Beiträge von frank2507

    Hallo!


    Dann habe ich Anfang Oktober eine "absolute Rarität" gefunden ...



    Gruß,


    Frank

    Der gute Herr Krieglsteiner soll sinngemäß gesagt haben:

    " Ein Speisepilz ist ein Giftpilz, dessen Giftigkeit noch nicht erkannt wurde".

    Das Paracelsus-Zitat "All´ ding sind Gift und nichts ohn Gift ..." dürfte nach wie vor Gültigkeit haben.


    Was mich aber wundert: obwohl die Giftigkeit vom Grünling seit 20 Jahren (!) bekannt ist, hat man bis heute weder das Toxin noch den Wirkmechanismus identifizieren können:


    A series of cases of rhabdomyolysis after ingestion of Tricholoma equestre


    Gruß,


    Frank

    Was sind denn eigentlich die Maßstäbe, anhand derer die DGfM einen Pilz als "Speisepilz" deklariert? Selbst verkostet? Mindestens X Personen haben den Y-mal konsumiert, ohne dass es Probleme gab? Toxikologisches Screening der Inhaltsstoffe?


    Gruß,


    Frank

    Hallo Daniela!


    Es stimmt, dass gerade Maronenröhrlinge radioaktives Cäsium in den Pigmenten der Huthaut anreichern können. Ob das gesundheitlich bedenklich ist, hängt auch von der regionalen Belastung ab.


    Als 1986 die radioaktive Wolke in Tschernobyl freigesetzt wurde, ist das recht unregelmäßig über Deutschland verteilt worden. An machen Stellen gab es gerade zu diesem Zeitpunkt starke Regenfälle und das wurde so in den Waldboden eingetragen. Andere Bereiche sind weitgehend verschont worden.


    Z.B. gibt es Regionen nordöstlich von Augsburg und nordwestlich von Passau, die besonders belastet sind. Insgesamt gesehen ist Süddeutschland stärker belastet als Norddeutschland.


    Näher erläutert wird das hier:


    BfS - Strahlenbelastung von Pilzen und Wildbret - Radioaktive Belastung von Pilzen und Wildbret


    und hier:


    2021-08-20_Pilzbericht_2021.pdf


    Beste Grüße,


    Frank

    Hallo!


    Gerade beim Waldspaziergang mitten auf dem geschotterten Waldweg gefunden. Im Wurzelbereich einer Kiefer, daneben stand eine junge Fichte sowie in einigen Metern Entfernung auch noch Buche und Eiche. Lehmboden auf Buntsandstein, ca. 320 Meter über NN, Weinbauklima (Wörth am Main, Unterfranken). Der "kastanienblütenartige" Geruch ist erst beim Zerschneiden wahnehmbar.


    Den grobschuppigen Hut halte ich für recht markant, bei mehreren hundert Arten in dieser Gattung aber sicher auch Doppelgänger. Gibt es auch ohne Mikroskop Namensvorschläge?


    Beste Grüße,


    Frank


    Guten Abend!


    Die Saison nähert sich dem Ende, eine vierstündige Tour durch mein Lieblingsrevier (Eichen-Hainbuchen-Mischwald auf Basalt) gab nur wenige Funde. Diese Mycena auf einem abgestorbenen Eichenstamm hat schonmal den Arbeitstitel "Rosablättriger Helmling":



    Noch zwei Eichenholzbewohner, mutmaßlich Gift-Häublinge. Die Lamellen sind zwar sehr hell, die Fruchtkörper aber auch recht jung. Könnte das was anderes sein?





    Dann ist mir diese Telamonie mit den dunklen Hutflecken aufgefallen. Leider ist die schon ziemlich lädiert, eine Bestimmung wohl nicht mehr möglich. Direkt im Wurzelbereich einer Eiche, Buchen waren in der näheren Umgebung auch vorhanden.




    Zum Schluss noch eine Macrolepiota, die ihren Artnamen sucht. Von weitem dachte ich an procera, ist es aber nicht. Geruch irgendwie an Riesenbovist erinnernd, jedenfalls ganz anders als der angenehm nussige Duft von M. procera.




    Zum Schluss noch eine Frage. Ich habe das ganze Jahr noch keinen einzigen Hallimasch gesehen, die sind hier wie vom Erdboden verschluckt. In der zweiten Oktoberhälfte, wohlgemerkt. Fliegenpilze habe ich dieses Jahr nur einmal gesehen. Ist das ein örtlich eingegrenzter "Ausreißer" oder in anderen Regionen ähnlich?


