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letzter Beitrag von Malone am

Zur Praxis von "Online - "Pilzberatungen"

  • Guten Abend, die Damen und Herren!


    Einerseits kann ich das gut verstehen: Wenn jemand explizit ausrückt, daß er nicht einverstanden ist, wenn die eigenen Beiträge als Casuistik (für welchen Zweck auch immer) verwendet werden, dann sollte man schon so fair sein, und auf die Verwendung der Texte als Beispiel verzichten. Wenn dann "angedroht" wird, (egal on quasi "anonymisiert" oder nicht), dem Wunsch nicht zu entsprechen, ist es leider kein Wunder, wenn das passiertr, wie eben jetzt: Daß jemand sich nicht anders zu helfen weiß, und die entsprechenden Beiträge löscht.

    Was mich allerdings ärgert - im Sinne von allen, die diese und andere interessante Anfragen verfolgt haben: Daß nicht nur die für den Hintergrund der Weitergabe als Fallbeispiel verwendeten Beiträge gelöscht werden, sondern alles, und leider auch in anderen Themen. Das ist halt eine Aktion, die in erster Linie die Leute trifft, die einfach nur an der Bestimmung, an den Pilzen und - ja, auch das kann man ganz enstannt sehen: Den Details zur Verzehrbarkeit interessiert waren. Also die absolute Mehrheit aller Teilnehmer und anonymen Leser, die in keiner Weise ein Interesse hatten, die Geschichte irgendwie mehr aufzubauschen aals nötig.


    Und zu letzterem noch ein Kommentar in eigener Sache. Das gibt jetzt allerdings nur meine ganz persönliche Meinung wieder:
    Natürlich kann man zu dem Thema unterschiedliche Standpunkte vertreten. Diese kann und soll man auch diskutieren. Erste Regel dabei ist der gegenseitige Respekt. So wie wir auf der einen Seite keiine Verzehrfreigaben erteilen können über das Forum, gibt es auch keine Verzehrverbote.

    Nur sollte man auch ernst nehmen, was jemand wie Stephan (Oehrling) und Christoph (Tricholomopsis) schreiben, denn das kommt nicht von ungefähr und da steckt nicht nur eine ganz enorme Formenkenntnis von Pilzen an sich dahinter, sondern auch eine Menge Erfahrung eben im beraterischen Bereich, auch bei diveersen Vergiftungsfällen durch Pilze.

    Das Problem ist: Pilzkunde ist unheimlich viel komplizierter, als es sich selbst Einsteiger mit einigen Jahren Sammelerfahrung vorstellen können. Dieses - zum Teil durch dilettantische Berichte in einigen Medien und auf manchen Social - Media - Plattformen verbreitete - gesundheitsgefährdende Zerrbild der Pilzkunde wieder gerade zu biegen, ist auch ein Inhalt und Anspruch dieses Forums, ebenso wie von seinen Mitgliedern. Es ist aber auch immer eine Frage, wie das vermittelt wird, und aus meiner Sicht eine ziemlich entscheidende.

    Denn wenn es so läuft wie hier: Dann ist die Vermittlung offensichtlich gescheitert.
    Und ich denke, daß es weniger der Hinweis auf die Gefahren an sich war, auch nicht die Bemerkung, daß der Verzehr von diesen Pilzen aus der sicht von absolut sachkundigen Mykologen (mit enorm großer Formenkenntnis!) als riskant einzustufen ist. Eher ist es die "wiederholte Wiederholung" einer Sache, in diesem Fall einer Kritik. Leute, einmal - gerne auch in aller Klarheit - reicht doch aus! Euer Gegenüber ist kein kleines Kind, der hat das auch beim errsten Mal sehr wohl kapiert!
    Da kann ich schon verstehen, wenn dem Themenstarter irgendwann der Kragen platzt, insbesondere, wenn noch die unglücklich gelaufene Geschichte mit der Weiterverwendung als "Fallbeispiel" sazu kommt.


    Trotzdem: Auch im Interesse der Mitleser und Teilnehmer, die mit der späteren Diskussion nichts zu tun hatten, hatte ich die Fairness erwartet, nicht mal eben alles ratzekahl zu löschen.

    In dem Zusammenhang behalten wir uns - nach Beratung - auch vor, zumindest einige der Beiträge wieder her zu stellen (die letzten Beiträge in diesem Thema natürlich nicht).



    LG; Pablo.

  • Traurig, dass es soweit gekommen ist und ein User sich genötigt fühlte, seine Beiträge zu löschen.

    Allerdings hatte ich das irgendwie nach den zunehmend kritischen Antworten erwartet.


    Aber muss man immer gleich Breitwand gegen einen interessierten Anfänger auffahren?

    Könnte man das nicht etwas sensibler händeln?

    Ich denke, manchmal ist weniger mehr.


    Liebe, etwas nachdenkliche Grüße vom Nobi

    Hier findet Ihr meine Themen.

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    Chips: 88 nach diversen Verlusten - Spende für APR 2015 - 5 verdiente Chips für Emil + 3 Chips von Sarah - 5 EM-Wetteinsatz - 3 APR 2016 - 10 APR 2017 (Einsatz) + 18 APR 2017 (Gewinn).

  • Servus beinand,


    da ich wohl der Auslöser war, möchte ich gerne Stellung dazu beziehen.


    Erstmal zum Thema an sich. Es geht nicht darum, auf einen Anfänger loszugehen. Ich sehe auch nicht, dass dies passiert ist. Vermutlich verstehe ich hier aber auch die Forenpolitik nicht bzw. den Umgang mancher PSV / Pilzberater mit Online-Pilzberatungen. Meines Erachtens (und das kann jeder gerne anders sehen) reicht es nicht, einen Disclaimer anzugeben, dass das hier nicht als Pilzberatung zu dienen hat, wenn es dann doch genau das ist. Ein User (kommt ja immer wieder mal vor) sammelt Pilze, kennt sie nicht, stellt sie hier rein, erfährt einen Namen und futtert sie... Passiert das trotz Disclaimer, ist der User selbst schuld, wenn was passiert. Kommt das aber mehr als einmal vor, dann weiß der Pilzberater / PSV, dass hier letzten Endes nicht die Bestimmung an sich im Vordergrund steht, sondern ein "kann man den essen? / ich will den essen, sichert mir das bitte ab". Wenn man das aber weiß und dann trotzdem Bestimmungen vornimmt, dann empfinde ich das als Online-Pilzberatung.


    Disclaimer sollten ja nicht als reiner Vorwand dienen, sondern auch inhaltlich so gemeint sein...


    Ob das Forum als Plattform Online-Pilzberatungen toleriert, ist Sache des Forums. Ob man aber als Pilzberater da mitmacht, ist eine andere Sache. Ich mache bei sowas eben nicht mit - und erkläre das dann auch, so wie ich es hier etwas weiter oben erklärt habe.


    Aber muss man immer gleich Breitwand gegen einen interessierten Anfänger auffahren?

    Könnte man das nicht etwas sensibler händeln?

    Ich denke, manchmal ist weniger mehr.

    Das macht mich auch nachdenklich, aber eben in entgegengesetzter Richtung. Ich habe keine unsensible Breitwand erkennen können. Vielleicht habe ich in Sachen Pilzberatung auch ein anderes Risikobewusstsein, ich weiß es nicht. Jedenfalls bin ich gegen Online-Pilzberatung. Und entsprechend davor zu warnen, diese hier durchzuführen empfinde ich nicht als Breitwand. Zumal wir nicht mehr davon abhängig sind, alles zu essen, was wir irgendwo finden - z.B. überalterte Gummischlappen des Mönchskopfs. Man kann auch frische Pilze günstig kaufen und muss nicht alles essen.


