Beiträge von boccaccio

    Hallo Felli,


    Nr. 5 hatte ich auch unterm Mikroskop und konnte dabei die typischen, extrem langen und dünnen Sporen von Acrospermum compressum sehen. Leider kann man davon absolut keine gescheiten Bilder machen, weshalb ich das hier bei den makroskopischen Bildern belassen habe (und die sind ja auch schon nicht besonders gut).


    Ich werde heute Abend mal schauen, ob die Fruchtkörper von Nr. 7 noch gut genug in Form sind um sich aufschneiden zu lassen und dann ggfs. berichten. Aber gut zu wissen, daß die Haken mitunter schwer zu erkennen sind.


    Björn

    Hallo Pablo,


    jetzt verstehe ich auch, warum man, wenn man im Wald ganz still ist, die Pilze mitunter singen hört: "Ich hab die Zystiden schön, ich hab die Zystiden schön!" :D


    Das Problem was ich mit diesen Definitionen habe (die ich so auch schon kannte), ist halt, daß an den Zellen im Mikroskop nie dransteht "Ich bin unreif, aber hätte mich noch zur Basidie entwickelt, wenn ich nicht jung und unschuldig von der Rasierklinge hinweggerafft worden wäre." Heißt das also, daß man das einfach mit Erfahrung und aus dem Bauch heraus beurteilen muß und es da kein einfaches und hartes Kriterium zur Unterscheidung gibt?


    Björn

    Hallo Pablo,


    das ist ja ein fieser Möpp, dieser Meruliopsis corium. Den hatten wir auf der Exkursion auch in schön gefunden und da hatte ich kurz überlegt, ob ich den mitnehmen soll, damit ich den auch mal unterm scharfen Glas hatte - habe ich dann aber sein gelassen und dann hat der Kerl es doch zu mir geschafft und das sogar gleich doppelt.


    Wobei das mit den vorgetäuschten Zystiden sowieso noch eine offene Frage meinerseits ist: Wie unterscheidet man ganz generisch Basidiolen von Zystiden?


    Björn

    Hallo zusammen,


    am letzten Sonntag ging es für den APR auf die erste Exkursion des Jahres, die traditionellerweise im Botanischen Garten der Ruhr-Universität Bochum sowie im benachbarten Kalwes stattfindet. Leider war das Wetter wieder einmal nicht ganz optimal und es regnete die meiste Zeit vor ich hin. Entsprechend gab es zwar durchaus den einen oder anderen Pilz zu bestaunen, aber nich ganz so viele Fotos. Einige Funde möchte ich aber doch hier vorstellen.


    1. Phellinus tuberculosus



    2. Sarcoscypha austriaca


    3. Flammulina velutipes s. str.


    4. Puccinia mirabilissima


    5. Acrospermum compressum


    6. Lachnella alboviolascens



    7. Ein kleines, helle Becherchen auf Brennnessel. Für Cyathicola cyathoidea passen die Sporen und die blaue Reaktion des Ascus mit Lugol. Es fehlen aber die Haken an den Asci und der Rand der Becher erscheint relativ glatt. Für Hymenoscyphus scutula paßt die Sporengröße nicht. Gibt es Alternativvorschläge?



    8. Eine mysteriöse Anamorphe auf der Unterseite eines dicken Stücks Buche


    9. Hier dachte ich im Feld an einen hübschen Rindenpilz und habe ein Stück mit nach Hause genommen. Leider ist das gab es im Mikroskop dann die Enttäuschung, daß das wohl "nur" eine junge Kohlenkruste ist.



    10. Auf noch lebender Hasel gab es diesen Schichtpilz. Das ganze erinnerte schon rein optisch an einen Rindensprenger. Wenn ich mich dann durch den entsprechenden Gattungsschlüssel kämpfe, lande ich bei Vuilleminia coryli.


