Beiträge von Steigerwaldpilzchen

    Hallo,


    Leider muss man anfügen, dass es genetisch wohl drei Jodoformtäublingen gibt. Bis dahin bleiben die genauen Abgrenzungen unklar und Bestimmungen vorläufig.


    Eine gute Dokumentation (bestenfalls Beleg) lässt bei neuen Erkenntnissen später eine Nachbestimmung zu.


    VG Thiemo

    Hallo Sebastian,

    da du zumindest einen Anflug von Schärfe festgestellt hattest, würde ich R.versicolor von meiner Seite für sehr wahrscheinlich halten. Da darf man bei alten durchwässerten Frkp. nicht mehr zu viel erwarten. Die Sporen sind mir tatsächlich zu netzig für R.nitida. R.fusconigra (Syn.robertii) scheidet für mich wegen des zu dunklen Sporenpulvers und auch der Färbung völlig aus.

    VG Thiemo

    Hallo,


    Meiner Meinung nach ist der Fruchtkörper bereits im Vergehen, was die Interpretation der Farben schwierig macht. Grundsätzlich hätte ich mit diesem verfärbten Stiel zunächst an R.versicolor gedacht, der wäre aber etwas schärflich und ohne Inkrustationen - passt also nicht.


    Vielleicht noch eine Runde Mikroskopie. Wie lange hast du in Salzsäure entfärbt? Hier reichen wirklich nur wenige Sekunden. Vielleicht liegt hier das Problem die oft nur spärlich inkrustierten DCY darzustellen. Ohne die Inkrustationen direkt an der Hyphenwand nachzuweisen, bleibt‘s ungewiss.


    Hier ein altes Bild von mir:

    Täublinge - Mikromerkmale (Dermatozystiden & Inkrustierte Primordialhyphen) - 123Pilzforum
    Hallo, als "Russulaphiler" habe ich mich dieses Jahr mit der Mikroskopie der Täublinge befasst. Hierbei werden für gewöhnlich zwei DInge untersucht: - Die…
    www.123pilzforum.de


    VG Thiemo

    Hallo Paulis,


    Müsste man testen ob es da konstante Unterschiede gibt. Erst unangenehm bitter, dann scharf kenne ich jedenfalls selbst ebenfalls so von L.scrobiculatus. L.intermedius hatte ich mir bisher verkniffen zu probieren.


    Weil Beide früher nicht getrennt wurden gibt es dazu kaum Info. Da aber der Sammelart ebenso konstanter Geschmack bescheinigt wurde, glaube ich nicht ganz an einen relevanten Unterschied. Aber, gern selbst im wissenschaftlichen Ansporn testen, denn Bücher wissen auch nur was mal ausprobiert wurde.


    VG Thiemo

    Hallo,


    Eine sehr schöne Tour! Danke für die Präsentation. :thumbup:


    Den Ausführungen zur Unterscheidung L.scrobiculatus - L.intermedius kann ich noch hinzufügen, dass erster „zusammenfließende“ bräunliche Haar-Büschel auf der Hutoberfläche bildet, sofern der Regen die nicht unkenntlich macht. Beim Tannenbegleiter konnte ich das noch in keinem Altersstadium beobachten.


    VG Thiemo

    Hallo Frank Tomentella ,

    ich hätte eine Frage zu den Abläufen. Was ich nicht so recht verstehe: Selbst wenn ein Fund bereits "verifiziert" wurde, wird er jedoch weiterhin auf der Karte als roter Punkt (l. Legende als "unbearbeitet") angezeigt. Ist das ein Anzeigefehler oder findet zu gegebener Zeit eine Art "zweite Verifizierung" statt, bzw. was sagt der rote Punkt dazu genau aus?

    Nur ein Beispiel:

    Aufnahme ID2604532
    Datensatz ID15051475

    VG Thiemo

    Hi,


    Ich hatte mal die gleiche Frage, hier die Antwort:


    mit einem kleinen Pilzfragment als Exsikkat und ca. 25€ bist Du dabei.


