Beiträge von frank2507

    Meixner hatte in den 70er Jahren in seinem Buch das zusammengefasst, was in der damaligen Literatur (Moser, Kreisel, Schäffer, Neuhoff u. a.) bereits bekannt war.

    Außerdem ergänze ich die teilweise mit eigenen Notizen, was praktisch ist, weil es die Tabellen schon gibt und ich deshalb meine Notizen nicht über acht verschiedene Bücher verteile.


    Beste Grüße

    Sabine

    Deine eigenen Notizen würden mich interessieren, hast du neue Reagenzien getestet, bekannte Reagenzien an anderen Arten ausprobiert oder bekannte Reaktionen überprüft?


    Ich denke, dass da noch Potenzial besteht. Als Ergänzung zur rein makroskopischen Bestimmung für Leute ohne Mikroskop, die nicht jedesmal 25 Euro nach Spanien überweisen wollen.


    Die Beschaffung mancher Reagenzien gestaltet sich zwar problematisch, aber man benötigt in der Regel nur winzige Mengen und die meisten Stoffe (Eisensulfat, KOH, Ammoniak etc.) sind recht preisgünstig, da kostet ein einzelner Test nur ein paar Cent.


    Beste Grüße,


    Frank

    Hallo zusammen,


    Guajak-Lösung ist bekanntlich ein wertvolles Reagenz u.a. für die Täublingsbestimmung. Ich wollte mir nicht nur ein paar Milliliter kaufen, sondern das Reagenz selber herstellen, u.a. wegen der begrenzten Haltbarkeit.


    Der Ausgangsstoff Guajak-HARZ ist nur schwer zu bekommen und wenn, dann für astronomische Preise (mehrere Euro pro Gramm). Hinzu kommt, dass da gelegentlich auch irgendwelche gepanschten Mixturen als "Guajak" verkauft werden. Ich spreche aus leidvoller Erfahrung ...


    Vergangenes Jahr hatte ich im Internet Guajak-Harz für einen sehr lukrativen Preis bestellt und Guajak-HOLZ in Form von Hackstückchen geliefert bekommen. Guajak-Holz wird nicht nur wesentlich häufiger angeboten, sondern ist sehr viel billiger als das Harz.


    Natürlich hatte ich das beanstandet und paypal hat mir den Kaufpreis erstattet, der Verkäufer auf eine Rücksendung der Ware verzichtet.


    Rein experimentell hatte ich diese kleinen Hackstückchen in ein leeres Marmeladenglas gegeben , mit wasserfreiem Isopropanol bedeckt und luftdicht verschlossen in den Kühlschrank gestellt.


    Nach einigen Tagen begann sich das Isopropanol langsam zu verfärben, nach einigen Monaten war die Lösung ziemlich dunkel.


    Heute habe ich das aus dem Kühlschrank geholt, weil ich von einer Pilzausstellung restliche Exponate für den Rücktransport in den Wald vorbereitet hatte. Bei dieser Gelegenheit habe ich das experimentelle Reagenz ausprobiert und siehe da, es funktioniert :)


    Funktionsfähiges Reagenz ohne die Notwendigkeit von schwer erhältlichem und überaus teurem Guajak-Harz ganz einfach selber herstellen.


    Beste Grüße,


    Frank


    Hallo Wolfgang,


    der Sporenabdruck ist bereits seit gestern in Bearbeitung. Vor zwei Stunden habe ich mal zwischen Alufolie und Fruchtkörper geschielt und konnte noch nichts sehen. Ich befürchte, dass der Fruchtkörper noch nicht weit genug ausgereift ist.


    Um 17 Uhr hat Harald zuehli seine öffentliche Pilzberatung im Wetzlarer Rathaus. Ich habe schon angedroht, dass ich ihn damit belästigen werde ....


    Gruß,


    Frank

    Hallo!