    Beste Grüße,


    Frank

    Hallo Werner,


    habe gerade mal gegoogelt, C. caesiogriseus soll schwach süßlich riechen und bitter schmecken. Meine Exemplare riechen deutlich muffig-erdig und einen bitteren Geschmack konnte ich nicht wirklich feststellen. Ob die im Internet kursierenden Beschreibungen immer zutreffend sind, ist eine andere Frage ....


    Gruß,


    Frank

    So, habe erst die Huthaut abgezogen (geht etwa bis zur Hälfte) und dann eine halbe Minute drauf herumgekaut. Mild bis gaaanz schwach bitterlich. Gleiches gilt für das Hutfleisch und die Lamellen. "Bitter" kenne ich von den Cortinarien ganz anders (Safranblauer Schleimfuß), allerdings konnte ich beim Wurzelnden Bitterröhrling trotz längerem Kauen auch nur ganz schwach einen Hauch wahrnehmen.


    Ich gehe davon aus, dass ich den besser bei Raumtemperatur anstatt Dörrex (niedrigste Stufe ca. 55-60 Grad) trockne? Gerne sende ich dir bei dieser Gelegenheit auch von dem vermeintlichen Leoparden-Klumpfuß eine Probe.


    Gruß,


    Frank

    Einen schönen guten Abend,


    heute war ich zwischen Aschaffenburg und Miltenberg im Eichen-Buchen-Mischwald auf Buntsandstein unterwegs. Im Wurzelbereich einer Buche fand ich diese markante Cortinarie mit grobscholligem Hut und auffälliger "Schleierkrone" an der Stielbasis. Der Geruch ist muffig-unangenehm, Geschmacksprobe habe ich mir verkniffen.



    Interessant ist auch die Reaktion mit Natronlauge. Im Stielfleisch und Hutfleisch negativ. Die Huthaut verfärbt sich leicht orangebräunlich, der Übergangsbereich Lamellen-Hutfleisch wird dunkelbraun bis schwarz, die "Schleierkrone" an der Stielbasis und die Schollen auf der Huthaut komplett schwarz:



    Wie üblich habe ich keine Ahnung und bin für Namensvorschläge und Hinweise sehr dankbar.


    Beste Grüße,


    Frank

    Hallo!

    Heute ist Tag der Einzelverkostungen! Angefangen haben wir (meine bessere Hälfte und ich) mit dem Mehl-Räsling, der sich leider wie ein Schwamm mit dem Regenwasser vollgesogen hat. Fundort war eine Waldwiese im hohen Gras, die war klatschnass. Die (recht weichfleischigen) Hüte sonderten das Wasser schon beim Zerschneiden ab, dementsprechend war das eher ein Kochen als Braten in der Bratpfanne und das Ergebnis für unseren Geschmack etwas zu weich in der Konsistenz:




    Möglicherweise kann man mit weniger verwässerten Fruchtkörpern und schärferem Anbraten statt Kochen ein besseres Ergebnis erzielen, diese Verkostung erzielt bei uns 5/10 Punkten. Wenn wir mal trockenere Fruchtkörper finden, werden wir das wiederholen.


    Zweiter Kandidat war heute der Braune Büschelrasling, den wir endlich ohne Lamellenschaden finden konnten, nachdem die Funde vor einigen Wochen allesamt dunkel graubraune Lamellen hatten.


    Die Stiele sind uns etwas zu zäh, bei den älteren Fruchtkörpern auch die Hutmitte, was aber nicht weiter stört, wenn man die Hüte viertelt. Diese Art nimmt auch nicht so viel Wasser auf und man kann die in der Pfanne kross braten. Das Ergebnis ist bissfest und guter Durchschnitt, 6/10 Punkten.




    Dritter Proband war die Krause Kraterelle, die wir in ausreichender Menge für eine Einzelverkostung gefunden haben. Ob man die aus Artenschutzgründen schonen sollte und ob die Mühe des Einsammelns und Putzens sich lohnt, ist eine andere Frage. Da sind nämlich immer "blinde Passagiere" im Sammelkorb:


    Der Geruch ist zwar zunächst etwas dumpf, aber in der Pfanne lassen die sich prima rösten und brennen auch nicht so leicht fest. Geschmacklich wirklich guter Durchschnitt, bissfest, entwickeln Röstaromen. Optisch zwar nicht so ansprechend, geschmacklich aber schon. Wir vergeben 7/10 bzw. 8/10 Punkten.



