Beiträge von nobi_†

    Nicht supraapikale Verengung sondern subapikale Verengung soll es wohl heißen, womit die Ringzone gemeint ist, wo der Ascus eingeengt ist.

    Ich hatte das auch als unterhalb der Ascusspitze verstanden, oberhalb (supra) macht ja keinen Sinn! ;)

    Übrigens ist diese Einschnürung des Ascus ein sehr gutes Merkmal, was wohl nur noch bei Thecotheus uncinatus beobachtet werden kann. Dieser hat allerdings deutlich kleinere Sporen.


    LG, Nobi

    Ich habe neulich auf Angusrinddung eine Thecotheus Art vorgefunden, die ich für Thecotheus strangulatus halte, bin mir aber nur zu 98 % sicher

    Ich denke, die fehlenden 2 % kann ich Dir bedenkenlos geben, Matthaeus! Auch wenn ich diesen Thecotheus selbst noch nicht finden konnte.

    Die Merkmale lassen keine andere Art zu.

    Ein Schlüsselversuch mit Aas (A World-Monograph of the genus Thecotheus, 1992) führte geradlinig zu Thecotheus strangulatus.

    Auch das Portrait von Michel Delpont bei Ascofrance passt sehr gut.

    Ebenfalls wie die Fundbeschreibung von Bronckers, 2004.

    Thecotheus strangulatus_Bronckers, Sterbeeckia 24, 2004.pdf


    Glückwunsch zu dieser seltenen Species, die in Deutschland offensichtlich noch fehlt.


    LG, Nobi

    ich denke, dass die Wahrscheinlichkeit gegeben ist, allerdings kenne ich elatella nicht aus eigener Anschauung.

    Ich sehe das wie Harald, dass es sehr wahrscheinlich Agrocybe elatella ist, der Sumpfwiesen-Ackerling, was Du entdeckt hast.

    Dazu passen Standort und Habitus einfach am besten. Ich kenne den Pilz von einer Feuchtwiese im Osterzgebirge, wo ich ihn vor Jahren während Kartierungsarbeiten öfters gefunden habe.


    LG, Nobi

    OK, weil hier gerade mal wieder über den Ölkäfer diskutiert wird.

    Und auch die Presse aktuell voller reißerischer Überschriften ist!

    Tja, tatsächlich nicht so leicht, da eine belastbare Quelle zu finden

    Nun, es gibt da schon einiges an seriöser (und verständlicher) Literatur.

    Seit ich vor Jahren meine ersten "Maiwürmer" entdeckte,



    hat mich das Thema nie losgelassen und ich fand einige interessante Arbeiten hierzu.


    Z.B. war er Insekt des Jahres 2020.

    Einen ausführlichen Beitrag zu den Ölkäfern, der viele Fragen beantwortet, findet ihr hier.

    Und falls jemand noch mehr wissen will, dem sei der Beitrag von Lückmann & Klausnitzer empfohlen.

    Ölkäfer_Lückmann & Klausnitzer, Denisia 30, 2010.pdf


    Ein faszinierender Käfer - nicht mehr aber auch nicht weniger!


    LG, Nobi

    Ach, lieber Peter.

    Liebe Gemeinde, die Gattung Chaetomidium gibt es nicht mehr.

    Es ist einfach nur traurig, wenn ich sehe wohin sich die Mykologie entwickelt. :(

    Klassische, z.T. über Jahrhunderte etablierte Gattungen werden allein durch genetische Untersuchungen neu definiert.

    Morphologische Zusammenhänge sind nicht mehr wichtig.

    Wer jemals Chaetomidium fimeti finden und untersuchen durfte, weiß was ich meine! Das ist KEIN Chaetomium!

    Auch wenn Frau Professorin Xue-Wei Wang das anders sieht. Und nebenbei aus der Gattung Chaetomium viele neue macht.

    U.a. Dichotomopilus für die Arten mit verzweigten Haaren oder Pollariella für den "bostrychodes-Komplex". :grolleyes:


    Da halte ich mich eher an einige Spezialisten, die die Gattung intensiv studiert haben und deren Arten sehr gut kennen.

    Wie z.B. Arx, Doveri, Guarro oder Stichgel.


    LG, Nobi

    Hallo Bernd,


    leider kann ich Dir da nicht wirklich weiterhelfen.

    Allerdings kann ich Dich auf ein Buch aufmerksam machen, dass eines der beliebtesten DDR-Pilzbücher war.

