Beiträge von frank2507

    Guten Abend allerseits,


    gestern war ich im Eichen-Hainbuchen-Mischwald auf basischem Basalt unterwegs. Die ersten Cortinarien zeigen sich, eine schöne Klumpfuß-Gruppe aus fünf Fruchtkörpern direkt an der Böschungskante habe ich fotografiert und zur Bestimmung eingesackt.


    Markant finde ich nicht nur die ausgeprägt gerandete Stielknolle, sondern auch die deformierten Hüte. Bei einem oder zwei Fruchtkörpern mag das Zufall sein, aber dass gleich alle fünf Exemplare so "exzentrisch", jedenfalls unregelmäßig geformt sind, finde ich bemerkenswert.


    Der Geruch ist deutlich wahrnehmbar, irgendwie erdig oder nach rote Bete, jedenfalls kein so dumpf-unangenehmer Stinker.


    Hutfleisch, Lamellen und Huthaut sind prakisch geschmacklos, ich habe ein erbsengroßes Stückchen so 10-15 Sekunden durchgekaut, nix wahrnehmbar.


    Die Reaktion mit Natronlauge geht auch gegen null.


    Jetzt stellt sich mir die Frage, ob man das Kandidatenfeld mit weiteren Reagenzien (z.B. Anilin, Phenol, Eisensulfat, Ammoniak und dergleichen ) weiter eingrenzen kann, da ich kein Mikroskop habe.


    Die Fotos am Fundort sind etwas überbelichtet, die Hutfarbe würde ich als goldbraun mit haselnussbrauner Überfaserung bezeichnen.


    Auffällig ist noch ein Lilahauch im oberen Stielfleisch-Randbereich. Nicht stark, aber bei allen fünf Exemplaren im oberen Stielfleisch mehr oder weniger wahrnehmbar.


    Namensvorschläge und Anmerkungen sind willkommen!


    Beste Grüße,


    Frank


    Nur die Fransigen Wulstlinge kommen zuverlässig jedes Jahr wieder.

    Diese Art versuche ich seit Jahren bei mir und im Garten von meiner Schwiegermutter anzusiedeln, leider vergeblich. Falls du die nicht selber verspeist, würde ich mich auch über alte Fruchtkörper als Sporenträger zum Verteilen freuen, die Hoffnung stirbt zuletzt, leider haben die Pilze so ganz eigene Vorstellungen wo es schön ist ...


    Beste Grüße,


    Frank

    Hallo Beli!

    Der ist bei uns in Hessen auch ziemlich selten und er fruktifiziert längst nicht jedes Jahr. Allerdings habe ich die Erfahrung gemacht, dass ein gutes Riesenrötlingsjahr auch ein gutes Königsröhrlingsjahr ist, zusammen mit A. pantherina, die A. phalloides folgen dann ein bis zwei Wochen später. Sechs Fruchtkörper an einem Tag verteilt auf drei Myzelien, jeweils 100 - 300 Meter voneinander entfernt, hatte ich aber bislang noch nicht.


    Gruß,


    Frank

    Hallo! Bin gerade in meinem Hauswald zwischen Herborn und Duklenburg unterwegs. Nachdem letzte Woche Riesen-Rötlinge und Königs- Röhrlinge zusammen mit Pantherpilzen geschoben hatten, sind jetzt die grünen Knollis am Zug:


    Schrumz schicke Sachen hast du gefunden. Der Faser-Tiger (dein Beitrag vorhin versehentlich im küchenmykologischen Thread gelandet) fehlt jetzt?!


    Seit zwei Jahren kenne ich eine Fundstelle des Faser-Tigers, da kommt der immer zum Schluss der Saison in der zweiten Oktoberhälfte.


    Dein Pfifferling wirkt ziemlich deformiert. Vor ein paar Jahren wäre das ein Kandidat für die Uni Hamburg gewesen, denn die hatten damals expressis verbis nach "schrägen Pilzen" gesucht, um verdeckte Vireninfektionen bei Pilzen aufzudecken.


    Gruß,


    Frank


    P.S.: Hier noch der Link.


    Virusinfektion: Uni Hamburg sucht „schräge“ Pilze - Forum der Deutschen Gesellschaft für Mykologie
    […] Quelle: https://www.dgfm-ev.de/news/virusinfektion-uni-hamburg-sucht-schraege-pilze
    forum.dgfm-ev.de

    Puh, jetzt wird´s schwierig, es treffen konträre Meinungen aufeinander. Ich tendiere eher zur Sichtweise von Andreas und Thiemo und habe auch schon Arten probiert, die aus verschiedenen Gründen nicht auf der DGfM-Positivliste stehen. Die Sichtweise von Steffen ist aus PSV-Sicht nachvollziehbar, aber dieses Forum dient ja nicht nur Anfängern zur Orientierung.


