Beiträge von Austernseitling

    Ich verstehe diesen Thread ganz anders. Siehe erster Eintrag.

    LG

    Liebe Testköch:innen

    Überrascht habe ich hier kürzlich gesehen, dass Amanita strobiliformis von sehr wenigen probiert wurde und dabei nicht mal wirklich gut wegkommt. Dieses Jahr hat der Pilz ein grosses Auftreten (mindestens im Süden/CH), da könnte man hemmungslos testen! Ich fand ihn wirklich sehr fein. Und seine Haptik und Konsistenz bei der Verarbeitung ist grossartig, finde ich.

    LG Andreas

    Hallo Steffen

    Ist doch super, wenn jemand eine Art testet und die Erfahrungen mit uns teilt. Genau dafür ist dieser Thread doch da! Danke Thiemo.

    LG Andreas

    Liebe Pilzmenschen

    Ich möchte euch kurz meinen heutigen Erstfund vorstellen.


    An einem knapp 1 Meter hohen Stummel einer gefallenen Buche, welcher wieder austreibt, wachsen drei monströse Seitlinge. Tatsächlich, das gibts. Berindeter Seitling, Plerotus dryinus. Kannte ich nicht.


    Die Hutoberfläche ist gefeldert und am Hutrand der jungen Fruchtkörper finden sich Reste des Velum partiale.



    Der Stiel ist berindet und etwas gelblich:



    Die kleineren Fruchtkörper messen etwa 9 cm im Durchmesser, der grössse gegen 20 cm. In der Schweiz gilt der Pilz als potentiell gefährdet.

    Der Berindete Seitling wäre essbar, ist jedoch zäh. Pilzpulver wird empfohlen. Ich hab sie stehen gelassen.


    Was mir erst jetzt ins Auge springt; da kommt ja noch ein vierter Fruchtkörper nach (unten im letzten Bild). Offenbar wäre es durchaus typisch, dass die Art nur einen Fruchtkörper bildet.


    Ich hoffe, der Pilz gefällt euch:-)


    LG Andreas

    irgendwie erinnert mich dein Fund an Buglossoporus quercinus, auch wenn ich diese Art selber noch nie gesehen habe. Das Wachstum an einer sehr alten Eiche würde ja zu dieser Art passen.

    Hallo Björn

    Das wäre ja zu schön, um wahr zu sein! Auf den Fotos, die ich von der Eichenzunge finde, ist die jedoch allgemein ziemlich rotorange gefärbt.


    Aber ich lese für die Eichenzunge etwas von Röten/Bräunen bei Verletzung.

    Hallo Sabine

    Das sieht in der Tat nicht danach aus. Muss ich mal ausprobieren. An einen Riesenporling mag ich nicht glauben... obwohl ... rundherum sind die grad am fruktifizieren...

    Ich halte euch auf dem Laufenden.

    LG Andreas

    Liebe Porlingsfreund:innen


    Kann mir wohl jemand bereits in diesem Stadium sagen, was das für ein Pilz ist?


    Ich werde ihn weiter beobachten, kann mir aber vorstellen, dass ihn jemand wegnehmen wird (neben einer Kita wenige cm über Boden...)

    Herzlichen Dank für eure Inputs.


    LG Andreas

    Liebe Pilzmenschen


    Ich berichte euch von meiner gestrigen Pilzwanderung in einem meiner Lieblingsgebiete (unabhängig von den Pilzen) eine gute Stunde weg von meinem Zuhause. Ich war zwischen 1000 und 1500 m Höhe unterwegs.


    Unterhalb 1250 m gabs keine Myorrhizapilze. Ausgetrocknet - auch entlang der Bäche. Teilweise noch fette komplett überständige Steinpilze am Waldrand von vor einer Woche. An einem feuchten Platz standen immerhin diese da:


    An einem vermuteten Weisstannenstrunk leuchtete mir der Neomycet Pycnoporellus fulgens entgegen:


    Auf einer Moorwiese mit Fichten gabs wie erwartet meine ersten Fliegenpilze dieser Saison und einen einzigen jungen Steinpilz.

    Sonst gar nichts. Da wuchern sonst allerlei Pilze.


    Wie in der Ebene spriessen auch in den Voralpen derzeit die Nördlichen Schwammporlinge, Cimacozystis borealis prächtig aus den Nadeholzstrünken:


    In einem sehr feuchten, kleinen Fichtenforst auf 1300 m stehen bereits einige Schleierlinge bereit:


    Höchstwahrscheinlich Cortinarius variecolor.


    Und noch ein seltenerer, der sich makroskopisch jedoch nich festmachen lässt. Vielleicht Cortinarius balteatoalbus oder C. patibilis:


    Auf dem wunderschönen Weg durch einen lichten Wald mit Birken, Fichten, Espen, Weiden und Vogelbeeren wurde ich nett begrüsst und ins Innere gelockt von dieser Rotkappe:

    Espenrotkappe, Leccinum leucopodium


    Eine nette Vergesellschaftung gabs da:

    Fliegenpilz, Pefferröhrling und Rotkappe!


