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letzter Beitrag von Cliche8 am

Bis Boletus komme ich aber dann???

  • Hallo Ihr Lieben,


    ich gebe es jetzt auf - bitte welche Pilze sind dies?

    Funddaten: 22.08.2019, Altmühltal, eigentlich Mischwald am Fundort aber ein sehr großes Stück reiner Rotbuchenwald. Höhe des größeren Pilzes 7,5 cm, Hutdurchmesser 4 cm, sofort aber nicht sehr intensiv und nur in der Mitte des Pilzes blauend


    Vielen Dank für Eure Hilfe


    Maria





  • Hallo,


    oder halt Neoboletus erythropus var. discolor


    LG, Chris

    ...........................:snail:


    Der Verzehr von Pilzen, nur weil jemand im Internet sagt das seien die oder die ist zutiefst leichtsinnig!!


    Meine Bilder stehen unter der Creative Commons Lizenz CC BY-NC-SA was euch alles erlaubt (kopieren/veröffentlichen/bearbeiten & veröffentlichen etc.) sofern ihr sie unter der gleichen Lizenz, mit Namensnennung und nicht kommerziell nutzt.

  • Irgendwie verhext, nicht wahr?

    Hallo Mausmann,


    echt jetzt?

    Meinst Du den Netzstieligen Hexenröhrling? Habe ich da zu viel hineininterpretiert?


    Also die Röhrenfarbe ist hier ja in keinster Weise röt oder auch nur rötlich, die gelbe Färbung im Stiel, dass so ganz andere blau, die graubräunliche Hutfärbung, usw. Die Hutoberfläche, die Knubbelchen darauf meine ich, ... Also an den hatte ich ehrlich gesagt bisher gar nicht gedacht. Aber naja, was weiß ich schon :) Danke!


    Liebe Grüße


    Maria


    Auch an Dich meinen herzlichen Dank Schupfnudel

  • ==Gnolm7


    Vor allem dann wenn man wie ich gerade aus dem Spanischen übersetzt und automatisch die spanische Aussprache anwendet bei der das doppelte L wie ein "j" ausgesprochen wird ==Gnolm12==Gnolm7

  • Hallo zusammen,

    ich bin auch beim Netzstieligen HR, aber der ist von der Optik mal wirklich gemein. Halt ein unglaublich vielgestaltiger Pilz.

    :/Schade, dass die Gen-Sequenzierer bisher nur herausgefunden haben, dass der Netzi jetzt Suillellus statt Boletus heißt, aber nicht, wieviele Arten das tatsächlich sind.

    FG

    Oehrling

    PSVs dürfen weder über I-Net noch übers Telefon Pilze zum Essen freigeben - da musst du schon mit deinem Pilz zum lokalen PSV!

    Einmal editiert, zuletzt von Oehrling ()

  • Hallo an Alle


    Erst noch einmal vielen Dank!


    Würdet ihr mir bitte noch dies mit der Farbe der Röhrenmündungen erklären? Ich dachte bisher immer, dass die auch bei den jungen Pilzen karminrot sind. Warum hier nicht?

    Dies war übrigens mein Hauptstolperstein bei meinen Bestimmungsversuchen.


    Liebe Grüße


    Maria

  • Hallo Maria,

    unter den Rotporern gibt es welche, deren Röhrenmündungen im Jungzustand gelb sind und erst später rot oder aber nie wirklich rot werden, und andererseits welche, die von Anfang an rot sind. Das ist ein relevantes Bestimmungsmerkmal bei Rotporern.

    FG

    Oehrling

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  • Ahoi!


    Zu der Frage nach dem Satansröhrling: Nein, das ist gar nicht abwegig. Denn auch das ist ja ein Rotporer mit hellem Hut (muss nicht immer weiß sein) und genetztem Stiel.
    Aber der hat auch jung schon eine andere Wuchsform, das Netz ist viel feiner und das Rot ist ein anderes.


