PSV-Prüfungs-Fragen [528] Welche Pilzarten können Vergiftungssymptome auslösen, die bereits unmittelbar beim oder nach dem Herunterschlucken auftreten können. Wie bezeichnet man diese Symptomatik?

Es gibt 37 Antworten in diesem Thema, welches 3.117 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Peter.

  • Hallo,

    hier könnt ihr mir sicher auch weiterhelfen.

    Auf der Seite der Dgfm finden sich zwei Möglichkeiten von Vergiftungen mit sehr kurzer Latenzzeit, allerdings beide nicht passend auf die Frage.

    Unmittelbar oder nach dem Herunterschlucken ist schon sehr fix, habe aber nichts dazu irgendwo gefunden.

    Welche Art der Vergiftung und welche Arten sind bei dieser Frage gemeint?



    Vergiftungssyndrome


    "1.6. Acetaldehyd-Syndrom (Coprinus-Syndrom)

    Symptome: plötzliche Hautrötung in Gesicht, Nacken, Brust, Hitzegefühl, Schweiß, Schwindel, Atemnot, Herzrasen

    Latenzzeit: Minuten bis 1 Stunde

    Pilzarten: Grauer Faltentintling (Coprinopsis atramentaria), Spechttintling (C. picaceus), Coprin in geringen Mengen in weiteren Tintlingen.


    ....


    2.9. Verunreinigung von Trockenpilzen durch Pflanzenreste

    Symptome: Sofortiges, starkes Brennen in Mund, Speiseröhre, Magen, massive Schluckbeschwerden, Anschwellen der Schleimhäute, massiver Speichelfluss

    Latenzzeit: Sofort

    Pilzarten/Auslöser: Pflanzenreste aus der Familie der Aronstabgewächse (Araceae) und Gattung der Schweigrohre (Dieffenbachia) in getrockneten Steinpilzen. Mikroskopisch feine Nadeln als Träger löslicher Oxalate

    "


    Lieben Gruß,

    Lukas

  • Hallo,

    ich bin durch Zufall auf das Muskarin-Syndrom gestoßen. Tritt z.B. beim Ziegelroten Risspilz auf.

    Erste Beschwerden können schon nach wenigen Minuten auftreten, da das Muskarin auch über die Mundschleimhäute aufgenommen werden kann.

    Wäre das was für die Prüfung?

    Gruß Nicolai

  • Hallo Lukas, alle Pilzarten können den sog. Nocebo Effekt auslösen, falls man vermutet eine giftige Art gegessen zu haben. Außerdem können vermutlich alle Pilzarten bei irgendwem allergische Reaktionen auslösen. Beides würde unmittelbar nach dem Konsum Vergiftungssymptome hervorrufen.


    Beste Grüße,

    Stefan

  • Hi,


    leider ist die Intention des Frageautors unbekannt. Ich würde hier auch zu allergischen Reaktionen tendieren. Muscarin wirkt erst nach frühestens 15 min; ist nach Fragestellung hier auszuschließen.


    l.g.

    Stefan

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


    Meine Antworten hier stellen nur Bestimmungsvorschläge dar. Verzehrsfreigaben gibts nur vom PSV vor Ort.


    PSV-Prüfungstemine 2024: hier

  • Hallo,


    so als Laie würden mir zwei Dinge einfallen, die hier vielleicht interessant wären:


    Einmal schreibt Rita Lüder im Grundkurs Pilzbestimmung zum Kronenbecherling (Sarcosphaera coronaria): "Durch bislang noch unbekannte Giftstoffe kommt es sofort bis zu 24 Stunden nach der Mahlzeit zu Übelkeit [...]"


    Zum Anderen glaube ich irgendwo mal gelesen zu haben, dass beim Verzehr der Giftlorchel (Gyromitra esculenta) sich teils schon beim Kontakt der Zunge mit dem Pilz ein Taubheitsgefühl einstellen kann. Leider weiss ich weder, woher ich das habe, noch, ob es zutrifft. Und ob ein Taubheitsgefühl der Zunge schon als "Symptom" im Sinn der Frage gilt, kann ich leider nicht beurteilen ;)


    Viele Grüße

    Michael

  • Jetzt wollte ich grad widersprechen. Und dann hab ich aber doch nachgelesen. Danke für den Hinweis!

    Gruß Nicolai

  • Erstaunlich, dass diese Frage seitdem mehr als 4 Jahre lang im Fragenkatalog verblieben ist.

    Hallo an alle,

    hat denn irgendjemand diese Punkte als Verbesserungsvorschläge formal bei der Sprecherin des FA PSV eingereicht?

    Oder vielleicht sogar dem FA Unterstützung bei der Überarbeitung angeboten?


