Beiträge von boccaccio

    Hallo Claudia,


    die Venus-Fliegenfallen-Usnea hat einfach Apothecien. Damit kommen eigentlich nur 2 Arten in Frage, sie sich mittels Mikroskop und Chemie trennen lassen sollten. Das muß aber bis zu Hause warten. Ansonsten bin ich immer neugierig Ideen zu hören. Ist ja nicht schlimm, wenn man daneben liegt.


    Björn

    Hallo zusammen,


    ich verbringe gerade eine Woche in La Thuile im Aostatal auf einer Konferenz. Die Nachmittage sind dabei frei, damit man auch Skifahren kann. Da ich nicht Skifahre, nutze ich die Zeit um die Gegend auf Schneeschuhen zu erkunden - wobei ich heute feststellen mußte, daß so wenig Schnee liegt, daß man die eigentlich auch gar nicht braucht. Dabei sind mir auch zahlreiche Flechten über den Weg gelaufen, die ich hier zeigen möchte. Viele haben keinen Namen bekommen, sehen aber trotzdem ganz hübsch aus.


    1.



    2. Usnea sp.



    3. Rusavskia elegans



    4. Letharia vulpina


    5. Vulpicida pinastri



    6. Rhizocarpon sp.



    7.


    8.


    9. Cladonia sp.


    10.


    11.


    12.


    13.


    14. Habe ich glaube ich im kleinen Wirth schon gesehen, der liegt aber gerade zu Hause


    15.


    16.


    17. Usnea sp.


    18. Usnea sp.


    19.



    Björn

    Hallo Claudia,


    welche Cladonia aus der Untergattung Cladina das jetzt genau sein könnte, ist anhand des Fotos schwer zusagen. Aber die wachsen tatsächlich alle auf dem Boden. War der Ast noch in der Luft oder lag der eventuell schon 10 Jahre auf dem Boden?


    Björn

    Hallo Pablo,


    ich hab gerade noch mal in die Phanerochaete reingeschaut. Da waren leider gar keine Sporen zu finden; nicht mal reife Basidien hat es gegeben. Bleibt es also bei Phanerochaete sp.


    Den Steccherinum werde ich jetzt mal als fimbriatum ablegen. Die anderen Arten, die in FE12 erwähnt werden, sollen ja weiß bis cremefarben sein und entsprechende Fotos im Netz sehen auch so aus, also deutlich heller als mein Fund.


    Björn

    Hallo Thorben,


    zum Pilz kann ich wie üblich nicht viel sagen, aber was mir bei deinem ersten Bild auffällt, ist der Algenbelag auf der Rinde (sieht nach Trentepohlia aus). Da die flechtenbewohnenden Pilze ja oft deren Algen auslutschen, könnte ich mir schon vorstellen, daß das hier in eine ähnliche Richtung geht.


    Björn

    Hallo Pablo,


    ich habe gestern noch mal in den Steccherinum reingeschaut.



    Eine Schnalle habe ich gefunden. Sporen waren leider keine zu sehen (eventuell ist eine mal kurz durchs Bild geschwommen, die wäre dann ungefähr 4x2 µm groß gewesen). Ich hatte den Fund gestern Abend auch noch in der Corticiaceaen-Gruppe auf Facebook vorgestellt, wo Teppo Helo der Meinung war, daß der Fund trotz fehlendem Violett-Ton als S. fimbriatum angesehen werden kann.


    Die Phaenerochaete muß unterdessen noch ein bißchen warten.


    Björn

    Hallo Pablo,


    ich habe gerade mal bei Nr. 1 KOH angewendet, erstmal mit 3% und dann mit 20% (sind die beiden einzigen Konzentrationen, die ich im Haus habe und groß mischen wollte ich jetzt auch nicht). Das Ergebnis war beiden mal gar keine Verfärbung. Also doch Phaenerochaete?


    Bei Nr. 12 werde ich noch mal reinschauen. Gibt es da irgendwelche Tricks, wie man so einen Steccherinum unterm Mikro zubereitet? Meiner ist da irgendwie sehr schmockig. Ansonsten was die Farbe angeht, gibt es von Karl bei pilze-deutschland Fotos von S. fimbriatum, die genau meinem Exemplar entsprechen. Aber schauen wir mal, was das Mikro noch so sagt.


    Björn

    Hallo zusammen,


    gestern ging es wieder mal auf APR-Exkursion. Ziel war das Berghofer Holz in Bochum. Letztes Jahr war diese Tour schon einmal angesetzt, mußte dann aber wegen sturmgesperrter Wälder abgesagt werden. Für dieses Wochenende war wieder Sturm angesagt, aber der Wind von Samstag war wohl nicht stark genug um den Wald zu sperren. Und am Sonntag morgen war das Wetter erstmal ganz nett: Kaum Wind und deutlich weniger Regen als angesagt. Das änderte sich dann erst gegen Mittag, aber da waren wir dann auch schon wieder langsam aber sich auf dem Rückweg. Da es in den letzten Tagen viel geregnet hatte, gab es auch einiges an Pilzen zu bestaunen:


    1. Unbekannter Pilz auf Buche. Auffällig sind die kristallbesetzen Zystiden, die reichlich vorhanden sind. Schnallen sind an einigen Septen vorhanden, die meisten Septen scheinen aber schnallenlos zu sein. Das gilt insbesondere für die Septen am Fuß der Zystiden. Sporen habe ich leider keine gefunden. Geht das wieder Richtung Phaenerochaete?