    Zu der Frage nach dem "erythropus var. discolor": Ich würde dazu raten, dieses Taxon einfach zu vergessen, wenn man sich nicht tief in die verwirrende Taxonomie in dem Gebiet wühlen will. "Boletus discolor" (egal ob als Varietät, Forma oder Art) wurde in der Vergangenheit so uneinheitlich interpretiert, daß mit dem Namen kaum noch was anzufangen ist. Ursprünglich gemeint war vermutlich eine gelbliche Form des Glattstieligen Hexenröhrlings, aber der Name wurde auch schon oft für gelbliche Formen des Flockenstieligen Hexenröhrlings verwendet. Jedenfalls: Das ist keine eigenständige Art und die Zuordnung des Namens zum Haare raufen, kann man also einfach vergessen.


    Zu deinem Pilz, Maria: Ich finde den gar nicht untypisch für eine junge Netzhexe (Suillellus luridus).
    Rote Poren in so einem jungen Stadium findet man eher bei Rotporern aus den Gattungen Rubroboletus und Imperator, bei Suillellus und bei Neoboletus sind bei noch quasi geschlossenen Hüten die gelben Poren der Normalfall.

    Und bei ganz alten fruchtkörpern können die auch wieder von rot zu gelb umfärben, was auch wieder verwirrend sein kann.



    LG, Pablo.

  • Hallo Pablo,


    ist das dann einfach nur Neoboletus erythropus oder gibts da eine Varietät für den Flocki?




    ...........................:snail:


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  • Servus Maria, servus alle,


    Suillellus luridus ohne rote Stielbasis? Würde mich sehr wundern. Die gelben Poren sagen übrigens in so einem Jungstadium nichts bis wenig, aber das wurde hier ja schon geschrieben, wenn ich's richtig überflogen habe. Ich sage dazu einfach nur "Babys und Leichen soll man nicht bestimmen".


    Der zweite ist ja schräg - mit weißem Stiel... sehr seltsam...


    Liebe Grüße,

    Christoph

  • Hallo, Chris!


    Wenn bei dem die Poren später noch rot geworden wären - dann ja. Bzw. Neoboletus xanthopus (wobei ich da noch nicht schlüssig bin, wie sich diese glattstieligen, blasshütiegn Flockis nun tatsächlich einigermaßen konstant abgrenzen lassen).
    Wenn der aber in jedem Entwicklungsstadium immer komplett gelbe Poren hätte, und auch der Hut nicht physiologisch braun wird, dann >eher das hier<.

    "Boletus discolor" wurde nicht für komplett gelbe und in allen teilen gelb bleibende Flockis (oder Glatthexen) angewendet, sondern eben nur für Formen mit teilweise gelben fruchtkörpern (also Poren in irgendeinem Entwicklungsstadium rot).
    Die ganz gelben waren immer schon "Boletus junquilleus" oder "Boletus pseudosulphureus". Wenn, dann wäre der Name "discolor" auf diese komplett gelben sippen falsch angewendet - was aber auch irgendwie verstöndlich ist, bei dem grandiosen taxonomischen Chaos, was da passiert ist.


    Edit:
    Oh, Hallo, Christoph!

    Hm. Ohne Rottöne in der Stielbasis sind mir ganz junge Netzhexen schon auch begegnet, das entwickelt sich ja auch erst so nach und nach.

    Oder meinst du, Marias Fund könnte doch ein Schönfuß (Caloboletus calopus) sein?



    LG; Pablo.

  • Hallo Pablo,


    ich hab noch die Fotos, die standen beisammen, also wahrscheinlich das gleiche Mycel.



    ...........................:snail:


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  • Hm. Ohne Rottöne in der Stielbasis sind mir ganz junge Netzhexen schon auch begegnet, das entwickelt sich ja auch erst so nach und nach.

    Oder meinst du, Marias Fund könnte doch ein Schönfuß (Caloboletus calopus) sein?

    Servus Pablo,


    in dem Alter (der Stiel ist schon gut gestreckt) hätte ich schon etwas Rot erwartet. C. calopus gefällt mir aber auch nicht wirklich - da passt mir der Rotton auf dem Stiel nicht. Kniffelig, ein Baby eben...