    Gemeint sind die Pilzwanderungen von Franz Engel. (Erstauflage 1949, 22. überarbeitete Auflage 1987)

    Er hat darin eine Menge zum Vorkommen von Pilzen in bestimmten Waldgebieten geschrieben und mit sehenswerten Pilzaquarellen ergänzt.

    Für mich war das in meiner Anfangszeit als "Pilzler" Pflichtlektüre und ich stöbere heute noch gern darin herum.

    Ich hänge mal die Inhaltsübersicht an.



    Das Buch ist antiquarisch bei verschiedenen Anbietern günstig zu bekommen. Auf die Auflage achten!


    LG, Nobi

    Hallo,


    ergänzend zu Stefans Antwort möchte ich noch erwähnen, dass es sich wahrscheinlich sogar um zwei Tintlingsarten handelt.

    Tintling 1 mit den Velumflocken auf dem Hut könnte auch Coprinopsis cinerea sein. Er ist ein relativ großer auffälliger Tintling.



    Tintling 2, etwas kleiner und ohne sichbares Velum könnte Coprinellus marculentus sein.


    Ich kenne beide Arten auf mit Pferdemist durchmischtem Stroh und fand beide auch schon gemeinsam fruktifizierend.

    Aber wie Stefan bereits schrieb, lassen sich die Arten ohne mikroskopische Untersuchung nicht klären.


    LG, Nobi

    Erkennt den jemand?

    Schwierig, Sigrid, so ganz ohne Asci und Substratangabe. Ist aber sicherlich Dung, siehe "Beifang". ;)

    Man müsste die Amyloidät der Asci überprüfen, um wenigstens zu wissen in welche Richtung man weitersuchen muss.

    Makroskopisch erinnert das an einen Ascobolus mit ungefärbten Sporen.


    Für mich anhand der Datenlage nicht bestimmbar.


    LG, Nobi

    Sicherlich ist die Frage unklar formuliert. Aber ihr zukünftigen Prüflinge sollte euch auch nicht zuviele Gedanken machen.

    Und nicht jedes Wort, jede Formulierung auf die Goldwaage legen.

    Meiner Meinung nach können die Prüfer Pilze, die typischerweise in Feuchtgebieten vorkommen, nicht infrage stellen.


    Beispiele gibt es genug, einige wurden bereits genannt. Hier drei meiner Favoriten.

    - Cortinarius uliginosus

    - Lactarius obscuratus

    - Lentinus tigrinus

    Mir fällt nur eine Pilzgruppe ein, die Speziell zu Auwäldern passen könnte und das wären die Aero-Aquatischen Pilze.

    Abgesehen davon, dass ich die auch in feuchten Gräben benachbarter Fichtenwälder finde, wäre solch eine Antwort dann schon fast eine Prüfungsfrage für die Prüfungskommission! :D


    LG, Nobi

    Hallo,


    ohne detailreichere Fotos vor allem der Sporen und des Velums, einhergehend mit einer guten Beschreibung, lässt sich keine annnähernd belastbare Aussage zum vorgestellten Tintling treffen. Für Narzissea cordispora (nicht cardiaspora, siehe Wächter & Melzer, S. 1203), eine recht häufige Art, die ich sehr gut kenne, halte ich das nach der bisherigen Datenlage jedoch nicht.


    LG, Nobi

    Hallo Sandra.

    Am 21.04.2023 schriebst Du folgendes.

    Morgen erstelle ich mal eine Liste und dann können wir Genaueres festmachen.

    Gibt es inzwischen eine aktuelle Liste?

    Ich würde dann persönlich zur Location fahren und die Lage sondieren.

    Und gibt es da bereits neue Erkenntnisse?


    Also, ich möchte meine Teilnahme hiermit nochmals bestätigen, bin aber aus gesundheitlichen Gründen ebenfalls auf ein Einzelzimmer angewiesen. Die Mehrkosten trage ich gern und Platz scheint ja genug zu sein, wenn ich mir das Objekt so ansehe.


    LG, Nobi

    Hallo,


    meine Meinung ist, dass man nicht alles essen muss, nur weil es scheinbar essbar ist!

    Es sind sicherlich Ausnahmen, dass man Speisepilze an/auf toxischem Substrat findet. Auch wenn es scheint, dass diese keine Giftstoffe aufnehmen, würde ich persönlich in solchen Fällen auf einen "Selbstversuch" verzichten. Die große Masse an Speisepilzen wächst schließlich an/auf unbedenklichen Substraten.

