Beiträge von nobi_†

    Liebe Heidrun.

    Hallo Nobi,

    das sind ja ganz tolle Sachen, die Du auf dem Dung entdeckt hast. Das hätte ich nie hinbekommen!

    Naja. Das ist schon alles sehr zeitintensiv und es stecken viele Stunden Arbeit dahinter.

    Die Zeit gönne ich mir jetzt einfach als Ruheständler! Und es macht ja auch sehr viel Spaß!

    Es ist immer wieder faszinierend, was es da alles so gibt.

    Auch ich staune jedes Mal wieder aufs Neue!

    Klar kenne ich das meiste, doch immer wieder gibt es auch für mich Überraschungen.

    Die Fotos sind wunderschön.

    Danke!

    So langsam beherrsche ich meine kleine Kamera und zudem helfen ein, zwei Fotoprogramme weiter.

    Schlechte Bilder zu veröffentlichen ist nicht mein Anspruch. Von denen gibt es schließlich hinlänglich genug.


    Nochmals vielen Dank für die Zusendung der Dungproben. :thumbup:

    Eine komplette Fundliste schicke ich Dir demnächst.


    LG, Nobi


    PS. Eine möglicherweise neue Art wird noch untersucht. Sehr spannende Sache. Ich werde berichten!

    Hallo liebe Musikinteressierte.

    Welch Ruhe. Seit zwei Wochen keine neuen Beiträge. Das will ich doch mal schnell ändern.


    Der Österreicher Martin Grubinger, womöglich der überragende Percussionist dieser Epoche, nimmt gegenwärtig seinen Abschied von der Bühne.

    Grund genug, ihn nochmals hier vorzustellen.

    Vor einiger Zeit hatte ich ihn hier schon einmal gespielt - keine Ahnung, wie man das wiederfindet. Da brauchte es einen Archivar!


    Gestern gab er Dresden ein weiteres Mal die Ehre. Leider war ich nicht dabei, doch schrieb mir ein Freund dazu folgende Mail:

    "Grubinger endete nach 3,5 Stunden mit stehendem Applaus im knackevollen Kulturpalast. 3xlive erlebt und jedes Konzert war anders.

    Nun ist's vorbei ...das ist ein großer Verlust..."


    Natürlich ist es noch nicht vorbei, denn glücklicherweise gibt es ja das Internet, wo man immer wieder aufs Neue überrascht wird!

    Im besten Fall sogar positiv! :)


    Ich wusste z.B. nicht, dass er auch JAZZ spielte!

    Wie er und sein Ensemble den Joe Zawinul (Weather Report) Klassiker Birdland interpretieren macht mich einfach nur sprachlos!

    16.07.2017, Linz.


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    Das Original habe ich übrigens 1985 zum Jazz-Festival in Debrecen erleben dürfen (habe ich heute noch im Ohr!).

    Lang, lang ist's her und der Joe auch schon lange nicht mehr auf dieser Welt.

    Wie auch seine Mitstreiter aus frühen Jahren, der geniale Saxophonist Wayne Shorter und Jaco Pastorius, der Zauberer an Bass und Gesang.


    Zum Vergleich eine historische Aufnahme während des Rockpalastes 1978 in Offenbach.


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    Und schließlich noch eine Zugabe, wo Martin Grubinger sich als Meisterschlagzeuger offenbart. 10.02.2023, Stuttgart.

    Mit netten, zugabetypischen Mätzchen!


    ARD Klassik: Planet Rudiment für Marching Drum · Martin Grubinger · SWR Classic | ARD Mediathek
    Planet Rudiment für Marching Drum · Martin Grubinger · SWR Classic | Video | Martin Grubinger spielt Planet Rudiment für Marching Drum in einer Aufnahme aus…
    www.ardmediathek.de


    Viele Grüße und viel Spaß mit einmal etwas anderer Musik.


    Nobi

    Sehr schöne Bilder, Christine!

    Ich kenne drei Bäume, die von dieser Art schon umgelegt wurden.

    2009 fand ich den Tropfenden Schillerporling (Inonotus dryadeus) an Eiche.

    Einfach wunderschön mit seinen an Bernstein erinnernden Guttationstropfen!



    Übrigens steht die Eiche heute noch. Allerdings habe ich den Porling nur noch in einem weiteren Jahr daran finden können.

