Beiträge von Steigerwaldpilzchen

    Hallo zusammen,

    Ingo hat ja bereits von den geschwungenen, auf einer Höhe am Stiel angewachsenen Lamellen geschrieben. Und an dieser Anwachsstelle meine ich so etwas wie ein farblich dunkleres "Halsband" zu sehen. Das kenne ich so nicht von diversen Trichterlingen. Zusammen mit dem Möchskopf ähnlichen Habitus finde ich den typischen Lamellenansatz doch ganz griffig für eine Bestimmung. Was meint ihr dazu? :)




    LG Steigerwaldpilzchen

    Hey,


    Danke auch für deine Antwort, Stefan. Das du unabhängig von Pablo auch T. album als süßlich riechend empfindest, erhärtet für mich den Verdacht, dass mein Fund nicht T. album ist. Aber ohne den weißen Stinker in der Hand (und unter der Nase) ist's verständlicherweise schwierig. :) Zeit für "Geruchsinternet".

    LG Steigerwaldpilzchen

    Hi Pablo,


    eine süßlich Komponente konnte ich beim Geruch nicht feststellen. Und es waren hauptsächlich junge Fruchtkörper. Dann passt noch eher der "Scheunenstaub" (also ich finde ja der riecht wie "Kalter-Chicken-Nugget-Burger" oder zumindest diese Curry Soße :D) und ohne die zwingende Anwesenheit von Birken geht das viel. doch wieder in Richtung T. stiparophllum.

    Ich seh' schon, ich werde die Stelle noch mal aufsuchen und mehr Fruchtkörper in unterschiedlichen Altersstadien untersuchen, falls es denn noch welche gibt. :whistling:

    Aufschlussreich ist manchmal der Farbverlauf, also das Verfärbungsverhalten von Fruchtkörpern beim Alterungsprozess.

    Was könnte ich hier herauslesen? Ich dachte farblich nehmen die sich alle nicht viel.


    Aber in jedem Fall, den Geruch hab ich mal in der Großhirnrinde abgespeichert. Wenn ich die anderen Arten zum Vergleich auch mal finde und rieche, fällt mir die Artbestimmung vielleicht dann leichter. Danke Dir!


    LG Steigerwaldpilzchen

    Hallo zusammen,


    habe am Mittwoch dieses "Weiße Stinker" gefunden und drehe mich bei der Bestimmung im Kreis. Letztlich halte ich T. album für am wahrscheinlichsten.


    Geruch: Am Fundort unangenehm mit etwas mehliger Komponente. Man könnte es auch (von der Literatur beeinflusst) etwas staubartig nennen. Keinesfalls so stark stinkend wie der Schwefelritterling.

    Fundort: Direkt unter mehreren Buchen und Hainbuchen im Laub, nur in der Ferne mit Kiefer und Fichte


    Da die Sporen deutlich kleiner sind als 9 Mikrometer kann ich T. inamoenum ausschließen (der wohl eher im sauren Fichtenwald wächst). Ebenso würde ich T. lascivum für unwahrscheinlch halten, dafür ist der Geruch nicht passend und viel zu wenig aufdringlich.


    Schwierig für mich ist nun die Abgrenzung zwischen T. album und T. stiparophyllum. Sollte letzterer wirklich nur unter Birken wachsen(?) ist die Sache klar, denn am Fundort gab es keine.


    Weitere Punkte, die für T. album sprechen:

    - Fruchtkörper waren relativ schmächtig (s.Buchenblätter auf dem Bild), T. stiparophyllum soll ja deutlich kräftiger sein.

    - nach GRÖGER soll auch nach Anzahl der Lamellen, die den Stiel erreichen eine Unterscheidung möglich sein. Ob das Merkmal viel taugt lasse ich mal unkommentiert, jedenfalls erreichen knapp 60 den Stiel beim größten Fruchtkörper (Bild 2) -> T. album?

    - Gerippte Hutränder (T. stiparophyllum) konnte ich kaum ausmachen. Auf dem Bild hat der linke Frkp. zwar etwas davon, aber da der Hut nicht "normal" gewachsen ist zweifle ich die Aussagekraft davon an. Der größte, älteste Fruchtkörper hatte keine.




    Und noch einmal mit dem größten Fruchtkörper:



    Schnallen-Suche in der HDS ist nicht meine Stärke. L. GRÖGER hat T. album keine oder nur selten welche. Bei meinem Versuch konnte ich zumindest nur eine Schnalle finden, aber da fehlt es mir an Praxis.


