Beiträge von boccaccio

    Hallo Pablo,


    ich habe nach deinem Hinweise gestern Abend noch mal in die Trechispora reingeschaut. So richtig gut ließen sich die Hyphen in den Zähnchen leider nicht erkennen, und gescheite Fotos zu machen, auf denen man auch nur ansatzweise erkennnt, ist mir leider nicht gelungen. Dennoch bin ich der Meinung, daß die Hyphen schon eher normal aus isodiametrisch sind, womit der Fund dann wohl Trechispora nivea ist.


    Björn

    Hallo zusammen,


    vielen Dank Euch beiden für die Rückmeldung zu meinen Funden. Was den vermeintlichen Granulobasidium vellereum angeht, habe ich jetzt noch mal den gesamten FE12-Band nach runden Sporen durchsucht (ist digital ja zum Glück relativ einfach möglich). Die einzige Art, die da noch ansatzweise in Frage käme, wäre Hypochnicium albostramineum, wobei deren Sporen aber etwas größer sein sollten. Außerdem müßte es dort Zystiden geben.


    Björn

    Hallo zusammen,


    weiter geht es mit dem zweiten Teil der MAB-Exkursion ins Leyerbachtal. Es folgen Ascomyceten und Schleimpilze.


    1. Ein Schleimpilz, den Jan-Arne auch mitgenommen hat. Sporengröße (9.0+-0.5) µm


    2. Hier hatte Jan-Arne nicht mal eine Idee, ob Asco- oder Basidiomycet. Ich hatte zwar auch etwas mitgenommen und reingelinst, aber es war weder erhellend, noch sah es hübsch aus.


    3. Der Schleimpilz hatte wohl eine schwere Kindheit...da ist bei der Fruchtkörperbildung scheinbar was schiefgelaufen.


    4. Den Schleimer hat Jan-Arne eingepackt.


    5. Ein unreifer Ascomycet auf Riesenbärenklaustängeln


    6. Noch ein Schleimpilz. Sporengröße (10.2+-0.8) µm


    7. Noch mal ein Ascomycet auf Riesenbärenklau. Sporengröße (12.9-15.1) µm x (4.5-5.4) µm


    8. Hier lande ich bei Trichia scabra. Sporengröße (10.8+-0.5) µm


    9. Ein Ascomycet auf Efeublättern. Sporengröße (19-21) µm x (5-6) µm. Auf den Fotos sieht es teilweise so aus, als hätten die Sporen eine hyaline Hülle.


    Björn

    Hallo zusammen,


    gestern traf sich der MAB zur ersten Exkursion des Jahres im Leyerbachtal in Remscheid. Da es auch im Bergischen für die Jahreszeit immer noch erstaunlich mild ist, fanden sich viele Pilze, die ich hier in zwei Teilen vorstellen möchte. Fangen wir zunächst mal mit den Basidiomyceten (und einem Falschen Mehltau) an:


    1. Am Treffpunkt, einer Bushaltestelle, lieferte ein gezielter Griff dann direkt die beiden ersten Funde: Coleosporium senecionis ex Senecio vulgaris


    2. An der gleich Pflanze Bremia lactucae s.l. ex Senecio vulgaris


    3. Im Wald dann ein gezielter Griff an den Farn und ein Wedel voller Rost: Milesina kriegeriana ex Dryopteris dilatata. Sporen zwischen 35 und 40 µm.


    4. Eine Exidia an Laubholz. Ob es Weide war oder nicht, konnten wir leider nicht klären, aber kommt hier etwas anderes als E. recisa in Frage? Sporengröße (13.6+-0.7) µm x (3.6+-0.2) µm, Q=3.9+-0.4.


    5. Hier lande ich bei Trechispora und schwanke zwischen T. farinacea und T. nivea. Sporengröße (3.4+-0.1) µm x (2.6+-0.2) µm, Q=1.3+-0.1



    6. Pseudoclitocybe cyathiformis


    7. Das ist wohl Coriolopsis trogii, aber Jan-Arne schaut sich das zur Sicherheit noch mal genau an.


    8. Pleurotus ostreatus


    9. Stereum rugosum


    10. Fomes fomentarius


    11. Meottomyces dissimulans


    12. Wohl ein cyphelloides Pilz auf Riesenbärenklaustängeln. Ich tippe auf Lachnella alboviolascens, aber Jan-Arne schaut noch mit dem Mikro rein.


