Fotowettbewerb September 2026

Es gibt 33 Antworten in diesem Thema, welches 1.669 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von hubi131.

  • Lieber Thomas


    ich empfinde das nicht als Nörgeln, sondern als sehr guter und diplomatisch formulierter Gedanke. Und ich sehe das genau so wie du: Olafs Bild ist auch für mich das eigenständigste und fotografisch spannendste Bild! Man kann Pilze auf so viele verschiedene Arten fotografieren, dass es dazu hier eigentlich mehrere Kategorien geben müsste. So passen z. B. auch die besonders beeindruckenden Bilder von Schleimpilzen eigentlich nicht unter die "normalen" Pilze. Da dies hier ja vor allem ein Pilze- und kein Fotografieforum ist, punkten auch seltenere Pilzfunde meist automatisch mehr. Und es ist auch verständlich, dass manche viel natürliches Umfeld mögen und auch die Pilze gerne komplett sehen wollen. Was ist mit Strukturen von Lamellen usw.? Wäre ja auch spannend. Oder Pilze im Gegenlicht, so, dass man die Art gar nicht mehr erkennt? Wo sind die zeitgemäßen Techniken der kreativen Naturfotografie, z. B. ICM und Mehrfachbelichtungen? usw. usw. Wie soll eine Jury urteilen, wenn sich das alles vermischt?


    Ich selber bin ja schon lange dabei und freue mich, dass sich der Wettbewerb stetig weiterentwickelt. Für mich ist es vor allem die Lockerheit und der Spaß, mit dem alle dabei sind. Das Niveau ist inzwischen auf einem hohen Level angekommen, was ja auch fast jeder geschrieben hat. Die Platzierungen sind meist eng aneinander und könnten genau so gut ganz anders ausfallen. Gott sei Dank gibt es keinen "Konkurrenzkampf".


    Aber dein Gedanke, selbst einmal Pilze zu fotografieren, vor allem, weil du dich viel mit Fotografie beschäftigst, ist doch gar nicht so schlecht! Zeig uns doch mal neue Bandbreiten, ich würde mich freuen und glaube, andere auch.

  • Hallo Thomas,


    Du bist Pilzsachverständiger? Und Du fotografierst gerne? Dann solltest du dich mit den Pilzen auch mal auf fotografischer Ebene beschäftigen. Und zwar nicht mit dem Beurteilen von anderen Fotos sondern dir Gedanken machen, wie man die Schönheit und Einzigartigkeit von jedem Pilz am Besten herausarbeiten kann. Das ist nämlich nicht einfach - überhaupt gar nie nicht! Ich verwende z. B. kein künstliches Licht. Und ich versuche die Farben so naturgetreu wie möglich wiederzugeben. Auch beziehe ich den Wald mit ein - wenn es geht. Aber im Vordergrund steht immer der Pilz! So wie auch hier im Wttbewerb der Pilz das Hauptaugenmerk ist.

    Nörgeln ist für mich völlig ok - auf Augenhöhe! Und wie bei jeder Art Fotografie oder überhaupt im Leben - man kan es nie allen recht machen. Das ist einfach so.


    Also gerne beim nächsten Wettbewerb ein Foto von Dir - so wie du dir die Pilzfotografie vorstellst! Ich freu mich!


    Herzliche Grüße

    Bea

  • Hallo Thomas,


    danke für deine ausführliche Einschätzung. Deinen Wunsch nach mehr Vielfalt in der Pilzfotografie kann ich gut nachvollziehen. Bei einem Punkt möchte ich allerdings etwas widersprechen: Ich glaube, man sollte zwischen dem Stacking als bewusst eingesetzter fotografischer Technik und einem „Stacking-Look“, wie du ihn nennst, unterscheiden.


    Stacking führt für mich keineswegs zwangsläufig zu dem von dir beschriebenen Bildstil – Pilz von vorne bis hinten knackscharf, dazu ein stark aufgelöster Hintergrund, kräftige Farben und künstliches Licht. Das ist eine mögliche Art, Stacking einzusetzen, aber keineswegs die Technik selbst.


