Beiträge von Hassi

    Hallo zusammen,


    kontaminierte Kulturen haben wohl durchaus noch eine Chance. Kräuterseitlingsfruchtkörper lassen sich zwar noch keine blicken, aber der Schimmel wird z. Zt. eher zurückgedrängt (s. auch Vergleichsbild weiter oben im Thread)



    Kann man Pilze aus kontaminierten Kulturen eigentlich essen, oder enthalten die theoretisch auch Aflatoxine?

    Schließlich nehmen Pilze ja alles mögliche aus dem Substrat auf...


    Liebe Grüße

    Ralph

    Wie geht das dann bei Dir? Kommt da ein Stückchen Pilz - bzw. Sporensuspension- direkt ins sterile Honigwasser? Da wirst Du dann ziemlich sicher Ausfälle durch Kontaminationen haben. Ich finde das Klonen/Keimen in Petrischalen schon sinnvoll, da man unerwünschten Befall schnell erkennt und die "guten" Pilze schnell rausholen und "umtopfen" kann.


    Ich hab eine grosse Kiste steriler Petrischalen geschenkt bekommen. Wenn ich die eines Tages mal verbraten habe, nehme ich auch welche aus Glas...


    Das ist übrigens mein Inkubator: Ein Aquarienheizstab - gesteuert von einem Conrad-Thermostat- hält die Temperatur auf kuscheligen 27Grad. Da geht es dann ganz fix mit der Besiedelung...

    Für dieses Jahr ist jetzt aber Schluß mit der Pilzzucht. Meine Myzelien sind in sog. Slants (Agar mit einem Holzstäbchen) umgezogen und dürfen jetzt im Kühlschrank warten, bis sie schwarz werden. Die halten das bei +2°C aber locker 3-4 Jahre aus...


    Feine Sache! Deine Austernmyzelien sehen meinen Kräuterseitlingskulturen übrigens sehr ähnlich .



    Leider macht sich bei meinem Kulturversuch im Christbaumständer (Kaffeesatz + Strohpellets) mittlerweile die Konkurrenz breit X/


    Das kommt davon, wenn man den Substratbeutel nur mit Büroklammern verschließt.


    Flümi hab ich getestet und konnte keinen Vorteil darin erkennen. Ich habe einen zusätzlichen Arbeitsschritt und bringe dazu noch Nässe in meine sterisierten Roggengläser.

    Es hat zwar ohne Ausfall funktioniert, führte aber auch nicht zu einer wesentlich schnelleren Besiedlung. Wenn man ein Stückchen Agarkultur unter dem Schutz einer Glovebox in die Gläser wirft und regelmäßig schüttelt, ist das auch nach ein paar Tagen durch.

    Stroh, Pferdemist und Kalk, soviel ich weiß. Die Suchmaschine liefert da bestimmt Resultate...

    Pferdedung gibt's übrigens auch in hygienischen Pellets (Naturen Pferdedung, Bio) allerdings nur sackweise. Das sieht so appetitlich aus, man möchte es fast ins Müsli schütten ;-)

    Beim Raiffeisenmarkt gibt es für wenig Geld sog. Strohpellets. Die nehmen gut 400% Wasser auf und sind herstellungsbedingt sehr keimarm. Das würde ich mit dem Kaffeesatz mischen.

    Ich züchte gerade Kräuterseitlinge auf einer Kaffeesatz-/Strohpelletmischung in unserem alten Christbaumtopf. Das Mycel - der Klon eines Supermarktpilzes- breitet sich gut aus, allerdings hatte ich den Pott vor der Besiedlung dampfsterilisiert.


    Gruß Ralph

    Hallo Christoph,


    ich kenne sie auch nicht, aber falls Du meinst, die könnten irgendwie – warum auch immer– essbar sein: Nein, die sind’s nicht ;–)


    Gruß

    Ralph

    Hallo Pablo,


    da reihe ich mich gerne in die Schar der Gratulanten ein!


    Nicht zuletzt Dir ist es zu verdanken, dass hier kaum eine Frage ohne Antwort bleibt. :-)


    Liebe Grüße

    Ralph

    Hallo Pablo,


    klar, stimmt. Das muss ja so sein. Mich hat nur der Gedanke fasziniert, dass die Koordination der Morphogenese möglicherweise auch zwischen verschiedenen Individuen (d.h. verschiedenen Sekundärmyzelien) einer Art möglich ist, wie das ja auch bei den Myxomyceten funktioniert...