    Möglicherweise hat ja die Eiche den Kampf gegen ihren Peiniger gewonnen.


    LG, Nobi

    Was soll ich sagen?

    Zuerst natürlich ganz vielen Dank für das überaus positive Feedback! :)

    Danke Nobi, das war wieder in bekannt exzellenter Vortragsweise. Anschauungsunterricht und Wissensvermittlung vom Feinsten.

    Genau darum geht es mir. Nur unkommentierte Bilder zu zeigen würde mich nicht befriedigen.

    Ich möchte natürlich neugierig machen auf die winzigen, meist übersehenen kleinen Pilze.

    Mir gefallen unüberraschenderweise die Tintlinge am besten.

    Das ist jetzt nicht völlig "unüberraschend" für mich! :D

    Wiedermal großartige Werbung für die spannende Welt der coprophilen Pilze.

    Werbung für diese "Immer-Noch-Außenseiter" im Pilzreich zu machen, ist genau mein Anliegen!

    Und es scheint ganz gut zu funktionieren, wie ich an der Resonanz auf meinen Beitrag spüre.

    Danke Nobi, wieder mal ganz großes Kino! Den Satz deines Pilzfreundes möchte ich modifizieren.

    Bei grandiosen Fotos ist die gezeigte Pilzart wurscht. Diese Pilze sind einfach schön.

    Alle Pilze sind schön. Die einen mehr, die anderen weniger! ;)

    Wenn ich nur endlich mal etwas mehr Zeit hätte um auch etwas intensiver in diese spannende Welt einzutauchen.

    Ich wünsche Dir alle Zeit der Welt!

    Und spannende Sachen kannst Du mir nach wie vor auch gern zusenden.

    Wenn man solch wunderschönen Bilder der "kleinen Scheisser" zu sehen bekommt wirkt im Vergleich der schönste Steinpilz uninteressant und banal.

    ==stein==20

    Wirklich ein toller Beitrag - nicht nur wegen der vielen Informationen die man erhält, sondern gerade auch dadurch, dass man in jeder Zeile merkt, welch eine "Herzensangelegenheit" für dich dieses Thema ist.

    In der Tat liegen mir die kleinen "Scheißerchen" am Herzen und ich freue mich über jeden, der ein Stück mit mir geht.

    Noch fehlt viel für eine flächendeckende Kartierung, aber ein Anfang ist schon mal gemacht!

    Bitte mach weiter so.

    Natürlich! Was sollte ich sonst machen? ^^

    Großpilze sind mir erstens zu groß und zweitens meist zu kompliziert (siehe u.a. Cortinarius oder Entoloma).

    Da bleibe ich doch lieber bei solch "einfachen" Gattungen wie Sporormiella oder Saccobolus. Wobei.....................

    Wenn man solche herrlichen Beiträge sieht, wird die Lust auf die nächste Dungprobe weiter angefacht.

    Darauf freue ich mich natürlich schon!

    Ach, wenn nur diese vielen Phytos nicht wären. ==6


    LG, Nobi

    Nachdem ich bereits vor kurzem einen (Ein)Blick in die Welt der coprophilen Pilze gegeben habe, möchte ich das nun mit einem weiteren Beitrag fortführen.


    Leider bin ich aus gesundheitlichen Gründen noch nicht wieder in der Lage, größere Runden in der Natur zu drehen und somit auf Zusendungen lieber Pilzfreunde angewiesen, um wenigsten am Mikroskop und mittels Fotoapparat meinem Hobby fröhnen zu können. Nachdem mich Meike & Michael bereits Anfang April mit einigen Dungproben „versorgten“ (à oben), schickte mir meine sächsische Pilzfreundin Heidrun Proben vom Reh (Berbisdorf bei Radeburg), Hirsch (Sächsische Schweiz, Großer Winterberg, Brandstelle und Königsbrücker Heide) sowie Wildschwein (Sächsische Schweiz, Großer Winterberg, nahe Brandstelle).


    Die folgenden zwei Fotos mögen euch einen Eindruck von den Untersuchungsgebieten geben.

    Danke Heidrun (Brandstelle)



    und Enno (Königsbrücker Heide)



    Insgesamt konnte ich auf den erwähnten Proben 41 Arten feststellen, von denen ich Euch ca. die Hälfte gern in Wort und Bild vorstellen möchte.

