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letzter Beitrag von Hassi am

Erfahrungsbericht Pilzzuchtset Austernseitlinge

  • Hallo liebe Pilzfreunde,


    ich habe zu Weihnachten ein Pilzzuchtset für Austernseitlinge geschenkt bekommen und möchte alle Interessierten hier am Prozess teilhaben lassen.

    Ich mache das selbst zum ersten Mal und bin sehr gespannt auf die Ergebnisse!

    Ich möchte hier keine Werbung machen, sondern nur meine Erfahrungen mit dem Züchten von Austernseitlingen in der Wohnung dokumentieren. Das Ergebnis ist offen und ich bin sehr gespannt, was am Ende herauskommt.



    Die Box:




    Und die Anleitung:




    Das hier war in der Box. Pellets (Bio-Trockensubstrat-Presslinge), Bio-Pilzzucht-Myzelpatches, 2 Einlagetüten und 1 Abdeckfolie






    Nach Anleitung habe ich 3 Liter Wasser in die Tüte mit den Pellets gegossen. Es roch ganz schön nach Pferdestall.



    Nach 30 Minuten habe ich überschüssige Flüssigkeit abgiessen lassen und die Tüte mit den Pellets für 2 Stunden bei 100 Grad Celsius im Backofen erhitzt.




    Dann musste das Substrat erst einmal auskühlen.

    Später habe ich dann eine Einlagetüte in dem Karton ausgefaltet und die Hälfte des Substrats hineingegeben. Und darauf dann das Myzel, aufgeteilt in 4 Teile, verteilt.






    Anschliessend mit dem Rest des Substrats bedeckt und die Tüte locker-luftig zusammengerollt.





    Laut Anleitung soll die Box nun bei 20 bis 25 Grad 2 Wochen so stehen. Das Pilzmyzel soll nun in das Substrat hineinwachsen.



    Ich bin gespannt und sobald sich was tut gibts neue Fotos.



    Wenn Ihr auch schon Erfahrungen mit dieser Box habt und vielleicht auch Tipps und Tricks teilen könnt, dann freu ich mich.

    Liebe Grüße,


    Karolin

  • Kannst ja selbst probieren! Buchenholzdübel in Wasser aufkochen, über Nacht einweichen und abgetropft in ein kleines Marmeladenglas geben. Das Ganze im Siko sterilisieren. Frischen Austernseitling aufbrechen - an den Bruchflächen sollten halbwegs sterile Verhältnisse herrschen - und mit einem über einer Kerzenflamme erhitzten Messer ein Stück dort entnehmen und ab ins Glas damit. Gleich wieder Deckel drauf. Nach zwei Wochen sollten die Dübel bewachsen sein. Im Kühlschrank bleibt das Zeug einige Zeit vital...


    Liebe Grüße

    Ralph

  • Hallo Karolin,


    das ist auf jeden Fall interessant, nachzuverfolgen, wie es bei dir mit dem Zuchtset klappt und mit dir auf deine erste Ernte hinzufiebern...==Gnolm11 ==morchel==pfiff==roeessbar==stein==taube ==Gnolm13

    Ich habe auch mal sowas ausprobiert, und ebenfalls hier: Hallo, bin wieder daaa! Mit Austernseitlingen... , hier: HILFE! Austernseitlinge haben Wachstum eingestellt! und hier: Jubbeldiduuu! Sie kommen wieder! Austernseitlinge nicht totzukriegen! dokumentiert. Kannst ja mal reinschauen, wenn du magst. Ich hatte allerdings so ein Kaffeesatz-Miniset, auch von "Pilzmännchen". Übrigens darf hier tatsächlich sonst keine Werbung gemacht werden, aber das Pilzforum wird ja von "Pilzmännchen" gesponsert; d.h., ohne "Pilzmännchen" gäbe es "uns" gar nicht. Dann ist das also ok! ==Gnolm8

    Liebe Grüße,

    Grüni/Kagi ==11


    116 Pilzchips


    (Stand Nov.2020=112 -15 Einsatz APR 2020 -1 für Belis Pilzgral-Rätzel +5 Präsenz-Bonus APR 2020 +5 Platz 14 APR 2020 +5 Gnolmisch-Bonus APR 2020 -2 Einsatz FPPR +5 Platz 1 FPPR +2 Platz 2 Sonderwertung FPPR =116)


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    Meine Zeichnungen und Fotos sind außerhalb dieses Forums
    nicht ohne meine vorherige Genehmigung zu verwenden!


