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letzter Beitrag von Beorn am

Pilzreicher Oktober im Landkreis Mühldorf / Oberbayern

  • Obwohl es eigentlich auch bei uns fast zu trocken ist, scheinen sich die Pilze irgendwie noch mit genügend Wasser versorgen zu können und so können wir immer wieder tolle Stunden im Wald verbringen und viele schöne Funde machen. Unser Fundbericht vom heutigen Vormittag hätten wir bei Interesse auch im Video. Anbei einige Funde unserer letzten beiden Touren (12.10.2018 und 14.10.2018).


    Tolle, herbstliche Stimmung auf dem Weg zum und im Wald




    1. Schwarzblauender Röhrling, Cyanoboletus pulverulentus



    2. Birnenstäubling, Lycoperdon pyriforme


    3. Maronenröhrling, Imleria badia




    4. Purpurfilziger Holzritterling, Tricholomopsis rutilans



    5. Sparriger Schüppling, Pholiota squarrosa


    6. Flockenstieliger Hexenröhrling, Neoboletus praestigiator


    7. Birkenpilz, Leccinum scabrum


    8. Vielverfärbender Birkenpilz, Leccinum variicolor





    9. Wollstieliger Raufußröhrling, Leccinum cyaneobasileucum



    11. Trompetenpfifferling, Craterellus tubaeformis




    12. Amethystschuppiger Pfifferling, Cantharellus amethysteus


    13. Schopftintling (Coprinus comatus)




    14. Pantherpilz, Amanita pantherina *ERSTFUND*


    15. Alter, riesiger Fichtensteinpilze, Boletus edulis


    16. Düsterer Röhrling, Porphyrellus porphyrosporus



    17. Parasol, Riesenschirmling, Macrolepiota procera


    18. Pfefferröhrling, Chalciporus piperatus & Fliegenpilz, Amanita muscaria


    19. Fliegenpilz, Amanita muscaria


    20. Blutblättriger Hautkopf, Cortinarius semisanguineus


    21. Stinkmorchel, Phallus impudicus


    22. Grauhäutiger Scheidenstreifling, Amanita submembranacea


    23. Faltentintling, Coprinopsis atramentaria


    24. Birkenporling, Piptoporus betulinus


    25. Ein bisschen durfte jeweils auch mit nach Hause:



    Wir hoffen Ihr könnt den Herbst (notfalls auch ohne Pilze) so genießen wie wir und wünschen euch noch einen tollen Restherbst!


    Viele Grüße,


    Melanie, Leon und Michael

  • Hallo Ihr drei,

    sehr schöne Funde/Bilder. Man liest ja öfter von Pilzoasen in der Trockenheit.


    Ich selbst habe so eine Oase dieses Jahr noch nicht gesehen. Hab übrigens gerade 2 Wochen Urlaub... extra langfristig Pilz-vorausschauend geplant. ;(

    Grüsse aus dem Moseltal

    Marco
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    Wenn das Leben Dir einen Korb gibt... geh Pilze sammeln. ==18

  • Ahoj, Wrestler,


    leider schöne Funde. Beineid!


    Dein schwarzblauender hat aber stark rosa Töne am Hut - oder liegt es am Bild?


    heute hab ich auch meinen PHALLUS gefunden

    Sachma!==19


    LG

    Peter

  • Hi,

    Neid aus der trockenen Sahel-Zone Randgebiet Büdinger Wald.

    Grüße Norbert

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    Pilzchips = 100 -5 APR 2015 +12 APR 2016 = 107 -7 Für APR 2017 = 100 + 5 APR 2018 =105
    Pilzbestimmung im Netz ist keine Essfreigabe

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  • Salut!


    Wunderschöne Sammlung!

    Und gut zu sehen, daß eben nicht alles tot ist. :thumbup:
    Schwarzblauender Röhrling mit so einem rosa Hut = Boletus pulverulentus var. mougeotii (ist bislang noch nicht zu Cyanoboletus umkombiniert).



    Lg; Pablo.

  • Der scheint ja gar nicht mal oft vorzukommen, ein umso schönerer Fund - vielen Dank für den Hinweis!

  • Hallo Pablo,


    Verständnisfrage zur Nomenklatur:


    Wieso muss eine Variante die zu einer Art gehört, die in eine neue Gattung transferiert wird (hier Boletus pulverulentus var. mougeotii) auch extra und separat umkombiniert werden. Warum benennt man sie nicht einfach nur um. Und welche Prozedur müsste diese Variante durchlaufen, um wieder bei ihren An- bzw. besser Artverwandten zu landen? Wer darf die Umkombination schlussendlich durchführen?


    Grüßle

    RudiS

  • Hallo, Rudi!


