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letzter Beitrag von elbeangler67 am

Einfach zu trocken ?

  • Hallo liebe Pilzfreunde,


    wie jedes Jahr sind wir auf der Suche nach essbaren Pilze aller Art.

    Aber dieses Jahr scheint anscheinend der Wurm drin zu sein, schön wäre es ein Pilz mit Wurm, aber nicht einmal das :(.
    Wir sind jetzt schon das vierte mal unsere Waldrunde gelaufen aber es wachsen einfach keine Pilze! Ist es zu trocken ?

    Vielleicht könnt ihr euere Erfahrungen schreiben. Wir kommen aus dem schönen Frankenland !


    Lg und ein schönes Wochenende an alle ;).


    Ps schön das es Euch gibt , dann sehen wir wenigstens euere tollen Funde !!

  • Hallo BisamsiBisamso,


    dieses Pilzjahr ist ungewöhnlich verlaufen. Jedenfalls im Vergleich zu den letzten drei Jahren. Im Juli gab es einen fulminaten Frühstart, Mitte Juli frische Herbsttrompeten ist schon sehr ungewöhnlich. August war auch noch gut, aber im September ging es schon merklich bergab. Heute war ich drei Stunden im Raum Herborn/Dillenburg unterwegs, mit einer sehr bescheidenen Ausbeute. Nicht einmal die "Allerweltspilze" wie Perlpilz, gelber Knollenblätterpilz oder Hallimasch konnte ich finden.


    In einer feuchten Rinne, geschützt vor allzu starker Sonneneinstrahlung, konnte ich dann doch noch eine ordentliche Portion für die Bratpfanne finden: Herbsttrompeten, Semmelstoppel, Krause Kraterelle und ein paar Pfifferlinge. Daneben noch ein paar "Bestimmlinge", die werde ich morgen vorstellen. Morgen oder übermorgen werde ich auch noch eine Runde im Raum Aschaffenburg/Miltenberg drehen.


    Beste Grüße,


    Frank

  • In Sachsen scheint es überdurchschnittlich feucht zu sein. Die amtlichen Grundwasserstandsangaben weisen aus, dass bereits im August wieder der Wert des mehrjährigen Monatsmittel erreicht wurde. Dieser Wert dürfte aktuell überschritten worden sein. Ich persönlich bin mit meinen diesjährigen Pilzfunden sehr zufrieden. Es waren mindestens 10 Arten dabei, die ich zum ersten Mal gefunden habe, u.a. die Herkuleskeule. Vor allem freue ich mich, dass unser Gemeindewald sowie Waldgebiete in den mittleren MIttel- und Westerzgebirgslagen vieles hervorgebracht haben, zu dessen Suche ich sonst mehrfach so weit gefahren bin. Dennoch finde ich es merkwürdig, dass manche "Allerwelts"-Waldstücke -auch in Wirtschaftswäldern- in denen ich nicht viel erwartet habe, mehr Pilzvielfalt zeigten als solche in Naturschutzgebieten und Nationalparken. Ich schätze den vielen regelmäßigen Regen als nicht besonders vorteilhaft für das Wachstum der Fruchtkörper vieler Pilzarten ein; schon der vielen Schnecken wegen. Hinzu kommen drastische Habitat-Veränderungen. Ein mir im Leipziger Südraum vor 3 Jahren bekannt gewordener starker Standort von Gyromitra infinula ist nun fast hinüber, da der locker mit Heide bewachsene, sandig-tonige Bereich feuchtigkeitsbedingt total vergrast ist; sehr schade!

  • Hi!


    Bei uns in der Region Rhein-Neckar ist es zur Zeit zwar nicht trocken, aber auch relativ pilzarm, wie in manchen trockenen Jahren zuvor. Da helfen bei uns mMn vor allem zwei Sachen:

    1) möglichst verschiedene Wälder aufsuchen mit anderen Ökologie bzw. mit anders ausgerichteten Hängen. Wenn es zu trocken ist, dann Täler/Taleinschnitte mit Bach suchen und dort unten auf beiden Seiten schauen.

