Beiträge von boccaccio
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Als Ergänzung zu Haralds Fragen stellt sich mir auch noch die Frage: Gibt es auch schlechte PSVs? Und woran erkennt man gute und schlechte PSVs? Als ich das letzte Mal auf die DGfM-Liste mit PSVs geschaut habe, waren da keine entsprechenden Vermerke bei den Namen bei.
Björn
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Hallo zusammen,
als kleiner Hinweis sei angemerkt, daß die beiden Kollektionen, die Pablo hier zeigt Entoloma vindobonense und nicht Entoloma sericeum zeigen. Typisch sind die relativ dunklen Hüte, die gar nicht oder nur ein wenig am Rand duchscheinend gerieft sind. Außerdem sind die Stiele praktisch nicht faserig überhaucht. Außerdem erkennt man in den beiden Mikrobildern der Huthaut jeweils sehr schön, daß neben dem zebraförmig inkrustiertendem Pigment auch noch braune, runde Vakuolen vorhanden sind. Die hat Entoloma sericeum nicht.
Björn
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Hallo zusammen,
gestern habe ich im Botanischen Garten Düsseldorf eine größere Gruppe von Cyathus stercoreus finden können. Die Art hat eine gewisse Ähnlichkeit mit Cyathus olla, unterscheidet sich aber durch die dunkleren Peridiolen. Anders als der Artname vermuten läßt, wächst C. stercoreus aber nicht nur auf Dung sondern auch wie hier auf Holzhäckseln. Mikroskopisch kann die Art an ihren großen, dickwandigen Sporen ebenfalls gut erkannt werden. Die Mikrobilder gehören nicht zur gezeigten Aufsammlung sondern zu einem Fund, der Karl vor einiger Zeit gemacht hat und den er mir damals freundlicherweise überlassen hat.
Fruchtkörper am Fundort
Sporen mit Kongorot gefärbt
Oberfläche der Periodiolen
Hyphen von der Außenseite der Fruchtköprper in KOH
Hyphen des Fadens, mit dem die Peridiolen am Fruchtkörper befestigt sind in KOH
Björn
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Hallo zusammen,
ich ergänze mal ein paar Bilder von zwei Funden, die ich diesen Herbst gemacht habe. Die beiden ersten Fotos zeigen eine Aufsammlung aus dem Gelpetal in Remscheid vom 3.10.2026, die restlichen Fotos gehören zu einer Aufsammlung aus den Borkenbergen vom 6.9.2026.
Fruchtkörper am Fundort
Fruchtkörper bei 40-facher Vergrößerung
Hyphen der Peridie mit Kongorot gefärbt
Basidien mit Kongorot gefärbt
Hyphen aus dem inneren der Periodiolen mit Kongorot gefärbt
Oberfläche der Peridiolen in KOH
Björn
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Hallo Bläuling,
ich verstehe deine Aussage "so jetzt habe ich einen Arbeitsnamen bekommen." nicht so wirklich. Eine entsprechende Hypothese ist hier ja in diversen vorherigen Beiträgen bereits formuliert worden. Wieso hast du also jetzt einen Arbeitsnamen bekommen? Außerdem stellt sich dem geneigten Leser natürlich auch die Frage, woher du diesen Arbeitsnamen bekommen hast. Hat sich der Himmel geöffnet und eine Stimme sprach zu dir "Nimm hin den Arbeitsnamen, der da sein soll Lepiota oreadiformis"? Oder hast du einen Beleg deines Fundes an jemand weitergereicht und der hat das dann entsprechend bestimmt?
Deinen Hinweis auf den Umbruch und die Vorsicht verstehe ich auch nicht. Ja, in der Pilzwelt tut sich derzeit viel. Aber die Gattung Lepiota ist davon eigentlich nicht so sehr betroffen. Von daher braucht man Bestimmungen in der Gattung - wenn sie sauber durchgeführt wurden und Funde mikroskopiert wurden - eigentlich nicht mit Vorsicht zu genießen.
Björn
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Hallo Harald,
wenn ich den Artikel richtig verstehe, steht hier aber erstmal nicht das Morchella-Syndrom unter Verdacht, sondern die Kontamination der getrockneten Pilze mit einer (unbekannten) giftigen Substanz.