    11. Ein weiterer Rindenpilz auf einem kleinen Ästchen. Zystiden sind vorhanden, Schnallen habe ich keine gefunden.



    12. Ein Fund auf Laubholz. Leider habe ich nur dieses Stück in die Hand gedrückt bekommen und habe entsprechend kein Foto vom Pilz auf dem Substrat. Auffallend war, daß der Pilz beim Trocknen gilbt. In frischem Zustand war er praktisch ganz weiß.



    Björn

    Hallo zusammen,


    erstmal vielen Dank Euch allen für die zahlreichen Rückmeldungen zu meinen Funden.


    Der Schleimpilz wurde gestern Abend von Jan-Arne in der Tat mikroskopisch als Physarum leucophaeum bestätigt.


    Die gelben Becherchen wuchsen auf Totholz, vermutlich Fagus. Damit ist Hamatocanthoscypha uncipila natürlich schon mal direkt raus. Aber trotzdem eine interessante Art, nach der man bei Gelegenheit mal Ausschau halten sollte. Und die neuen Bilder von Matthias in dem entsprechen Thread sind auch ganz famos. Meinen Fund werde ich dann also mal als Calycina claroflava ablegen.


    Die beiden weißen mycena-artigen Pilze wuchsen aus dem gleichen Totholz wie Calycina claroflava. Den stiellosen Kollegen habe ich dann gestern auch mal unters Mikroskop gelegt. Also irgendwie sind so kleine Pilze für einen Grobmotoriker wie mich nichts. Letztenendes ist da einfach der halbe Fruchtkörper ziemlich wahllos aus dem Objektträger gelandet und entsprechend fällt es mir schwer, da irgendwas außer den Sporen zu interpretieren. Aber vielleicht können die Experten da ja mehr zu sagen?




    Nun weiter mit den Rindenpilzen. Bei Nummer eins kam inder Tat Lyomyces sambuci raus. Einerseits natürlich schade, daß es "nur" der übliche Verdächtige ist, andererseits habe ich dadurch jetzt gelernt, daß der offenbar auch an Holunderstämmen wachsen kann, die auf dem Boden liegen.



    Bei Nr. 3 hat sich Radulomyces confluens dann auch mikroskopisch bestäigt.


    Bei 4, 5 und 7 schaue ich die Tage noch mal in Ruhe rein.


    Björn

    Hallo zusammen,


    heute Vormittag bin ich vor dem angekündigten großen Regen noch eine Runde durch den Stadtwald bei mir um die Ecke gelaufen. Eine große Strecke habe ich dabei nicht zurückgelegt, da ich immer wieder Stöcke und Äste umgedreht habe. Entsprechend fanden sich auch wieder zahlreiche Pilze der Kategorie "Rindengedöns".


    1. Wohl an Holunder. Eine mikroskopische Begutachtung steht noch aus.


    2. Ein Schleimpilz, den reiche ich morgen mal an Jan-Arne weiter


    3. An Fagus. Habe ich auch noch nicht mikroskopiert. Vielleicht Radulomyces confluens?


    4. An Laubholz.

    Spore

    Schnallen waren vorhanden, wenn auch nicht an allen Septen

    Noch eine Spore

    Zystiden?

    Eine längliche Zystide? Davon habe ich genau diese eine gefunden

    Basidie



    5. An Fagus


    Schnallen vorhanden

    Sporen klein und tropfenförmig

    Sind das rechts oben Zystiden?

    Oberhalb der Mitte sieht es so aus, als würden da zwei Sporen an etwas anderem als einer Basidie wachsen. Oder ist das nur eine perspektivische Täuschung? Falls nicht, gibt es sowas doch bei Botryobasidium, wenn ich mich richtig erinnere.

    Basidie


    6. Bulbillomyces farinosus


    7. Auf Laubholz

    In Wasser war hier leider nicht viel zu machen.


    Die folgenden Bilder sind dann nach Zugabe von etwas KOH entstanden, da war der Pilz auf einmal viel lockerer drauf.

    Basidien lang und schmal. Sporen waren leider nicht auffindbar

    Die gigantische Zystide (oder eine Skeletthyphe?), die auch schon im ersten Wasserbild sichtbar war.

