Beiträge von Suillus

    Ja, ich hatte noch die Information unterschlagen, dass bei uns selbst saure Standorte tendenziell auch nährstoffreich sind. Brombeere ist da sehr häufig anzutreffen. Und deswegen meinte ich, dass unter tendenziell genügsamen Baumarten keine Fruchtkörper zu finden sind. Unter Fichte oder Kiefer habe ich hier noch nie Steinpilze oder gar Pfifferlinge gefunden. 🙂

    Ah, jetzt verstehe ich. Ja, das ist hier auch so. In überdüngten Wäldern mit viel Brombeerbewuchs und anderen Stickstoffzeigern findet man bei den Fichten in der Regel gar nichts. Steinpilze finde ich bei Fichte primär in Monokulturen mit moosigem Untergrund, ohne jeglichen anderen Bewuchs.


    Natürlich saure und magere Standorte sind hier abseits der Moorgebiete, in denen striktes Sammelverbot herrscht, leider rar gesät.


    LG Suillus

    In den durchweg basischen Buchen-/Eichenmischwäldern hier kommt Edulis sehr häufig vor, auch gerne mit Reticulatus bunt gemischt. Allerdings nicht jedes Jahr in großer Menge. Die ersten Funde von Edulis im Jahr mache ich oft im Laubwald. Zuverlässiger sind die Fichten-Plantagen. Aber IMHO ist den gemeinen Steinis der PH-Wert recht egal - zumindest sagt mir das meine Beobachtung.


    Wenn sie so spät noch im Buchenwald erscheinen, lohnt auch der Blick auf Stellen von Reticulatus, denn die kommen hin und wieder dann auch nochmal, selbst wenn es schon recht kalt geworden ist.

    Danke Christopher, das ist ein wertvoller Hinweis. Ich hatte mal gehört, die würden sich gegenseitig eher ausschließen, aber ist ja gut zu wissen, dass man sie auch im gleichen Habitat finden kann. Ich muss den Kalkbuchenwäldern nochmal einen Besuch abstatten, vielleicht kommt da nochmal was nach. Ich kann mir gut vorstellen, dass gerade im Spätherbst mit Buchen bewachsene Südhänge dank der kahler werdenden Bäume (Sonneneinstrahlung) und der dicken Laubauflage einen Standortvorteil gegenüber den immer dunklen Fichtenbewachsungen haben. Andererseits, vielleicht hat ein Fichtendickicht in sternenklaren Nächten einen isolierenden Effekt nach oben hin... :/

    Meine laienhafte Erklärung ist, dass Kiefern und Fichten genügsamer sind was die Nährstoffversorgung angeht und deshalb sich dort diese bestimmten Mykorrhiza-Pilze in unserer Region schwer mit denen tun. Die wiederum suchen sich dann eher die genannten Laubbäume, die vielleicht eher unterversorgt sind. Vll kann ja jemand mit Expertise etwas dazu sagen?

    Also soweit ich weiß muss ein magerer Standort nicht gegen Pilzwachstum sprechen - im Gegenteil, gerade da kann es viele Mykorrhiza-Pilze geben, weil die Bäume mehr von der Symbiose haben als an gut versorgten Standorten, und vielleicht eher geneigt sind, diese einzugehen. Siehe die endlosen Wälder von Skandinavien, die im Vergleich zu unseren Wäldern eher wenig mit Stickstoffeinträgen zu kämpfen haben, und wo es in guten Jahren trotzdem massenhaft Steinpilze und Pfifferlinge zu holen gibt. Vielleicht kommt einem das aber auch nur so vor, weil die Saison in den nördlicheren Breiten kürzer ist und es deshalb mehr Massenfruktuationen einzelner Arten gibt.


    LG Suillus

    Danke für euren Input, ich muss das mit dem Erstfund tatsächlich revidieren, ich habe in den Jahren zuvor schon zweimal einen edulis unter Rotbuche gefunden, aber ist hier doch eher selten. Liegt vermutlich daran, dass wir hier am Albrand grundsätzlich eher kalkig unterwegs sind. Der Gemeine Steinpilz wird teilweise als bodenvag beschrieben, teilweise als acidophil (Kosmos-Handbuch Pilze) - mein Eindruck ist auch eher, dass er es ein wenig sauer mag, weshalb er hier meist in den Fichtenschonungen vorkommt.


    LG Suillus

    Steinpilze wachsen nach, endlich gab es einen stämmigen mit Fäßchen-Stiel

    Ich war gestern kurz im Wald und wollte eigentlich schauen, ob die Kraterellen wieder da sind (leider nicht).


    Umso überraschter war ich, dass mich in einem Buchenhain von oben gut getarnt dieser schöne Dickie begrüßte:




    Für mich ein Erstfund von B. edulis unter Rotbuche, und dann auch noch so spät im Jahr! Der kommt heute auf die Pizza.


    LG Suillus

    Er benutzt eine Optik, die scharf abbilden kann; dies erkennt man am scharf abgebildeten Moos im Mittelgrund.