    Die im Text und auf den Fotos genannten Maße stammen von eigenen Messungen der untersuchten Pilze.

    Voranstellen möchte ich einen Satz von lockpicker (18.05.2023, PF.eu), den ich nicht besser hätte formulieren können.

    Zitat

    Für einen Mykologen ist jeder Pilz gleich viel wert, egal ob es ein unscheinbares kleines 1mm Kügelchen auf einem Haufen Tierdung ist oder ein wunderschöner großer Steinpilz.

    In dem Sinne. Vergesst für eine kurze Zeit die großen Pilze und taucht ein mit mir in eine Welt, die vielen Menschen, selbst engagierten Pilzfreunden, weitgehend unbekannt ist.

    Starten möchte ich diesen Beitrag mit drei kleinen Dungtintlingen, wobei ich mich über Narcissea (= Coprinopsis) ephemeroides, den Kleinen Ringtintling besonders gefreut habe, fand ich ihn doch letzmalig vor 15 Jahren. Der Pilz ist durch seinen aufsteigenden Ring gut charakterisiert. Er wuchs sowohl auf Hirsch- als auch Wildschweindung.




    Ebenfalls an Hirsch- und Wildschweinlosung konnte ich Coprinopsis stercorea, den winzigen Struppigen Misttintling, nachweisen. Dieser gehört zu den häufigsten Tintlingen an Dung.



    Auffällig ist das Velum, das im ausgereiften Zustand aus 25 -55 µm großen kugeligen, feinwarzigen Zellen (Sphaerozysten) besteht, zwischen denen sich schmale, verzweigte Bindehyphen befinden.

    Zum Anfärben habe ich Kongorot benutzt, wodurch die Mikrostrukturen besser sichtbar werden.



    Recht häufig an Rehdung fruktifizierte Parasola misera, der Zarte Tintling.

    Hier „aufgeblüht“ und in voller Schönheit. Der Hutdurchmesser beträgt ca. 3 mm!



    An kleinen Becherlingen gab es auch einige zu entdecken wie z.B. Coprotus leucopocillum.

    Die Art ist durch die weißlichen Apothecien, biseriaten Asci und relativ großen Sporen gut festgelegt.




    Erfreulich war der Nachweis von Lasiobolus macrotrichus, eine Species, die durch ihre kräftigen Haare (hier bis 550 x 45 µm, laut Literatur sogar bis über 1000 µm) bereits makroskopisch auffällt.



    Mikroskopisch ist die Art durch die spindeligen Sporen (hier bis 24 x 9 µm) charakterisiert.



    Massenpilze an bereits älterer Wildschwein- und Hirschlosung waren zwei warzigsporige Arten der Gattung Saccobolus, Sektion Eriobolus.

    Deren winzige Apothecien erinnern bei Reife durch die aus dem Hymenium ragenden violetten Ascusspitzen an die Gattung Ascobolus.

    Hier als erstes Saccobolus verrucisporus.



    Mikroskopisch kann die Gattung anhand der in Clustern angeordneten Sporen sicher angesprochen werden.

    Diese „Sporenbündel“ sind meist recht stabil, können aber bei Überreife unter dem Druck des Deckglases auseinander driften, wie hier geschehen.



    Makroskopisch nicht zu unterscheiden ist Saccobolus beckii.



    Diese Art hat jedoch größere Sporenbündel und Sporen, welche zudem deutlich gröber ornamentiert sind.



    In der Lasiobolus ähnelnden Gattung Trichobolus (Haare mit Septen, Lasiobolus ohne) gibt es neben einigen seltenen achtsporigen Arten mit Trichobolus sphaerosporus und Trichobolus zukalii auch zwei mit jeweils einem mehr als tausendsporigen Ascus.

    Trichobolus zukalii ist dabei die häufigere der beiden Species.



    Ein gutes Trennmerkmal der beiden Arten sind Sporengröße und Sporenquotient.



    Kommen wir nun zu einigen Pyrenomyceten, gern auch „little black dots“ (kleine schwarze Punkte) genannt.

    Die oft äußerst kleinen und unscheinbaren Pilze entfalten ihre ganze Schönheit i.d.R. erst unter dem Mikroskop.