    Grünis/Kagis verrückte Pilzwerkstatt

    Pilze an ungewöhnlichen Orten finden!

  • Oh, wenn man bis jetzt noch gar nichts weisses sieht...das hört sich nicht gut an. Hoffentlich wird's noch. Ist es vllt. zu trocken gewesen?

    Liebe Grüße,

    Grüni/Kagi ==11


    116 Pilzchips


    (Stand Nov.2020=112 -15 Einsatz APR 2020 -1 für Belis Pilzgral-Rätzel +5 Präsenz-Bonus APR 2020 +5 Platz 14 APR 2020 +5 Gnolmisch-Bonus APR 2020 -2 Einsatz FPPR +5 Platz 1 FPPR +2 Platz 2 Sonderwertung FPPR =116)


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    Pilze an ungewöhnlichen Orten finden!

  • Also irgendwie tut sich da nichts, dabei habe ich mich sehr genau an die Anleitung gehalten.

    Ich hab dann vorgestern noch ein wenig Flüssigkeit dazugegeben, aber auch das hat bisher nicht geholfen.

    Ist da noch was zu retten? Oder ist das jetzt Kompost?



    Sehr schade.....




    Dafür tut sich was bei den Shitakepilzen, die Pilzmännchen mir für das Einschicken der Grünspahnbecherlings-Proben geschickt hat. Die stehen bei mir im Bad bei 18 Grad und werden täglich abgeduscht.




    Bin dankbar für Tipps und wünsche einen schönen Abend,

    Karolin

  • Servus beinand,


    ich wollte schon frühe rmal was dazu schreiben (zu dem Zuchtset), kam aber dann nicht mehr dazu.


    Austernpilze im Haus/Keller? Wirklich? Austernpilze produzieren Sporen in Unmengen und die machen beim Einatmen Probleme. In professionellen Austernpilzzuchten muss man mit Atemschutzmaske arbeiten. Wenn ich richtig informiert bin, ist das sogar Vorschrift.

    Freunde von mir haben (nicht mit diesem Set) mal versucht, im Keller (mit Plastikplanen abgetrennt, Eingangsschleuse) indoor Austern zu züchten und hatten abgebrochen (überall die Sporen, in Unmengen).


    Mich wundert es, wie man die Sporenfreisetzung in die Luft komplett unterbinden kann. Hat die Firma dazu etwas in der Anleitung erklärt? Ansonsten würde ich dringend anraten, das Set niemals im Haus oder Keller zu verwenden. Die Gesundheit geht vor.


    Liebe Grüße,

    Christoph

  • Hallo Karolin,


    - Du hast diesen Faden am 24 Januar eröffnet und schreibst, dass das Set ein Weihnachtsgeschenk war. Ich meine mich an eine Empfehlung zu erinnern, dass die Brut nicht länger als 2 Wochen lagern sollte. Evtl. war das Myzel schon zu alt?

    - Dein Substrat sieht unten dunkler aus, ist es vielleicht zu feucht?

    - Das Substrat ist jetzt etwas mehr, als 2 Wochen beimpft. Das Myzel braucht aber meines Wissens mindestens 2 Wochen, um das komplette Substrat zu besiedeln. Je nach Temperatur, Feuchtigkeit, Brut kann sich diese Zeit sicher deutlich verlängern. Damit steigt Gefahr von Kontaminationen etwas, auf Deinem Foto kann ich aber keine erkennen. Vielleicht wartest Du einfach noch etwas ab? Schadet ja nix.


    @ Christoph: Es liest sich sehr spannend, was Du schreibst. Über eine solche Gesundheitsgefährdung durch Austernpilzzucht im "Kleinen" konnte ich bislang noch nichts im Netz lesen. Macht die Menge der Sporen in der professionellen Zucht vielleicht den Unterschied? Und: Gilt das insbesondere für Austernseitlinge? Ließe sich die Menge der freigelassenen Sporen ggf. über Befeuchtung der Fruchtkörper reduzieren?


    Viele Güße,


    Suku


    Edit: Ergänzung

  • Austernpilze im Haus/Keller? Wirklich? Austernpilze produzieren Sporen in Unmengen und die machen beim Einatmen Probleme

    Hallo Christoph, Das konnte ich so, zum Glück, noch nicht beobachten, also dass die Austern Sporen erzeugen in Masse, ja, aber Atmenprobleme bekommt davon nicht jeder.

