Hallo,
ich finde nahezu alle Einsendungen wirklich großartig und spektakulär - aber ich übersehe mir den Look von gestackten Bildern unmheimlich schnell. Auf eine bestimmt Art und Weise sind ein großer teil der Bilder bildstilistisch gleichgeschaltet: von vorn bis hin gestochen scharf dargestellter Pilz mit ein maximal unscharfer und dadurch zur abstrakten Farbwolke ohne weitere Deutung reduzierten Hintergrund. Das ganze mit moderat bis kräftig angehoben leuchtenden Farben und künstlichem Licht. Beim ersten Bild staune ich noch über die Brillanz, aber spätestens ab dem fünften Bild geht das Interesse stark in den Keller, eben weil alles gefühlt gleich aussieht.
Ich will hier nicht nörgeln (und tue es doch), aber ich wünschte mir eine größere Bandbreite in der Bildsprache. Und Juroren, die auch Bilder jenseits des gestackten Einheitsbreis wertschätzen. Kritiker werden mir jetzt vorwerfen, ich solle selbst Bilder einreichen, und damit haben sie natürlich recht. Aber obwohl ich doch die Fotografie als Hobby betreibe, kann ich mich für die Pilzfotografie nur wenig begeistern. Aber ich befasse mich viel mit Fotografie und glaube etwas davon zu verstehen. Insofern erlaubt mir bitte diesen Beitrag.
P.S.: Mein persönlicher Favorit ist der Zarter Helmling von Olaf G - die wunderbare zarte Statur der Helmlinge, die sich so herrlich organisch geschwungen empor strecken und so stark an den Jugendstil erinnernd. Dazu der zarte Hintergrund im Gegenlicht. Das ganze nimmt wunderbar treffend Bezug auf den Namen des Helmlings, welcher zugleich augenscheinlichstes Merkmal dieser Art ist. Fraglos wurde auch hier gestackt, aber nur als Mittel zum Zweck und nicht zum Selbstzweck. Das Bild würde ich mir an die Wand hängen und vermutlich auch nach Monaten noch mögen. Letzteres ist für mich immer ein guter Indikator, ob ein Bild eine fotografische Substanz hat - oder nur Brillanz.