    Gut, wer alles essen will, soll das natürlich gerne tun, dann aber eben ohne Online-Beratung. Sehe ich so, sorry, aber für mich beinhaltet Pilzberatung auch Verantwortungsgefühl und eben "Beratung". Ich bin als Pilzberater kein Namensnenungsdingens und auch keine Sortierstation - ich berate - und rate z.B. bei Anfängern auch ab, Arten zu sammeln, die leicht verwechselbar sind (mit gefährlichen Arten). Ich sehe darin auch eine Aufklärung in der Bevölkerung. Wer "Lepista" inversa sammeln will (ein weiteres Beispiel), den warne ich vor "Clitocybe" amoenolens. Könnte ich auch lassen, jeder ist für sich selbst verantwortlich - aber als Pilzberater berate ich da auch und lasse niemanden ins Messer laufen.


    Zurück zum Fall hier - ich interpretiere das eben wie gesagt als Versuch, sich eine Online-Pilzberatung abzuholen. Deshalb warne ich. Hätte der User nicht geschrieben (und es war ja nicht das erste Mal), dass er die ihm unbekannten jetzt gegessen hätte, sondern es nur rein um die Bestimmung geht, hätte ich a) mitgeholfen und b) keine Warnungen ausgesprochen.


    Wenn es hier nicht gerne gesehen wird, dass Anfänger, die aus (meist) Unwissenheit die Gefahr einer Pilzvergiftung unterschätzen und sich Online-Beratungen (ohne böse Absicht) abholen wollen, (P.S.: der Satzteil fehlte, daher edit...) --> deutlich gewarnt werden, sondern nur <-- sehr dezent darauf ansprechen sollen und dann wegschauen sollen, müsste ich das erstmal verdauen.


    Jetzt zu dem vermutlichen Auslöser - ich hatte es eher sarkastisch gemeint, dass ein schlechtes Beispiel auch zu was nutze sein kann. Unabhängig davon warne ich aber in der Tat in meinen Kursen davor, dass die Anwendung von Pilz-Apps (wenn man nicht weiß, wie man damit umgehen kann/sollte) leicht zu Vergiftungen führen kann, da diese mit einer mobilen Hosentaschenpilzberatung verwechselt werden kann (manche sind technikgläubig, was die Software ausspuckt muss richtig sein). Ebenso erkläre ich, dass es (vor allem in Facebook) bei Bestimmungen auf Online-Plattformen manchmal mehr darauf ankommt, wer zuerst antwortet und weniger auf den Inhalt. Beispiel: Handy-Foto live im Wald, auf fb hochladen, Namen erfahren (z.B. Perlpilz), deshalb sammeln und essen. Oder wie hier, unbekannter Pilz, nach Buch vermutlich / vieleicht Mönchskopf, dann noch uralt und fast verwest - wird als Mönchskopf online (unter Einschränkung) empfohlen und schwupps ist er in der Pfanne...


    Meine Replik auf das "will ich nicht" von diesem User habe ich als Beruhigung gemeint - wenn ich Stories erzähle über solche Probleme, dann dermaßen allgemein, dass es nicht auf jemanden zurückzuführen ist. Also nicht "schau tmal im Pilzforum.eu - ich schicke euch den Link - was da passiert ist", sondern "ich habe selbst schon Fälle erlebt, in denen in Pilzforen Bestimmungsanfragen gestellt werden und dann nach der Bildbestimmung deshalb die Pilze verzehrt werden - bedenkt das bitte bei Forenaktivitäten". Da ist nichts dran, was ich irgendwie problematisch finde.


    Einerseits kann ich das gut verstehen: Wenn jemand explizit ausrückt, daß er nicht einverstanden ist, wenn die eigenen Beiträge als Casuistik (für welchen Zweck auch immer) verwendet werden, dann sollte man schon so fair sein, und auf die Verwendung der Texte als Beispiel verzichten. Wenn dann "angedroht" wird, (egal on quasi "anonymisiert" oder nicht), dem Wunsch nicht zu entsprechen, ist es leider kein Wunder, wenn das passiertr, wie eben jetzt: Daß jemand sich nicht anders zu helfen weiß, und die entsprechenden Beiträge löscht.

    Das wollte ich gar nicht - siehe oben. Wie kommst du darauf, Pablo, dass ich Texte rauskopieren würde?


    Ich schrieb ganz bewusst:


    "Als "wahre Story" kann und darf ich das aber erzählen."


    Sorry, aber wo verwende ich da Texte oder Textinhalte? Ist es verwerflich, verpönt, verboten, wenn ich wie oben ausgedrückt, völlig anonym, ohne Nennung von Forum, User, Thread, Datum, Inhalt einfach in einem Pilzkurs erzähle, dass ich selber mitbekommen habe, dass Onlineanfragen dazu führen können, dass...


    Das finde ich besser als ein "Ich kann mur durchaus vorstellen, dass es mal sein könnte, dass...".


    Und da ist es kein Wunder, dass...?


    Sehe ich anders. Aber wie gesagt - in diesem Punkt kollidiere ich vermutlich immer wieder mit der hier praktizierten Forenpolitik. Ich denke, man muss nicht alles in sich reinstopfen. Und ich finde es falsch, das auch noch zu unterstützen. Kann wirklich jeder anders sehen - von Pilzberatern würde ich aber schon erwarten, dass sie wissen, wie verantwortungsvoll Pilzvestimmung sein kann.


    Ich finde das alles sehr nachdenklich. Aber wohl 180° entgegen der Sorgen von Nobi. Nicht jeder denkt gleich. Ich denke an die Pilzberater und die Pilzexperten, die Online-Pilzberatungen machen, Nobi denkt an den Anfänger, der ja nur wissen will, ob er die alten Schlappen in die Pfanne schmeißen kann. Und ein zu klares nein ist da zu abschreckend... Hm, ich denke mal in aller Ruhe drüber nach... Vielleicht bin ich da nicht empathisch genug oder sehe es zu einseitig. Oder bin mal wieder übervorsichtig.


    Liebe Grüße,

    Christoph

  • Hallo Christoph,


    vorweg: Ich bin Lichtjahre weit davon entfernt ein Pilzsachverständiger zu sein so wie du, aus deinen Beiträgen hier lese ich zwei Dinge heraus. Ein enormes Wissen und Sachverstand und deine vollkommen berechtigte Besorgnis sorglosen Pilzsammlern gegenüber. Ein klares Nein heißt nun mal einfach nein und nicht vielleicht, könnte sein, eventuell, jo kann man essen.

    Meine Mutter trichterte mir schon als Kind ein, das man keinen Pilz mitnimmt, den man nicht 100% erkennt und bestimmen kann, also sammel ich- bis jetzt- eben nur die 3-4 Arten, die ich wirklich kenne und basta. Also Marone, Steinpilz,Judasohr und Hallimasch und dann eben noch Birkenporling und schiefen Schillerporling, bin ja noch wissbegieriger Lehrling und hänge an meinem Leben.

    Zwei Anekdötchen aus meinem lokalen Hauswald....

    Einmal kam ein Bekannter vorbei mit einem Korb voller Pilze, freute sich wie Bolle über seinen Fund und wollte mich zu einer Pilzpfanne einladen. Ich schaute mir seine Pilze an, alle ausnahmslos Tylopilus felleus also Gallenröhrling. Ich sagte ihm was das für Pilze sind und das das mit der Pilzpfanne nichts werden wird und warum. " Quatsch Esther, das sind alles Steinpilze, die hat mir meine Mutter damals gezeigt, die kannte sich aus!" "Aha und wie lange ist das her, das du zuletzt Pilze sammeln warst?" "20 Jahre, du wirst sehen, die werden lecker schmecken mit Speck und Zwiebeln!" "Ok, ich habe dir gesagt, die kann man nicht essen aber mach du mal, ich habe dich gewarnt" und stellte ihm die Pfanne auf den Herd. Enthusiatisch schnippelte er den Speck, die Zwiebeln, die Pilze und brutzelte vor sich hin. Füllte das Gebrutzel auf die Teller und nahm einen großen Happs in den Mund, der postwendend wieder auf dem Teller landete. "Igitt, das schmeckt ja scheußlich!" "Ach nee" Beleidigt wie die Callas rauschte er ab und war seitdem nicht mehr Pilzesammeln, ist auch besser so.