    Wie an meinem Espenrotkappenplatz in Stadtnähe war auch hier Hochbetrieb:

    Die haben das beste Jahr seit ich denken kann!


    Von wegen "in der Stielbasis oft blaugrün verfärbend"! Überall! Hab ich noch nie so gesehen.


    Auf über 1450 m ist dann endlich richtig was los. Am Wegrand stehen Flockis, Schönfüsse, erste Maronen und Täublinge. Einen selsamen, auffälligen Täubling hab ich versucht zu bestimmen:

    Ich lande mit dem crèmeweissen Sporenpulver (IIa), der wachsigen Huthaut, die sich kaum abziehen lässt und dem auffälligen Bräunen in Stiel und Lamellen bei Russula viscida, dem Lederstiel-Täubling bei Weisstanne. Seltsam muten für mich die Guttationstropfen unter dem Hut an. Sagt das jemandem was?


    Im moosigen Fichten-Weisstannenwald finden sich nun einige junge Steinpilze neben vielen alten, gammligen.


    Man geht derzeit besser über 1400 m, wenn man richtig Pilze finden möchte. Eigentlich wusste ich das, aber ich wollte halt mal sehen:-) Weiter unten müssens Feuchtgebiete sein.


    Es war wunderschön, aber in anderen Jahren war viel mehr los im Gebiet. Ich hoffe, es hat euch gefallen. Korrekturen oder Alternativideen sind herzlich willkommen!


    LG Andreas

    Hallo Don Fellone

    Zur Info für dich: Das Netz ist überdeutlich zu erkennen und grobmaschig. Vor deinen Berührungen war es nur als Struktur zu erkennen und jetzt auch farblich.

    LG Andreas

    Liebe Pilzmenschen

    Letzte Woche habe ich ein sehr komischen Röhrling gefunden. Der Standort war in einem sehr feuchten Auenwald, der von kleinen Bächlein durchflossen wird. Kalkboden. 500 m.ü. M., Schweizer Mittelland. Wenige Meter daneben stehen viele Erlengrüblinge. Es gibt aber nicht nur Schwarzerlen, sondern auch Eschen, Fichten, Buchen und Eichen in der Nähe. Der Pilz hat einen komplett gelben Stiel mit Netz, alles blaut schnell stark.


    Frisch angekratzt:


    Schnittbild nach wenigen Sekunden:


    Schnittbild nach ca. 40 Sekunden:


    Schnittbild einer ähmlich grossen Netzhexe:


    Zuerst dachte ich, es sei etwas sehr Spezielles. Ein Imperator torosus kann es nicht sein, da der Pilz einen roten Röhrenboden hat.


    Dann war ich mir nicht sicher, ob es nicht einfach eine ausserordentlich gelbe Netzhexe ist. Die vielen Netzhexen in der weitern Umgebung sehen aber einheitlich und ziemlich anders aus. Hier ein Vergleich:


    Unter Umständen könnte ich mir Suillellus luridus fm. primulicolor vorstellen, nachdem ich diesen Thread gelesen habe: Imperator ? torosus ? Mediterranraum


    Aber eigentlich kann es ja keine Netzhexe sein, da der Pilz madenfrei ist!!


    Mich würde sehr interessieren, was die Expert:innen dazu meinen. Vielen Dannk für eire Inputs schon im Voraus.



    LG Andreas

    Danke euch - ja, den meisten hier macht der natürlich keine Schwierigkeiten, aber in Puncto Röhrlinge bin ich immer noch am Anfang. :gkopfkratz: Ich kann mir die verschiedenen Schnittverfärbungen und typischen Hut- und Stieleigenschaften und -Farben einfach nicht merken... ==Gnolm9 ==Gnolm4

    Ja, ich hab grösstes Verständnis. Das geht mir manchmal auch so. Ich wollte mit meinen Worten nur sagen, dass du in diesem Fall nicht unbedingt die Meinungen der grossen Röhrlingsexperten abwarten musst. War etwas ungeschickt formuliert. Ich wollte keinesfalls damit audrücken, dass man das einach wissen müsse!

    Tja, ihr hattet wohl recht - wie meistens:

    Das ist wohl eher braun als weiss:-)

    Stummelfüsschen also.

    Ich muss dringend lernen, was mit "gallertartig und gummiartig" in Bezug auf Stummelfüsschen gemeint ist. Die Begriffe sind mir ja eigentlich klar, passen nach meinem Tastsinn jedoch nicht auf diese Pilze...

    LG Andreas

    Es gibt doch bestimmt jemand in deinem Verein der/die die Möglichkeit besitzt hier mal zu Mikroskopieren?

    Leider nein, Andy. Wir sind eher so ein Quartierverein:-) Ich habe durchaus sehr losen Kontakt zu Leuten, die das können, aber nicht so, dass ich mich getraue, denen einfach so etwas zum Mikroskopieren zuzuschieben. Und auch ich selbst bin eher vom Naturell, dass ich alles Mögliche verstehen möchte, die Zusammenhänge sehen und vermitteln will, doch die vertiefte Spezialisierung muss ich anderen überlassen, das ist nicht meins. Gerne diene ich der Wissenschaft zu, aber nur bis zu dem Grad, wo ich es gerne und gut kann.