    Björn

    Hallo zusammen,


    am letzten Samstag habe ich eine kleine Runde an der Ruhr bei Essen-Heisingen gedreht. Dabei sind mir natürlich auch wieder einige Pilze über den Weg gelaufen, die ich hier zeigen möchte.


    1. Hier würde ich zu Granulobasidium vellereum tendieren. Sporen (6.1+-0.3) µm, dickwandig, Basidien 4-sporig, Schnallen vorhanden.


    2. Da dachte ich erst an einen Rindenpilz auf alten Brennnesselstängeln. Aber leider entpuppte sich das am Ende als Anamorphe. Hat trotzdem jemand eine Idee? Die Farbe ist ja schon sehr chrakteristisch.


    3. Lecanora sp? An Fraxinus.


    4. Eine Anamorphe auf einem alten Stängel, evtl. Bärenklau.


    5. Hier scheitere ich leider schon an der Bestimmung der Pflanze, deshalb ist der falsche Mehltau auch vorerst namenlos.


    6. Alte Erdsterne. Einfach nur Geastrum triplex ohne den ganz typischen Kragen?


    7. Vuilleminia auf Salix. Sporen (22.1+-1.7) µm x (6.1+-0.4) µm, Q=3.7+-0.3. Ich meine auch Zystiden zu sehen, die ich am ehesten als zylindrisch beschreiben würde. Mit der Sporengröße käme ich dann bei V. coryli aus, die wohl auch an Salix geht.


    Björn

    Hallo zusammen,


    ein toller Fund!


    Zitat


    Die Bilder sind heute bei starker Bewölkung aufgenommen, um störende Lichtreflexe möglichst gering zu halten.

    Aber dann bist du für das schlechte Wetter heute verantwortlich gewesen? ;)


    Björn

    Hallo zusammen,


    da ist ja einiges an Rückmeldungen gekommen, vielen Dank!


    Was die Temperaturen hier angeht, hatten wir bis jetzt nur Ende letzten Jahres ein paar mal etwas Nachtfrost. Ansonsten waren hier am letzten Freitag als ich abends um 6 von der Arbeit nach Hause gekommen bin draußen 13 Grad. Von daher sprießen die Pilze dank reichlich Regen echt wie irre und wir können uns an überbestimmten Erdzungen erfreuen.


    Was die Lamprospora angeht, habe ich mit der Gattung selber noch gar keine Erfahrung bisher. Wenn ich mir aber die Abbildungen in der Z. Mykol. 53, 195 (1987) anschaue, paßt L. miniata irgendwie besser als L. seaveri. Das Netzmuster ist bei meinem Fund zwar nicht perfekt regelmäßig, aber es gibt zum Beispiel nirgendwo die bogenförmigen Grate, die Benkert zeigt.


    Zu guter letzt habe ich dann nach Eikes Hinweis noch mal in die weißen Becher reingeschaut. Die Haare scheinen oben abgerundet und ich meine auch hier und da gelbliche Harztröpfchen gesehen zu haben. Die Sporen liegen bei (7.6+-0.5) µm x (2.5+-0.2) µm und sind nicht septiert, womit ich dann am Ende bei H. aureliella lande.


    Björn

    Hallo zusammen,


    auch wenn mein Fruchtkörper noch recht jung ist, sind die Sporen aus einem Abwurf, sollten also durchaus beurteilbar sein. Einen Lindenschluchtwald kann ich für den Fund ausschließen, womit man dann wohl tatsächlich bei S. coccinea landet. Das würde aber dann bedeuten, daß dort beide Arten durcheinander wachsen, denn in der Vergangenheit gab es dort eben Exemplare, die sich mikroskopisch als S. austriaca erwiesen haben. Muß man also in Zukunft bei größeren Standorten immer mal hier und da Fruchtkörper einpacken?