    Ein anderes Mal, es war ein wirklich phantastisches Pilzjahr, war ich im Wald unterwegs. Steinpilze,Maronen und irgendein Lamellenpilz, der haufenweise im Wald wächst, standen massenhaft rum. Ich füllte also gemächlich mein Körbchen als ein Mann samt Partnerin an mir vorbeilief und seiner Holden jubilierend zujubelte "Schau mal Schatz, alles voller Futterpilze!",begeistert die Lamellenpilze abschnitt und in den Korb warf und an den Steinpilzen und Maronen achtlos vorbeilief. Ich schaute dem Treiben kurz zu und ging dann zu der Frau "Entschuldigen sie, aber kennt sich ihr ääääh Partner mit Pilzen aus?" " Ich weiß nicht, ich war noch nie Pilze sammeln und vertraue ihm da" Das war die für mich falsche Antwort, aber genau das, was ich befürchtet hatte. Zwei komplett Ahnunglose mit maximaler Kompetenz im Wald unterwegs. Ich ging also zu dem Mann "Entschuldigen sie, aber kennen sie die Pilze, die sie da sammeln?" " Ja, das sind Futterpilze!" Ok, rein subjektiv erschien er mir sowieso nicht als die hellste Kerze auf dem Kuchen."Aha, Futterpilze also. Wissen sie den Namen? Können sie sie bestimmen?" "Ja, Futterpilze!" "Sie wissen aber, das sie sich mit ihnen unbekannten Pilzen ganz leicht ins Jenseits befördern können? Sie sollten die Pilze, falls sie sie essen wollen, vorher besser einem Pilzsachverständigen zeigen, wenn sie sich nicht 100% sicher sind" "Ach was, das sind Futterpilze!" und sprang davon. Seine Holde ging noch an mir vorbei und ich meinte nur, das ich an ihrer Stelle mir das mit dem Vertrauen in die Pilzkenntnisse ihres Partners überlegen und die Pilze nicht essen würde. Sie nickte nur "Jaja" und weg waren die beiden und knacksten irgendwo durch´s Unterholz auf der Suche nach Futterpilzen. Nun gut, ich hatte mein Bestes getan und sammelte weiter meine Maronen und Steinpilze. Keine Ahnung was aus den beiden und ihren Futterpilzen wurde. In den lokalen Käseblättern fand ich nichts über durch Pilze vergiftete oder verstorbene. Geiz ist eben geil, der nächste Supermarkt zu weit, wo man Pilze für wenig Geld kaufen kann, dann ist eben die erste Futterpilzmahlzeit zugleich die letzte.

    Ich vertraue da lieber dem, was mir meine Mutter massiv eintrichterte und beibrachte oder einem Pilzsachverständigen als irgendwelchen todessehnsüchtigen Futterpilzsammlern.

    Just my 5 Cents als lehrnwütiger Lehrling, ich hoffe, du nimmst es mir nicht übel, das ich dazwischengequakt habe.

    Gruß aus dem hohen Norden!

  • Hallo Zusammen,


    AnKh/Sandro habe ich als freundlich erlebt, und wissbegierig. In seinen anderen Threads habe ich deshalb gerne auf ihn geantwortet. Nach Bild und Text war er ein netter junger Mann, der gerade ein wenig in die Schwammerl schnuppern wollte, zugegeben auf der mykophagen Seite (ich komme auch daher).

    Ich bin eigentlich ganz froh, wenn junge Leute in dieses tolle Forum kucken, statt Fastfood auf FB zu konsumieren (ich weiß, nicht alles dort ist Fastfood, aber eben die erdrückende Masse).


    Warum ist mir das wichtig?


    - weil jede Community Nachwuchs braucht, nicht nur um Abgänge zu kompensieren und eventuell zu wachsen, sondern um frischen Wind zu generieren bei den alten Hasen und alten Säcken (bin 50 und beziehe das zweite auf mich)


    - weil das klassische Internet jeden User braucht, also jeder der nicht bei den asozialen Medien hängenbleibt ist ein Gewinn!


    - und weil last, but not least: der junge Forist wird doch woanders (simma wieda bei FB) weiterfragen, und dort im Zweifel sehr viel schlechter beraten sein


    Mein Fazit: wir als Community haben ein potentielles Nachwuchstalent grundlos vergrault. Der übrigens nicht nur diesen, sondern alle seine Kommentare in seinen Threads gelöscht hat.

    Das Argument der möglichen Selbstgefährdung neuer Foristen (und der Wille unserer Profis dies zu verhindern) und die Unmöglichkeit jemanden vom Pilzgenuss oder -verdruss abzuhalten sind Widersprüche, die wir, so befürchte ich, aushalten müssen.


    Und abschliessend Christoph, noch kurz meine Gedanken, zur legitimen Idee, das Verhalten eines Foristen als "Beispiel", etwa in der Ausbildung zu verwenden. Da sehe ich nur drei Möglichkeiten:


    1) nicht anonymisiert mit Zustimmung des Probanden

    2) anonymisiert mit Wissen und Zustimmung des Probanden

    3) anonymisiert, dann aber ohne Wissen des Probanden


    Nicht fair aus meiner Sicht: anonymisiert mit Wissen, aber ohne Zustimmung des Probanden.


    Langer Text, kurzer Gedanke:


    Kritik unsererseits übertrieben - (Ex-)Foristen kontaktieren - entscchuldigen - zur weiteren Mitarbeit einladen.


    Grüßle und NFU

    RudiS


  • Danke nobi -



    Das ganze Pro und Kontra um etwas das gar nicht ersichtlich ist (gelöschtes Bild) finde ich wirklich schade.

    An was soll man sich denn hier orientieren :haue:   ;(

    Gruß klüppli

  • Morgen!


    Aye, das Interessante ist: In der Sache im grunde einig, nur in der Herangehensweise auf unterschiedlichen Standpunkten.

    Klar kann man auf Vorträgen Vieles zur "Beratungspraxis" in Pilzforen erzählen. Und natürlich kann man sich auch hier bedienen, Anekdoten gibt es zuhauf, darunter haufenweise solche, gegen die diese Episode ziemlich entspannt und harmlos ist.

    Solche Fälle stehen auch nach wie vor öffentlich sichtbar im Forum (Archiv am besten nach Schlagworten und geschlossenen Diskussionen durchsuchen), können also quasi als "Vorlage", in anonymisierter Form (!) verwendet werden. Nur der Hinweis an dieser Stelle, der war eher kontraproduktiv. Das meinte ich, besser erklärt noch mal obendran von RudiS.


    Allgemein, zum Thema Beratungspraxis in Foren: Da ließe sich viel zu sagen und auch ganz kontrovers und produktiv diskutieren. Daß es für viele anfragende Leute in einem Forum wie diesem oft um den verzehr der gefundenen Pilze geht, das dürfte uns allen klar sein. Daß das absolut auf eigene verantwortung geschieht, das muss den Anfragenden klar sein. Meine persönliche Einstellung dazu: Besser, es schreibt jemand mit fachlichem Hintergrund hier im Forum etwas dazu (auch wenn die Pilze nachher doch im Topf landen), als es wird nach der möglichst dilettantischsten, weil unkritischsten FB - Gruppe gesucht, um sich "Rat zu holen" oder eben gar nicht nachgefragt (der Silberlöffel im Kochwasser tut's dann auch).


    Auch da geht es mir (und wohl den meisten im Forum) vor allem um eins: Die Leute halt zu erreichen. Was ich schreibe, kann in allen Punkten richtig sein, aber ich muss es den Leuten auch so vermitteln, daß sie es hören wollen. Dabei spieltauch die Forendynamik eine wichtige Rolle. Dein warnender Beitrag für sich genommen wäre wohl noch nicht mal ein Problem gewesen, Christoph. Nur kamen davor halt einige Kommentare die so oder so schon in genau die kerbe gehauen hatten (explizit die Beiträge von Stephan), aus Sicht von AnKh war das eben einer (eigentlich zwei) zu viel.
    Was ich dann persönlich eben auch nachvollziehbar finde, und ebenso wie RudiS: Schade.