    Heute war ich in einer ganz anderen Ecke unterwegs und habe erneut vermeintliche L. bulbiger gefunden. Allerdings habe ich mir diesmal das Einzelexemplar im Frischzustand genauer angeschaut und auch Fotos am Fundort gemacht, denn meine Zweifel sind gewachsen.




    Als ich dann auf dem Heimweg verschiedene Fälblinge gesehen habe, hat sich mein Bauchgefühl in eine konkrete Vermutung verdichtet:


    Bin ich vielleicht von einer Hebeloma an der Nase herumgeführt worden? Ich meine, für Leucocortinarius ist die Lamellenfarbe nicht hell genug und nachdem ich den Fruchtkörper etwas geärgert hatte, konnte ich den typischen Hebeloma-Geruch wahrnehmen.


    Daraufhin habe ich mit Geminder/Karasch abgeglichen, konnte aber nix passendes finden. Also habe ich die KI befragt, die hat mir nach einiger Bedenkzeit dann einen konkreten Vorschlag unterbreitet:



    Hier im Forum ist diese Art genau einmal erwähnt worden, und zwar von Mykollege_Günter


    Bei iNaturalist sind eine Handvoll Beobachtungen dokumentiert. Ob man das dort freizügig verteilte Prädikat "Forschungsqualität" stets für bare Münze nehmen kann, darf zumindest bezweifelt werden. Allerdings wurde diese Beobachtung


    https://www.inaturalist.org/observations/253032866



    immerhin von Nicolas Schwab bestimmt, und der ist ja kein gänzlich unbeschriebenes Blatt in der Mykologie. Dieser Fund sieht meinen Exemplaren doch SEHR ähnlich. Zuhause angekommen, habe ich gleich nochmal Fotos mit etwas anderen Tageslichtverhältnissen aufgenommen:



    Hat irgendjemand diese Art Hebeloma bulbiferum synonym Hebeloma colossus schonmal gesehen oder kann sonstige Informationen dazu geben? Die KI nennt diese Art auch Knolliger Fälbling bzw. Riesen-Fälbling. Die DGfM hat ganze zwei Fundnachweise, diese liegen schon über 20 Jahre zurück, und keine Fotos dazu. Ist diese Art so extrem selten, oder wird die schlichtweg immer übersehen oder falsch bestimmt?



    Beste Grüße,


    Frank

    Hi Stefan,


    ja auch die Hutfarbe war deutlich anders als ich das kenne und dort sehe. Allerdings war da weit und breit keine Pappel, ein reiner Flechtenkiefernwald. Kann denn T. frondosae auch mit Kiefer?


    Gruß,

    Hallo!


    Nachdem ich meine gestrigen Funde gerade der Frischpilzausstellung in Hanau gespendet habe, kommt jetzt der angekündigte zweite Teil.


    Wie immer sind Anmerkungen und Korrekturen willkommen.


    Es gab auch ein paar Cortinarien, die ich aber nicht benamsen kann, z.B. diese mutmaßlichen Telamonien



    Diese beiden Exemplare würde ich als "Kahle Kremplinge s.l." bezeichnen:



    Dann habe ich diese Exemplare gefunden, die ich vorläufig als Rhizopogon bezeichnen möchte:



    Eine wirkliche Rarität ist dieser Fruchtkörper von Tricholoma joachimii:



    Hier standen vor zwei Wochen junge Gallenstachelinge mit blau-grüner Stielbasis, alle (ca. 20 Exemplare) weg. Da kann ich dem Sammler nur "guten Appetit" wünschen und hoffen, dass die sehr seltene Art dadurch nicht beeinträchtigt wird:


    Eine hübsche Dermocybe, die von einer Interessentin der Hanauer Ausstellung für Färbeversuche verwendet wird:



    Heide-Scheimfüße gab es reichlich in diesem Habitat. Weil die aber nicht so bekannt und auch nicht so leicht zu identifizieren sind, werden sie wohl von den meisten Sammlern gemieden:



    So sieht das Habitat von Tricholoma colossus, dem Riesenritterling aus. Offiziell "nur" als Rote Liste 2 Art eingestuft, gehört der meines Erachtens mittlerweile ganz klar in RL 1



    Klein aber fein ist dieser Stacheling, vielleicht ein Phellodon? Namensvorschläge erbeten!