    Björn

    Hallo zusammen,


    was den Clitopilus angeht, hatte noch ein anderer Pilzfreund Material mitgenommen. Er hat den heute auch mikroskopiert und kommt dabei auf folgende Sporengrößen:


    8,1 4,1
    7,8 4,0
    6,9 4,4
    6,9 4,6
    7,2 4,9
    7,1 4,9
    7,5 4,8
    7,4 4,2
    7,2 3,9
    8,0 4,4
    7,3 4,1
    8,1 4,5
    8,5 4,8
    7,7 4,0
    7,5 4,3
    7,5 3,7
    8,1 4,1
    7,5 4,4
    8,9 4,3
    8,6 4,3


    Im Mittel also 7.7 µm x 4.3 µm und damit etwas größer als bei mir (wobei ich auch keinen Abwurf gemacht habe, sondern einfach die Sporen, die im Präparat schwammen, ausgemessen habe). Ich selber habe leider kein brauchbares Material mehr, aber besagter Pilzfreund hat noch einen naturbelassenen kleinen Fruchtkörper, den er trocknen und verschicken könnte.


    Was die Schleimpilze angeht, sind die Mikros von den Schleimer mit den dunklen Köpfen. Ich glaube, die waren zum Fundzeitpunkt noch nicht ganz reif, mittlerweile sind die nämlich auch deutlich heller, in etwa so wie die auf dem anderen Bild.


    Björn

    Hallo zusammen,


    hier also noch der zweite Teil der APR-Exkursion im Bochumer Botanischen Garten, in dem es um die Basidiomyceten und Schleimpilze gehen soll.


    1. Ein Schleimer, um den sich Jan-Arne kümmert


    2. Clavulina rugosa


    3. Byssocorticium atrovirens. (3.9+-0.3) µm x (3.7+-0.2) µm, Q=1.0+-0.1, Basidien mit Basalschnalle


    4. Metatrichia floriformis EDIT: Trichia botrytis


    5. Eine Trichia, die Jan-Arne eingesteckt hat.


    6. Eine Lamproderma, die Jan-Arne auch an sich genommen hat.


    7. Hier lande ich bei Clitopilus scyphoides f. reductus mit Sporengröße (7.2+-0.6) µm x (4.2+-0.3) µm, Q=1.7+-0.1


    Björn

    Hallo Thorben,



    ich mußte ja erstmal meinen Koffer leermikroskopieren ;-) Morgen kommt dann auch noch der zweite Teil mit den Basidiomyceten und Schleimpilzen.


    Was die Erdzungen angeht, hatte Udo gestern erwähnt, daß es da wohl Variationen bzgl. der Septierungen geben kann. Ansonsten meldet sich vielleicht Karl hier noch mit einem erhellenden Beitrag. Erdzungen sind ja seine Lieblinge.


    Björn

    Hallo zusammen,


    Der Sporophagomyces chrysostomus scheint ja ein echter Wernerpilz zu sein, wenn man sich mal die Verbreitungskarte anschaut. Im Mikroskop waren dann auch in erster Linie nur Ganoderma-Sporen zu sehen:


    Die Sarcoscypha hat tatsächlich glatte Haare! Das wundert mich jetzt ein wenig, weil wir an dem Standort in der Vergangenheit immer S. austriaca hatten. Also doch S. coccinea?


    Björn

    Hallo zusammen,


    gestern ging es mit dem APR zur ersten Exkursion des Jahres in den Botanischen Garten an der Ruhr-Uni und in das benachbarte Waldstück am Kalwes. Dabei fanden sich jede Menge spannende Pilze, von denen ich hier eine kleine Auswahl vorstellen möchte. Los geht es im ersten Teil mit den Ascomyceten.


    1. Octospora musci-muralis, Sporengröße (24.2+-1.8) µm x (10.4+-0.7) µm


    2. Octospora affinis ex Orthotrichum affine


    3. Eine unbekannte Lamprospora (miniata s.l.?) auf einem Moos, bei dem einer unserer Biologen auf Barbula (=Didymodon) fallax setzt. Sporengröße (14.3+-1.1) µm, Netz typischerweise 0.8 µm breit, stellenweise 1.2-1.6 µm.