    Liebe Grüße,

    Christoph

  • Zitat

    Bzw. Neoboletus xanthopus (wobei ich da noch nicht schlüssig bin, wie sich diese glattstieligen, blasshütiegn Flockis nun tatsächlich einigermaßen konstant abgrenzen lassen).

    Frag mich jetzt nicht wo ich es her habe, aber ich habe im Hinterkopf, dass N. xanthopus bei ausgewachsenen Exemplaren häufig eine gelbliche Zone direkt unter dem Hut aufweist und gerne eine gelbliche Zone am äußersten Hutrand hat. Also wie bei der Kollektion von chris zu sehen.

    Was diese komische weißgelbe Version da macht verstehe ich aber auch nicht.


    Ob's immer passt mit meinen Merkmalen, wäre da die Frage, aber wenn ich so einen finden würde, würde ich den N. xanthopus nennen. Und vlt. spaßeshalber mal sequenzieren lassen. :saint:


    LG.

    Bin lediglich fortgeschrittener Anfänger.
    Posts sind nicht als Essensfreigabe zu verstehen. :-]

  • Servus, Chris!

    Deine Boleten hätten eigentlich ein eigenes Thema verdient, sonst kommen wir hier auch ziemlich durcheinander. :gzwinkern:

    Aber schon mal vorab: Deine Braunen würde ich nämlich in der normalen Variationsbreite typischer Flockis (Neoboletus erythropus s.str.) sehen. Auch hellere Flecken am Hutrand und eine gelbe Stielspitze sind eigentlich nicht ungewöhnlich, und das wechselt so munter in allen Übergängen durch je nach Fruchtkörper, daß da nach meiner Erfahrung zumindest mal zwischen dem, was du zeigst, und dem, was ein "normaler" Flocki sein soll, keine erkennbare Merkmalsgrenze gibt.



    LG; Pablo.

  • Tach.


    Wenn es keine erkennbare Merkmalsgrenze gibt, woher soll man dann überhaupt wissen ob man einen Flocki oder Xanthopus hat?

    Aus Gewohnheit bietet es sich natürlich an die vermeintlich altbekannten erythropus zu nennen. Aber dann müsste man ja eigentlich immer ein cf. anhängen solange man nicht sequenziert.


    Ich habe die Tage mal weiter recherchiert und einiges in einer Gruppe darüber gelesen auch von Nordeloos und anderen Schwergewichten:

    Zitat

    it seems that there are hardly any good morphological criteria to separate erythropus from xanthopus.

    - Nordeloos

    Das trifft den Nagel auf den Kopf.


    Da wird man überhaupt nicht schlauer draus. Kritik gibt's auch an dem Artikel. Kurz war mal eine Abgrenzung über die Ökologie in Frage gekommen. Konnte man dann aber doch vergessen, weil das in jedem Land anders läuft. Einige glauben, dass was über die Sporengröße geht. Andere nicht. Röten in der Stielrinde kam auf als Abgrenzung. Auch überall anders.

    Kurz gesagt, ohne Sequenzierung kann man den Namen für untypische und teilweise sogar typische Funde momentan gefühlt auswürfeln, sofern man N. xanthopus als Art akzeptiert.


    Sofern die über die ITS verifizierten Bilder von N. xanthopus korrekt sind, würde ich behaupten, dass man die beiden makroskopisch gar nicht auseinander halten kann, weil die Merkmale inkonsistent sind und immer nur Anhaltspunkte aber nie Gewissheit liefern. Da waren für mich jedenfalls eindeutige Flockies (N. erythropus) dabei. Posten kann ich sie hier ja leider nicht wegen dem Copyright.



    Leicht frustrierte Grüße,

    Schupfnudel

    Bin lediglich fortgeschrittener Anfänger.
    Posts sind nicht als Essensfreigabe zu verstehen. :-]

  • Hallo, Schupfnudel!


    Sach ich ja. :gzwinkern:

    Auch das Bäumchen in dem verlinktenArtikel ist - sagen wir mal - diskussionswürdig.
    Kurz zum Verständnis: An der Länge der horizontalen Äste ist ablesbar, wie viele Basenpaare innerhalb der Sequenz voneinander abweichen. Wobei ich jetzt erstmal die "0,05" unten umrechnen müsste, aber: Auch die genetischen Unterschiede sind sehr gering zwischen "xanthopus" und etlichen erythropus - Kollektionen.

