Ungenießbare Pilze

Es gibt 34 Antworten in diesem Thema, welches 1.516 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Sabiieeenchen.

  • Guten Morgen ihr Lieben :)  :kaffee: ,


    ich bin mir nicht sicher ob das Thema bereits in einem anderen Beitrag schon mal besprochen wurde. Aber mich würde es interessieren wie ihr zum Thema "ungenießbare" Pilze steht? Ist es grundsätzlich gefährlich oder ungefährlich Pilze, welche als "ungenießbar" angegeben sind gut durchgegart zu probieren? Oder sollte man sich grundsätzlich nur an die klassischen Speisepilze halten, weil diese ausreichend erforscht sind und ungenießbare Pilze zwar scheinbar keine offensichtlichen Giftstoffe enthalten, aber doch langfristig den Körper schädigen könnten? Gibt es dazu bekannte Fälle oder bereits fundierte Erkenntnisse? Ich hatte nämlich mal gelesen, dass einige Pilze zu Unrecht als "ungenießbar" deklariert sind und eigentlich gut durchgegart verzehrt werden könnten.


    Vielleicht könnte mir jemand bei dieser Frage weiterhelfen, danke euch und viele Grüße.

  • Hallo Sabiieeenchen,


    warum sollen eigentlich Andere dafür Verantwortung übernehmen? Wenn bei dir solch eine Nahrungsknappheit herrscht, wäre es doch besser nahrhaftere, eiweißhaltigere Organismien zu testen. Weichtiere oder stärkehaltige Wurzeln bieten sich da eher an. Man kann Pilze gut genießen, aber zu den Grundnahrungsmitteln zähle ich sie nicht.


    Beste Grüße

    Stefan F.

  • Hallo Sabiieeenchen,


    nach meinem Verständnis ist es ein weites und variables Feld, welche Pilzarten in Büchern usw. als "ungenießbar" (oder z. B. auch als "kein Speisepilz") einsortiert werden.


    Das reicht von Arten, die einfach viel zu hart/zäh zum Essen sind, über welche, die echt allgemein und für so ziemlich alle fies schmecken, solche, die dem/der Autor*in nicht schmecken bis hin zu solchen, wo man es nicht genau weiß, wo aber nicht die gesamte Gattung bereits unter Generalverdacht steht.


    Aus meiner Sicht ist es insbesondere bei den Arten, die häufiger verzehrt werden, aber geschmackstechnisch unterschiedlich beurteilt werden, nicht deutlich kritischer als bei den weniger häufig verzehrten Speisepilzen, mal zu probieren, wie man die selbst empfindet.


    Als Beispiele fallen mir der Butterrübling ein, der vielfach als Speisepilz einsortiert ist, manchmal mit dem Hinweis "nur jung", bei anderen wiederum als ungenießbar bezeichnet wird (ich schließe mir der letzten Gruppe an ;) ), oder der Samtfußkrempling, den ich selbst noch nicht probiert habe, usw.


    Sich einfach mal unkontrolliert durch alles durchzuprobieren, was in der Literatur als "ungenießbar" deklariert ist - das halte ich tatsächlich für gefährlich. Die bei Pflanzen übliche Prüfung auf Essbarkeit (in eine ähnliche Richtung scheint dein Vorschlag zu gehen) funktioniert bei Pilzen nicht - es gibt Pilzarten mit hitzestabilem Gift, das unter Umständen erst drei Wochen nach dem Verzehr einer kleinen Menge erkennen lässt, dass es die Niere zerstört hat (weiß jemand, ob es im Pflanzenreich so etwas tatsächlich nicht gibt?).


    Beste Grüße

    Sabine

    100 Startguthaben minus APR-Gebühr 2024 = 90 + 3 (drittschnellstes Jokerverballern 2024) = 93 + 10 (dritter Platz APR 2024) = 103 minus 15 für APR 2025 = 88 + 2 (Nannettes Zwischenrätsel als 11. gelöst) = 90 + 6 (6. Platz Platzierungswette APR 2025) = 96

  • Hallo,


    hm, was soll ich sagen? Prinzipiell ist alles essbar, sofern man es klein genug bekommt und eventuell seinen Ekel überwindet.