    Für Privatmykologen hat sich Pablo Alvarado in Spanien (alvalab.es - Pedidos) als geeigneter Dienstleister erwiesen (Ich glaube, die deutschen Genlabore werden gerade alle reich, weil sie für Jens Span Corona-Mutanten sequenzieren).


    Du müsstest die Probe in etwas Alufolie in einen Briefumschlag stecken und einmal alle Services, also DNA Extraktion, PCR (=Vervielfältigung), Reinigung und Sequenzierung, und phylogenetische Analyse buchen. Dann bekommst Du im einfachen Fall einfach den Namen der Art als Ergebnis, wenn es eine gute Übereinstimmung mit einer Typus-Sequenz gibt.


    Oft lohnt es sich, die Sequenzierung vorwärts und rückwärts ausführen zu lassen, dann heben sich bestimmte Fehlerquellen auf.


    Im komplizierten Fall passt die Sequenz nicht sauber zu einer der Arten, dann solltest Du auf jeden Fall einen Russulologen wie Felix Hampe hinzuziehen. Oder das Material taugt nix (zu heiß getrocknet, von Fremdpilzen befallen, ...), dann hat sich die Investition nicht rentiert.

    VG Thiemo

    Hallo,

    Einmal traf ich einen jungen Mann mit Kleinkind. Er sprach mich an und meinte dieser Pilz da ist aber giftig. Er meinte einen Täubling in rot. Ich sagte ihm dann, dass er das eben nicht ist. Es war eine Russula verca.

    Daraufhin sagte er zu seinem Kleinkind auf der Schulter: "Komm wir gehen, die Frau will Giftpilze esssen.

    Das ist ja eine Geschichte. Da ist man erst einmal sprachlos.


    Ich glaube, wenn er zu mir gesagt hätte, der rote Täubling wäre giftig, hätte ich ihm nicht gleich widersprochen und stattdessen gefragt wie er das denn erkannt hat und ob er weis welche Art das ist. Solche offenen Fragen bringen eine Konversation ins Rollen und vielleicht wäre er danach auch schlauer gewesen. :/


    Ich mache eher Erfahrungen wie Matthias und Brummel sie beschreiben.


    VG Thiemo

    Hallo,

    Was mich auch etwas stutzig macht, ist, dass die auch sonst keiner zu sammeln scheint, obwohl dort immer viele Sammler unterwegs sind.

    Wenn ich sehe, dass bei mir die schönsten Reizker unberührt bleiben, die wirklich leicht kenntliche Speisepilze, selbst für Anfänger sind, würde ich mir deswegen allein keine Sorgen machen. :kaffee:


    Für einen Geschmackstest kann ich mich weiterhin noch nicht erwärmen.

    Das ist natürlich jedem sein Vorrecht. Und ich kann dich auch verstehen. Bevor ich tiefer in die Pilze eingestiegen bin, wollte ich das auch nicht. Falls es dir hilft und weniger Überwindung braucht: Bei den richtig scharfen Gesellen genügt auch oft eine "Vorprobe". Dafür berührst du nur mit der Zungenspitze eine frische Bruchstelle an den Lamellen. Erwarte nicht viele Täublinge ohne jeglichen Geschmackstest bestimmen zu könnn. Es gibt tatsächlich eine Hand voll wo das funktioniert (z.B. ein typischer Grüngefelderten Täubling), aber wenn man die Arten noch nicht kennt ist das grundsätzlich schwierig und schon ziemlich riskant wenn man die dann noch verzehren möchte.

    VG Thiemo

    Hallo,


    Sofern die Fotos bei mir farbecht dargestellt werden, hätte ich diese Pilzchen mit Orangeton nicht als den Ziegelgelben Schleimkopf eingetütet.


    Mann darf mich gerne verbessern, aber ich meine Cortinarius varius ist weiterhin der aktuell gültige Name. Nich alle morphologischen Schleimköpfe sind in die neu geschaffene Gattung Phlegmacium gestellt worden. Und die Variecolores bleiben Cortinarius.


