Beiträge von boccaccio

    Hallo Adrian,


    der Verweis auf Krieg und Inflation ist klassischer Whataboutism.


    Ansonsten lebt das Forum, wie du richtig schreibst, davon, daß Experten:innen hier gerne Auskunft erteilen. Das machen sie aber eben nur, wenn die Anfänger:innen sich an gewisse Mindeststandards, auf die sich das Forum geeinigt hat, halten. Dazu gehört eben, daß man nicht einfach nur 5 Fotos hochlädt und fragt "Welche Pilze?", sondern daß man seinen Beitrag mit Hallo und Tschüss versieht und etwas zu dem Fund schreibt. Natürlich schreibt nicht jeder fehlerfrei und kann das eben im Zweifelsfall auch nicht, aber man sollte eben schon erkennen lassen, daß man sich beim Verfassen des Beitrags etwas Mühe gegeben hat. Die Expert:innen geben sich dann bei der Beantwortung auch eben diese Mühe.


    Björn

    Hallo Thorben,


    soweit ich das beurteilen kann, waren die Konidienträger glatt. Wenn sie warzig waren, dann muß es extrem feinwarzig bis fast nicht wahrnehmbar gewesen sein.


    Björn

    Also mir ist beim Anschneiden noch nie ein Bluten aufgefallen. Aber diese fleischartige Struktur im Inneren zusammen mit den charakteristischen Röhren läßt nichts anderes zu.


    Björn

    Hallo Grand0815,


    die Fruchtkörper, bei denen man den Stiel einwandfrei erkennen kann, sehen in der Tat alle nach Stockschwämmchen aus. Das heißt im Umkehrschluß aber nicht, daß unter den übrigen Fruchtkörpern nicht doch ein Gifthäubling ist - und das wäre dann im Zweifelsfall eben der letzte Pilz, den du ißt.


    Björn

    Hallo Maren,


    genau, dein Fund hat bis jetzt nur Uredien gebildet, mit denen der Pilz sich im Sommer ungeschlechtlich auf Rumex vermehrt. Später im Jahr werden dann die Telien gebildet. Die Teliosporen überwintern, keimen im nächsten Frühjahr mit Basidien aus und die Basidiosporen befallen dann Ficaria verna, wo Aecien gebildet werden. Mit den Aeciosporen kann dann wieder Rumex befallen werden und der Zyklus ist geschlossen.


    Björn

    Hallo Nobi und Hans,


    vielen Dank für Eure hilfreichen Rückmeldungen zu meinen Funden. Jetzt wo ich mit Matthias Gegenüberstellung verglichen habe, ist P. crystallinus natürlich klar. Ich hatte mich da wohl in dem Schlüssel, den Matthias hier mal gepostet hatte von der Einschnürung unterhalb der Sporenkapsel irritieren lassen.

    Was die Sordaria angeht sind die Sporenmaße bei Lundqvist dann also nicht korrekt? Denn da würde mein Fund ja noch so gerade reinpassen. Nur zu den Maßen von Doveri paßt mein Fund natürlich nicht.


    Ansonsten hat die Gans noch mal nachgelegt. An einer Stelle waren lauter kleine graue Puschel, die sich bei genauerer Betrachtung dann als eindrucksvolle Haarpracht entpuppt haben.


    Mikroskopisch meine ich circa drei Reihen von prismatischen Zellen am oberen Ende der Perithecien zu erkennen

    Unreife Sporen reagieren dextrinoid mit Lugol bzw. Melzer

    Reife Sporen sind dann hellgrau

    Die Haare sind spiralig gewunden, braun, dickwandig, septiert und weisen keine Verzweigungen auf.

    Nach Vergleich mit Doveri und der Diskussion hier komme ich damit zu Chaetomium robustum.


    Björn

    Je nach dem wie schnell das MAB-Zoom-Meeting heute über die Bühne geht, könnte ich dann einen Uromyces als Entoloma-Ersatz bringen. Oder sogar eine bayrische Entyloma.