    Willst Du Pilze essen, welche extrem stinken, oder extrem scharf oder bitter sind? Wie der Gallenröhrling als Beispiel. (Ich könnte ihn essen, denn ich gehöre zu den wenigen Prozent der Bevölkerung, welchen dieser Bitterstoff nicht schmeckt.)


    Bitte beachte: Verzehre oder koste niemals einen Pilz, welchen Du nicht zu 100 % kennst! Es kann sehr ungut ausgehen. Und nur weil bei einer Pilzart zu lesen ist „ungenießbar“, muss das nicht zwangsläufig heißen, dass sie auch ungiftig ist. Nicht alles wurde bisher untersucht. Und insbesondere eben nicht die „Ungenießbaren“.


    Viele Grüße,

    Steffen

  • Zitat
    warum sollen eigentlich Andere dafür Verantwortung übernehmen? Wenn bei dir solch eine Nahrungsknappheit herrscht, wäre es doch besser nahrhaftere, eiweißhaltigere Organismien zu testen. Weichtiere oder stärkehaltige Wurzeln bieten sich da eher an. Man kann Pilze gut genießen, aber zu den Grundnahrungsmitteln zähle ich sie nicht.

    Aber Stefan,


    Essen ist doch weit mehr als nur Ernährung! Da gibt es doch auch eine kulinarische Komponente. Denk doch nur an das knusprige Gefühle, wenn du herzhaft auf einen Fruchtkörper von Leptosphaeria acuta beißt, gefolgt von dem cremig-sinnlichen Erlebnis, wenn sich dann die Sporenmasse auf deiner Zunge verteilt und schließlich das angenehme Prickeln, daß die zugespitzten Sporen auf der Zungenspitze verursachen.


    Oder der Nervenkitzel, wenn man die Sporenmasse von Urocystis colchici probiert und sich wie beim Genuß von Fugu fragt: Hat der Koch auch wirklich nur die Sporen erwischt oder ist in der Portion auch eine tödliche Menge Colchicin von der Wirtspflanze?


    :D


    Björn

  • Aber Björn,


    du hast doch die Möglichkeit alles gut zu vergrößern und angefärbt zu sortieren. Bei den Phytos ist ja eigentlich sogar schon die Salatbeilage dabei. Man kann aber auch mal Pilze einfach Pilze sein lassen, so wie es ja auch Gemüse und eben Pflanzen gibt. Wir wollen ja auch nicht, das die Pilzsammler als ruchlose Beutegreifer gesehen werden, oder?


    Beste Grüße

    Stefan F.

  • Sabiieeenchen,


    ist nicht böse gemeint. Bedenke aber bitte den Sinn von deinen geplanten Aufwendungen, wenn du nicht in einer Notsituation bist. Wenn dann 2.000 Pilze als essbar gelten, wird es für die Nichtexperten lebensgefährlich.


    Beste Grüße

    Stefan F.

  • Hallo lieber Stefan, davon war doch gar nicht die Rede und wie kommst du denn darauf? Es geht mir nur um die Hypothese, das heißt nicht, dass ich in der Praxis jeden Pilz kosten möchte. LG Sabine :)

  • Danke für die Antwort :) !

  • Danke für die Rückmeldung :)

  • Ungenießbar bedeutet zunächst einmal nicht giftig aber aus subjektiven Gründen als nicht essbar eingestuft. Das eventuell unerkannte Giftstoffe / Schadstoffe enthalten sein können, die mangels Erfahrungswerten noch nicht erkannt werden, sollte logisch sein. Das ist allerdings nicht unbedingt ein Risiko, das sich rein auf ungenießbare Pilze beschränkt. Es gibt genug Beispiele von gängigen Speisepilzen, die später als giftig umdeklariert wurden. Umgekehrt gibt es auch im Bereich der Giftpilze durchaus Arten, die durchaus essbar wären, sofern sie korrekt zubereitet werden.

    Am Ende des Tages ist jeder für sich selbst verantwortlich und muss selbst entscheiden, was er isst und was nicht und welche Risiken er dabei eingeht. Es gibt auch unter den Speisepilzen Arten, die man kritisch betrachten kann. Die verschiedenen Champignons, insbesondere die gilbenden Vertreter, sind da ein gutes Beispiel mit ihrer Neigung zu recht starker Anreicherung von Schwermetallen (Cadmium, Blei, Quecksilber). Da gibt es hier im Forum viele Leute, die diese Arten nicht (mehr) essen und davon abraten.