    Geschmack ist nunmal eine sehr subjektive Sache und wie das von Andreas genannte Beispiel A. strobiliformis zeigt, gehen die Meinungen doch sehr auseinander. Ich habe übrigens vor mehreren Jahren den Fransigen Wulstling erstmals probiert und bin seitdem total scharf auf diese Art, sie steht definitiv in den "top 10" ziemlich weit oben.


    Auch der Wollige Scheidling Volvariella bombycina mit seinem anstrengenden und nicht gerade einladenden Geruch und den gummizähen Stielen hat mich sehr angenehm überrascht, da laufen bei mir gerade Zuchtversuche an alten Obstbaum-Stämmen, da die Art doch ziemlich selten ist.


    Vorgestern war ich in einem sandigen Kiefernwald unterwegs und habe ein Massenvorkommen Heide-Schleimfüße Cortinarius mucosus entdeckt. Auch diese Art ist essbar, aber gleich aus mehreren Gründen nicht zu empfehlen: eher selten anzutreffen, den anhaftenden Sand bekommt man nur mit großer Mühe und meist unvollständig entfernt, das sind die reinsten Wurmmagneten (so wie Netzhexen ...) und last but not least sollte man bei Cortinarien mit 1000 + Arten hierzulande ganz besondere Vorsicht walten lassen - auch wenn man kein blutiger Anfänger mehr ist ;)



    Just my 2 cents ...


    Beste Grüße,


    Frank



    Ja so langsam kommt Bewegung auf. Nach meinen Beobachtungen hinken wir dieses Jahr so 4 - 6 Wochen hinterher. Die typischen Sommer-Boleten hatte ich letztes Jahr in der ersten und zweiten August-Woche, dieses Jahr in der zweiten September-Woche.


    In meinem Lieblingsrevier zwischen Herborn und Dillenburg konnte ich Dutzende junge Riesenrötlinge entdecken - zusammen mit sechs (!) Exemplaren von B. regius und reichlich Pantherpilzen. Ein einziges Exemplar von A. phalloides war dort zu sehen, normalerweise kommen die zeitnah nach den Pantherpilzen.


    Ich bin sehr gespannt, wie die Pilze auf den langen, heißen und - vor allem - trockenen Sommer reagieren. Manche Arten wie C. radicans gehören zweifellos zu den Gewinnern des Klimawandels.


    Beste Grüße,


    Frank

    Oh ja, ging mir bei meinem Erstfund vor drei Jahren :genau so. Warum soll ich mich nach diesem ollen Filzröhrling bücken, habe es aber dann doch getan und wurde freudig überrascht:



    Beste Grüße,


    Frank

    Hallo zusammen,


    mit reichlich Verspätung kann ich die Auflösung präsentieren, das Exemplar wurde von Pablo Alvarado sequenziert:


    2026-3700-ALV62550 Cortinarius sp. = ITS ok, 99.61% Phlegmacium

    brunneolividum OP304813


    Es gibt bisher genau einen Fundnachweis dieser Art in Deutschland:


    Verbreitung Cortinarius brunneolividus Bidaud 1996


    Wenn ich mir das zu diesem Fund veröffentlichte Foto anschaue, sieht das ganz anders aus:


    Cortinarius brunneolividus Bidaud


    Da drängt sich mir der Verdacht auf, dass mein Exemplar eine "Macke" in Form einer Pigmentstörung bzw. Farbanomalie hat. Dafür sprechen auch die reinweißen Lamellen bei einem so weit ausgereiften Exemplar.


    Beste Grüße,


    Frank

    Hallo!

    Genau davon habe ich unlängst ein schönes Stück Buchenholz in meinem Kaminholzunterstand gefunden. Dieses Stück war ganz am Rand vom Unterstand platziert und hatte immer wieder Regen abbekommen, konnte also nicht abtrocknen.


    Für den Kaminofen viel zu schade, nicht wahr?


    Wen darf ich mit einer Scheibe davon beglücken? Als Scheibe geschnitten, poliert und mit Epoxid- oder Polyesterharz versiegelt ist das bestimmt ein dekoratives Element in der Wohnung.


    Gruss,


    Frank


    Wie immer sehr schön anzusehen. Grünlinge und Braune Büschelraslinge hatte ich gestern auch zu Gesicht bekommen, ein Mini-Büschel wächst sogar hier im Garten.


    Samtfußrüblinge hatte ich in der ersten Novemberdekade noch nicht, die kommen bei mir erst Ende November. Hier hatte es aber auch noch keinen Frost, deshalb will ich morgen nochmal eine letzte Waldrunde in meinem "Hauswald" zwischen Herborn und Dillenburg drehen.


    Dort hatte ich in den vergangenen Jahren schon viele schöne und auch recht seltene Arten entdeckt, aber dieses Jahr war dort richtig tote Hose. Ein paar Saprobionten, aber nur ganz wenig Mykorrhiza-Pilze. Im August gab es dort praktischen keinen Niederschlag und auch im September hat es dort wesentlich weniger als in anderen Regionen geregnet.