    Siehst du das wirklich so problematisch? Ich kann nur aus eigener Erfahrung berichten: Als Pilzneuling traute ich mir nicht zu wilde Austern zu erkennen u ernten. Probieren wollte ich trotzdem...Deshalb kaufte ich bei Pilzmännchen ein Zuchtset, welches ich im Keller hegte und pflegte, jedoch ohne Fruchtkörpererfolg.

    Also dachte ich: was für ein Sch...., weg damit - auf dem Dachboden - da steht mein PC und Schreibtisch- stand ein alter Computerstuhl der auch entsorgt werden musste und ich legte den Sack Austernbrut da drauf um beides zu entsorgen.. naja, es wurde kälter und wie es so ist, vergaß ich beides... Wochen später war der Stuhl komplett übersät mit Austernpilzen :grofl: - und deren Sporen. Wir haben die auch geerntet - Erfahrungsbericht hatte ich im Forum schon mal geschrieben- und danach Stuhl u Austernreste entsorgt.

    Obwohl sich die Sporen im ganzen Raum verteilt haben sollten, haben weder Andre, ich noch Hund u Katze bleibende Schäden bemerkt, bzw Atemprobleme bekommen.

    Theorie ist eins- Praxis was anderes, klar, würde ich das mit meinem jetzigen Erkenntnisstand niemandem so empfehlen und es war auch grob fahrlässig von mir,mich nicht weiter zu informieren, ich wußte es schlicht und ergreifend damals nicht besser. Drum finde ich es gut, dass du auf diese Problematik hinweist, aber glaube, man sollte es auch nicht übertreiben. Eine Austernbrut im Keller, die sich auf 1 Paket bezieht, wo man ja auch nicht stundenlang den Sporen ausgesetzt ist, sondern nur zum wässern oder gegebenenfalls ernten aufhält, seh ich jetzt nicht als potentielle Gefahr. Zumal hier ja nichtmal Fruchtkörper zu sehen sind...

    Ich lass mich aber gern eines Besseren belehren...

  • ------------------------------------------------------
    Pilzchips = 100 -5 APR 2015 +12 APR 2016 = 107 -7 Für APR 2017 = 100 + 5 APR 2018 =105 +5 APR 2019 =110+6 APR 2020=116
    Pilzbestimmung im Netz ist keine Essfreigabe

    ------------------------------------------------------

  • Hallo,


    ihr backt doch nicht etwa selbst zu Hause? Wirklich? Mehlstaub kann dabei in Unmengen entstehen und beim Einatmen Probleme verursachen.

    Steht auf der Mehl-Verpackung nichts Erklärendes dazu, dass Bäckerasthma ausgelöst werden kann? Ansonsten würde ich dringend anraten, nicht solche Stoffe im Haus zu verwenden. Die Gesundheit geht vor. =O


    Natürlich sind Pilzsporen Allergene, die unterschiedliche Reaktionen auslösen können. Und wenn man im gewerblichen Intensiv-Anbau tätig ist, sollte man das bedenken und auch Schutzmaßnahmen für die dort Arbeitenden in Betracht ziehen.


    Lassen wir doch die Kirche im Dorf.


    Das Set von Karolin wird - falls es mal fruktifiziert - in erster Linie Freude bereiten, vielleicht sogar kulinarisch. Ich gönne es ihr.

    Natürlich wird es dann auch Sporen produzieren. Daraus dann gleich eine Gefährdung der Gesundheit abzuleiten, halte ich für übertrieben.


    Gruß

    Peter


    PS: Ich überlege gerade, ob man bei Pilztagungen nicht vorsichtshalber auf das Auslegen der zusammen getragenen Pilze in einem geschlossenen Raum verzichten sollte, aus Gesundheitsvorsorge. :saint:

  • Hallo,


    ihr backt doch nicht etwa selbst zu Hause? Wirklich? Mehlstaub kann dabei in Unmengen entstehen und beim Einatmen Probleme verursachen.

    Steht auf der Mehl-Verpackung nichts Erklärendes dazu, dass Bäckerasthma ausgelöst werden kann? Ansonsten würde ich dringend anraten, nicht solche Stoffe im Haus zu verwenden. Die Gesundheit geht vor. =O

    Servus Peter,


    der Vergleich hinkt, da Mehl nicht in der Lunge auskeimt. Und der Mehlstaub entsteht nicht beim Backen, sondern beim Mahlen des Mehls. Der Mehlstaub ist auch - das weiß ich aber nicht so genau - nicht so fein wie Pleurotussporen. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass beim Vorbereiten eines Teigs so große Mengen an Mehlpartikeln eingeatmet wieder wie bei einer Indoor-Austernpilzzucht.