    Die eigentliche Rarität ist aber zweifelsfrei dieser Fund, für Tricholoma roseoacerbum (abgesichtert durch Pablo Alvarado) gibt es nur ganz wenige Nachweise



    Auch wenn das Pilzjahr insgesamt unterdurchschnittlich war, konnte ich dennoch ein paar schöne Funde verbuchen. Die Raritäten werden selbstverständlich herbarisiert und der Wissenschaft zugänglich gemacht, so wie ich das seit ein paar Jahren handhabe (Botanische Staatssammlung München, Herbarium Marburgense, Landsmuseum Wiesbaden, CMEC Globe Institute in Kopenhagen etc.).


    Beste Grüße,


    Frank

    Hallo Ingo,


    Danke für den Hinweis. Ich möchte den Grünling nicht verspeisen - die Problematik ist mir bekannt. Anmerken möchte ich, dass in diesem Habitat auch noch andere, sehr ähnliche Arten vorkommen (z. B. T. joachimii und T. chrysophyllum) und ich es durchaus für möglich halte, dass bei einem derartig von der Norm abweichenden Fruchtkörper Überraschungen bei näherem Hinsehen nicht ausgeschlossen sind, es sich also möglicherweise gar nicht um T. equestre s. str. handelt.


    Jacob Heilmann-Clausen hat in seiner Tricholoma-Monografie und auch in diversen wissenschaftlichen Veröffentlichungen darauf hingewiesen, dass das näherer Untersuchung bedarf und ich meine mich zu erinnern, etwas von Climbingfreak und ingosixecho vor mehreren Jahren über ein Ritterlings-Sequenzierprojekt gelesen zu haben.


    Beste Grüße,


    Frank

    Hallo zusammen,


    gestern war ich im Lorenzer Reichswald östlich von Nürnberg unterwegs. Das ist ein reiner Flechtenkiefernwald (Cladonio-Pinetum) auf sehr sandigem Boden und dementsprechend gibt es dort ein ganz anderes Artenspektrum als in "meinem" Eichen-Hainbuchenwald auf basischem Basaltboden.


    Zwar gab es dieses Jahr weniger Arten als letztes Jahr zu bestaunen, aber insgesamt doch deutlich mehr als im Laubwald. Insofern kann ich die Beobachtung von Schrumz bestätigen, dass die Nadelwaldbewohner mit einem "blauen Auge" davon gekommen sind es würde mich interessieren, ob das auch in anderen Teilen der Republik so ist oder nur der (zufälligen) Niederschlagsverteilung geschuldet ist.


    Ich bin noch nicht dazu gekommen, meine Funde mit der Literatur abzugleichen. Dementsprechend handelt es sich um vorläufige Arbeitstitel.



    Tricholoma albobrunneum? Mehlgeruch und Mehlgeschmack, mild



    Kiefern-Habichtspilz, da kein anderer Partnerbaum



    Butterpilz ist ja trivial


    Telamonie?



    Den Heide-Schleimfuß C. mucosus glaube ich mittlerweile halbwegs zuverlässig zu erkennen:



    Sand-Röhrling dürfte auch klar sein:



    Hunderte (!) Fruchtkörper vom Grünling, herrlich



    Hier kann ich nicht einmal die Gattung sicher ansprechen, Telamonie? Dermocybe? Was ganz anderes? ich bin und bleibe Pilzlaie :(



    Gleiches gilt für dieses Einzelexemplar mit markantem hellem Hutrand. Ob das wirklich ein Weißsporer ist? Ich habe da so meine Zweifel, reines Bauchgefühl ...