    4. Im Botanischen Garten haben wir in der Vergangenheit immer Octosporopsis nicolai auf Lunularia cruciata gefunden. Leider wurde der Weg an der Stelle, wo Pilz und Moos sonst zu finden waren, mit dem Flammwerfer gereinigt. Einige Meter weiter fand sich dann aber doch noch Moos und auch Moosbecherchen waren anwesend. Zunächst waren wir skeptisch, ob es die gesuchte Octosporopsis ist, da sie teilweise deutlich neben dem Moos wuchs. Aber der Blick ins Mikrokop gab dann Klarheit: Alles O. nicolai


    5. Ein unbekannter Ascomycet auf Kiefernholz, Haken+, Lugol+


    6. Erdzungen gab es kurz vor Schluß auch noch. Das dürfte Geoglossum fallax sein mit Sporen von 78-106 µm mit einem Mittel von (88+-7) µm


    7. Cordyceps militaris, leider noch nicht reif.


    Björn

    Hallo zusammen,


    im späten Winter und zeitigen Frühjahr ist der APR ja öfter mal im Essener Hespertal unterwegs. Dieses Jahr steht aber keine derartige Exkursion auf dem Programm, so daß ich einfach mal "privat" dort unterwegs war. Das Ergebnis kann sich dabei durchaus sehen lassen.


    1. Sarcoscypha austriaca


    2. Scytinostroma hemidichophyticum


    3. Auf der Unterseite von Ganoderma applanatum wuchs dieses seltsame Gebilde. Mit dem Mikroskop habe ich noch nicht reingeschaut, das kommt aber noch.


    4. Octospora affinis ex Orthotrichum affine


    5. Galerina marginata


    6. Auricularia auricula-judae


    7. Plicatura crispa


    8. Lycogala epidendrum agg.


    9. Acrospermum compressum


    10. Normalerweise macht der APR am Ende des Hespertals immer kehrt und es geht zurück zum Ausgangspunkt. Da ich mit Bus und Bahn unterwegs bin, habe ich diese Einschränkung natürlich nicht und so bin ich dann am Baldeneysee weiter Richtung Essen-Kupferdreh. Dabei fiel mir dann dieser hübsche Zeitgenosse aus: Astraeus hygrometricus. Interessanterweise scheint der nur bei Feuchtigkeit aufzuklappen. Jetzt wo er zu Hause trocknet, biegen sich die Arme langsam nach oben.


    11. Hier bin ich ratlos. Zuerst hatte ich ja auf einen unförmigen Ascomyceten getippt, aber im Mikroskop gab es dann nur einige sehr dickwandige Hyphen. Hat da jemand eine Idee?


    12. Ein Phyto muß natürlich auch sein: Milesina scolopendriii ex Asplenium scolopenduium


    Björn

    Hallo Ulla,


    ich habe gerade mit der Pinzette an der Spitze des Capillitiums gezupft. Wenn ich dabei nicht auch die Columnella mit erwische, kann ich das Capillitium so fädig nach oben wegziehen (sieht ein wenig so aus, als würde man einen gestrickten Pullover aufribbeln). Ist das mit "abtrieseln" gemeint?


    Björn

    Hallo zusammen,


    ah, der/die/das Sistotremastrum ist ja so neu, daß das noch gar nicht in meinen Büchern drin ist. Und dann schaut man bei Pilze-Deutschland, wie es mit Funden aussieht und natürlich gibt es schon einen Fund von Hans Bender :D


    Der Stamm mit dem Blättling wurde sicher nicht gedreht. Das war ein meterdicker Buchenstamm, an dem auch noch Wurzeln mit Erde dranhingen. Es war aber so, daß es neben diesen langgestreckten Fruchtkörpern noch rundlicher gewachsene Exemplare gab, die dann eben eher auf der Oberseite des Stammes saßen als an der Seite (erkennt man ansatzweise auch noch ganz links im Bild).


    Was die Phlebia angeht, müßte Phlebia rufa nicht "verwinkelter" sein? Das ist zumindest mein Eindruck, wenn ich mir Pablos Portrait anschaue. Ich hatte den Fund jetzt nicht mitgenommen und unters Mikro gelegt, aber vielleicht finde ich ihn am Wochenende noch wieder.


    Björn