    Insofern ist das zwar humoristisch, aber nicht wirklich ein Argument, was du bringst.


    Natürlich sind Pilzsporen Allergene, die unterschiedliche Reaktionen auslösen können. Und wenn man im gewerblichen Intensiv-Anbau tätig ist, sollte man das bedenken und auch Schutzmaßnahmen für die dort Arbeitenden in Betracht ziehen.

    Ja, stimmt, alle körperfremden Proteine und/oder Zuckerketten an Proteinen können Allergien auslösen. Ebenso Pollen. Hier mache ich mal einen Vergleich. Man kann sich einen Strauß Blütenpflanzen pflücken und in sein Zimmer stellen und Freude daran haben. Wäre aber Ambrosia mit dabei, dann würde ich mir durchaus erlauben, davor zu warnen, dass man hier gerade eine der Pflanzen ins Haus nimmt, deren Pollen sehr häufig zu starken Reaktionen führen können.


    Natürlich kann man auch dann mit dem Mehlargument kommen.


    Ich selber würde Ambrosia sofort erkennen, da ich dann kaum mehr sehen kann (Augen tränen) und einen Asthmaanfall bekommen kann. Das betrifft jetzt nur mich, vermutlich, weil ich eh Heuschnupfen habe. Ich hatte aber mit Ambrosia vorher nie wissentlich Kontakt und hatte beim "Erstkontakt" heftige Reaktionen.


    Was ich sagen will: als mykologisch interessierte Person sollte dir klar sein, dass man differenzieren muss, um welche Pilzart es geht. Ein Pauschalvergleich mit Pilzsporen an sich ist da leider doch stark vereinfachend.


    Lassen wir doch die Kirche im Dorf.


    Das Set von Karolin wird - falls es mal fruktifiziert - in erster Linie Freude bereiten, vielleicht sogar kulinarisch. Ich gönne es ihr.

    Natürlich wird es dann auch Sporen produzieren. Daraus dann gleich eine Gefährdung der Gesundheit abzuleiten, halte ich für übertrieben.

    Mag sein. Das sollte aber m.E. bei einer Art, die dafür bekannt ist, potentiell heftige Probleme auszulösen, geklärt sein. Ich habe selber auch eher nachgefragt, als zu behaupten, es wäre gefährlich. Mich wundert es nur, dass gerade Austernpilzzuchtsets für "im Haus", "im Keller" beworben werden. Daher war mein Gedanke, dass das Set vielleicht wie ein Flaschengarten komplett abgeschlossen ist. Oder dass sichergestellt ist, dass nur wenige Sporen entweichen. Ich bin da ja neugierig, denn ich wurde schon als Pilzberater damit konfrontiert (Frage an mich). Ich würde mich da über klarere Argumente als "beim Backen entsteht Mehl" freuen. Daher konkret: warum hältst du es für übertrieben, in Bezug auf Pleurotus eine Gefährdung für die Gesundheit abzuleiten? Also über Bauchgefühl hinausgehend, sondern fachlich begründet.


    PS: Ich überlege gerade, ob man bei Pilztagungen nicht vorsichtshalber auf das Auslegen der zusammen getragenen Pilze in einem geschlossenen Raum verzichten sollte, aus Gesundheitsvorsorge. :saint:

    Irgendwie nehme ich dir nicht ab, dass du das überlegst. Es ist eher ein Schuss Polemik. Ich habe keine Pilztagung erlebt, bei der große Mengen Austernpilze ausliegen. Die Sporenmengen sind zwar oft nicht unerheblich, die die Pilze bei den Indoor-Ausstellungen bilden. Vor allem bei den Braunsporern sieht man das. Ich würde mich aber schon freuen, wenn z. B. keine Apsergillus-niger-Kulturen offen herumstehen oder kein Stachybotrys ausgestellt werden würde.

    Solange es keine als besonders gefährlich bekannten Pilzarten geht, sehe ich da ebenso wie du wenig Anlass zum Eingreifen. Zumal hier die Fruchtkörper nur kurze Zeit sporulieren, da sie ja eintrocknen. Bei einer Pilzzucht sporulieren sie tagelang vor sich hin, wenn man nicht gleich die Babys erntet.

    Daher hinkt der Vergleich erneut - einmal wegen der Arten, die sporulieren, dann wegen der Sporulationsdauer und als drittes finden solche Ausstellungen oft in recht großen Räumen (Foyers) statt, wo sich die Sporenmengen stark ausdünnen.