    Was meint ihr zu meinem Fund? Danke schon mal.:)


    LG Steigerwaldpilzchen

    Hey,

    Rüblinge und Schwindlinge zu unterscheiden ist manchmal nicht einfach. Ein Unterscheidungsmerkmal kann der Stiel sein.

    Schwindlinge haben meist einen sehr festen, harten Stiel, der auch meist recht dünn ist.

    Paradebeispiel wäre der Große oder Langstielige Knoblauchschwindling.

    Rüblinge haben eher einen knorpeligen Stiel, fast gummiartig. Bei manchen Arten kann man sogar einen "Knoten" in den Stiel machen, ohne dass er zerreißt.

    Aber wie das bei Pilzen so ist, Ausnahmen bestätigen die Regel.

    Ich würde sagen: Rüblinge haben einen extrem faserigen Stiel. Der lässt sich im Gegensatz zu dem der Schwindlinge gut in feine Fasern zerlegen, wenn man ihn mit zwei Händen in der Mitte greift und auseinander zieht.

    Aber "Daumenregeln" sind natürlich immer ein Kompromiss...


    LG Steigerwaldpilzchen

    Hallo,


    wenn sich die Milch nicht verfärbt und der Pilz nicht scharf schmeckt, kommen noch ein paar Arten in Frage. Durch die Eichen wären alte Eichen-Milchlinge eine gute Möglichkeit. Die sind oft nur jung mehr oder weniger gezont, bei deinen alten Pilzen wird das undeutlich und der typische ölige "quietus"-Geruch verflogen sein. Zumindest wäre das denkbar, ansonsten wird's schwierig ...


    LG Steigerwaldpilzchen

    Hallo,


    konnte heute folgene Gruppe von Täubligen finden, bei der ich letztlich bei Russula fragilis, dem Wechselfarbigen Spei-Täubling lande. Allerdings stören mich ein paar Punkte. Aber erst mal zu den Daten:


    Ökologie: Saurer Boden (Heidelbeeren), Mischwald Kiefern, Buchen, Eichen

    Hut: Durchmesser 4-5cm, Grundfarbe violett, in der Mitte schwarzviolett, z.T. grünlich ausblassend, Rand mit schwacher Riefung

    Lamellen: weiß, Schneiden nur minimal und nicht bei allen Exemplaren fein schartig (s.Frkp. unten links), zerbrechlich

    Stiel: relativ lang, Basis etwas verdickt, rein weiß, weichlich

    Geruch: angenehm, aber für mich nicht nach Bonbons und auch nicht nach (fellea)

    Geschmack: nach 5 Sekunden scharf, aber nicht brenned scharf

    Sporenpulver: Weiß Ib (MARXMÜLLER)

    Sporen: fast kugelförmig, Ornament mit vielen Verbindungen, fast netzig

    HDS: Mit in SV anfärbbaren, mehrfach septierten Pileozystiden

    Guajak: Selbst nach 1 Minute noch absolut 0

    Eisen(II)sulfat: blass ockergelb


    - Der Pilz wird fast überall als sehr scharf beschrieben, für mich schmeckt er scharf aber nicht so, dass es gleich zum Ausspucken reizt.

    - Meine Pilzlernase ist eigentlich nicht so schlecht, aber hier Bonbons oder Kokos zu riechen ist eine Herrausforderung






    Da ich R. fragilis bisher noch nicht bestimmen konnte, habe ich keine Erfahrungswerte oder Vergleiche. Gibt's Meinungen oder Alternativen oder passt die Sache sogar :)?


    LG Steigerwaldpilzchen

    Hallo,


    ganz wichtig bei der Bestimmung von Milchlingen ist eine mögliche Verfärbung des Milchsaftes. Daher bitte einen Tropfen auf ein weißes Taschentuch bringen und ca. 1 Minute abwarten. Verfärbt sich die Stelle gelb?
    Und kanst du den Geruch des Pilzes beschreiben? Irgendetwas auffälliges?


    Der Milchbrätling ist viel festfleischiger, mit matter samtiger Huthaut und dem typischen Fisch/Hering/Krebs Geruch. Auch farblich ist der Hut kräftiger orangebraun.

    LG Steigerwaldpilzchen

    Super, vielen Dank Pablo!


    Leider habe ich den Hut mit meinen Chemikalien bearbeitet und werde daher nicht mehr probieren. Da standen aber noch mehr davon im Wald, evtl. hole ich das nach. Bei Schleierlingen bin ich noch etwas zaghaft mit Kostversuchen, obwohl das natürlich wichtig ist, da hast du Recht.