    Letzter Kandidat heute war der Mönchskopf. Da geht das Putzen fix und es gibt wenig Versteckmöglichkeiten für die blinden Passagiere. Das ganz große Exemplar war doch etwas zu alt für die Bratpfanne, was man nicht zuletzt beim Zerschneiden an der schon fast korkartigen Konsistenz der Stielspitze und Hutmitte merkte. Bei den jüngeren Exemplaren wurden die Stiele geschält, längs halbiert und in kurze Stücke geschnitten.



    Roh riecht der etwas aufdringlich bittermandelartig, das verflüchtigt sich aber alsbald in der Bratpfanne. Festfleischig, nimmt nicht so viel Wasser auf, entwickelt bei scharfem Anbraten wunderbare Röstaromen, eindeutig besser als die Krause Kraterelle. Wir vergeben 9/10 Punkten, Tagessieger.



    Beste Grüße und noch einen schönen Sonntag,


    Jeanette und Frank

    Guten Abend!


    Noch ein Klumpfuß, den ich gestern in meinem Lieblingsrevier zwischen Herborn und Dillenburg gefunden habe, diesmal allerdings im reinen Buchenwald auf basischem Basaltboden. Leider nur dieses Einzelexemplar, welches recht zierlich daherkommt, Hutdurchmesser ca. 6 cm.



    Die NaOH-Reaktion ist interessant, die Farbreaktion fällt auf der Huthaut, Knollenrand; Lamellen und Stielfleisch sehr unterschiedlich aus:



    Über Kommentare und Namensvorschläge würde ich mich sehr freuen.


    Beste Grüße,


    Frank

    Danke für die Rückmeldungen!


    Wie befürchtet habe ich wieder einmal daneben gelegen. Beigefügt zwei Fotos von der NaOH-Reaktion mit dem Hutfleisch, einmal nach einer Minute und dann ca. 3 Minuten später (zweites Foto mit abgeschnittenen Segmenten der Huthaut und Lamellen).




    Die Pilze lagen im Kühlschrank, daher ist die Farbreaktion deutlich langsamer als bei Raumtemperatur.


    Kann es sein, dass es einen Unterschied macht, ob man Natronlauge oder Kalilauge für die Farbreaktion verwendet? Bislang dachte ich immer, dass das keinen Unterschied macht. Heute habe ich jedoch bei der Recherche der gelben Klumpfüße zufällig den 123-Pilze-Eintrag zum Papageien-Klumpfuß gesehen, dass es da doch Unterschiede geben soll:


    Papageien Klumpfuß, Violettgrüner Klumpfuß (CORTINARIUS IONOCHLORUS)


    Ich habe noch einen weiteren Klumpfuß gefunden, der "grob-makroskopisch" so in die Richtung Papageien-Klumpfuß geht. Allerdings passt die NaOH-Reaktion nicht, den werde ich heute noch separat zur Diskussion ins Forum einstellen.



    Das dritte Foto ist nach ca. 15 Minuten entstanden:



    Beste Grüße,


    Frank

    Moin Moin!


    Gestern habe ich wieder meine Runde im Eichen-Hainbuchen-Mischwald auf basischem Basaltboden gedreht. Allzu viele Arten habe ich nicht finden können, aber ein paar interessante Funde waren schon dabei.


    Diesen Klumpfuß würde ich gerne als "Leuchtendgelber Klumpfuß" in die Liste meiner persönlichen Erstfunde ablegen und würde mich über Kommentare und Korrekturvorschläge sehr freuen. Da weit und breit kein Nadelbaum zu sehen war, dürfte C. meinhardii ausscheiden? Anis-Geruch war auch nicht wahrnehmbar, Geschmacksprobe habe ich mir aus verständlichen Gründen verkniffen.


    Angesichts der Farbreaktion mit Natronlauge sollte das doch passen, oder? Bei ca. 1500-2000 Cortinarien gibt es aber vielleicht doch noch in den Tiefen der Bestimmungsschlüssel versteckt irgendeinen Doppelgänger ...


    Beste Grüße,


    Frank



    Natronlauge, ca. eine Minute Einwirkzeit:




    Nach ca. 5 Minuten hat sich die Farbe noch etwas intensiviert:


    Hallo Craterelle! Wir haben beide keinen "erdigen" Geruch oder Geschmack festgestellt. Allerdings haben wir die Pilze richtig knusprig gebraten, was wohl erheblichen Einfluss hat.


