Beiträge von Kauz

    Zirka 2 m hinter meinem Fotostandort zur Ablichtung der Schirmpilze vor dem Augstmatthorn stand eine Dreiergruppe kräftiger Steinpilze, die danach meine volle fotografische Zuwendung erhielten. Die dunkle Stielfärbung finde ich ungewöhnlich, aber was soll es anderes sein als B. edulis? In der Nähe wuchsen Fichten, wo weitere Steinpilze standen, allerdings schattig.

    Gestern sah ich mitten im Gemeindegebiet an mehreren Stellen gewöhnliche Pilz sprießen und nahm dies zum Anlass, mich zu einem der in den mittleren Erzgebirgshöhen seltenen Fichtenmoorwälder zu begeben. An einem Weg dorthin wurde ich auf zahlreiche Exemplare und Gruppen des Weißen Büschelraslings und eine andere Raslingsart aufmerksam. Mitten im Gebiet fand ich noch ein Exemplar eines etwas ungewöhnlichen Birkenpilzes mit braungrauem Stiel ohne schwarze Schuppung. Zu finden waren noch einige Kleinpilzarten sowie angegammelte Maronenröhrlinge.

    das scheint ja eine schöne Gegend zu sein die aber nichts für einen fußkranken Opa wie mich ist

    In der Schweiz lässt sich sehr gut Urlaub machen, falls man kostenloses Quartier hat. Dort ist bei Weitem nicht so viel Trubel; auf Wanderwegen und -pfaden kommen nicht alle paar Sekunden Mountainbiker angerauscht, die eine ständige gefährliche Unfallquelle sind. Allerdings muss man sich auf eine Tour vorbereiten und schon vorher abchecken, ob in der Ecke, wo man die Natur erkunden will, Parkmöglichkeiten bestehen. Ansonsten sind der Straßen- sowie der öffentliche Verkehr mit Bahn und Bus vorbildlich organisiert. Wenn man das Auto nicht nutzen will oder kann, kommt man trotzdem in annehmbaren Zeiträumen in die hintersten Winkel. Mittagessen bekommt man auf Almwirtschaften oft in sehr guter Qualität für Preise, die überwiegend sogar unter deutschem Niveau liegen. Viele der großen Schweizer Seen sind ziemlich urban; von der Naturausstattung kenn ich nichts Besseres als die Mecklenburger Seenplatte und den Chiemsee.

    Bild 1 zeigt einen Teil der Lombachalp nördlich Interlaken mit Hochmooren (alles, was rotbraun gefärbt erscheint) ; Bild 2 das Rhone-Tal bei Visp im Wallis

    Während unseres Schweiz-Urlaubs gab uns unser Sohn den Tipp, eine Wanderung von Iseltwald nach Giessbachfälle zu unternehmen. Aufgrund der bekannten Verhältnisse vom Thuner See von Skepsis ergriffen machten wir uns trotzdem auf den Weg und waren nach dem Start von Iseltwald schon voller Begeisterung über die besondere an mild-feuchtes Klima angepasste, naturnahe Flora. Der Laub-Nadelmischwald hatte zwar pilzmäßig gerade nicht viel zu bieten (z.B. Violette Rötelritterlinge, Flache Lackporlinge), aber er war ein Farnparadies. Der in Sachsen nur noch in Einzelexemplaren zu findende Hirschzungenfarn wuchs dort wie Unkraut, auch andere Asplenien kamen vor, ebenso wie Stechpalme.

    Wir haben in den zurückliegenden Tagen die südwestliche Schwäbische Alb um Albstadt erkundet und natürlich auch nach Pilzfotomotiven gesucht. Leider sah es wie überall sehr mau aus, wohl wegen des trockenen und vielleicht auch zu warmsonnigen Wetters. Beim Begehen einer karg kalksteinigen Wacholdertrift sahen wir einige ausgereifte und schließlich einen prächtigen jungen Hasenstäbling mit ungewöhnlich orangefarbigem Stiel.

    pilzforum.eu/attachment/493386/pilzforum.eu/attachment/493386/

    Kann es sein, dass da vielleicht Schimmel auf dem Pilz liegt?

    dieses Exemplar war frisch und fest. Etwa einen Meter entfernt stand noch ein Exemplar mit gleichen Eigenschaften. Den ca. 15 Jahre alten Rotbuchen am nächsten standen Fichten, ca. 10m entfernt die ersten Espen. Birkenbestände gibt es bei uns ja auch nicht zu knapp, aber Rotkappen habe ich da bisher nie gefunden; nur wenn Espen mit im Bestand waren.

