Beiträge von durnik

    Volle Plastiktüten sind mir ein graus, aber jedem das seine - zur Beratung würd ich was sagen, im Wald aber nicht, das fänd ich zu belehrend.


    Ich find es ganz nett im Wald mit anderen Sammlern zu quatschen. Mit einem Messer wurde ich aber noch nicht konfrontiert - ist ja echt grusselig. Wohl aber mit Abneigung und Angst - nicht jeder mag den "fremden Mann" im Wald. Ich erinner mich an ein entsetztes Gesicht im Winter, als ich mit der Handaxt auf Baumpilz(u.a.Chaga)-Jagd war.


    Also: Mal mit Abstand rüberrufen, obs mit den Funden läuft und dann situativ schauen, ob der andere reden mag oder seine Ruhe will.

    Wenn Sie einem dann in den Korb schauen, wirds oft lustig. Ich sammle selten für Mahlzeiten und mein Korb ist daher eher leer bzw sind zu bestimmende Arten drin.


    Und klar kennt man die Standards: "Ich sammle nur die, die ich kenne.", "Ich sammle nur die mit Schwamm", "Der da ist aber giftig", "Sie haben da einen Fliegenpilz, ich erkenne die, ich sammel schon viele Jahre" (auf nen roten Täubling gezeigt). Sowas halt.


    Mit der Zeit hab ich mir abgewöhnt den Pilzberater raushängen zu lassen. Aber eher aus einem anderen Grund. Ich hab ein paarmal so ne Art kurze flüchte Korbbestimmung im Wald gemacht, teilweise bei echt ahnungslosen Appbestimmern. Ok, wenn Schlimmes drin liegt, sag ich natürlich nach wie vor was.


    Aber sonst ... ich hatte jedes Mal ein doofes Gefühl im Nachheinein, ob der Flüchtigkeit und dem Wissen bzw dem Unwissen, was nach dem Gesprcäh noch kommt.

    Die sammeln ja noch weiter. Haben sie deine Erklärung verstanden, oder machen sie jetzt die Täublingsproben an Knollis? Oder sammeln sie Giftiges, weil sie es für das Gleiche wie im Korb halten und da hat der Pilzberater ja gesagt "die kann man essen" usw usw. Wie handhabt ihr das?


    (mal davon abgesehen, halte ich es aus Sicht der Beratenen für verdammt leichtgläubig einem Fremden im Wald sein Leben anzuvertrauen)

    Hi zusammen,


    ich lese immer mal wieder, dass Pilze zur genauen Bestimmung zur Sequenzierung gegeben werden.

    Das finde ich spannend - aber könntet ihr kurz was dazu schreiben?

    Was muss ich machen, wenn ich einen Pilz dorthin senden will? (ein Stück Exsikkat reicht?)

    Wie ist da das typische Vergehen, was sind Adressen, was sind die Kosten und was kommt dann raus?

    Sagen sie dann "das ist Art xyz" oder ist das Gen-Sequenz Nerdisch, mit dem ich nix anfangen kann?


    Vielen Dank

    und beste Grüße

    Dominik

    Hi Sabine,

    wenn Deine Champignons gilben, sind es keine Wiesenchampignons sondern eine andere der 300 Arten. Akzeptiere einfach Dein Schicksal.


    Wolfgang


    Weil ich hier gerade 300 lese. Soviele gibt es nicht wirklich bei uns, oder? In einem anderen Beitrag hier im Forum stand was von "über 100", da geh ich noch mit. In der Agaricus-Monographie von Kibby stehen 61. Plus seine Anmerkungen im hinteren Teil, plus ich hab mir da noch ein paar Notizen gemacht = ich erzähl den Leuten am Pilzstand oder zur -beratung was von 70 Arten. Immerhin, das sind ja auch mehr, als der eine Champi den die Leute von der Gemüsetheke kennen.

    Hi,

    was man so grob als "Filzröhrlinge" bezeichnet umfasst mehrer Gattungen. Die von Matthias genannte "Xerocomellus" ist bei deinem Fund naheliegend. Die Gattung selbst hat aber wieder diverse (an die 10?) Arten. Sehr hilfreich ist dann bei der Bestimmung der Pilz mit gesamten Stiel bis ganz zur Basis. Einmal durchgeschnitten und dann schauen, wo es bläulich, gelblich, orange, rötlich wird.

    Das ist dann eine kleine Wissenschaft für sich und darum ist die Antwort auf deine Frage:

    JA - das ist ein Filzröhrling :)

    Da fehlt kein Foto. Du zeigst schon die richtigen Sachen. Der Pilz sieht nach nem Parasol aus, diese hätte aber eine Natterung am Stiel.


