Etymologie? Wahrscheinlich lat. für "offen"?
Unsere M.A. Germanistin hier sagt, es käme aus dem Althochdeutschen.
Hat es doch was genutzt, die Kinder auf die Universität zu schicken.
Es gibt 3.477 Antworten in diesem Thema, welches 997.633 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Radelfungus.
Etymologie? Wahrscheinlich lat. für "offen"?
Unsere M.A. Germanistin hier sagt, es käme aus dem Althochdeutschen.
Hat es doch was genutzt, die Kinder auf die Universität zu schicken.
Etymologie? Wahrscheinlich lat. für "offen"?
Unsere M.A. Germanistin hier sagt, es käme aus dem Althochdeutschen.
Hat es doch was genutzt, die Kinder auf die Universität zu schicken.
Hallo,
interessantes Wort! Sowas kann ich einfach nicht ignorieren... hätte auch erst auf Latein getippt, aber Oxford languages meint tatsächlich auch, dass es aus dem Germanischen stammt und sich aus "a" = nicht und "ber" = tragen (vergleiche Bahre = trage, ge-bähren=die Geburt ertragen, oder auch das englische "to bear") zusammensetzt und somit mit "Untragend" im Sinn von "keinen Schnee tragend" übersetzt werden kann... Hochspannend! tröstet ein wenig über die nahezu pilzfreie Zeit hinweg.
Michael
Da fällt mir bei den ganzen schönen Bildern hier ein, dass ich Weihnachten mal wieder in der Heimat und an unserem Badesee eine schöne kleine Wanderung machen konnte:
Blick übers Schilf..
Bei den Temperaturen nicht zum Sitzen geeignet...
...Und auf das Eis
Durch bereifte Mininaturlandschaft
Und durchs Eis
Eine Biberburg?
Holzkeulen, als Hommage an Maronisto dezent defokussiert ![]()
Moinsen, Vidar und Radelfungus , das ist interessant, da wäre ich nie drauf gekommem! Danke für eure etymologischen Recherchen! ![]()
Holzkeulen, als Hommage an Maronisto dezent defokussiert
Du hast mir denTag versüßt!
Hi Andy,
das Bild 2 wirkt wie gemalt. Klasse!
VG
Hi Andy,
das Bild 2 wirkt wie gemalt. Klasse!
VG
Ja Wirklich toll, kleine Kunstwerke 😃 LG Andy
Hallo Andy,
die schwarzen "Streifen" auf dem zweiten Bild sollten durch Bispora antennata, dem Tintenstrichpilz, verursacht sein.
Viele Grüße
Thomas
Hallo Thomas,
Bispora antennata, dem Tintenstrichpilz
nunmehr als Bispora pallescens (Pers.) J.K.Mitch. & Quijada 2022 geführt.
Für mich stets ein Kunstwerk von einem Pilz. ![]()
Viele Grüße
-Marcel.
Hallo Marcel,
ich weiß nicht ob ich es richtig in Erinnerung habe, aber Bisporella (du schreibst Bispora) pallescens sollte etwas anderes sein, nämlich ein gelbes Becherchen, das gerne auf Bispora antennata aufsitzt.
Es soll sich auch nicht um die Teleomorphe handeln.
Aber vielleicht bin ich da nicht auf dem neuesten Stand.
Viele Grüße
Thomas
Hallo Thomas,
soweit ich es sehe, hat der Tintenstrichpilz laut MycoDB aktuell den vorgenannten Namen, siehe z.B. hier: Bispora pallescens
Das Becherchen Bisporella pallescens, was du hier wohl im Sinn hast, wächst in Gesellschaft vom Tintenstrichpilz.
Aber letztlich auch mehr oder weniger wumpe, denn der Tintenstrichpilz ist - egal wie er nun momentan auf Schlau benamst wird (ändert sich ja zum Teil ständig
) - einfach immer wieder ein hübscher Anblick.
Viele Grüße
-Marcel.
Es sieht eher so aus, als guckt sich der Reiher die Schafe an: Was macht ihr denn da? Und kann nicht verstehen warum diese im Grad wühlen? ![]()
Schäferhundreiher… ![]()
Es sieht eher so aus, als guckt sich der Reiher die Schafe an: Was macht ihr denn da? Und kann nicht verstehen warum diese im Grad wühlen?
kann es sein, dass der Reiher ganz genau weiß, dass die Schafe eventuell seine Beute aufschrecken?
Ünbrigens, auf dem ersten Bild in der untersten Reihe ganz in der Mitte, da hat sich ein Walross verlaufen
LG Paulis
du bist der erste, bei dem ich dieses in Kreuzworträtseln sehr beliebte Wort im praktischen Gebrauch und im passenden Kontext sehe! Ich kannte es bisher nur durch die Kreuzworträtsel! (Schneefrei = aper)
Etymologie? Wahrscheinlich lat. für "offen"? 🤷♀️ (ähnlich wie bei "Apertur" für die Öffnung eines Teleskops)
Hallo allerseits,
mangels Kreuzworträtselei und Abwesenheit in der Gegend ist mir diese regionale "oberdeutsch" Wort bisher nicht untergekommen.
