Hallo Sabiieeenchen,
nach meinem Verständnis ist es ein weites und variables Feld, welche Pilzarten in Büchern usw. als "ungenießbar" (oder z. B. auch als "kein Speisepilz") einsortiert werden.
Das reicht von Arten, die einfach viel zu hart/zäh zum Essen sind, über welche, die echt allgemein und für so ziemlich alle fies schmecken, solche, die dem/der Autor*in nicht schmecken bis hin zu solchen, wo man es nicht genau weiß, wo aber nicht die gesamte Gattung bereits unter Generalverdacht steht.
Aus meiner Sicht ist es insbesondere bei den Arten, die häufiger verzehrt werden, aber geschmackstechnisch unterschiedlich beurteilt werden, nicht deutlich kritischer als bei den weniger häufig verzehrten Speisepilzen, mal zu probieren, wie man die selbst empfindet.
Als Beispiele fallen mir der Butterrübling ein, der vielfach als Speisepilz einsortiert ist, manchmal mit dem Hinweis "nur jung", bei anderen wiederum als ungenießbar bezeichnet wird (ich schließe mir der letzten Gruppe an
), oder der Samtfußkrempling, den ich selbst noch nicht probiert habe, usw.
Sich einfach mal unkontrolliert durch alles durchzuprobieren, was in der Literatur als "ungenießbar" deklariert ist - das halte ich tatsächlich für gefährlich. Die bei Pflanzen übliche Prüfung auf Essbarkeit (in eine ähnliche Richtung scheint dein Vorschlag zu gehen) funktioniert bei Pilzen nicht - es gibt Pilzarten mit hitzestabilem Gift, das unter Umständen erst drei Wochen nach dem Verzehr einer kleinen Menge erkennen lässt, dass es die Niere zerstört hat (weiß jemand, ob es im Pflanzenreich so etwas tatsächlich nicht gibt?).
Beste Grüße
Sabine