    Gerade in der Pilzfotografie sehe ich im Stacking vielmehr große gestalterische Möglichkeiten. Pilze besitzen eine große räumliche Tiefe und filigrane Strukturen. Bei einer Einzelaufnahme muss man sich häufig zwischen Schärfentiefe und einem bestimmten Bildaufbau entscheiden. Durch Stacking lässt sich die Schärfe dagegen gezielter einsetzen – und mit Perspektive, Licht, Hintergrund und Bildausschnitt kombinieren.


    Für mich ist deshalb nicht die Frage entscheidend, ob ein Bild gestackt wurde, sondern was der Fotograf mit dieser Möglichkeit macht.


    Dein eigener Favorit, Olafs Zarter Helmling, ist dafür eigentlich ein gutes Beispiel. Du schreibst selbst, dass auch dieses Bild gestackt wurde, allerdings „nur als Mittel zum Zweck“. Genau das ist für mich der entscheidende Punkt: Stacking kann ganz unterschiedlich und bewusst eingesetzt werden.


    Ich persönlich beurteile die fotografische Wirkung dieses Bildes allerdings anders als du. Die zarte Erscheinung der Helmlinge und der Gegenlicht-Hintergrund gefallen mir durchaus. Im Vergleich zu Beas Bild finde ich jedoch, dass bei ihrem Foto Plastizität, Zeichnung, Farbenspiel und räumliche Struktur des Pilzes wesentlich stärker herausgearbeitet sind. Für mich ist Beas Bild gerade ein schönes Gegenbeispiel zu der Vorstellung, Stacking führe zwangsläufig zu einem Einheitslook. Die zusätzliche Schärfe unterstützt dort die Gestaltung, statt Selbstzweck zu sein.


    Auch bei meinem eigenen Bild war das Ziel nicht, möglichst viel „Brillanz“ zu erzeugen. Der Orangerote Dachpilz ist klein und sehr filigran. Ich wollte seine ungewöhnliche Hutoberfläche, Farbigkeit und räumliche Struktur möglichst vollständig zeigen. Stacking war dafür lediglich ein Werkzeug – neben Perspektive, Licht, Hintergrund und Bildausschnitt. Übrigens arbeiten sowohl Bea als auch ich nahezu nie mit künstlicher Beleuchtung, sondern nur mit dem natürlichen Licht, das mittels Reflektoren und Diffusoren gelenkt wird.


    Dass die Jury mein Bild schließlich auf Platz 1 gesetzt hat, hat mich natürlich sehr gefreut. Daraus würde ich aber keineswegs ableiten, dass dieser fotografische Stil grundsätzlich der bessere ist. Ebenso wenig würde ich Stacking als Technik grundsätzlich kritisch sehen.


    Dein Wunsch nach Vielfalt ist berechtigt. Ich glaube allerdings, dass diese Vielfalt gerade dadurch entsteht, dass man die vorhandenen fotografischen Möglichkeiten je nach Situation und Intention bewusst nutzt – und nicht dadurch, bestimmte Techniken grundsätzlich abzulehnen.


    Und der Wettbewerb hier zeigt das ja auch stets: Bilder mit sehr unterschiedlichen Vorstellungen davon, was ein gutes Pilzfoto ausmacht. Und das finde ich letztlich interessanter als die Frage, ob bei der Aufnahme gestackt wurde oder nicht.


    Viele Grüße

    Rainer

  • Guten Tag miteinander,


    ich möchte bei dieser Diskussion noch einmal die Frage der "Bildkomposition"aufgreifen. Hierbei liegt der Augenmerk darauf, wie die Aussage des Bildes durch die verwendete Fotografie-Technik unterstützt wird. Das kann m.E. auch durch Weglassen von Möglichkeiten oder durch bewusste oder unbewusste "Verstöße gegen technische Gebote" geschehen. Ich finde in diesem Monat das Bild von Südwald beispielhaft dafür. Sieht aus, wie mit einem Makro fotografiert, das an den Rändern zu Unschärfe führt. Auch im Motiv ist die Schärfe im Bereich der Wassertropfen hoch, andere Bereiche der Pilzchen verwischen etwas. Für mich entsteht der Eindruck von Bewegung. Vielleicht habe ich zuviel Fantasie, aber für mich sieht das aus, als würden die auf das Blatt springen und im Bereich des Fußes eintauchen oder aufspritzen. Ich habe ihm den Titel "Arschbombe" gegeben. Wäre alles gleichwertig scharf, hätte es diesen Effekt nicht. Sicherlich Geschmackssache, aber mir gefällt's.