    Nahezu auf jeder Dungprobe findet man Vertreter der artenreichen Gattung Podospora. Einige von ihnen sind vielsporig und z.T. auffällig behaart. Davon zwei Beispiele.

    Podospora setosa mit deutlichem „Haarschopf“.



    Selten findet man die Art völlig ohne bzw. lediglich mit einigen stark reduzierten Seten.



    Typisch sind die schlanken, 128-sporigen Asci.



    Bereits makroskopisch beeindruckend ist Podospora granulostriata mit ihren oft über einen Millimeter großen Perithecien.

    Leider fehlt mir von den riesigen 512-sporigen Asci ein aktuelles Mikrofoto, sodass ich nur zwei Makroaufnahmen anbieten kann.

    Die Art fruktifiziert fast ausnahmslos an Cervidendung (Hirsch, Reh).



    Ein nahezu ebenso großer „Gigant“, allerdings ein achtsporiger, ist Podospora intestinacea.

    Ich fand einige Perithecien nach vierwöchiger Reifung in Feuchter Kammer an Hirschlosung.

    Diese Art benötigt einige Zeit für ihre Entwicklung, weshalb man sie nur an älteren Dungproben findet.




    Weit verbreitet an Dung ist auch die Gattung Schizothecium. Zu den häufigsten Arten an Wildlosung zählt dabei Schizothecium vesticola.



    Gattungstypisch sind sogenannte Squamofolien (Schuppenblätter, zusammenklebende Haarbüschel) am Hals der Perithecien.

    Diese oft üppigen und vielzelligen Büschel sind bei Schizothecium vesticola stark reduziert und bestehen meist nur aus einzelnen, apikal verdickten und zuspitzenden Zellen.



    Laut Literatur sind die acht Sporen bei dieser Art meist einreihig (uniseriat) in den Asci angeordnet, jedoch können sie auch zweireihig (biseriat) sein, wie nachfolgendes Bild beweist.



    Weiter geht es mit einigen bitunikaten Pyrenomyceten, also Arten mit doppelwandigen Asci.

    Dank ihrer bis 150 µm großen spitzen Seten sind die winzigen Pseudothecien von Trichodelitschia minuta auf den Dungproben nicht zu übersehen und ein beeindruckender Anblick.




    Die zweizelligen Sporen sind bei dieser Art durch ihren deutlichen „Sporenkragen“ und eine dreiteilige Gelhülle gut charakterisiert.

    Letztere ist allerdings auf den folgenden Bildern mehr zu erahnen als zu erkennen.




    Mit Sporormiella möchte ich eine weitere artenreiche Gattung vorstellen, bei der die Bestimmung der einzelnen Arten vor allem Einsteigern anfangs oft Probleme bereitet. Hier ist es vor allem wichtig, verschiedene Mikromerkmale zu beurteilen. Dazu gehören u.a. die Anordnung der Sporen in den Asci, die Anzahl ihrer Zellen, Sporenform und Verlauf der Keimspalten sowie Art der Septierung. Auch ist die Ausprägung der Ascusbasis ein wichtiges Merkmal.

    Beginnen möchte ich mit der häufigen Sporormiella australis. Sie gehört zu einer Gruppe mit abrupt kurzstieligen Asci und Sporen mit +/- S-förmig geschwungenen Keimspalten.

    Der untersuchte Fruchtkörper befindet sich mittig im Bild, während im unteren Teil einige bereits ausgesporte Pseudothecien zu sehen sind.




    Ähnliche Sporenmaße weist Sporormiella lageniformis auf.

    Bei dieser Art ist jedoch die Septierung der Sporen überwiegend schräg, wodurch die Mittelzellen +/- rautenförmig erscheinen. Auch sind die Asci nicht so auffällig kurz gestielt.




    Sporormiella muskokensis ist eine weitere Art mit schräger Septierung. Man findet sie in der Regel an Wildlosung.

    Dung vom Wildschwein ist eines ihrer bevorzugten Substrate, wo sie nach meinen Beobachtungen an nahezu jeder zweiten Probe fruktifiziert.



    Die Sporen sind deutlich kleiner als bei der vorherigen Art, wobei die beiden basalen Sporen uniseriat und die oberern sechs biseriat angeordnet sind.