    2. Exidia truncata


    3. Tremella mesenterica


    4. Myxarium nucleatum


    5. Calloria neglecta


    6. Daedaleopsis tricolor


    7. Botryobasidium vagum. Die einzige Basidie, die ich gefunden habe und die halbwegs gut zu beobachten war, hatte zwar nur 3 statt 6-8 Sterigmen, aber die Anordnung sah schon so aus, als wenn da einfach die Hälfte fehlt.


    8. Steccherinum ochraceum


    9. Polyporus brumalis


    10. Radulomyces molaris


    11. Sarcoscypha austriaca


    12. Unbekannter Rindenpilz auf Laubholz. Insgesamt etwas unschön in der mikroskopischen Handhabung. Auffällig sind dicke, kristallbesetzte Zystiden und Hyphen ohne Septen, die ich als Skeletthyphen interpretieren würde. EDIT: Ich würde zu Steccherinum fimbriatum tendieren.


    13. Peronospora arvensis auf Veronica hederifolia agg.


    14. Peronospora ficaria auf Ficaria verna


    15. Uromyces ficariae auf Ficaria verna


    Björn

    Hallo Claudia,


    nur eine kurze Antwort, weil es gleich in den Regen auf Exkursion geht:


    Bei Nr. 3 hast du zwei Flechten, links Evernia prunastri, rechts Pseudoevernia furfuracea, erkennbar an den Isidien. Letztere ist auch in Bild 17 zu sehen. Nummr 19 erinnert mich spontan an Lobaria, die dann aber vom Baum gefallen sein müßte.


    Björn

    Hallo zusammen,


    Pablo ist genial! Jetzt habe ich noch mal reingeschaut und tatsächlich hier und da Basidien gefunden, die teilweise pleural sind. Sporen waren leider nicht wirklich zu finden, nur an einer Basidie hingen einige unreife Exemplare. Ansonsten fiel mir noch auf, daß die Sterigmen hier extrem lang sind, das ist so bei CoNE und FE12 nicht gezeichnet.



    Björn

    Hallo Pablo,


    bei 1 hatte ich zwar versucht, so wenig Stereum wie möglich abzurasieren, aber meine feinmotorischen Fähigkeiten sind ja in der Pilzwelt berücksichtigt ;) Wobei die Zystiden aber auch nicht so recht zu Stereum passen würden oder irre ich da?


    Anonsten gab es auch noch diesen Fund hier. Mikroskopisch war da nicht viel zu machen, außer Hyphen gab es wenig bis gar nichts zu sehen. Aber dann habe ich mal einen Klecks KOH drauf gegeben und diese weinrote Verfärbung beobachtet. Reicht das aus um den Pilz als Rhizochaete radicata ablegen zu können?


    Björn

    Hallo zusammen,


    Mario hatte mich die Tage gebeten, auch noch mal in mein Stück reinzuschauen und zu prüfen ob die Sporen nicht evtl. doch amyloid sind. Auch wenn die Fotos nicht besonders geworden sind, würde ich sagen, daß die Sporen nicht amyloid sind. Allenfalls konnte man eine gewisse Rauigkeit der Sporen erahnen.



    Björn

    Hallo zusammen,


    nachdem sämtliche geplanten Pilzexkursionen am Wochenende wegen schlechten Wetters und mangelnder Teilnehmerzahl abgesagt wurde, habe ich mich gestern Nachmittag, nachdem der Regen dann endlich mal nachgelassen hatte, auf eine kleine Tour durch den Duisburger Stadtwald begeben und ein bißchen Rindengedöns und andere Kleinheiten eingesammelt.


    1. Der weiße Rindenpilz scheint hier auf Stereum auf Buche zu wachsen. Auffällig waren im Mikroskop leicht dunkle Zystiden

    Überblick, man erkennt schon die Zystiden

    Zystide in groß

    Basidie, 4-sporig ohne Basalschnalle

    Noch mehr Zystiden. Auffällig, daß der untere Teil oft verdickt war, gefolgt von einer oberen, dünneren Spitze

    Sporen. Ob die aber zum Pilz gehören, kann ich nicht sagen, da ich an den Basidien keine Sporen gefunden habe

    Und hier das ganze nach Zugabe von KOH etwas entzerrt


    2. Schizophyllum commune


    3. Porostereum spadiceum. Ein echter Kaventsmann, der den Ast auf einer Länge von bestimmt einem Meter bedeckte. So kniete ich mich dann auch voller Vorfreude nieder um den Pilz abzulichten, um dann einen unangenehmen Geruch in meiner Nase zu bemerken. Ich hatte mich doch nicht etwa in Hundescheiße gekniet? Das zum Glück nicht, aber ich war wohl vorher reingetreten :-(


    4. Auf Fraxinus. Hier weiß ich nicht so recht weiter. Die taillierte, 6-sporige Basidie läßt mich zu Sistotrema tendieren. Da gibt es aber scheinbar keine Arten mit Zystiden. Und auch sonst paßt keine der anderen 4+-sporigen Gattungen wie Botryobasidium.