    Eine Hyphe

    Basidien

    Eine Zystide mit kugeligem Kopf



    8. Auf Taxus

    Basidien

    Sporen

    Ein Gesamtüberblick

    Schnallen vorhanden

    Zystiden mit Kristallen


    9. Zur Abwechslung mal ein Ascomycet. Leider scheint der noch nicht reif gewesen zu sein, ich konnte keinerlei Sporen sehen. Aber vielleicht hat ja trotzdem jemand eine Idee.


    10. Crepidotus cesatii


    11. Auf Laubholz. Erinnert auch wieder an eine Athelia


    Basidie

    Schnalle

    Spore

    Teilweise keine Schnallen

    Übersicht. Man beachte die vielen rundlichen Zellen. Kristalle sind auch vorhanden.

    Sporen


    12. Hemimycena? Mycena?


    13. Verunglückter Pilz oder was anderes als Nr. 12?


    14. Phlebia radiata



    Björn

    Hallo zusammen,


    Zitat von thorben96

    Das sollte eine Isaria friesii sein.

    Danke, das sieht in der Tat gut aus!


    Wenn ich wetten dürfte, würde ich bei Nr. 6 ein paar Chips auf Schizopora radula setzen und bei acht beinahe schon obszön viele auf Phlebia radiata.

    Hmm, also im Feld sah das ganz und gar nicht nach Phlebia radiata aus, sondern irgendwie viel feinkörniger. Aber jetzt wo ich mir die Fotos so anschaue, paßt das doch ganz gut. Naja, warten wir mal ab, was Mario draus macht.


    Zitat von nobi

    Für die 15 wollte ich Dir gerade Cyathicula cyathoidea vorschlagen, doch inzwischen hast Du die Art ja selbst erkannt.

    Selbst erkannt trifft es nicht wirklich. Ich hatte den Fund auch bei Facebook in der Ascomyceten-Gruppe gezeigt und da war er dann in Sekundenbruchteilen von Björn Wergen und Peter Püwert mit einem Namen versehen wurde ;-)




    Was die Holwaya mucida angeht, finden sich bei Pilze Deutschland auch Funde auf Fagus und Quercus. Die Art scheint also wirklich nicht auf Linde festgelegt zu sein - auch wenn dort wohl die meisten Funde gemacht werden.


    Björn

    Hallo zusammen,


    die erste Exkursion des MABs im neuen Jahr führte uns am vergangenen Sonntag ins Herbringhauser Bachtal in Wuppertal. Bei leichtem Nieselregen und gemäßigten Temperaturen fand sich eine überraschend große Anzahl von Pilzfreunden ein und konnte den einen oder anderen Pilz bestaunen:


    1. Panellus mitis


    2. Meruliopsis corium


    3. Basidioradulum radula



    4. Schichtpilz um den Mario sich kümmert


    5. Weiterer Schichtpilz um den Mario sich kümmert


    6. Und noch mehr Rindengedöns für Mario


    7. Holwaya mucida Anamorphe


    8. Und noch eine Phlebia um die Mario sich kümmert


    9. Das hier ist dann ausnahmsweise mal meine Baustelle...auf ganz morscher Buche



    10. Cudoniella acicularis


    11. Gloeophyllum odoratum


    12. Calyptella sp.


    13. Calyptella sp.


    14. Fomitopsis pinicola


    15. Unbekannter kleiner Becher an Brennessel. EDIT: Cyathicula cyathoidea



    16. Stictis radiata



    17. Auf dem gleichen Stück Holz wie Stictis radiata fand sich dann auch noch diese kleine Anamorphe


    18. Octospora affinis auf Orthotrichum affine




    Björn

    Hallo Pablo,


    den Porling hatte ich nicht mitgenommen. Da war ja der Resupinatus mit drauf und der ist dann mit jemand anders mitgegangen, der dann keinen Blick auf den Porling geworfen hat. Naja, vielleicht dann beim nächsten Mal.


