Beiträge von Rainer M.

    Hallo Thomas,


    danke für deine ausführliche Einschätzung. Deinen Wunsch nach mehr Vielfalt in der Pilzfotografie kann ich gut nachvollziehen. Bei einem Punkt möchte ich allerdings etwas widersprechen: Ich glaube, man sollte zwischen dem Stacking als bewusst eingesetzter fotografischer Technik und einem „Stacking-Look“, wie du ihn nennst, unterscheiden.


    Stacking führt für mich keineswegs zwangsläufig zu dem von dir beschriebenen Bildstil – Pilz von vorne bis hinten knackscharf, dazu ein stark aufgelöster Hintergrund, kräftige Farben und künstliches Licht. Das ist eine mögliche Art, Stacking einzusetzen, aber keineswegs die Technik selbst.


    Gerade in der Pilzfotografie sehe ich im Stacking vielmehr große gestalterische Möglichkeiten. Pilze besitzen eine große räumliche Tiefe und filigrane Strukturen. Bei einer Einzelaufnahme muss man sich häufig zwischen Schärfentiefe und einem bestimmten Bildaufbau entscheiden. Durch Stacking lässt sich die Schärfe dagegen gezielter einsetzen – und mit Perspektive, Licht, Hintergrund und Bildausschnitt kombinieren.


    Für mich ist deshalb nicht die Frage entscheidend, ob ein Bild gestackt wurde, sondern was der Fotograf mit dieser Möglichkeit macht.


    Dein eigener Favorit, Olafs Zarter Helmling, ist dafür eigentlich ein gutes Beispiel. Du schreibst selbst, dass auch dieses Bild gestackt wurde, allerdings „nur als Mittel zum Zweck“. Genau das ist für mich der entscheidende Punkt: Stacking kann ganz unterschiedlich und bewusst eingesetzt werden.


    Ich persönlich beurteile die fotografische Wirkung dieses Bildes allerdings anders als du. Die zarte Erscheinung der Helmlinge und der Gegenlicht-Hintergrund gefallen mir durchaus. Im Vergleich zu Beas Bild finde ich jedoch, dass bei ihrem Foto Plastizität, Zeichnung, Farbenspiel und räumliche Struktur des Pilzes wesentlich stärker herausgearbeitet sind. Für mich ist Beas Bild gerade ein schönes Gegenbeispiel zu der Vorstellung, Stacking führe zwangsläufig zu einem Einheitslook. Die zusätzliche Schärfe unterstützt dort die Gestaltung, statt Selbstzweck zu sein.


    Auch bei meinem eigenen Bild war das Ziel nicht, möglichst viel „Brillanz“ zu erzeugen. Der Orangerote Dachpilz ist klein und sehr filigran. Ich wollte seine ungewöhnliche Hutoberfläche, Farbigkeit und räumliche Struktur möglichst vollständig zeigen. Stacking war dafür lediglich ein Werkzeug – neben Perspektive, Licht, Hintergrund und Bildausschnitt. Übrigens arbeiten sowohl Bea als auch ich nahezu nie mit künstlicher Beleuchtung, sondern nur mit dem natürlichen Licht, das mittels Reflektoren und Diffusoren gelenkt wird.


    Dass die Jury mein Bild schließlich auf Platz 1 gesetzt hat, hat mich natürlich sehr gefreut. Daraus würde ich aber keineswegs ableiten, dass dieser fotografische Stil grundsätzlich der bessere ist. Ebenso wenig würde ich Stacking als Technik grundsätzlich kritisch sehen.


    Dein Wunsch nach Vielfalt ist berechtigt. Ich glaube allerdings, dass diese Vielfalt gerade dadurch entsteht, dass man die vorhandenen fotografischen Möglichkeiten je nach Situation und Intention bewusst nutzt – und nicht dadurch, bestimmte Techniken grundsätzlich abzulehnen.