    Beste Grüße,


    Frank

    Danke dir für das Feedback und den guten Arbeitstitel. Ja, die Anfrage war nicht gut gemacht. Hinzu kommt, dass die Exemplare sich innerhalb weniger Stunden im Sammelkorb so verändert haben, dass ich ins Grübeln gekommen bin, welches Exemplar auf welchem Foto denn das nun ist.


    Die trocknen und verblassen im Sammelkorb selbst bei herbstlichen Temperaturen verdammt schnell. Das nächste Mal werde ich mit beschrifteten/nummerierten Einzeltüten arbeiten, damit erstens keine Verwechslungen vorkommen können und zweitens das Austrocknen der Fruchtkörper verlangsamt wird.


    Beste Grüße,


    Frank

    Guten Abend allerseits,


    mit fallenden Temperaturen nimmt die Artenvielfalt im Wald ab. Auf einem riesigen Haufen Stallmist gedeihen gerade mehrere Arten, bei denen ich nicht einmal die Gattung erkenne. Offensichtlich erzeugt die Verrottung der Bestandteile und die Arbeit der Mikroben reichlich Wärme, was das Wachstum befördert.


    Besonders interessant finde ich die Exemplare mit gelblicher Hutmitte und deutlich olivstichigen Lamellen.


    Veilleicht ist ja die eine oder andere Art rein makroskopisch identifizierbar, über Namensvorschläge würde ich mich freuen.


    Beste Grüße,


    Frank


    Guten Abend Werner,


    die haben direkt nebeneinander fruktifiziert, sind aber vom Habitus und Hutfarbe deutlich verschieden. Der größere dürfte das sein, der kleinere Fruchtkörper eher nicht.


    Gruß,


    Frank

    Hallo Karl,


    ja das war mein Ansatz. Aber mit Ausschluss von einer anderen ähnlichen Art habe ich immer noch die Ungewissheit, ob es nicht noch weitere Doppelgänger gibt, die ich überhaupt nicht auf dem Schirm habe. Hier klappt das bei diesem Doppelgänger mit dem sehr unterschiedlichen Habitat ganz gut, aber z.B. bei den hellen Trockenschnecklingen klappt das nicht mehr.


    Gruß,


    Frank

    Hallo!


    Diese Schleimbatzen habe ich gestern im Eichen-Buchen-Hainbuchen Mischwald auf Muschelkalk in der Nähe von Würzburg gefunden. Da keine Nadelbäume in der Nähe waren, sollte doch H. olivaceoalbus ausscheiden?!


    Anmerkungen und Korrekturvorschläge werden gerne entgegen genommen.


    Beste Grüße,


    Frank


    OK, dann scheint diese Art nicht nur beim Geruch, sondern auch bei der Hutfarbe eine ordentliche Bandbreite zu haben. Die Fotos sind je nach Lichtverhältnissen und verwendeter Kamera sehr unterschiedlich geraten, zwischen den Aufnahmen liegen nur vier Stunden.


    Gruß,


    Frank

    Guten Abend allerseits,


    auch wenn der Sammelkorb längst nicht mehr so gut gefüllt ist wie vor einem Monat, kann man trotzdem noch ein paar schöne Sachen finden.


    Diese beiden Exemplare habe ich direkt nebeneinander wachsend unter einer sehr alten Buche im Eichen-Buchen-Mischwald auf lehmigen Boden gefunden. Der pH-Wert dürfte eher im basischen Bereich liegen, durch Basalt geschotterten Waldweg in nur einem Meter Entfernung von den beiden Fruchtkörpern zusätzlich angehoben. Fundort bayrischer Untermain, Weinbauklima, 190 Meter über NN.


    Da keine Nadelbäume in der näheren Umgebung waren, würde ich das gerne unter H. poetarum verbuchen. Der Fruchtkörper hat einen süßlich-fruchtigen Geruch, aber mit einer deutlich chemisch-unangenehmen Komponente. Dann noch der trockene Hut, Lamellenansatz und die Farbgebung - passt das oder gibt es Korrekturvorschläge?


    Beste Grüße,


    Frank


    Eine derartige Röhrenfarbe kenne ich in einem solchen Wachstumsstadium nur von B. aereus, siehe beigefügtes Foto.


    Allerdings passen dazu die Farben und Hutoberfläche nicht.


    Gruß,


    Frank


    Hallo Oliver,


    danke für deine prompte Antwort. Zwischenzeitlich habe ich in Pilze Deutschland die Handvoll Fundmeldungen angeschaut, Rote Liste "R", extrem selten hierzulande. Im mediterranen Raum sieht das freilich ganz anders aus.


    Beste Grüße,


    Frank

    Wow, den würde ich auch gerne mal finden. Eine sehr wärmeliebende Art, die bislang nur an wenigen Standorten in Deutschland nachgewiesen wurde. Verrätst du uns, in welcher Region du die gefunden hast? Weinbauklima?


    Gruß,


    Frank