    Ich selbst mache auch hin und wieder Ausflüge in die Kategorie ungenießbar, da ich es einfach interessant finde, wie der tatsächliche Speisewert ausfällt. Einiges davon wie z.B. Gelbstieliger Muschelseitling, Grauer Wulstling oder Samtfußkrempling finde ich sogar ziemlich lecker, sofern richtig zubereitet.


    Bei Arten, wo man sich in der Einstufung nicht einig ist, ob sie nun giftig oder ungenießbar sind, sollte man besonders vorsichtig sein und sich anschauen, was an Nebenwirkungen beschrieben wird und welche Stoffe nachgewiesen sind. Der Ziegelrote Schwefelkopf ist dafür ein gutes Beispiel. Der wird ja mal als ungenießbar und mal als giftig eingestuft, es ist dort aber auch bekannt, welcher Stoff für eventuelle Giftwirkung verantwortlich ist. Sofern man nicht individuell empfindlich auf den Pilz reagiert, wäre dieser unkritisch nach starkem Erhitzen. Der Pilz schmeckt aber fast so bitter wie der Grünblättrige Schwefelkopf, weshalb sich das Abenteuer nicht lohnt. Nur ganz junge Exemplare schmecken noch angenehm nussig mild. Doch ein zu alter Fruchtkörper reicht, um einem das Essen zu versauen.


    Fassen wir zusammen: Muss man alles probieren? Sicherlich nicht. Macht es trotzdem Spaß bzw. ist es interessant? Ja. Gibt es Risiken? Sicherlich, die gibt es aber auch bei Speisepilzen. Von daher: Hirn einschalten, Risiken abwägen und dann entscheiden. ;)


    LG Christopher

  • Servus Sabine,


    versetz dich bitte einfach mal in Autoren/-innen von Pilzbüchern hinein. Man zeigt eben auch "schöne" Pilze jenseits der Speisepilzecke, von denen man als Autor keine Ahnung hat, ob giftig oder nicht. Was macht man dann? "Kein Speisepilz" ist oft zu lang (Buchlayout), "Speisewert unbekannt" ist auch zu lang und vielleicht falsch, dennirgendwer kennt den Speisewert vielleicht aus Selbstversuchen, "giftig" ist zu hart, denn vielleicht ist auch das falsch. Meist bleiben dann eben drei Kategorien: 1. essbar 2. giftig 3. ungenießbar

    Daraus zu schließen, die Schubalde "ungenießbar" sei rein geschmacklich oder von der Konsistenz her nicht zum Genuss geeignet, ist dann ein gefährlicher Schluss. Wenn man sich da hinein verköstigen will, so aus Neugierde, dann würde ich vorsichtig(!) mal den Michael-Hening-Kreisel nehmen, was da als essbar steht. Wenn mein Wunschpilz dort als essbar steht, nachrecherchieren, ob man heute mehr weiß als damals. Und wenn nicht und du meinst, neugierig zu sein, dann wäre ein Kostversuch eher möglich als einfach so was "ungenießbares" zu probieren.

    Ich esse gerne Grünspanträuschlinge, die sind in aktuellen Büchern meist ungenießbar. Bei Stropharia ist auch nichts Tödliches bekannt und er wurde früher als Suppeneinlage verwendet. Oder Lacrymaria lacrymabunda. Wurde früher gegessen, schmeckt nicht aufregend, eher fad, aber essbar. Butterrüblinge stehen in vielen älteren Büchern als essbar drin. Junge und festfleischig finde ich sie o.k., alt aber... nun gut...


    Durch Literaturvergleich kannst du eher erkennen, wo Autoren ihren persönlichen Geschmack einfließen lassen und der Pilz wohl ungiftig ist und bei welchen Arten man halt kaum was weiß. Je seltener ein Pilz, umso weniger wurde er verzehrt, umso eher kann ein Gift vorhanden sein, das man noch nicht kennt. Graue Wulstlinge sind häufig, wurden oft gegessen, sind unproblematisch (wenn man sie erkennt), für mich im Geschmack aber richtig widerlich.


    Kurz gesagt: Literaturvergleich und Vorsicht. Im Zweifelsfall nicht probieren.


    Liebe Grüße,

    Christoph

  • Shroom!  Tricholomopsis Super, vielen lieben Dank an euch beide für die Tipps und Erklärungen :saint: !


