Beiträge von Ingo W

    Hallo Hilmgridd!


    Ich denke, dein eingeschlagener Weg passt schon mit H. imberbis s.l., habitatmäßig mag der tümpeliges.

    H. imberbis ist bisher noch ein schlecht überschaubarer Komplex, der ziemlich viel abdeckt, auch inamyloide Kollektionen gibt es da.

    Die Hakenfrage ist noch nicht geklärt, da müsstest du mal angefärbte Baby-Asci anschauen.

    Und den Ölinhalt in den Sporen kann man nicht einschätzen, da braucht es bessere Bilder.


    Viele Grüße

    Ingo W

    Hallo Bernd!


    Dem makroskopischen Aussehen nach wird Mollisia lividofusca einwandfrei passen.

    Allerdings darf man sich nicht darauf verlassen, dass allein das Substrat auf die Mollisia-Art schließen lässt. Es gibt durchaus auch einige Mollisia-Funde auf Zapfen, wo sich lividofusca nicht bestätigte.

    Allerdings sahen die dann auch anders aus als hier.

    Für den erwähnten Kutorga-Mollisia-Schlüssel interessiere ich mich. Wo finde ich den?


    VG Ingo W

    Hallo Stefan!


    Bisher sehe ich nichts, was gegen deine Idee Mollisia cinerea spricht, macht mikro- und makroskopisch Sinn und ist wahrscheinlich.

    Aber mir wäre das alles zu winzig und zu wenig, um sich ein Gesamtbild zu machen.

    Die abstehenden Zellen an der Außenseite und am Rand kann man noch anschauen, Sporeninhalt und der Test mit KOH ist noch Pflicht.

    Haken sind auf Mikrobild 2 oben zu sehen an den Jung-Asci.


    Viele Grüße

    Ingo

    Hallo Bernd!


    Resupinatus trichotis/applicatus macht Sinn.

    Bei der Mollisia ist lividofusca schon wahrscheinlich, besonders, wenn sie vom Standort in etwa so gewachsen ist wie die Mollisia ligni, also nicht an dauerdurchfeuchtetem Holz, sondern eher trockentolerant. Sowohl lividofusca als auch cinerea wachsen im Winterhalbjahr, deswegen geht Dezember genausogut wie jetzt.

    Mit der kurzwuscheligen Außenseite und den klaren, kaum wechselnden, verlässlichen Farben ist Mollisia ligni so gut wie sicher. Allerdings werden manchmal auch Kollektionen gefunden mit amyloiden Apikalringen an den Asci, dann würde das schon wieder interessanter sein. M. ligni ist normalerweise inamyloid.


    VG Ingo W

    Hallo!

    Zitat

    Die Dreifärbige Tramete wächst geselliger als die Rötende, ist aber meine persönliche Einschätzung,

    ....und dichter übereinander.

    Ich finde die rötliche Farbe für tricolor noch kennzeichnend. Es gibt nämlich auch fast vollständig lamellige confragosa, die aber nicht rötlich sind und einen kleinen porigen Anzeil haben.

    So zumindest meine Theorie.


    VG Ingo W

    Hallo Thorben!


    Ich halte deinen verlinkten Fund vom 29. 01. für eine jüngere Exidia glandulosa.

    Dort sind die Fruchtkörper etwas abstehend vom Substrat und mit Fantasie sieht man auch die eine stoppelige Seite.

    Deshalb würde ich mich auch über die unterschiedlichen Sporenmaße nicht wundern. Auch könnte mir man im Link das Substrat gut als Eiche (Lieblingssubstrat von glandulosa) verkaufen.


    VG

    Ingo W

    Hallo Öhrling!


    "Tja, nützt nichts," wird man dann zu den Seminarteilnehmern sagen, "weiter kriegen wir das hier mit unseren veralteten Mitteln wie Augen und Mikro nicht mehr hin, aber im Nebenraum steht der Sofort-Sequenzierer, den könnten wir dazu befragen."


    Meine Bedenken sind halt wirklich, dass man kein Ende finden wird. Also der nächste Saftporlings-Sequenzierer findet natürlich noch mehr Blaue Saftporlinge als 6 und der übernächste sagt, so grob kann man die Einschätzung nicht lassen und macht 120 draus.

