Beiträge von boccaccio

    Hallo zusammen,


    am Samstag war ich an der Ruhr im Städtedreieck Duisburg/Oberhausen/Mülheim unterwegs. Dort gibt es auch einige Stellen, die mit Rindern beweidet werden. Auf einem der Kuhfladen vor Ort fiel mir neben etlichen Fliegen auch etwas Pilziges auf. Auf den ersten Blick erinnerte es an einen jungen Pilobolus, aber im reifen Zustand war es dann doch etwas anders: An langen, dünnen Fäden werden die "Fruchtkörper" gebildet. Diese sind anfangs gelb und werden bei Reife schwarz. Sporen sind (10.1+-0.7) µm x (7.0+-0.5) µm groß. Außerdem fiel noch auf, daß die Fäden klebrig sind, wenn man da mit einer Nadel etwas präpariert und an einen Faden kommt, bleibt der an der Nadel hängen.

    Leider weiß ich bei den Zygomyceten so gar nicht, wo ich loslegen soll bzw. ob es sich überhaupt lohnt da loszulegen oder ob man am Ende sowieso zu keinem Ergebnis kommen wird. Deshalb bin ich über jeden Input dankbar.



    Björn

    Hallo zusammen,


    am letzten Samstag bin ich zu einer längeren Runde an die Ruhr am Städtedreieck Duisburg/Oberhausen/Mülheim aufgebrochen. Unterwegs konnte ich auch den einen oder anderen Pilz einsammeln, insbesondere die Phytoparasiten waren gut vertreten.


    1. Uromyces ficariae ex Ficaria verna


    2. Albugo candida s.l. ex Cardamine hirsuta


    3. Peronspora ficariae ex Ficaria verna


    4. Ich vermute hier eine Veronica, aber sich bin ich mir nicht. Entsprechend bleibt der falsche Mehltau darauf auch vorerst ohne Namen.


    5. Peronospora arvensis ex Veronica hederifolia agg.


    6. Peronospora tomentosa ex Cerastium glomeratum


    7. Schimmelpilze auf Kuhfladen. Sporen habe ich noch nicht ausgemessen, aber der Fund kommt nachher auch noch mal separat ins Kopro-Forum


    8. Uromyces sp. ex Ficaria verna


    9. Septoria stellariae ex Stellaria media


    10. Uromyces sp. ex Ficaria verna. Sowohl bei diesem als auch bei dem vorhergenden orangenen Uromyces würde ich vorsichtig zu U. poae tendieren.


    11. Manchmal helfen Pilze auch bei der Pflanzenbestimmung. Hier wußte ich erst nicht so recht, welche Pflanze es sein kann. Aber es gibt eine Entyloma daran, also einfach mal mit den verschiedenen Entylomas auf Jules Homepage verglichen und dann paßte nur noch Myosotis. Das hat Jule mittlerweile auch bestätigt. Also Entyloma fergussonii ex Myosotis sp.


    12. Puccinia lapsanae ex Lapsana communis


    13. Uromyces hyacinthi ex Hyacinthoides sp.


    14. Hyaloperonospora niessliana ex Alliaria petiolata


    15. Peronospora aparines ex Galium aparine


    16. Entyloma eryngii ex Eryngium campestre


    17. Coleosporium senecionis ex Senecio inaequidens


    Björn

    Hallo zusammen,


    heute Vormittag habe ich das angenehme Wetter zu einem Spaziergang im Stadtwald zwischen Duisburg und Mülheim genutzt. Dabei sind mir auch wieder etliche Pilze über den Weg gelaufen, darunter auch ein paar Erstfunde für mich. Insgesamt wird es hier wieder deutlich trockener, so daß die Phytoparasiten langsam aber sicher wieder die Oberhand übernehmen.


    1. Protomyces macrosporus ex Aegopodium podagraria


    2. Lophodermium pini-excelsae ex Pinus strobus


    3. Lophium mytilinum auf Zapfen von Pinus sylvestris


    4. Entyloma ficariae ex Ficaria verna


    5. Hyaloperonospora niessliana ex Alliaria petiolata


    6. Eine Spaltlippe auf Picea abies. Hätte ich bis vor kurzem ungesehen als Lophodermium piceae abgehakt. Aber dann gibt es ja diesen Schlüssel, laut dem auf Picea abies eher Lophodermium abietis zu finden sei. EDIT: Peter Püwert schrieb mir, daß der Schlüssel die beiden Arten vertauscht hat. An Picea abies kommt demnach L. piceae vor, so wie man es auch naiv vermuten würde.


