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letzter Beitrag von Craterelle am

Gemeinsame Küchenmykologische Liste

  • Ich habe das nochmal mündlich mit Zimtsternchen diskutiert. Ihre Vorstellung war, dass jeder Pilz unter Verzicht auf aromatisch dominante Zutaten (also pur oder mit etwas Salz und/oder Fett, aber ohne weitere Gewürze) auf bestmögliche Weise zubereitet werden sollte, ob das nun bei einer Art scharf gebraten wäre und bei einer anderen roh oder gedünstet.


    Mir gefällt dieser Ansatz eigentlich besser und ich werde meine Bewertungen wohl entsprechend anpassen. Natürlich sollte die Zubereitungsart dann in den Kommentaren vermerkt werden.

  • Ich hab gestern eine Handvoll Lepista nuda scharf bis zur Bräunung in raffiniertem Rapsöl angebraten. Dazu kam nur noch Salz.

    In der Initialphase des Anbratens roch man stark das typische, leicht parfümierte Aroma. Nach einer Weile roch das Bratgut zwar angenehm, aber irgendwie undefinierbar. Kurz vor der Bräunung wandelte sich der Duft in einen kräftigen Hühnerstallgestank, nach dem die Pilze dann schließlich auch schmeckten.

    Wir wundern uns sehr über die guten Bewetungen, die Ihr dem Pilz ausgestellt habt. Uns wäre der glatte 0 Punkte wert.


    Liebe Grüße

    Ralph

  • Hallo Ralph,


    Für die Kombination Lepista nuda mit Rapsöl gäbe es von mir sehr wahrscheinlich auch 0 Punkte.

    Lepista nuda hat mir noch nie so richtig geschmeckt. Ich hatte ihn eigentlich nur in meinen Anfangszeiten gesammelt, als ich erst wenige Arten kannte. Jetzt sammle ich ihn gar nicht mehr. Ist zwar Geschmackssache, aber für Pilze verwende ich grundsätzlich kein Rapsöl. Abgesehen davon, dass mir Geruch und Geschmack nicht zusagen, hat es mir einen zu starken Eigengeschmack. Da nehme ich lieber Distelöl, das ich wesentlich neutraler finde und das sich auch gut erhitzen läßt.


    LG, Josef

  • Das raffinierte (Rapso) Öl hat nahezu keinen Eigengeschmack.

    Ich weiß nicht mehr, ob meins raffiniert war oder nicht. Vermutlich nicht, da ich eher kaltgepresste Öle bevorzuge. Ich kann mich nur noch erinnern, dass ich nicht das billigste genommen hatte. Jedenfalls fand ich damals, dass es einen starken Eigengeschmack hatte, der mir gar nicht zusagte. Seitdem verwende ich kein Rapsöl mehr.


    LG, Josef

  • Neu in meiner Pfanne: der Heideschleimfuß. Der ist tatsächlich ganz lecker (7 Punkte werde ich mindestens vergeben), aber wegen des Putzaufwands würde ich gründlichst überlegen, ob er nochmal ins Körbchen kommt.

  • Wir wundern uns sehr über die guten Bewertungen, die Ihr dem Pilz ausgestellt habt. Uns wäre der glatte 0 Punkte wert.

    Den Violetten gibt es bei mir nur als "Pilzrotkraut".

    So zubereitet ist er einfach ein Gedicht und jedem Rotkohl mindestens ebenbürtig!

    Deshalb hat er von mir in der Liste satte 10 Punkte bekommen (mit entsprechendem Vermerk).


    Apropos. 1-3 Punkte Speisepilze kann ich mir noch vorstellen, aber ein 0-Punkte-Pilz???


    LG, Nobi

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  • Am Wochenende gab's bei mir noch zwei Nachtests (Schopftintlinge und ästiger Stachelbart - beide etwa wie gehabt im oberen Bereich, aber nicht ganz an der Spitze) und eine Neuverkostung einiger Hüten des saitenstieligen Knoblauchschwindlings.


    Pur natürlich grenzwertig, aber eigentlich mag ich den schon irgendwie. Riecht eher wie alter Knoblauch als wie frischer. Jemand brachte mal den Vergleich mit Selen-Gleichrichter ("Selen-Gleich-riecht-er"), kennt jemand sowas noch? Ich leider nicht.


    LG, Craterelle

  • Jemand brachte mal den Vergleich mit Selen-Gleichrichter ("Selen-Gleich-riecht-er"), kennt jemand sowas noch? Ich leider nicht.

    Veteranen der Schwarzweiß-Dunkelkammer (z. B. Ansel Adams) hatten z. T. wenig Respekt vor ihren Chemielösungen und badeten auch ihre Hände darin. Sie sollen dann (vom Selentoner) gelegentlich kohlartige Ausdünstungen gehabt haben...

    Bei frischem Selentoner sticht i. d. R. nur das zugesetzt Ammoniak hervor...

  • Ich halte das penetrante Aroma des saitenstieligen nicht aus. Der echte Knoblauchschwindling geht gerade noch so. Also, wer vom saitenstieligen Knoblauchschwindling ein Reingericht mag, hat definitiv einen anderen Geschmack als ich - dabei mag ich Knoblauch echt gerne.

  • Ahoj,


    habe gestern eine Testreihe mit 6 Arten gefahren, alle nur in Butter gebraten.