    Nun - Der Stiel sieht aus, als hätte Deine Tochter den Pilz eine Stunde durch den Wald getragen, nachdem Sie genüsslich Eis gegessen und sich die Hände besudelt hat.

    Die Natterung sieht man nicht mehr und damit tauchen Fragezeichen in der Bestimmung auf...


    Ein frischer Safran hätte von Anfang an keine Natterung und wenn man ihn am Stiel ankratzt, dann läuft der da "safran" an. Diese Probe kannst Du das nachste Mal am frischen Pilz machen.

    Moin,


    Interessant! Meine erste Reaktion war "Warum Gelbfüße? Nur weil der Fuss gelb ist?"

    Du hattest das Ding ja in der Hand und kannst es sicher besser beurteilen, aber rein optisch vom Bild her (Hut, Lamellenfarbe, -ansatz usw) hätte ich ihn nicht in diese Gattung gepackt.

    Wenn man sich dann aber den G.oregonensis anschaut .. das könnt tatsächlich passen. Coole Sache Parker.


    Und das zeigt mal wieder "Der Mensch denkt mit dem was er weiss". Ich muss mir echt angewöhnen, mehr nach rechts und links zu schauen.

    ...

    Ich hab mal eine andere Frage:

    Es gibt eine andere Fliege, die mich etwas nervt:

    Eine ganz ganz kleine Fliege, die oft schon nach den ersten Schritten im Wald, einem im Zickzack-Kurs direkt vor den Augen fliegt, und jede Richtungsänderung und Kopfdrehung mitmacht! Sie versucht immer vor den Augen zu bleiben, und wenn man keine freie Hand hat schafft sie das relativ lange.

    Kennt ihr die auch?

    ...

    Ja, voll nervig. Ich nenn sie immer "Kuhfliegen", weil sie mich daran erinnern, wie Fliegen die armen Kühe an den Augen nerven und sich da kaum abschütteln lassen. Wie die richtig heissen, weiß ich nicht. Sind auch viel kleiner - eher so Fruchtfliegengröße und sie scheinen nur ein Ziel zu haben: dir in die Augen zu fliegen.

    Chatgpt sagt übrigens gerade, dass das die Dinger "Gnitzen" heissen.

    Bei mir war neulich ein Pilzsammler mit einem Fund, den ich letztendlich auch in die "Falscher Schwefelröhrling" Ecke gesteckt habe.

    Das Problem da war, dass er sehr abgegriffen war und sowohl ein Großteil des Stiels als auch der Hut dadurch bräunlicher wurden.

    Der Pilz auf dem Bild ist ja schön ockergelb.

    Wisst ihr, ob er durch das Bekrabbeln bräunlicher wird?

    Bzw was wäre die Alternative zur "Falschen Schwefelröhrling mit betatschten bräunl. Hut"-Theorie.

    (dickfüssig, kein Netz, blauend, gelber Stiel, kein Jodgeruch) - gibts eigentlich nicht, oder?

    Die Hirschlausfliege und ich - ein unzertrennliches Pärchen. Weiss gar nicht, wann es angefangen hat, aber die Fliege ist schon einige Jahre Teil der Dübener Heide (Sachsen-Anhalt). Ich gehöre zu den Leuten, die (toi toi toi) so gut wie nie von Zecken angesprungen werden und auch Mücken sind kein Problem. Die Hirschlausfliege dagegen ... Endgegner. Keine Ahnung, was uns vereint, aber sobald ich den Wald betrete, klebt die Erste am Körper.

    Da sie recht groß sind merkt man sie ja sehr schnell. Fix abgesammelt, zerdrückt, weggeworfen und das Ding fliegt in ner Schleife zurück auf meinen Kopf. Dadurch, dass sie so flexible und flach sind -> ist zerdrücken schlecht möglich, allenfalls ein zerquetschen zwischen den Fingernägeln. Teufelszeug. Und IMMER ich.

    Egal wer neben mir läuft - er bekommt nix ab. Ich dagegen bin ein HLF Magnet. .o(Vielleicht sollt ich öfters die Unterhose wechseln)


    Aber wir schmusen nur, die HLF und ich.Sodomasospiele der Art: pieksen, stechen, beissen sind nicht erlaubt.

    Von daher nervig, aber ertragbar.

    Ich weiss nicht ... ich bin vom Silieren nicht überzeugt. Hab da keine guten Ergebnisse hinbekommen.

