Arten zum Vergleich auch mal finde und rieche, fällt mir die Artbestimmung vielleicht dann leichter. Danke Dir!


    Der Fund um den es in diesem Thread eigentlich geht roch definitiv anders!

    Also muss es doch T.album oder T. lascivum sein, wobei letzerer ja eher gräuliche Hutfarben zeigen soll. Da ihr T. lascivum scheinbar eher ausgeschlossen habt(?), ist der gezeigte Fund wohl doch T.album.


    LG Thiemo