    Ich hatte mir die Frage letztens gestellt als ich einen Maiporling gefunden hatte, ich meinte schon mal gehört zu haben, dass die Stilporlinge essbar sein sollen. Habe dann danach gesucht und er wurde als ungenießbar angegeben (wegen der zähen Struktur). Die jungen Fruchtkörper wirkten jedoch gar nicht zäh oder faserig. Daher die Frage..


    LG, Sabine

  • Auch aus zähen Pilzen kann man häufig was Leckeres machen. Pilzbrühe oder Würzpulver z.B. Wobei das beim Maiporling wohl nicht praktikabel ist, aufgrund der Größe der Fruchtkörper und dem vergleichsweise seltenen Auftreten. Da lohnt sich der Schuppige Porling oder der Kastanienbraune Stielporling mehr. ;)


    LG Christopher

  • Hallo zusammen,


    ich habe mich das auch schon gefragt und zwar bei Gattungen wie Psathyrella, in denen keine giftigen Arten bekannt sind. Beispielsweise habe ich einen Stumpf mit recht kräftigen Mürblingen gefunden, ähnlich P. piluliformis. Die Art gilt als essbar, allerdings hätte ich nicht sicher sagen können, ob es sich nicht um eine ähnliche Art handelt, die möglicherweise bisher unbekannte Giftstoffe enthält. Ist es deshalb ratsam, Faserlinge zum Verzehr zu sammeln? Ich weiß es nicht.

    Ein anderes Beispiel sind die Scheidenstreiflinge. Die gelten zwar allgemein auch alle als essbar, allerdings ist die genaue Artabgrenzung diffus und schwierig, außerdem sind sie sehr nah mit amanitinhaltigen und sonstigen hoch toxischen Arten verwandt. Deshalb bin ich da auch lieber vorsichtig (sofern es sich nicht um die leicht kenntlichen orangefarbenen Arten handelt), auch wenn mir kein Fall einer Vergiftung durch Scheidenstreiflinge bekannt ist.


    Deshalb muss man bei ungenießbar deklarierten Arten differenzieren. In großen Gattungen mit vielen giftigen Arten wie beispielsweise Risspilzen, Samthäubchen, Häublingen, Schleierlingen etc. gelten viele Arten als ungenießbar, die würde ich unbedingt meiden (hier ist der Speisewert vermutlich nicht bekannt und davon auszugehen, dass sie giftig sein könnten).

    Arten, die leicht kenntlich, häufig und in manchen Büchern als essbar deklariert werden, kann man sicherlich schon eher probieren. Generell ist Vorsicht natürlich immer ratsam.


    Viele Grüße

    Emil

  • Je mehr ich hier lese, desto mehr beschleicht mich das Gefühl, dass eine Hungersnot ausgebrochen ist und ich es nicht mitbekommen habe. :saint:


    Gruß

    Peter


    PS: Es gibt Unmengen an Pilzkochbüchern, die sich mit diesem Thema beschäftigten. Zu empfehlen sind besonders die Kochbücher der Nachkriegszeit - egal ob nach dem 1. oder 2. Weltkrieg.

  • Ein anderes Beispiel sind die Scheidenstreiflinge. Die gelten zwar allgemein auch alle als essbar

    Die sind finde ich ohnehin eher für die Kamera interessant, als für den Teller. Habe von denen schon einige Arten durch, sind allesamt geschmacklich unbedeutend und von der Konsistenz auch eher in Richtung Schopftintling. Dann lieber letzteren, der schmeckt wenigstens nach was. Der einzige wirklich gut Speisepilz in der Amanita-Gattung ist der Perlpilz und dabei auch einfach zu bestimmen.


    LG Christopher

  • "Kein Speisepilz" ist oft zu lang (Buchlayout), "Speisewert unbekannt" ist auch zu lang und vielleicht falsch, dennirgendwer kennt den Speisewert vielleicht aus Selbstversuchen, "giftig" ist zu hart, denn vielleicht ist auch das falsch. Meist bleiben dann eben drei Kategorien: 1. essbar 2. giftig 3. ungenießbar

    Daraus zu schließen, die Schubalde "ungenießbar" sei rein geschmacklich oder von der Konsistenz her nicht zum Genuss geeignet, ist dann ein gefährlicher Schluss.