    Ich zitiere den letzten Satz von Prof. Berndt des von Stefan verlinkten Beitrages.

    Zitat

    Im Übrigen halte ich aber die Datenlagefür nicht ausreichend um prinzipiell von meiner Warnung vor dem Verzehr von auf toxischem Substrat wachsenden Arten Abstand zu nehmen.

    LG, Nobi

    Es muss für Aussenstehende mehr als verwunderlich ausgesehen haben, als wir auf einer Pferdekoppel mit allen Teilnehmern knieend vor Pferdeäpfel Fotos von den Pilzen machten.

    Da wuchsen aber auch geile Sachen, Martin!

    Irgendwann schaute die Pferdebesitzerin nach dem Rechten, die annahm, dass wir irgendwelche schlimme Sachen auf der Koppel veranstalten. Wir haben ihr dann die Sache mit der Pilzfotografie erklärt und nach anfänglicher Skepsis war sie ganz angetan und wir durften von da ab mit ihrem Einverständnis weiter "arbeiten".


    LG, Nobi

    Liebe Maria.


    Ich halte das eher für den Erlen-Schillerporling (Inonotus radiatus). Der ein breiteres Wirtsspektrum hat, als der Name vermuten lässt und auch an Hasel vorkommen kann. Die Bilder der Ehinger Pilzflora passen doch wie die Faust aufs Auge!

    Den Pflaumen-Feuerschwamm kenne ich mit deutlich feineren Poren.


    LG, Nobi

    Top Dokumentation mal wieder, Martin! :thumbup:

    Die wichtigsten Merkmale perfekt herausgearbeitet, ich glaube, dass da was geht mit der Bestimmung. ;)

    Nicht einfach ist bereits die erste Schlüsselstelle 1 mehrere Perithecien je Stroma im Substrat eingesenkt - 1* nur ein Perithecien je Stroma im Substrat eingesenkt, aber durchaus gesellig. Ich würde hier auf 1 gehen, aber auch 1* nicht ganz ausschließen

    Matthias hat Hypocopra merdaria in einem gemeinsamen Aufsatz mit Maren und mir ausführlich vorgestellt. Er schreibt u.a. dass mehrere Stromata sehr dicht aneinander wachsen können. So kann sicher ein großes einzelnes Stroma mit mehreren Perithecien vorgetäuscht werden, was ich in Deinem Fall vermute.

    Das auffälligste Merkmal ist die Keimspalte, die hier eigentlich für H. elachyglossina spricht.

    Sie scheint von Pol zu Pol zu gehen und war maximal 34µ lang.

    Im erwähnten Aufsatz wurden die Keimspalten von merdaria vereinzelt bis 38 µm vermessen! Das ist also kein wirkliches Unterscheidungsmerkmal.

    Anbei zum Vergleich der erwähnte Artikel.

    Drei Dungpilzfunde aus Sachsen-Anhalt_Kamke, Heine & Reul, Boletus 42/1 (2021)


    Auch wegen des typischen kuppelförmigen Stromas (siehe Dein Bild 2, rechts) halte ich den Fund für Hypocopra merdaria.


    LG, Nobi

    Hallo Sigrid.

    Oder ist es eine überbreite Sporormiella longisporopsis?

    Genau so wird es sein! Im Extremfall können die Sporen schon einmal länger als 100 µm werden. Bei einer Aufsammlung habe ich sie mit 94-102 x 14-16 vermessen. Auf einigen Deiner Bilder sehe ich fehlentwickelte Sporen. Auch auf dem letzten Foto mit den Messwerten sind die Einzelzellen untypisch kugelig. Ich habe jedenfalls keinen Zweifel an Sporormiella longisporopsis, die einzige Art der Gattung, die ich mit solch extrem abgerundeten Sporen kenne. Und wenn mich nicht alles täuscht, sehe ich auf dem ersten Bild eine leichte Rotverfärbung des Substrates links vom Pseudothecium. Das konnte ich nahezu bei allen meiner Funde von Sporormiella longisporopsis feststellen und halte es für ein gutes Merkmal.

    Größenmäßig kämen S. ovina oder S. borealis in Betracht, vom letzteren habe ich aber keine Illustration.

    Beide Arten haben u.a. eine völlig andere Sporenform. Beschreibung incl. Illustration von borealis füge ich zum Vergleich an.

    Sporormia borealis, irregularis, scandinavica_Egeland, Nytt Mag. Bot. 16, 1969.pdf


    LG, Nobi