    C. vibratilis hatte auf Exkursion eindrucksvoll, bereits beim Berühren mit der Zungenspitze seine Bitterkeit offenbart.:P Aber das können nur die extrem bitteren ...


    LG Steigerwaldpilzchen

    Hallo zusammen,


    lässt sich dieser Schleierling evtl. näher eingrenzen?


    Hutdurchmesser 4cm

    Gewachsen unter Buche, Kiefer, Fichte. In Nachbarschaft wächst gerne C. bolaris

    Fleisch: lila getönt

    Chemische Reaktionen: Negativ im Stielfleisch & Hutoberfläche auf KOH, Phenol, Lugol

    Geruch: unauffällig
    Stiel: trocken, Stielbasis knollig, etwas abgesetzt, Cortina realtiv tief sitzend

    Hut: Gegen Rand dunkel gefasert (Cortina?), nicht schleimig (Aber das ist C. varius zur Zeit auch nicht)



    LG Steigerwaldpilzchen

    Hallo Norbert,


    danke für deine Tipps. Dann werde ich mich beim nächsten Risspilz mal an der Mikroskopie der Stielrinde versuchen.

    Ich schau heute noch einmal an der Stelle vorbei, wenn es brauchbare Fruchtkörper gibt, liefere ich nach.


    LG Steigerwaldpilzchen

    Hallo nochmal,


    schade, dass leider keine grobe Einschätzung möglich war. Ich weiß Risspilze sind nicht einfach. ==4

    Welche Makro- oder Mikromerkmale könnte ich denn bei einer weiteren Risspilzanfrage gleich mitliefern um mehr Resonanz zu bekommen?


    LG Steigerwaldpilzchen

    Hallo zusammen,


    die angesprochenen Unverträglichkeiten gehen meines Wissens nach auf das Konto des Falschen Hasenröhrling Gyroporus ammophilus.
    Dieser mediterrane Art ist nur von der Iberischen Halbinsel bekannt, ist wohl Magen-Darm giftig und hat im Gegensatz zum Hasenröhrling blass lachsfarbenes Fleisch.

    LG Steigerwaldpilzchen

    Hallo zusammen,


    ich fand heute diese Gruppe von jungen Risspilzen bei meiner Tour. Einen Inocybe erkenne ich, aber habe leider weder große Ahnung noch Literatur zu den Arten. Vielleicht mag mir jemand mit mehr Erfahrung in diesem Formenkreis weiterhelfen.

    Fundort: Grünstreifen eines Waldweges, Begleitbäume hautsächlich Kiefern, in größerer Entfernung Eiche, Birke, Buche.

    Hut: Rand behangen

    Stiel: gänzlich bereift (mit Finger abwischbar), Basis etwas knollig verdickt
    Geruch: spermatisch
    Sporen glatt, Cheilozystiden dickwandig mit Kristallschopf, Basiden viersporig






    Vielen Dank für eure Antworten! :)

    LG Steigerwaldpilzchen

    Hallo,


    verfärbt sich denn das Fleisch dunkel wenn du am Stiel kratzt? Wenn ja, dann wäre das einer der Graustieltäublinge.
    So nach Bildvergleich kann das leider alles mögliche sein. Ich würde da eher einen Ocker-Täubling R. ochroleuca für wahrscheinlich halten. Der graut im Alter auch leicht von alleine, aber nie so intensiv dunkel wie ein Graustieltäubling beim ankratzen und schmeckt meist etwas schärflich.


    LG Steigerwaldpilzchen

    Hallo,


    Vielen Dank für die Aufklärung. Da hatte ich dann etwas missverstanden.
    Das C. delibutus so groß werden kann wusste ich gar nicht. Ich hatte ihn bisher nur als kleinen Pilzfruchtkörper in der Hand. Die sehen sich dann bis auf die Stielbasis wirklich verflixt ähnlich.

    LG Steigerwaldpilzchen

    Hallo,:)


    das ist wirklich ein super Bericht! Die Formenvielfalt der Schleierlinge ist auch einfach grandios.

    Das Rätsel vermag ich nicht zu lösen, aber eines fällt mir an dem Bild auf. Ich sehe bei beiden Fruchtkörpern den Lamellenabdruck in Form eines lila Rings an der Stielspitze. Ich dachte bisher, das wäre so eine Besonderheit von C. varius. Daher bin ich auf jeden Fall sehr an der Auflösung interessiert!