    Wo du da im Mittelgrund scharfes Moos erkennen kannst, erschließt sich mir nicht. Der Fokus liegt eindeutig auf dem Vordergrund, alles ab Bildmitte, inklusive Pilz, ist deutlich unscharf


    LG Suillus

    Hat jemand von euch schon Herbsttrompeten gesehen? Ich war an meiner Erstfundstelle von letztem Jahr, da leider gähnende Leere.


    Ein weiteres Waldstück, das ich aktuell etwa einmal die Woche durchstreife, ein weiteres Mal völlige Ernüchterung: Nich ein einziger Mykorrhizapilz. Craterellen, Schleierlinge, Schnecklinge und Ritterlinge die da sein sollten allesamt völlig abwesend.

    Hier ähnlich. Die einzigen Mykorrhizapilze, die in guter Zahl erscheinen, sind Amanita muscaria bei den Fichten.


    Alles andere ist rar gesät und kommt, wenn überhaupt, nur vereinzelt.

    Guten Mittag,


    nicht nur der Atlantik lebt, auch das Mittelmeer dreht richtig auf. In Spanien gab es zum Beispiel im kleinen Städtchen Pego unfassbare 617 mm Niederschlag in 24h. Selbst der 12-Stunden-Wert von 488 mm übersteigt den bisherigen Jahresniederschlag 2026 in meinem Ort deutlich (ca. 400 mm).

    Es geht mit unfassbaren Starkregenereignissen weiter! Bei Solenzara auf Korsika hat es in gerade mal drei Stunden 416,5 mm geregnet 8|.

    Bekannte haben auf dem Campingplatz bei Solenzara ihren Dauercamper stehen, ich hoffe der ist noch da.


    LG Suillus

    Guten Mittag,


    nicht nur der Atlantik lebt, auch das Mittelmeer dreht richtig auf. In Spanien gab es zum Beispiel im kleinen Städtchen Pego unfassbare 617 mm Niederschlag in 24h. Selbst der 12-Stunden-Wert von 488 mm übersteigt den bisherigen Jahresniederschlag 2026 in meinem Ort deutlich (ca. 400 mm).


    Ansonsten ist der Herbst jetzt richtig angekommen, aber Nachtfröste bleiben uns noch eine Weile erspart! Ich wünsche allen volle Körbe und eine gute Woche.


    LG Suillus

    Der Atlantik lebt!


    Die Karten von heute zeigen die ersten kräftigen Tiefdruckgebiete seit vielen Monaten, die uns von Westen her anlaufen werden.


    Hier eine Karte vom kommenden Samstag. Ganz Deutschland, die Schweiz und weite Teile von Österreich liegen unter Tiefdruckeinfluss.



    Auf irgendwelche Literprognosen würde ich mich noch nicht einlassen, das wäre zum jetzigen Zeitpunkt unseriös. Aber ich denke wir können fast überall mit unbeständigem und nassem Wetter rechnen.


    Wenn jetzt noch die Nachtfröste fern bleiben, gibt es vielleicht ein letztes Hurra zum Herbstabschluss.


    LG Suillus

    Und würdet ihr solche wegtun, obwohl noch fest?

    Flockenstielige Hexenröhrlinge gehören zu den stabilsten Röhrlingen und bleiben auch im fortgeschrittenen Altersstadium noch recht fest. Das gezeigte Exemplar ist deutlich drüber und sollte zum Aussporen im Wald verbleiben.


    LG Suillus

    Dito, ich war auch überrascht was die Modelle da plötzlich drin haben.


    ECMWF und ICON gehen voll mit, aber das GFS sträubt sich auch im Mittagslauf weiterhin. Morgen wissen wir mehr. Kann leider genau so gut sein, dass die Option wieder verschwindet.


    P.S. Ich habe heute zufälligerweise tatsächlich eine Flasche Schampus kaltgestellt, weil es privat was zu feiern gibt, aber dann lohnt es sich gleich doppelt.


    LG Suillus

    Hallo,


    auf dem Atlantik passiert gerade spannendes.


    Auf Island steuert ein sehr starkes Tiefdruckgebilde zu. Da hat auch der Hurrikane Isaias, bzw. seine Überreste, die Finger im Spiel, wie hier angeteasert.



    Leider werden wir nicht direkt erwischt, aber da sieht man mal wieder: kommt der Atlantik in Gang, tut sich wettertechnisch plötzlich auch was bei uns.


    LG Suillus

    Hallo Dominik,


    ich habe zwar selber noch nie etwas sequenzieren lassen, aber ich weiß dass viele das über einen gewissen Pablo bei Alvalab in Spanien machen lassen.


    Wie die Probe vorbereitet werden muss, schreibt bestimmt noch jemand.


    LG Suillus

    Hallo Bläuling,


    ich würde mal ein paar Tage abwarten, ob die größer werden. Für mich sieht das nach sehr jungen Fruchtkörpern aus.