ZitatDes analyses toxicologiques sont en cours. Les autorités soupçonnent qu'un lot de morilles a probablement été contaminé par une toxine susceptible d'être à l'origine de l'intoxication alimentaire, peut-on également lire sur le site qui délivre également des consignes au consommateur.
Björn
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Hallo zusammen,
vielen Dank für die Rückmeldung zu meinen Funden, das hilft mir definitiv weiter. Wenn man erstmal weiß, um welche Arten es sich aller Wahrscheinlichkeit handelt und vor allem welche Kollektionen wohl die gleiche Art sind, kann man sich die Funde ja gerade mit Hinblick auf die Sporenform genauer und in Ruhe anschauen. Und es ist irgendwie beruhigend zu hören, daß ich offenbar nicht der Einzige bin, der da erstmal etwas überfordert vor den Anthracobias steht - und gut zu wissen, daß man sich im Laufe der Zeit dann doch in die Gattung reinfuchsen kann.
Björn
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Hallo Rainer,
ich habe gerade noch mal auf meine Rechnung geschaut. Da taucht der Kameraadapter 1X für T2-Adaption auf und sonst nichts weiter. Aber im Zweifelsfall weiß Herr Linkenheld da auch sehr genau, was du brauchst (im Zweifelsfall solltest du natürlich an der Stelle schon wissen, welche Kamera es werden soll). In dem Kontext erinnere ich mich noch daran, daß Herr Linkenheld mich damals darauf hinwies, daß es den Kameraadapter einmal ohne Optik und einmal mit dem 1,6X Okular gibt. Letzteres sorgt dafür, daß man ein kleineres Sichtfeld hat, was dann bis zum Rand perfekt ausgeleuchtet ist. Beim 1x Adapter ist das nicht der Fall, was man bei meinen Fotos auch immer gut am rechten Rand erkennen kann. Ich persönlich finde das aber nicht weiter störend - aber das ist natürlich Geschmackssache.
Björn
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Hallo zusammen,
gerade bei den größeren Bechern wie einer Peziza kann man aber auch einfach einen Fruchtkörper mit der Oberseite nach unten auf einen Objektträger legen und dann einfach warten. Insbesondere bei sehr reifen Fruchtkörper gibt es dann meistens einen guten Sporenabdruck. Sollte das mal nicht funktionieren und man hat nur am Rand des Bechers Sporenpulver auf dem Objektträger, empfiehlt es sich, einfach ein möglichst flaches Stück des Bechers rauszuschneiden und mit dem Hymenium nach unten auf den Objektträger zu legen.
Björn
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Hallo zusammen,
ich sehe hier auch ziemlich sicher Postia ptychogaster.
Björn
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Hallo zusammen,
wie ich ja hier schon erwähnt habe, war ich am letzten Samstag im Hürtgenwald bei Gey unterwegs und habe mir die Brandstelle dort mal mit Hinblick auf Brandstellenpilze angeschaut. Neben den bereits gezeigten Arten gab es auch jede Menge Anthracobia, die den Boden stellenweise flächig orange färbten. Leider ist die Bestimmung in der Gattung alles andere als einfach. Makroskopisch geht eigentlich gar nichts, so daß man auf gut Glück einfach mal mehrere Kollektionen einsacken kann. Aber auch mikroskopisch ist es nicht einfach, da u.a. die Beschaffenheit der Randhaare relevant ist, die sich für mich oft nur schwer beurteilen läßt.
Kollektion 1
Sporen: 17,3-18,6-19,9 x 8,2-9,2-10,3 µm
Q: 1,78-2,02-2,27
Kollektion 2: Zunächst die großen, orangefarbenen Fruchtkörper
Sporen: 16,2-18,7-21,3 x 8,3-9,2-10,1 µm
Q: 1,74-2,04-2,34
Kollektion 2: Die kleinen braunen Fruchtkörper, die ich im Feld nicht mal wahrgenommen habe
Sporen: 13,1-15,2-17,2 x 8,1-9,6-11 µm
Q: 1,24-1,59-1,95
Kollektion 3: Hier waren die Fruchtkörper deutlich kleiner und wuchsen an einer Stelle, wo bereits erste Moose auftauchten. Daher hatte ich im Feld auf eine Octospora spekuliert, was sich aber mikroskopisch nicht bestätigt hat.