    Erstaunlich:

    - abgeschmiert ist das Stockschwämmchen - hat nur nach Wasser geschmeckt, nach sonst nichts.

    - eine Offenbarung: der Geruch des Kupferroten Gelbfußes. Hätte darin "baden" können...


    LG

    Malone

  • - eine Offenbarung: der Geruch des Kupferroten Gelbfußes. Hätte darin "baden" können...


    LG

    Malone

    Hallo Peter, und alle anderen,


    den Kupferroten Gelbfuß finde ich hier recht häufig, habe ihn aber bisher noch nicht probiert. Wie hat er denn geschmeckt? Und wie würdest Du ihn normalerweise zubereiten, auch in welcher Mischung, denn nicht immer findet man ja genügend für eine reine Mahlzeit.


    Liebe Grüße


    Maria

  • Ahoj,

    Finde ich gut, dass du jetzt auch mehr Einzelverkostungen machst.

    2b continued...


    Maria : hat würzig geschmeckt, zubereiten würde ich ihn "normal"

    und in jeglicher Mischung.


    A propos: der kleine Blutegerling, der sich mir heuer recht häufig in den Weg wirft,

    ist auch sehr legger.


    LG

  • den Kupferroten Gelbfuß finde ich hier recht häufig, habe ihn aber bisher noch nicht probiert. Wie hat er denn geschmeckt? Und wie würdest Du ihn normalerweise zubereiten, auch in welcher Mischung, denn nicht immer findet man ja genügend für eine reine Mahlzeit.


    Liebe Grüße


    Maria

    Zum kupferroten Gelbfuß:

    Deutlich ist eine säuerliche Komponente. Der übrige Geschmack ist meines Erachtens auch lecker. Er ist durchaus auch für ein Reingericht gut brauchbar(einfach „normal“ in etwas Butter geschmort. Zimtsternchen steht aber doch nicht besonders auf ihn- also Geschmackssache. Im Moment bereite ich unsere Funde für mich getrennt zu.


    Noch etwas zum saitenstieligen Knoblauchschwindling. Dieser ist tatsächlich eher ein Würzpilz. Wir (Zimtsternchen und ich LIEBEN ihn) und zwar so, daß es übel ist, wenn die Vorräte mal aufgebraucht sind. Wir dosieren ihn durchaus deutlich höher als anderswo angegeben- am besten ist er in Hackfleischbällchen in der Suppe. Der Mousseron ist feiner im Geschmack und schmeckt irgendwie „edler“, aber er ist viel schwerer zu finden. Wenn der nichtmal gerade zufällig ein Massenvorkommen hat (dann ist er auch geruchlich nicht mehr zu überriechen), übersieht man ihn sehr leicht. Um ihn normal bei uns überhaupt zu finden, muß ich mich regelrecht darauf „eichen“- ich finde ihn dann in Grüppchen von jeweils wenigen Exemplaren. Also kommt bei uns normalerweise der saitenstielige Knoblauchschwindling ins Körbchen.


    Malone: noch ein Hinweis zum Stockschwämmchen: Das unterscheidet sich je nach Altersstadium sehr im Geschmack: ICH bevorzuge tatsächlich ältere Exemplare. Zimtsternchen bevorzugt mittelalte Exemplare.

  • Nach Jahren erfolgloser Suche konnte ich jetzt auch den schwarzfaserigen Ritterling probieren und fand ihn recht lecker. Ganz lieben Dank an Alexander, der ihn gefunden und mir überlassen hat!

    Aber gerne :thumbup: Nur habe ich diesen Pilz fälschlicherweise für einen der häufigeren Erd-Ritterlingen gehalten (für den gemeinen T. terreum oder für den gilbenden Erdritterling). Und dann ist der Super-Pablo gekommen und ihn auf Anhieb bestimmt. ^^


    Übrigens, ich habe ihn auch schon mal probiert und fand ihn ebenso ganz gut. Und auch damals hat ihn der Pablo bestimmt :)


    Ich glaube sogar dass ich ein paar FK auch gestern im Pfälzer Wald gefunden habe. Sie liegen momentan in meiner Bestimmlings-Dose. Diese Dose bringe ich heute abend zum MAK-Vereinstreffen mit, mal schauen was Pablo dazu sagt ;) Ich glaube dass ich diese Art langsam im Kopf abgespeichert habe und sogar schon halbwegs im Feld erkennen kann.

  • Ich bin auch überhaupt nicht drauf gekommen, dass das der gesuchte sein könnte, zumal die Kiefern ziemlich unauffällig waren.


    Aber die sehr kalten, fast schon neongelben Farbtöne sind doch sehr markant. Ich hoffe, den nächsten zu erkennen.

  • Hallo Pilzgenießer,


    habe den Fichtenreizker soeben von 2 auf 7 Punkte angehoben!

    Ich hatte einige junge Hüte reizkermäßig kross in Butter gebraten, eine Prise Salz dazu und ich konnte keinen Unterschied zu erst kürzlich genauso zubereiteten Edelreizkern erkennen, kein Hauch von bitter, wie ich es von früher kannte. Vielleicht liegt es daran, dass ich ihn dieses Mal erst zuhause "bluten" lies, ihn also unverletzt ins Körbchen legte. Ich hatte irgendwo gelesen, dass die Milch nach einiger Zeit bitter wird, was ich dieses Mal offensichtlich vermieden habe.


    Liebe Grüße

    Nobi

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