Beiträge von boccaccio

    Hallo Felli,


    eine Idee zu deinem Fund habe ich erstmal nicht, aber hast du schon den Schlüssel vom Phragmoprojekt ausprobiert? Wichtig wäre glaube ich erst einmal herauszuarbeiten, ob Schnallen vorhanden sind, wie viele Sterigmen die Basidien haben und ob sie wirklich gestielt sind oder ob zwischen Stiel und Basidie nicht doch eine Septe ist.


    NACHTRAG: Was bei den Gallertpilzen auch immer hilft: Den Fruchtkörper in Kongorot geben, das Kongorot komplett antrocknen lassen, einen Tropfen Wasser draufgeben und vorsichtig absuagen um das überschüssige Kongorot zu entfernen und dann in KOH mikroskopieren. Dadurch sind die Hyphen und Basidien am Ende optimal gefärbt.


    Björn

    Hallo zusammen,


    ich hatte gestern zufällig den Eutypella-Schlüssel des niederländischen Ascomyceten-Projekts in der Hand. Dort wird u.a. auch Peroneutypa scoparia ausgeschlüsselt. Die Abbildung dazu zeigt ebenfalls ein gemeinsames Vorkommen mit H. fasciculatum. Dort im Text wird spekuliert, daß das Harpographium eventuell ein Parasit an der Peroneutypa sein könnte.


    Björn

    Hallo Jan,


    ein Porling ist das nicht, er hat ja keine Poren. Ansonsten gilt bei solchen Schichtpilzen aber, daß man einfach eine Nadelspitze Material in einem Tropfen KOH mikroskopiert (das macht das Ganze etwas geschmeidiger). Du kannst mir das Teil ansonsten aber auch gerne zuschicken. So auf den zweiten Blick könnte ich mir hier etwas wie z.B. Helicobasidium vorstellen.


    Björn

    Hallo Michael,


    die Sarcoscypha-Arten sind tatsächlich nur mikroskopisch sicher zu trennen (S. jurana ist prinzipiell am Substrat erkennbar, ist aber ja auch mit Abstand der seltenste der drei Arten). Von daher denke ich, daß man hier nicht zwischen S. austriaca und S. coccinea unterscheiden kann. Zum Teil wachsen sogar beide Arten durcheinander am gleichen Standort!


    Björn

    Hallo zusammen,


    Ende Dezember war ich mit Karl im Depot und habe mir bei der Gelegenheit auch etwas Damwilddung mit nach Hause genommen. Nachdem der Dung im Döschen war, hatte ich ihn irgendwie aus den Augen verloren und erst jetzt mal wieder reingeschaut, was sich dort so tut. Zu meiner Überraschung gab es trotz der langen Lagerzeit nicht nur Pyrenomyceten, sondern auch hübsche kleine Becherchen aus der Gattung Coprotus


    1. Ein Prachtexemplar von Coprotus sexdecimsporus, der mit seinen 16 Sporen pro Ascus ja gut kenntlich ist.


    2. Daneben gab es noch diese kleineren Coprotusse, die sich einer Bestimmung noch etwas widersetzen. Die Sporen messen 5.8-7.0 µm x 3.1-3.4 µm, die Asci sind 66-80 µm x 9 µm groß. Paraphysen waren nur sehr spärlich vorhanden, scheinen aber an der Spitze nicht auffällig verdickt zu sein und sind zum Teil oben apikal umgebogen. Mit diesen Informationen lande ich im Schlüssel von Doveri problemlos bei Schritt 17. C. glaucellus sollte kürzere Asci haben und scheidet damit aus. C. marginatus hätte apikal verdickte Paraphysen und ist damit auch raus. Bleiben also C. lacteus und C. baeosporus. Von der Sporen- und Ascigröße und den Paraphysen her scheint C. baeosporus besser zu passen, dort sollten die Sporen aber überwiegend uniseriat angeordnet sein. Was meinen die Fachleute dazu?


    Björn

    Hallo Thorben,


    danke für den Hinweis! Wenn ich mit der Arbeit von Diederich und Lawrey von 2007 vergleiche, scheint Burgoa angulosa am ehesten zu passen. Die Art hat nämlich Schnallen an den Septen, bildet weiße Kügelchen und scheint auch relativ weit verbreitet zu sein (auch wenn es bei Pilze-Deutschland nur einen Fundpunkt gibt, aber so sterile Hyphenballen sind ja auch nicht jedermanns Sache).


    Björn

    Hallo Hartmut,


    da kann ich mich nur anschließen: Tolle Funde, die du wunderbar in Szene gesetzt hast. Da du Dictyoporthe bipapillata öfter zu finden scheinst (die Art fehlt mir nach wie vor noch): Kommt die eher an alleinstehenden Hainbuchen vor oder im Hainbuchenwald? An liegenden Ästen oder an solchen, die noch am Baum hängen? Und sind die Äste dann eher dünn oder dick?