    Ahmed & Cain geben die Sporengröße bis 32 x 6 µm an, während ich sie mit etwas größeren Sporen kenne.



    Eine Art, die sich gewöhnlich recht spät auf den Dungproben entwickelt ist Sporormiella leporina.

    Bereits makroskopisch fällt sie durch nahezu kugelige Pseudothecien mit winzigen Papillen auf.



    Mikroskopisch zeichnet sich Sporormiella leporina durch langstielige Asci und schmale Sporen mit parallelen bis leicht schrägen Keimspalten aus.



    Eine der wenigen Arten der Gattung mit uniseriaten Asci ist die kleinsporige Sporormiella pulchella, die ich an Reh und Hirsch fand.

    Jeweils Zufallsfunde, entdeckt bei der Untersuchung nahezu gleich aussehender winziger „schwarzer Punkte“, weswegen ich kein Makrofoto zeigen kann.

    Die Art wurde bisher nur wenige Male in Deutschland nachgewiesen, in vielen Bundesländern fehlt sie ganz.



    Waren die Pseudothecien (Fruchtkörper) der soeben vorgestellten drei Arten max. 0,3 mm groß, so fällt die folgende Species durch ihre nahezu doppelte Größe auf.



    Es handelt sich um Sporormiella heptamera, eine Art mit großen siebenzelligen Sporen.

    Hier im unreifen Zustand, wobei die Sporengröße um 75 x 18 µm keine Zweifel an der Bestimmung lässt.



    Ein Höhepunkt der Untersuchungen war der erst fünfte sächsische Nachweis von Sporormia fimetaria.

    Obwohl ich die Art erst vor kurzem gezeigt habe, möchte ich sie gern an dieser Stelle nochmals vorstellen.

    Die kleinen kugeligen Cleistothecien (hier 0,15 mm) kann man schnell übersehen. Es gehört schon etwas Glück dazu, sie zu finden.

    Der folgende Bildausschnitt beträgt ca. 3,5 x 1,5 mm!



    Wenn auch der äußere Anblick eher unspektakulär ist, so sind die Asci dank ihrer Sporenpakete mit je acht 16-zelligen Sporen ein echter Hingucker!

    Es ist immer wieder ein großes Erlebnis, wenn einem so etwas schönes bei der mikroskopischen Untersuchung begegnet.



    Ich hoffe, dass ich den einen oder anderen inspirieren konnte auch selbst einmal nach diesen weitgehend unbekannten Wesen zu schauen.

    Es lohnt sich und es gibt noch jede Menge zu entdecken! Die Kleinheit der gezeigten Pilze ließ mich fototechnisch oft an meine Grenzen stoßen. Ich bitte das zu tolerieren.


    Allen, die mich in die Welt der kleinen Dungpilze begleitet haben, sage ich von Herzen Dankeschön!

    Vielleicht könnt ihr nun nachempfinden, dass für mich ein Fund von z.B. Sporormia fimetaria um ein vielfaches interessanter ist als der gefühlt tausendste Fund eines Fichtensteinpilzes.

    Wobei ich letzteren schon aus kulinarischen Gründen recht gern mag!


    LG, Nobi

    Na ja, die Geschmäcker.....

    Es geht bei einer Bewertung nun mal nicht nach den Geschmack, sondern um Objektivität!

    Und da muss man halt das Bild in seiner Gesamtheit betrachten.

    Was ist gut, was ist schlecht, was könnte man besser machen.

    So sehe ich das jedenfalls als Juror. Und auch als Fotograf.

    Meine Platzierung wäre, abgesehen von Timms Bild, dieses mal ziemlich anders ausgefallen.

    Meine auch. :D

    Übrigens könnt ihr gern als Juroren über das jeweils schönste monatliche Pilzbild mitentscheiden.

    So viele sind wir im Moment nicht. Fragt doch mal bei Jan-Arne an, falls ihr interessiert seid.


    LG, Nobi

    Hallo Uwe.


    Ich halte das weder für Melanospora brevirostris, welche u.a. größere Sporen hat, noch für Sphaerodes fimicola.

    Letztere Art hat deutlich retikulate Sporen.


    Ich bin mir ziemlich sicher, dass Du Melanospora zamiae gefunden hast, einen Mykoparasiten.

