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letzter Beitrag von Grüni/Kagi am

Pilzgeruchs-Beschreibungen - Open Thread

  • Hallo Ihr Lieben!


    Immer wieder fällt mir auf, dass der Geruch von Pilzen zwar wichtig ist, aber eine genaue Beschreibung eines Geruchs, damit er auch für andere Menschen nachvollziehbar ist, ist wirklich schwer.


    Bei Farben kann man, wenn man z. B. sagt: „Zitronengelb“ bei den meisten Menschen sofort ein inneres Bild mit der entsprechenden Farbe heraufbeschwören. Aber der Geruch?


    Er ist so individuell, so schwer reproduzierbar als Wortbeschreibung, so unterschiedlich ausgeprägt ist die Geruchswahrnehmung…


    Darum finde ich, es ist an der Zeit einen Open Thread dafür einzurichten.


    Es soll hier darum gehen, nicht die anderen Pilzler zwingend von seinem Geruchserlebnis zu überzeugen, sondern eher zu sensibilisieren. Seine Geruchsempfindung zu beschreiben, damit andere das eventuell eher nachvollziehen können.

    Denn manchmal bedarf es nur eines sanften Draufschubsens, um einen Geruch als genau diesen zu erkennen oder auch zu finden.


    Also, munter drauf los geschnüffelt und beschrieben, auf dass unsere Nasen besser geschult werden! ==Gnolm16

  • Dann mache ich hier gleich mal den Anfang mit einem meiner Lieblingspilze, den Eichhasen, Polyporus umbellatus.


    Ich würde sagen angenehm “pilzig“ (ja, ich weiß, nicht gern gesehen), ein bisschen Richtung Zuchtchampignon, mit einer ordentlichen Note von echtem Back-Kakao und etwas Vanille, und ein Hauch von Riesenbovist.

  • Als nächstes der Rosa Rettichhelmling, Mycena rosea.


    Mein Geruchsempfinden hier: ja,,schon rettichartig. Aaaaber ich finde, er riecht sehr unangenehm nach abgestandenem Aschenbecher. ==20

  • Hallo Tuppie


    Da fällt mir gleich der Violettstielige Pfirsichtäubling (Russula violeipes) ein. In der Literatur wird ja "fruchtig, obstartig, alt fischig" angegeben. Mich erinnert er etwas an den Milchbrätling (Lactarius volemus agg.). Und tatsächlich ist es so, wer den einen nicht mag, kann auch den anderen nicht ausstehen. Was dem Geruch des Pfirsichtäublings aber noch näher kommt, das ist gekochte Topinambur.


    LG Matthias

    98 PC vorm APR

    - 10 PC Startgebühr

    = 88 Pilzchips



    Ohne den Pilz selbst in der Hand gehabt zu haben, ist eine 100%ige Bestimmung nie möglich. Keine Verzehrfreigabe übers Internet. Die gibt es nur beim Pilzsachverständigen/-berater/-kontrolleur vor Ort.

  • Hallo!


    Hex-hex? Ja freilich, da isser schon, wenn irgendwelche Hexen rufen!

    Rettichhelmling nach Aschenbecher? Dann vielleicht nochmal frisch ankratzen! Beim Rosa Rettichhelmling mag man angewelkt auch mal an Mohnkuchen denken, ihr werdet fasziniert sein, wie gut das klappt!


    VG Ingo W

  • Geruchs-Sammelthread? Eine gute Idee!

    Ich habe Ende Mai Waldfreundrüblinge in unserem Garten gefunden, höchstwahrscheinlich Gymnopus ocior. Die rochen...pilzig, aber mit einer unverkennbar fruchtigen Note; am ehesten nach Orange. Ich fand's überraschend.

    LG Michael

  • Hallo,


    da steige ich gleich mit ein. :)

    Verfärbender Schneckling Hygrophorus discoxanthus:
    L. Literatur wie Raupe des Weidenbohrers (wer hat daran schon mal gerochen?)
    Umschreibend würde ich sagen, wie das weiße Innere von Mandarinenschalen, wenn man sich die fruchtige Zitruskomponente wegdenkt.

    LG Thiemo

    Bestimmungen anhand von Fotos sind immer unter Vorbehalt und mit Restrisiko!

    Sichere Freigabe zum Verzehr können nur Pilzsachverständige vor Ort geben!

  • Hallo Thiemo!

    Tatsächlich habe ich schon an einer Weidenbohrerraupe gerochen… ich fand, dass sie eigentlich nur nach Essig riecht. Eventuell eine leichte Obstessignote.