    Ich hab mal im h.o. schwantes-1996-biologie der pilze-40qual-1.pdf nachgeschaut, konnte meine Frage damit aber auch nicht klären. Weiß mir vielleicht jemand ein aktuelleres Buch zur Pilzbiologie/ -physiologie?


    Liebe Grüße

    Ralph


    P.S.: Ich nehm das Buch morgen früh wieder vom Server

    Hallo Pablo,


    danke für Deine Einschätzung! Stark unterschiedliche Arten werden kaum miteinander verschmelzen (ein Steinpilz/Knollenblätterpilz–Hybrid z.B. :gteuflisch:) und auch polykaryotische Zustände wird es eher nicht geben, da hast Du Recht.


    Auf die Frage kam ich neulich, als ich ein sporenbürtiges Myzelgewölk in einer Petrischale betrachtete und mich fragte, was da drin wohl gerade passiert. Was macht in einem Mycelgeflecht aus tausenden von Sporen das FK-Primodium? Ein einzelner Faden oder viele davon? Wenn letzteres, brauchen die ja auch eine Kommunikationstechnologie...


    Viele Grüße

    Ralph

    Hallo zusammen,


    bei Pflanzen und Tieren hat man ja klare Verhältnisse: ein Pollenschlauch wächst in eine Samenanlage, bzw. eine Samenzelle verschmilzt mit einer Eizelle, wenn man mal von parthenogenetischen Ausnahmefällen und sozialen Amöben (Myxos) absieht. Das Resultat ist jeweils ein Individuum.


    Bei den Pilzen lernt man das so: Zwei Sporen keimen aus, die monokaryotischen Myzelien verschmelzen zu einem Dikaryon. Das daraus sich entwickelnde Myzel generiert unter gewissen Bedingungen Fruchtkörper.


    Ist es grundsätzlich so, dass ein einzelner Pilzfruchtkörper auf nur zwei Sporen zurückgeht oder können daran auch mehrere Myzelien - möglicherweise auch unterschiedlichen Geninventars- beteiligt sein?


    Hoffentlich war die Frage nicht allzu dämlich. :gkopfkratz:Ich bin schon gespannt auf Eure Antworten.


    Liebe Grüße

    Ralph

    Danke Öhrling,


    der heißt wohl jetzt Suillelus mendax (?) . Ist das eine gute, unumstrittene Art oder würden den manche auch als luridus ansprechen?

    Ich muss sagen, an eine Netzhexe hatte ich schon kurz gedacht, dies aber wegen der einheitlichen rostbraunen Färbung und des auffälligen "Burggrabens" um den Stiel wieder verworfen. ..


    Viele Grüße

    Ralph

    Seufz, das nächste Mal werde ich dann die Brille mit in den Wald nehmen - und die Familie zuhause lassen.


    Einen Røhrling habe ich noch an diesem Standort gefunden, den ich zuvor noch nie gesehen hatte (einen eigenen Thread wollte ich wegen des mäßigen Bildes nicht eröffnen). Ich hätte keine Zeit und hab daher nix mitgenommen oder mikroskopiert..

    Kennt den jemand? Durchmesser etwa 10cm.



    Hallo Florian,


    danke, das hatte ich gehofft.

    Die Fertigmedien waren übrigens nur zum Testen, ist ja auch kein großer Aufwand selbst zu gießen. War mir schon klar, dass die bereits steril sind..

    Auf das Antibiotikum wollte ich bewusst verzichten, weil ich ja sehen möchte, ob ich hygienisch einwandfrei arbeiten kann. Ich denke, wenn man eine saubere Technik hat, ist Antibiose völlig unnötig. Obwohl - bei schmuddeligen Sporenabwürfen kann man sie vielleicht doch brauchen...:/


    Was hältst Du denn von Glasschalen? Lassen die über den Spalt auch genügend Sauerstoff durch? Sind Nocken sinnvoll oder eher kontraproduktiv?


    Liebe Grüße

    Ralph