Beiträge von Bernhard

    Grüß euch!


    Zu Allerheiligen war ich wieder im Wald. Es war spätherbstlich, 5°C und nebelig.

    Da meine Sammelgebiete alle mehr oder weniger alpin gelegen sind, gibts jetzt nicht mehr viel zu finden und die Hauptsaison ist zu Ende.

    Aber das macht ja nichts, selbst im Winter gibt es immer wieder was zu finden, wenn auch nicht so viele Arten.


    Ein paar Fotos...

    Erdschieber, Lactifluus vellereus.


    Eierschwammerl, Cantharellus cibarius.


    Die Trompetenpfifferlinge, Cantharellus tubaeformis, waren zahlreich vertreten, leider ist das Foto nicht besonders.


    Auch die Lila Lacktrichterlinge, Laccaria amethystina waren zu finden.


    Das Highlight des Tages war ein persönlicher Erstfund. Ich habe ihn als Grünspanträuschling, Stropharia aeruginosa, bestimmt.

    Liege ich hier richtig? Leider sind die Bilder nicht farbecht. Das grün kommt auf den Fotos nicht rüber. Er war zwar etwas ausgeblichen, wahrscheinlich durch die Nässe, aber es war diese typische Farbe.


    Verabschieden möchte ich mich mit einem Blick ins Körbchen.


    LG Bernhard

    Hallo Claudia!


    Vielen Dank für den tollen, anschaulich geschilderten Bericht und Gratulation zur bestandenen PSV-Prüfung!


    Ich selbst bin bei weitem noch nicht so weit und auch beruflich so eingespannt, dass eine solche Ausbildung erstmal nicht in Frage kommt.

    Aber wer weiß? Vielleicht passts in einigen Jahren. Ich finde es jedenfalls toll wie viel man in diesem Forum dazulernen kann!


    LG Bernhard

    Hallo Claudia,


    du nimmst mir die Worte aus dem Mund ;-)

    Aber ich denke, dass das auch ein Lernprozess ist. Ich selbst habe vor einigen Jahren die Pilze eingesackt und daheim geputzt. Was für eine Arbeit!

    Schließlich hab ich mir einen Korb und ein Pilzmesser mit Pinsel zugelegt und das mal ausprobiert. Eine Offenbarung!!!

    Als ich dann vor einigen Tagen mein Pilzmesser verloren habe und mit einem normaler Schweizermesser weitergemacht habe, da habe ich sofort gemerkt wie mir der Pinsel abgeht, und dann für Ersatz gesorgt.


    Liebe Grüße, Bernhard

    Hallo!


    Ich kann nun Körnchenröhrling, Kuhröhrling und den Gelben Raufuß zweifelsfrei bestätigen.

    Ich hatte nämlich alle drei bei den Wiener Schwammerltagen in der Hand.

    Nicht dass ich an euren Bestimmungen gezweifelt hätte, aber wenn man den Pilz selbst in der Hand hatte bekommt man einfach eine gewisse Sicherheit....so ein Aha-Erlebnis.


    LG Bernhard

    Hallo!


    Mit Birkenporlingen habe ich keine Erfahrung.

    Grundsätzlich sollte man aber Pilze sofort trocknen und nicht lange herumliegen lassen vorher.

    Was ist die optimale Temperatur im Backofen? 50-60°? Dies hatte ich vor zwei Wochen auch so gemacht, mit 3 blechen übereinander. Dies hatte allerdings fast den ganzen Tag gedauert bis die trocken waren. Und auf der Heizung habe ich gar kein Platz dafür.

    50-60°C ist definitiv zu heiß. Optimal sind so 35-40°C.

    Der Backofen ist auch nicht gut, weil die Temperaturregelung nicht genau genug ist, und die Pilze auch unter 50°C braun werden.

    Das ist zumindest meine Erfahrung.

    Am besten ist ein Dörrapparat mit einstellbarer Temperatur. Die sind schon günstig zu haben (ca. 50EUR). Es muss kein Dörrex sein, auch günstige Geräte sind brauchbar. Aber die Temperatur sollte man einstellen können.

    Der Trocknungsvorgang kann durchaus mal 2 Tage dauern, je nach Feuchtigkeit und Stückgröße der Pilze. Wichtig für die Haltbarkeit ist, dass sie nach dem trocknen wie Chips brechen.


    LG Bernhard

    Grüß dich Pablo!

    Die Röhrlinge hat Jörg ja schon gut eingenordet.
    Der Gelbporige Raufuß mag neben Wärme (und Eichen!) vor allem auch basische Böden. Das wäre also so ein Anzeiger, wo du auch nach Schwarzhütigen (Boletus aereus) und Kaiserlingen (Amanita caesarea) ausschau halten kannst.


    Bei den Reizkern: Ja, manchmal ist es echt nicht so einfach. Entscheidend sind weniger die grünlichen verfärbungen (die hier aber schon recht rasch passiert sind für Lactarius deliciosus), sondern wie schnell sich die Milch von Orange nach Blutrot verfärbt.
    Wenn man's genau machen will - ich hatte mal versucht, das ein wenig in einem schlüssel aufzuarbeiten. >siehe hier<.

    Eichen und ein sehr mildes, fast mediterranes Klima hat diese Landschaft.

    Ich bin auch nicht planlos dahin, sondern genau geplant nach der Datenbank der Pilze Österreichs. Dort sind einige Funde für Boletus aereus und Amanita caesarea verzeichnet. Ich war u.a. genau im betreffenden Messtischblatt.

    Ich werde jetzt keine Koordinaten posten, aber wer die Datenbank studiert, weiß wo ich war ;-)


    Deinen Schlüssel hab ich gestern schon gelesen. Danke, tolle Arbeit!