    Hallo zusammen,


    Basidiopycnides sieht so rein makroskopisch in der Tat nicht schlecht aus! Wobei ich mir meine Fundstelle vorgestern noch mal angeschaut habe: Da ist wirklich einfach nur die Rinde abgeblättert und darauf wächst dann der mußtmaßliche Basidiopycnides. Mal schauen, ob jetzt nach dem erneuten Regen das ganze im Wald etwas nachreift und ich da auch reife Dinger unters Mikro bekomme.


    Björn

    Hallo zusammen,


    Ende August habe ich eine kleine Runde am Rhein gedreht und dabei neben Phytoparasiten auch ein wenig Gänsedung mit nach Hause genommen. Der liegt jetzt in der feuchten Kammer und mieft vor sich hin (ist geruchstechnisch doch intensiver als Schaf, Pferd oder Rind). Gleichzeitig tut er aber auch, was er tun soll und produziert coprophile Pilze :)


    1. Eine Podospora mit vielen Sporen. Ich habe da jetzt nicht exakt durchgezählt, komme aber näherungsweise in den Bereich der Arten mit 128 Sporen. Sporengröße 18-21 µm x 10-12 µm, eine Cauda an jedem Sporenende und bei vielen Fruchtkörper oben ein paar steife, nicht verklebte Haare bringen mich zu Podospora setosa.


    2. Eine kleine Sporormiella, die in großer Zahl im Substrat eingebettet wächst. Sporen messen 29-32.5 µm x 4.5-5 µm, sind vierzellig und haben eine parallele Keimspalte mit charakteristischem Knick. Damit komme ich zu Sporormiella minima


    3. Ein Pilobolus mit Sporen von 9-11 µm x 5,2-6,7 µm, den ich als Pilobolus kleinii ablegen möchte.


    4. Eine Sordaria mit Sporen von 20-21 µm x 12.5-14 µm, Q=1.5-1.6. Hier tue ich mich schon schwerer mit der Entscheidung zwischen S. fimicola oder S. lappae, tendiere aber klar zu letzterer Art.


    5. Und dann gab es noch zahlreiche sehr kleine Ascobolusse. Diese waren außen relativ fest und man mußte etwas drücken, bis sie mikroskopierbar wurden. Die Sporen haben jung ein violettes, glattes Epispor, das z.T. einzelne Risse aufweist (bei einem Präparat schien es so, als wären diese Risse vor allem dort, wo die Gelhülle an der Spore festgemacht ist). Im Alter wird das Epispor dann bräunlich und feinwarzig. Die Sporen messen 26-28 µm x 14.3-17.1 µm, Q=1.6-1.8. Mit van Brummelen komme ich da am ehesten zu Ascobolus elegans. Geht Ihr da mit?


    Björn

    Hallo Frank,


    vielen Dank für deine Einschätzung meines Fundes und die genauen Erklärungen zu dem Artkomplex! Wobei ich allerdings bei deiner letzten Aussage zur Beschäftigung mit der Gattung widersprechen möchte. Tomentella-Bestimmung mag ja alles andere als einfach sein, aber ich finde es immer wieder spannend, wie diese makroskopisch ja doch eher unspektakulären Pilze dann im Mikroskop ihre ganze Schönheit entpuppen.


    Björn

    Hallo zusammen,


    ich habe heute in einer Regenpause einen Spaziergang durch den Duisburger Stadtwald gemacht. Auf einem Buchenast fanden sich seltsame pilzliche Gebilde. Die Rinde des Astes war an etlichen Stellen aufgeplatzt und auf dem Holz war ein weißer Belag, ähnlich einem Rindensprenger. Mikroskopisch waren dort dann aber nur braune Konidienträger zu sehen. An den umstehenden Rindenstücken gab es kleine weiße Knubbel. Diese waren relativ fest und waren mikroskopisch ohne irgendwelche mir bekannt vorkommenden Strukturen. Hat jemand eine Idee, was das sein könnte oder in welche Richtung ich schauen sollte?



    Konidienträger


    Weißer Knubbel in Kongorot


    Björn