    Bei Gesundheitsthemen sollte man m.E. mit Entwarnungen aufgrund des Bauchgefühls vorsichtig sein. Ich denke auch an Laien, die sich nichts denken, die Pilze nicht kennen, die nichtmal genau wissen, was Sporen sind, aber z. B. Asthmatiker sind. Vielleicht wäre für die zumindest ein Hinweis hilfreich.


    Und als letztes - ich hatte mal einen Pilzkursteilnehmer, der den Kurs deshalb abgebrochen hat, weil wir die Pilze im Kursraum liegen ließen, um auch damit zu arbeiten und um Sporenabdrücke zu bekommen. Der Teilnehmer war immunsuprimiert, also ein Sonderfall. Ihm war nicht bewusst, dass wir nicht nur im Gelände, sondern auch so mit Pilzen hantieren und er in sporenbelasteten Räumen sitzen muss. War alles kein Problem (ich meine, es gab keine Vorwürfe oder Diskussionen, er brach den Kurs ab), aber klar, wir haben hier lebende Organismen, deren Sporen in der Lunge keimen können (z. B. auch Aspergillus oder Schizophyllum). Jetzt wird kaum jemand, der immunsuprimierende Medikamente nimmt, Austernpilze züchten.


    Ich kann mir aber eben gut vorstellen, dass zumindest Asthmatiker aufpassen sollten. Und warum man gerade Austern indoor züchten muss, weiß ich nicht.


    Liebe Grüße,

    Christoph

  • Hallo Christoph, Das konnte ich so, zum Glück, noch nicht beobachten, also dass die Austern Sporen erzeugen in Masse, ja, aber Atmenprobleme bekommt davon nicht jeder.

    Siehst du das wirklich so problematisch? Ich kann nur aus eigener Erfahrung berichten: Als Pilzneuling traute ich mir nicht zu wilde Austern zu erkennen u ernten. Probieren wollte ich trotzdem...Deshalb kaufte ich bei Pilzmännchen ein Zuchtset, welches ich im Keller hegte und pflegte, jedoch ohne Fruchtkörpererfolg.

    Also dachte ich: was für ein Sch...., weg damit - auf dem Dachboden - da steht mein PC und Schreibtisch- stand ein alter Computerstuhl der auch entsorgt werden musste und ich legte den Sack Austernbrut da drauf um beides zu entsorgen.. naja, es wurde kälter und wie es so ist, vergaß ich beides... Wochen später war der Stuhl komplett übersät mit Austernpilzen :grofl: - und deren Sporen. Wir haben die auch geerntet - Erfahrungsbericht hatte ich im Forum schon mal geschrieben- und danach Stuhl u Austernreste entsorgt.

    Obwohl sich die Sporen im ganzen Raum verteilt haben sollten, haben weder Andre, ich noch Hund u Katze bleibende Schäden bemerkt, bzw Atemprobleme bekommen.

    Liebe hilmgridd,


    ich selber kann das nicht wirklich abschätzen. Ich weiß nur, dass Austernpilze besonders große Sporenmengen pro Zeit produzieren und es viele Fälle gibt, bei denen dadurch Probleme ausgelöst wurden.


    ich zitiere mal aus der Quelle, die Norbert S. dankenswerterweise angegeben hat:


    "Untersuchungen mit Hilfe der Geldiffusionstechnik nach Ouchterlony und der Immunelektrophorese ergaben, daß mindestens drei Antigene an den Sporen vorhanden sind. Eine der Komponenten ist für Mensch und Tier in gleicher Weise immunogen. Bei verstärktem industriellem Anbau sowie bei der Heimzucht dieses Speisepilzes besteht die Gefahr, daß weitere Erkrankungsfälle auftreten. Prophylaktisch kommt für besonders exponierte Personen das Tragen von Atemschutzmasken in Betracht."


    Interessant wäre es, wie du bei erneuter Sporenbelastung reagierst. Wobei ich bei deinem Fall sehr wenig Probleme sehe. Wenn du die Zucht "vergessen" hattest, dich nie im Raum bewegt hast und dann einmal geerntet (und den Rest weggeworfen) hast, dann warst du nur kurz (vielleicht aber massiv) den Sporen ausgesetzt. Ob du jetzt auf eins der drei Antigene reagiert hast, wirst du erst bei einer Wiederholung feststellen.