    Da sich die Gelegenheit gerade anbietet hätte ich noch eine Frage. Bei der Cortinarienwoche 2018 wurde der C. stillatitius vorgestellt und dazu kam noch folgendes:

    Ich verstehe das so, dass die beiden Arten zusammengefasst werden sollen, da sie molekular wohl identisch sind. Gibt es da irgendwelche neuen Erkenntnisse, ob das wieder verworfen wurde? Konntes bisher nicht weiteres darüber in Erfahrung bringen. Wenn sich schon mal etwas tut bei Cortinarien, welche ich mich traue mit Vornamen anzusprechen... ;)


    LG Steigerwaldpilzchen

    Hallo zusammen,


    mit diesen stehenden, welligen "Ästen", könnte man auch an eine Breitblättrige Glucke denken. Diese wäre natürlich ebenfalls essbar und mit deutlich weniger Putzarbeit sowie "Wald" in der Pfanne. ;)

    LG Steigerwaldpilzchen

    Hallo,


    ich kann beide Ansätze gut verstehen. Wie formuliere ich nun diese Gedanken ohne im Kreuzfeuer zu stehen. :saint:

    Auf der einen Seite ist es nachvollziehbar wenn man sich einarbeitet, gründlich Gedanken zu seinem Fund macht und recherchiert aber dann bei der Darstellung gesagt bekommt, dass die Art ohne Merkmal xy. welches nur mikroskopisch/molekular erhoben werden kann, nicht sicher zu bezeichnen sei.

    Auf der anderen Seite finde ich es gut, dass uns Pilzkenner, die sich durch die neusten Journals und Publikationen wühlen, sowie einen großen Erfahrungsschatz ihr eigen nennen, auf die Möglichkeiten zur Artabgrenzung hinweisen. Nicht jeder hat Zeit bzw. den Zugang dazu.

    Der Hauptgrund warum ich selbst in Pilzforen aktiv bin, ist dass ich etwas neues lerne und seltene oder fragliche Funde noch einmal zur Diskussion stelle. Außerdem versuche ich ebendies für Beiträge anderer Nutzer zu tun. Daher finde ich es Schade wenn der unglückliche Begriff "Bestimmpolizei" fällt. Ich finde wir profitieren alle vom Wissensaustausch und wer nicht will, kann entsprechende Beiträge ignorieren. Vielleicht wäre es dann auch besser den Beitrag nicht in die Rubrik "Pilzbestimmung" zu stellen.

    Ich löse für mich das Problem meistens so, dass ich nicht den wissenschaftlichen Namen raushaue, sondern den volkstümlichen Namen, wie er im 20-Euro-Pilzbuch drinsteht. Damit treffe ich meist das Aggregat.

    Das finde ich eine super Lösung! Manchmal sind die einfachsten Methoden die besten. ^^


    LG Steigerwaldpilzchen

    Hallo Heidi,


    man kann nicht immer in allen Themenbereichen auf dem neusten Stand sein. Daher ist es durchaus möglich, dass sich da der Kollege oder eine angestellte Pharmazeutische Assistentin vertan hat und das nicht wusste. Wie gesagt, früher war es mal erlaubt. Hier die AMVV, in der CBD aufgeführt ist. bjnr363210005.html

    Natürlich gilt diese nur für Deutschland, ich weis nicht wie das bei unseren Partnern z.B. in Österreich geregelt ist.

    In Drogeriemärkten habe ich auch schon illegalerweise apothekenpflichtige Arzneimittel entdeckt. Soweit nur zur rechtlichen Lage. Es wird immer mehr gemacht, als Gesetze das erlauben.....soviel dazu ;).


    LG Steigerwaldpilzchen

    Hallo zusammen,

    Ich bin von Beruf Apotheker und möchte folgende Aussage klarstellen:

    Zitat

    Heidis Beitrag war auf Cannabidiol (CBD) bezogen, welches nicht psychoaktiv ist und entsprechend nicht unter das BTMG fällt. Das wird sogar in Drogeriemärkten verkauft.


    Es ist zwar richtig, dass Cannabidiol nicht in den Anlagen des Betäubungsmittelgesetzes (BtMG) aufgeführt ist und damit kein Betäubungsmittel ist.