Kollektion 4 wuchs in unmittelbarer Nähe zu Kollektion und sollte die gleiche Art darstellen
Sporen: 16-17,3-18,7 x 7,9-8,8-9,7 µm
Q: 1,78-1,98-2,18
Kollektion 5
Sporen: 14,2-16,8-19,5 x 7,1-8,5-9,8 µm
Q: 1,78-1,99-2,2
Kollektion 6 mit braunen Fruchtkörpern
Sporen: 16,1-18,2-20,3 x 6,8-7,6-8,4 µm
Q: 2,1-2,41-2,72
Kollektion 7
Sporen: 18-20,2-22,4 x 8,4-9,4-10,4 µm
Q: 1,95-2,15-2,35
Kollektion 8
Sporen: 8,6-9,5-10,4 x 5,8-6,7-7,6 µm
Q: 1,23-1,43-1,62
Björn
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Hallo zusammen,
wenn schon eine Canon-Kamera vorhanden ist, würde ich die auch zur Fotografie nutzen und nicht noch extra eine Mikroskopkamera anschließen. Von der Canon lassen sich Bilder ja auch direkt auf den Rechner bringen, wenn man denn das Mikrobild direkt mit anderen teilen möchte (das ist bei mir aber eigentlich nie der Fall, ich mikroskopiere ja meistens alleine im stillen Kämmerlein). Wodrauf man bei der Canon aber eventuell achten muß: Wenn es eine Spiegelreflexkamera ist, verursacht der Spiegel beim Auslösen eine nicht unerhebliche Vibration. Das läßt sich aber vermeiden, wenn man die Kamera im LiveView-Modus nutzt, wo der Spiegel schon hochgeklappt ist und elektronisch ausgelöst wird.
Ein weiterer wichtiger Hinweis, der von Anfänger:innen in der Regel unterschätzt wird: Die Qualität der Mikrodokumentation hängt nur sehr zweitrangig vom Mikroskop ab (wenn man eine gewisse Investitionsschwelle überschritten hat) und viel mehr von der Übung und dem Geschick bei der Erstellung von Mikropräparaten.
Björn
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Hallo zusammen,
auch wenn der Titel es nahelegt, soll es in diesem Beitrag nicht um Hämorrhiden gehen, sondern um Brandstellenpilze. Mitte August gab es im Hürtgenwald bei Gey einen Waldbrand, der am Ende auf einer Fläche von 300-400 Hektar gewütet hat. Mittlerweile sind im Gebiet wieder etliche Wege freigegeben, so daß man sich einerseits die Wirkung des Brandes auf den Wald und andererseits die zahlreichen Brandstellenpilze genauer anschauen kann. Auffällig ist, daß der Brand vor allem die mit Fichten bewachsenen Stellen betroffen hat. Auf diesen Flächen steht jetzt außer verkohlten Stümpfen nichts mehr. In den Laubwaldbereichen sind die Bäume zwar in Bodennähe schwarz verkohlt, stehen aber noch und wirken insgesamt durchaus lebendig. Entsprechend haben sich die ehemaligen Fichtenbereiche dann auch als ergiebiger mit Hinblick auf die Brandstellenpilze erwiesen.
Immer wieder gab es Schilder, die darauf hinweisen, daß man Waldbrände verhindern soll. Nun gut, wo kein Wald mehr ist, da gibt es auch keine Waldbrände mehr...
1. Kein klassischer Brandstellenpilz, aber trotzdem vor Ort: Phaeolus schweinitzii
2. Stellenweise sehr zahlreich und in allen Altersstadien von ganz jung bis alt: Geopyxis carbonaria
3. Immer mit Geopyxis carbonaria vergesellschaftet fand ich Geoscypha tenacella. Die Art ist mit den ornamentierten Sporen, die zwei Öltropfen haben und durch das violette Hymenophor gut charakterisiert
4. Plicaria carbonaria habe ich an genau einer Stelle gefunden. Makroskopisch nicht unbedingt deutlich unterschiedlich von Geoscypha tenacella, sieht es mikroskopisch mit den runden Sporen mit abgestutzten Warzen schon ganz anders aus.
