Hallo Nikky,
Du schreibst:
Zitat
Ich habe so oft gelesen, dass Täublinge als Anfängerpilze gelten, sofern man sie eindeutig auch dieser Gattung zuordnen und zB den Knollenblätterpilz ausschließen kann.
Ja, das ist richtig. Du musst Dir zu 100 % sicher sein, einen Täubling vor Dir zu haben.
Aus meiner Praxis als Pilzberater:
Kommt ein Pärchen, der Mann sichtlich genervt, weil seine Frau mit den Pilzfunden unbedingt zum Pilzberater will. Der Mann sagte: „Wir haben nur Täublinge, die habe ich alle gekostet und sie sind alle mild, also können wir die essen.“ Beim Blick in den Korb sah ich nur Wulstlinge (Amanita), keinen einzigen Täubling.
Er: „Ja, das sind alles Täublinge, weil die Stiele glatt durchbrechen.“ Ich: „Ja, das glatte Durchbrechen ist EIN Merkmal der Täublinge. Deine Pilze haben jedoch einen Ring am Stiel und Flocken auf dem Hut und eine knollige Stielbasis.“
Der Mann war also nicht in der Lage, Täublinge zu 100 % zu identifizieren. Er hat sich nur auf EIN Merkmal verlassen.
Und stell Dir vor, der hat alle Wulstlinge (Amanita) im Wald verkostet – was für ein Leichtsinn.
Die Täublingsregel ist eine mykologische Faustregel für Täublinge (Russula):
Mild schmeckende Arten sind in Mitteleuropa in der Regel essbar, scharf oder bitter schmeckende Arten sind ungenießbar oder giftverdächtig.
Wichtige Voraussetzung:
Die Regel darf nur angewendet werden, wenn der Pilz zweifelsfrei als Täubling erkannt wurde.
Sie gilt nicht für andere Pilzgattungen, da viele gefährliche Giftpilze mild schmecken können.
Bei der Geschmacksprobe wird nur ein kleines Stück gekaut (mind. 1 Minute) und anschließend ausgespuckt.
Insofern ist das Lernen der Gattungsmerkmale der Täublinge eine wichtige Voraussetzung. Später, mit der Erfahrung, wirst Du einen Täubling meist bereits aus größerer Entfernung als solchen erkennen.
Viele Grüße,
Steffen