Beiträge von Ingo W

    Lachnum tenuipilosum Svrcek 1988

    Rötendes Süßgras-Weißhaarbecherchen


    Dieses weiße Haarbecherchen findet man relativ einfach, wenn man an Bächen oder Feuchtbiotopen nach den vorjährigen toten Halmen vom Rohrglanzgras schaut.





    Die Art gehört zu denen, die bei Verletzung röten. Das macht dieses Becherchen hauptsächlich auf der Außenseite, erst im Vergehen auch in der Fruchtschicht.













    Mikroskopisch fallen als Unterscheidung zu anderen Lachnum-Gräserbewohnern besonders die Haare auf, welche sich überwiegend nach oben hin verschmälern.






    VG

    Ingo W

    Hallo Armin!


    Ich denke, irrelevant ist hier nicht das richtige Wort. Auf Jodreaktionen von Exsikkaten kann man sich vielleicht nicht 100%ig verlassen, besonders, wenn eine vermutete Reaktion ausbleibt.

    Aber wenn der Apikalring des Ascus im Exsikkat blau reagiert, dann sollte das schon hinhauen. Ob da aus Rot auch Blau werden kann, muss ich selbst mal nachfragen bei Gelegenheit.

    Vielleicht kann mollisia was dazu sagen, der hat ab und an Exsikkate nachuntersucht (wie funktioniert hier die "Ruf-Funktion" gleich wieder?)


    VG Ingo W

    Hallo Pe'84!


    Also bei den ersten Bildern hätte ich an Düngerlinge gedacht.

    Aber dann sind die plötzlich fast gelb, auch mit gelben Lamellen, da verstehe ich dann, wenn man auf Samthäubchen kommt.

    Wäre schon wichtig, die richtige Farbe zu zeigen.

    Zum Essen kommt bei beiden Richtungen nichts in Frage.


    VG Ingo W

    Hallo Armin!


    Es wird von schwacher bzw. stärkerer Jod-Reaktion gesprochen, wobei oft auch auf eine mögliche schwache Jod-Konzentration im Lugol hingewiesen wird. Wie nimmt die Jod-Konztr. in Lugol mit der Zeit ab und wie kann ich einfach testen, ob meine Jod-Konzentration in meinem älteren Lugol noch i.O. ist?

    Noch ein Wort zu deiner Frage der schwachen und starken Konzentration von Lugol.

    Also das ergibt sich durch das Einziehenlassen, wenn man einen Tropfen neben das Deckglas gibt.

    Zuerst erreicht nur eine geringe Konzentration deine Fruchtschicht, es kann also sein, dass du dadurch zuerst eine blaue Reaktion des Apikalrings wahrnimmst.

    Mit der Zeit wird durch das Einziehen am Platz der Reaktion die Konzentration höher, oder auch wenn du das Deckglas anhebst, damit Lugol schnell dort ankommt oder auch mit Baralscher Lösung.


    Mit MELZERs bleibt diese hemiamyloide Reaktion meist ungesehen, das wirkt zu lethal.


    Aktuell gerade hier rechts im Bild bei Dennisiodiscus "ripariae":



    VG Ingo W


    Mollisia luctuosa Boudier 1907

    Septiertsporiges Seggen-Weichbecherchen


    Ein unscheinbares Weichbecherchen, das man wohl nur findet, wenn man in den entsprechenden Biotopen Totmaterial von Sauergräsern inspiziert, in diesem Fall Seggen.








    Beachtenswert ist das letzte Mikrobild mit den zerfallenden Vakuolen der Endzellen. Ist beinahe schon Kunst.

    Makroskopisch kriegt man den wohl eher schlecht sicher gebacken, denn mindestens Mollisia palustris sollte da ein ernstzunehmender Verwechsler sein.


    VG Ingo W

    Hallo Axel!


    Nein, Lachnella alboviolascens ist das auch nicht.

    Der wäre genauso weich wie ein Asco und hat nicht gar so eine dunkle Scheibe.


    Sven Heinz hatte mich angeschrieben und Myrothecium vorgeschlagen. Im Pilzforum hatte Felli mal sowas, aber da kenne ich mich überhaupt nicht aus damit.


    Viele Grüße

    Ingo W

    Hallo Philipp!

    und bis jetzt der Meinung dass es Karstenia rhopaloides sein muss.

    Ja, würde ich dir glauben.

    Verstehst du wieso Capitotricha jetzt wieder Lachnum ist?