    Insofern ist deine Einzelmeldung wenig aussagekräftig. Ich habe im Moment zu wenig Zeit, aber ich kann gerne mal recherchieren, ob es Zahlen zur Wahrscheinlichkeit gibt (fürchte aber, das wird schwierig).


    Wer aber selber züchtet, macht das vielleicht nicht nur einmal. Wenns geklappt hat, dann wieder, warum nicht. Je öfter und je massiver der Kontakt, umso wahrscheinlicher kommt es zu Reaktionen.


    Eine Austernbrut im Keller, die sich auf 1 Paket bezieht, wo man ja auch nicht stundenlang den Sporen ausgesetzt ist, sondern nur zum wässern oder gegebenenfalls ernten aufhält, seh ich jetzt nicht als potentielle Gefahr. Zumal hier ja nichtmal Fruchtkörper zu sehen sind...

    Wenn keine Fruchtkörper zu sehen sind, dann werden auch keine Sporen gebildet. Das Besuchen und Wässern des Myzels kann da keinerlei Probleme wegen der Sporen auslösen. Es geht nur um die Sporenfreisetzung bei der Fruktifikation.


    Ich selber habe da vor zwei Pilzen Respekt:


    1.) Austernpilz - wegen der bekannten Fälle

    2.) Shii-Take - da er bei Rohgenuss z. B. das Peitschhiebsyndrom auslösen kann. Ich würde da auch nicht zu oft meinen Körper mit Hilfe der großen Oberfläche der Lungenbläschen ständig mit Shii-Take konfrontieren. Dafür esse ich ihn zu gerne (durchgegart). Wenn ich mich recht erinnere, hatte es Walter Pätzold mal betroffen (das werden Personen aus seinem Umfeld bestätigen oder berichtigen können). Wenn ich's mir richtig gemerkt hat (Walter hatte es mir erzählt, ist aber sehr lange her, kann es daher auch falsch gespeichert haben), hatte er einmal wegen des Rohgenusses von Shii-Take einen anaphylaktischen Schock (lebensbedrohend). Er hatte vorher kommerziell in kleinem Rahmen Pilze gezüchtet, darunter auch Shii-Take. Es kann sein, dass er sich so hypersensibilisiert hatte.


    Wie gefährlich Austernpilzzucht indoors ohne Schutzvorrichtungen ist, kann ich nicht abschätzen. Ich weiß halt, dass die Sporenmenge sehr beeindruckend ist.


    Liebe Grüße,

    Christoph

  • Hallo Christoph,

    danke für deine ausführliche Erläuterung.

    Du hast natürlich Recht, der (massiven) Sporenbelastung war ich ja nur einmalig ausgesetzt. Ich hoffe nicht, dass ich nun auf eins der Antigene reagiere. (Obwohls bei uns so schnell wohl keine Austern mehr geben wird, fürchte ich).

    Was den Shii Take anbelangt - ja auf das Syndrom kann ich auch dankend verzichten! Aber ich steh eh nicht so auf die Chinesischen Schwamme. :-)

  • Servus beinand,


    ich habe mal schnell gegoogelt, da ich an das Paper, das Norbert S. verlinkt hat, nicht rankam - und fand auf research gate einen zwar auch alten, aber sehr interessanten Beitrag:


    (PDF) Extrinsic allergic alveolitis caused by spores of the oyster mushroom Pleurotus ostreatus


    Ich zitiere zwei der vier vorgestellten Fälle:


    Subject 3: a 37-yr-old-man, who worked as a nurse and in his spare-time had been cultivatting the mushroom Pleurotus ostreatus for three months. He repeatedly had symptoms of dyspnoea, cough, chills and nausea, starting 6-10 h after contact with the mushroom.


    Subject 4: a friend of subject 3, a 29-yr-old ambulance driver, who had been cult ivating the mushroom Pleurotus ostreatus in his spare-time for three months. Seven hours after contact with the mushroom he repeatedly showed symptoms of fever, cough, wheezing, chills, perspiration a nd sputum production.


    aus: Cox et al. (1988): Extrinsic allergic alveolitis caused by spores of the oyster mushroom pleurotus ostreatus. Eur. Respir. J. 1: 466–468. Das Zitat ist von S. 466


    Interessant daran ist, finde ich, dass die Betroffenen Austernpilz als Hobby züchteten. "Subjekte 3 und 4 - was für eine Ausdrucksweise, heute würde man "Cases No. 3 and 4" schreiben - haben drei Monate lang gezüchtet - ich weiß nicht, wie oft so ein Zuchtset fruktifiziert und wie lange man dann den Sporen ausgesetzt wäre. Jedenfalls sind es zwei Freunde gewesen, die beide jeweils als Hobby daheim Austernpilze züchteten und beide sind erkrankt.