  • Hallo, da mache ich doch gleich weiter:

    Mehlgeruch: z.B. beim Maipilz, Mehlräsling.

    Da hilft nicht in die Mehltüte reinzuriechen. Ich hatte mein AHA-Erlebnis als ich bei einer noch funktionierenden Mühle vorbeikam. Da roch es nach frischgemahlenem Mehl und ich konnte dem Maipilz dem zuordnen.

    Manche vergleichen den Geruch mit gurkig, aber das finde ich höchstens beim Schuppigen Porling ähnlich.


    LG Ulla

  • Hallo,

    Tatsächlich habe ich schon an einer Weidenbohrerraupe gerochen… ich fand, dass sie eigentlich nur nach Essig riecht. Eventuell eine leichte Obstessignote.

    Jetzt bin ich auf den Vergleich noch gespannter. Müsste nur den Weidenbohrer in der Natur finden. ^^

    LG Thiemo

    Bestimmungen anhand von Fotos sind immer unter Vorbehalt und mit Restrisiko!

    Sichere Freigabe zum Verzehr können nur Pilzsachverständige vor Ort geben!

  • Hallo an Alle,


    schöne Idee mit diesem Thread, da ich ja auch ein ganz spezielles Geruchsempfinden habe. Viele Pilzgerüche nehme ich gar nicht wahr, andere komplett anders als beschrieben. Ich hätte unzählige Beispiele aber ich führe mal nur einige auf, was mir ganz spontan einfällt.


    Mehlgeruch allgemein finde ich absolut nicht mehlig, weder trockenes, feuchtes, noch frisch gemahlenes Mehl. Eher ist das für mich immer eine Variation von gurkenähnlich.


    Anischampignons riechen für mich nicht mal mit viel Fantasie auch nur annährend nach Anis. Alle dafür ziemlich deutlich marzipanähnlich bzw. wie das Innere von Apfelkernen.


    Gallentäublinge habe ich geruchsmäßig letztens zufällig beim Hausbau wiedergefunden: Grundierung zum Tapezieren! Ich dachte mir so: Mensch den Geruch kennst du doch irgendwo her?? Und dann ist es mir irgendwann eingeschossen... Erstaunlich!


    Nebelkappen riechen für mich sehr unauffällig (die sollen ja irgendwie intensiv/parfürmiert riechen)


    Ich wäre mal über eine schöne Beschreibung für Gelbe Knollis dankbar, da fehlen mir noch die richtigen Worte, Kartoffelkeller usw. ist es für mich eindeutig nicht.


    LG Phillip

  • Hallo Zusammen!

    Na, da geht ja einiges!


    Also, ich finde Kartoffelkeller und keimende Kartoffeln ganz passend beim geben Knolli.


    Zur Nebelkappe kann ich nur sagen, dass sie bei Zimmertemperatur nach Biermaische riechen bzw. nach Biertrester, oder wie man das nennt. Ich kenne diesen Geruch seit meiner Kindheit, da wir in der Nachbarschaft eine Brauerei hatten, vor der immer der Wagen eines Bauern stand, der mit diesen Brauresten seine Schweine gefüttert hat.

  • Jetzt bin ich auf den Vergleich noch gespannter. Müsste nur den Weidenbohrer in der Natur finden.

    Hier zumindest mal wie die Weidenbohrerraupe aussieht: ein stattliches Exemplar von ca. 6cm Länge und fast 1cm Dicke.


    Wohnt bei unserm Nachbarn in der Korkenzieher-Weide. Er versucht sie seit Jahren durch Zuschmieren der Löcher mit Knete zu vertreiben. Scheint aber nichts zu nützen. Auch Samtfußrüblinge profitieren von den Schädigungen der Raupen.

    LG Ulla

  • Hallo Ihr Lieben,


    das Thema finde ich auch spannend g:-)

    Für mich hat der Schönfuß - Röhrling (B.calopus) einen ganz typischen Geruch, den ich auch sehr gut beschreiben kann :gzwinkern:.

    Habt Ihr schon einmal an dem "Schönfuß" gerochen? Und wie würdet Ihr seinen Geruch beschreiben?


    Liebe Grüße


    Murph

  • Hallo zusammen,


    ich war gerade im Wald unterwegs und musste direkt an diesen Thread denken.

    Ich habe gerade Mädesüß gefunden, ein Teil davon zum dran schnuppern abgemacht und den Duft der Blüten genossen.