    LG Suillus

    Hallo,


    wettertechnisch schaut es weiterhin zäh aus. Morgen kommen zwar recht flächig mal ein paar Liter dazu, aber der große Befreiungsschlag zur Beendigung der Dürre wird es leider noch nicht werden.


    Da hilft es, wenn wir mal über den Tellerrand bzw. über den Teich nach Nordamerika blicken. Im Atlantik gab es in dieser Saison bisher noch nicht einen einzigen (!) Hurrikan, was seit mindestens dem zweiten Weltkrieg (vermutlich noch deutlich länger, aber die "Hurricane Records" reichen nicht weiter zurück) noch nie vorgekommen ist.

    Für uns ist das deshalb interessant, weil die Überbleibsel von atlantischen tropischen Stürmen oft in Form von ergiebigen Regengebieten nach Westeuropa weiterziehen und über dem Land abregnen.

    Ich bin kein Meteorologe, aber ich wäre schwer überrascht, wenn die sehr ungewöhnliche Dürreperiode in Europa nicht zumindest teilweise durch das Ausbleiben der tropischen Stürme begünstigt wurde.


    Jetzt zum Wochenende hin könnte sich aber endlich mal was tun: https://arstechnica.com/scienc…ally-produce-a-hurricane/


    Freilich ist die Hurrikan-Saison schon fast wieder vorbei, aber vielleicht signalisiert der Sturm, dass die Zirkulationspumpe Atlantik endlich mal wieder ein wenig in Gang kommt.


    LG Suillus

    Hallo,


    ja, die Biester sind echt lästig. ab Mitte September geht es meistens los und im Oktober ist dann deren Hochsaison. Gebissen/gestochen haben sie mich zum Glück noch nie, aber sie krabbeln auch bei mir gerne unter die Kleidung.


    Dazu muss man sagen, dass der Mensch eigentlich ein Fehlwirt ist, aber sie sich von langen Haaren, brauner Kleidung und Leder angezogen fühlen. Ich lasse mir gerade die Haare wachsen und sie sind jetzt schon schulterlang. Seit diesem Jahr merke ich auch eine deutliche Zunahme von Anflügen durch HLFs. Ich muss wohl mal ein Kopftuch probieren, das soll helfen.


    Unterm Strich finde ich Zecken aber trotzdem lästiger. Die HLF macht sich immerhin durch ihr penetrantes rumgekrabbel bemerkbar. Eine Zecke entdeckt man gerne mal erst, wenn sie schon blutsaugend in der Kniekehle hängt.

    die kommen vor allem in Wäldern mit hohem Wildbestand vor.

    Mein Eindruck ist auch, dass sie in Nadelwäldern viel häufiger sind als in Laubwäldern. Vielleicht liegt das aber auch daran, dass sich dort mehr Wild aufhält...

    Eine ganz ganz kleine Fliege, die oft schon nach den ersten Schritten im Wald, einem im Zickzack-Kurs direkt vor den Augen fliegt, und jede Richtungsänderung und Kopfdrehung mitmacht! Sie versucht immer vor den Augen zu bleiben, und wenn man keine freie Hand hat schafft sie das relativ lange.

    Kennt ihr die auch?

    Ja, das habe ich auch schonmal erlebt.


    LG Suillus

    Bereitwillig hinnehmen werde ich es, erklären kann ich es nicht.


    Ich tüte das mal in die Schublade mit den anderen mysteriösen und mirakulösen Vorgängen ein.


    Die offizielle Wetterstation zwei Kliometer nebenan meldet null Niederschlag.

    Ja, hier auch regional sehr unterschiedlich. Bei Meßstetten gab sogar 73 Liter, dafür haben die Wälder südlich von hier fast nix abgekriegt. In den Kalkbuchenwäldern im Norden sieht es nicht so schlecht aus, vielleicht klappt es ja mal mit Herbsttrompeten.


    LG Suillus

    So kann es passieren, dass in der groben 7-Tage-Vorhersage für einen recht großen Bereich Niederschläge vorhergesagt werden (auch, damit niemand hinterher überrascht wird), aber wenn der Termin näher rückt, wird die Vorhersage immer weiter verfeinert und bei manchen werden die Niederschläge intensiviert, bei anderen weggestrichen.

    Es kommt selten vor, aber es ist passiert: es hat die ganze Nacht über teils kräftig geregnet, und der Blick in den Regenmesser heute morgen offenbarte 19 Liter, obwohl in der Vorhersage nur 3 bis 4 waren. Das ist trotzdem kein Grund zum neidisch werden, das sind unsere ersten nennenswerten Niederschläge seit einem Monat ;(.

    Am Donnerstag und Freitag soll nochmal ein größeres Regengebiet reinkommen, was dem Großteil des Landes Niederschläge bringen sollte. Wenn jetzt noch die Nachtfröste bis November wegbleiben, könnt es vielleicht doch noch was werden mit der Herbstsaison.


    LG Suillus