    Du schreibst, das der Pilz vermutlich auf Resten älterer Dungpilze parasitiert - passt perfekt! Auch die Sporengröße und ~form kommen hin!


    Was Hans einst in dem von Dir verlinkten Beitrag beschreibt und was von Rada als Sphaerodes cf. fimicola benannt wurde, hat er inzwischen auf seiner HP mit Unterstützung von Rada und Klaus zu Melanospora cf. zamiae korrigiert. Ich denke, dass man das cf. getrost weglassen kann!


    Ich fand Melanospora zamiae während der Boletustagung an Selinia pulchra schmarotzend. Hier nochmal ein paar Bilder mit Maßen.


    460205-comp-17-selinia-pulchra-4-melanospora-zamiae-3s-jpg


    Hals 100-150 µm, Haare 75-90 x 4-5 µm


    460206-comp-17-selinia-pulchra-5-melanospora-zamiae-3s2-jpg


    Sporen 20-24 x 13-15 µm, 8-sporig, selten auch 3-5-sporig.


    460207-comp-17-selinia-pulchra-6-melanospora-zamiae-3sb-jpg


    Schöne Doku dieser offensichtlich recht seltenen Art! :thumbup:


    LG, Nobi

    Hallo Matthaeus.

    Im Prinzip für mich alles klar, nur Thecotheus formosanus fa. collariatus möglich, ein allfälliger Irrtum vorbehalten.

    Mit der Sporengröße und ~form, dem feinwarzigen Ornament und vor allem mit dem charakteristischen Halskragen/Collarette kommt meiner Meinung nach keine andere Art als Thecotheus formosanus f. collariatus infrage. Wobei ich die Sporengröße am unteren Limit sehe.

    Von der Ornamentierung und den Maßen her wäre auch Thecotheus biocellatus möglich - allerdings fehlt dem der Kragen.

    Toller Fund! :thumbup:


    LG, Nobi

    Hallo Uwe.

    Für eine Bestätigung wäre ich froh.

    Ich habe Podospora austrohemisphaerica mehrmals untersuchen können und finde die Merkmale so charakteristisch, dass ich die Art bestätigen kann.

    Die gelatinösen Anhängsel sind erfahrungsgemäß schwer zu sehen, an einigen Sporen kann man zumindest ahnen, dass es mehrere sind!

    Die Art wurde wohl vor 10 Jahren erstmals für Deutschland nachgewiesen. Haben wir damals ausführlich im Forum diskutiert.

    Schöner Fund und vmtl. neu für Ba-Wü.


    LG, Nobi

    Danke für die Info, Radelfungus.

    Auch wenn "Proud Mary" lediglich ein Coversong war, so war es doch eine großartige Interpretation des CCR Klassikers.

    Und da hat man irgendwie gedacht, dass diese Frau nie alt wird!

    Nun ist sie also mit 83 Jahren gegangen.


    50 Jahre alt ist einer meiner liebsten Songs von ihr, damals noch mit ihrem Ex als Duo Ike & Tina Turner.


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    LG, Nobi

    Hi Sandra.

    ist das nicht ein 22-Punkt-Marienkäfer?


    ?thumbnail=1


    Den hatte ich auch schon mal.



    Die Finnen nennen ihn 22-Pistepirkko und es gibt sogar eine gleichnamige Band!

    Ich habe die vor Jahren live gehört und bin heute noch begeistert.

    Hier ihr "Sommerhit" von 1989, der swingt, dass es einfach nur Freude macht! :)


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    LG, Nobi

    Hallo Alex.

    Schön, dass Du diesen interessanten Pilz hier vorstellst! :thumbup:

    Gibt es da evtl. andere Vertreter der Gattung die man auf dem Schirm haben sollte?

    Mit der Sporengröße und dem typischen quergestreiften Ornament kommt keine andere Art infrage!

    Toller Fund und wohl Erstnachweis für Sachsen!


    LG, Nobi

    Hallo Walter.


    Seit 2007! mal wieder eine Anfrage von Dir im Forum! Da bist Du ja ein echtes Urgestein! WOW!!! :thumbup:

    In Kärnten sollte es Kalk haben.

    Bei der Größe und mit diesem violetten Schimmer könnte ich mir vorstellen, dass der Pilz bald sternförmig aufreißt.

