Beiträge von boccaccio

    Hallo Schupfnudel,


    die Brand- und Rostpilze kannst du bei den Basidiomyceten als Ustilaginomycotina und Pucciniomycotina einpflegen. Falsche Mehltau wären dann die Oomycetes und sind streng genommen gar keine Pilze. Bei den genannten Gruppen sind dann zwar auch noch Pilze bei, die nicht phytoparasitisch sind und von denen ich keine Ahnung habe, aber die ssind mikroskopisch und entsprechend wird die auch niemand in der Praxis finden. Die echten Mehltaue sind als Erysiphales bei den Ascomyceten.


    Björn

    Hallo Bernd,


    die Nr. 3 ist wahrscheinlich Ochropsora ariae. Zur Sicherheit solltest du aber mal in die Pusteln auf der Blattunterseite mit einer Nadel hineinstechen und schauen, ob sich darin weißes Sporenpulver befindet (das wäre dann O. ariae) oder braune Sporenmasse sitzt (Tranzschelia fusca).


    Björn

    Hallo zusammen,


    dann will ich auch mal mitteilen, welche Pilze mich am meisten interessieren. Die wenigsten von Euch werden es ahnen, aber es sind tatsächlich die Rostpilze, Brandpilze und Falschen Mehltaue. Zur Not darf es aber auch mal ein echter Mehltau sein. Bei Phytoparasiten freue ich mich auch immer über zugeschicktes Material zum (Nach)mikroskopieren.


    Björn

    Hallo zusammen,


    die sterilen Zellen um die Spore herum sind ganz normale, dreidimensionale Zellen, also keine flachen Segel. Solche Zellen sind übrigens für die Gattung Urocystis ganz charakteristisch. Bei einigen Arten umschließen sie die eigentlichen Sporen komplett, bei anderen wie U. anemones umschließen sie die Spore nur teilweise. Auch ist die Anzahl von Sporen in so einem Cluster von Art zu Art unterschiedlich.


    Björn

    Hallo zusammen,


    am Samstag war ich noch mal in der Eifel in der Wacholderheide um Alendorf unterwegs.


    1. Synchytrium mercurialis ex Mercurialis perennis


    2. Tranzschelia pruni-spinosae ex Anemone ranunculoides


    3. Ochropsora ariae ex Anemone nemorosa


    4. Peronospora hiemalis ex Ranunculus acris


    5. Puccinia mirabilissima ex Mahonia aquifolium


    6. Gymnosporangium clavariiforme ex Juniperus communis


    7. Peronospora arvenis ex Veronica hederifolia agg.


    8. Uromyces scutellatus ex Euphorbia sp.


    9. Melampsora rostrupii ex Mercurialis perennis


    10. Ramularia cylindroides ex Pulmonaria sp.


    11. Fomitopsis pinicola


    12. Puccinia aegopodii ex Aegopodium podagraria


    Björn

    Hallo Ralph,


    bei den ganzen Uromyces-Arten auf Euphorbia kann man grob zwei Gruppen unterscheiden. Einmal das, was gerne als Uromyces pisi bezeichnet wird (jeder, der Uromyces pisi dazu sagt, kriegt von Jule aber eins mit dem Nudelholz übergebraten ;-)): Roste, die auf Euphorbia Spermogonien und Aecien (also becherförmige Strukturen) bilden. Die sind ohne Kenntnis des Wechselwirts nicht bestimmbar - auch nicht mit dem Mikroskop - und werden deshalb auch einfach als Aecidium euphorbiae zusammengefaßt. Daneben dann Roste, die Spermogonien und Uredien oder Telien auf Euphorbia bilden. Da gehört deiner zu. Die sind bestimmbar, aber man muß sich die Sporen mit dem Mikro anschauen. Uromyces scutellatus ist da ein möglicher Kandidat, aber auch Uromyces kalmusii wäre möglich. Wenn du einen Beleg davon hast und nicht selber mikroskopieren möchtest, kannst du mir den auch gerne zuschicken.


    Bei meinem Fund oben sind nur Spermogonien vorhanden, deshalb ist da noch nicht klar, ob es auf Aecidium euphorbiae oder einen potentiell bestimmbaren Uromyces hinauslaufen wird.


    Björn

    Hallo zusammen,


    da war Karl etwas schneller als ich: Definitiv eine gute Gelegenheit um gemeinsame Exkursionen durchzuführen. Nur für Gymnosporangium ist der Juni die undankbarste Zeit. Dann sind die Telien auf Wacholder schon weg und auf dem Wechselwirt Sorbus gibt es nur Spermogonien.


