Hallo, Besucher der Thread wurde 410 aufgerufen und enthält 9 Antworten

letzter Beitrag von Clavaria am

Ein paar Ritterlinge

  • Hallo zusammen


    Hier ein paar Fotos der Ritterlinge von der heutigen Mittagsrunde, die ich heute im Zoom-Meeting gezeigt habe.

    Habitat: Mischwald mit Fichten, Kiefern, Birken


    Tricholoma aurantium - Orangeroter Ritterling


    Tricholoma pardinum - Tiger-Ritterling


    Tricholoma focale - Halsband-Ritterling


    Tricholoma boudieri - Rötender Seifenritterling

    Rötet überall sehr stark, auch an den Lamellen und am Stiel. Stinkt viel intensiver seifig als der normale Seifenritterling.


    Tricholoma cf. rapipes - Orangegelbverfärbender Seifenritterling

    Stinkt wie boudieri, aber rötet nur auf dem Hut und ein wenig am Stiel. An den Lamellen gar nicht.


    Gruss Raphael

  • Hallo, Raphael!


    Mein lieber Scholli, das ist mal ein bemerkenswertes Sammelsurium von seltenen bis arg seltenen Rittern.

    Tricholoma boudieri und rapipes hatte ich (zumindest bewusst) noch nie in der Hand und so eine schöne Kollektion vom echten Tigger würde ich auch gerne mal finden.

    In meiner Gegend ist filamentosum halt erheblich häufiger als pardinum.



    LG; Pablo.

  • Hallo,

    schön, dass du sie hier nochmal zeigst, ich hatte versucht mir die Namen aufzuschreiben, aber so schnell war ich nicht!

    Tolle Kollektionen !

    Liebe Grüße aus dem Vogtland

    die Schwarzhex

    :gwinken: Sandra

    (100 - 10 fürs APR 2020 = 90 - 15 APR 21 = 75)

  • Hallo Ingo


    Ja, alles kalkig.

    Tr. aurantium und pardinum sind in dem Gebiet häufig und waren heute massenhaft vorhanden.

    Tr. focale kam nur an einer Stelle, genau wo ein Kollege ihn letztes Jahr fand.


    Gruss Raphael

  • Hallo zusammen,

    die Spaßbremse will noch ein bisschen Wasser in den schönen Wein gießen. Das letzte Foto zeigt mMn ebenfalls Tricholoma boudieri. Tricholoma rapipes wäre dagegen ein ausgesprochen hellgrüner Pilz mit olivem Farbeinschlag, der auch einen grüngetönten Stiel hat (vgl. FNE 4).

    FG

    Oehrling

    PSVs dürfen weder über I-Net noch übers Telefon Pilze zum Essen freigeben - da musst du schon mit deinem Pilz zum lokalen PSV!

  • Hallo,


    ja so richtig sicher bin ich mir bei rapipes auch nicht, drum ja das cf. vorne dran und im Zoom hatte ich genau das Problem auch erläutert.

    Auffällig war aber halt schon, dass die Lamellen im Gegensatz zu Tr. boudieri überhaupt nicht röten.

    Der Unterschied bestand zwischen allen Exemplaren der beiden Kollektionen.


    Letztes Jahr habe ich genau der gleichen Stelle (und sogar am gleichen Kalendertag :)) die hier gefunden, die ich damals auch als rapipes bestimmt habe:


    (etwas überbelichtet)



    Auch da rötete nur der Hut und ein wenig der Stiel, aber die Lamellen nicht.

    Drum meine ich, dass es da doch einen wesentlichen Unterschied zu boudieri gibt.

    Ob es nun rapipes oder noch etwas anderes ist, vielleicht eine Abart des normalen Seifenritterlings, kann ich nicht abschliessend beurteilen.

    Vielleicht lasse ich ihn mit Winter mal sequenzieren.


    Gruss Raphael

  • Hallo Raphael,

    auch das sind für mich T. boudieri. Hast du FNE4 (Christensen/Heilmann-Clausen)? Du kämst nicht auf die Idee, deine Pilze T. rapipes zu nennen, wenn du die dortigen Abbildungen zu T. rapipes sähest. Wie oben schon gesagt: T. rapipes im Sinne FNE4 ist ein grüner Pilz.

    FG

    Oehrling

    PSVs dürfen weder über I-Net noch übers Telefon Pilze zum Essen freigeben - da musst du schon mit deinem Pilz zum lokalen PSV!

  • Klar hab ich das Buch, habe ja danach bestimmt.

    Aber ich gebe dem Foto immer nur zweite Priorität, vor allem bei Pilzen die farblich so variabel sind wie Seifenritterlinge.

    Im Text sind auch andere Farbtöne erwähnt, für die Hutmitte "olivaceous grey, olivaceous buff, olivaceous, brownish olivaceous to honey".

    Also sind auch eher Brauntöne erlaubt, es muss nicht rein grün sein.


    Weiter schreiben die Autoren unter "Discussion":

    It is quite possible that also collections with more greyish colours,

    from Picea-stands, are referable to T. rapipes, so that ecology could be the best

    character to separate the two species.


    Also zweifeln sie selber die grüne Farbe als entscheidendes Kriterium an, die morphologischen Merkmale sind in dem Buch nicht final erarbeitet.


    Da alle anderen Merkmale passen (er wuchs unter einer Fichte), und die Farbe gemäss Beschreibung kein klares Trennmerkmal ist, scheint mir meine Bestimmung nicht völlig abwegig zu sein.


    Bei den Seifenritterlingen ist noch so viel unklar. Darum ja cf. in der Benennung.

    Klarheit bringt ja wohl wirklich nur eine Sequenzierung.


    Gruss Raphael

    • Gäste Informationen
    Hallo, gefällt Dir das Thema und willst auch Du etwas dazu schreiben, dann melde dich bitte an.
    Hast Du noch kein Benutzerkonto, dann bitte registriere dich, nach der Freischaltung kannst Du das Forum uneingeschränkt nutzen.