    Die Zeit wird weiter laufen, uns gibt es dann nicht mehr. Vielleicht gehört später der Mobile Sofortsequenzer zum Ausrüstungsgegenstand des Pilzsammlers, und man wird unsere heutigen Ansichten belächeln.

    Andreas hatte das schöne Beispiel mit Fries, so ungefähr stelle ich mir das vor.


    VG Ingo W

    Hallo Öhrling!


    Das glaub ich jetzt wieder nicht. Aber wahrscheinlich muss man sich an die Formulierung gewöhnen, dass das, was wir per Mikro/Makro erkennen immer noch weiter aufgespalten ist.

    Und irgendwo höre ich das ja aus allen Ecken der Mykologie, der Stein ist im Rollen.

    Das stelle ich mir dann so vor, dass man neugierigen Einsteigern erzählt "das ist der Winterrübling" und gleichzeitig weiß, dass der inzwischen aus 7 besteht (oder so ähnlich).

    Oder "zu dem hat man früher Blauer Saftporling gesagt, im Feinen betrachtet sind es aber 6 Arten" oder so.


    Schätze, so ähnlich wird das dann funktionieren.


    VG Ingo W

    Hallo!


    Dass verschiedene Wege zu einem ähnlichen Ergebnis führen können, da fallen mir auch immer die cyphelloiden Basidios ein.


    Gewöhnen kann man sich vielleicht auch an solche Beispiele wie Polyporus, deren jetzige Gattung Lentinus eben jahrelang als lamellig bekannt war.

    Über die Jahre hinweg gewöhnt man sich an so manches, das sich durchsetzt, man denke da an das Thema Dasyscyphus oder Tapesia oder Aufspaltung Collybia.


    Ein bisschen hoffe ich ja manchmal noch, dass jmd. feststellt, dass sich die Art "braune Tremella A" mit "brauner Tremella B" mit Einschätzung beider als "eindeutig eigene Art!" trotzdem noch kreuzen lassen.


    VG Ingo W

    Hi Nobi!


    Ich glaub, aus dir spricht die gleiche Enttäuschung wie ich sie kenne.
    Man hat sich jahrelang versucht Wissen anzueignen, was das Arten-Kennenlernen in makro- und mikroskopische Sicht betrifft, hat jetzt mit der Sequenzierung sogar ein wunderbares Instrument so manches an Hypothesen zu bestätigen oder auch zu widerlegen, und jetzt soll alles bis ins Winzige aufgedröselt werden.

    Das meiste unseres Wissens ist nichts mehr wert, weil hinter jeder Ecke der Spruch "muss sequenziert werden" zu lesen ist.
    Schätze, die nächste Generation wird an die Sache anders rangehen, aber uns fällt das eben schwer.


    VG Ingo W

    Hallo Andreas!

    gutes Beispiel - und wenn ich Dir jetzt noch sage dass ich mir gut vorstellen kann, dass diese drei aus Amerika (glaub ich?) beschriebenen Arten aus dem "olivaceocinerea-Aggregat" vielleicht bei uns gar nicht vorkommen, dagegen vier andere Arten, dann wirst Du mich vermutlich schlachten.

    Naja, zumindest führen etliche Sequenzen, die hier gemacht wurden, zu den Genannten. Dass dann bei der Feinbetrachtung nochmal wieder was Abgrenzbares rauskommt, die Erfahrung musste ich jetzt auch schon mehrfach machen.

    Das ärgerliche ist, dass ich es in dem Komplex olivaceocinerea gar nicht mehr gebacken kriege, mit den makro- und mikroskpischen Merkmalen eine Vorahnung zu bilden über olivaceocinerea hinaus.

    Meine Arbeitsnamen passen ja in einem zufriedenstellenden Anteil nicht schlecht zum Sequenzergebnis (zumindest, wenn ich die Art schon ein paar Mal hatte), aber im Komplex um olivaceocinerea kriege ich es nicht mehr hin.


    Auf jeden Fall ist es gut, den Bereich auch mal anders angeleuchtet wahrzunehmen, insofern danke ich dir für deine Antworten.

    Hättest Du früher gedacht dass Tremella mesenterica und aurantia zwei Arten sind?