    Aber ich habe den grünen Flecken zu viel Bedeutung beigemessen.


    LG Bernhard


    PS: Ich bin von Zeit zu Zeit immer wieder mal in komplett anderen Wäldern unterwegs....sehr empfehlenswert!

    Hallo!


    Ich habe leider am Mittwoch bei meinen super Steinpilzfunden mein Pilzmesser verloren und nicht wieder gefunden.

    Weil es für mich gerade in der Hauptsaison nicht ohne geht, habe ich umgehend für Ersatz gesorgt.

    Ein Opinel Pilzmesser, soeben hats die Post gebracht. Macht einen guten Eindruck, die Borsten vom Pinsel sind nicht zu weich.

    In den nächsten Tagen wird es ausprobiert.


    LG Bernhard

    Hallo Nobi!


    Sehr schön, die Bilder vermitteln sehr gut das Gefühl dass das einer DER Tage war.

    Danke auch für die Rezeptidee. Ich werde das mal ausprobieren.

    Bei mir gabs gestern panierte Pilze und vorgestern Penne Rigate mit scharf angebratenen Eierschwammerl, rohen gehobelten Steinpilzen, Basilikum und etwas Grana Padano.

    Eine Frage...sind das am ersten Pilz gesähte Tintlinge?


    LG Bernhard

    Grüß euch!


    Ich habe mich jetzt genauer über die Reizker-Arten eingelesen.

    Bei meiner Erstbestimmung habe ich dem grün zu viel Bedeutung beigemessen. Ich habe irgendwo gelesen dass Edelreizker erst am nächsten Tag grün werden. Das ist so offensichtlich nicht richtig.

    Nach dem Ansehen unzähliger Internetbilder und nachlesen in mehreren Büchern und im Internet bin ich jetzt auch fest überzeugt dass es Edelreizker sind.

    Danke für eure Hilfe!

    Das ist ein Erstfund der mich sehr freut :)

    Geschmeckt haben sie auch (für das Kriterium "essbar" reicht ja dass die Reizker rot oder orange milchen)!


    Noch eine Frage: Ist der Edelreizker ein Pilz der eher in wärmeren Regionen vorkommt?

    Oder lohnt es sich auch in obersteirischen Kiefernwäldern nachzuschauen (die gibt es, aber sind selten)?


    Der Gelbporige Raufuß ist wohl auch nicht besonders häufig...oder doch?


    LG Bernhard

    Hallo Jörg!


    Dann habe ich ja wenigstens den Butterpilz richtig bestimmt!

    Ich tat mir einfach schwer weil ich diese Pilze aus "meinen" Wälder nicht kenne. Aber das macht es ja interessant.

    Danke für deine Rückmeldung!

    Was mir aber zu denken gibt...Kann der Edelreizker so grün werden?? (siehe Bild von daheim mit grün an Lamellen und am Hut)


    LG Bernhard

    Grüß euch!

    Meiner Meinung nach fruchten miteinander verwandte Myzele gleichzeitig.

    Ein Myzel fruchtet immer ungefähr zur selben Zeit im Jahr.

    Das habe ich auch beobachtet, plus minus 2 Wochen je nach Witterung.


    Ok. Also auch ähnliche Erfahrungen wie ich gemacht habe. Die selektive Wahrnehmung sollte man natürlich nicht außer acht lassen.

    Wenn in einem Waldstück Mengen an gleichartigen Pilzen zugleich erscheinen , kann es sich durchaus auch um ein einziges Myzel handeln.

    Die sind ja beim Springen von Wurzel zu Wurzel nicht größenbeschränkt.

    Das stimmt. Aber wie groß kann eigentlich so ein Steinpilzmycal werden?? Vom Riesen-Hallimasch weiß man ja, aber wie ist das bei Steinpilzen?


    Dass Fruchtkörper in möglichst großer Zahl gleichzeitig gebildet werden, hat wohl mit der geschlechtlichen Vermehrung der Pilze zu tun. Je mehr Sporen der eigenen Art gleichzeitig ausgebracht werden, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass die richtigen zusammen finden.

    Das ist ja in der Natur nichts ungewöhnliches. Auch Pflanzen blühen zu unterschiedlichen Zeitpunkten gleichzeitig und Tiere treffen zur gleichen Zeit an bestimmten Orten zusammen, um sich zu paaren.

    Ich sehe das so, dass Pilze ein bestimmtes Zeitfenster haben, in dem sie fruktizieren und wenn dann die Verhältnisse (Feuchtigkeit, Temperatur usw.) stimmen, gleichzeitig ihre Fruchtkörper ausbilden, wobei dann die verschiedenen Arten unterschiedliche Zeitfenster u. Bedürfnisse haben oder auch einfach nur früher o. später darauf reagieren bzw. mehr o. weniger Zeit brauchen, um ihre Fruchtkörper auszubilden.

    Ich möchte aber noch eine weitere Theorie in die Runde werfen:

    Wenn es stimmt, wie einige behaupten, dass Pilze eine Art Netzwerk oder unterirdisches "Internet" bilden und über Botenstoffe Informationen austauschen, könnte es vielleicht auch sein, dass sie sich auf diese Art zum gemeinsamen Fruktizieren miteinander abstimmen.

    Das trifft genau die Frage die für mich auch so interessant ist. Dass viele Fruchtkörper zu besseren Vermehrungschancen führen ist klar. Aber ist diese Fruktifikation nur ein Ergebnis von Umwelteinflüssen oder von Kommunikation unter den Organismen?


    LG Bernhard