Beiträge von Chorknabe

    so richtig klar ist mir nicht, was dir fehlt.

    [..]

    Sobald dies der Fall ist, darfst du mir gern wieder mit Ratschlägen zum Fotografieren kommen..

    Hallo Bernd,


    "was fehlt" hat Jürgen benannt: mehr Tiefenschärfe, damit auf den Makrobildern mehr Bereiche des abgebildeten Pilzes scharf dargestellt werden. Das ist weniger eine Frage des Geschmacks sondern schlicht der (für mich nachvollziehbare) Wunsch, von dem tollen Fund mehr erkennen zu können.

    Wie man zu einem solchen Ergebnis kommt, hat Jürgen ebenfalls geschrieben: eine deutlich größere Blendenzahl wählen - wodurch sich allerdings die erforderliche Belichtungszeit so sehr verlängern kann, dass man die Bilder von Hand fotografiert verwackelt und daher ein (improvisiertes oder richtiges Stativ) benötigt. Die täglichen Nöte des Makro-Fotografen. Ein kleines Gorillapad undSelbstauslöser tut es schon.


    Dieser Hinweis war freundlich und respektvoll formuliert, weswegen mich Deine etwas harsche Reaktion etwas verwundert.

    Hallo,


    im Rahmen einer Pilzausstellung wurde mir der folgende Fund zugetragen. Mehrere PSVs haben sich an dem Fund die Zähne ausgebissen, daher möchte ich ihn hier vorstellen.


    Gefunden unter Kiefer (keine weiteren Bäume vorhanden!) auf vermutlich Kalk. Die Fruchtkörper haben leider einen kleinen Trockenschaden.

    Hut derart lebhaft rotbraun, dass alle zunächst an T. aurantiacum dachten. Hutrand etwas heller; insgesamt fleckig. Die Hutoberfläche wirkt bei genauem Hinsehen feinschuppig. Hut trocken und nicht schmierig (aber das hat bei getrockneten Ritterlingen ja wenig zu sagen).

    Lamellen weißlich bis Creme, im Alter scheinen sie zu bräunen.

    Stiel zylindrisch bis leicht keulig, schuppig (Trockenschaden?), bräunlich auf hellem Grund. Keine aprupt weißliche Zone an der Stielspitze. Auf einigen Bildern kann man sich Reste eines Schupigen Rings einbilden.

    Fleisch weißlich, Frasgänge sind auffallend braun.

    Geruch des unverletzten Fruchtkörpers schwach mehlig bis schwach süßlich, bei Verletzung kräftig nach Mehl.

    Geschmack kräftig nach Mehl aber auch prägnant bitter. Für Bitterkeitstest genügt bereits das Lecken an der Huthaut.


    Gechlüsselt mit der FNE4 komme ich auf Tricholoma pessundatum. Allerdings fehlen die dunklen Punkte am Hutrand (die aber wohl vor allem bei Feuchtigkeit auftreten sollen, die hier ja nicht vorlag). Außerdem erwähnt die Literatur "slightly bitter", während der Fund prägnant bitter ist.

    Nehme ich die (eingebildete?) Ringzone ernst, lande ich bei Tricholoma focale. Der ist aber laut FNE4 mild, kann also nicht passen.


    Passt T. pessundatum oder fällt jemandem etwas besseres ein?











    Ich verlinke hier mal unsere Ritterlingsfreunde Climbingfreak  Öhrling und ingosixecho für die geballte Tricholomen-Expertise.

    Ja das ist generell bei selteneren Arten ein Problem. C.scaurocaninus findet sich z.B. in der Flora Neerlandica 8 - Cortinarius

    Den Schlüssel dort habe ich noch nicht ausprobiert, aber laut Artenindex ist C.scaurocaninus in der Flora Neerlandica 8 nicht enthalten. Allerdings in Ädelspindlingar und Ludwig Bd.4, aber in beiden Werken gibt es keinen Schlüssel.

    Das sehe ich auch so. Konkret bin ich da bei C.scaurocaninus der bei Eichen wächst.

    Überprüfen lässt sich das über die kleinen ellipsoiden Sporen, die so max. 8 um lang sein sollten

    Den müsste man dann über bläuliche Lamellen schlüsseln, richtig? Bzw. womit schlüssle ich sowas überhaupt, da die Art weder in der FN, Kibby oder CiS enthalten ist?

    Hallo Thomas!


