Beiträge von Austernseitling

    Ich bin ja eigentlich ganz gleicher, skeptischer Meinung bei Neomyceten. Wenn uns jedoch die Fichten und Buchen wegsterben durch den Klimawandel, ist es aus mykologischer (und wohl erst forstwirtschaftlicher) Sicht ja doch ganz begrüssenswert, dass die vielen Douglasien in unseren Wäldern irgendwann auch noch etwas mehr Mykorrhizapartner finden!!

    LG Andreas

    Liebe Pilzmenschen


    Ich habe gestern in einem Auwald verschiedene Cortinarien finden können. Hier mal eine, bei der ich glaube, allein makroskopisch recht weit gekommen zu sein.

    - Der Geruch ist nicht gut, aber auch nicht ausgeprägt.

    - Hutdurchmesser: bis ca. 6 cm

    - Stieldicke an der Spitze: über 1,5 cm

    - nirgends schleimig

    - Wächst bei Hainbuche, Fichte und Ulme.

    Mit Kibby und Winkler/Keller lande ich bei Cortinarius damascenus, dem Büscheligen Wasserkopf. Im Winkler irritiert dann das Foto; im Kibby nicht.


    Es war gestern nass im Wald, da sahen die Pilze so aus:


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    Heute ist das mitgenommene Exemplar nun nachgetrocknet und sieht etwas anders aus:

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    An verletzten Stellen am Hut hat er geschwärzt.


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    Das Fleisch schmeckt offenbar lecker:-) Mit KOH wird es stark dunkelbraun, bald schwarz. Besonders schnell geht die Reaktion im Hutfleisch.


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    Mit KOH reagiert auch Huthaut und stiel in dunkelstem Braun, bald Schwarz.


    Von dieser KOH-Reaktion lese ich in meiner Literatur nicht. Bei interhias.de ist von dunkel-schokoladenbraun die Rede.


    Könnt ihr mir folgen oder bin ich komplett falsch abgebogen? Danke für eure Meinungen. Vermutlich geht eine Bestimmung auf Artebene ja eh nur mikroskopisch.


    LG Andreas

    Hallo Andreas,


    an Fichte glaube ich bei dem Stubben nicht. Ich denke eher an ein belaubtes Hartholz. Die Schnittfläche ist dunkel und nicht mehr ganz frisch, aber immer noch glatt. Abgesehen von Löchern, wo die Fasern ausgerissen sind. Der rechte Rand zeigt Spuren eines Bruchs, möglicherweise abgesägt nachdem der Baum abgebrochen war (Schneelast, von anderem Baum mitgerissen?) Oder das Wegsägen erfolgte nicht ganz normgerecht, wogegen aber die Löcher sprechen.


    LG, Bernd

    Hallo Bernd


    Danke für deine Antwort. Ich kann deiner Argumentation bestens folgen. Ich habe den Baumstumpf extra fotografiert, aber hier vergessen einzustellen:

    Ich glaube da schon an Nadelholz. Oder siehst du das anders?


    LG Andreas

    Hallo Andreas,


    die rätselhaften Gebilde am Ende sind Phlebia nothofagi. Riech da mal dran, die riechen nach Birnenschnaps.


    Björn

    Hallo Björn


    Herzlichen Dank! Du meinst jene auf Foto Nr. 9, gell?


    Da muss ich unbedingt nochmals hin, das klingt ja verlockend:-) ...wobei möglicherweise der Hundeurin überwiegt... der Baumstumpf steht an einer Wanderwegkreuzung bei mehreren beliebten Feuerstellen...


    Ich werde berichten - sofern mich der Birnenschnapps nicht grad umhaut;-)


    LG Andreas

    Liebe Pilzmenschen


    Folgender auffälliger Pilz ist mir gestern in Bern in einer kleinen Fichtenschonung auf einem Fichten-Strunk (so meine ich) aufgefallen:


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    Ich musste an den Getigerten Sägeblättling, Lentinus tigrinus denken, den ich vor ein paar Tagen mitten in Leipzig gefunden hatte. Der Geruch war ähnlich: sehr angehm, etwas milchig. Aber es passt so einiges nicht:


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    Der Stiel ist etwas sehr mächtig und hat keine feinfaserigen, dunklen Schuppen.