Es ist nicht ganz korrekt, zu sagen, dass das Wort aus dem Althochdeutschen (ahd.) stammt. Denn das würde implizieren, dass es in dieser Sprachstufe gesichert erstellt wurde, anhand des vorhandenen Inventars an Lexemen und Wortbildung. So etwa, wie man Staatsratsvorsitzender der DDR zuordnen kann - denn Staat, Rat, vor- und sitzend sind alle bekannt und die Wortbildung transparent, einschließlich der außersprachlichen Bedingungen, die dazu geführt haben.
Bei aper weiß man jedoch nichts. Außer, und das ist eine korrektere Formulierung, dass das Wort seit dem Ahd. belegt ist.
Diese Etymologie hier:
aber Oxford languages meint tatsächlich auch, dass es aus dem Germanischen stammt und sich aus "a" = nicht und "ber" = tragen (vergleiche Bahre = trage, ge-bähren=die Geburt ertragen, oder auch das englische "to bear") zusammensetzt und somit mit "Untragend" im Sinn von "keinen Schnee tragend" übersetzt werden kann.
hat eine ganze Reihe von Mängeln. Als da wären, es gibt keinen plausiblen Grund, warum da jetzt im Ahd. und nachfolgend statt b plötzlich p stehen würde. Schließlich haben die zur gleichen Sippe idg. *bher- 'tragen' gehörenden Wörter wie Bahre, gebären, Geburt immernoch erwartungsgemäß das b. Dazu müsste man eine plausible Erklärung beibringen, warum das so sein soll. Zweitens soll a- ein negierendes Präfix sein. Gibt es, aber nur in Fremdwörtern. Stammt aus dem Altgriechischen, wie in atypisch, Ataxie und davon ausgehend auch für andere Fremdwörter wie asozial. Die deutsche (germanische) Entsprechung lautet un-, wie in unschön, unbar, ungern. Warum hätte man im Althochdeutschen (oder früher) ein Wort unter Verwendung einer griechischen Vorsilbe bilden sollen?
Drittens wäre da die semasiologische Fragestellung, ist es üblich, dass Begriffe für 'schneefrei' sprachlich durch 'nicht tragend' ausgedrückt werden? In irgendwelchen Sprachen. Das mag kein besonders starkes Argument sein, eher ein Plausibilitätscheck, denn Menschen ticken nun mal gleich, egal in welcher Sprache, und haben ähnliche Assoziationen.
Kluge, etymologisches Wörterbuch des Deutschen, sieht die Wortherkunft denn auch als "unklar", erwähnt indessen den obigen Vorschlag zur Etymologie, ohne ihn zu teilen. Das übliche Vorgehen in etym. Wörterbüchern - wenn man keine guten Erklärungen hat, schreibt man wenigstens Eventualitäten auf.
Der hier mehrfach vorgebrachte Vorschlag, dies zu lat. apertur, aperire zu stellen, ist wesentlich plausibler. Lautlich unproblematisch. Der semantische Gang dabei könnte gewesen sein "der Schnee reicht nur bis dorthin herunter, also ist der darunterliegende Pass (noch/schon) schneefrei und passierbar". Von einem offenen Pass vs. einem zugeschneiten Pass spricht man auch heute noch.
Dass man im Alpenraum eine Entlehnung aus dem Lateinischen hat, besteht auch jeden Plausibilitätscheck.
LG, Bernd
LG, Bernd
Hallo Bernd,
danke für diesen interessanten sprachwissenschaftlichen Diskurs. Ich finde sowas unglaublich spannend, und freue mich irgendwie, daß meine eher intuitive Herleitung vllt. doch gar nicht so verkehrt war...
Meine erste Assoziation war ebenfalls "aper" = "offen", da passierbar. Aber ein Beweis ist das natürlich auch nicht! ![]()
Hallo Grüni,
also klar, Beweise im naturwissenschaftlichen Sinn wird man in der historischen-vergleichenden Sprachwissenschaft eher nicht führen können. In Einzelfällen gibt es archäologische Entdeckungen oder man findet irgendwelche alten Manuskripte, die die eine oder andere Idee unterstreichen oder widerlegen.
Mein Vorgehen, wenn ich dazu ein Paper schreiben müsste, wäre zunächst Zugriff auf die Originalquellen (deren Faksimile) zu bekommen, um zu sehen, in welchem Kontext das Wort im Ahd. verwendet wurde. Vielleicht gibt es Hinweise, dass es sich um Händler, Reisende oder so handelte, die die Berge nur als Hindernis auf dem Weg in den sonnigen Süden betrachteten. Zweitens müsste man die Norditalienischen Dialekte einsehen, und natürlich das Rätoromanische, ob die das Wort verwenden, bzw. welche Begriffe die dort für schneefrei benutzen. Also zum Beispiel auch, ob "noch schneefrei" im Herbst den gleichen Begriff hat wie "schon schneefrei" im Frühling. Kelten waren auch mal hier, da könnte man auch schauen.
Wenn man da durch ist und weitere Hinweise findet, die für aper 'offen' im Sinne von 'Pass nicht zugeschneit' spricht, dann wäre das ziemlich nahe dran, an dem was man volkstümlich "Beweis" nennt. Zumindest könnte es die andere obskure Deutung verdrängen.
LG, Bernd