    Leute: Wenn wir das weiter diskutieren wollen, dann würde ich das gerne in einem eigenen Thema machen. Dazu nahme ich gerne auch die Beiträge aus diesem Thema ab #26 und packe die in einen eigenständigen Faden, wenn das so erwünscht ist. Dann kann die Diskussion zur "Beratungspraxis" in Onlineforen (die es halt gibt, allen anders lautenden Disclaimern zu trotz) nämlich noch vertiefen.



    LG, Pablo.

  • Liebe Pilzfreunde und Experten,

    dann muss ich jetzt doch auch mal meinen Senf dazugeben. Ich finde dieses Forum Klasse zuerst wegen der präsenten Fachkompetenz, aber auch wegen des allzeit herrschenden Umgangstones der Foristen untereinander.

    Ich sehe nicht was Christoph, Stephan und Andere falsch gemacht haben könnten. AnKh Ist offensichtlich schon ein gestandener Mann und kein Kind mehr. Da darf man erwarten, dass er charakterlich in der Lage ist, mit konstruktiver wie fachlich wohl begründeter Kritik an seiner Handlungsweise vernünftig umzugehen.

    Niemand hat ihn hier beleidigt, verhöhnt oder herabgesetzt. Seine Reaktion ist völlig unverhältnismäßig und überzogen. Nicht die Foristen hier sollten überlegen was man anders machen kann, sondern dieser junge Mann muss dringend an sich arbeiten.

    LG Mischa

  • Hi, Mischa!

    Damit das Ganze nun nicht vollends aus dem Zusammenhang fällt, sind die Beiträge (zumindest teilweise) wieder sichtbar.
    Ich mache auch weder Stephan, noch Christoph noch sonstjemandem einen Vorurf. Falls das so rüber kam: Tut mir leid, das wollte ich damit nicht sagen.
    In der Sache ist es richtig: Vorsicht ist besser, und das soll auch vermittelt werden. Mir ging es um die Anregung, die Leute dabei mitzunehmen, diese Sachverhalte so weiterzugeben, daß sie auch gerne angenommen werden. Klar bleibt das nachher individuell jedem überlassen, wie man damit umgeht. Klar auch: Man kann es ebensowenig allen recht machen, wie immer genau das Richtige tun und schreiben.

    Aus meiner Sicht ist es aber immer ein Gewinn, wenn Leute dabei bleiben und auch weiterhin zuhören wollen.



    LG, Pablo.

  • Hallo Pablo,

    nein, habe Dich nicht so verstanden und es ist auch gut, dass hier differenzierte Ansichten zum Umgang mit Neulingen dargelegt werden. Ich finde es nur schade, dass Ihr Eure wertvolle Zeit mit diesem Thema verschwendet, denn . . .


    Allen Menschen recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann“


    Es wird immer und überall Menschen geben, die sich aus einer Gemeinschaft entfernen, aus welchen Gründen auch immer. Natürlich ist es auch schade um jeden Einzelnen, aber unvermeidlich und wird sich auch nie ändern lassen. Weshalb ich denke, dass AnHk hier zu viel Aufmerksamkeit geschenkt wird und das Thema möglichst bald geschlossen werden sollte. Damit Ihr Euer Fachwissen wieder uneingeschränkt den Hilfesuchenden zuwenden könnt und wir Hilfesuchende von Euch weiter lernen können.:daumen:


    LG Mischa

  • Hallo zusammen,


    jetzt will ich aber schon noch mal was dazu sagen.


    1) ganz grundsätzlich: wer eine Anfrage in ein DISKUSSIONS-Forum stellt, sollte mit allem rechnen, auch mit Diskussionsbeiträgen, die nicht gefallen bzw. gefällig sind. Und sollte sich vorher überlegen, ob er das in der Lage ist seelisch auszuhalten oder nicht. Es ist zu viel verlangt vom Diskussionspartner, jederzeit erkennen zu können, welche Bemerkung ausgehalten wird und welche nicht. Von den hier gefallenen Bemerkungen war keine einzige unerträglich im Sinne der Forumsregeln, die Unerträglichkeit entstand lediglich im Kopf des Anfragestellers, weil möglicherweise ein lange kultiviertes Weltbild ins Wanken geriet. Dass man vorhabe, aus diesem Fall ein monströses Beispiel für Vorträge zu machen, wenngleich es auch inhaltlich legitim sein mag, das hätte man freilich nicht unbedingt vor dem Anfragenden ankündigen müssen, das konnte von ihm mMn durchaus als hämischer Angriff interpretiert werden.


    2) auch grundsätzlich: In einer Beratung muss es erlaubt sein, für den zu Beratenden unangenehme Sachverhalte klar ansprechen zu dürfen, denn das gehört zwingend zu einer qualifizierten Beratung dazu und unterscheidet die Beratung vom oberflächlich-gefälligen Kaffeehaus- bzw. Stammtischgeschwätz (welches die meisten Leute möglicherweise lieber mögen als qualifizierte Beratung). Vielleicht nimmt der Anfrager trotz seines Rückzugs aus der Diskussion doch für sich mit, seine in dieser Problematik zweifelhafte Grundanschauung zumindest zu hinterfragen, dann wäre doch noch etwas gewonnen. In dieser Beratung ging es auch nicht primär um das Verzehren der gefundenen Mönchsköpfe, sondern wie im Verlauf deutlich wurde, um eine im buchstäblichen Sinne ungesunde Einstellung zum Risiko und um den subtilen Versuch des Abwälzens von Verantwortung. Leider wurde auch in dieser Diskussion wieder deutlich, dass es Leute gibt, die in einer positiven und die eigene Meinung bestärkenden Beratung einen Gewinn, dagegen in einer persönlich unerfreulichen Beratung eine Pejorisierung, also eine „Pseudo-Beratung“ in Form eines Niedermachens sehen, wobei nicht selten dem Berater fälschlich unterstellt wird, das Niedermachen, also die negative Beratung zum Zwecke persönlicher Befriedigung und eines Lustgewinns wegen zu betreiben. Ich selber habe das als Berater leider schon mehrfach erleben müssen, und habe für mich entschieden, solche Leute dann eben nicht mehr zu beraten und als beratungsresistent zu betrachten.


    3) zum Vorwurf der "Breitwand" bzw. der "Breitseite": wenn ich eine Anfrage in ein offenes Diskussionsforum stelle, das gut frequentiert wird, dann ist erwartbar, dass sich dazu mehr als ein Antworter meldet. Was ja auch im Kern gut ist, da man dadurch eine "Mehrheitsmeinung" und keine isolierte Einzelmeinung erhält. Wenn jetzt alle Antworter sich negativ äußern, sollte dies nicht als "Breitwand" zum Zwecke des Niedermachens (nennt man das nicht Shitstorm?) interpretiert werden, sondern so, dass der Anfrager sich mit seiner Meinung eher im Abseits befindet oder gar seine Meinung exklusiv hat, und die passenden Schlüsse daraus gezogen werden. Das allerdings ist alles andere als leicht für eine unsichere Persönlichkeit, und kann dazu führen, dass man sich aus der Diskussion ganz zurückzieht, um der Konfrontation mit der Exklusivität/Abseitigkeit der eigenen Meinung bzw. gar der dahinter stehenden Grundanschauung zu entgehen (was dann für manchen nach "Vergraulen" aussehen kann, es aber in Wirklichkeit nicht ist - mit welchem Ziel bzw. zu welchem Zweck denn auch?). Daher allerbesten Dank an den User Mischa für seinen Beitrag, den man nur voll unterschreiben kann.