    Noch zwei Zitate aus dem Aufsatz:


    Apparently this type of allergic alveolitis develops after a rather short exposition of only a few months. The exposition must not necessarily be very intensive: growing this mushroom as a hobby is sufficient to create a hypersensitivity.


    und:


    Protective measures, like wearing a face mask (3-M non-toxic particle masks Nos 6985 and 8500 showing an efficiency of 99% for particles with a diameter of IO~t a nd more), are advised when working with this mushroom.


    beide aus Cox et al. (1988: 467)


    Die Autoren sagen zudem, dass "die" Pilzzüchterlunge wohl allein von Pleurotus ostreatus ausgelöst wird, während man vorher nur die Probleme bei Aharicus bisporus in großen Zuchtbetrieben kannte, die von Actinomyzeten am Egerling (Actinomyzeten sind aber Bakterien) ausgelöst wird.


    Wie gesagt - meine Anfrage kam nicht aus Hysterie heraus ( Peter), sondern auf der Grundlage von publizierten Fallstudien. Ich dachte aber, dass seit damals (80er Jahre) klar sei, dass Pleurotus problematisch sei und dass Zuchtbetriebe Atemschutz haben müssen (die Krankheitsquote ist sonst zu hoch). Deshalb war ich so überrascht, dass plötzlich ausgerechnet Austernpilzzuchtsets für zuhause(!) angeboten werden - und ohne Erklärung (z. B. maximale Dauer, die tolerierbar ist). Auch wenn es die Sponsorfirma dieses Forums ist - oder gerade dann. Vielleicht ist sich die Firma dessen nicht bewusst. Ein "to-do" zum Gesundheitsschutz wäre da schon wichtig.


    Liebe Grüße,

    Christoph


    P.S.: Wer's nicht glaubt, kann den Artikel nachlesen, ich habe den Link zum Download ja angegeben.

  • Servus Peter,


    ich bin fast erschlagen von der Fülle deiner Argumente. ;-)


    Eine so ausführliche Reaktion hätte ich nicht erwartet. :kaffee:


    Liebe Grüße,

    Christoph

  • Hallo Christoph,

    die Fallberichte von Menschen, die schwere gesundheitliche Probleme erleben mussten, wenn sie mit Pilzsporen in Kontakt kamen, sind interessant.

    Für eine Beurteilung der möglichen Gefahren müsste man aber mehr wissen:

    Welcher Anteil von Menschen, die größere Mengen der Sporen inhaliert haben, hatte solch gravierende Probleme? Im neuesten Tintling wird z. B. recht ausführlich von schweren allergischen Reaktionen nach dem Verzehr einer Steinpilzmahlzeit berichtet.

    Bei so ziemlich jedem Lebensmittel gibt es Menschen, die sehr heftige, teilweise lebensbedrohliche Symptome zeigen, wenn sie es verzehren.

    Das führt dann zum Beispiel dazu, dass man im Bioladen keine Erdnusskekse mehr kaufen kann, weil es Menschen gibt, die lebensgefährlich erkranken, wenn sie auch nur mit Spuren von Erdnüssen konfrontiert werden. Die Herstellen streichen komplett Erdnüsse von der Zutatenliste, weil es eben diese Menschen gibt.

    In der Kantine meines Arbeitgebers gibt es zum Beispiel das Problem, dass jemand heftig auf Erdnüsse reagiert. Es reicht, wenn sie mit demselben Gerät, mit dem andere Erdnusseis gefasst haben, anderes Eis auf ihrem Teller platziert. Momentan ist die Kantine übrigens wegen Corona komplett zu.

    Die Entscheidung Maßnahmen zu ergreifen, kann nur davon abhängen wie hoch der Anteil derjenigen ist, die solch starke Reaktionen zeigen.

    Da man die nicht kennt, kann man nur darauf hinweisen, dass es Menschen gibt, die nach Kontakt schwere Probleme bekommen.

    Für mich heißt das: Wenn ich irgendwelche gesundheitliche Probleme verspüre, nachdem ich mit der Substanz in Kontakt komme, stelle ich jeden Kontakt mit dieser Substanz ein.

    Bei Bäckern heißt das: Sie müssen ihren Beruf aufgeben.