    Hallo, Matthias,

    das wäre für mich aber eine große Überraschung. Ich werde den Standort morgen noch mal aufsuchen. Vielleicht wächst was nach, da die nächste Nacht milder ausfallen soll.

    Einen Raufuß mit diesen Merkmalen habe ich bisher noch nicht zu Gesicht bekommen. Er stand in einem westlich ausgerichteten Waldrand sehr schattig unter jungen Rotbuchen. Die überhängende Huthaut spricht für einen Vertreter der Rotkappen. Der Stiel ist recht rau, so dass ich einen verirrten Pappelraufuß ausschließen möchte. Die Hutüberfläche war glatt feinfilzig. Seltsam erschien mir auch die hellockerfarbige Röhren-Fruchtschicht. Es war noch ein 2. Exemplar am FO, dessen Stiel ich angebrochen habe. Eine Verfärbung trat nicht ein.

    Feldkranzenzian

    Ein beachtlicher Teil der Enziane lebt in Symbiose mit Pilzen:, die Wurzeln bilden eine Mykorrhiza aus und es profitieren wohl auch schon die Keimlinge sehr davon. Leider findet man im Internet nicht viel Detailliertes dazu.

    Ich kenne die Espenrotkappe von der Stielschuppenfärbung als ziemlich variabel. An dem Espen-Standort hatte ich vor 2 Wochen schon mal einen Schub von FK und die feinen Schüppchen hatten dort eine braune, bisweilen fast ins Schwarze reichende Farbe, aber waren weniger deckend als beim Birkenpilz oder den Pappelraufüßen. Ein junges Exemplar hatte ich an der Stielbasis angeschnitten; dieses lief in kurzer Zeit tief dunkelblau an.

    Nachdem die Morgensonne etwas gestiegen war begab ich mich zu einem Kreuzotterhabitat, um mal nach den Aktivitäten zu sehen. Im Gegensatz zum Heimatort war es im Westerzgebirge kühler und dies hatte dort in der Nacht zum Tau-Ausfall geführt. Deshalb erschien es ungeplant lohnenswert, nach Pilzen zu suchen, obwohl schon 2 Wochen kein Regen fiel. Vor Ort waren reichlich Espen und Birken. In einem Espengehölz waren in der Nacht frische Espen-Rotkappen gewachsen, die neben einem überalterten Steinpilz standen (Foto1). An einer Waldrandstelle mit Espen, aber ca. 30cm auf Ackerboden mit einer Weidelgras-Rotkleekultur fand ich erneut Raufüße, die ich für Lecc. duriusculum halte (Fotos 2-4). Drei Wochen zuvor hatte ich an der gleichen Stelle den Verdacht auf diese Art, denn das einzige verkrüppelte Exemplar grünte an der Stielbasis. Schließlich standen noch paar dürftige, 1-2 Tage ältere Birkenpilze herum. Habe mal die 3 Artfunde nebeneinander fotografiert (Foto 5, Birkenpilz linkes Ex.).

    Ich nehme an, der Fund ist kartiert?

    Hallo, Nobi, davon gehe ich fest aus. Entdecker des Vorkommens sind Mitglieder des NaBu e.V gewesen, die im Vorkommensgebiet seit 2011 umfangreich botanisch und mykologisch kartiert und darüber Aufzeichnungen gemacht haben. Die dortigen Artvorkommen waren spektakulär, sind aber - gelinde gesagt - durch die trockenen Sommer der letzten 5 Jahre weitgehend ruiniert. Ich habe dort Ende Mai und Anfang Juli nachgesehen und fand von vielem kein einziges Exemplar mehr. 2015 gab es in dem Gebiet ein Massenwachstum der Lila Keule. Da waren an mehreren Stellen insgesamt ca. 200 qm bewachsen. 10.000 FK werden es wohl mindestens gewesen sein.

    MfG

    Kauz

    Hallo, Jörg,

    danke für Deine Reaktion. Gestern fand ich Deinen Beitrag, in dem Du die ziemlich attraktiven Hainbuchen-Raufüße präsentiert hast. Für das trockene Wetter ziemlich überraschend. Mal sehen, ob der Rest der Nacht noch etwas Regen bringt; es steckt bestimmt so manches in den Startlöchern.

    Zwei Tage nach dem starken Wolkenbruch im Sehmatal war ich in Bärenstein, wo der Wald in Richtung Oberwiesenthal auch allerhand Wasser abbekommen hatte; allerdings ohne nennenswerte Auswirkung auf das Wachstum von Pilz-FK.