    4) zum Eindruck der mangelnden Sensibilität: Der betreffende User erschien mir (und sicher nicht nur mir) als hochgebildeter Mensch mit einem hervorragenden Deutsch und ausgereifter Persönlichkeit. Ich empfand ihn auch als freundlich und interessiert, so dass ich mich GERNE dazu entschloss, mit ihm in Kommunikation zu treten. Ich habe meine Beiträge bestimmt vier, fünfmal editiert, weil ich mir ständig dachte: uh-oh, das kannst du doch so hart nicht schreiben, was soll der denn, gerade als Forumsneuling, von dir denken. Ich habe meine Beiträge daher Schritt für Schritt abgemildert, bis es wirklich nicht mehr weiter abzumildern ging, damit ein Rest Aussagekraft übrigblieb. Was also von mir als Beitrag letztlich zu lesen war, war schon Ausdruck der höchsten Sensibilität, zu der ich fähig bin, und entsprach kaum noch der ursprünglich von mir verfassten kernigen "Urversion", von der ich letztlich froh bin, dass sie so niemals erschien.


    und 5) ich hoffe aufrichtig (dass man das so betonen muss?), dass der betreffende User weiterhin tolle Pilzfunde macht und für ihn befriedigerendere Kommunikationspartner findet.


    FG

    Oehrling

    PSVs dürfen weder über I-Net noch übers Telefon Pilze zum Essen freigeben - da musst du schon mit deinem Pilz zum lokalen PSV!

    Einmal editiert, zuletzt von Oehrling () aus folgendem Grund: jetzt habe ich hoffentlich endlich alle Grammatikfehler draußen! *puuh*

  • Hallo zusammen,

    eigentlich ist ja alles gesagt. Aber da wir gerade bei der Diskussion sind, wie Anfänger die Antworten der Experten wahrnehmen, möchte ich einen anderen Punkt ansprechen. Ich selbst profitiere unglaublich von der Kompetenz der Experten in diesem Forum. Dennoch frage ich mich manchmal, was ein Ratsuchender denkt, der seinen ersten oder zweiten Beitrag hier einstellt und als Antwort beispielsweise nur einen Teil des wissenschaftlichen Namens erhält verbunden mit dem Hinweis, dass man ihm nicht sagen könne, um welche Art genau es sich handeln würde. Ich finde, das verunsichert Anfänger doch schon sehr.


    Ich bin schon jetzt eine Weile hier dabei und ich begreife allmählich, dass ständig Bewegung in der Bewertung und Benennung von Gattungen und Arten ist. Aber was fängt ein Neuling, der das noch nicht weiß damit an, wenn ihm die Experten sagen, das z.B. die Art des von ihm gezeigten Hallimasch nicht sicher bestimmt werden kann. Das impliziert doch, der Pilz sei unbestimmbar und er solle besser die Hände davon lassen. Das motiviert nicht unbedingt sich diese schönen Hobby zuzuwenden. Also wenn so ein Hinweis gegeben wird, dann doch bitte mit einer Erklärung. Das fiel mir in letzter Zeit häufig auf und ich wollte es einfach mal loswerden. Sorry, wenn das hier nicht 100-%ig passt.

    Lieben Gruß


    Claudia


    ...leben und leben lassen... ;)


    Hier im Forum gibt es grundsätzlich keine Verzehrfreigaben.

  • MoinMoin!


    Stephan, auch an dich ging da kein Vorwurf.

    Dennoch danke für die Erklärungen.


    Im grunde ist es ja bei allen diesen "Social - Media - Gedönsen" so: Es wird halt fleißig gebabbelt.
    Was aber meiner Ansicht nach nicht verkehrt ist, und hier ist immerhin inhaltlich viel Sinnvolles und Fundiertes dabei. Nicht nur, aber eben auch.

    Manchmal geht's heftig in die Tiefe, manchmal wird's so seicht, daß selbst die flachesten Witze nur knietief im Wasser stehen, manchmal geht's völlig aneinander vorbei.
    Letzteres eben hier in der Diskussion, und nochmal: Kein Vorwurf an Niemanden hier. Auch nicht an AnKh, und ich hoffe Absatz 5) bei Oehrling möge zutreffen.


    Ich möchte das hier aber nicht so einfach abwürgen, weil vor allem Christoph weiter oben ein paar sehr interessante Sachen angesprochen hat.

    Da geht es um was ganz Generelles, nämlich die "Beratungspraxis im Pilzforum". Man kann das gedanklich auch auf weitere Social-Media-Plattformen ausweiten, aber ich finde das eine Überlegung mit der man sich durchaus mal beschäftigen kann. Denn allen Ankündigungen ("keine Verzehrfreigaben usw.) zum trotz: Es ist schon bekannt, daß Leute hier (wie in anderen Foren auch) Bestimmungshilfen durchaus so nutzen.

    Die Frage ist nur: Wie geht man damit um?
    Denn ich meine, die Meisten, die sich - sagen wir mal - in einem Forum ein bissel "Zusatz - Sicherheit" abholen wollen, sind sich des Risikos eh bewusst. Spätestens nach der dritten Anfrage (mit ensprechenden Hinweisen). In der Regel werden sie von ihrer Vorgehensweise aber erstmal nicht abrücken. Die Gründe mögen vielfältig sein, und meistens liest man sachen wie: "Zum nächsten PIlzsachverstöndigen müssste ich mehr als 50km fahren, und der hat auch nur Dienstag morgens zwischen 7.14 und 7.17 Uhr Zeit."

    Ob's so oder so ähnlich: Wie nun soll man auf diese Leute reagieren?
    Die meisten Ratsuchenden mit diesem Hintergrund sind immerhin so fair, mit keinem Wort eine Verzehrabsicht zu erwähnen. Und auch nicht nachzuschieben, daß sie ja die Pilze nun gegessen hätten.
    Fair? Hm. Ist es nicht in dem Fall sogar besser, offen zu sagen, was mit den übers Forum besprochenen Pilzen passiert?

    Möglicherweise trauen sich manche "Ratsuchende" auch gar nicht, in der Hinsicht offen und ehrlich zu sein. Aus folgendem Grund: Weil dann weniger über die Pilze, Merkmalsbeobachtung und Abgrenzungsmöglichkeiten zu Verwechslungspartnern geredet wird, sondern viel mehr über die allgemeinen Gefahren beim Verzehr selbst gesammelter und +/- unsicher bestimmter Pilze.

    Muss man auch drüber reden. Definitiv. Wenn das aber eine Sache ist, wo sich jemand schon mal gedanklich durchgeackert hat, und in einer Situation eben viel mehr was zu den Pilzen lesen will...

    ... da kann man jetzt eben sehr kontrovers ansetzen, finde ich.


    Das Internet ist keine Pilzberatunsstelle - nach meiner Definition.
    Aber: Es wird dennoch so genutzt, ob ich das will und gut heiße, oder nicht.
    Die spannende Frage ist, welche Konsequenzen ziehe ich daraus? Lehne ich es dann generell ab, auf Themen zu antworten, wo ich "Ersuchen nach Verzehrfreigabe" als Hintergrund vermute?
    Reagiere ich auf solche Themen, aber ohne Kommentare zu den Pilzen, sondern nur mit dem Hinweis auf das Risiko?
    Oder veknüpfe ich beides, versuche ein paar Anhalltspunkte zu Bestimmungs- und Vergleichsmöglichkeiten der gezeigten Pilze zu geben, einschließlich des Riskiohinweises?
    Bei letzterem muss ich mich natürlich drauf einstellen, daß der Risikohinweis nachher verworfen wird.


    Weil mich eben das jetzt interessiert, wie wir mit diesem Sachverhalt umgehen, mache ich das jetzt mal so, wie weiter oben schon angeboten:
    Das Thema nicht zu, aber der generellen Diskussion mehr Raum auf und hoffe auf weitere Kommentare zum Thema (und möglichst nicht mehr zu AnKh).


    PS.:
    Wo soll's denn hin, das neue Thema?
    Kritik etc.?
    Pilze allgemein?
    Hierlassen?



    LG, Pablo.