    Zystiden im oberen Teil mit Kristallen besetzt

    Die einzige Basidie, die ich finden konnte. Tailliert, 6-sporig. Das würde ja Richtung Sistotrema verweisen.


    5. Hier wird es dann wieder einfach: Bulbillomyces farinosus. Der weiße Belag auf dem letzten Bild entpuppte sich dann im Mikroskop als Sistotrema brinkmannii. Man beachte auch den Kugelspringer im dritten Bild.


    6. Stereum hirsutum


    7. Trametes versicolor


    8. Polyporus brumalis


    9. Leptosphaeria maculans auf Alliaria petiolata


    10. Rhopgraphus filicinus auf Pteridium aquilinum mit leckeren Croissant-Sporen


    Björn

    Hallo zusammen,


    ich hatte ja auch was von dem Pilz mit nach Hause genommen (aus dem Teil, der dem 2. Makrofoto entspricht, als im Zweifel wohl der ältere und reifere Teil) und den gerade mal unters Mikroskop gelegt. Wenn man da mal KOH zugibt, löst sich das ganze Gewulse sogar sehr angenehm auf und es fallen bräunliche Zystiden auf:



    Björn

    Hallo zum Zweiten,


    jetzt war auch die Nr. 10 noch mal unterm Mikroskop.


    Zuerst noch mal die ampullaten Hyphen:

    Dann zu den Basidien. Die sind eigentlich durchgängig 4-sporig. Das war wohl beim letzten Mal einfach der Perspektive geschuldet, daß es eher 2-sporig aussah. Urnenförmig sehen sie nicht aus, von daher würde ich tatsächlich bei Trechispora bleiben wollen.

    Noch mal eine Septe, weil es so schön ist.

    Und dann haben wir auch ein paar Sporen mit den Maßen (5.4+-0.4) µm x (2.9+-0.1) µm


    Für T. byssinella sind die Sporen zu groß. T. amianthina würde da schon besser passen. In FE12 werden die Sporen als elliptisch bis allantoid beschrieben, das paßt. In Franks Schlüssel steht aber subglobos bis tropfenförmig.


    Björn

    Hallo Pablo,


    vielen Dank für den Hinweis auf diesen interessanten Beitrag von Christoph. Ich glaube, da bin ich in ferner Vergangenheit auch schon mal drüber gestolpert, konnte das aber dann nicht mehr wieder finden. Also bleibt das wohl alles eine sehr verzwickte Sache. Bei Facebook hatte Björn Wergen übrigens auch einen Blick auf meine Bilder geworfen und zu D. stillatus tendiert...


    Hattest du zur Nr. 9 eigentlich auch eine Meinung? Da würde ich ja erstmal zu Athelia tendieren, aber weder mit FE12 noch mi CoNE komme ich da zu irgendwas gescheitem ausgeschlüsselt.


    Björn

    Hallo zusammen,


    hier erstmal ein genauerer Blick auf die ehemals gelben Becherchen. Haare sind dort beim besten Willen nicht zu erkennen. Das Substrat hier ist übrigens Laubholz, wobei es aber auch gut sein kann, daß da zwischen Holz und meinen Becherchen noch ein alter, ausgelutschter Pyrenomycet liegt.



    Daß das mit den Deckgläschen gefährlich ist, ist mir schon bewußt. Da zerbricht auch hin und wieder mal eins beim Abtrocknen. Aber verletzt habe ich mich bisher nur beim Trocknen von Objektträgern. Die haben ganz fiese scharfe Kanten, die auch entsprechend gut einschneiden.


    Björn

    Hallo Pablo,


    bei der Sistrotrema habe ich gerade auch noch mal geschlüsselt und komme wie erwartet zu S. brinkmannii.

    Den Xylodon kann ich gerne in den Sammelordner "Für Pablo" legen :)


    Außerdem hatte ich mir auch noch diese netten Lutschbonbons mitgenommen. Liege ich da am Ende mit Dacrymyces stillatus richtig? Was mich angenehm überrascht hat, war, daß sich das Dingen doch sehr angenehm mikroskopieren ließ. Ist bei so Glibber ja auch nicht selbstverständlich. Sporengröße (12.0+-0.5) µm x (5.0+-0.3) µm

    Sporen

    Hyphen ohne Schnallen

    Basidie


    Björn