    2) bis ca. Mitte Oktober warten, dann geht die Hauptsaison für Pilze manchmal erst so richtig los und kann dann bis Mitte-Ende November andauern. Wir hatten schon Jahre wo in bestimmten Wäldern die meisten Pilzfunde (vor allem Essbares, bspw, Reizker und Maronen) sogar erst im November waren.


    Ich wrüde da einfach regelmßig verschiedene Wälder checken, früh oder spät fruktifizieren alle Pilze. ==konfetti

  • Hallo zusammen,

    Hier auf der Ostalb sieht es bei mir so aus:

    Trompetenpfifferlinge: massenhaft

    Pfifferlinge: waren im August und September massenhaft, tauchen jetzt immer noch ab und zu auf

    Totholzbewohner: Stockschwämmchen recht häufig, Hallimasch selten, die kommen aber vielleicht noch

    Rauchblättrige Schwefelköpfe noch keine gefunden

    Reizker: scheinen jetzt Pause zu machen, Mitte September war speziell der Lachsreizker im geeigneten Gebiet hier sehr häufig, Fichtenreizker natürlich auch

    Parasole gibts aktuell komischerweise auch fast keine, die gabs im September schon moderat häufig aber letztes Jahr waren die den ganzen September und Oktober fast durchgehend zu finden.

    Meine typischen Nadelwaldbewohner (Maronen, Steinpilze und sogar Fliegenpilze) scheinen ein sehr schlechtes Jahr zu haben (bis jetzt). Die Maronen und Steinpilze hatten Mitte September einen klitzekleinen Schub aber dank der Maden kam dann bei mir auch nicht viel zusammen.

    Fliegenpilze gibts irgendwie fast gar keine, gelbe Knollenblätterpilze sind recht häufig und sogar der grüne Knollenblätterpilz steht immer noch regelmäßig rum (im haushoch von Fichten dominierten Wald, nur mal mit eingestreuten Laubbäumen!).

    Nebelkappen kommen langsam, Violette Röttelritterlinge habe ich noch nicht gesehen

    Cortinarien gibts auch nur noch Leichen

    Fazit: Wenn es aktuell keine Stockschwämmchen oder Trompetenpfifferlinge geben würde bräuchte man bei mir gar nicht in den Wald gehen, nicht mal für nicht essbare Pilze, da siehts aktuell echt sehr leer aus.


    Viele Grüße

  • Hallo

    Auch von mir eine kurze Wasserstandsmeldung

    Ich habe ja verschiedene Reviere, Schorfheide, Buchenwälder bei Lanke usw.

    Eins haben alle gemeinsam. Als wenn einer einen Schalter umgelegt hat, blieben die Pilze aus, zumindest die gemeinbekannten Speisepilze, meist Röhrlinge. Wenn wir paar Maronen gefunden haben, waren sie meist total madig, Steinpilze genauso. Dafür habe ich gerade in der letzten Woche zum ersten mal wunderschöne Herbsttrompeten gefunden und ein paar Semmelstoppelpilze. Hallimasch macht sich ungewöhnlich rar, einige konnte ich finden. Dafür habe ich zum ersten Mal Eselsohren und Zählinge gefunden und bestimmen können. Es gibt auch immer wieder wunderschöne Grüne Knollenblätterpilze in allen Wachstumsstadien. Dafür machen sich die Fliegenpilze rar.

    Einige Krause Glucken haben wir auch gefunden und Pfifferlinge gab es auch noch. Stellenweise gab es massenhaft Cortinarien die ich aber nicht bestimmen kann.

    Ich habe jetzt 14 Tage Urlaub gehabt und war fast täglich ein paar Stunden unterwegs, meist nur zum gucken. Spaß gemacht hat es allemal.

    Jetzt ist wieder Arbeit angesagt und wenn ich abends nach Hause komme, ist es meist schon dunkel oder es wird`s bald.

    Bleibt also nur noch das Wochenende, wenn alle anderen auch in den Wald laufen.

    Ich bin ja gespannt, ob noch einmal ein Schub kommt, wo sich die Temperaturen dem Frostpunkt nähern, Samtfußrüblinge? Frostschnecklinge? Judasohren?


    schöne Restwoche

    Frank

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