    Björn

    Hallo zusammen,


    für dieses Jahr hat der APR sich vorgenommen, die Pilze des Gruga-Parks in Essen einmal genauer zu kartieren. Jetzt wird man uns also öfter dort finden (und die entsprechenden Exkursionsberichte dann auch hier im Forum); Jan-Arne hatte ja auch schon einen Helmling von unserer Exkursion hier vorgestellt. Los ging es am 05.01.2019 bei leichtem Nieselregen und nicht gerade warmen Temperaturen mit der ersten kleineren Exkursion. Die Hoffnung war, daß man so noch ein paar alte Herbstpilze mit abgreifen kann. Und diese Hoffnung wurde dann auch erfüllt:


    1. Lepista sordida



    2. Agaricus sp. zu dem uns Jan-Arne hoffentlich noch etwas mehr sagen kann


    3. Lachnellula occidentalis



    4. Psathyrella multipedata


    5. Schichtpilze gab es natürlich auch. Hier einer auf Laubholz



    Wenn die körnigen Elemente Basidien sind, würde ich hier auf einen Heterobasidiomyceten tippen...


    6. Kleine Pilze auf Vogellosung



    7. Tremella mesenterica



    8. Resupinatus applicatus



    9. Typhula contorta


    10. Teliosporen von Phragmidium violaceum auf Rubus fruticosus agg.



    11. Uredosporen von Phragmidium mexicanum auf Potentilla indica



    Björn

    Hallo zusammen,


    zum para-Phenylendiamin kann ich sagen, daß mein Fläschchen jetzt ungefähr ein knappes Jahr alt ist und immer noch funktioniert.


    Björn

    Hallo zusammen,


    dann werde ich in Zukunft wohl meine Krusten erstmal direkt in Kongorot mikroskopieren und nur bei konkretem Bedarf anschließend auch noch mal in Wasser reinschauen.


    Noch ein Nachtrag zu Nr. 12. Da hatte Pablo ja gefragt, ob ich den Pilz an einem sehr feuchten Standort gefunden habe. Da ist die Antwort ein klares Jein ;-) Der Fundort war eine kleine Senke im Wald, das heißt, da wird es schon feuchter sein als an anderen Stellen. Am Fundtag selbst hat es dann genieselt, da war sowies alles irgendwie naß - inklusive Finder. Ansonsten wuchs der Pilz aber an einem kleinen Ast, der nicht direkt auf dem feuchten Boden lag, sondern unten im Gestrüpp zusammen mit anderen Ästen und Stämmchen stand.



    Gestern hatte ich dann auch noch Zeit weiter in meiner Funde reinzuschauen. Zunächst zu Nr. 11, der vermuteten Peniophora lycii


    Insgesamt war das alles relativ unschön im Mikroskop. Hyphen gab es gar nicht zu sehen und meistens war auch mehr Holz als Pilz im Bild. Aber einige Basidien und Zystiden gab es dann doch zu sehen. Zystiden kamen in verschiedenen Ausprägungen. Einige wenige waren lang und spitz, dann gab es viele breit abgerundete Zystiden. Auf dem letzten Bild ist dann eine Zystide zu sehen, die einen körnigen Inhalt hat, was ich mal unter Vorbehalt aus Gloeozystide interpretieren würde (Sulfovanillin habe ich gerade nicht zur Hand).

    Reicht das zusammen mit der makroskopischen Erscheinung um den Fund als P. lycii ablegen zu können?


    Und Nr. 8 wanderte dann auch noch unters Mikroskop. Wie erwartet Lyomyces sambuci:



    Björn

    Hallo zusammen,


    da gehe ich bei Xanthoria parietina mit. Da lohnt es sich übrigens auch mal einen Tropfen KOH draufzugeben und sich die Verfärbung anzuschauen.


    Björn

    Hallo zusammen,


    ich sammel die Krusten ja nur und lege sie unters Mikroskop. Den schweren Teil übernimmt Pablo dann - dafür an dieser Stelle ein herzliches Danke! Irgendwie gibt es da nämlich verdammt viele Rindenpilze, so daß ich bis jetzt noch nicht dieses Aha-Erlebnis hatte, daß ich sagen konnte: Sowas Ähnliches hab ich schon mal gesehen... Kommt hoffentlich noch!