    Mein erster Gedanke war, dass die Kategorie "ungenießbar" auch nochmal unterteilt werden müsste in "grundsätzlich essbar, schmeckt aber brutal widerlich" (was subjektiv ist) und "schlichtweg nicht essbar" (zum Beispiel weil der Pilz unfassbar zäh oder schleimig ist), ich sehe aber ein, dass das den Rahmen der üblichen Bestimmungsliteratur sprengt und auch wieder Diskussionen auslöst. Manch einer findet dann raus, dass man einen zähen Pilz in Pulverform gut als Suppenwürze benutzen kann.


    Es ist also kompliziert. Die jetzige Dreiteilung ist nicht für alle Fälle optimal, aber ein perfektes System wird es nie geben.


    LG Suillus

  • Ich habe auch noch ein Beispiel. Der goldgelbe Zitterling, Tremella mesenterica, wird in DE meist als ungenießbar bezeichnet. In den USA wird er als Witches Butter bezeichnet und häufig gesammelt und gegessen. In Deutschland gibt es den Namen Hexenbutter für Exidia glandulosa und Fuligo septica (gehört zu den Schleimpilzen). Wobei ich von letzterem schon gehört habe, dass er roh auf Brot gestrichen wird. Bei dem macht der Name Hexenbutter dann auch den meisten Sinn.

    Alle drei genannten Arten sind schon allein aufgrund der Konsistenz für mich nicht ansprechend und daher würde ich sie auch nicht essen. Also ist die Bezeichnung ungenießbar für mich korrekt, für andere gelten sie aber als essbar.


    Wie die anderen Beispiele schon zeigen, sollte man vor Verkostung einer "ungenießbaren" Art, weitere Literatur zu Rate ziehen und sich gut überlegen ob man sie probiert. Unbekannte Inhaltsstoffe sind nicht unwahrscheinlich.

    Noch dazu kommen individuelle Unverträglichkeiten, wie bei mir mit Pfifferlingen und Flockenhexen.


    Und grundsätzlich muss ich nicht alles was vielleicht irgendwie essbar gemacht werden kann, auch wirklich probiert haben. ;)

  • Safran-Scheidenstreiflinge probiert

    Ja und den Riesen-Scheidenstreifling. Für mich beide genauso unbedeutend wie die kleineren Vertreter der Scheidenstreiflinge. Ich muss sagen, dass ich den Grauen Wulstling da interessanter finde. Der schmeckt zwar für sich recht eigenwillig (erdig, Keller, Rüben), kommt aber in Kombination mit anderen Aromen durchaus gut. Gebraten mit Speck, Zwiebeln und Ahornsirup oder auf ner Pizza mit Hackfleisch und Zwiebeln. Bei Scheidenstreiflingen schmecke ich nichts. Die sind im Essen nur Füllstoff. Vielleicht liegt's aber auch einfach an meiner Zunge. :D


    Oder Kaiserlinge?

    Nun, ich beziehe mich hier auf Deutschland. Hier spielt der Kaiserling ja keine Rolle. Weder kommt er nennenswert vor, noch dürfte man ihn für Speisezwecke sammeln.


    LG Christopher

  • Ja und den Riesen-Scheidenstreifling. Für mich beide genauso unbedeutend wie die kleineren Vertreter der Scheidenstreiflinge.

    Hallo Christopher

    Ich kenne einen Platz, wo bei bestimmten Bedingungen richtig viele Riesen-Scheidenstreiflinge wachsen. Letztes Jahr hab ich mehrmals einige mitgenommen und sie probiert. Ich finde sie fantastisch und werde sicher wieder einmal welche nehmen. Die üblichen Röhrlinge sind gut, aber meiner Meinung nach geschmacklich einfach nicht so interessant. Perlpilze empfinde ich jetzt nicht als so toll, doch vielleicht müsste ich die gründlicher schälen...