    7.Ramularia cylindroides ex Pulmonaria officinalis


    8. Peronospora ficariae ex Ficaria verna


    9. Tranzschelia fusca ex Anermone nemorosa


    10. Synchytrium anemones ex Anemone nemorosa


    11. Thekopsora areolata ex Picea abies


    Björn

    Hallo zusammen,


    da gehe ich beim Fichtenzapfenrost mit! Und zwar haben wir hier die Aecien auf der Fichte. Später im Jahr bildet er dann Uredien und Telien auf Prunus aus.


    Björn

    Hallo zusammen,


    gut zu wissen, daß ich da ein Dendrohyphidien-Massaker angerichtet habe, aber anscheinend nicht der Einzige bin, der sich mit dem Präparieren dieser Peniophora schwer tut.


    Was die Diatrype angeht, scheint das ja alles andere als einfach zu sein...Ich fürchte, da werde ich nicht über ein Diatrype stigma agg. hinauskommen. Aber ich habe dadurch, daß ich mir das Ästchen noch mal genauer angeschaut habe auch noch eine Cosmospora auf der Diatrype gefunden. Wenn mich nicht alles täuscht, müßte das dann C. episphaeria sein.



    Außerdem hatte ich auf Anraten von Jule noch mal den Rost auf Ficaria verna genauer angeschaut und nach kahlen Stellen gesucht (also auf den Sporen, nicht auf meinem Kopf - die zählen laut Jule nicht :D). An einigen Sporen sah es etwas kahl aus und es gab auch eine Spore, wo einiges an Ornament gerade abfiel. Aber ob das reicht? Mal warten, was Jule dazu sagt. Ich werde berichten.



    Björn

    Hallo zusammen,


    die Ziege aus der Gruga hat mal wieder etwas Neues produziert. Diesmal handelt es sich um eine Sporormiella mit vierzelligen Sporen von 55 x 10 µm mit breiter, hyaliner Hülle und Asci von (160-180) µm x (25-30) µm. Die Asci sind biseriat, wirken auf mich zylindrisch und werden unten dann abrupt schmal. Damit lande ich dann schlußendlich bei Sporormiella intermedia. Geht ihr da mit?



    Björn

    Hallo zusammen,


    gestern habe ich das schöne Wetter genutzt und bin früh zu einer 18 km langen Runde bis zum Entenfang und an der Sechs-Seenplatte vorbei aufgebrochen. Neben jeder Menge Sonnenschein gab es natürlich auch dein einen oder anderen Pilz:


    1. Biscogniauxia nummularia an Buche


    2. Leptotrochila verrucosa ex Galium aparine


    3. Der Endgegner unter den Rosten im Frühjahr: Aecien auf Ficaria verna. Von der makroskopischen Erscheinung her mit den zahlreichen Aecien und den Verdickungen am Stiel wäre ich bei Uromyces rumicis. Aber wenn ich mir die mikroskopischen Details anschaue, lande ich eher bei Uromyces poae: Sporengröße (21.7+-1.6) µm. Wanddicke der Pseudoperidienzellen (6-10) µm, Gestalt der Pseudoperidienzellen eher rechteckig als rhombisch (wobei das je nach Perspektive auch unterschiedlich sein kann).



    4. Peronospora ficariae ex Ficaria verna


    5. Ramularia variabilis ex Digitalis purpurea


    6. Porostereum spadiceum


    7. Peniophora lycii. Die Dendrohyphidien konnte ich zwar sehen, aber nicht fotografieren.


    8. Eine Diatrype an Ahorn. Wie unterscheiden sich D. stigma und D. decorticata genau? Sporengröße (6.9+-0.4) µm x (1.7+-0.2) µm


    9. Das sieht nach einem Hymenoscyphus aus. Leider ist der auf dem Weg nach Hause verloren gegangen und kann entsprechend nicht mikrokopiert werden.


    10. Peronospora lamii ex Lamium sp.


    11. Truncatella conorum-piceae an Zapfen von Pinus sylvestris


    Björn

    Hallo zusammen,


    da habe ich aber erst einen kleinen Schrecken bekommen, als Felli mich Richtung Arnium schicken wollte. Wo Nobi mich doch erst einen Tag vorher für mein Gattungsgespür gelobt hat ;) Ansonsten wieder mal einen herzlichen Dank an Euer Feedback, insbesondere natürlich an Nobi für die ausführlichen Erläuterungen. Das Internet ist schon eine tolle Erfindung - ohne wäre ich wohl nie zu den Dungpilzen gekommen.


    Björn


    PS

    Climbingfreak Ich sehe gerade, daß ich den Beitrag aus Versehen bei den Exkursionsberichten erstellt habe. Könntest Du den bitte in die coprophile Ecke verschieben?