5. In einer nicht abgebrannten Fichtenparzelle dann auch ein Rindenpilz: Cristina helvetica mit Sporenmaßen von 3,8-4,2-4,6 x 2,9-3,3-3,7 µm, Q: 1,11-1,29-1,48. Interessanterweise verfärbt das Hymenium mit 3% KOH pink-violett, was ja eigentlich nur bei C. rhenana der Fall sein soll, die aber deutlich größere Sporen hat.
6. Zum Schluß dann noch Mycena pura, natürlich auch kein Brandstellenbewohner
Ansonsten gab es noch überall auf den verbrannten Flächen Anthracobias, teilweise in großen Mengen. Davon habe ich auch einige Kollektionen eingepackt, tue mich mit der Bestimmung aber noch schwer. Die kommen also später mal als separater Nachschlag
Björn
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Hallo zusammen,
ansonsten sei auch noch auf die beiden etwas neueren Bände von J. Charbonel "Les réactifs mycologiques" verwiesen. Wenn ich das richtig sehe, kann man die sogar auch aktuell noch käuflich erwerben.
Björn
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Hallo zusammen,
bei Fragen zur Ökologie hilft ja meistens ein Blick in die (gute) Literatur. Bei Röhrlingen also ein Blick in "European Boletes" von Miksik et al. Dort steht bei B. pinophilus, daß er im Nadelwald, Mischwald und auch im Laubwald vorkommt. Als Begleitbäume wird Pinus sylvstris und andere Pinus-Arten genannt, daneben auch Abies alba, Picea abies und Fagus sylvatica. Im Mittelmeerraum auch selten bei Quercus und Castanea sativa und vielleicht mit Betula und Carpinus betulus.
Björn
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Hallo Uwe,
ich sehe hier auch Phr. tuberculatum, wobei ich da allerdings weniger Gewicht auf die Anzahl von Zellen gebe (die variiert ja durchaus von Spore zu Spore), sondern vielmehr auf die abrupt aufgesetzte Spitze und den nur sehr allmählich verdickten Stiel achte.
Björn
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Hallo Harald,
der Titel ist "Chemische Farbreaktionen von Pilzen", 286 Seiten, erschienen 1975 bei J. Cramer für 29,50 DM.
Björn
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Hallo Ingo,
die wuchsen bei Populus tremula.
Björn
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Hallo zusammen,
gestern ging es mit dem Arbeitskreis Pilzkunde Ruhr zu einer Kartierungsexkursion in die Borkenberge. Bei bewölktem, aber trockenen Wetter konnten wir zahlreiche Pilze finden:
1. Clitocybe nebularis
2. Lepista irina
3. Helvella crispa
4. Lycoperdon perlatum
5. Lepiota fuscovinacea
6. Tricholoma populinum mit deutlichem Mehlgeruch und Gurkengeschmack
7. Entoloma vindobonense mit den typischen Vakuolen in der Huthaut
8. Leocarpon fragilis
9. Phyllactinia betulae ex Betula pendula
10. Hyphodontia alutaria
11. Cyclaneusma minus auf Pinus sylvestris
12. Entoloma cetratum, durch die zweisporigen Basidien gut zu bestimmen
13. Coniophora fusispora
14. Sphaerobolus stellatus
15. Serpula hiemantoides
16. Tapinella panuoides
17. Cortinarius semisanguineus
Huthaut in Wasser
Huthaut in KOH
18. Thelephora terrestris
Björn
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Aber Besenginster (Cytisus) ist eben kein Ginster (Genista), auch wenn beides zu den Fabaceaen gehört.
Björn
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Hallo zusammen,
und um beim Ginster zu bleiben: Ich bezweifel sehr stark, daß es sich beim Wirt um Ginster handelt. Wenn die Pflanze waldähnliche Flächen bildet, wird es sich um Besenginster Cytisus scoparius handeln.
Björn
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Hallo Frank,
ich habe heute Poren gezählt und komme am noch vorhandenen Rest Frischmaterial auf 2-3 Poren pro mm. Ich habe auch noch mal gezielt im Subikulum nach Konidien gesucht, bin aber nicht fündig geworden. Einzig leicht angeschwollene Hyphen habe ich finden können.
Ich kann dir den getrockneten Beleg gerne in den nächsten Tagen zuschicken.
Björn
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