    Meine Vermutung: Violetter Kronenbecherling (Sarcosphaera coronaria).


    LG, Nobi

    Hallo Andreas.


    Ich vermute den Gemeinen Erbsenstreuling (Pisolithus arhizus).

    Allerdings sind aus dem südlichen Europa noch weitere Arten bekannt, so u.a. Pisolithus calongei aus Spanien, vergesellschaftet mit Zistrose (Cistus) und aus Mazedonien Pisolithus capsulifer. Sollte es tatsächlich eine Art der Gattung Pisolithus sein, wird man wohl oder über mikroskopieren müssen.


    LG, Nobi


    Ulla war schneller! :thumbup:

    Hallo Sigrid.

    Das ist ja wieder einmal eine tolle Anfrage von Dir! :thumbup:

    Im Januar hat mir ein freundlicher Mensch Elchdung aus Alaska geschenkt. Der bekommt jetzt nun endlich mehrere Bombardioidea bombardioides. Die Sporen sind 20-31 μm und 12-14μm groß. Also was anderes kann es ja gar nicht sein, oder?

    Ich denke schon, dass das B. bombardioides ist, eine Art die ich allerdings nicht kenne und die wohl erst zweimal in D nachgewiesen wurde.

    Dennoch solltest Du mit Bombardioidea anartia vergleichen. Beschrieben von Krug & Scott 1994 an Elchdung aus Kanada!

    Allerdings sind die Sporen etwas größer, eher asymmetrisch und die Asci +/- biseriat.

    Falls Du den Artikel nicht hast:

    Bombardioidea_Krug & Scott, Can. J. Bot. 72, 1994.pdf


    LG, Nobi

    Hallo Martin.

    Den Häffner-(Teil)schlüssel kann ich nicht zuordnen und habe ihn vergebens gesucht. Kann jemand helfen?

    Hier ist der komplette Schlüssel. Gefunden bei Zobodat.


    Eine wunderbare ergänzende Arbeit zu den pseudoapikulaten und apikulaten Becherlingen gab es 1995 im Rheinland-Pfälzischen Pilzjournal, natürlich ebenfalls von Jürgen Häffner. Mit Peziza lividula und vagneri kamen da sogar zwei Funde von mir zur Ehren! :)

    Und hier ist der Artikel Teil 1 und Teil 2 (S. 4 - 31).


    LG, Nobi

    Hallo Basti,


    nach meinem Dafürhalten ist das der von Dir vermutete Schlehenrötling (Entoloma sepium).

    Neben der blassen Färbung ist die Gujakreaktion typisch.


    Ähnlich, jedoch idR dunkler und ohne Gujakreaktion ist der Schildrötling (Entoloma clypeatum).

    Beides sind ausgeprägte Frühlingsarten und wachsen bei Rosaceaen (u.a. Schlehe, Weißdorn, Kirsche).


    Lothar Krieglsteiner hat auf seiner HP den Schlehenrötling als Pilz des Monats Mai 2015 vorgestellt und ihn ausführlich diskutiert sowie mit dem Schildrötling verglichen. Dort erwähnt und zeigt er auch die chemischen Reaktionen. Vergleiche hier.


    LG, Nobi

    Danke für Deine Mühe, PT!

    Apropos Pterocarya - wo ist das Problem, einen Klar- oder Nicknamen anzugeben? =O

    Solch mysteriösen Namen zu antworten macht mir zunehmend weniger Spaß. :(


    Zum Pilz fällt mir leider nichts Gescheites ein.

    Habe so etwas in den fast 30 Jahren, in denen ich mich +/- intensiv mit den kleinen Dungbewohnern beschäftige, noch nicht gesehen.

    Manches erinnert an Spumatoria, passt aber nicht wirklich.

    Möglicherweise zeigst Du nicht nur einen, sondern mehrere Pilze?

    Da fehlen sowohl Detailfotos als auch Maße.


    Danke dennoch für die interessante Anfrage.


    LG, Nobi


    Climbingfreak und JanMen

    Das Thema bitte zu den "Copros" verschieben. Danke.

    Hallo Jan,

    Könnte es sich hier um Goldmistpilze (Bolbitius titubans) handeln?