    Ähnliche Probleme gibt zum Beispiel bei Friseuren.

    Gruß,

    Marcel

  • Lieber Marcel,


    da bin ich ganz deiner Meinung. Da bekannt ist, dass man auf Erdnüsse stark reagieren kann, sollte eben auf Nahrungsmitteln stehen "kann Spuren von Erdnüssen enthalten" - wenn dem so ist (gleiche Maschine, die auch andere Stoffe zermahlt und schon ist in einem erdnussfreien Essen Erdnuss enthalten.


    Nahrungsmittelallergien sind recht gut bekannt, auch die Häufigkeit. Die Betroffenen wissen meist davon, weil dei Symptome von Mal zu Mal stärker werden. Deshalb wissen sie, den warnhinwies zu verstehen.


    Allergien auf Steinpilze sind eher selten, ich kenne das mehr vom Zuchtegerling. Und da scheint (logischerweise) Rohgenuss eher zu Allergien zu führen als gekochte Pilze, denn dann kommt das Immunsystem nicht mit den degenerierten, sondern den kompletten Proteinen (es geht meist um Lektine, die den Verdauungstrakt überstehen) in Kontakt. Steinpilze werden oft nur kurz gegart, was eine Allergieauslösung sicher begünstigt.


    Wieviele Personen intensiv Austernpilzsporen inhalieren, weiß ich nicht. In den kommerziellen Betrieben passiert das nicht mehr, da die Mitarbeiter mit Atemschutzmasken arbeiten. Im Privbatbereich kannte ich Austernpilzzucht nur auf z. B. Strohballen im Garten (geht sehr gut, teils extrem ergiebig, da sind viele Nematoden drin, die die Austernpilze so gerne fressen). Im Garten sind die Sporen kein Problem (viiieeel Luft rundum).

    Dass man als Privatperson Austernpilze in der eigenen Wohnung / im eigenen Haus züchtet, hätte ich nicht gedacht, da ich meinte, dass die damaligen Meldungen aus dern 80er Jahren Warnung genug wären. Mittlerweile wurde das wohl vergessen und man könnte warten, was sich unter Hobbyzüchtern so ergeben wird.


    Dass aber ohne irgendeine Warnung, ohne irgendeinen Hinweis solche Zuchtsets abgeboten werden, hat mich schon sehr gewundert. Zumindest der Hinweis, dass Asthmatiker und Personen, die zu lungenaffinen Allergien neigen eine Atemschutzmaske tragen solltem, würde ich als Beipackzettel erwarten. Vielleicht verkauft sich das Set dann nicht mehr so gut.


    Wie gesagt - mich wunderte nur das "für im Haus, für im Keller". Warum nicht im Garten? Da kann nichts passieren. Und wenn man Pilze im eigenen Haus züchten will, warum dann gerrade die Pilzart, die als die hierbei problematischste bekannt ist?


    Mir könnte es eigentlich wurscht sein, was anderen passiert - ist es aber nicht. Zumal ich als Pilzberater ja beratend tätig sein will. Deshalb hatte ich mir ja von Seiten derer, die hier viel Erfahrung mit Pilzzucht haben (oder der Forenleitung, die Firma vertreibt das Zuchtset ja), handfeste Infos erhofft. Vielleicht gibt es entlastende Gegenstudien? Oder es ist ein steriler Zuchtstamm, der dann natürlich problemlos auch indoors angebaut werden kann (aber auch da sollte man das explizit angeben, damit man nicht auf die Idee kommt, Wildstämme zuhause zu kultivieren).


    Gerade für Pilzberater ist es m.E. wichtig, über Pilze auch zu beraten. Ob es um die Empfehlung geht, Pilze nicht roh zu verzehren oder das Abraten, leicht verwechselbare Arten allein zu sammeln und zu essen oder darum, ob man Lactarius turpis silieren sollte (krebserrgend, daher nein) oder eben, ob man Austernpilze im Zimmer nebenan züchten kann.


    Im Moment würde ich als Pilzberater abraten, diese Zuchtsets in den eigenen vier Wänden zu verwenden - wenn, dann im Garten. Austernpilze sind frosthart. Und gießen kann man da auch. Und wer keinen Garten hat, hat einen Balkon? Und wer auch keinen Balkon hat, der züchtet halt nicht - oder nimmt das Risiko in Kauf. Klar, aber dann sollte man wenigstens von dem Risiko wissen, finde ich. ;-)


    Liebe Grüße,

    Christoph

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