    Klar kann man die Pilze dann essen, aber der Aufwand ist einfach zuuuuu groß und sonderlich geschmeckt hat's auch nicht. Vielleicht hatte ich nicht die richtige "Würzung" oder es gibt große Unterschiede zwischen den Arten. Meine Experimente gingen zumindest nach hinten los. War mehr "bäh" als "aaah".

    Da kauf ich mir lieber ein Glas Gurken oder Sauerkraut.

    Die grünen Teile sind Röhren. ISt der Pilz jung - kannst Du die prinzipiell auch mit in die Pfanne hauen. Wenn der Pilz (in deinem Fall kannst mal nach "oller Steinpilz" googeln) noch jung und frisch ist, sind die Röhren auch wesentlich weißer, fester, enger. Auch das Stielnetz wäre dann (steinpilztypisch) weiß. Das zerknautschte Fleisch weisst ebenfalls auf Zersetzung hin.

    Alles in allem -> ein alter Lappen. Es gibt einige die an der Stelle sagen "der geht doch noch", aber die Vorredner haben Recht - du riskierst in solchen Fällen eine Lebensmittelvergiftung.

    Daher lieber sein lassen und den Pilz am besten im Wald belassen, wo er für Nachwuchs sorgen kann ;)

    Mushpits ist schon gut. Nicht sonderlich benutzerfreundlich - aber hat ein paar nette Funktionen.

    Waldtyp, Bodentyp, ungefähre Fundorte ... da kann man schon was mit anfangen.

    Neben der Benutzerfreundlichkeit fehlt mir noch das Wetter. Ich leg mir immer die Niederschläger der letzten Zeit auch Kachelmann daneben und insgesamt hat man dann ne gute Idee, wo was laufen könnte.

    Ich nutz die App aber nur ausserhalb meines eigenen Einzugsgebietes. Ich wohne sehr waldnah und kenne das eigene Gebiet auch so sehr gut. Nur halt für ganz Spezielle Sachen, oder zu Besuch auswärts, im Urlaub etc. wird dann Mushpits befragt.

    Hi,

    "sehr pilzig" trifft es. Ich würd schon fast egelig pilzig sagen. Man nennt die Tramete ja auch Kaugummi des Waldes und manch einer kaut darauf herum. Wenn ich das versuche, muss ich meinen "Kaugummi" immer recht fix ausspucken, weil das Pilze sehr unangehm wird. Ich sammle sie trotzdem gern und hau sie dann aber (2-3) getrocknet in die Asia Suppe.

    VG

    Dominik

    Moin,


    ich lese immer wieder in den Büchern, dass das "fischige" bei der Zubereitung verschwindet.

    Was ist da Eure Erfahrung? Ich kann da nicht so richtig mitgehen. Vielleicht wird es weniger, aber ich schmecke es immer noch heraus - und ich find es toll, dass es so ist. Ich mag den Geschmack (liebe auch den Milchbrätling). Vielleicht ist es aber auch gar nicht richtig fischig, nur eine besondere Note, die man (ich) dann im Kopf mit fischig verbinde. Das ist ja eh so ein Ding mit dem Schmecken und Riechen.

    Von daher interessier mich, was ihr da rausschmeckt ;)


    Beste Grüße

    Dominik

    Meine 10 Cents zum Thema - also dem eigentlichen Thema:

    "Maisbrand - sieht kacke aus, aber schmeckt echt gut und hat den Vorteil, dass er auch dann wächst, wenn im Wald sonst nix los ist. Wenn die Zeit ran ist, hab ich in einer halben Stunde einen Korb voll und eine ohne viel Aufwand eine leckere Mahlzeit."

    Hi,

    wenn ich deinen Angaben folge und den Kibby nehm, dann komm ich auch auf deine Bestimmung. Soll recht selten sein die Art. Hmm, aber wer weiss wie oft die Champis fehlbestimmt werden und die Aussagen daher nur "Scheinseltenheiten" sind.

    Agaricus litoralis wär übrigens laut Kibby Schäffer positiv.

    So .. und wer erfindet nun den Duftomat2000? Sowas fehlt doch.


    Mir war der Thread bisher nie aufgefallen und umso mehr hab ich mich - mit den gleichen Problemen, wie ihr bestückt - neugierig vorangelesen. Geholfen hat es nicht .. so viel. Manche Vergleiche finde ich nachvollziehbar, ander so gar nicht. An vielen hat man noch nie gerochen und bei einigen fehlt mir die Phantasie.