    Als ich später im Auto saß, kam mir auf einmal ein sehr bekannter Geruch in die Nase: Karbolchampignons!

    Dann habe ich überlegt, was ich denn Alles berührt habe und da fiel mir das Mädesüß aus dem Wald ein. Kurz Google angeschmissen und siehe da: beim Zerreiben der Grünteile von Mädesüß setzt sich ein Geruch nach Salizylaldehyd frei.

    Endlich habe ich mal einen Vergleich für den Karbol-Geruch. Laut Wikipedia leitet sich das Salizylaldehyd von Phenol ab, Phenol=Karbol.

    Ich liebe Natur - wirklich spannend!


    LG Phillip

  • Hallo Phillip!


    In Mädesüßbestände könnte ich mich reinlegen, so genial finde ich den Duft.

    Der Karbolgeruch von K.-Champis löst aber nicht den gleichen Wunsch bei mir aus, insofern bin ich jetzt recht skeptisch.


    VG Ingo W

  • Naja, wenn ich das jetzt richtig verstehe, geht es nicht um den Duft der Blüten, sondern um zerriebene Grünteile. Das ist mal einen Versuch wert! Wo das nächste Mädesüß steht, weiß ich.

  • Bei den Büscheligen Raslingen (Lyophyllum decastes und Verwandte) wird eine mehlige Geruchskomponente beschrieben.

    Meiner Meinung nach ist es aber exakt der Geruch nach frisch aufgeschnittenen Bohnen (Brech, Gelbe Bohnen, Buschbohnen).

    Mal darauf achten.


    lg
    Elisabeth

  • Hallo Elisabeth!


    Also mit dir möchte ich ja beinahe in Verbindung bleiben, wenn du dir solche Gedanken über Pilzgerüche machst.

    Ich hab noch nie einen Braunen Büschelrasling mit mehlartigen Geruch gefunden.

    Der Geruch ist ja recht dezent und unauffällig, ich bin bis zur aufgeschnittenen Runkel, vielleicht Zuckerrübe gekommen, aber passt noch nicht 100%-ig.


    VG Ingo W

  • Hallo Thiemo!


    Ja, das stimmt, die Nuance ist drin.


    VG Ingo W

  • Naja, wenn ich das jetzt richtig verstehe, geht es nicht um den Duft der Blüten, sondern um zerriebene Grünteile. Das ist mal einen Versuch wert! Wo das nächste Mädesüß steht, weiß ich.

    Hallo zusammen,


    genau das meine ich, natürlich riechen die Blüten völlig anders ^^

    Probiert es wirklich mal aus!


    LG Phillip

  • Muß ich nachher gleich mal probieren - hab Mädesüß im Garten! Aber im Moment regnet es ziemlich...

    Für mich rochen Mädesüß-Blätter immer recht ähnlich denen der Pimpernelle. Bin gespannt, ob ich da eine Ähnlichkeit zum Karboli-Geruch wahrnehme! Aber ich habe leider eine eher unsensible Nase. Das Thema Pilzgerüche ist für mich daher sowieso ein Schwieriges.

    Gnolmige Gnüße,

    Gnüni/Kagni ==11


    102 Pilzchips


    (Stand Nov.2020=112 -15 Einsatz APR 2020 -1 für Belis Pilzgral-Rätzel +5 Präsenz-Bonus APR 2020 +5 Platz 14 APR 2020 +5 Gnolmisch-Bonus APR 2020 -2 Einsatz FPPR +5 Platz 1 FPPR +2 Platz 2 Sonderwertung FPPR +1 Platz 3 Pixies EM-Rätzel -15 Einsatz APR 2021 =102)


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    Meine Zeichnungen und Fotos sind außerhalb dieses Forums
    nicht ohne meine vorherige Genehmigung zu verwenden!


    Grünis/Kagis verrückte Pilzwerkstatt

    Pilze an ungewöhnlichen Orten finden!

  • Endlich habe ich mal einen Vergleich für den Karbol-Geruch. Laut Wikipedia leitet sich das Salizylaldehyd von Phenol ab, Phenol=Karbol.

    Sorry, aber das ist eine unzulässige "Herleitung". Ebenso könntest Du Salicylaldehyd beispielsweise vom Benzaldehyd ableiten, der riecht wie Marzipan. Und nu?


    Sei mir nicht böse, aber als Chemiker sträuben sich mir bei solchen "Herleitungen" die Haare ;).

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