    Björn

    Hallo zusammen,


    heute Vormittag habe ich eine kleine Runde durch den Stadtwald hier in Duisburg gedreht. Dabei bin ich natürlich auch wieder mal über Pilze gestolpert, die ich hier vorstellen möchte.


    1. Kuehneromyces mutabilis


    2. Bjerkandera adusta


    3. Polyporus brumalis


    4. Auricularia auricula-judae


    5. Seratiomxya serotina


    6. Panellus stipticus


    7. Xylaria hypoxylon Anamorphe



    Und jetzt zu den Rindenpilzen:


    8. An Sambucus nigra. Wird wohl Hyphodontia sambuci sein, aber ich werde bei Gelegenheit auch noch mal mikroskopisch reinschauen.


    Dann bin ich über einen Stapel mit toter Buche gestolpert und habe dann mein Pensum für heute zusammengesammelt.


    9.

    Sporen (kann man die eigentlich in Kongorot SDS zuverlässig messen oder sollte man ein separates Präparat in Wasser machen?)

    Basidien hat er auch

    Zystide

    Nochmal Sporen

    Noch eine Zystide

    Nochmal Basidien

    Schnallen hat er auch

    Sporen in Melzer



    10.

    Sporen

    Schnalle

    Basidie und Zystiden

    Nochmal Sporen


    In Melzer



    11. Im feuchten Zustand leicht krisselig

    Zu Hause im trockenen Zustand dann rissig.


    Ließ sich dann auch nicht so recht wieder befeuchten und war im trockenen Zustand nicht wirklich auf den Objektträger zu bringen. Da schaue ich im Laufe der Tage noch mal rein.


    12. Nicht mehr an Buche sondern an unbekanntem Laubholz. Auffällig, daß es hier scheinbar eine Anamorphe (kleine, weiße Kügelchen) und eine Teleomorphe (flächig) gibt. Ob die zusammen gehören?

    Zunächst die Anamorphe:


    In Melzer

    Und die Teleomorphe:

    Auffällige, inkrustierte Zystiden

    Sporen

    Eine Übersicht

    Und noch eine Spore

    Schnalle

    Basidie

    In Melzer



    Björn

    Hallo Patrick,


    vielen Dank für deine Einschätzung zu den ganzen Flechten. Wie ich ja schon weiter oben schrieb, habe ich hier vor Ort leider keinen direkten Ansprechpartner dafür, von daher ist es auch schwierig sich da selber tiefer einzuarbeiten.


    Björn

    Hallo Pablo,


    ich habe gerade mal Sporen gemessen:

    Länge/µm | Breite/µm

    9,6 7,8

    8,7 8,1

    9,0 7,6

    9,5 8,0

    9,6 7,9

    8,5 7,3

    8,5 6,9

    8,3 7,1

    10,1 8,6

    9,1 7,7

    9,5 8,4

    10,1 8,2


    Macht dann im Mittelwert 9,2 µm x 7,8 µm, womit ich mich zu Hypochnicium albostramineum durchschlüsseln würde.


    Björn



    Hi Pablo,


    vielen Dank für die Rückmeldung zu meinen Funden. Die Daedalopsis confragosa war so ein Fall, wo ich im Feld gar keine Zweifel hatte. Da hatte ich mir aber auch eher die Oberseite angeschaut und die Unterseite beinahe blind fotografiert. So gab es dann erst zu Hause die Zweifel, ob das wirkliich paßt. Aber beruhigend zu wissen, daß es da offenbar seltsame Formen geben kann.


    Hier noch mal ein paar Bilder von dem mysteriösen Pilz auf Birke. Unten links sind einige Strukturen, die eventuell Zystiden sind - oder doch nur Basidiolen?


    Zur Amyloidität. Da fehlt mir die Erfahrung, aber sollten die Sporen dann nicht deutlich bläulich werden? Hier konnte ich in Melzer maximal einen Blauschimmer in der Zellwand wahrnehmen. Reicht das schon?