    LG Andreas

  • Auf andere "Lebensmittel" übertragen würde, nach der gleichen Beurteilung, die für Pilze (je nach Autor) als "ungenießbar" zu Grunde gelegt wird, als ungenießbar unter anderem gelten:

    - Äpfel und Nüsse (Allergien)

    - Kochsalz, Muskatnuss (in kleinen Mengen zum Würzen gut, in großen schädlich)

    - Alkoholische Getränke (minimal giftig, aber das Gift baut sich schnell wieder von selber ab)

    - Chicoree, Rucula, Sellerie, Tonic Water, Bitterschokolade, etc. (zu bitter; Je nach Geschmack))

    - Hagebutten, Quitten, diverse Beeren, Fleisch, rohe Nudeln und Reis (hart, zäh, schwer verdaulich, erst nach Kochen weich genug zum essen)

    - Kartoffeln, Auberginen, Bohnen ( roh giftig)

    - Pudding, Gelee, Sülze, Okraschoten, Popel (schleimig, wabbelig, glibberig)

    - Brösel (minderwertig, zu klein)

    - Stinkekäse, hundertjährige Eier, fermentierter Fisch (riecht schon so abstoßend, das man es gar nicht mehr probieren möchte)

    - Milbenkäse (da krabbelt es schon heftig drin)

    - gebratener Pfeilgiftfrosch einer ultra-seltenen Unterart, der zehn Jahre lang in vergorenem Holunderbeerextrakt fermentiert und dann in Stinkruchtsaft rausgebraten wurde (hat noch nie jemand probiert)

    - Papier, Karton (schmeckt nach nichts und kein Nährwert)

    - Gras, Holz, Leder (hart, zäh, kaum zu kauen, aber ansonsten unschädlich)

    - Seife (schmeckt seifig)

    - Mandeln (sind essbar, aber optisch praktisch nicht von giftigen Bittermandeln zu unterschieden)

    - Kaviar, Austern, Knoblauch, Fett, Schafsaugen und alle anderen Lebensmittel die, irgendjemand jemals ekelhaft fand, andere aber essbar finden


    Was du davon riskieren willst zu essen, liegt ganz bei dir. ;)


    Übrigens, ich mag ganz junge Samtfußkremplinge in der Mischpilzpfanne gebraten und finde sie schmackhafter als Edelreizker, der immer irgeneine leicht bittere Note für mich hat (ich bin aber auch mit abnormal hohem Bitter-Geschmackssinn getestet worden) und ekle mich vor allem, was Mayonaise, Sülze und kaltes Wurstfett beinhaltet. Meine Mutter und mein Bruder essen Quitten roh, in dünne Scheiben geschnitten und kümmern sich nicht darum, das überall geschrieben steht, das man die nicht roh essen kann.

    Man sollte den Hinweis "ungenießbar" teilweise als "schmeckt nicht jedem", "probieren auf eigene Gefahr" oder "ließ erstmal nach ob das was für dich sein könnte" interpretieren, teilweise aber auch wirklich als "nicht essbar oder Bauchaua")

  • Hagebutten, Quitten, diverse Beeren, Fleisch, rohe Nudeln und Reis (hart, zäh, schwer verdaulich, erst nach Kochen weich genug zum essen)

    Also wen Hagebutten richtig reif sind und ein, zweimal Frost bekommen haben, kann man die auch ungekocht wunderbar auslutschen. Ist auf den Winterpilztouren immer mein Snack. Schmeckt besser als jedes Fruchtbonbon. :)


    Übrigens, ich mag ganz junge Samtfußkremplinge in der Mischpilzpfanne gebraten

    Jo, ist finde ich auch ein unterschätzter Speisepilz. Aber anscheinend nehmen manche Leute dort einen Geschmack wahr, den andere nicht wahrnehmen. Oder sie kochen ihn nicht genug aus. In jedem Fall korrekt zubereitet für mich ein recht schmackhafter Pilz. Den Klassiker daraus einen Wurstsalat zu machen mag ich ganz gerne. Am besten finde ich den Pilz aber mediterran eingelegt. Allein die Konsistenz macht schon Spaß beim Essen.


    Reizker schlägt er für mich geschmacklich aber nicht, wobei ich bei denen auch keinerlei Bitterstoffe wahrnehme. Auch nicht beim Fichtenreizker. Beim Edelreizker kann ich nicht mitreden, den gibt es hier nicht bzw. habe ich ihn noch nicht gefunden. Nur Fichten- und Lachsreizker gibt es in Massen. Die finde ich geschmacklich aber gleichwertig, wenn sie richtig gut gebraten wurden. Zu kurz gebraten sind beide für mich geschmacklich ungenießbar.


    LG Christopher