    Einfach nur in einem freien Forum vor sich hin kritisieren ist halt zuwenig. Ändern wird sich nur was, wenn jeder Einzelne aktiv wird.

    Dss ist im übrigen keine Besonderheit der DGfM/PSV- Themen, sondern gilt allgemein.


    Grüße,


    Wolfgang

  • Hallo Wolfgang,

    ehrlich gesagt, warum sollte man? Die Frage ist doch völlig in Ordnung. Allergische Reaktion macht absolut Sinn und wurde doch auch von diversen Leuten als Antwort genannt. Ich würde noch den Nocebo Effekt hinzunehmen. Als PSV sollte man halt wissen, dass Vergiftungssymptome nicht zwangsläufig von einer Vergiftung stammen müssen.


    Beste Grüße,


    Stefan

  • Einfach nur in einem freien Forum vor sich hin kritisieren ist halt zuwenig. Ändern wird sich nur was, wenn jeder Einzelne aktiv wird.

    Hallo Wolfgang,


    es bräuchte nicht mal "jeder Einzelne aktiv" werden. Es würden schon wenige einzelne, tatsächlich daran Interessierte ausreichen.

    Bei diesen Fragen zur PSV-Prüfung hier im Forum beteiligen sich auch Personen aus dem engsten Umkreis der DGfM-Führung, des Fachausschusses PSV-Wesen und sogar des Präsidiums.

    Wird von denen denn niemand formal aktiv?


    Erwartest du ernsthaft, dass sich Personen, die nicht dem o. g. Kreis angehören, formal mit Verbesserungsvorschlägen an die Sprecherin des Fachausschusses wenden?


    Der Fachausschuss schreibt sich selbst als Aufgabe auf die Fahne "die Weiterentwicklung ... und .. Qualitätssicherung der Prüfung und Weiterbildung..." Ich hoffe doch sehr, dass dies nicht nur dann erfolgt, wenn man sich formal an die Fachausschuss-Sprecherin wendet.


    Freundliche Grüße

    Peter

  • Erstaunlich, dass diese Frage seitdem mehr als 4 Jahre lang im Fragenkatalog verblieben ist.

    Ändern wird sich nur was, wenn jeder Einzelne aktiv wird.

    Dss ist im übrigen keine Besonderheit der DGfM/PSV- Themen, sondern gilt allgemein.

    Hallo Wolfgang,

    da muss ich dir hundertprozentig zustimmen.

    Craterelle hat so verwundert reagiert, weil wir uns seinerzeit hier am Rande des Forums in halbjähriger Kleinarbeit über die PN-Funktion als kleine fünfköpfige Gruppe durch die Prüfungsfragen gearbeitet hatten. Dabei haben wir alle Fragen diskutiert und alle unstimmige Fragen gesammelt. Ich hatte sie dann Andreas Gminder geschickt. Dann sind tatsächlich einige Zeit später Fragen geändert und weggelassen worden. Aber ich gestehe, dass wohl niemand aus unserer Gruppe die Fragen nochmals kontrolliert hat. Denn wir hatten die Prüfung nun hinter uns und haben andere Schwerpunkte gesetzt.

    Lieben Gruß


    Claudia


    ...leben und leben lassen... ;)


    Hier im Forum gibt es grundsätzlich keine Verzehrfreigaben.

    Pilzsachverständige findest du hier.

  • Hallo Leute,


    es tut mir Leid, aber ich verstehe nicht, was an dieser Frage unklar sein soll. Kann es bitte mal jemand erläutern?


    Beste Grüße vom Stefan

    Unter Symptomatik versteht man die Gesamtheit aus einem Krankheitsprozesses resultierende Symptome. Typische Kombinationen gleichzeitig auftretender Symptome bezeichnet man als Syndrom.

    Es können nach dem Herunterschlucken von rohen Pilzen unterschiedliche Symptome auftreten. Nach dem Namen einer Symptomatik zu fragen ist hier fachlich falsch.


    Gruß,

    Peter

  • Hallo,


    nun, man sollte sich von der Frage nicht auf's Glatteis führen lassen.


    Eine allergische Reaktion ist keine Vergiftung; mMn.

    Muss eine all. Reaktion überhaupt mit Vergiftungssymptomen einhergehen? Ist Juckreiz oder Rötung ein Anzeichen für eine Vergiftung? Eher nicht.


    Und Pilzgifte wirken nicht sofort, sondern erst dann, wenn sie über den Magen-Darm-Trakt aufgenommen wurden; also nie sofort.


    Dazu wird genau nach Pilzarten gefragt; nicht nach Pilzen allgemein.