    Der Schopftintling mundet mir auch nur richtig goldgelb gebraten, den Geruch und Geschmack der rohen oder ungenügend erhitzten Fruchtkörper finde ich wenig einladend.


    Gruß,


    Frank

    Einen schönen guten Abend allerseits,


    vergangenen Monat hatte ich zweimal Fransige Wulstlinge gefunden. Nachdem ich mich wiederholt über mögliche Verwechslungspartner informiert hatte, wagte ich mit meiner besseren Hälfte eine Einzelverkostung.


    Ein noch nicht vollständig aufgeschirmtes Exemplar wurde komplett geschält, also die Huthaut abgezogen und der Stiel wie Spargel geschält. Der Pilz war völlig madenfrei und hatte auch sonst keine Fraßstellen oder Defekte, also ganz anders als z.B. beim Perlpilz, obwohl das Exemplar auf einer Kuhweide unter verschiedenen Büschen und Bäumen wuchs, wo es sicherlich nicht an allerlei Insekten & Co. mangelt.


    Die kirschgroßen bis walnussgroßen Stücke wurden in der Bratpfanne in Olivenöl ordentlich gebraten, bis sie goldbraun waren und kaum noch Feuchtigkeit abgaben, anschließend mit Salz und wenig Pfeffer bestreut.


    Wir waren beide sehr positiv überrascht von dem angenehmen Geschmack und der Textur (fleischähnlich). Meine bessere Hälfte vergibt 9 von 10 Punkten, ich gebe 8 von 10 Punkten.


    Zwei Wochen später fand ich rund einen Kilometer entfernt unter Alleenbäumen drei weitere Exemplare. Das älteste Exemplar war so weit aufgeschirmt, dass es dort bleiben durfte. Die beiden jüngeren Exemplare, siehe Foto, mussten mitkommen und nach gleicher Vorbehandlung in der Bratpfanne schwitzen.


    Auch hier waren beide ausgewachsene Exemplare völlig fraß- und madenfrei, auch hier das gleiche kulinarische Ergebnis. Wir hoffen sehr, dass diese wohlschmeckende wärmeliebende Art sich weiter bei uns vermehrt.


    Beste Grüße,


    Frank


    Guten Morgen!

    Gestern habe ich bei einer Radtour am bayrischen Untermain in der Nähe von Aschaffenburg diesen Baum gesehen, den ich nicht kenne. Ist der mit diesen suboptimalen Handyfotos zu identifizieren? Leider konnte ich nicht näher ran, die Fotos habe ich von einer Brücke aus gemacht.


    Beste Grüße,


    Frank


    Hallo!


    In den Medien findet man ja immer wieder schlechte oder unzutreffende Fotos/Zeichnungen von Pilzen. Die "Bildergalerie" der Augsburger Allgemeinen vom 04.10.2021 stellt jedoch alles in den Schatten, was ich diesbezüglich gesehen habe:


    Die fünf gefährlichsten heimischen Pilze | Augsburger Allgemeine


    Der didaktische Wert dieser Zeichnungen erschließt sich mir nicht. Ist das ein schlechter Scherz oder moderne Kunst?


    Gruß,


    Frank

    Hallo BisamsiBisamso,


    dieses Pilzjahr ist ungewöhnlich verlaufen. Jedenfalls im Vergleich zu den letzten drei Jahren. Im Juli gab es einen fulminaten Frühstart, Mitte Juli frische Herbsttrompeten ist schon sehr ungewöhnlich. August war auch noch gut, aber im September ging es schon merklich bergab. Heute war ich drei Stunden im Raum Herborn/Dillenburg unterwegs, mit einer sehr bescheidenen Ausbeute. Nicht einmal die "Allerweltspilze" wie Perlpilz, gelber Knollenblätterpilz oder Hallimasch konnte ich finden.


    In einer feuchten Rinne, geschützt vor allzu starker Sonneneinstrahlung, konnte ich dann doch noch eine ordentliche Portion für die Bratpfanne finden: Herbsttrompeten, Semmelstoppel, Krause Kraterelle und ein paar Pfifferlinge. Daneben noch ein paar "Bestimmlinge", die werde ich morgen vorstellen. Morgen oder übermorgen werde ich auch noch eine Runde im Raum Aschaffenburg/Miltenberg drehen.


    Beste Grüße,


    Frank