    Björn

    Hallo Karl,


    das Problem ist ja, daß die richtige Stelle ziemlich groß ist. Insgesamt stehen dort um Alendorf herum ja tausende Wacholderbüsche. Wenn davon jetzt genau einer mit Gymnosporangium tremelloides befallen ist, wäre es schon ein großer Zufall gewesen, wenn ich den erwischt hätte.


    Björn

    Hallo zusammen,

    Zitat

    ...weil ich im Breitenbach/Kränzlin, PdS Bd. 4 nachgeschaut habe...

    PdS Band 4 ist 1995 erschienen. Das ist jetzt 25 Jahre her. Und das ist es ja genau, was Christoph schrieb: Es gibt in der Zwischenzeit neue Erkenntnisse, die man, wenn man sich ernsthaft mit Pilzen beschäftigen möchte, eben auch berücksichtigen kann und soll. Wenn du in PdS Band 1 schaust, ist da, wie Christoph schrieb, nur Sarcoscypha coccinea drin. Deshalb gibt es trotzdem mehr als nur diese Art von rotem Prachtbecherling.


    Zitat

    Citizen Science (interessierter Schwammerlklauber) haben kaum Zugriff auf aktuelle Forschungsergebnisse. Brauchen wir eher

    selten.

    Das stimmt heute eben auch nicht mehr. Man kommt an ganz viele aktuelle Artikel über Researchgate oder durch direkten Kontakt mit den Autoren. Und wenn alle Stricke reißen, gibt es ja auch noch Sci-Hub. Das ist ein großer Unterschied zur Prä-Internet-Ära, als man tatsächlich ohne Uni in der Nähe praktisch keine Chance hatte, an Fachliteratur zu kommen.


    Zitat

    Anfragen von an Pilzen interessierten Fories und deren gelungenen Fundbeschreibungen plus guten Aufnahmen werden leider zunehmend zugepflastert werden müssen, mit agg., bestenfalls.

    Was ist so schlimm daran, wenn man einen Pilz nur bis auf Aggregatsebene bestimmen kann? Es gibt doch auch jede Menge Pilzfunde, die man aus diversen Gründen gar nicht bestimmt bekommt: Pilz zu alt und gammelig, Pilz zu jung und ohne Sporen, Pilz als Einzelexemplar, wo man gerne eine Kollektion aller Altersstufen hätte, Rostpilz mit Aecien auf Euphorbia gefunden, der nur mit Kenntnis des Wechselwirts zu bestimmen ist.


    Zitat

    Welcher Neuling kann hier noch stolz seine Eierschwammerlfunde einstellen, ohne eins drüber gebraten zu bekommen?

    Der Neuling, der sich nur für Freßpilze interessiert, kann seine Fotos natürlich weiter reinstellen und bekommt dann im Zweifelsfall halt gesagt, daß er da etwas aus diesem und jenen Aggregat gefunden hat. Das ändert aber nichts am Geschmack der Pilze.


    Fazit: Ich verstehe absolut nicht, warum du immer und immer wieder über den wissenschaftlichen Fortschritt lamentierst. Aufhalten wirst du ihn damit (zum Glück) nicht.


    Björn

    Hallo zusammen,


    eigentlich wollte ich den Hasendung heute entsorgen, aber zur Sicherheit habe ich noch mal einen schnellen Kontrollblick drüber schweifen lassen. Dabei fielen mir kleine Perithecienhälse auf, die aus dem Substrat schauten. Der zugehörige Pilze entpuppte sich als eine kleine Sporormiella. Die Asci sind kurzstielig, die Sporen messen (30-35) µm x 5 µm, zerfallen sehr leicht, haben eine Keimspalte, die recht gerade ist, aber in der Mitte auch einen charakteristischen Knick aufweist. Die Septen sind gerade. Haare waren am Fruchtkörper keine und die Asci sind offenbar nicht uniseriat. Damit lande ich bei Sporormiella minima. Geht ihr mit?



    Björn

    Hallo zusammen,


    manchmal fotografiere ich ja auch Speisepilze ;) Und mittlerweile war die Morchel auch noch unter dem Mikroskop. Hatte ich bis jetzt noch nie. Richtig hübsches Teil!