    Habichtspilze und ein Halsbandritterling, beide Arten kenne ich nur aus diesem Habitat:



    Der zweite Teil meiner Exkursion folgt später, ich möchte diesen Beitrag nicht zu lang machen und habe jetzt noch ein paar Dinge zu erledigen. Korrekturen und Kommentare sind wie immer willkommen.


    Beste Grüße,


    Frank

    Moin Grüni/Kagi,


    ja der Fruchtkörper stammt aus der Nähe von Nürnberg/Lorenzer Reichswald. Das ist ein richtiger Flechten-Kiefernwald (Cladonio-Pinetum) auf EXTREM sandigen Boden, dort wachsen ganz andere Arten als in "meinem" Eichen-Hainbuchenwald auf basischem Basaltboden.


    Beste Grüße,


    Frank

    Guten Abend allerseits,


    die Pilzsaison nähert sich langsam aber sicher dem Ende zu. Da bin ich heute nochmal mehrere Stunden für eine "Spätlese" durch meinen Hauswald gelaufen und habe ein paar Funde gemacht, die ich präsentieren möchte:


    Mehl-Räsling:



    Grüner Knolli, älteres Exemplar:



    Unbekannt.


    Stinkmorchel


       


    Tricholoma sejunctum, grüngelber Ritterling, ein Dutzend Exemplare


    Cortinarien waren leider Mangelware, hier ein namenloses Pärchen



    Das sollte die lila Varietät vom erdblättrigen Risspilz sein, die wohl mittlerweile Artrang hat:



    Die ersten Seifenritterlinge sind da:



    Seidige Täubchen, das erste Highlight des Tages:



    Ein Allerweltspilz, der in meinem Hauswald (Eichen-Hainbuchen auf basischem Basalt) aber gar nicht so häufig ist:



    Das zweite Highlight des Tages, Wald-Schnecklinge:



    Korallen gab es einige:



    Nur zwei Parasol während einer mehrstündigen Tour:



    Nochmal T. columbetta, dort sind mehrere Myzelien gerade sehr aktiv:



    Herbsttrompeten sind in manchen Jahren Massenpilz, dieses Jahr allerdings rar. Umso mehr habe ich mich über diese Exemplare gefreut:




    Herkules hat seine Keulen verteilt:



    Der rötliche Gallerttrichter ist nix besonderes, allerdings habe ich diese Art schon mehr als 10 Jahre lang nicht gesehen:



    Das sollte eine Pholiota mit abgeregneten Hutschuppen sein:



    Mönchsköpfe sind schön festfleischig:



    Stielporling.



    Sapperlot! Was machen die Saftlinge im geschlossenen Eichen-Hainbuchen-Wald? Laut Pilzbüchern gehören die auf Magerwiesen!



    Zum Abschluss noch ein extragroßer Scheidenstreifling, der gerne benamst werden möchte. Namensvorschläge sind willkommen!



    Sieht nach viel aus, aber dafür war ich mehrere Stunden unterwegs und bin viele Kilometer durch einen gefühlt fast pilzleeren Wald gelaufen. Hoffentlich wird das nächste Jahr besser.


    Den zimtfarbenen Weichporling habe ich angesichts der Bilderflut und später Stunde glatt vergessen einzubinden, siehe Bilderanhänge. Korrekturen und Anmerkungen sind wie immer willkommen.


    Beste Grüße,


    Frank

    Nachdem ich der KI geflüstert habe, dass die beiden Exemplare nicht auf einer Magerwiese, sondern auf einer mit Stallmist bedeckten Wiese standen, hat die KI diese Art herausgesucht:


    Update: Habe gerade die Tests am Hut des älteren Fruchtkörpers durchgeführt. Nix, NULL Reaktion. Weder mit KOH, noch mit Anilin und Salpetersäure (Schaeffer´sche Kreuzreaktion).


    An den Reagenzien/Chemikalien liegt es nicht, die sind einwandfrei. KOH frisch angesetzt, die Salpetersäure und das Anilin sind zwar schon etwas älter (sieht man an der leichten Verfärbung des Anilins durch Oxidation mit Luftsauerstoff). Anstatt 99+ % beim Anilin vielleicht 98 % und bei der Salpetersäure vielleicht 64 % statt 65%, was die Eignung für diesen Test sicher nicht ausschließt.