    Und der Wettbewerb hier zeigt das ja auch stets: Bilder mit sehr unterschiedlichen Vorstellungen davon, was ein gutes Pilzfoto ausmacht. Und das finde ich letztlich interessanter als die Frage, ob bei der Aufnahme gestackt wurde oder nicht.


    Viele Grüße

    Rainer

    Hallo allerseits,


    ich freue mich sehr, dass mein Orangeroter Dachpilz das Siegertreppchen erstiegen hat. Ich danke der Jury herzlich und gratuliere auch den Mit-Platzierten zu ihren schönen Bildern (ehrlich gesagt hätte ich Bea auf dem ersten Platz gesehen). Auch die anderen Bilder sind wirklich eindrucksvoll.

    Herzliche Grüße,
    Rainer

    Hallo Steffen,


    Danke für deine Nachricht. Ja, so muss es sein, anders ist es ja auch nicht erklärlich. Wenngleich ich trotzdem verwundert bin, denn der Fundort liegt in einem ausgesprochenen Wärme-Hotspot.

    Völlig Recht hast du auch mit dem, was du über KI schreibst - auch ich habe gelernt, deren Antworten nurmehr mit großer Vorsicht aufzunehmen!

    Herzliche Grüße,
    Rainer

    Hallo,


    ich danke allen, die geantwortet haben, für Ihre Beiträge und Aufklärungen! Ich habe was dazu gelernt: Samtfüße brauchen keinen Frostreiz, es reicht ein kräftiger Temperaturabfall (wenngleich ausgerechnet im Hotspot Würzburg sowas selten vorkommt).


    @ Karl: Offenbar hat mein Samtfußrübling das auch gelesen, die Fotos datieren vom 1. September! :) (Meine Info hatte ich übrigens von OpenAI)

    Nochmals Danke an Alle und viele Grüße,

    Rainer

    Hallo,


    vorgestern, am 1.9., fand ich diese Pilze in meinem Hauswald (Nähe Würzburg). Wenn ich nicht wüsste, dass Samtfußrüblinge nur im Winter fruktifizieren, hätte ich schwören können, dass es welche sind.

    Das Netz belehrt mich, dass es eine Unterart "Blasshütige Samtfußrüblinge" gebe, die eben nicht im Winter, sondern Sommer bis Herbst erscheinen würden. Die 123-Pilzseite sagt nun, dass es auch die Blasshütigen nur im Winter gebe. Außerdem sind "meine" gar nicht so "blasshütig"!

    Kann jemand das Verwirrnis aufklären?




    Herzliche Grüße,

    Rainer

    Hallo,


    hier noch ein weiterer Fund von gestern, eine Becherkoralle (Artomyces pyxidatus). Sehr früh im Jahr. Die dünnen Ästchen und kleinen Becherchen könnten m.E. eine Folge von Trockenstress sein, darauf deuten auch die leichten bräunlichen Verfärbungen.



    Herzliche Grüße und ein schönes Wochenende,


    Rainer

    Liebe Ulla,


    vielen herzlichen Dank für deine prompte Antwort und für den sehr informativen Kommentar!


    Ich entdecke gerade meine Begeisterung für die Myxomyceten, auch in fotografischer Hinsicht. Leider finde ich derzeit sehr wenig - aber das ist bei den Pilzen nicht viel anders und sicher v.a. der beängstigenden Trockenheit geschuldet. Ich hoffe auf den Herbst!


    Herzliche Grüße,
    Rainer

    Hallo,


    ich kenne mich mit Myxomyceten leider nicht aus. Diese Kügelchen habe ich heute im Buchenwald auf einem alten morschen Stamm gefunden.


    Ist meine Vermutung richtig, dass es sich um ältere, reife Aethalien des Blutmilchpilzes Lycogala epidendrum handeln könnte?




    Schon an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön für kompetente Hilfe!