  • Hallo Oehrling,


    meine Gedanken zu Deinem Post:


    Zu Deinem P1:


    Anfragende müssen natürlich mit abweichenden und "ungefälligen" Beiträgen rechnen. Aber definitiv nicht mit Allem. Gerade nicht in diesem zivilisierten fachlichen Forum.


    P2: da bin ich voll bei Dir, eine Beratung die das Ziel hat, dem Anfrager zu gefallen, ist den Namen nicht wert. Einen "subtilen Versuch Verantwortung abzuwälzen" hab ich in diesem speziellen Fall aber auch nicht gesehen (kann das aber weil gelöscht auch nicht mehr verifizieren).

    Und dass Beratung immer zweischneidig sein kann (was ich hören will ist richtig, was ich nicht hören will ist doof), damit muss der Profi/Berater eben leben. Es gehört zur Jobbeschreibung mit dazu.

    Aber wenn ich das richtig verstehe, gibt es hier im Forum wertvolle Hilfestellung bei der Bestimmung, aber niemals eine Beratung.


    P3: Genausowenig wie es "exklusive" Meinungen von altgedienten Foristen gibt, gehe ich davon aus, dass es keine "abseitigen" Meinungen von Frischlingen (zumindest in der Welt der ==)) gibt. Es gibt aber natürlich falsche "Fakten", veraltetes Wissen, Vorurteile, etc. Aber auch damit müssen wir umgehen. Genauso wie mit selbstbewussten oder eher unsicheren Anfragern.


    Grüßle

    RudiS

  • Hallo, Rudi!


    Hat sicher jetzg wohl gerade überschnitten, mit der Aktion des Thema - teilens. :gzwinkern:

    Da schrieb ich auch eben noch was zur "Beratungspraxis". ich denke, es ist in dem Zusammenhang wichtiger wie das die "Ratsuchenden" verstehen und für sich interpretieren, als "wie wir das gerne hätten".



    LG, Pablo.

  • Hallo Mischa,


    da sprichst Du wohl!

    „Allen Menschen recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann“



    Weshalb ich denke, dass AnHk hier zu viel Aufmerksamkeit geschenkt wird und das Thema möglichst bald geschlossen werden sollte.

    Beim zweiten Punkt muss ich aber vehement widersprechen. Ein Thema wird nicht geschlossen, weil es einem nicht gefällt. Bei Einhaltung der Regeln, wird weiterdiskutiert, solange Foristen wollen.


    Wenn das Thema Dich annervt oder langweilt hab ich aber einen Tip: lies nicht mit!


    Grüßle

    RudiS

  • Hallo Pablo,


    wo soll das hin das neue Thema?


    Ich finde die Thematik "Pilz- Beratung (in der Praxis)" off- oder Online, hat ein eigenes Thema unter "Mykologischer Fachbereich" verdient. Dass Änderungen an der Menüstruktur der Seite aufwendig sind ist mir aber natürlich bewusst!


    Neben "Wissenschaft, ..., ..., Mikroskopie" könnte ich mir sowas wie Aus-, Fortbildung und Beratungspraxis vorstellen.


    Für mich gefühlt, eigentlich schon als zweitwichtigstem Punkt hinter "Wissenschaft".


    Da könnten qualifizierende Veranstaltungen mit rein, aber eben auch Themen aus der Praxis der Berater.



    Grüßle

    RudiS

  • Hallo zusammen,

    eigentlich ist ja alles gesagt. Aber da wir gerade bei der Diskussion sind, wie Anfänger die Antworten der Experten wahrnehmen, möchte ich einen anderen Punkt ansprechen. Ich selbst profitiere unglaublich von der Kompetenz der Experten in diesem Forum. Dennoch frage ich mich manchmal, was ein Ratsuchender denkt, der seinen ersten oder zweiten Beitrag hier einstellt und als Antwort beispielsweise nur einen Teil des wissenschaftlichen Namens erhält verbunden mit dem Hinweis, dass man ihm nicht sagen könne, um welche Art genau es sich handeln würde. Ich finde, das verunsichert Anfänger doch schon sehr.


    Ich bin schon jetzt eine Weile hier dabei und ich begreife allmählich, dass ständig Bewegung in der Bewertung und Benennung von Gattungen und Arten ist. Aber was fängt ein Neuling, der das noch nicht weiß damit an, wenn ihm die Experten sagen, das z.B. die Art des von ihm gezeigten Hallimasch nicht sicher bestimmt werden kann. Das impliziert doch, der Pilz sei unbestimmbar und er solle besser die Hände davon lassen. Das motiviert nicht unbedingt sich diese schönen Hobby zuzuwenden. Also wenn so ein Hinweis gegeben wird, dann doch bitte mit einer Erklärung. Das fiel mir in letzter Zeit häufig auf und ich wollte es einfach mal loswerden. Sorry, wenn das hier nicht 100-%ig passt.

    Liebe Claudia,


    ganz lieben Dank für deinen Beitrag zur Diskussion. Ich kann mich dem was du schreibst nur anschließen.

    selbst als Forgeschrittene habe ich oft das Gefühl von wissenschaftlicher Differenziertheit erschlagen zu werden. Manchmal ist weniger mehr. Und übrigens bin ich mir sicher, dass dies nicht mit irgendeiner "Charakterlichen Schwäche" meinerseits zusammenhängt. Ein Unding übrigens, in einer solch überheblichen Art von Leuten hier im Forum zu sprechen!


    Liebe Grüße

    Rotfüßchen

    "Pilze sind erst einmal nicht anwesend, sie verstecken, verbergen, verschließen und tarnen sich, aber es gibt eine Wahrscheinlichkeit und eine Hoffnung, sie zu finden. Die Suche bedeutet Aufbruch, Verheißung, Abenteuer, und je vergeblicher und erfolgloser der letzte Pilzgang war, desto mehr Spannung, Erfüllung, Belohnung verspricht der nächste." (Hans Helmut Hillrichs: Pilze sammeln)


    Pilzmärchen

  • Hallo Rotfüßchen, hallo Wutzi,

    Da geht es mir manchmal ähnlich, obwohl mich dieses Hobby schon eine Zeit begleitet.


    Und gerade blutige Anfänger holen sich vielleicht eine blutige Nase bei Anfragen.


    Aber in den allerallermeisten Fällen wird in diesem Forum schon versucht den Anfrager ernst zu nehmen und abzuholen, bzw. mitzunehmen. Ich habe schon einige Male ziemlichen Käse verzapft und wurde eigentlich immer sehr freundlich behandelt und ernstgenommen.


    Ich habe sehr unsicher angefangen, nach einiger Zeit bildet sich dickeres Fell, und irgendwann kommt auch zusammen mit ein wenig Wissen und Erfahrung ein anderes Standing. Aber gerade als Anfänger nimmt man Kritik natürlich besonders ernst.


    Und ungefragte Pädagogik bei Erwachsenen ist sehr schnell vermintes Gelände.


    Grüßle

    RudiS

  • Mojn,


    Wo soll's denn hin, das neue Thema?

    ich würde es begrüßen, wenn dieser Diskurs an die "Pinnwand" käme, denn

    die hier geäußerten Gedanken und Aspekte sind nicht zum ersten und sicherlich auch nicht letzten Male aufgetaucht.

    Und so könnte es helfen, diesen Diskrus nicht jedesmal auf's Neue entfachen zu müssen,

    was schlußendlich und auch unsere Zeit kostet. Und die ist ja nunmal auch nicht unendlich...

    So könnte bei Bedarf auf diesen Thread an der Pinnwand verwiesen werden,

    ähnlich, wie es dankenswerter Weise mit "...Angaben zur Pilzbestimmun..." passiert.


    Dankeschön.

    Malone

    Verzehrfreigaben gibt es nicht online!

    Galerie: Pilzfotos "zum Anfassen"

    Der frühe Vogel fängt den Wurm. Soll er doch im Dunkeln tappen...ich fange lieber Pilze. Fossas sind auch nur aktiv, wenn es sich lohnt.