    Heutzutage ist ja der Trend eher so, Gattungen mit recht gleichen mikroskopischen Merkmalen bis zur Unkenntlichkeit zu zerbröseln, nur weil die Arten im Sequenzbäumchen etwas voneinander wegstehen.

    Man darf da aber in diesem Fall hier mit Capitotricha durchaus auch weiter eine vernünftige Meinung behalten und muss nicht alles Geschriebene glauben.

    Mitunter findet sich einfach keiner, der die Sache richtig stellt. Es besteht meines Wissens kein Grund die Gattung Capitotricha wieder bei Lachnum einzugliedern. Und wenn es sich durch die Genetik so herausgestellt hätte, dann wäre Zotto wohl der erste, der das in seinen Dateien korrigiert.

    Im Notfall kann man auch mal bei der Konkurrenz von spezies fungorum nachlesen, also bei mycobank, da ist die Welt noch (oder schon) in Ordnung:


    VG Ingo W

    Hallo Philipp!

    Ich mache die Bilder mit einer Moticam S3 auf einem Motic BA-310. Ich spiele nur etwas mit der Belichtung und der Beleuchtung herum bis es passt und drücke dann ab.

    Stark!

    Diese Pyrenopeziza petiolaris hatte ich auch schon auf Buchenblatt und für einen Fund auf Stängel von Japanknöterich passt der genauso, auch, wenn ich es selbst kaum glauben kann.

    Ich bin übrigens der Meinung, dass die Art bei Sequenzierung woanders landen wird als bei Pyrenopeziza mit ihren abweichenden Mikromerkmalen (Paraphysen).


    Desweiteren sprachst du an, dass du auf IVV von Zotto oft die Einordnung der Arten nicht findest. Du kannst dir damit helfen, indem du oben im grauen Feld bei der Lupe (rechts vom GoogleDrive-Zeichen) die Suchfunktion nutzt und dann eine angezeigte Datei anklickst. Damit öffnet sich dann der Pfad, wo die Datei zu finden ist.

    Eigentlich ist Zottos Einordnung Ergebnis von Sequenzierung und moderner/vernünftiger als die gültigen Schriften. Musste ja neulich lachen/weinen als ich sah, dass z.B. bei der Trichopeziza mollissima/leucophaea immer noch Lachnum gültig ist.


    ASCO-SONNEBERG - Pyrenopeziza


    VG Ingo W

    Hallo!


    Ist nicht sehr wichtig, aber theoretisch ist die Erwähnung des Pyrenomyzeten als Begleitpilz der Mollisia natürlich auch nicht verkehrt.

    Als Pyreno-Tiefflieger und Faulpelz, was das dazugehörige Suchen betrifft, versuche ich mal die bequeme Variante und zapfe das Forumswissen an.

    Der Angefragte schwärzt oberflächlich das Holz (Zitterpappel) und bildet auf den schwarzen Flächen unregelmäßige kleine Pyramiden, meist mit dreieckiger Grundfläche. Von oben gesehen erinnern die Gebilde etwas an die "Eutypa-Kreuzschlitzschraubenzieher", aber hier sind sie eben auf Fläche verteilt, nicht büschelig.




    Mikros der Sporen aus dem Pyreno gibt es nicht, aber in der Mollisia waren immer wieder Sporen 3-fach septiert mit grisseligem Inhalt 20 x 6.


    VG Ingo W

    Hallo Axel!


    Pyrenopeziza urticicola hat eine braune Außenseite mit weißen Haarspitzen. Das Erstgenannte ist auch gut in deinem Link zu sehen.

    Hart ist die Gattung Pyrenopeziza überhaupt nicht, da wäre die Richtung Heterosphaeria ganz gut, aber die haben solche dünnen Sporen nicht.

    Trichopeziza mollissima fällt schon makroskopisch raus mit der fast schwarzen Scheibe.

    Also ich hätte erhebliche Zweifel an der Richtung Pyrenopeziza urticicola, auch am Substrat. Der Stängel mag bei Brennnessel gewachsen sein, aber die hyaline, sich ablösende Außenhaut passt doch da irgendwie auch nicht, denke ich.

    Bilder der Sporen, Aufbau der Außenseite (Ectal-Excipulum) und Haare müssten bei dem Thema sein, zumindest, wenn man die Gattung nicht kennt.


    Viele Grüße

    Hallo Sebastian!


    Dasyscyphella ist richtig. Substrat Nadelholz kann ich nicht glauben.

    Du solltest die Sporen in Wasser beurteilen und messen, dann stimmen die Breiten und du siehst eventuelle Inhalte.