    Auf die Schnelle habe ich gegoogelt, C. saporatus soll bei Fichten und Kiefern wachsen, Nadelbäume waren aber weit und breit keine vorhanden. Auch die Geruchsbeschreibung "unbedeutend bis süßlich gebäckartig" passt nicht, denn meine Exemplare riechen deutlich erdig, wie rote Bete.

    C.saporatus ist laut FN und Ludwig eine Laubwaldart, die aber auch unter Kiefern vorkommen kann. Der Geruch wird als malzig beschrieben, mitunter honigartig. Etwas anderes fällt mir zu Deinem Fund nicht ein.


    Edit:

    Hier der Link zu meinem eigenen Fund von C.saporatus (und anderen).

    Mich erinnert es an junge Hygrophorus latitabundus.

    Die kenne ich mit extrem schleimigen dunkel überzogenen, mitunter fast genattertem Stiel. Auf den Bildern scheint der Stiel aber reinweiß zu sein. Allerdings ist das Bild ordentlich überbelichtet, wodurch man am Stiel und vor allem Stielspitze keine Details erkennen kann.

    Als Metalkonzert-Intensivbesucher ist es mir eine Herzensangelegenheit, da etwas mehr Klarheit reinzubringen g:D .

    Ich habe zwar die passende Frisur zur Musik, aber leider nicht den passenden Musikgeschmack 😁 Danke für die Richtigstellung. Ich nahm allerdings an, dass eigentlich "headbangen" gemeint war.

    Mit den von Dir genannten Chemikalien kommst Du bei den Phlegmacien nicht weiter.

    Wichtig fürs Schlüsseln ist zunächst Lamellenfarbe junger Exemplare. Deine Bilder sind da etwas mehrdeutig: auf einigen Bildern sehe ich weiße Lamellen, auf anderen Bildern erkenne ich einen dezenten Blaustich. Kannst Du das nochmal genau beschreiben?


    P.S.: bei den Cortinarien braucht man die Sporenmaße, -Form und -Ornament. Wenn Du Dich ernsthaft mit Den Schleierlingen befassen willst, kommst Du um ein Mikroskop nicht drumherum.

    Nachtrag: Laut Literatur enthält die Art fluoreszente Stoffe. Ich habe es gerade mal ausprobiert. Das Ergebnis ist auf dem Foto weit weniger beeindruckend als in natura. Allerdings ist das kein relevantes Bestimmungsmerkmal, weil die Schwesternart C.cotoneus (und weitere grüne Rauköpfe?) ebenfalls fluoreszieren.


    Hallo,


    vor einigen Tagen fand ich im Mischwald auf Muschelkalk eine Leprocybe, die zweifelsohne zur Gruppe der Veneti gehört.


    Leider fand ich nur einen einzelnen Fruchtkörper. Bäume in unmittelbarer Umgebung vor allem Buche, aber auch etwas entfernt Kiefern.

    Der Hut ist feinschuppig mit gründlichen Schüppchen. Die ursprüngliche Lamellenfarbe ist nicht mehr zu sehen, aber recht sicher grün. Der Stiel ist im unteren Bereich auffällig keulig verdickt. Mit etwas Fantasie kann man ockerliche Velumgürtel erahnen. Das Fleisch des reichlich zerfressenen Funds war trüb olivfarben. Geruch irgendwie frisch, entfernt Petersilie oder Rettich? Geschmack nicht getestet.

    KOH auf Hut und Stielbasis ein sofort umschlagendes kräftiges Rotbraun. Sporen subglobos und mäßig warzig, 7,1 x 5,8 Mikrometer.


    Mit Kibby und FN lande ich bei C.venetus, dem Grünen Raukopf. Sporenmaße passen gut, allerdings stutze ich etwas wegen des auffällig keulig verdickten Stiels. Laut Literatur darf das mal moderat auftreten bei C.venetus, aber so ausgeprägt?


    KOH habe noch nicht, da blutiger Anfänger.

    20..30% KOH ist bei der Bestimmung von Phlegmatien, aber auch innerhalb völlig anderen Gattungen, unerlässlich. So ein Fläschchen kostet keine 5 EUR und ist online leicht besorgbar. Insofern eine dringende Empfehlung 😉

    Bei Milchlingen ist die Kostprobe der Milch und ev. vorhandene Milchverfärbung obligat.

    Rein von den Farben her denke ich in Richtung Nordischer Milchling (L.trivialis) oder den Gebänderten Hainbuchenmilchling (L.circellatus). Beide Arten hatte ich aber nur einzwei mal selbst in der Hand.

    ich danke Dir für Deinen Input. Es war natürlich kein Honigschleimfuß, sondern ein galliger Schleimfuß.