    Dennoch kann man ja durchaus mal versuchen nachzuvollziehen, ob da was dran ist und sich tatsächlich eine solche Art abgrenzen lassen könnte... Mir selbst ist es bislang nicht gelungen, aber es schadet nichts, weiter zu gucken und zu vergleichen.

    Weiter unten steht einges Sinnvolles an Erklärungen zu einigen taxonomischen Fragen (und einiges, dem ich nicht so ganz folgen kann), aber eben auch ein kurzer Hinweis zum Basionym ("Boletus discolor"), das dort auch als gelbliche Form vom Glattstieligen Hexenröhrling interpretiert wird. Meiner Meinung nach korrekt.

    In dem Moment ist es auf die ganzen Röhrlinge mit inamyloidem Stielfleisch falsch angewendet, und solche Sachen wie "Neoboletus erythropus var. / f. / ssp. discolor" kann man vergessen, erst recht "Neoboletus luridiformis var. / f. / ssp. discolor" was vor sogar noch doppelter Quatsch ist, denn die Originaldiagnose zu "Boletus luridiformis" beschreibt wohl an sich schon einen gelblichen Flocki.

    Ich glaube, die Autoren haben den Artikel auch darum verfasst, um endlich von diesem ganzen discolor - Unfug in Verbindung mit Neoboletus weg zu kommen.


    Ob's denn hilft, wäre noch genauer zu hinterfragen.

    Und meine persönliche Vermutung ist: Neoboletus erythropus ist eine extrem plastische, variationsfreudige Art mit großem Farbspektrum (der kann sogar mit rosa- und auch rottönen auf dem Hut auftauchen!). Und der variiert nicht nur im Aussehen, sondern auch in der ITS - Sequenz etwas vor sich hin, vielleicht steht er evolutionsbiologisch so an der Schwelle, daß sich in einigen zigtausend Jahren einzelne dieser diversen Formen tatsächlich zu eigenen Arten entwickelt haben könnten, die dann auch zB nicht mehr kreuzbar sind - aber momentan sieht's nach meiner Ansicht so aus, daß Neoboletus erythropus einfach nur ein Chamäleon ist, aber die ganzen unterschiedlichen Formen schon noch zusammen gehören.



    LG, Pablo.

  • Danke dir für die Ausführungen Pablo!


    Wahrscheinlich braucht es einfach noch ein bisschen mehr Forschung. Die Abweichungen in der ITS und LSU reichen in manch anderen Ecken aber scheinbar auch schon für ein "gute" Art.

    Was im Zweifel dann wieder die Grundsatzfrage auslöst, was denn im Pilzreich ausreicht um eine Artstatus zu rechtfertigen. So richtig festgelegt ist das ja nirgends. Wäre ja eigentlich eine grundsätzliche Frage, die eigentlich vor der Ausrufung neuer Arten stünde. :huh:


    Bei der discolor Debatte wäre ich voll bei dir.


    Hexen sind aber mittlerweile bei mir in einer paradoxen Situation:

    Je mehr ich über sie lese, desto unsicherer werde ich.


    Die Original-Farbtafel von Boletus luridiformis kann ich anhängen:


    Das wäre heute wohl eher Neoboletus xanthopus.


    LG.

    Bin lediglich fortgeschrittener Anfänger.
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  • Hallo, Schupfnudel!


    Das ist in der Tat eine sehr schwer zu interpretierende Tafel!

    Durchaus vorstellbar, daß man da in diese Richtung (xanthopus) denkt, aber dafür ist der Hut ja schon wieder zu dunkelbraun.
    Dazu so schwach blauend und mit stiel ohne rote Farben... Kein wunder, daß das für Irritationen sorgt.



    LG; Pablo.

  • Moin Pablo.


    Die Hutfarbe ist so ein weiteres inkonsistentes Merkmal. Fehlte oben in der Auflistung. Wenn du magst, schicke ich dir die über ITS abgesicherten N. xanthopus Bilder mal per PN.


    LG.

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