    Es gibt da halt internationale Regeln für die Taxonomie, daß eben nicht nach Lust und Laune jeder irgendwas nach Belieben rumschieben kann. Selbst mit diesen Regeln wird noch zu viel verschoben und umkombiniert, was bisweilen gar nicht nötig wäre. Aber das ist ein anderes Problem.
    Ganz allgemein: Wenn man ein gültiges Taxon hat (egal ob Art- oder Varietätsrang), ist es eigenständig, und wandert nicht automatisch mit einem verbundenen Taxon in eine neue Gattung, wenn der übergeordnete Name umkombiniert wird. weil: Schon oft genug haben sich als Vareitäten beschriebene Pilze auch im verlaufe als eigene Arten entpuppt, die dann eventuell sogar in andere Gattungen gehörten.
    Darum muss eine Umkombination immer begründet werden, und um dann auch anerkannt zu werden, muss diese Begründung schriftlich als Veröffentlichung in einem anerkannten Fachorgan passieren.


    "Cyanoboletus pulverulentus var. mougeotii" scheint noch mal ein spezielles Problem zu sein: Das Taxon gibt's nämlich momentan weder in Mycobank noch in IndexFungorum.

    Was mich gerade schwer irritiert, weil ich mir fast sicher bin, das schon mal in den Datenbanken gesucht und auch gefunden zu haben. Nun ist es weg. Was nichts heißen muss: Die Datenbanken sind nicht unfehlbar. Muss mir aber trotzdem mal eine Notiz machen, da bei Gelegenheit auf Literatursuche zu gehen und das Taxon "wiederzufinden".



    LG; Pablo.

  • Hallo Pablo,


    danke wie immer für Deine Antwort.


    Ist halt oft schwer zu durchschauen für mich.


    Also wenn ein Mykologe umkombiniert und ein paar Varietäten (oder Arten?!) vergisst oder nicht anerkennt, oder (in seiner Region) nicht kennt, bleiben die erst mal in der alten Schleife hängen. Solange bis ein anderer Mykologe die nachführt, oder das Gegenteil behauptet! :gnichttraurig:


    Grüßle

    RudiS

  • Servus Rudi,


    ganz genau - und das ist auch sinnvoll. Hier ganz konkret: es gibt in Cyanoboletus zwei europäische Arten: C. pulverulentus und C. flavosanguineus (letzterer wurde eventuell heuer in Oberbayern gefunden - muss ich im Winter aber noch nachmikroskopieren).


    Als Boletus pulverulentus var. mougeotii beschrieben wurde, gab es die zweite Art noch nicht. Im Rahmen der Überarbeitung und Beschreibung der Gattung Cyanoboletus wurde die neue Art auch mit bewertet und umkombiniert. Jetzt kann es sein, dass Boletus pulverulentus var. mougeotii besser bei Cyanoboletus flavosanguineus unterzubringen ist. Oder es ist ein Synonym davon. Oder eine eigene Art. Oder doch wirklich "nur" eine Varietät von C. pulverulentus.


    Ein Spezialist, der die Gattung bearbeitet, sollte daher, wenn neue Erkenntnisse vorhanden sind, auch die untergeordneten Taxa mit überprüfen und wenn sinnvoll, dann (!) umkombinieren. Sonst würde es immer sofort einen ganzen Rattenschwanz an Umkobinationen geben - auch alles, was längst verworfen wurde, was Syonym ist, was eigentlich ganz woanders hinmuss (ich denke an die ganzen "discolor"-Kombis bei Hexenröhrlingen).


    Beorn : falls du die Originalbeschreibung der var. mougeotii bekommen solltest, hätte ich auch großes Interesse. Ich habe keinen / kaum Zugang zu französischen Zeitschriften.


    Liebe Grüße,

    Christoph

  • Hallo Ihr Drei!

    Da habt Ihr ja wieder richtig zugeschlagen, was bei Euch alles so wächst... schön, dass es die Pilzoasen gibt und dass Leute von dort berichten. :)


    Ich selbst klappere seit Wochen den heimischen Wald ab. Mit dem Ergebnis, dass nur an einer kleinen Stelle von ca 50 x 50 m Steinpilze zu finden sind. Im restlichen Wald habe zumindest ich keinen Einzigen gesehen.

    Ansonsten gibt es viele Schirmlinge, die aber alle zu trocken erschienen.

  • Hallo, Christoph!


    Also zumindest auf meiner Festplatte finde ich sie bisher nicht.

    Nun beginnt also die Netzrecherche, und dann müsste ich vermutlich jemanden fragen, der Zugang dazu hat (hätte aber schon eine Idee...). Sollte ich was finden, bekommst du bescheid.

    Ach ja, und da ich da auch eine Stelle hier in der Gegend kenne, wo der gelegentlich auftaucht, versuche ich den auch mal wieder einzusammeln und einen Beleg anzulegen.



    LG; Pablo.

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