Beiträge von Cyathus

    Danke an alle für die Glückwünsche zum Rhodotus-Fund, der durch Zufall gelang und bestimmt jedem anderen Pilzsammler aufgefallen wäre, der gerade diesen einen Weg genommen hätte.

    Murph hat es richtig erkannt, der Regen ist in den Sieben Bergen hängen geblieben.

    Ich verrate nicht zuviel, wenn du mit den Hobis etwa in Höhe der Kulturherberge Wernershöhe in Richtung Sommerberg gehst. An Murph: Es geht dort nur wenig bergauf.

    Allerdings scheint die kommende Woche für das Pilzwachstum eine sehr harte Herausforderung zu werden.

    Gerne bin ich dabei, wenn es mal wieder ordentlich geregnet hat.


    Viele Grüße

    Axel

    Liebe Leute,


    vorgestern war es mir hier in der Rühler Schweiz zu langweilig geworden. Wenig Pilze, nur Wurzelnde Bitterröhrlinge in Mengen, dazu einige Satansröhrlinge und Hammerschlag-Röhrlinge.


    Also habe ich den Sieben Zwergen in den Sieben Bergen einen Besuch abgestattet. Ich betrat einen mittelalten Laubwald mit hauptsächlich Rotbuchen, aber auch Hainbuchen, Eichen und Eschen. Kalksteinscherben traten aus der humosen Bodendecke und der flachen Streuschicht hier und da hervor.


    Insgesamt traf ich 50 Zwerge an, 7 davon zeige ich hier:



    Zwerge 1:


    Weinroter Dotter-Täubling Russula decipiens


    Ein scharf schmeckender Täubling mit dunklem ockergelben Sporenpulver. Mikroskopisch mit reichlich unseptierten oder einmal septierten Dermatozystiden



    Zwerge 2:


    Kurzwarziger Stachelschirmling Echinoderma perplexa


    Von ähnlichen Arten durch länglichere Sporen und gedrängt stehende Cheilozystiden über die gesamte Schneide geschieden



    Zwerge 3


    Hellgelber Violettmilchling Lactarius flavidus


    Durch die gelbe Hutfarbe und die violetten Verfärbung auffallend, bei Hainbuchen stehend



    Zwerge 4


    Ledergelber Öhrling Otidea alutacea


    Paraphysen krückstockartig gekrümmt, Sporen 14-16 x 7-8 µm , glatt mit 2 Tropfen



    Zwerge 5


    Erd-Muscheling Hohenbuehelia petaloides lt. FN synonym mit H. geogenia


    Im Gebiet verschiedenlich angetroffen



    Zwerge 6


    Weicher Stäubling Lycoperdon molle


    Nur an wenigen Stellen vorkommend, häufiger war L. mammaeforme!



    Zwerge 7


    Orangerötlicher Adernseitling Rhodotus palmatus

    Die Überraschung schlechthin und wahrscheinlich zum ersten mal in Niedersachsen gefunden. An der Schnittseite eines liegenden mittelalten Laubholzstammes (Fagus?)

    Wenn bei dem Anblick Schneewittchen nicht aufwacht?


    Viele Grüße


    Axel

    von Gr. Heins über die Lehrde, dann noch etwas die Straße entlang und dann links in die Lohheide, wo bald längs des Weges schon einiges zu finden ist. Bei 43.6 geht es rechts in den Buchenbereich "Der Loh":

    f2kartanzeige.php?kartname=3022-4.jpg&cmtb=3022

    Wegen des sandigen Bodens ist die beste Zeit nach längeren Niederschlägen, meist erst ab Oktober. So war es vor ca. 30 Jahren, daher ohne Gewähr. Heute kann es dort auch ganz anders aussehen.

    Grüße Axel

    Schau dir mal auf einer Karte Groß Heins an und dort das recht große Waldgebiet südöstlich der Lehrde. Dort gibt es überwiegend Kiefern und Birken auf armen Sandboden, aber auch Buchenbestände mit Altbuchen. Dort habe ich vor langer Zeit neben sogenannten Steinmaronen auch manchmal Steinpilze gefunden. Es ist auch für viele weitere Pilzarten sehr gut. Vorausgesetzt man kommt zur rechten Zeit!

    Grüße Axel

    Hallo Bruno,

    danke für deinen interessanten Bericht. Solche "Wunder" gibt es nur selten. Mir war es gestern vor genau 7 Jahren auch vergönnt diesen schönen Pilz in einem Exemplar zu finden. Es war nach einer Hitze- und Trockenheitsperiode als praktisch keine Pilze sich zeigen wollten:

    Artsuche

    Seitdem habe ich immer wieder danach Ausschau gehalten - ohne Erfolg. Manche Pilze findet man nur einmal im Leben.

    Grüße Axel

    Es ist heiß, es ist Sommer, es gibt keine Pilze.
    Aber einen schönen Reggae-Song aus den späten 80ern mit UB40 und Chrissie Hynde.

    Viel Spaß und Grüße

    Axel

    Hallo Lukas,

    könntest du nochmal zusammenfassen, welche Fotos welche Art darstellen sollen?
    Sind die Fotos 1-3 und 9 A.pseudopratensis oder A.xanthodermus zuzuordnen?
    Die Fotos 4, 5 und evtl. 6 stellen den vermeintlichen A.devoniensis dar? (Obwohl ich eher an eine Form von A.campester glauben möchte, da der Fundort am Maschsee weit entfernt von Dünensanden ist, wo A.devoniensis auf den Ostfr. Inseln gewöhnlich vorkommt und wir ihn dort regelmäßig antreffen). Die Schnittbild-Fotos 7 und 8 sind dann welcher Art zuzuordnen? Ist im Foto 8 bei dem linken Exemplar die Stielbasis mit KOH angefärbt?
    Bevor ich A.pseudopratensis als neu für Niedersachsen kartiere, möchte ich diese Fragen noch geklärt wissen. Ein besseres Gefühl hätte ich, wenn eine Sequenzierung Gewissheit geben würde.