    Dumm unsere Nasen. Oder Dumm, dass wir als Zivilisationstiere, diesen Sinn haben verkümmern lassen.


    Irgendwie riecht man viel deutlicher, wenn man gleichzeitig eine assoziative Vorgabe hat. Ich hab jahrelang den Violetten Rötelritterling gesammelt und hatte tatsächlich keine Beschreibung für den Geruch und erst als jemand "Multivitaminsaft" sagte - schwups - STIMMT!

    Oder halt anders herum, ich riech am Maipilz, riech am Mehlräsling und speicher das als MEHLIG. Sag es auch jeden. Kann das dann im Vergleich auch wieder abrufen. Nur finde ich, dass Mehl nicht (oder anders) riecht - auch wenn ich es nass machen und stehen lasse.

    Na und was passiert, wenn ich mit ner Schulklasse durch den Wald gehe, Pilze erkläre und den Geruch eines Risspilzes beschreiben will ... ihr wisst Bescheid.


    Kartoffelkeller kann ich nachvollziehen. Raubtier bei nem ollen Knolli auch. Zedernholz, yo. Diese Weidenbohrerraupe ... nie gesehen. Und der Schwefelritterling? Ja - der stinkt, aber hab ich schonmal an Schwefel gerochen? Nicht das ich wüsste. Dafür an faulen Eiern - das sind die Schwefelgase wohl drin. Knoblauchschwindling - für mich eindeutig, aber geb ihn beim Pilzspaziergang in die Teilnehmerrunde, sagen 80% ... "Ja,ja kenn ich, nur was ist es?" Same same mit Rettich usw usw ....


    Was wollt ich eigentlich sagen?

    Achso - den Duftomat2000. Ich würde mich am Growdfounding beteiligen ;)

    Man könnte sich das ja wie eine große beschriftete Sammlung an (Räucher)Duftstäbchen vorstellen. Hmm ... Moment ...das wär es doch eigentlich! .o(ich werd reich!)


    PS: "Ich liebe den Geruch von Napalm am Morgen". Na woher?

    Hi,

    würde mich auch mal interessieren, wer sein Hobby zum Beruf gemacht hat und davon leben kann.


    Ich glaub ja, dass hier 99% der User Hobby Mykologen sind und damit - wenn überhaupt - höchstens nen schmalen (eher ehrenamtlichen) Taler machen.

    Vielleicht macht der eine über sozial Media etwas Geld, oder über geführte Pilzwanderungen und -kurse. Ein anderer züchtet Pilze. Ich glaub es gibt auch welche die kartographieren das Vorkommen von Arten in bestimmten Gebieten. Der eine hat ein Buch veröffentlicht, der andere betreibt einen Pilzshop. Und dann wirds schon dünne, oder?


    Kann man mit seinem Pilz-Know-How Geld machen? Das ist vermutlich nicht der Grund, warum man in die Pilze einsteigt.

    Und wenn man das Know-How schon mal hat - kann man damit Geld machen? .. keine Ahnung, bin gespannt, ob jemand die Hand hebt.


    Ich bin mir nicht sicher, ob ich das überhaupt wöllte - also aus ein Spass-Hobby eine Ernst-Arbeit machen ....

    VG

    ... bei uns wurden mächtige Eichen abgeschlachtet und liegen schon seit Monaten am Boden ohne, daß sie verkauft werden.


    Das kommt bei uns auch vor. Da liegen Baumstämme und keiner holt sie ab. Hat dann der Besitzer auf Verdacht und ohne Käufer gefällt und dann niemanden gefunden? Oder hat die Stämme jemand gekauft und holt sie (warum auch immer) nur nicht ab. Beides für mich unverständlich.

    Und wenn es letztendlich keiner will, warum gibt man sie dann nicht frei bzw verkauft sie günstig an Kaminofenbesitzer u.ä?

    Ich versteh in Deinen Erklärungen deine Differenzierung von einer Liste "Bestimmter" Arten vs einer Liste von "Essbarer" Arten. Ich kann mir nun auch gut vorstellen, dass das der Knackpunkt der Frage gewesen sein könnte. Allerdings ist die Korbfreigabe der "guten" bestimmten (und auf der Liste bestätigter) Arten ja selbst auch eine direkte Essensfreigabe, oder?

    Ok, es fehlen halt die Nebensätze, wie dein Perlpilzbeispiel oder dass er/sie die Pilze zeitnah zubereiten sollte und ausreichend gebraten und Schmierröhrlinge sind evtl nicht bekömmlich und wenn man Allergien hat ... und und... da hast Du schon recht.