    VG Thiemo

    Hallo,

    Ich selbst habe bei dieser Art noch nie einen besonderen Geruch feststellen können. Ich glaube da spielt auch viel die Namensgebung der Fantasie einen Streich.

    123Pilze hat leider einige Fehler in seiner Datenbank. Ist bei diesem Umfang auch kaum zu vermeiden. Zur ersten Info kann sie ganz nützlich sein, tiefergehend kann man sich jedoch nicht darauf verlassen.

    VG Thiemo

    Hallo *Tami*,

    Wenn du auf Nummer Sicher gehen möchtest, empfehle ich schon eine Geschmacksprobe bei Täublingen, die du essen möchtest. Zumindest solange bis du die Art verlässlich erkennst.

    Woran erkennt man den Apfeltäubling?
    - Habitat: Saure, feuchte Nadelwälder
    - Hut: Warmes Apfelrot, Oberfläche gern etwas höckerig-runzelig
    - Stielkosistenz: Nicht hart (-> Zedernholz-Täubling :evil: ), nicht zerbrechlich (-> Speitäubling :evil: ), die Stielrinde ist elastisch, das innere wattig - erinnert an einen zusammendrückbaren Fahrradschlauch
    - Lamellenfarbe (nicht ganz jung! Reife Exemplare): ockergelblich getönt (Speitäublinge bleiben weiß!)

    Essbare Doppelgänger: Orangeroter Graustieltäubling (Hut mehr orange, Stiel an Verletzungen grauend [vorher oft orange anlaufend]) & Ziegelroter Täubling (etwas kleiner, zerbrechlicher)

    VG Thiemo

    Hallo,

    Einen einzigen Fund von vor 5 Jahren habe ich von diesem tollen Pilz, leider seither an gleicher Stelle nie wieder gefunden...

    Sehr schade. Ich drück dir die Daumen.


    Bei mir soll es eine bekannte Stelle im Steigerwald geben. Im bekannten Waldgebiet suche ich trotzdem bereits Jahre vergeblich, streife sogar mit Exkursionen durch in der Hoffnung ein Teilnehmer findet ihn. Dafür gibts dort andere Knaller wie den Flammenstiel-Täubling.


    Bisher hatte ich nur Glück im Erzgebirge so wie Schwäbisch-Fränkischen Wald ein paar Grüppchen zu finden.


    VG Thiemo

    Hallo,


    Das freut mich aber sehr!


    Als die DGfM die vergangenen Jahre noch um Vorschläge gebeten hatte, wurde mein Lieblingspilz von mir mehrfach beworben, u.a.weil noch nie ein Milchling Pilz des Jahres geworden ist.


    Dass es jetzt für 2027 geklappt hat ist schon witzig. :giggle:


    VG Thiemo

    Hallo,


    Der von Daniel gepostete Fund, zeigt noch die typische Zweifarbigkeit. Daneben ist R.densifolia grundsätzlich ein kleinerer Pilz als seine Verwandten, rötet vor dem schwärzen und schmeckt in den Lamellen etwas pikant. Dicht stehende Lamellen allein haben schon ein paar mehr Schwärztäublinge.


    VG Thiemo

    Hallo Jörg,


    So viel Funde wie Christoph hatte ich bestimmt noch nicht in der Hand. Aber selbst bei meinen zwei, waren die Stiele auffallend glatt. Gut zu wissen, dass er das auch so einschätzt.


    Das der Titel PSV kein Garant für jegliche Gattungskunde ist dürfte klar sein, aber wenn mehrere langjährige Pilzkundler vor Ort waren wird es dann schon passen. Eigentlich ist die Art ja gut bestimmbar. Fotos können einen trügen, wie wir ja wissen. :kaffee:


    VG Thiemo

    Hallo Jörg,


    So ein dunkler Fahlen Röhrling ist ja ein Hingucker. Schön ist es zu sehen, dass deine Spangrünen nur undeutlich grubige Stiele haben, da die Grübchen oft überbewertet werden.