    So, welche Sektionen von Agaricus bleiben denn jetzt noch übrig? Wenn ich Oehrling´s Post richtig verstanden habe, müssten jetzt eine Menge Arten ausscheiden, richtig? Vorausgesetzt, innerhalb der Sektionen sind diese chemischen Reaktion immer einheitlich und zuverlässig.


    Gibt es noch andere Chemie (ich habe z.B. Formalin, FeSO4, Ammoniak, Phenol ...)


    Falls es keine weitere Erkenntnis mit der Chemie gibt, würde ich die Exemplare in den Trockner stecken.


    Beste Grüße,


    Frank

    Hallo Oehrling,


    besten Dank für dein Feedback. Geruchsmäßig dominiert die Stallmist-Note, weil ich das anhaftende Myzel nicht abrupfen wollte - vielleicht braucht man das noch für Tests.


    Die Huthaut habe ich vom Rand bis zur Mitte abziehen können, wie ein Tortenstück, und dann am freigelegten Hutfleisch geschnuppert - kein Anis, kein Karbolgeruch feststellbar - und auch kein Hauch von Gilben im Hutfleisch, ganz im Gegensatz zur unteren Hälfte des Stielfleisches, besonders beim älteren Exemplar.


    Morgen werde ich die chemischen Tests machen.


    Gruß,


    Frank

    Guten Abend allerseits,


    heute habe ich eine längere Radtour am bayrischen Untermain unternommen und mehrere hundert Fruchtkörper in Dutzenden von Hexenringen gesichtet. So schlecht es derzeit den Mykorrhiza-Pilzen im Wald geht, so gut ist es derzeit um die Saprobionten auf den Wiesen und Feldern bestellt.


    Ein markantes Pärchen habe ich mir gegriffen , da hoffe ich aufgrund der Merkmalskombination den Kreis der Verdächtigen eingrenzen zu können.


    Zunächst dachte ich aufgrund der Hutfarbe und Struktur gar nicht an einen Champignon, da die beiden Exemplare nur einige Meter vom Waldrand in der Nähe einer Pappel auf einer Wiese standen. Dort war letztes Jahr Stallmist verteilt worden, also reichliche Stickstoffversorgung.


    Wenn ich mal so bilderbuchmäßig mit meiner Literatur ( Gminder/ Karasch und Winkler/Keller ) abgleiche, gefällt mir der Purpurfaseriger ( Wurzel-)Egerling am besten, zumal das Gilben in der unteren Stielhälfte dazu passt. Allerdings kann ich kein Bittermandel- oder Anisgeruch wahrnehmen. Was könnte denn sonst noch in Betracht kommen? Mikro habe ich ( noch) keines, aber morgen könnte ich diverse Chemie (KOH, Anilin und Salpetersäure etc.) zum Einsatz bringen, falls das einen Erkenntnisgewinn verspricht.


    Kommentare und Namensvorschläge sind willkommen.


    Beste Grüße,


    Frank


    Hallo allerseits,


    gestern ist mir in einem relativ pilzleeren Wald dieses Einzelexemplar ins Netz gegangen. Wachstum an einer noch recht vital wirkenden Eiche. Geruch angenehm, irgendwie schwach würzig-fruchtig-süßlich, aber dezent.


    Passt das ? Ich kann mich nicht erinnern, den schonmal gefunden zu haben.


    Gruß


    Chorknabe Ja der Geruch war nicht sonderlich auffällig und eine Geschmacksprobe habe ich nicht vorgenommen, für Sporenfarbe bestimmen war schlichtweg keine Zeit. Die Fruchtkörper waren schon über zwei Tage alt und ich wollte keine Zersetzungsprozesse riskieren. Letzte Woche war es noch deutlich wärmer und ein schöner großer fahler Röhrling ist im Rekordtempo zu Pilzbrei vergangen ...