    Pilzschule Rhein-Main

    Meine Fotos, Zeichnungen, Animated Gifs und sonstige Artwork dürfen nicht ohne meine vorherige ausdrückliche Genehmigung außerhalb dieses Forums verwendet werden!

  • Liebe Claudia,


    ganz lieben Dank für deinen Beitrag zur Diskussion. Ich kann mich dem was du schreibst nur anschließen.

    selbst als Forgeschrittene habe ich oft das Gefühl von wissenschaftlicher Differenziertheit erschlagen zu werden. Manchmal ist weniger mehr.


    Hallo Rolfüßchen, hallo Rudi,

    genau das ist es, was ich meine. Jemand der das erste Mal hier anfragt, braucht eine einfache Antwort. Mit Fachchinesisch kann ein Anfänger nichts anfangen. Ich stand am Anfang auch oft ziemlich verloren da, wenn ich komplizierte Antworten bekommen habe, zumal ich da noch mit der Technik auf Kriegsfuß stand. Die Funktion "mit Google suchen" habe ich erst vor kurzem entdeckt.

    Aber es gibt durchaus einige der Experten die es verstehen, sich auf das Anfängerniveau zu bewegen und einfache Antworten zu formulieren.


    Und ja Rudi, auch ich habe auch schon Bockmist gemacht und bin absolut pfleglich behandelt worden. Dafür bin ich den Florianern sehr dankbar. Ich habe mich sowieso schon ziemlich blöd gefühlt. In so einer peinlichen Situation noch eins auf die Birne zu bekommen, ist wahrlich nicht erbaulich. Andererseits bring es ja auch nichts, einen weniger schlauen Beitrag zu löschen. Es gibt sicher etliche Leute die hier nicht aktiv sind und nur mitlesen, die ganz froh sind, dass sie mit ihrem Halbwissen nicht alleine sind. Schon deshalb sollte man auch zu seinem Nichtwissen und Bockmist stehen.


    Ich glaube, es ist ganz gut, dass wir darüber diskutieren wie sich Anfänger fühlen, was sie brauchen und was sie überfordert. Letztlich profitiert das Forum nicht nur von der Fachsimpelei sondern auch vom Austausch von Laien und Profis. Und ich bin nach anderthalb Jahren Pilzforum zwar keine blutige Anfängerin mehr, aber mein Wissen ist nach wie vor sehr lückenhaft . Ich kann mich jedenfalls noch gut erinnern, dass ich anfangs so manche Expertenantwort nicht richtig einordnen konnte. Am besten fand ich immer, wenn jemand den Deutschen und den Wissenschaftlichen Namen nennen konnte und einen verständlichen Satz zur Erläuterung des Pilzes geschrieben hat. Ich hab da ein paar Lieblinge hier im Forum. Menschen, die es perfekt beherrschen, für jedes Wissensniveau die entsprechende Antwort zu geben. Aber die Namen verrate ich Euch natürlich nicht==Gnolm13.

    Lieben Gruß


    Claudia


    ...leben und leben lassen... ;)


    Hier im Forum gibt es grundsätzlich keine Verzehrfreigaben.

  • Servus beinand

    Das Internet ist keine Pilzberatunsstelle - nach meiner Definition.
    Aber: Es wird dennoch so genutzt, ob ich das will und gut heiße, oder nicht.
    Die spannende Frage ist, welche Konsequenzen ziehe ich daraus? Lehne ich es dann generell ab, auf Themen zu antworten, wo ich "Ersuchen nach Verzehrfreigabe" als Hintergrund vermute?
    Reagiere ich auf solche Themen, aber ohne Kommentare zu den Pilzen, sondern nur mit dem Hinweis auf das Risiko?
    Oder veknüpfe ich beides, versuche ein paar Anhalltspunkte zu Bestimmungs- und Vergleichsmöglichkeiten der gezeigten Pilze zu geben, einschließlich des Riskiohinweises?
    Bei letzterem muss ich mich natürlich drauf einstellen, daß der Risikohinweis nachher verworfen wird.

    Pablo stellt hier - wie ich finde - wichtige Fragen. Manche kann man auch nicht wirklich klar beantworten.


    Ich möchte ein Alternativszenario zur normalen Pilzberatung nur als Beispiel bringen (erfundene Szene):

    Ein Jugendlicher kommt zur Pilzberatung und kleine braune Pilze - er möchte wissen, ob das Psilos sind. Der Pilzberater hätte den Verdacht, dass er sie konsumieren will (oder andere Möglichkeit: der Konsumwunsch wird offen geäußert).


    Was macht man jetzt? In Simbach hatten sich vier Jugendliche (wahre Story) mit falschen Braunen ins Krankenhaus gefuttet (Cortinarius rubellus), zwei brauchten eine Spenderniere...


    Zurück zum virtuellen Fall - jetzt könnte man sagen: verweigert man die Bestimmung, dann sammeln und essen die Kids auch, nur eben möglicherweise auch was giftiges. Soll ich hier also eine Bestimmung absegnen? Wenn ja, mache ich mich strafbar, wenn ich vom Missbrauchsvorsatz des Konsumenten weiß? Oder bin ich verantwortungslos, wenn ich die Kids allein LBMs sammeln lasse?



    Das Beispiel hinkt, klar. Bei Psilocybin ist Besitz strafbar - aber die Juristische Seite meine ich nicht.


    Die Analogie zu hier:

    Gebe ich hier keine Bestimmungsbestätigung, wandert der Anfänger zu fb ab und wird da schlechter "beraten"? Dieses Argument entspricht für mich dem Psilo-Dilemma. Helfe ich da nicht, dann...?


    Zurück zur Onlinepilzberatung. Wie die DGfM das aktuell sieht, weiß ich nicht. Offiziell untersagt sie den PSV eine Bild- oder Onlineberatung (d.h. würde den Ausweis einziehen, den Status aberkennen). Ich kann jetzt nur von der BMG aus das betrachten. Da ich aber jahrelang selber als PSV-Ausbilder für die DGfM tätig war, weiß ich auch ein bisserl, wie (zumindest damals) darüber gedacht wurde.


    Hier kann man ja "PSV" ankreuzen (betrifft wohl nur die DGfM, sonst wäre da "PSV/PB" zu finden). Es ist also durchaus erwünscht, hier als Pilzberater im Forum aufzutreten. Weiß ich jetzt aber, dass die Pilze gegessen werden sollen, kann/darf/soll ich dann die Bestimmung absegnen, damit der Fragende nicht zu Facebook abwandert und da Fehlbestimmungen kassiert? Reicht da ein Disclaimer, dass diese Beratung jetzt keine Beratung ist?


    Das Problem ist halt, wenn ich davon weiß, dass dem Sammler unbekannte Pilze in der Pfanne landen sollen, handle ich dann nicht bewusst fahrlässig, wenn ich dann Bestimmungstipps gebe?


    Ich denke jedenfalls so. Entweder ich kann zu 100% einen Pilz bestimmen (Pilzberatung) oder ich kann es nicht. Wenn nicht, dann keine Bestimmung, die zum Verspeisen führt. Oder mir wäre es egal, wenn dann doch was passiert (habe ja nen Disclaimer oder so)?


    Man muss jetzt auch bedenken, dass vielen Anfängern nicht bewusst ist, wie schwierig die Bestimmung ist und wie viele Arten auftreten. Gibt nun ein "Experte" einen Namen als Bestimmungsergebnis an, dann "muss" das ja stimmen! Der kann sich ja nicht irren?! So denken halt einige. Das Risiko wird nicht erkannt.


    Rechtlich wäre es interessant, ob im Falle einer Vergiftung, wenn vom Verzehrvorsatz auszugehen war, man als Experte nicht sogar belangt werden könnte, wenn man eine Fehlbestimmung abgegeben hat - weil man eben bewusst fahrlässig handelt. Das muss aber das Gericht entscheiden. Ich sehe da aber ein gewisses Risiko.