    Beim gezeigten Dichtblättrigen Schwärztäubling bin ich mir nicht so sicher. Hat er denn gerötet? Ich erahne den fleischfarbenen Reflex in den Lamellen und dann geht die Reise nach Geschmack in Richtung R.atramentosa (mild) oder R.anthracina (schärflich).


    VG Thiemo

    Hallo,


    Ich meine wie Daniel auf dem ersten Bild, einen Anflug von violett am Stiel erahnen zu können.


    Ein Merkmal das bisher nicht erwähnt wurde: Die langen Bajonettförmigen Zellen, die die Lamellenschneide fein bewimpert erscheinen lässt (Lupe).


    Ich arbeite gerne mittels Ausschlussprinzip. Daher die Frage, die man sich stellen darf: Wenn die Geschmacksprobe mild ausfällt, was soll es sonst sein?


    VG Thiemo

    Hallo,


    Heute möchte ich euch ein paar Funde von der Ostfriesischen Insel Langeoog zeigen.


    Da ich weder Literatur zur Hand noch die Möglichkeit zum mikroskopieren habe, lässt sich nicht alles mit Sicherheit aus der Hand bestimmen. Im und ums Inselwäldchen gab es jedenfalls so einiges:


    1. Grauer Falten-Tintling Coprinopsis atramentaria




    2. Ein nitrös riechender Rötling, etwa Entoloma rhodopolium




    3. Rosascheckiger Milchling Lactarius controversus




    4. Einer der nach Mehl riechenden Erdritterlinge, in etwa Tricholoma inocyboides wegen der deutl. Cortina und Habitus




    5. Den Würzigen Tellerling Clitopilus geminus gab es hier schon das letzte Mal




    6. Ein putzige Gruppe Öhrlinge?




    Im südlichen Teil gibt es ein Areal voller Birken:


    7. Mein Erstfund des zierlichen Birkentäublings Russula gracillima. Fruchtkörper mit Hüten ganz ohne Rot, mit rotem Rand oder gänzlich rötlich - alles war vertreten. Fast immer war die Mitte mit etwas dunklerer Tönung, die Stiele jedoch durchgehend rot überflogen. Der Geschmackstest brachte dann auch den zu erwartenden, nur etwas scharfen Geschmack hervor.





    Wie man vielleicht weis, schmarotzt der Pilz auf einer anderen Birkenmykorrhiza. Der Fund des…


    8. Birkenmilchlings Lactarius torminosus, macht auch den Sack für #7 ohne Mikro zu.




    Übrigens, so sieht #8 in alt aus:



    Wer hätte es erkannt? :huh:



    9. Nächster Birkenbegleiter: Vielverfärbender Birkenpilz Leccinum variicolor







    10. Dann noch ein kleiner Milchling unter Birke, ohne Kokosgeruch, mit etwas grauer Farbe, dürfte mein Erstfund des Graufleckenden Milchlings Lactarius vietus sein :)




    11. Einen hübschen Seidenkopf Cortinarius-Sericeocybe gab es dort auch noch. Jung mit Violett in den Lamellen sowie violetter Stielspitze und mit hellen Velumbändern am Stiel.




    Am Rand gab es einen Erlengürtel mit den entsprechenden Begleitern:



    12. Einer der Erlenkremplinge..,




    13. Ich habe mal ein Grüppchen bereits umgestoßener Erlengrüblinge Gyrodon lividus arrangiert




    14. Dann noch ein kleiner brauner Schirmling, vielleicht der Kastanienbraune Lepiota castanea






    VG Thiemo

    Hallo Karl,


    Insbesondere Deine Täublingsbeiträge lese ich immer gerne. :thumbup:


    Bezüglich der braunen Russula heterophylla, konnte ich bei mir ein Myzel beobachten, bei dem die selben, jung intensiv braunen Fruchtkörper, einige Tage später mit ausgebreiteten Hut typisch olivgrünlich geworden sind. Scheinbar verändert sich die Pigmentierung auch im Laufe des Alterungsprozesses. Ein echtes Chamäleon.


    VG Thiemo