    Finde ich vernünftig, dass das zu Tage gekommen ist. Haben verschiedene Sporengrößen und verschiedenen Wirt.

    Aber wenn die neuzeitlich auseinandergenommen werden, dann bleibt es nicht bei 2 gelben Tremellen, dann werden daraus viel mehr.

    Vielleicht ist es das, was mir Angst macht, nämlich, dass man mit "normalen Mitteln" keine Pilze mehr bestimmen kann.


    Viele Grüße

    Ingo

    Hallo Andreas!


    Jetzt habe ich versucht, möglichst viele "NFF-Gattungen" zu Mollisia zu finden, und bin da leider nicht sehr weit gekommen.

    30 ist auf jeden Fall viel zu hoch, das stimmt.


    Thema Profilierung: damit wollte ich eigentlich die angesprochen wissen, die sich eine Mollisia sequenzieren und wenn die nicht ganz genau so schon irgendwo hinterlegt ist, einen neuen Namen bekommt.

    Es gibt da im osteuropäischen Areal sogar Empfehlungen an Unis, dass doch am Ende der wissenschaftlichen Arbeit günstigerweise auch eine Neubeschreibung rauskommen möchte. Natürlich auch irgendwie verständlich, Ergebnisse sind immer gut.


    Meiner Meinung nach sollte man aber besser versuchen das "Von-Bis" einer Art zu erarbeiten.


    Vielleicht doch ein Wunschgedanke von mir, dass man manche sich stark auseinander entwickelnde, streuende Arten irgendwie zusammenhalten könnte (olivaceocinerea, also der Komplex mit nodosa, oblonga, malochii). Ja, vielleicht Feldmykologen-Fantasien, mag sein.

    Trotzdem, wenn man alles zu eng nimmt, und jeder kleine Unterschied zur Abspaltung und "Artherstellung" hergenommen wird, das kann doch auch nicht Sinn der Sache sein?


    Zum Thema Orbilia: wenn ich Zotto richtig verstanden habe, hat er das Konzept schon weit gehalten, sonst wären da wohl sehr viele Gattungen mehr entstanden.

    Profilieren musst du und Zotto sich sicher nicht, euren Verdienst und Professionalität im mykologischen Bereich kennt jeder. Das tut mir leid, wenn du dich angesprochen fühltest.

    Auch war mir nicht bewusst, dass du auf dem Gebiet Mollisia überhaupt noch arbeitest.


    Viele Grüße

    Ingo

    Hallo Andreas!


    Das mag schon sein, dass ich nicht die Ahnung habe und vielleicht Zusammenhänge nicht erkenne.


    Mir war jetzt auch nicht bewusst, dass du da mitmischst, wollte dich nicht beleidigen.

    Etwas habe ich aber in den letzten Jahren mitgekriegt, und ich sehe das tatsächlich nicht ein. Wenn man anfängt, das Artkonzept von Mollisia tatsächlich so eng zu sehen, also jeder Mollisia mit eigenständig benamter Nebenfruchtform eine neue Gattung zuordnet, dann hast du schätzungsweise 30 Mollisia-Kleingattungen alleine von denen, die auf Holz wachsen.

    Soll das tatsächlich der Sinn der Wissenschaft sein?


    Viele Grüße

    Ingo

    Hallo!


    Man kann natürlich auch versuchen, den Unsinn mit der Aufsplittung nicht mitzumachen und gegenzulenken.

    Species Fungorum - Species synonymy


    Aber da gibt es wohl zu viel Profilierwillige, die nicht eher aufgeben bis jede Art eine neue Gattung ist.

    Die beschreiben übrigens auch Arten anhand nur einer einzigen Sequenz. Ich wünsch denen nichts Gutes.


    Im Anfangsbeitrag von Thorben sind alte Apos von Mollisia zu sehen. Dass sich da drin jetzt auch die zugehörigen NFFs bilden können, wusste ich nicht.

    Also der Aufbau kann schon passen, also auf dem Stiel stehende "Besen", deren Borsten aneinandergereihte Zellen sind.

    Aber ob man die alleine anhand der Form unterscheiden kann?

    Die genannten Kanadier haben die ja hauptsächlich aus Fichtenrinde isoliert, wer weiß, wo man die noch alles finden kann.


    VG Ingo W