    Viele Grüße

    Axel

    Da schieb ich noch ein Stück von UB40 mit Chrissie Hynde nach. Übrigens im ersten Teil schon damals unter Beachtung aller Corona-Vorschriften.

    Grüße Axel

    Natürlich und gerne zeige ich sie euch.

    Aber nur, wenn ihr auch Murph mitbringt! Den möchte ich mal persönlich kennenlernen.

    Viele Grüße aus Rühle

    Axel

    Die Böhmischen sind im Weserbergland (Rühler Schweiz) bereits zu sehen. Nach 7 Ex. heute dürften sie sich in ein paar Tagen nach meinen Erfahrungen noch gut verdoppeln. Ein exponentielles Wachstum ist aber wohl nicht zu erwarten.

    Viele Grüße

    Axel

    Hallo Carina,

    schau dir mal NUMIS an, vielleicht ist das was für dich, läuft aber glaube ich nicht auf Smartphones.

    Google: "numis niedersachsen"
    dann auf "Karten"

    dann Natur & Landschaft - Naturschutz- Wertvolle Bereiche - Landesweite Biotopkartierung

    und vieles andere...

    Grüße Axel

    Murph - nicht aufgeben, irgendwann hast du Glück.

    C. coryli finde ich unter südlich exponiert stehenden Haselsträuchern direkt über Kalkgestein, also da wo das Kalkgestein zu Tage tritt und nur durch eine dünne Humusauflage überdeckt wird. Dort meist an Wegrändern, wo es etwas schattig und feucht ist. Die Haupterscheinungszeit ist nach den ersten Frösten, wenn mildere Lagen folgen, also jetzt. Abgesehen von den anderen Mikromerkmalen ist C. coryli oft etwas größer als C. amentacea/caucus bzw. macht einen stabileren Eindruck. Beide Arten können auch zusammen vorkommen, aber immer auf verschiedenen Hasel-Kätzchen.


    Grüße Axel

    Ich denke, die mobile Schafhaltung ist für den Naturschutz unabdingbar. Ohne die Pflege der Offenlandbereiche durch Schafe wüsste ich nicht was mit den z.T. NSG Flächen passieren würde – Verbuschung? Aufforstung? Man sollte die Sorgen der Schäfer deshalb sehr ernst nehmen.

    Vielleicht gibt es eine Möglichkeit die Wölfe zu vergrämen, dazu würde in Einzelfällen sicher auch ein Abschuss gehören. Die Wölfe lernen schnell und lassen sich evtl. davon beeindrucken. Ziel könnte es auch sein, wolfsfreie Gebiete zu schaffen, etwa an den Küstenbereichen und in Gebieten mit hoher Nutztierhaltung.


    Grüße Axel

    Hallo Thomas,

    Ich glaube nicht dass dieses Thema nur peripher die Pilze betrifft. Ich finde die besten Magerrasen-Pilze auf Wiesen und Magerrasen, die von Schafen beweidet werden. Und das sind hier nur noch wenige Flächen, da die meisten Wiesen und Weiden überdüngt sind.
    Dein Vergleich mit den Unfalltoten ist schon oft von den Pro-Wolf-Befürwortern angebracht worden. Darum geht es nicht. Es geht um die beweideten Flächen und was damit passiert, wenn die Schäfer die Pflege aus den genannten Gründen aufgeben? Hättest Du Dir den Video-Beitrag (30 Minuten) angesehen, wüsstest Du, dass es kaum praktikable Schutzmaßnahmen gegen einen Wolfsübergriff gibt.

    Grüße Axel

    Zugegeben - ein etwas reißerischer Titel, aber die gestrige Reportage im NDR3 über Wölfe in Norddeutschland legt diesen Schluss schon nahe. Schäfer kommen dort zu Wort und erwägen eine Aufgabe der Schafbeweidung, sofern sich im Wolfsmanagement nichts ändert. Das hätte Auswirkungen auf den Zustand und vielleicht auch die Existenz von extensiven Wiesen und Magerrasen und entsprechend auch auf die dort wachsenden Pilzarten. Auch hier bei mir im südlichen Niedersachsen habe ich mit Schäfern gesprochen, die alles andere als begeistert vom Wolf sind.

    Wer mag kann sich den Beitrag hier ansehen:

    audiothek


    Grüße Axel

    Und ich sehe Velumreste am Hutrand (2.Foto). Dann dürfte es der Behangene Düngerling Panaeolus papilionaceus sein, mit den vielen Synonymen u.a.
    P. campanulatus, P. sphinctrinus.
    Grüße

    Axel

    Hallo Murph,

    dieses Jahr war auch kein gutes für den Hainbuchen-Ästchen-Becherling, wie ebenfalls nicht für den in gleichen Biotopen unter Hasel vorkommenden Großsporigen Haselkätzchen-Becherling, Ciboria coryli. Also Wiedervorlage für Januar 2020.
    Viele Grüße an dich und die HoBis,

    Axel