    Interessant ist, daß der Pilz auch auf der Rückseite des Rindenstücks wuchs und dort nicht so eine glatte Schicht bildete, sondern eher kleine Knubbel.


    Und wenn man die unters Mikroskop legt, sieht man vereinzelt dann Dinge, die schon nach Zystiden aussehen



    Björn

    Hallo zusammen,


    heute habe ich das schöne Wetter zu einem Ausflug auf den Fliegerberg bei Borken genutzt. Hierbei handelt es sich um einen ehemaligen Truppenübungsplatz, der mittlerweile in ein Naturschutzgebiet umgewandelt wurde (was die Hundebesitzer trotzdem nicht daran hindert ihre Tiere jeglicher Größe frei rumrennen zu lassen...). Neben sandiger Heidelandschaft gibt es dort Kiefernwälder und vereinzelt auch Eichen und Birken. Pilze gab es natürlich auch hier und da zu bestaunen:


    1. Stereum sanguinolentum



    2. Nectria cinnabarina


    3. Scytinostroma hemidichophyticum


    4. Daedalopsis confragosa?


    5. Tremella mesenterica


    6. Plicatura crispa


    7. Stereum gausapatum



    8. Phlebiopsis gigantea



    9. Auf Kiefer


    Sporen in Wasser

    Mit Kongorot

    In Melzer


    10. Auf Birke. Hier dachte ich zuerst an Botryobasidium, wie ich das ja schon die Tage hatte. Aber die Sporen wollen da so absolut nicht passen, wenn ich mal mit "The Corticiaceae of North Europe" vergleiche.

    In Wasser

    Sporen, nicht ganz glatt

    Mit Kongorot

    Mit Melzer


    11. Auf einem Salix-Blatt

    Mit Kongorot

    Schnallen teilweise vorhanden, teilweise abwesend

    Eine zweite Art von Hyphen mit dicker Inkrustation?

    Basidie

    Sporen waren leider keine zu finden.


    Björn

    Hallo Thorben,


    wieder mal sehr schöne und außergewöhnliche Funde, die du uns präsentierst. Ich hab meine Peltigera dann leider wegen Zeitmangel entsorgt, aber vielleicht nehme ich mir bei Gelegenheit doch noch mal was mit.


    Björn

    Hallo Pablo,


    ich hab heute auch noch mal in Ruhe mit Gröger und Funga Nordica geschlüsselt. Das Positive ist, daß ich bei beiden Schlüsseln schlußendlich bei einer Entscheidung zwischen H. grisea, H. atrocoerulea und H. mastrucata. Aber dann wird es schwierig. Wenn die Dicke des Kristallschopfes ein belastbares Merkmal ist, wäre es H. atrocoerulea. Aber da das meine erste Hoehenbuehelia überhaupt ist, fehlt da die Erfahrung um das beurteilen zu können.

    Ich denke, ich werde sie jetzt einfach mal als H. cf. atrocoerulea zu den Akten legen.


    Björn

    Hallo Pablo,


    freut mich, daß die Bilder gefallen. Und vielen Dank auch für die Bestimmung der pinken Rinde. Da wurde heute bei Facebook auch schon viel gerätselt - die ganzen Exodiopsis-Arten wollten mit Nadelholz als Substrat alle nicht so recht passen. Jetzt ist auch klar warum ;)


    Björn

    Hallo Pablo,


    mit frischen Fruchtkörper ist das so eine Sache... richtig frisch sind die nicht mehr und gefroren waren sie auch mal. Aber das Material, was zur Verfügung steht, hat eher eine dünne gelatinöse Schicht von weniger als einem Millimeter (0.7 mm Bleistift zum Vergleich). Björn Wergen hatte gerade auf Facebook noch H. myxotricha mit Frostschaden in den Topf geworfen.



    Was die Nummer 5 angeht, werde ich dann wohl morgen oder die Tage noch mal genauer nach den Sporen schauen.


    Björn


    Björn