    Björn

    Hallo Ingo,


    soweit ich das überblicke (bin aber ja absolut kein Flechtenkenner) unterscheidet sich G. pulverulenta von G. scripta s. str. tatsächlich vor allem über die bereiften Apothecien. Mikroskopisch tut sich da nicht viel - aber wegen der Lugolreaktion der Sporen kommt die bei mir trotzdem jedes Mal unters Mikro.


    Björn

    Hallo zusammen,


    ich bin zum Glück auch wieder fit und bin gespannt, wenn Karl uns zeigen wird, daß Rotkäppchen unten lockige Haare hat. Außerdem kann ich einen Pilz zeigen, der mutmaßlich neu für NRW ist und einen, der mutmaßlich neu für Deutschland ist.


    Björn

    Hallo zusammen,


    nachdem Karl von seinem Ausflug auf die Jurana-Plantagen berichtet hatte, stand für mich fest: Das muß ich mir unbedingt auch mal selber anschauen. Die Bahn versprach, daß sie mich bei einem Start um 5:41 in viereinhalb Stunden ans Ziel bringen würde und so hatte ich den Wecker auf 5:10 gestellt und mich am Vorabend gegen 21 Uhr ins Bett begeben. Als ich dann irgendwann im Dunkeln wach wurde, zeigte ein kurzer Kontrollblick auf die Uhr 5:38... ich hatte die Weckzeit zwar eingestellt, aber den Alarm nicht aktiviert. Also erstmal in Ruhe aufstehen, Tee trinken und dann eben eine Stunde später los. Das hat auch reibungslos und ohne Verspätung funktioniert, obwohl ich am Karnevalssamstag durch Düsseldorf und Köln mußte. Vor Ort ließen die Massen an Sarcoscypha jurana dann auch nicht lange auf sich warten. Immer wenn man an einer Linde vorbeikam, gab es auch rote Becher auf dem Boden, stellenweise dann wirklich ein rotes Meer. Aber es gab auch zahlreiche andere Pilze, die ich euch nicht vorenthalten möchte:


    1. Milesina scolopendrii ex Asplenium scolopendrium


    2. Milesina dieteliana ex Polypodium sp.


    3. An wärmebegünstigten Stellen darf Stereum insignitum natürlich nicht fehlen.


    4. Auricularia mesenterica


    5. Gracilistilbella clavulata


    6. Graphis pulverulenta


    7. Hypoxylon fuscum an Corylus avellana


    8. An einem Ast, den ich anfangs für Linde hielt, der sich dann aber bei genauerer Betrachtung als Ulme herausstellte: Eutypella dissepta. Ebenfalls an dem Ast war Orbilia comma, aber Orbilien schön zu mikroskopieren scheint ein Ding der Unmöglichkeit zu sein.


    9. Sarcoscypha jurana so weit das Auge reicht


    Björn

    Hallo zusammen,


    am letzten Sonntag hat der APR mal wieder eine Exkursion gehabt. Ziel war diesmal das Bövinghausener Bachtal an der Stadtgrenze zwischen Bochum und Duisburg. Wenn man den Bereich in Parkplatznähe erstmal verlassen hat, wo alle Hunde ihr Geschäft verrichten, ist das eigentlich auch ein sehr nettes Gebiet, in dem man einiges an interessanten Pilzen finden kann.


    1. Biscogniauxia mediterranea


    2. Sarcoscypha austriaca mit den typischen eingedellten Sporen und krausen Haaren untenrum


    3. An Kirsche entdecke ich dann einige weiße Pinüppel. Ganz klar irgendeine Anamorphe, die ich für mich alleine wahrscheinlich direkt hätte fallen lassen. Aber wir hatten mit Dirk ja extra einen Ascomyceten-Experten aus Weimar einfliegen lassn. Der war direkt begeistert, weil er diesen Pilz schon länger nicht mehr gefunden hatte und wies mich auf die kleinen schwarzen Becher hin, die ich selber erst gar nicht gesehen hatte: Dermea cerasi


    4. Eine Gallertträne. Die Sporen und Septen würde ich für dünnwandig halten, was dann zu D. capitatus führt.


    5. Ein kleiner schwarzer Pyrenomycet auf Carpinus betulus. Leider scheint da keiner der üblichen Gnomonia/Ophiognomonia-Arten zu passen. EDIT: Apiosporopsis carpinea!


    Björn

    Hallo zusammen,


    ich bevorzuge auch den gewohnten Beginn um 20:00 Uhr. Es ist ja auch eigentlich nie so, daß nicht genug Zeit zum Zeigen ist. Zumindest ist es mein Eindruck, daß der Großteil der Teilnehmenden schon 60-90 Minuten durchhält und dann ist ja meistens auch alles Wichtige gezeigt. Klar gibt es dann auch immer noch einige Hartgesottenen, die noch etwas länger machen, aber da geht es dann ja auch oft um Detailfragen.


    Björn