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letzter Beitrag von Wutzi am

Knolle und Scheide

  • Liebes Forum,

    ich versuche mir so langsam ein wenig Pilzwissen aufzubauen und habe heute folgenden Pilz gefunden. Aufgrund der Form der Scheide würde ich auf einen Knollenblätterpilz tippen. Allerdings scheint es bei Gminder so, als wäre der Stiel deutlich dünner.

  • Hallo.


    Das ist ein Perlpilz. Gut zu erkennen an den rötlichen Madenfraßgängen. Eine Volva hat der nicht, nur eine warzige Knolle.


    LG.

    Bin lediglich fortgeschrittener Anfänger.
    Posts sind nicht als Essensfreigabe zu verstehen. :-]

  • Ahoj, Mustang,


    welchen hast Du denn im Verdacht?


    Achte mal auf die rötenden Madenfraßgänge

    und außerdem auf die Angaben zu Pilzbestimmung.


    LG

    Malone

  • Vielen Dank. Man muss die Dinge doch alle erstmal in Natura sehen...jetzt werde ich beim nächsten Knollenblätterpilz, aufgeschirmt erkenne ich sie eher, mal die Vulva genau in den Blick nehmen.

    Beste Grüße

    Stefan

  • Hi Mischa,


    das ist aber ein Perlpilz und gehört somit eindeutig zu den Knollenblätterpilzen;).


    VG Jörg

    Ja doch, es ging hier doch bei einem wenig erfahrenen Pilzfreund, um die giftige Fraktion der Knollis, die habe ich gemeint. Aber Ihr habt schon Recht, ich hätte dies präziser formulieren sollen.==Gnolm8 Also nochmals, der oben gezeigte Fruchtkörper gehört zu keiner giftigen Art der Familie der Knollenblätterpilze. Schon gar nicht zu den Grünen K. .

    LG Mischa

  • Hallo Mischa,


    so schnell kommt es bei nicht präziesen Formulierungen zu Unstimmigkeiten, die völlig unnnötig sind.


    Gerade bei Anfängern sollte man darauf hinweisen, dass es nicht nur den Knollenblätterpilz gibt der überall als tödlich giftig gilt sondern das es eine ganze Gruppe von Pilzen dieser Gattung gibt da er vermutlich auch etwas lernen will.


    Hallo Stefan,


    ich rate Dir bei deinem Kenntnisstand ab, Perlpilze zu Speisezwecken zu sammeln auch wenn wir hier deinen Fund als solchen bestimmt haben. Hier habe ich ein paar Verwechslungskandidaten von dem, mit denen Du dich vorher erst einmal beschäftigen solltest.


    Als erstes wäre da der Graue Wulstling. Der ist ungefährlich, kann aber wenn man zu viele von denen ins Pilzgericht einbringt dieses meiner Meinung nach völlig versauen.


    Der zweite Kandidat ist schon viel gefährlicher. Pantherpilze können schwerste Vergiftungen hervorrufen.


    Als dritten Verwechslungspartner ist da auch noch der Raue Wulstling. Da sich diese früher eher mediterane Art in D. immer weiter ausbreitet sollte man diese auch auf dem Schirm haben.


    Die Teilnahme an einer von einem Pilzsachverständigen organisierten Pilzwanderung, wenn diese irgendwann wieder einmal gemacht werden, ist für einen Neuling sehr zu empfehlen da dort die wichtigen Merkmale der verschiedenen Arten gut erkärt wierden.


    VG Jörg

  • Vielen Dank für die Hinweise. Ich halte mich in der Küche noch auf einige Zeit von Lamellenpilzen fern, einzig der Austernseitling (hat ja auch Lamellen) darf in die Pfanne. Zur Zeit bemühe ich angestrengt die Literatur (Gminder und Lüder). Allerdings ist meine Rot-Grün-Schwäche bei der Bestimmung der Sporenfarbe ein Hindernis, da hilft wohl nur Erfahrung.

    Beste Grüße Stefan

  • Hallo Stefan, das ist eine sehr vernünftige Einstellung. Vor den Lamellenpilzen hatte ich auch lange so viel Respekt, dass ich sie nicht verwendet habe. Lass sie stehen, bis Du zu 100% sicher bist, oder frage einen Pilzsachverständigen in Deiner Nähe. Wenn Du bei 123-Pilze einen Wulstling aufrufst, Grüner Gnollenblätterpilz, Perlpilz oder Pantherpilz, fundest Du da bei der Beschreibung der Knolle einen Link zu einem Vergleich der unterschiedlichen Knollen. Das ist allumfassend, aber ein guter Anfang, die Wulstlinge besser kennenzulernen. Da fast alle Arten ganz helles bzw. weißes Sporenpulver haben, spielt Deine Farbschwäche keine Rolle.
    Zu Deinem Perlpilz - der heißt regional übrigens auch Rötender Knollenblätterpilz -hast Du den wichtigsten Hinweis schon bekommen: Fraßgänge und Verletzungen werden rötlich. Das passiert bei den anderen nicht.

    Lieben Gruß


    Claudia


    ...leben und leben lassen... ;)


    Hier im Forum gibt es grundsätzlich keine Verzehrfreigaben.

    Pilzsachverständige findest du hier.

  • Hallo Wutzi

    ...Da fast alle Arten ganz helles bzw. weißes Sporenpulver haben, spielt Deine Farbschwäche keine Rolle...

    Beim Sporenpulver der Wulstlinge hast du absolut recht.

    Zu Deinem Perlpilz - der heißt regional übrigens auch Rötender Knollenblätterpilz -hast Du den wichtigsten Hinweis schon bekommen: Fraßgänge und Verletzungen werden rötlich. Das passiert bei den anderen nicht.