    Daher meine Antwort:

    Es gibt keine Vergiftungen durch Pilze, welche sich sofort beim Verzehren oder direkt nach dem Herunterschlucken bemerkbar machen.



    Grüße,

    Steffen

  • Hallo Steffen,


    ich glaube das Glatteis ist hier, nur an Vergiftungen zu denken, obwohl davon garnichts in der Frage steht. Schwere Allergien können einen anaphylaktischen Schock auslösen, was sehr in Richtung Vergiftungssymptome geht.

    Auch beim Nocebo Effekt können alle möglichen Vergiftungserscheinungen aufteten, vermutlich immer genau die, von denen man gerade erst im Internet gelesen hat.


    Einen guten Start ins Wochenende wünscht Stefan

  • Es gibt keine Vergiftungen durch Pilze, welche sich sofort beim Verzehren oder direkt nach dem Herunterschlucken bemerkbar machen.


    Hallo Steffen


    Zumindest den Tigerritterlingen wird nachgesagt, dass reines Abbeissen schon zu Brechreiz führen kann.

    107 Chipse vor APÄ 2022

    ./. 15 Chipse Meldebüah 2022

    + 6 Chipse beinahe Punktlandung

    ./. 10 Chipse Meldebüah APÄ 2023

    = 88 Chipse

    + 3 Chipse weil am nächsten bei 200

    + 3 Chipse Sozial-Phal Hiasls Berührungsängste beim Spitzschuppigen Stachelschirmling

    + 2 Chipse Phor-Pfeld-Phal Teller mit Gulasch kurz vorm Würzigen Tellerling

    ./. 3 Chipse an ipari fürs Aufspüren des brillenwürdigen Phales

    = 93 Chipse



    Ohne den Pilz selbst in der Hand gehabt zu haben, ist eine 100%ige Bestimmung nie möglich. Keine Verzehrfreigabe übers Internet. Die gibt es nur beim Pilzsachverständigen/-berater/-kontrolleur vor Ort.

  • Ich meine mich zu erinnern, dass Russula emetica sofort wirken soll. Nomen est omen


    Gruß Alis


    Nachtrag: die Dosis und individuelle Empfindlichkeit spielen vermutlich auch eine wichtige Rolle

    Wäre schön, wenn man vom Urheber dieser Frage seine Antwort bekommen könnte.

  • Es gibt keine Vergiftungen durch Pilze, welche sich sofort beim Verzehren oder direkt nach dem Herunterschlucken bemerkbar machen.


    Hallo Steffen


    Zumindest den Tigerritterlingen wird nachgesagt, dass reines Abbeissen schon zu Brechreiz führen kann.

    Ist das wirklich so?


    Funginator


    Alles schwierig, kann man Vergiftungssymptome ohne Vergiftung haben, sofort beim Verzehr von Pilzen? Praktisch innerhalb weniger Sekunden? Wenn ich solche Angst vor einer Pilzvergiftung habe, das dieser Fall eintreten kann, dann esse ich keine.


    Wenn ich die Frage zerzupfe, so steht da ja, nur während des Schluckvorgangs oder unmittelbar danach. Also nicht einmal während des Vorgangs des Kauens.


    Mich würde wirklich interessieren, welche Antwort die Fragesteller erwarten.

  • Ich habe mich bisher noch nicht getraut, es auszuprobieren. :gnichttraurig: Muss ja auch nicht sein. :gzwinkern:

    107 Chipse vor APÄ 2022

    ./. 15 Chipse Meldebüah 2022

    + 6 Chipse beinahe Punktlandung

    ./. 10 Chipse Meldebüah APÄ 2023

    = 88 Chipse

    + 3 Chipse weil am nächsten bei 200

    + 3 Chipse Sozial-Phal Hiasls Berührungsängste beim Spitzschuppigen Stachelschirmling

    + 2 Chipse Phor-Pfeld-Phal Teller mit Gulasch kurz vorm Würzigen Tellerling

    ./. 3 Chipse an ipari fürs Aufspüren des brillenwürdigen Phales

    = 93 Chipse



    Ohne den Pilz selbst in der Hand gehabt zu haben, ist eine 100%ige Bestimmung nie möglich. Keine Verzehrfreigabe übers Internet. Die gibt es nur beim Pilzsachverständigen/-berater/-kontrolleur vor Ort.

  • Wäre schön, wenn man vom Urheber dieser Frage seine Antwort bekommen könnte.

    Das wird wohl nicht mehr nachvollziehbar sein. Die Frage bestand schon vor meinem Eintritt in den FA.


    l.g.

    Stefan

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


    Meine Antworten hier stellen nur Bestimmungsvorschläge dar. Verzehrsfreigaben gibts nur vom PSV vor Ort.


    PSV-Prüfungstemine 2024: hier