    Aber unterliegt es seit einigen Jahren der Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV). Insofern kann man Cannabidiol haltigen Arzneimittel weder in der Apotheke und erst recht nicht im Drogeriemarkt einfach so kaufen. Nur über eine ärztliche Verordnung dürfen diese legal abgegeben werden.

    Das Komplizierte daran ist, dass der Wirkstoff vor der Aufnahme in die AMVV, als Nahrungsergänzungsmittel auch im Drogeriemarkt gehandelt wurde. Als verschreibungspflichtiger Wirkstoff ist es jedoch nun untersagt Cannabidiol als Nicht-Arzneimittel in den Vertrieb zu bringen. Wenn das noch wo einfach so zu bekommen ist, dann illegal und ohne Sicherheit der Qualität und Reinheit. Denn die Hersteller sind dann sicher nicht namenhaft und/oder mit Sitz in Deutschland, sonst wären sie relativ schnell vor Gericht.

    Zur Wirkung und Sinnhaftigkeit des Stoffes enthalte ich mich, denn das ist hier auch nicht das Thema.


    LG Steigerwaldpilzchen

    Vielen Dank für eure Rückmeldungen!

    Dann halten wir mal fest, dass sich nach ca. 2 Minuten eine beginnende Blaufärbung durch das gebildete Guajazulen zeigen sollte. Der unabsichtliche "Vergleichstest" mit der Holzbank ist auch aufschlussreich.;)

    Ein bisher noch gar nicht angesprochener Punkt, ist das Alter der verwendeten Tinktur. Augrund der Reaktivität des gelösten Stoffes, sollte diese meines Wissens nach jedes Jahr frisch hergestellt werden. Ich denke, dass hierbei auch Abweichungen in der Reaktionszeit auftreten können.

    Bei den derartig vertrockneten Fruchtkörpern habe ich jede Chance auf Bestimmung schon im Vorfeld als gering betrachtet, allerdings ist dabei die Frage der Guajak-Reaktivität aufgekommen, da weder in mir bekannten Literatur noch im Internet auf die relevante Reaktionszeit eingegangen wird.


    Auf jeden Fall wird das Ganze bei zukünftigen Funden ausführlich getestet.

    LG Steigerwaldpilzchen

    Hallo zusammen,


    kürzlich hat mir eine Bekannte einige Bilder von neu erschienenen Pilzen in ihrem Garten gezeigt. Habitus, die bereits durch Sporen lachsrosa verfärbenden, angewachsenen Lamellen und Wuchs am Boden direkt unter einem Plaumenbaum, haben mich zügig in Richtung Schild- oder Schlehenrötling Entoloma clypeatum bzw. sepium gebracht.


    Eine Besichtigung der Fruchtkörper vor Ort brachte leider nur noch größtenteils exikkiertes Material zum Vorschein. Einem halbwegs brauchbarer Frk. konnte man noch den mehligen/gurkigen Geruch entlocken.


    Die zwei "harten" Unterscheidungskriterien sind ja die makroskopischen Farbreaktionen welche nur E. sepium zeigt; Die rostrote Verfärbung der Madengänge und die Reaktion auf Guajak-Tinktur (Blaufärbung) bzw. Anilin (Rotfärbung).


    Meine Frage: Wann ist die Reaktion mit Guajak als positiv zu bewerten? Z.B. Bei Täublingen zählt nur eine deutliche Reaktion nach wenigen Sekunden als positiv, da wohl mehr oder weniger jeder Täubling durch Oxidasen das Harz reagieren lässt.
    Der untersuchte Pilz zeigt zunächst keine Reaktion, nach ca. 5 Minuten waren die Stellen jedoch schwarzblau. Ist bekannt ob ein getrockneter Rötlingsfruchtkörper evtl. anders reagiert?


    Die Madengänge im Stiel waren bräunlich, wenn nicht sogar rotbräunlich. Da fehlt mir der Vergleich was nun als typisch Schlehenrötling zu werten ist, bzw. nur dem Fäulnissprozess zugeschrieben werden kann.


    Anilin hab ich keines in Verwendung.



    Die Rötlinge wuchsen an einer sonnenexponierten Stelle, daher habe ich die bräunlichen Hüte (-> pro Schildrötling) für die Bestimmung ignoriert. Zumidest im Jungzustand waren sie nur sehr blass gefärbt (s.u.).



    Handybilder meiner Bekannten von den frischen Fruktkörpern:



    Kann jemand seine Erfahrungen mit der Guajak Reaktion bei den fraglichen Rötlingen mit mir teilen?


    LG Steigerwaldpilzchen