    LG Michael

  • Hallo zusammen,


    ich finde es total spannend, wie unterschiedlich Bilder gesehen werden. So wäre ich nie auf die Idee von Suku gekommen, eine "Arschbombe" zu sehen. Aber vermutlich liegt das auch an meinen bescheidenen Schwimmfähigkeiten ("Stein+") und den Kindheitserinnerungen, weil immer wenn meine Eltern mich gegen meinen Willen in ein Schwimmbad gezerrt haben, ich den Lärm und den Chlorgestank und eigentlich alles dort als eine Form von seelischer Folter empfunden habe.


    Eine Frage an Suku: Hast Du die "Arschbombe" sofort so gesehen, oder erst, nachdem Du den Kommentar von Mausmann gelesen hast? ==Gnolm7


    LG Olaf

  • Eine Frage an Suku: Hast Du die "Arschbombe" sofort so gesehen, oder erst, nachdem Du den Kommentar von Mausmann gelesen hast?

    Ne, die habe ich sofort gesehen. Ich bin ja in der Jury und gebe den Bildern immer einen Titel, weil ich sonst mit den ganzen Nummern durcheinander komme (kann ich mir einfach nicht merken...)

  • Eine Frage an Suku: Hast Du die "Arschbombe" sofort so gesehen, oder erst, nachdem Du den Kommentar von Mausmann gelesen hast?

    Ne, die habe ich sofort gesehen. Ich bin ja in der Jury und gebe den Bildern immer einen Titel, weil ich sonst mit den ganzen Nummern durcheinander komme (kann ich mir einfach nicht merken...)

    Hi Michael, dann solltet ihr künftig immer noch diese persönlichen Namen zu den Fotos dazuschreiben - wenn die alle so oder ähnlich ausfällen, wäre das sicher der Brüller :D

    HG

    Bea

  • Hi Michael, dann solltet ihr künftig immer noch diese persönlichen Namen zu den Fotos dazuschreiben - wenn die alle so oder ähnlich ausfällen, wäre das sicher der Brüller :D

    Die Idee ist nicht von mir, die habe ich übernommen. Es gibt Verschiedene, die das machen und das würde sehr schnell sehr unübersichtlich. Häufig ist das auch deutlich weniger spektakulär. Macht aber Spaß :D

    Schipse (Historie im Profil): 114+11(Platz 1 APR)+6(5.bester Phäle)+3(bester Phalschphal)+2(Teamphal)+3Kultur=139


    Warnhinweis

  • Eine Frage an Suku: Hast Du die "Arschbombe" sofort so gesehen, oder erst, nachdem Du den Kommentar von Mausmann gelesen hast?

    Ne, die habe ich sofort gesehen. Ich bin ja in der Jury und gebe den Bildern immer einen Titel, weil ich sonst mit den ganzen Nummern durcheinander komme (kann ich mir einfach nicht merken...)

    Hi Michael, dann solltet ihr künftig immer noch diese persönlichen Namen zu den Fotos dazuschreiben - wenn die alle so oder ähnlich ausfällen, wäre das sicher der Brüller :D

    HG

    Bea

    Lieber nicht, wer weiß, was Michael auf meinem Bild sieht :gschock:

    LG Paulis

  • Ich mach einfach aus Spaß an der Freude mit.

    Große Gedanken über das Foto an sich mache ich mir nicht. Ist meist eher Bauchgefühl und persönliches Empfinden. Geschmäcker sind eh verschieden und für mich ist es immer noch nur eins von mehreren Hobbys.