    Hallo zusammen,


    ich habe zwar auch keine Idee, was das sein könnte - zumal Roste an Weiden ja sowieso zu meiden sind - aber im Klenke steht drin, daß die Weidenroste seltener auch Jungtriebe und Kätzchen befallen.


    Björn

    Hallo zuammen,


    auf dem Kaninchen aus den Borkenbergen gibt es Schizotheciums, die ich da bis jetzt noch nicht drauf hatte.


    Fund Nummer 1 habe ich schon vor zwei Tage gemacht. Leider habe ich die Sporen da nicht mit Tinte angefärbt, entsprechend ist da zum Gezumpel an den Sporen wenig zu sagen. Sporengröße (20-22) µm x (13-14) µm.


    Fund Nummer 2 von heute, war der Versuch Nummer 1 wiederzufinden. Sporengröße (20-22) µm x (13-14) µm und auch sonst sieht das alles recht ähnlich aus wie bei Nr. 1. Was die Sporengröße angeht, wäre das beides etwas zu groß für S. vesticola. Aber sind die Haare hier zusammengeklebt? Wenn sie das nicht sind, lande ich dann schließlich bei S. miniglutinans.


    Und Nummer 3, ebenfalls von heute. (23-26) µm x (12-14) µm, also schon größer als bei den beiden anderen Funden. Außerdem waren die Asci teilweise auch biseriat. Eventuell S. conicum?


    Björn

    Hallo Sandra,


    ich glaube Dryopteris wächst mehr oder weniger überall in Deutschland. Ansonsten sieht er halt wie ganz normaler, recht frischer Farn aus. Adlerfarn und Königsfarn sind ja momentan nur in getrocknet zu finden. Ansonsten gibt es aber auch an anderen Farnen Milesinas, die mikroskopisch sehr ähnlich sind. Auf Asplenium gibt es gleich eine ganz Reihe von Arten, quasi für jeden Farn ein extra Pilz. Und zumindest Asplenium scolopendrium ist ja recht charakteristisch.


    Björn

    Hallo Nobi,


    das ist in der Tat ein sehr gelungenes Portrait von Matthias bzw. von der Coniochaeta :D Und interessant, daß der da offenbar auch in einer WG mit einer Hypocopra lebte.

    Was die Gattung angeht, war ich ja erst bei der Hypocopra und hatte wegen der eierigen Sporen schon an eine Fehlbildung gedacht. Aber dann sind mir die Haare aufgefallen und dann bin ich mal Ralfs kleine Bilderübersicht hier im Forum durchgegangen. Da paßte Coniochaeta dann erstmal am besten. Im Doveri war im Schlüssel an entsprechender Stelle dann noch der Hinweis, daß das wohl die einzige Art mit Sporen, die in alle drei Raumrichtungen unterschiedlich groß sind, ist und damit war die Gattung dann schon relativ sicher klar.


    Björn

    Hallo zusammen,


    auf der Ziege aus der Gruga gibt es seit einiger Zeit eine Anamorphe. Diese ist orange-pink, hält sich sehr lange und hartnäckig ohne daß dort etwas anderes oder gar eine zugehörige Teleomorphe zeigen würde. Die Konidien sind winzig uns messen gerade mal ca. 1 µm. Hat da jemand eine Idee zu?



    Björn

    Hallo zusammen,


    ich hatte es ja gerade in einem anderen Beitrag schon angekündigt: Beim Versuch auf dem Kaninchen aus den Borkenbergen noch mal die Hypocopra unters Mikro zu bekommen, ist am Ende ein ganz anderer Pilz auf dem Objektträger gelandet. Hier fehlt die positive Reaktion mit Lugol. Die Keimspalte scheint über die ganze Sporenlänge vorhanden zu sein. Sporenlänge 11-14 µm, Sporenbreite 8-10 µm, Sporenhöhe 6 µm. Haare gab es an den Perithecien auch. Diese sind dunkel, unseptiert und grob geschätzt 20-30 µm lang. Wenn ich gattungstechnisch mit Coniochaeta richtig liege, dann paßt leider keine der drei Arten im Doveri so richtig. Am ehesten noch C. leucoplaca, wobei die Sporen dafür schon zu groß sind.



    Björn

    Hallo Nobi,


    ich muß gestehen, daß ich keine Ahnung habe, wie die Hypocopra makroskopisch aussieht. Ich habe da mehr oder weniger auf gut Glück schwarzes Zeug aus dem Köttel gepfriemelt. Entsprechend hatte ich beim Versuch, gerade noch mal die Hypocopra zu präparieren auch wieder etwas anderes unterm Mikroskop - das stelle ich gleich mal separat ein. Ansonsten hänge ich einfach mal zwei Bilder an, vielleicht sieht du da mehr als ich.



    Björn