    Passt! Vermutlich! :/

    Die Farben sind typisch, schön zu sehen auch der samtig bereifte Stiel. Das letzte Bild zeigt die bei Reife bräunlichen Lamellen.

    Anbei ein Bild junger Fruchtkörper zum Vergleich.



    Allerdings solltest Du mit dem Gold-Samthäubchen (Conocybe aurea) vergleichen. Das kann durchaus ähnlich aussehen!

    Ist allerdings meiner Meinung nach nicht so kräftig.


    LG, Nobi

    Hallo Matthias.

    Gestatte mir noch eine Ergänzung zu Deiner Anfrage.

    Und dann noch den Goldgelben Zitterling, falls ich da richtig liege?!

    Wie Edoard bereits schrieb, ist das der Goldgelbe Zitterling (Tremella mesenterica). Wie andere Arten der Gattung parasiert er das Mycel holzbewohnender Pilze, in dem Fall von Zystiden-Rindenpilzen (Periophora-Arten), die auf einigen deiner Bilder zu erkennen sind. Demzufolge findet man den Goldgelben Zitterling oft gemeinsam mit den genannten Rindenpilzen an eher dünnen Ästen. Es handelt sich um eine sehr häufige Art. Pilze-Deutschland führt 5964 Datensätze!


    Makroskopisch kaum zu unterscheiden ist der Gelbe Schichtpilz-Zitterling (Tremella aurantia). Dieser parasitiert, wie der Name bereits sagt, an Schichtpilzen. In der Regel ist das der Striegelige Schichtpilz (Stereum hirsutum). Man findet ihn mit etwas Glück an Baumstümpfen oder dicken, liegenden Stämmen, die von den genannten Schichtpilzen befallen sind. Die Art ist eher selten, so sind aus einigen Bundesländern noch keine Funde bekannt. Laut Pilze-Deutschland 39 Datensätze!


    Eine schöne Gegenüberstellung der beiden Arten gibt A. Overall.

    Tremella aurantia & T. mesenterica_Andy Overall, Field Mycology 2017.pdf


    LG, Nobi

    Den Geburtstagsgrüßen schließe ich mich gern an, lieber Jan-Arne!


    Und ich möchte Dir gleichzeitig Danke sagen für all das, was Du in den letzten Jahren für dieses Forum geleistet hast.

    Ob als "Chef" der monatlichen Fotowettbewerbe oder als einer der zwei aktuellen Moderatoren!

    Mit einer meiner Lieblingsblumen möchte ich Dir gratulieren.




    LG, Nobi

    Hallo Frank, ich versuche mal eine Antwort.

    Meine Kamera und ich kommen bei derartigen Winzlingen, zumal noch reinweiß, an die Grenzen.

    In solchen Fällen versuche ich, deutlich unterzubelichten. So bekommt das "Weiß" meist noch etwas Struktur.

    Vielleicht erkennt die Winzlinge trotzdem jemand.

    Ich könnte mir gut Clitopilus scyphoides var. omphaliformis (Nabelingsartiger Mehlpilz) vorstellen.

    Der Hut sollte feinst bereift sein und die Lamellen sich reif zu blass ockerlich verfärben. Siehe Bilder 4 und 7.

    Ähnlich ist Delicatula integrella mit jedoch wenig ausgeprägten und anastomosierenden Lamellen sowie unbereiftem Hut.


    LG, Nobi

    Lieber Stefan,

    den guten Wünschen zu Deinem Geburtstag möchte ich mich gern anschließen!


    Es ist großartig, wie Du in den 10 Jahren, die Du im Forum aktiv bist, dieses mitgestaltet hast!

    Wie Du Dich als einer der aktuell zwei aktiven Moderatoren einbringst, damit dieses, unser Forum sein hohes Niveau behält.

    Mit weit über 16 000 Beiträgen bist Du einer der schreibfreudigsten Foristen und hast schon vielen Anfragenden helfen können.

    Dafür möchte ich gern Danke sagen in der Hoffnung, dass Du dem Forum auch zukünftig treu verbunden bleibst!


    Gratulieren möchte ich statt mit Blumen mit einem "aufgeblühten" Parasola misera,

    gefunden übrigens von Heidrun an Rehkötteln während eurer gemeinsamen Tour am 18.03.2023 in Berbisdorf (Radeburg).



    LG, Nobi