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    Es gibt keine für Sägeblättlinge charakteristische gesägte Lamellenschneiden.


    Und der Getigerte Sägeblättling sollte weder auf Fichte noch mitten in einem eher trockenen Wald wachsen.


    Aber ich kann es nicht glauben, ich finde in meiner Literatur und im Netz nichts Passendes für diesen so auffälligen Pilz. Offenbar bin ich auf beiden Augen blind.


    Das einzige, was irgendwie ähnlich ist, ist der Berindete Seitling, Pleurotus dryinus. Dieser wächst momentan nur gerade 200 m entfernt auf einem Buchenstrunk, sieht dort aber ziemlich anders aus, insbesondere ist der Stiel eben berindet und die Schuppen auf dem Hut sind ziemlich farblos. Bei dem soll es schon Funde auf Fichte gegeben haben.


    Wer kann mir helfen?


    Hier noch weitere Bilder:


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    Danke euch und herzliche Grüsse

    Andreas

    Liebe Pilzmenschen


    Gestern habe ich auf einem grossen, alten Laubholz-Stumpf folgende Pilze gefunden. Es hat frisch geregnet, drum ist alles recht glänzend und dunkel. Wahnsinnig typisch für Rötende Saftwirrlinge sehen die Fruchtkörper nicht aus. Alte Exemplare sollen jedoch vollständig dunkel behaart sein können (Dörfelt/Ruske). Meine Exemplare sind zwar recht klein. Wegen der starken Trockenheit in den letzten Monaten kann ich mir vorstellen, dass sie sehr klein geblieben und in dieser Grösse (ca. 4-5 cm Hutdurchmesser) gealtert sind. Die Fruchtschicht passt gut und hat auch gerötet/gebräunt, da wo sie berührt wurde.


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    Jetzt trocknet der mitgenommene Pilz langsam:

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    Ein Querschnitt war nicht wirklich möglich; der Fruchtkörper ist gummig-zäh, aber komplett ausgehölt und wird von innen heraus abgebaut:


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    Ich finde nichts anderes, das irgendwie passen könnte. Wie seht ihr das?


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    Ebenfalls auf dem gleichen Baumstrunk wachsen Riesenporlinge, Schwefelköpfe und einige rätselhafte Gebilde:


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    Für sachdienliche Hinweise - auch zu den rätselhaften Gebilden - bin ich sehr dankbar:-)


    LG Andreas

    Hallo Beli,


    das mag schon stimmern aber diese Saison ist trotzdem eine der schlechtesten in meinem Leben. Hoffentlich wird der Herbstkomplex besser.


    VG Jörg

    Lieber Jörg

    Das mag schon stimmen, aber deine Chemnitzer Parks und Friedhöfe sind extreeeem überdurschnittlich. Sowas gibts hier nirgends. Okay, bei uns kannst du in die Berge ausweichen, aber dort machst du Kilometer und hunderte Höhenmeter!

    LG Andreas

    inspiriert durch Videos auf Instagram, ein paar dieser Plastik-Liibellen zugelegt.

    Hallo Bernd

    Hab noch nie von Plastiklibellen gehört. Also etwa so?

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    Das klingt doch mal vielversprechend! Danke.

    LG Andreas

    Ich finde Namen ohne Diskriminierungspotential sinnvoll. Sehr verwirrend finde ich jedoch, wie er von SwissFungi, unserer Pilzforschungsstelle an der WSL genannt wird: Spitzgebuckelter Korallenmilchling.


    LG Andreas

    Eine andere (Hypothese), die mir Peter W. mitgeteilt hat ist die dass die Blaufärbung an der Basis von G. oregonensis von S. caerulescens stammen könnte. Zumindest in dessen Beschreibung ist von solch einer nicht die Rede.