    :daumen: Noch zu Ergänzung: es gibt eine ganze Reihe von bitteren Schleimfüßen. Bitterer Geschmack bei Schleimfüßen ist also kein Alleinstellungsmerkmal. Zumindest kann man festhalten: milde Schleimfüße sind essbar, bitter Schleimfüße nicht ;)

    Als jemand der regelmäßig Pilzführungen anbietet, stolpere ich immer wieder über die unsaubere Verwendung des Begriffs Reizker. Man muss nicht jede Benennung mitmachen, aber die Festlegung "Reizker sind Milchlinge mit karotten-/weinroter (und blauer) Milch" ist schon äußerst sinnvoll. Alles andere ist schlicht verwirrend. Zumal es mit dem Birkenreizker (welcher denn nun, L.torminosus oder L.pubescens) und dem Mordreizker (doppelt verwirrend: nur weil L.turpis grün ist, ist er nicht tödlich) nur wenige Fehlbenennungen gibt, die zudem hierzulande kulinarische völlig unbedeutend sind (außer vielleicht bei eingewanderten Russlanddeutschen).


    Es macht auch wenig Sinn, völlig ausgelatschte Begriffe wie Braunkappe zu verwenden, denn in gefühlt jedem Dorf ist damit ein anderer Pilz gemeint.

    Und: ich hatte den Eindruck sie schnappt nach dem Stöckchen :gkrass: Wenn man dann die Löcher im Holz sieht, dann möchte man sie nicht in die Hand nehmen…

    Ich hatte zum Glück schnell gegoogelt ob man die Raupen in die Hand nehmen darf. ;)

    Der Pilz riecht nach Leuchtgas, steht geschrieben. Wie das riecht, werde ich wohl nie erfahren. Trotzdem kann der zugehörige Pilz bestimmt werden. Beschreibungen der Pilze: Ein Autor schreibt vom anderen ab, wie üblich. Jeder schreibt „Leuchtgas“, obwohl das seit Jahrzehnten keiner mehr kennt.

    Das untermauert eindrucksvoll die These, dass die Mykologie eine transskriptive (voneinander abschreibende) Wissenschaft ist. ^^


    Aber ernsthaft, der Raupengeruch passt wirklich wie A**** auf Eimer zum Schnecklingsgeruch (bspw. H. discoxanthus). Aber es kann halt niemand damit etwas anfangen 🙂

    Genau darin liegt für mich der Knackpunkt: Hätte die Raupe einen ganz eigenen, unverwechselbaren Geruch, könnte ich die Begeisterung darüber durchaus nachvollziehen. Der Geruch wird jedoch überwiegend als essigartig wahrgenommen, und das ist letztlich ein Duft, den wohl jeder bereits kennt.

    Die Raupe riecht für mich (ebenso wie die Schnecklinge) schon auch irgendwie essigartig, aber das ist eben nur eine Komponente. Insgesamt ist der Geruch sehr komplex, süßlich, leicht ranzig, säuerlich (aber nicht sehr). "Geruch nach Essig" wäre für mich eine völlig unzutreffende Beschreibung, denn es fehlt die stechende Komponente. Ich kenne keine Literatur, die einzig "nach Essig" als Geruchsbeschreibung bei den diversen Schnecklingen angibt. Aus gutem Grund.

    Der einzig mir bekannte Pilz mit einem Essig nahekommenden Geruch ist der Brennenden Rübling (dessen Lamellen man dazu kräftig quetschen muss).

    Wie die weißen Schnecklinge aber riechen ist uns bekannt. Leider fehlt trotzdem der Vergleich.

    "Geruch nach der Raupe des Weidenbohrers" ist tatsächlich eine extrem zutreffende Beschreibung: die Gerüche sind wirklich extrem nah beieinander. Nur ist der Vergleich wenig brauchbar, den wer hätte denn schon mal an der Raupe gerochen?! Moment..ich! 🤪

    Riecht die nach Marzipan? Leckere Duftraupe? Ich habe keine Ahnung ==Gnolm7 .

    Die duftet herrlich nach weißen Schnecklingen 8o

    Mein spektakulärster Fund des Jahres 2026; seit Jahren schon auf meiner olfaktorischen Finden-wollen-Liste.

    Ich bin ja etwas enttäuscht, wie wenig Anklang hier meine Raupe des Weidenbohreres Anklang findet ;( habt ihr alle schon mal dran gerochen oder bestimmt hier niemand Schnecklinge?