    Herzliche Grüße


    Rainer

    Hallo Kauz,

    all diese Beobachtungen, die ich bestätigen kann (für mich ist die Rhön nur eine knappe Stunde entfernt), sind m. E. leider nicht auf die Rhön beschränkt, sondern verallgemeinerbar. Ich kenne die Orte und finde die Naturschönheiten meiner Kindheit nicht wieder, wenn ich heute hinfahre. Ein einziges Trauerspiel! Wie Steffen sagt, bin auch ich froh, das alles noch gesehen zu haben, und wie bedaure ich die junge Generation, die dies nicht mehr erleben kann und wird. Aber vielleicht vermissen diese es gar nicht, zum einen, weil sie nicht darum wissen, zum andern, weil sie in digitalen Welten leben, die sie vielleicht ähnlich erfüllen, wie für mich und viele meiner Altersgenossen dies die Natur getan hat.

    Nostalgische Grüße, Rainer

    Hallo Peter,

    dieses Motiv von Klaus Kemp kenne ich gar nicht. Schade, dass man es nicht mehr bekommen kann: Klaus Kemp, vielleicht der größte "diatomist" des 20. Jahrhunderts, ist leider vor wenigen Jahren verstorben. Ich darf mich glücklich schätzen, einige seiner kunstvollen Diatomeen-Legepräparate mein eigen zu nennen.

    Aber das von dir gezeigte wäre natürlich ein "Muss" gewesen! Danke für's Zeigen!

    Herzliche Grüße, Rainer

    Hallo,

    darf ich die Schleimpilzexperten nochmals bemühen?

    Auf einem Foto eines jungen Schwefelporlings von gestern fand ich erst beim Nachbearbeiten am Computer eine Struktur, die wohl auch ein Myxomycet ist. Wie gesagt, kenne ich mich mit denen nicht aus.
    Kann jemand helfen und sagen, welcher Schleimpilz das sein könnte?

    Die Fotos sind leider nur Ausschnittvergrößerungen, weil ich den Schleimpilz erst zu Hause erkannt habe.





    Vielen Dank fürs Ansehen und evtl. Bestimmungen!

    Herzliche Grüße,

    Rainer

    Hallo Ulla und Noah,

    ja, ich denke inzwischen auch, dass es eine regengeschädigte Form von Lycogala ist. Wurde so auch bei uns (den Pilzfreunden Mainfranken) vermutet.

    Ich danke euch beiden ganz herzlich für eure Hilfe!

    Herzliche Grüße,

    Rainer

    Hallo Noah,

    herzlichen Dank für deine Stellungnahme! Ich hatte auch an den Blutmilchpilz gedacht, aber hier zeigten sich halt gar nicht die typischen Kügelchen. Muss mal sehen, ob ich am Wochenende dort nochmal vorbeischauen kann!

    Ganz herzlichen Dank auch für's Foto-Lob - man bemüht sich.... :)

    Herzliche Grüße,
    Rainer

    Hallo,


    ich bitte um Hilfe bei der Bestimmung eines auffälligen Schleimpilzes, den ich gestern im Eichenwald auf Totholz gefunden habe. Ich würde auf Tubulifera arachnoides tippen, aber es fehlt die typische "Fischeier-Struktur".







    Herzlichen Dank schonmal vorab!

    Rainer

    Hallo Rainer,

    einen Tipp für einen konkreten Fundort einer Morchel

    kennst Du Orte wo Zweiblatt und weiße Waldvöglein wachsen? --> dort hat es meist auch Morcheln

    lG, inge

    Vielen Dank, Inge, das wusste ich noch nicht, aber leider kenne ich keine derartige Standorte aus der Erinnerung....

    Trotzdem vielen Dank nochmals!
    Beste Grüße,
    Rainer

    Hallo,
    falls jemand einen Tipp für einen konkreten Fundort einer Morchel im Raum Würzburg hätte - so wie das Inge für Bea gemacht hat - wäre ich sehr sehr dankbar. Ich versuche seit Wochen vergeblich eine zu finden (zum Fotografieren).... ;( ;( ;(

    Ratlos,
    Rainer