    Ich bin mir jedoch auch nicht sicher, wie einfach die Unterscheidung der Cystoagaricus-Arten auf mikroskopischer Ebene ist, wenn ich das so überfliege. Trocknen tu ich den Fruchtkörper mal. Du darfst dich sehr gerne daran versuchen, wenn du möchtest:-)

    Liebe Gruess

    Andreas

    Jetzt muss ich meine ausgiebige Recherche selbst noch einmal auf den Kopf stellen! Ich habe es ja eigentlich geahnt (siehe fett gedruckte Textstellen im Zitat): Das sind seit 2022 zwei (mindestens) Arten, nur ist es noch fast nirgends - auch nicht beim Kartierungsportal der WSL in der Schweiz.

    In der Mycologia Bavarica steht alles schön geschrieben.

    Kurz: Es gibt die Art Cystoagaricus lepidotoides, den Sternschuppigen Mürbling. Und es gibt Cystoagaricus populinus, den Schwarzgestreiften Mürbling. Und: Psathyrella silvestris ist ein Nomen ambiguus und sollte vermieden werden. Bis vor Kurzem (oder auch heute noch) wurde jedoch alles fleissig vermischt unter all den vielen Namen.


    Und das nimmt mich jetzt wunder: Geht ihr mit mir mit, dass ich hier Cystoagaricus lepidotoides, den Sternschuppigen Mürbling gefunden habe?

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    Merci und liebe Grüsse

    Andreas

    Der Gedanke an *Bjerkandera* kam mir, weil dein Pilz eine starke Ähnlichkeit mit dem *Bjerkandera*-Exemplar aufweist

    Oh..., für mich hat das so spontan fast keine Ähnlichkeit:-) Aber vielleicht hast du ja völlig recht, ich hab da echt keine Erfahrung. Ich frage mich aber, ob dieser Pilz überhaupt an so einem dünnen Ästchen wächst. Danke dir auf jeden Fall!!

    Ich persönlich habe ja eher meine Probleme den Sklerotienporling nicht mit dem Wabenporling zu verwechseln.. Habt ihr diesbezüglich einen Tipp für mich?


    Danke im Voraus :)

    Der Wabenporling ist meist winzig klein: 2-5cm Durchmesser und ich finde den an sehr dünnen Ästchen (1-3cm Durchmesser). Für seine Grösse wirken die Poren dann schon sehr gross. Ich würde behaupten, bei einem Sklerotienporling in der Grösse sind sie deutlich kleiner. Der Stiel ist oft kaum vorhanden beim Wabenporling (kann aber offenbar bis 4cm lang werden - also ich sah noch nie einen mit mehr als 0,5cm).

    Oh, was ich da für eine Diskussion ausgelöst habe!


    Also das mit dem Ast auf dem Boden vs. Stamm/Stubben ist wahrscheinlich schon recht gut, um sie AUCH JUNG zu erkennen. Danke!

    die Ausprägung der Poren und vor allem der Hutschuppung

    Wie unterscheiden die Poren sich ganz konkret, Stefan? Im Dörfelt/Ruske sieht das für mich ziemlich ähnlich aus.

    Ich habe auch das Gefühl, dass ich die Schuppung irgendwie auseinanderhalten kann. Aber mehr so nach Gefühl - und ich werde mir immer unsicherer dabei. Was ist denn die konkrete Unterscheidung anhand der Schuppen bei JUNGEN Fruchtkörpern? Bei Dörfelt/Ruske finde ich sowohl verbal als auch fotografisch nicht sooo klare Verschiedenheiten darin.


    Wenn die Schuppigen Porlinge sehr kräftig wachsen, ist der Fall ja klar. Und wenn sie so "terrassiert" daherkommen auch. Ich möchte hier einfach mal Sicherheit gewinnen, drum frage ich so penetrant:-)


    LG Andreas

    Liebe alle


    Ich stelle mir die Frage auch immer wieder und bin bei jungen Fruchtkörpern einfach nie ganz sicher.


    Könntet ihr mal zusammenfassen, wie ihr die in jungem Alter klar unterscheidet?


    Ich habe gemeint, der Geruch sei absolut zentral (Schuppiger Porling Cerioporus squamosus soll stark nach Mehl/Gurke oder Honig riechen; der Sklerotienporling P. tuberaster einfach angenehm pilzig). Dieses Unterscheidungsmerkmal hat jetzt hier niemand eingebracht.

    Ich selbst wundere mich jedoch, dass alle jungen Fruchtkörper, die ich finde, einfach ganz angenehm riechen, jedoch nie wie ein Mehlräsling (Mehl, Gurke) oder ein Grüner Knolli (Honig). Erwarte ich etwas Falsches?


    Danke für die Aufklärung, das würde sicher auch Sabine helfen.


    LG Andreas