    Das ist wirklich interessant. Ich hab das Netz nun auch nach Beschreibungen von G. oregonensis durchsucht. Tasächlich ist in keiner der wenigen auffindbaren Beschreibungen vom Blauen die Rede. Ich hab ebenfalls die über 3000 Bilder auf iNaturlist überflogen (dank der beträchtlichen Reiseverlängerung durch die Deutschen Bahn). Meine Schlüsse daraus:

    Erstens: Es gibt nur ca. 10 Schnittbilder zu sehen. Da blaut nichts. Aber vermutlich wurden sie nicht erst 15 min. nach dem Schnitt aufgenommen... Zweitens: Es gibt jedoch etwa zehn Bilder, auf denen der Pilz mehr oder weniger deutlich blaut am Stiel! Das krasseste ist dieses: https://www.inaturalist.org/observations/190116235.

    Viele dieser blauen Meldungen haben "Forschungsqualität" auf iNatutalist, wurden also mehrfach als G. oregonensis identifiziert. Ich ziehe daraus den Schluss, dass der Pilz wohl blauen kann. Dass er es aber relativ selten tut, könnte tatsächlich damit zusammenhängen, dass das Blauen vom parasitierten S. caerulescens herrührt. Man könnte mal schauen, ob jene Fruchtkörper, welche direkt an denen von S. caerulescens wachsen, eher blauen, als jene die solitär rumstehen. Ihr könnt meine Hypothese gern demontieren, falls ihr das für biologisch unlogisch ist:-)


    LG Andreas

    Hallo Steffen

    Zum Lilastich kann ich nicht viel sagen. Ist mir bisher nie aufgefallen. Ich bin aber auch kein derartiger Fotonerd wie du ;) Und meine Handykamera ist sehr durchschnittlich. Das Stielfleisch nach ca. 15 min. sah ich farblich definitiv näher an meinen Fotos als an Jörgs Foto. Drum habe ich hier extra auf die Rötung hingewiesen.

    LG Andreas

    Liebe alle

    Das klingt ja sehr spannend, was sich da grad entwickelt. Danke für die guten Imputs allerseits und herzlichen Dank, Jörg, für die extrem bereichernde, nicht enden wollende Pilzführung gestern! Ich war da nämlich auch dabei, da ich grad in Chemnitz weilte:-))


    Hier noch ein paar meiner Fotos von dem ominösen Gelbfuss.


    Vielleicht auch noch interessant: Nach 10 min. hat das Stielfleisch leicht gerötet:


    Was für ein fulminanter Abschluss meiner kurzen Deutschlandreise!


    Liebe Grüsse aus dem Zug zurück in die Schweiz

    Andreas

    Deswegen werden diverse mediterrane Arten wohl gerade häufiger in und nördlich der Alpen (Klimawandel).

    Ob das auf den Kaiserling zutrifft, ist für mich nicht klar, wenn ich die Kartierungen in der Schweiz anschaue. Im Raum Genfersee und im Tessin scheint es deutlich mehr Funde zu geben in den letzten 15 Jahren, nördlich davon jedoch eher weniger.

    Lieber Albus

    Ein Neophyt ist per Definitionem eine Pflanze, welche vom Menschen nach 1492 ("Entdeckung" Amerkas) eingeführt wurde. Bei Pilzen spricht man von Neomyceten. Die Pilzsporen können auch auf natürlichem Weg grosse Distanzen überwinden und wenn die Bedingungen am neuen Ort stimmt, können sie Myzele bilden. Deswegen werden diverse mediterrane Arten wohl gerade häufiger in und nördlich der Alpen (Klimawandel). Von Neomyceten wird dabei nicht gesprochen. Neomyceten sind es dann, wenn sie sich durch "Flucht" aus Pilzzucht oder durch Mitbringen von Jungbäumen oder Substrat in einem neuen Gebiet ansiedeln. So verstehe ich das jedenfalls.

    LG Andreas

    Ich verstehe diesen Thread ganz anders. Siehe erster Eintrag.

    LG

    Liebe Testköch:innen

    Überrascht habe ich hier kürzlich gesehen, dass Amanita strobiliformis von sehr wenigen probiert wurde und dabei nicht mal wirklich gut wegkommt. Dieses Jahr hat der Pilz ein grosses Auftreten (mindestens im Süden/CH), da könnte man hemmungslos testen! Ich fand ihn wirklich sehr fein. Und seine Haptik und Konsistenz bei der Verarbeitung ist grossartig, finde ich.

    LG Andreas