    Gruß,


    Frank

    Hallo allerseits,


    vergangenes Wochenende hatte ich im Schweinsgalopp Frischpilze für die Ausstellung in Ober-Olm bei Mainz eingesammelt. Wegen Zeitnot hatte ich nicht - wie sich das gehört - die Funde ordentlich dokumentiert, sondern ich wollte im Rekordtempo möglichst viel Material einsacken, damit den Besuchern eine ordentliche Pilzvielfalt präsentiert werden kann. Angesichts der Trockenheit und Frischpilzmangel in weiten Teilen Deutschlands und des damit verbundenen Zeitaufwandes bzw. der langen notwendigen Wegstrecken bitte ich diese unprofessionelle Vorgehensweise zu entschuldigen.


    Auf einem ehemaligen Bunkergelände in der Nähe von Wetzlar sind mir diese drei Exemplare ins Schleppnetz gegangen, die ich bei extrem flüchtigen Drüberschauen als "Leucocortinarius bulbiger" eingesackt hatte - die Aufnahmen sind leider erst mehr als 48 Stunden nach Fruchtkörperentnahme entstanden und die Fruchtkörper haben dreifache Transportwege und eine Ausstellung hinter sich, die Lamellenfarbe ist deutlich nachgedunkelt und die Ränder angetrocknet.


    Auch kam ich mit meiner reichlichen Beute erst kurz vor Ausstellungsöffnung in Ober-Olm an, weshalb weder Zeit noch Sorgfalt in die Überprüfung von mehreren Dutzend Pilzarten investiert werden konnten - mea culpa ?(


    Jedenfalls hatte ich Leucocortinarius bulbiger noch nicht und deshalb die drei Exemplare wieder mitgenommen um sie zu fotografieren und herbarisieren.


    Harald zuehli hatte ich per Whatsapp ein paar Fotos geschickt und er meinte, das könnte schon hinkommen mit meinem Arbeitstitel. Diese Art wurde übrigens von Harald ganz in der Nähe schonmal kartiert. Jedenfalls wollte ich diesen persönlichen Erstfund dokumentieren und habe die Fotos in ein dänisches Pilzforum eingestellt, in dem auch Koryphäen wie Thomas Laessoee und Jacob Heilmann-Clausen unterwegs sind und sich die Funde anschauen.


    Beide Experten haben sich tatsächlich zu diesem Fund geäußert und Zweifel an meinem Arbeitstitel angemeldet. JHC meinte, der Fund wirke irgendie "lepistoid", er könne aber keine Art benennen, mit der ich meinen Fund abgleichen könnte - Leucocortinarius wurde von beiden Experten angezweifelt. Ob es vielleicht irgendein Cortinarius ist, den ich nicht auf dem Schirm habe? Uwe Cortinarius , gibt es da was optisch passendes?


    Das ist wohl ein Fall für Pablo Alvarado, wenn nicht hier irgendjemand im Forum eine zündende Idee hat, die man noch an Herbarmaterial überprüfen kann. Als Mykorrhiza-Partner - sofern es überhaupt ein Mykorrhiza-Pilz ist - kommt so ziemlich alles in Betracht. Schwerpunktmäßig ist die ehemalige Bunkeranlage mit Nadelwald (insbesondere Lärche) bestockt worden, seit Aufgabe der Bunkeranlage vor etwa 35 Jahren hat sich da aber mittlerweile ein bunter Mix angesiedelt. Wie es sich für eine Bunkeranlage gehört, sind da tausende von Tonnen Beton, Stahl und Asphalt und Basaltsplitt verbaut worden - extrem gestörte Bodenverhältnisse also. Manche Pilzarten fruktifizieren in einer dünnen Moosdecke, eine Handbreit darunter befindet sich eine geschlossene (!) Beton und Asphalt-Decke.


    Anmerkungen und Namensvorschläge sind willkommen!


    Beste Grüße,


    Frank