    Hier wirds dann schwieriger mit einer Rot-Grün-Schwäche. Ich weiß jetzt nicht, wie stark das bei Stefan ausgeprägt ist. Darum gehe ich jetzt mal von mir aus, denn auch mir ergeht es so.


    Mal grundsätzlich: ich kann Rot erkennen, ich kann Grün erkennen. (Nur bei ganz bestimmten Mischfarben ist bei mir Sense. Ein gewisser Betriebsarzt wollte mir deswegen mal meine komplette Farberkennung absprechen. Naja, wenn er meint...) Das geht den einen Tag besser, am nächsten vielleicht dann nicht so gut. Die einen Perlpilze erkenne ich problemlos. Bei anderen bin ich mir nicht sicher.


    Da gibt es aber immer noch die Möglichkeit, solange ich nicht allein unterwegs bin, zu fragen, ob denn irgendwo Rottöne vorhanden sind. Wenn nicht, entweder stehen lassen (!), oder ALLE weiteren Merkmale abgleichen, sodass als Verwechslungspartner nur noch der Graue Wulstling über bleibt. Der schmeckt zwar nicht wirklich gut. Im Mischgericht geht das aber unter. Vorsicht ist halt hier wegen dem Pantherpilz geboten.


    LG Matthias

    95 PC nach APR 2020

    -2 PC für FPPR

    + 5 PC vom Löwengelben Stielporling

    = 98 Pilzchips



    Ohne den Pilz selbst in der Hand gehabt zu haben, ist eine 100%ige Bestimmung nie möglich. Keine Verzehrfreigabe übers Internet. Die gibt es nur beim Pilzsachverständigen/-berater/-kontrolleur vor Ort.

  • Ah ja, die Rottöne beim Perlpilz. Ich hatte nur an das SPP gedacht. Gut, dass Du das noch mal zum Anlass genommen hast, die Sache klarzustellen, Matthias. Ich bin auch der Meinung, dass es genug Nahrung gibt, sodass wir wirklich nicht auf unsichere Pilze aus dem Wald angewiesen sind. Nur die zweifelsfrei bestimmbaren Pilze mitzunehmen ist nicht nur für den Körper sondern auch für die Psyche das Mittel der Wahl. Nach der Pilzmahlzeit ständig in sich reinzuhören, ob irgendwas nicht stimmt, macht blöd im Kopf.

    Lieben Gruß


    Claudia


    ...leben und leben lassen... ;)


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  • Hi.


    Separate Threads für unterschiedliche Pilze wären besser. Dein Pilz ist ein Stadtchampignon.


    LG.

    Bin lediglich fortgeschrittener Anfänger.
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  • Ahoj,


    gerade weil er nicht gelb anläuft,

    ist es kein Anischampignon.


    Welcher genau, können evtl. die Spezialisten sagen.

    Vlt. aus der Ecke Stadtchampignon?


    LG

    Malone


    Edit: aah, Schupfnudel war schneller

  • Ein ebenfalls sicheres Merkmal um den Perlpilz von seinen weniger freundlichen Kollegen abzugrenzen ist ein Blick auf den Ring: dieser ist bei Perlpilzen stark gerieft. Auch der graue Wulstling hat einen stark gerieften Ring, aber den zu erwischen ist halt nur ekelig, zumindest aber nicht gefährlich. Perlpilz und grauer Wulstling unterscheiden sich gut durch den Stiel. Nur nach der Rötung würde ich als Anfänger nicht gehen, ich hab auch schon Perlpilze gefunden die gar nicht gerötet waren und auch schon Pantherpilze, die irgendwie trotzdem rot waren. Es kann immer mal passieren dass eine Fliege zu viel Rote Beete genascht hat oder der Pilz mutiert ist, auch bei Hitzeschäden können Braun- und Rottöne Auftreten ==19

  • Servus!


    Der zuletzt gezeigte Pilz gilbt doch (zumindest auf den Bildern) deutlich - und ist dennoch ein Stadtchampi (Agaricus bitorquis s.l.). Der gilbt nämlich ebenfalls, obwohl er weder zu den Karbolis noch zu den Anisgilbern gehört.

    eine Bitte in Sachen Panther - Grauen - Perlpilz: Klebt euch nicht an einzelnen Merkmalen fest! Wichtig ist es, die Fruchtkörper dieser Arten in ihrer Gesamtheit kennen zu lernen. Wenn man perlpilze (und Graue) verspeisen will, ist das sogar überlebenswichtig. Es gibt: Panther mit gerieftem Ring (!!!) selten und dann eher schwach ausgeprägt, aber es kommt vor. Es gibt Panther mit ohne Hutrandriefung (eigentlich so zu beobachten bei fast allen jungen fruchtkörpern). Es gibt Panther mit undeutlich eingepropfter Stielbasis (auch Bergsteiger laufen ja mal barfuß).
    Was es definitiv nicht gibt (kleiner Wink an Reisegewohnheit :gzwinkern: ): Panther mit roten Verfärbungen. Von den bisherigen xy000 Pantherpilzchen, die mir so begegneten zeigten exakt 0,0 Fruchtkörper irgendwo irgendwelche roten Verfärbungen - so was bräunliches kann aber durchaus mal vorkommen. Oder sie wurden angemalt (oder sonstwie künstlich verfärbt)? Hilft nur eben nichts, wenn man wie vorher schon angeklungen bestimmte Farbtöne anders zuordnet, als bei Ottonormalpilzkundler üblich.
    Fazit: Die Summe aller Merkmale (und da gehören auch solche Sachen wie Farbe und Struktur des Hutvelums dazu oder auf welcher Stielhöhe der Ring sitzt) macht am ende viel aus.



    LG; Pablo.

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