    Kannst auch ein Apo nochmal wenig gequetscht ansehen, dann siehst du an den Haaren wahrscheinlich Harztropfen, die gequetscht leicht abfallen.

    Überhaupt wäre es gut, mehrere Haare zu sehen und zu vermessen. Neben D. nivea kann man auch mit D. montana vergleichen mit etwas längeren formvariableren Haaren.


    Viele Grüße

    Ingo

    Hallo!


    Wenn man weiterpanscht, wird es noch bunter.




    Besteht halt normalerweise keine Notwendigkeit dazu, die Art auf Herz und Nieren zu testen, weil sie auch makroskopisch gut bestimmbar ist, deshalb bleiben die Reaktionen wohl weitestgehend unbemerkt.


    VG Ingo W

    Neodasyscypha cerina (Pers.) Spooner 2005

    Dasyscyphus cerinus (Pers.) Fuckel 1870

    Wachsgelbes Fleckenhaarbecherchen


    Ein kleines Haarbecherchen, was auch denjenigen Pilzlern bekannt ist, welche sich normalerweise nicht mit dem Kleinkram beschäftigen.

    Wahrscheinlich fast so bekannt wie die Zitronengelbe Bisporella, aber nicht ganz so auffällig. So zur Spätherbst- und Winterszeit kann man die noch finden, wachsen an Laubholz. Gerne an dickerem Holz wie Schnittflächen von Stümpfen, muss aber nicht sein.

    Der hier wuchs an 15 mm Totast von Ohrweide in Kopfhöhe.




    Reife Asci hat er noch nicht gehabt, aber der lässt sich auch makroskopisch bestimmen.

    Hoffe mal, dass er phylogenetisch bisher noch nicht tiefergründig beurteilt wurde.

    Man muss ja heutzutage auch mal schnell mit 20 neuen Arten rechnen, die alle gleich aussehen und sich mikroskopisch nicht unterscheiden, wobei die eine Hälfte trotzdem unbedingt in eine neue Gattung muss.








    pilzforum.eu/attachment/421901/





    Kleine Spielerei mit Farben/Chemikalien hat der auch drauf. Das angelagerte Exsudat an und auf den Haaren reagiert mit Lugol grün bis blau, mit KOH löst es sich violett ins Medium.


    VG Ingo W

    Hallo!


    Fellis Mollisia war heute gekommen. Winzig die Kleinen, das größte Apo ist 0,6 mm.

    3 sahen gar nicht schlecht aus, der jüngste auf einem Holzsplitterstück war aber noch nicht reif, die anderen 2 haben schon ihre Asci aufgelöst, da waren nur noch ein paar junge übrig.

    Sporen gab es noch, aber im Vergehen machen die dann dumme Sachen mit Zellteilung, Keimung und Übergrößen, da darf man sich nicht ins Bockshorn jagen lassen.

    Reicht vom Zustand und der Menge der Becherchen leider nicht, über die Sequenzierung was rauszufinden.


    Alles in allem sagt die Mikroskopie Mollisia cinerea, das passt gut.

    Weil die Farbe etwas fremd erscheint und man nicht weiß, wie sie älter aussehen, habe ich ein cf. dazugesetzt.

    Rauskriegen werden wir es leider nicht sicher.

    Hier meine Bilder dazu, ausgewachsene Asci fehlen halt.




    Hier nur linke Seite bewerten, rechts machen die schon Spirenzchen.





    VG Ingo W

    Hallo!

    laut Dörfelt&Ruske „Die pileaten Porlinge Mitteleuropas: Morphologie, Anatomie, Bestimmung“ kommt der Zimtfarbene Weichporling an zahlreichen Laubhölzern vor, selten an Nadelgehölzen; nachgewiesen sind z.B. Abies, Picea und Pinus.

    Wäre interessant, ob die Nadelholzfunde lediglich Substrat-Irrungen waren oder ob es tatsächlich Funde gibt, die erwiesenermaßen auf Nadelholz wuchsen. Also ich bin da ja immer skeptisch, hab da einfach schon zu viel gehört, was sich im Nachhinein als falsch rausstellte.


    VG Ingo W

    Hallo!


    Sehe jetzt das Bild auch größer auf Computer: die Rostflecken in der Fruchtschicht, die befasst entstehen, sind typisch für wachsende Gloeophyllum-Arten, hat man also auch beim Zaunblättling.

    Weiterhin würde das dicke morsche Holz gar nicht zum Zimtfarbenen Weichporling passen, der auch nicht so erdnah wachsen würde. Den findet man eher in Kopfhöhe an stehenden toten Laubbäumchen.


    VG Ingo W