    Von den Graten zwischen den Gruben:


    Vom Stiel


    Hymenium


    Außerdem lag das Gymnosporangium in der feuchten Kammer und hat Basidiosporen produziert:


    Björn

    Hallo zusammen,


    am Samstag bin ich früh aufgestanden und habe mich in den Zug Richtung Eifel gesetzt. Ziel war die Gegend bei Alendorf, wo es einerseits reichlich Kalk im Boden gibt, andererseits aber vor allem auch jede Menge Wacholderheide. Karl hatte dort vor 2 Jahren Gymnosporangium tremelloides gefunden und ich hatte die Hoffnung, den auch zu finden. Das hat sich zwar nicht bestätigt, aber dafür gab es Gymnosporangium clavariiforme und jede Menge andere tolle Funde.


    Von den Hügeln betrachtet, sehen die Wacholderheiden aus wie die Toskana:


    1. Tranzschelia pruni-spinosae ex Anemone ranunculoides


    2. Synchytrium mercurialis ex Mercurialis perennis


    3. Gymnosporangium clavariiforme ex Juniperus communis


    4. Tranzschelia fusca ex Anemone nemorosa


    5. Uromyces sp. ex Euphorbia sp.


    6. Morchella esculenta


    7. Phragmotrichum chailletii


    8. Sarea resinae


    9. Calocybe gambosa


    Björn

    Hallo zusammen,


    gestern habe ich vormittags eine kleine Tour durch das Vogelsangbachtal gemacht. Das ist hier in der Gegend eine der wenigen Stellen mit etwas Kalk im Boden, was sich natürlich auch direkt in Pilz- und Pflanzevielfalt niederschlägt:


    1. Peronospora aprines ex Galium aparine


    2. Melampsora rostrupii ex Mercurialis perennis


    3. Hier tendiere ich zu Puccinia albescens ex Adoxa moschatellina


    4. Puccinia adoxae ex Adoxa moschatellina


    5. Disciotis venosa


    6. Peronospora bulbocapni ex Corydalis cava


    7. Tranzschelia fusca ex Anemone nemorosa


    8. Urocystis anemones ex Anemone nemorosa


    Björn

    Hallo Claudia,


    bei Bartheletia paradoxa gibt es den Fall, daß an den primären Konidien sekundäre Konidien gebildet werden. Das ist zwar noch mal leicht anderes als bei S. austriaca, aber zeigt, daß es durchaus auch andere Pilze gibt, wo Konidien nicht an Hyphen wachsen.


    Björn

    Hallo zusammen,


    weiter geht es mit dem zweiten Teil aus dem Mülheimer Stadtwald.


    1. Microbotryum pustulatum ex Bistorta officinalis


    2. Peronospora agrestis ex Veronica persica


    3. Puccinia liliacearum ex Ornithogalum umbonatum


    4. Im ersten Teil schon makroskopisch gezeigt, hier noch die Mikrobilder: Uromyces ficariae ex Ficaria verna


    5. Entyloma ficariae ex Ficaria verna


    Björn

    Hallo zusammen,


    am Samstag war ich im Mülheimer Stadtwald unterwegs und habe wie üblich nach Pilzen geschaut. Das hat sich insgesamt sehr gelohnt, konnte ich doch 4 persönliche Erstfunde verbuchen. Besonders die Buschwindröschen haben sich da als sehr dankbar entpuppt.


    1. Tranzschelia fusca ex Anemone nemorosa


    2. Synchytrium anemones ex Anemone nemorosa


    3. Plasmoverna pgymaea ex Anemone nemorosa


    4. Dumontinia tuberosa ex Anemone nemorosa


    5. Uromyces ficariae und Peronospora ficariae ex Ficaria verna


    6. Puccinia longicornis an unbestimmten Bambus


    Björn

    Hallo zusammen,


    ich habe mal eine grundsätzliche Frage an die Peltigera-Kenner. Für die Bestimmung ist ja die Unterseite immer sehr wichtig. Leider war es bis dato bei meinen Peltigera-Funden immer so, daß die Unterseite recht eng am Substrat anlag und entsprechend voller Erde war, daß ich keine Chance hatte, Rhizinen und Adern gut zu beurteilen. Gibt es da Tricks, wie man dort einen guten Blick erhaschen kann? Muß man da fleißig mit Wasser spülen?


    Björn

    Hallo Nobi,


    die schwierigen Probleme machen ja gerade den Reiz der Pilze aus. Egal auf welchem Substrat sie nun wachsen. Dann schauen wir mal, ob der Hirsch auch noch einfachere Kandidaten produziert. Im Moment hat er leider gerade seine anamorphe Phase :-D


    Björn

    Hallo zusammen,


    ich denke auch, daß der Wirt hier Juniperus communis ist, was Gymnosporangium sabinae ausschließt und denke wie Stefan an G. clavariiforme. Ansonsten hilft natürlich auch immer der Blick ins Mikroskop.


    Björn