    Für mich ist das "dann geht er zu fb, da ist es noch schlimmer" kein Argument. Wenn ein Pilz gegessen werden soll, der zur Bestimmung hier eingestellt wird, dann verweigere ich die Hilfe. Ich würde das auch von jedem seriösen Pilzberater so erwarten.


    Zum Umgangston - ich empfand die Kommunikation immer als höflich. Und wenn zehn Leute parallel auf das Risiko hinweisen würden, dann muss man m.E. als Betroffener darüber stehen, solange es nicht auf die persönliche Ebene abrutscht. Man sollte auch nie vergessen, dass es nicht darum geht, wie man ein Modell bastelt oder Farben anrührt, sondern beim Verzehr von Wildpilzen um Leben oder Tod oder Schädigung von Organen gehen kann. Da muss man m.E. auch auf dieses Risiko deutlich hinweisen.

    Da sind Pilzberater manchmal durchaus Spaßbremsen.


    Liebe Grüße,

    Christoph

  • Hallo zusammen,

    soll ich das dann so verstehen, dass ihr meint, in dem hier diskutierten Fall (zur Erinnerung: es hatte jemand überalterte und auch von der Art her schwer bestimmbare Pilze zur Bestimmung eingestellt, daraufhin diese benannt und abgeraten bekommen, und anschließend gekontert, er habe aber einige davon gegessen) wäre es richtiger gewesen, das alles unkommentiert stehen zu lassen und keine kritische Gegenmeinung dazu zu äußern?

    Da wäre ich ganz klar nicht bei euch, denn was hier im öffentlichen Bereich diskutiert wird und worin das Ergebnis der Diskussion besteht, lesen möglicherweise auch solche Leute mit (z. B. Anfänger), denen nicht immer klar ist, wie frag- und diskussionswürdig solche Vorgehensweisen sind. Wenn dies aus Rücksicht auf spezielle persönliche Befindlichkeiten unkommentiert bliebe, käme schon der eine oder andere auf die Idee, dass hier alles seine Richtigkeit habe, d. h. hier: Pilze zu essen, über deren Artzugehörigkeit man sich nicht klar ist, und danach im Pilzforum.eu anzufragen, was man da eigentlich gegessen hat.

    Ich würde die Moderatoren dieses Forums bitten, dazu Stellung zu nehmen.

    FG

    Oehrling

    PSVs dürfen weder über I-Net noch übers Telefon Pilze zum Essen freigeben - da musst du schon mit deinem Pilz zum lokalen PSV!

  • Lieber Oehrling und alle anderen


    Ich habe die letzten Tage die ganzen Diskussionen rund um mein Thema und dessen Rezeption in der Community sehr präzise mitverfolgt und ich möchte hier, durchaus auch zu meiner Verteidigung, angesichts der teilweise infamen Verdrehungen einige Klarstellungen nachreichen.


    1. Ich bin hier auf dem Forum, weil mich die ungeheure Komplexität der Pilze enorm fasziniert und ich der Ansicht bin, dass hier einige äusserst fachkompetente Pilzexperten zugegen sind (dazu zähle ich dich auch), die dankbarerweise willens sind, ihr enormes Wissen mit der Online-Kommune zu teilen. Darüber hinaus empfinde ich das Gros der Gemeinschaft als äusserst hilfsbereit, freundlich und sehr bedacht auf einen guten Umgang. Selbstverständlich interessiere ich mich auch für den kulinarischen Wert von Pilzen, aber eben nicht nur (wie dies verschiedentlich falscherweise vermutet/behauptet wurde).


    2. Die Themeneröffnung diente dem Zweck der näheren Artbestimmung (dafür ist das Forum doch da?) und ganz sicher nicht einer moralischen Vergewisserung bzw. dem Einbezug von Fremdmeinungen zur Entlastung meines Gewissens (und Belastung des eurigen). Dennoch war und bin ich für dein/euer nachdringlichen Appell dankbar und die Botschaft, dass sich generell und speziell bei jener Gattung besondere Vorsicht mahnt, ist angekommen. Was sich indes im Geleit dieses Appells alles an Kommentaren, Meinungen, Zurechtweisungen und Vorwürfen in einer erschreckenden Eigendynamik an meinen Beitrag angeheftet hat, ist für mich als forumserprobter Internetnutzer eine ganz neue Erfahrung. Die fast schon als Drohung formulierte Ansage Christophs, den betreffenden Thread als Negativbeispiel in einer seiner Seminare zu verwenden und dies entgegen meinem ausdrücklichen Willen, brachte das Fass zum Überlaufen. Als (Kurzschluss-)Reaktion darauf sah ich mich zur Wahrung meines Persönlichkeitsrechts dazu genötigt, sämtliche Beiträge von mir zu löschen.


    3. Ich habe mehrmals festgehalten, dass ich die älteren Exemplare wegen Maden- und Schimmelbefalls aussortiert habe.


    4. Die Aussage, ich habe "gekontert, aber einige davon gegessen zu haben" ist wiederum eine kuriose Verdrehung der Tatsachen (ich bitte dich, lies doch den Ursprungsthread noch einmal ganz sorgfältig).


    5. Du redest von "speziellen persönlichen Befindlichkeiten". Ich meine, der würdevolle Umgang miteinander gebietet sich von alleine und ist nicht nur mir ein grosses Anliegen.


    In diesem Sinne wünsche ich euch noch ein angenehmes Rest-Wochenende und verbleibe mit der Hoffnung, dass wir diesen unglücklichen Zwischenfall baldmöglichst ad acta legen können.


    Grüsse, AnKh


    PS: Danke insbesondere dir Pablo für dein unparteiisches Eingreifen.

  • Hallo Ihr Lieben!


    Ich habe die Diskussion hier mitverfolgt. Unter anderem aus dem Grund, dass ich dem Anfragesteller auch geantwortet hatte, mit dem Hinweis, dass mit die Pilze, wenn es denn Mönchsköpfe seien zu gross seien, und habe ein Foto von jungen, knackigen Exemplaren dazugestellt.

    Und außerdem, weil mich Eure Ansichten zum Thema auf jeden Fall interessieren!


    Alle Antworten, die er von Euch allen bekam, fand ich weder unhöflich noch zu heftig. Oehrling hat ja schon dargelegt, dass er seinen Text xmal editiert habe, bevor er ihn postete, damit er nicht zu heftig rüberkommt.

    Das einzige, das ich in den Antworten kritisch sehe ist der Kommentar, diese Geschichte als Negativbeispiel im Unterricht zu verwenden (auch wenn ich das verstehen kann)


    Zur rechtlichen Seite der Online-Pilzberatung kann ich leider auch nichts sagen. Ich fände es jedoch für dieses Forum absolut schade und kontraproduktiv, wenn es nur noch "watteweiche" Drumherumgerede-Bestimmungen gäbe. Man kann auch beim Nachlesen von alten Anfragen hier viel lernen, weil die Pilze teilweise direkt bestimmt oder eben kontrovers diskutiert wurden, mit allen Merkmalen etc.

    Ein Hinweis, dass dies dann jeweils keine Essensfreigabe ist, sollte meiner Meinung nach schon zusätzlich zu etwaigen Disclaimern gegeben werden, eben aufgrund der Tatsache, dass manche vielleicht nur das lesen, was sie wollen und nicht das "Kleingedruckte" unter den Namen. Aber ein erwachsener Mensch, der darauf hingewiesen wird, dass man über Fotos und Online keine Essensfreigabe gibt und der sich dann trotzdem diesem Risiko aussetzt, dem ist nicht zu helfen und meiner laienhaften Meinung nach dem jeweilgen Foristen, der den Pilz nach Foto- und Erklärungslage bestimmt hat dann keine Fahrlässigkeit vorzuwerfen.


    Also, bitte weiter wie bisher, ja?! ==Pilz25


    P.S.: Hallo Sandro!

    Ich finds gut, dass Du Dich noch mal zu Wort meldest! Ich fände es auch super, wenn Du weiter hier bleibst und wir einfach noch mal neu starten.

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